DER LAUF DER DINGE

DER LAUF DER DINGE
DER LAUF DER DINGE
DER LAUF DER DINGE ist ein rund 30-minütiger Kunstfilm der Schweizer Künstler Peter Fischli und David Weiss aus dem Jahr 1987. In einer Lager- beziehungsweise Werkstattsituation entfaltet sich über eine Strecke von etwa 40 Metern eine aufwendig gebaute Kettenreaktion aus Alltagsgegenständen: Reifen rollen, Bretter kippen, Behälter schwingen, Flüssigkeiten fließen, Gegenstände stoßen einander an, Feuer breitet sich aus, Druck verändert Bewegungen und chemische Reaktionen erzeugen neue Auslöser. Ein Vorgang setzt den nächsten in Gang.
Der Film verbindet Kunst, Physik, Chemie, Filmkunst, Spiel, Experiment und das Absurde. Du kannst ihn deshalb auf sehr unterschiedlichen Niveaus untersuchen: In Klasse 5 oder 6 kann die Frage im Mittelpunkt stehen, Was löst was aus? In höheren Klassen kannst Du Energieumwandlungen, Kräfte, Druck, Reaktionsprozesse, filmische Montage, Kausalität und die ästhetische Bedeutung scheinbar zweckloser Vorgänge genauer analysieren.
Der offizielle Guggenheim-Ausschnitt ermöglicht einen unmittelbaren Blick auf die Arbeitsweise von Fischli und Weiss.
Steckbrief
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Titel | DER LAUF DER DINGE |
| Künstler und Regie | Peter Fischli und David Weiss |
| Entstehungsjahr | 1987 |
| Herkunft | Schweiz |
| Form | Kunstfilm beziehungsweise Experimentalfilm; ursprünglich auf 16-mm-Film realisiert und später in Videoformaten verbreitet |
| Dauer | rund 30 Minuten |
| Aufbau | eine lange Folge voneinander abhängiger Vorgänge aus Alltagsgegenständen |
| Ausdehnung des Versuchsaufbaus | etwa beziehungsweise über 40 Meter |
| Zentrale Themen | Ursache und Wirkung, Bewegung, Schwerkraft, Reibung, Energie, Feuer, Druck, chemische Reaktionen, Spiel, Experiment, Zufall, Kontrolle und Absurdität |
| Zielgruppe dieses aiMOOCs | Klasse 5–13 |
Einleitung
Stell Dir vor, ein Müllsack dreht sich, stößt einen Reifen an, der Reifen rollt weiter, trifft ein Brett, das Brett kippt, dadurch wird ein Gefäß bewegt, Flüssigkeit läuft aus, eine weitere Vorrichtung beginnt zu arbeiten und schon setzt sich die nächste Szene in Gang. Genau aus solchen Übergängen entsteht der Reiz von DER LAUF DER DINGE.
Der Film hat kaum eine klassische Handlung mit Menschen, Dialogen, Heldinnen oder Helden. Stattdessen übernehmen Dinge die Rolle der Akteure. Reifen, Flaschen, Behälter, Bretter, Leitern, Schnüre, Flüssigkeiten, Feuer und andere Materialien treten in Beziehungen zueinander. Dadurch entsteht eine Art Erzählung ohne Figuren: Ein Ereignis erzeugt ein weiteres Ereignis. Das macht den Film zu einem besonders anschaulichen Beispiel für Kausalität, also für Zusammenhänge von Ursache und Wirkung.
Gleichzeitig ist die Kette nicht einfach nur eine technische Maschine. Vieles wirkt unnötig kompliziert, überraschend, komisch oder sogar absurd. Gegenstände tun Dinge, für die sie normalerweise nicht gedacht sind. Ein Reifen wird nicht zum Fahren benutzt, sondern zum Auslösen eines neuen Ereignisses. Ein Behälter dient nicht nur zum Aufbewahren, sondern kann kippen, tropfen, schwingen oder Druck aufbauen. So verwandelt sich der gewöhnliche Alltag in ein genau geplantes Spiel mit Erwartungen.

Der Dominoeffekt ist ein einfaches Modell für eine Kettenreaktion: Ein Ereignis wird zum Auslöser des nächsten.
Warum ist der Film für viele Fächer interessant?
In Physik kannst Du beobachten, wie Kräfte und Energie Bewegungen hervorrufen. In Chemie kannst Du nach Anzeichen chemischer Reaktionen suchen. In Kunst und Film kannst Du fragen, warum ein scheinbar technischer Ablauf als Kunstwerk funktioniert. In Philosophie kannst Du über Ursache, Zufall, Notwendigkeit und Absurdität nachdenken. Im Technikunterricht kannst Du untersuchen, wie komplexe Systeme geplant werden. Im Deutschunterricht oder in Medienbildung kannst Du beschreiben, analysieren und interpretieren, wie aus Dingen eine Erzählung entsteht.
Der Film eignet sich besonders gut für fächerübergreifendes Lernen, weil ein und dieselbe Szene unterschiedlich gelesen werden kann. Wenn ein Gegenstand eine Rampe hinunterrollt, kann die Physik nach Schwerkraft, Reibung und Energie fragen. Die Kunst kann fragen, warum gerade dieser gewöhnliche Gegenstand ausgewählt wurde. Die Filmwissenschaft kann untersuchen, wie Kamera, Ton, Schnitt und Dauer Spannung erzeugen. Die Philosophie kann fragen, ob die scheinbare Notwendigkeit des Ablaufs wirklich eine Notwendigkeit ist oder nur durch Planung und Inszenierung entsteht.
Die Künstler Peter Fischli und David Weiss
Peter Fischli und David Weiss arbeiteten als Schweizer Künstlerduo über Jahrzehnte zusammen. Ein wiederkehrendes Interesse ihrer Kunst liegt im Blick auf gewöhnliche Dinge und alltägliche Situationen. Statt nur spektakuläre oder „edle“ Materialien zu verwenden, richteten sie die Aufmerksamkeit häufig auf das Banale, Zufällige, Provisorische und scheinbar Nebensächliche.
DER LAUF DER DINGE ist dafür ein besonders bekanntes Beispiel. Die Gegenstände besitzen keine besondere Würde, weil sie teuer oder selten wären. Ihre Bedeutung entsteht aus ihren Beziehungen: Ein Ding wartet gewissermaßen darauf, von einem anderen bewegt, erhitzt, getroffen, gezogen, gedreht oder umgestoßen zu werden. Aus dieser Verbindung von präziser Vorbereitung und alltäglichem Material entsteht eine eigenartige Mischung aus technischem Ernst und Humor.

Auch in anderen Arbeiten von Fischli und Weiss spielt das prekäre Gleichgewicht gewöhnlich wirkender Materialien eine wichtige Rolle. Das freie Commons-Foto zeigt die Skulptur „Rock on Top of Another Rock“ in London.
Ein Ausstellungsüberblick des Guggenheim Museum ordnet die Zusammenarbeit von Peter Fischli und David Weiss in einen größeren künstlerischen Zusammenhang ein.
Eine Kettenreaktion als Erzählung
Eine Kettenreaktion besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Ereignissen. Das Entscheidende ist, dass ein Ereignis nicht einfach neben einem anderen steht, sondern eine Bedingung für das folgende Ereignis schafft. Ein rollender Gegenstand stößt beispielsweise einen zweiten an. Dieser kippt um. Durch das Umkippen wird eine Schnur gezogen. Die Schnur löst einen dritten Mechanismus aus.
Du kannst eine solche Kette als Folge formulieren:
Ursache A → Wirkung A und Ursache B → Wirkung B und Ursache C → Wirkung C
Dabei ist die Wirkung eines Schrittes zugleich die Ursache des nächsten Schrittes. Genau dadurch entsteht die besondere Spannung des Films. Jeder Übergang wirft die Frage auf: Wird es weitergehen? Sobald etwas stockt, steigt die Aufmerksamkeit. Sobald der nächste Vorgang ausgelöst wird, entsteht Erleichterung und gleichzeitig eine neue Erwartung.
Die Kette ist daher nicht nur mechanisch, sondern auch dramaturgisch. Sie erzeugt Spannung ohne eine klassische Filmfigur. Der „Held“ des Films könnte, bildlich gesprochen, der Fortgang selbst sein.
Ursache und Wirkung genau untersuchen
Bei der Filmanalyse lohnt es sich, zwischen Beobachtung und Erklärung zu unterscheiden. Die Beobachtung lautet zum Beispiel: „Der Reifen beginnt zu rollen, nachdem ein anderer Gegenstand ihn berührt hat.“ Eine Erklärung könnte lauten: „Der Stoß überträgt Bewegungsimpuls; zusätzlich wirkt die Schwerkraft, wenn der Reifen auf einer geneigten Fläche rollt.“
Diese Trennung ist wichtig, weil Du nicht jede Ursache allein durch Anschauen sicher kennen kannst. Manchmal liegt ein Teil der Vorrichtung außerhalb des Bildes. Außerdem ist DER LAUF DER DINGE ein Film und keine lückenlose Messaufzeichnung. Kameraperspektive, Schnitt und Montage beeinflussen, wie zusammenhängend der Ablauf erscheint.
Ein Analyse-Raster für einzelne Szenen
| Frage | Worauf Du achten kannst |
|---|---|
| Was bewegt sich zuerst? | Bestimme den sichtbaren Auslöser. |
| Was verändert sich? | Achte auf Position, Geschwindigkeit, Form, Temperatur, Druck, Stoffzustand oder Material. |
| Welche Wirkung entsteht? | Beschreibe, welches nächste Element aktiviert wird. |
| Welche physikalische oder chemische Idee passt dazu? | Zum Beispiel Schwerkraft, Reibung, Stoß, Hebel, Druck, Verbrennung oder chemische Reaktion. |
| Was bleibt unsicher? | Markiere, was die Kamera nicht vollständig zeigt oder was mehrere Erklärungen zulässt. |
| Welche Wirkung hat die Szene auf Dich? | Spannung, Überraschung, Komik, Irritation, Erwartung oder Staunen können Teil der ästhetischen Wirkung sein. |
Physik im Film
DER LAUF DER DINGE ist kein Physik-Lehrfilm, aber er macht zahlreiche physikalische Vorgänge sichtbar. Gerade deshalb eignet er sich für entdeckendes Lernen: Du beobachtest zuerst und ordnest danach Modelle und Begriffe zu.
Bewegung und Impuls
Wenn Gegenstände rollen, fallen, schwingen oder kippen, verändert sich ihre Bewegung. Ein Stoß kann einen ruhenden Körper in Bewegung versetzen oder die Richtung eines bereits bewegten Körpers ändern. Für jüngere Lernende reicht die Leitfrage: Welcher Gegenstand gibt die Bewegung an den nächsten weiter?
In höheren Klassen kannst Du zusätzlich den Impuls betrachten. Beim Zusammenstoß zweier Körper wird Impuls zwischen ihnen übertragen. Die konkrete Bewegung hängt unter anderem von Masse, Geschwindigkeit, Kontakt, Reibung und Form der beteiligten Körper ab.
Ein wichtiges Missverständnis wäre zu sagen, „die Bewegung“ wandere einfach wie ein Stoff durch die ganze Anlage. Tatsächlich ändern sich an jedem Übergang Kräfte, Bewegungszustände und Energieformen.
Schwerkraft und Lageenergie
Viele Vorgänge funktionieren, weil Gegenstände zunächst erhöht, geneigt oder instabil positioniert sind. Ein angehobener Gegenstand besitzt potenzielle Energie. Wenn er fällt oder eine Rampe hinunterrollt, kann diese Lageenergie in Bewegungsenergie umgewandelt werden.
Für die Vertiefung gilt näherungsweise:
E_pot = m · g · h
Dabei steht m für die Masse, g für die Erdbeschleunigung und h für die Höhe über einem gewählten Bezugspunkt.
Je höher oder schwerer ein Gegenstand ist, desto mehr potenzielle Energie kann bei seinem Absinken verfügbar werden. Ob diese Energie vollständig in sichtbare Bewegung übergeht, hängt unter anderem von Reibung, Verformung, Schall und Wärme ab.

Eine schiefe Ebene macht sichtbar, wie die Schwerkraft eine Bewegung entlang einer geneigten Bahn ermöglichen kann.
Reibung, Rollen und Stoppen
Ohne Reibung wären viele Übergänge völlig anders. Reibung kann Bewegung bremsen, sie kann aber auch nötig sein, damit ein Objekt überhaupt kontrolliert rollt oder ein anderes mitnimmt. Ein Reifen auf einer Oberfläche verhält sich anders als eine glatte Dose, eine Kugel oder ein Holzklotz.
Deshalb gehört beim Planen einer eigenen Kettenreaktion das Testen der Oberflächen dazu. Pappe, Holz, Stoff oder Kunststoff können verschiedene Reibungsverhältnisse erzeugen. Schon eine kleine Veränderung kann bestimmen, ob eine Kette weiterläuft oder abbricht.
Hebel, Rollen und einfache Maschinen
Manche Übergänge lassen sich mit einfachen Maschinen erklären. Eine Rampe verändert den Weg, über den ein Körper durch die Schwerkraft beschleunigt. Ein Hebel kann kleine Bewegungen in größere Bewegungen übersetzen. Rollen und Räder verändern Bewegungsabläufe und Reibungsverhältnisse.

Hebel, Rad, schiefe Ebene und weitere einfache Maschinen liefern Begriffe, mit denen sich viele Übergänge einer Kettenreaktion beschreiben lassen.
Druck und Gase
Druck beschreibt, wie eine Kraft auf eine Fläche verteilt ist. Vereinfacht gilt:
p = F / A
In Behältern und Gasen kann Druck Bewegungen auslösen. Erwärmung, Kompression oder Gasbildung können Druckverhältnisse verändern. In einer Kettenreaktion kann dadurch beispielsweise eine Membran, ein Ballon, ein Kolben oder ein anderer beweglicher Teil reagieren.
Für die Schule gilt dabei eine klare Sicherheitsgrenze: Geschlossene Druckgefäße, selbst gebaute Drucksysteme oder erhitzte Behälter gehören nicht in eine eigene Schüler-Kettenreaktion.

Das Schema zeigt grundsätzlich, wie sich ein Gas ausdehnen und dabei einen beweglichen Kolben verschieben kann.
Energieumwandlungen statt „Energieverbrauch“
Im Film sieht es manchmal so aus, als „verbrauche“ sich Energie von Station zu Station. Physikalisch genauer ist: Energie wird umgewandelt und verteilt. Lageenergie kann zu Bewegungsenergie werden. Bewegungsenergie kann durch Reibung teilweise in Wärme übergehen. Chemisch gespeicherte Energie kann bei einer Reaktion als Wärme, Licht, Bewegung oder Druckänderung sichtbar werden.
Für ältere Lernende ist deshalb eine Energiekette interessant:
chemische Energie → Wärme → Druckänderung → Bewegung → Lageänderung → Bewegung → Schall und Wärme
Eine reale Kettenreaktion ist nie völlig verlustfrei. Ein Teil der nutzbaren mechanischen Energie verteilt sich immer auf weniger auffällige Formen wie Wärme, Schall oder Verformung.
Feuer und chemische Reaktionen
Der Film nutzt auch Feuer, Rauch, Schaum, Flüssigkeiten und andere stoffliche Veränderungen. Hier musst Du physikalische und chemische Vorgänge unterscheiden.
Bei einer physikalischen Veränderung bleibt der Stoff chemisch derselbe, auch wenn Form, Lage oder Aggregatzustand verändert werden. Wasser, das fließt oder verdampft, kann ein Beispiel sein. Bei einer chemischen Reaktion entstehen neue Stoffe. Hinweise können Gasentwicklung, starke Wärme- oder Lichtentwicklung, Farbänderungen, neue Gerüche oder feste Reaktionsprodukte sein. Ein einzelnes sichtbares Zeichen beweist jedoch noch nicht sicher, welche Reaktion stattgefunden hat.
Verbrennung
Verbrennung ist eine chemische Reaktion. Für viele Verbrennungen werden ein brennbarer Stoff, ein Oxidationsmittel wie Sauerstoff und eine ausreichende Aktivierungsenergie benötigt. Im Unterricht wird das häufig mit dem Verbrennungsdreieck dargestellt.

Das Verbrennungsdreieck veranschaulicht die Bedingungen, die für viele Verbrennungsvorgänge zusammenkommen müssen.
Das Feuer im Film steigert die Spannung, weil es zugleich eine physikalische und eine symbolische Wirkung besitzt. Es kann Materialien erwärmen, Schnüre verändern oder Stoffe entzünden. Gleichzeitig wirkt Feuer unberechenbar und gefährlich. Gerade diese Spannung zwischen genauer Planung und möglichem Kontrollverlust gehört zur Wahrnehmung des Films.
Wichtig für eigene Projekte: Feuer, Pyrotechnik, brennbare Flüssigkeiten und absichtlich ausgelöste Verbrennungen werden nicht nachgebaut. Du analysierst solche Vorgänge im Film, aber Deine eigene Kettenreaktion bleibt ungefährlich.
Aktivierungsenergie und Auslöser
Viele chemische Reaktionen beginnen erst, wenn eine bestimmte Energieschwelle überwunden wird. Diese Idee der Aktivierungsenergie kann mit dem Prinzip eines Auslösers verglichen werden: Ein System ist vorbereitet, aber erst ein bestimmter Impuls setzt den Vorgang in Gang.

Das Diagramm veranschaulicht die Idee einer Energieschwelle, die vor einer Reaktion überwunden werden muss.
Die Analogie hat Grenzen. Ein mechanischer Auslöser und eine chemische Aktivierungsenergie sind nicht dasselbe. Trotzdem hilft der Vergleich zu verstehen, warum vorbereitete Systeme nicht automatisch reagieren, sondern bestimmte Bedingungen benötigen.
Spiel und Experiment
DER LAUF DER DINGE wirkt zugleich spielerisch und experimentell. Beide Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht identisch.
Spiel bedeutet hier, dass Regeln, Möglichkeiten, Überraschungen und ungewöhnliche Verwendungen von Gegenständen entstehen. Ein Alltagsobjekt darf seine normale Funktion verlassen und eine neue Rolle übernehmen. Die Freude liegt gerade darin, zu beobachten, was passiert.
Ein wissenschaftliches Experiment verfolgt dagegen normalerweise eine klar formulierte Frage oder Hypothese, kontrolliert Bedingungen und soll Beobachtungen möglichst nachvollziehbar oder wiederholbar machen. DER LAUF DER DINGE verwendet viele experimentähnliche Situationen, ist aber als Kunstwerk nicht einfach mit einem naturwissenschaftlichen Laborversuch gleichzusetzen.
Diese Unterscheidung ist für ältere Lernende besonders wichtig. Die Künstler nutzen das Vokabular von Versuch, Konstruktion, Ursache und Wirkung, aber sie verfolgen zugleich ästhetische Fragen: Wie lange hält Spannung an? Wann wird ein Alltagsgegenstand komisch? Warum fasziniert ein komplizierter Weg, obwohl eine einfachere Lösung möglich wäre?
Versuch, Scheitern und Wiederholung
Eine Kettenreaktion ist empfindlich. Schon kleine Abweichungen können den Ablauf unterbrechen. Ein Ball rollt zu langsam, ein Brett kippt zu früh oder ein Gegenstand bleibt an einer Kante hängen. Deshalb macht das Prinzip sichtbar, wie stark komplexe Systeme von Bedingungen abhängen.
Für das Lernen ist ein Abbruch kein nutzloser Fehler. Er liefert Information. Du kannst fragen: Wo genau endete die Kette? Welche Bedingung fehlte? Was muss verändert werden? So wird Scheitern zu einem Teil eines iterativen Entwicklungsprozesses aus Planen → Testen → Beobachten → Verändern → erneut Testen.
Das Absurde
Das Absurde entsteht im Film unter anderem aus einem Missverhältnis von Aufwand und Zweck. Eine riesige, komplizierte Abfolge wird konstruiert, damit Dinge rollen, kippen, brennen, schäumen, fallen oder andere Dinge anstoßen. Viele Vorgänge führen nicht zu einem nützlichen Endprodukt.
Gerade diese Zweckverschiebung kann komisch wirken. Gewöhnliche Gegenstände erhalten für kurze Zeit eine dramatische Bedeutung. Ein Reifen wird zum entscheidenden Akteur. Ein Brett wird zur Schwelle zwischen Fortgang und Scheitern. Ein Tropfen Flüssigkeit kann zum spannenden Ereignis werden.
Eine mögliche Interpretation lautet deshalb: Der Film zeigt, wie Menschen Sinn, Ordnung und Spannung in Abläufe hineinlesen. Eine andere Interpretation betont die Lust am Material, am Experimentieren und am spielerischen Erfinden. Wieder andere Lesarten sehen eine ironische Miniaturwelt, in der alles voneinander abhängt und dennoch ständig mit dem Zusammenbruch droht.
Keine dieser Deutungen muss allein „richtig“ sein. Eine gute Interpretation begründet sich mit konkreten Beobachtungen aus dem Film.
Alltag wird Kunst
Die Gegenstände im Film sind keine klassischen kostbaren Kunstmaterialien. Gerade dadurch rückt die Frage in den Mittelpunkt, wann und wie etwas zu Kunst wird. Ist es die Auswahl der Dinge? Ihre Anordnung? Die gefilmte Bewegung? Die Idee? Der Humor? Die lange Planung? Oder die Aufmerksamkeit des Publikums?
Diese Fragen führen zur Konzeptkunst und zur kinetischen Kunst. Bei Konzeptkunst kann die Idee oder Versuchsanordnung wichtiger sein als ein traditionell handwerklich gefertigtes Einzelobjekt. Kinetische Kunst arbeitet mit realer oder wahrgenommener Bewegung. DER LAUF DER DINGE berührt beide Bereiche, ohne sich auf eine einzige Kategorie reduzieren zu lassen.
Filmische Mittel
Auch wenn der technische Aufbau im Mittelpunkt steht, darfst Du nicht vergessen: Du siehst ihn durch eine Kamera. DER LAUF DER DINGE ist ein Film und damit eine gestaltete Wahrnehmung.
Die Kamera lenkt Deinen Blick auf die jeweils entscheidende Stelle. Der Ton macht Rollen, Schlagen, Zischen, Brennen und andere Geräusche hörbar. Wartezeiten verlängern die Spannung. Schnitte und Perspektivwechsel verbinden einzelne Abschnitte. Dadurch entsteht der Eindruck eines großen zusammenhängenden Ablaufs.
Ein weiterer lizenzierter Filmausschnitt macht deutlich, wie Ton, Dauer, Bildausschnitt und Bewegung zusammenwirken.
Montage und scheinbare Kontinuität
Eine wichtige Analysefrage lautet: Sehen wir tatsächlich einen einzigen ununterbrochenen Ablauf? Der Film arbeitet mit wenigen Schnitten und Perspektivwechseln. Deshalb ist es sinnvoll, zwischen der mechanischen Kette im Raum und ihrer filmischen Darstellung zu unterscheiden.
Die Montage kann Übergänge so verbinden, dass Du sie als zusammenhängend wahrnimmst. Das bedeutet nicht, dass der Film „täuscht“. Vielmehr gehört die Gestaltung des Zusammenhangs selbst zum Kunstwerk.
Für Klassen 11–13 ist hier eine medienphilosophische Frage möglich: Wann halten wir eine Bildfolge für einen Beweis von Kausalität? Nur weil Ereignis B nach Ereignis A gezeigt wird, folgt daraus noch nicht automatisch, dass A die einzige Ursache von B war.
Spannung ohne Figuren
Klassische Filme erzeugen Spannung häufig durch Figuren, Konflikte und Ziele. DER LAUF DER DINGE zeigt, dass Spannung auch anders entstehen kann. Du wartest darauf, ob ein Vorgang gelingt. Eine schwingende Vorrichtung nähert sich langsam ihrem Auslösepunkt. Ein rollendes Objekt droht stehen zu bleiben. Eine Flamme benötigt Zeit. Ein Tropfen sammelt sich, bevor er fällt.
Die Zeit selbst wird dadurch zum Gestaltungsmittel. Manche Vorgänge sind schnell und explosiv, andere langsam und beinahe quälend. Der Wechsel von Beschleunigung und Verzögerung erzeugt einen Rhythmus.
Von der Beobachtung zur eigenen sicheren Kettenreaktion
Eine eigene Kettenreaktion hilft Dir, Ursache und Wirkung nicht nur zu beschreiben, sondern selbst zu gestalten. Für die Schule sollte sie ausschließlich mit ungefährlichen Materialien arbeiten.
Geeignete Materialien sind zum Beispiel Pappe, Papier, Holzklötze, Domino- oder Bausteine, Tischtennisbälle, leichte Becher, Papierrollen, Schnur, Radiergummis, kleine Spielzeugautos, Lineale und niedrige Rampen.
Nicht verwendet werden: offenes Feuer, Feuerwerkskörper, brennbare Flüssigkeiten, aggressive Chemikalien, Druckbehälter, Glasbruch, scharfe Gegenstände, schwere Fallkörper, gefährliche Geschosse oder Netzspannung. Die Anlage bleibt niedrig, der Bewegungsbereich wird freigehalten und jede Station wird einzeln getestet.
Planungsprinzip
Eine gute Schüler-Kettenreaktion besteht aus überschaubaren Modulen. Jedes Modul besitzt einen klaren Eingang und einen klaren Ausgang.
| Station | Auslöser | Vorgang | Wirkung | Sicherheitscheck |
|---|---|---|---|---|
| Rampe | Ein Ball wird freigegeben. | Der Ball rollt abwärts. | Er trifft einen leichten Becher. | Niedrige Fallhöhe, freie Rollbahn. |
| Becher | Der Ball stößt den Becher an. | Der Becher kippt. | Eine Schnur wird frei. | Nur leichter Kunststoff- oder Papierbecher. |
| Schnur | Die Schnur wird freigegeben. | Ein kleines Gewicht zieht nach unten. | Ein Hebel bewegt sich. | Sehr leichtes Gewicht, keine Quetschstelle. |
| Hebel | Die Schnur zieht. | Das Lineal kippt. | Ein Spielzeugauto wird freigegeben. | Stabiler Aufbau, keine scharfen Kanten. |
| Fahrzeug | Das Auto rollt los. | Räder wandeln Lage in Bewegung um. | Es stößt Domino-Steine an. | Kurze Strecke, keine hohe Geschwindigkeit. |
Testprotokoll
Für jede Station notierst Du vor dem Test eine Vorhersage. Danach beobachtest Du, ob der Übergang funktioniert hat. Wenn nicht, änderst Du immer nur eine oder wenige Bedingungen gleichzeitig. So kannst Du besser erkennen, welche Veränderung wirklich geholfen hat.
Ein sinnvolles Protokoll enthält die Fragen: Was sollte passieren? Was ist tatsächlich passiert? Wo lag die Abweichung? Welche Bedingung ändere ich? Warum erwarte ich dadurch eine Verbesserung?
Physikalische Vertiefung nach Jahrgangsstufe
| Niveau | Schwerpunkt | Beispiel |
|---|---|---|
| Klasse 5–7 | Beobachten und beschreiben | „Der Ball rollt die Rampe hinunter und stößt den Becher an.“ |
| Klasse 8–10 | Kräfte und Energie | „Lageenergie wird in Bewegungsenergie umgewandelt; Reibung bremst.“ |
| Klasse 11–13 | Modellieren und kritisch prüfen | „Welche Größen beeinflussen die Zuverlässigkeit des Übergangs? Welche Annahmen macht unser Modell?“ |
Vergleich mit Rube-Goldberg-Maschinen
DER LAUF DER DINGE wird häufig mit einer Rube-Goldberg-Maschine verglichen. Solche Apparaturen erledigen eine einfache Aufgabe absichtlich auf übertrieben komplizierte Weise und verwenden dabei oft eine Kette aufeinanderfolgender Auslöser.
Der Vergleich ist hilfreich, aber nicht vollständig. Bei Fischli und Weiss geht es nicht nur darum, eine funktionierende Maschine zu zeigen. Der Film macht die Dauer, die Materialität, die Unsicherheit, den Humor, das Scheitern und die filmische Inszenierung selbst zum Thema.
Datei:2019 Purdue National Chain Reaction Competition Winner.webm
Ein freies Commons-Video einer modernen Kettenreaktions-Challenge zeigt, wie technische Planung und spielerische Überkomplexität auch in anderen Kontexten zusammenkommen.
Dieses Museumsbeispiel zeigt eine große Kettenreaktionsmaschine mit physikalischen Stationen und eignet sich zum Vergleich mit DER LAUF DER DINGE.
Leitfragen zur Filmanalyse
| Bereich | Leitfrage |
|---|---|
| Kausalität | Welche sichtbare Ursache löst eine bestimmte Wirkung aus? |
| Physik | Welche Kräfte und Energieumwandlungen erkennst Du? |
| Chemie | Welche beobachtbaren Hinweise sprechen für stoffliche Veränderungen? |
| Film | Wie lenken Kamera, Ton, Dauer und Schnitt Deine Aufmerksamkeit? |
| Kunst | Warum können gewöhnliche Dinge in dieser Anordnung als Kunst wahrgenommen werden? |
| Spiel | Wo wirkt die Kette wie ein regelgebundenes Experimentieren mit Möglichkeiten? |
| Absurdität | Warum erscheint der große Aufwand zugleich komisch oder sinnlos? |
| Systemdenken | Wo ist die Kette besonders anfällig für Störungen? |
| Interpretation | Welche Aussage oder Frage könnte der Film über Ordnung, Zufall und Kontrolle eröffnen? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer führte bei DER LAUF DER DINGE Regie und entwickelte das Werk als Künstlerduo? (Peter Fischli und David Weiss) (!Rube Goldberg und Jean Tinguely) (!Pio Corradi und Marcel Duchamp) (!Charlie Chaplin und Buster Keaton)
In welchem Jahr entstand DER LAUF DER DINGE? (1987) (!1977) (!1997) (!2007)
Was kennzeichnet die Grundstruktur des Films am besten? (Ein Ereignis löst das nächste aus) (!Menschen führen lange Dialoge) (!Eine Erzählerin erklärt jede Szene) (!Unabhängige Bilder wechseln ohne Zusammenhang)
Welche Kraft spielt beim Fallen und Rollen vieler Gegenstände eine zentrale Rolle? (Schwerkraft) (!Magnetismus) (!Auftrieb) (!Radioaktivität)
Was beschreibt eine Kettenreaktion im Film besonders gut? (Eine Wirkung wird zur Ursache des nächsten Vorgangs) (!Alle Gegenstände bewegen sich gleichzeitig) (!Jede Station funktioniert ohne Auslöser) (!Die Reihenfolge der Vorgänge ist bedeutungslos)
Welche Aussage zu Energie ist physikalisch am treffendsten? (Energie wird in verschiedene Formen umgewandelt) (!Energie verschwindet nach jedem Stoß vollständig) (!Nur rollende Gegenstände besitzen Energie) (!Reibung erzeugt Energie aus dem Nichts)
Wodurch kann das Absurde im Film entstehen? (Durch den großen Aufwand für scheinbar zwecklose Abläufe) (!Durch eine klassische Liebesgeschichte) (!Durch historische Kostüme) (!Durch eine naturgetreue Tierdokumentation)
Warum ist DER LAUF DER DINGE nicht einfach ein naturwissenschaftliches Experiment? (Weil der Film auch ästhetische und künstlerische Ziele verfolgt) (!Weil im Film keine Gegenstände vorkommen) (!Weil Bewegung grundsätzlich unwissenschaftlich ist) (!Weil Kunst niemals beobachtet werden kann)
Welche Rolle spielt die Montage bei der Filmanalyse? (Sie gestaltet, wie einzelne Abschnitte als Zusammenhang wahrgenommen werden) (!Sie verhindert jede Wahrnehmung von Bewegung) (!Sie ersetzt alle physikalischen Vorgänge durch Zeichnungen) (!Sie macht den Ton vollständig überflüssig)
Welche Variante ist für eine eigene schulische Kettenreaktion am sichersten? (Eine niedrige Konstruktion aus Pappe, Bausteinen, Bällen und leichten Bechern) (!Eine Konstruktion mit offenem Feuer) (!Eine Konstruktion mit selbst gebautem Druckbehälter) (!Eine Konstruktion mit brennbarer Flüssigkeit)
Memory
| Kettenreaktion | Folge voneinander abhängiger Ereignisse |
| Schwerkraft | Ursache vieler Fall- und Rollbewegungen |
| Reibung | bremst oder ermöglicht kontrollierte Bewegung |
| Impuls | Größe zur Beschreibung bewegter Körper und von Stößen |
| Druck | Kraftwirkung bezogen auf eine Fläche |
| Verbrennung | chemische Reaktion mit Energieumsetzung |
| Montage | filmische Verbindung von Einstellungen |
| Absurdität | Wirkung durch widersprüchlichen Aufwand und scheinbare Zwecklosigkeit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schwerkraft | Ein Gegenstand fällt oder rollt eine geneigte Bahn hinunter. |
| Reibung | Eine Bewegung wird an einer Oberfläche gebremst. |
| Stoß | Ein bewegter Körper trifft einen anderen und verändert dessen Bewegung. |
| Druck | Eine Kraft wirkt auf eine bestimmte Fläche oder ein Gas wirkt auf eine Begrenzung. |
| Verbrennung | Ein brennbarer Stoff reagiert unter passenden Bedingungen und setzt Energie frei. |
| Montage | Zwei filmische Abschnitte werden so verbunden, dass ein Zusammenhang entsteht. |
| Absurdität | Ein riesiger Aufwand steht einem scheinbar kleinen oder zwecklosen Ergebnis gegenüber. |
...
Kreuzworträtsel
| Schwerkraft | Welche Kraft zieht Gegenstände zur Erde und ermöglicht viele Fallbewegungen? |
| Reibung | Welche Wirkung zwischen Oberflächen kann Bewegungen abbremsen? |
| Kausalität | Wie heißt der Zusammenhang von Ursache und Wirkung? |
| Montage | Wie heißt die filmische Verbindung verschiedener Einstellungen? |
| Druck | Welche physikalische Größe beschreibt eine Kraft bezogen auf eine Fläche? |
| Impuls | Welche Größe ist besonders wichtig beim Beschreiben von Stößen bewegter Körper? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ursache und Wirkung: Wähle eine kurze Szene aus dem Film und beschreibe in fünf Sätzen, welche Ursache jeweils welche Wirkung auslöst.
- Geräusche im Film: Notiere zehn unterschiedliche Geräuscharten, die bei Rollen, Kippen, Schwingen, Stoßen oder Fließen entstehen können, und ordne sie den sichtbaren Vorgängen zu.
- Alltagsgegenstand: Zeichne einen gewöhnlichen Gegenstand und erfinde drei ungefährliche neue Rollen, die er in einer Kettenreaktion übernehmen könnte.
- Storyboard: Entwirf auf sechs Bildern eine einfache Kettenreaktion aus Ball, Rampe, Becher, Schnur, Lineal und Bausteinen.
Standard
- Kettenreaktion planen: Baue in einer Gruppe eine sichere Kettenreaktion aus mindestens sechs Stationen. Verwendet nur leichte, ungefährliche Materialien und dokumentiert jeden Übergang als Ursache-Wirkungs-Satz.
- Physikalische Analyse: Wähle drei Stationen einer Kettenreaktion und erkläre jeweils, welche Rolle Schwerkraft, Reibung, Stoß oder Energieumwandlung spielt.
- Filmische Mittel: Drehe ein kurzes Video Deiner sicheren Kettenreaktion einmal in einer langen Einstellung und einmal mit mehreren Schnitten. Vergleiche anschließend die Wirkung.
- Fehleranalyse: Lass Deine Kettenreaktion fünfmal laufen, protokolliere jeden Abbruch und entwickle aus den Daten eine Verbesserung für die unzuverlässigste Station.
Schwer
- Systemmodell: Erstelle ein Wirkungsdiagramm mit mindestens zehn Stationen und markiere, an welchen Stellen kleine Änderungen besonders große Folgen haben können.
- Kunstinterpretation: Verfasse eine begründete Interpretation zur Frage, wie DER LAUF DER DINGE aus gewöhnlichen Dingen Kunst, Spannung und Absurdität erzeugt.
- Experiment und Kunst: Vergleiche die Arbeitsweise einer wissenschaftlichen Versuchsanordnung mit der künstlerischen Versuchsanordnung des Films. Entwickle klare Kriterien für Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Videoessay: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Videoessay über Kausalität, Kontrolle und Zufall in DER LAUF DER DINGE. Verwende nur selbst erzeugtes beziehungsweise rechtlich zulässiges Material und begründe jede Interpretation mit beobachtbaren Filmaspekten.


Lernkontrolle
- Transfer Kausalität: Ein Ball rollt eine Rampe hinunter, kippt einen Becher um und löst über eine Schnur einen Hebel aus. Erkläre, wie dieselbe Abfolge aus Sicht der Physik, der Technik und der Filmkunst unterschiedlich beschrieben werden kann.
- Systemstörung: In einer Kettenreaktion funktioniert Station 7 nur in zwei von fünf Versuchen. Entwickle einen Plan, mit dem Du die Ursache der Störung systematisch eingrenzt, ohne mehrere Bedingungen gleichzeitig zu verändern.
- Energieumwandlung: Entwirf für drei ungefährliche Stationen einer eigenen Kettenreaktion eine Energiekette und erkläre, wo Energie in Wärme, Schall oder Verformung verteilt wird.
- Kunst und Zweck: Beurteile die Aussage „Eine Maschine ist nur dann sinnvoll, wenn sie möglichst effizient arbeitet“ im Hinblick auf DER LAUF DER DINGE.
- Filmische Kausalität: Erkläre, warum die zeitliche Reihenfolge zweier Filmaufnahmen allein noch kein sicherer Beweis dafür ist, dass das erste Ereignis die Ursache des zweiten war.
- Sicherheitskonzept: Übertrage eine Szene mit Feuer oder chemischer Reaktion aus dem Film in eine ungefährliche Schüler-Version, die denselben dramaturgischen Effekt ohne Flamme, gefährliche Stoffe oder Druckbehälter erzeugt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu DER LAUF DER DINGE ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten zum Film wiedergibst, sondern Beobachtungen begründest und Zusammenhänge herstellst.
- Filmanalyse: Du kannst zentrale Merkmale von DER LAUF DER DINGE beschreiben und zwischen Beobachtung, Erklärung und Interpretation unterscheiden.
- Kausalität: Du kannst Ursache-Wirkungs-Ketten präzise darstellen und Unsicherheiten benennen.
- Physik: Du kannst passende Vorgänge mit Schwerkraft, Bewegung, Reibung, Impuls, Energie und Druck erklären.
- Chemische Reaktion: Du kannst physikalische Veränderungen und mögliche chemische Reaktionen unterscheiden, ohne sichtbare Effekte vorschnell zu deuten.
- Medienanalyse: Du kannst erklären, wie Kamera, Ton, Dauer und Montage die Wahrnehmung des Ablaufs gestalten.
- Kunstinterpretation: Du kannst Spiel, Experiment und Absurdität am Werk diskutieren und Deine Deutung mit Beobachtungen belegen.
- Technik: Du kannst eine sichere Kettenreaktion planen, testen, verbessern und dokumentieren.
- Sicherheit im Unterricht: Du kannst begründen, warum Feuer, gefährliche Chemikalien, Druckbehälter und andere riskante Elemente nicht in eine Schüler-Kettenreaktion gehören.
OERs zum Thema
Weitere verlässliche Informationsquellen
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien: DER LAUF DER DINGE
- SWISS FILMS: DER LAUF DER DINGE
- Museum of Modern Art: The Way Things Go
- San Francisco Museum of Modern Art: Der Lauf Der Dinge
- Christie’s: Der Lauf der Dinge und der über 40 Meter reichende Versuchsaufbau
- Wikimedia Commons: freie Medien zu Rube-Goldberg-Maschinen und Kettenreaktionen
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
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