Revolution und Republik 1918 19 - Baden-Württemberg

Revolution und Republik 1918 19 - Baden-Württemberg
Einleitung
Die Novemberrevolution von 1918/19 beendete im Deutschen Reich die monarchische Herrschaft und eröffnete den Weg zur ersten parlamentarischen Demokratie auf Reichsebene. Im deutschen Südwesten verlief dieser Umbruch jedoch nicht überall gleich. Wenn heute von „Baden-Württemberg 1918/19“ gesprochen wird, ist das historisch eine Abkürzung: Das heutige Bundesland Baden-Württemberg entstand erst 1952. Im Jahr 1918 bestanden im Südwesten unter anderem das Großherzogtum Baden, das Königreich Württemberg und die zu Preußen gehörenden Hohenzollernschen Lande.
In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie aus den Monarchien Baden und Württemberg republikanische Staaten wurden. Du lernst die wichtigsten Akteure, Konflikte und Entscheidungen kennen und vergleichst zwei Wege in die Demokratie. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie gelang der politische Übergang von der Monarchie zur Republik – und warum setzte sich am Ende das parlamentarische Modell gegenüber einer dauerhaften Räteherrschaft durch?

Der Südwesten vor dem Umbruch
Baden und Württemberg waren bis 1918 eigenständige Bundesstaaten des Deutschen Kaiserreichs. Baden war ein Großherzogtum, Württemberg ein Königreich. Beide besaßen Parlamente und Verfassungen, blieben aber Monarchien. Der Monarch war also weiterhin ein zentraler Bestandteil der Staatsordnung.
Die Karten helfen Dir, die historischen Räume einzuordnen. Achte darauf, dass die Grenzen nicht mit dem heutigen Baden-Württemberg übereinstimmen.


Ausgangslage im Herbst 1918
Nach mehr als vier Jahren Erstem Weltkrieg war die Lage angespannt. Millionen Menschen waren gefallen oder verwundet worden. Hunger, Mangelwirtschaft, Kriegsmüdigkeit und die absehbare militärische Niederlage erschütterten das Vertrauen in die politische Führung. Ende September 1918 verlangte die Oberste Heeresleitung Waffenstillstandsverhandlungen. Gleichzeitig sollte das politische System parlamentarischer werden, damit die neue Regierung gegenüber den westlichen Gegnern glaubwürdiger auftreten konnte.
Eine wichtige Rolle spielte Max von Baden, der aus dem badischen Fürstenhaus stammte und am 3. Oktober 1918 Reichskanzler wurde. Seine Regierung leitete Reformen ein, konnte den revolutionären Umbruch aber nicht mehr verhindern.

Die Revolution begann nicht in Baden oder Württemberg, sondern breitete sich von den Matrosenaufständen an der Nordseeküste über zahlreiche Städte des Reichs aus. Am 9. November 1918 erreichte der Umbruch Berlin. Die Monarchie auf Reichsebene brach zusammen, und die Republik wurde ausgerufen. Diese Ereignisse wirkten als Beschleuniger für die Entwicklungen in den deutschen Ländern.
Parlament oder Räte? Der zentrale politische Konflikt
In vielen Städten bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Sie entstanden aus revolutionären Versammlungen und beanspruchten politische Mitsprache oder sogar politische Macht. Unter ihren Anhängern bestanden unterschiedliche Vorstellungen: Manche wollten die Räte nur als Übergangsorgane, andere strebten eine dauerhafte Räteordnung an.
Dem stand das Modell der parlamentarischen Demokratie gegenüber. In diesem Modell sollten allgemeine Wahlen eine verfassunggebende Versammlung hervorbringen. Diese sollte eine Verfassung beschließen, ein Parlament legitimieren und eine von diesem Parlament abhängige Regierung bilden.
Der Gegensatz war also nicht einfach „Demokratie gegen Diktatur“. Auch Teile der Rätebewegung verstanden sich als demokratisch. Umstritten war vielmehr, wie politische Herrschaft legitimiert und organisiert werden sollte: durch gewählte Parlamente für die gesamte Bevölkerung oder durch Räte, die vor allem aus Betrieben, Garnisonen und revolutionären Gruppen hervorgingen.

Der Umbruch in Baden
Von der großherzoglichen Monarchie zur Freien Volksrepublik
In Baden entstanden Anfang November 1918 in mehreren Städten Arbeiter- und Soldatenräte, unter anderem in Lahr, Offenburg, Mannheim und Karlsruhe. Der Druck auf die alte Staatsführung nahm rasch zu. Am 10. November schlossen sich in Karlsruhe Vertreter des Wohlfahrtsausschusses und des Arbeiter- und Soldatenrats zu einer vorläufigen Volksregierung zusammen. Ihr Vorsitzender wurde der Sozialdemokrat Anton Geiß. Bemerkenswert ist, dass diese Regierung breit zusammengesetzt war: Neben SPD und USPD waren auch bürgerliche Parteien beteiligt.
Am 13. November verzichtete Großherzog Friedrich II. zunächst auf die Ausübung der Regierungsgewalt. Am 14. November legte die neue Regierung die künftige Staatsform fest und erklärte Baden zur Freien Volksrepublik. Den endgültigen Thronverzicht erklärte Friedrich II. am 22. November 1918.

| Zeitpunkt | Politischer Schritt in Baden |
|---|---|
| Anfang November 1918 | Arbeiter- und Soldatenräte entstehen in mehreren Städten. |
| 10. November 1918 | Bildung einer vorläufigen Volksregierung unter Anton Geiß. |
| 13. November 1918 | Friedrich II. verzichtet vorläufig auf die Regierungsgewalt. |
| 14. November 1918 | Baden wird als Freie Volksrepublik bezeichnet. |
| 22. November 1918 | Friedrich II. erklärt den endgültigen Thronverzicht. |
| 5. Januar 1919 | Wahl der verfassunggebenden badischen Nationalversammlung. |
| 13. April 1919 | Die neue badische Verfassung wird in einer Volksabstimmung angenommen. |
Revolution auf der Straße und Macht in den Institutionen
Der Übergang verlief in Baden im Vergleich zu manchen anderen Teilen des Reichs zunächst relativ geordnet. Das bedeutete aber nicht, dass es keine Konflikte gab. Arbeiter- und Soldatenräte bauten zeitweise eigene Machtstrukturen auf. Besonders 1919 kam es erneut zu Streiks, Demonstrationen und revolutionären Unruhen. Die entscheidende Frage blieb, ob die Räte eine dauerhafte politische Ordnung bilden oder ob gewählte Parlamente die Staatsgewalt übernehmen sollten.
Das Foto bewaffneter Soldaten vor dem Karlsruher Innenministerium zeigt, wie eng politische Neuordnung und militärische Präsenz in dieser Übergangszeit miteinander verbunden waren.

Wahl, Frauenwahlrecht und Verfassung in Baden
Am 5. Januar 1919 wurde die verfassunggebende badische Nationalversammlung gewählt. Frauen konnten in Baden dabei erstmals aktiv wählen und selbst gewählt werden. Neun Frauen zogen in die Nationalversammlung ein. Bei ihrer konstituierenden Sitzung am 15. Januar hielt die DDP-Abgeordnete Marianne Weber als erste Frau eine Rede in einem deutschen Parlament.
Die Parteien der später so genannten Weimarer Koalition – Zentrum, SPD und DDP – erhielten gemeinsam eine sehr große Mehrheit. Damit bekam der parlamentarische Weg eine starke demokratische Legitimation. Die USPD blieb dagegen ohne Mandat. Die neue badische Verfassung wurde im Frühjahr 1919 ausgearbeitet und am 13. April in einer Volksabstimmung angenommen. Baden gehörte damit zu den besonders frühen Beispielen demokratischer Verfassungsgebung in Deutschland.

Der Umbruch in Württemberg
Revolution in Stuttgart und Bildung der Volksregierung
Auch in Württemberg verschärfte sich die Lage Anfang November 1918. In Stuttgart kam es zu Demonstrationen und revolutionären Aktionen. Am 9. November entstand eine provisorische Landesregierung, in der zunächst Mehrheitssozialdemokraten und USPD-Vertreter zusammenarbeiteten. Eine zentrale Figur war Wilhelm Blos, der später Staatspräsident wurde. Der Stuttgarter Arbeiter- und Soldatenrat und Teile des Militärs unterstützten die neue Regierung.
Bereits am 11. November erklärte die Regierung die Revolution für beendet. Damit wollte sie deutlich machen, dass die weitere Neuordnung nicht durch eine dauerhafte revolutionäre Doppelherrschaft, sondern durch eine verfassungsmäßige parlamentarische Ordnung erfolgen sollte.

Das Ende der württembergischen Monarchie
König Wilhelm II. stimmte am 10. November der Auflösung der letzten königlichen Regierung zu. Am 16. November entband er die Beamten von ihrem Treueeid. Den formalen Thronverzicht erklärte er am 30. November 1918. Württemberg wurde damit endgültig zum republikanischen Staat.

| Zeitpunkt | Politischer Schritt in Württemberg |
|---|---|
| Anfang November 1918 | Revolutionäre Unruhen und politische Mobilisierung nehmen in Stuttgart zu. |
| 9. November 1918 | Bildung einer provisorischen Landesregierung. |
| 11. November 1918 | Die Regierung erklärt die Revolution für beendet. |
| 30. November 1918 | König Wilhelm II. erklärt seinen Thronverzicht. |
| 12. Januar 1919 | Wahl der verfassunggebenden Landesversammlung. |
| 7. März 1919 | Wilhelm Blos wird zum Staatspräsidenten gewählt. |
| Frühjahr 1919 | Die parlamentarische Ordnung wird verfassungsrechtlich ausgestaltet. |
| 25. September 1919 | Die Verfassung des freien Volksstaats Württemberg tritt in Kraft. |
Rätebewegung, Wahlen und parlamentarische Republik
Auch in Württemberg war der politische Ausgang nicht von Anfang an sicher. Spartakistische und linksrevolutionäre Gruppen wollten die Macht der Räte ausbauen. Im Januar und Frühjahr 1919 kam es zu Demonstrationen, Generalstreiks und teilweise gewaltsamen Zusammenstößen. Die Mehrheit der politischen Kräfte setzte jedoch auf Wahlen und eine parlamentarische Verfassung.
Am 12. Januar 1919 wählte die Bevölkerung eine verfassunggebende Landesversammlung. Auch hier galt das neue Wahlrecht für Frauen. Die Parteien der parlamentarischen Mitte und der Sozialdemokratie erhielten eine klare Mehrheit. Am 7. März wurde Wilhelm Blos zum Staatspräsidenten gewählt. Die neue Verfassung machte Württemberg zu einer parlamentarischen Republik, dem freien Volksstaat Württemberg.


Baden und Württemberg im Vergleich
Baden und Württemberg gingen beide von der Monarchie zur Republik über. In beiden Ländern entstanden Arbeiter- und Soldatenräte. In beiden Ländern mussten sich politische Akteure zwischen Rätemodell und parlamentarischer Demokratie positionieren. Und in beiden Ländern entschieden schließlich allgemeine Wahlen über die Legitimation der neuen Ordnung.
Trotz dieser Gemeinsamkeiten gab es Unterschiede. In Baden spielte eine breit zusammengesetzte Fünf-Parteien-Regierung eine wichtige Rolle. Die Freie Volksrepublik wurde bereits Mitte November 1918 proklamiert, und die Verfassung erhielt 1919 zusätzlich die Zustimmung in einer Volksabstimmung. In Württemberg stabilisierte sich die provisorische Regierung unter Wilhelm Blos sehr rasch und erklärte die Revolution schon am 11. November für beendet. Dennoch kam es auch dort 1919 zu heftigen Konflikten mit radikaleren Kräften.
| Vergleichsaspekt | Baden | Württemberg |
|---|---|---|
| Monarchie bis 1918 | Großherzogtum | Königreich |
| Bedeutender Monarch | Friedrich II. | Wilhelm II. |
| Zentrale republikanische Führung | Anton Geiß | Wilhelm Blos |
| Revolutionäre Organe | Arbeiter- und Soldatenräte in mehreren Städten | Arbeiter- und Soldatenrat besonders in Stuttgart |
| Verfassunggebende Wahl | 5. Januar 1919 | 12. Januar 1919 |
| Staatsform | Freie Volksrepublik Baden | Freier Volksstaat Württemberg |
| Besonderheit | Verfassung durch Volksabstimmung bestätigt | rasche parlamentarische Stabilisierung unter der Regierung Blos |
Demokratischer Neubeginn und seine Grenzen
Die Revolution von 1918/19 brachte einen tiefgreifenden politischen Wandel. Die Monarchen verloren ihre staatliche Stellung, Parlamente wurden auf Grundlage eines stark erweiterten Wahlrechts gewählt, und Frauen erhielten erstmals umfassende politische Wahlrechte. Staatliche Macht sollte nun von demokratischer Legitimation ausgehen.
Gleichzeitig war der Neubeginn widersprüchlich. Die junge Demokratie entstand in einer Situation von Kriegsniederlage, wirtschaftlicher Not, politischer Polarisierung und Gewalt. Viele frühere Beamte, Militärs und gesellschaftliche Eliten blieben in ihren Positionen. Linksrevolutionäre Gruppen sahen ihre weitergehenden Ziele als verraten an, während monarchistische und nationalistische Kräfte die Republik von rechts ablehnten. Die neue Ordnung war also demokratischer als die Monarchien vor 1918, aber keineswegs konfliktfrei oder von allen akzeptiert.
Für Baden und Württemberg ist wichtig: Die parlamentarische Demokratie setzte sich nicht automatisch durch. Sie gewann an Stärke, weil Wahlen stattfanden, Parteien Koalitionen bildeten, Verfassungen geschaffen wurden und große Teile der Bevölkerung diese Verfahren nutzten. Gerade deshalb eignet sich die Revolution im Südwesten gut, um über die Bedeutung von Legitimation, Kompromiss, Verfassung und politischer Beteiligung nachzudenken.
Warum das Thema für Baden-Württemberg heute wichtig ist
Die heutige Landesgeschichte Baden-Württembergs lässt sich nicht verstehen, wenn man Baden und Württemberg rückwirkend zu einem Staat macht. 1918/19 existierten verschiedene politische Räume mit eigenen Traditionen. Gleichzeitig zeigen beide Fälle gemeinsame Erfahrungen: den Zusammenbruch monarchischer Herrschaft, die Suche nach einer neuen Legitimation, den Streit um politische Beteiligung und die Entstehung republikanischer Verfassungen.
Damit gehört die Revolution 1918/19 zur Vorgeschichte der Demokratie im Südwesten. Sie zeigt, dass demokratische Institutionen nicht nur „eingeführt“ werden, sondern gesellschaftlich ausgehandelt, akzeptiert und geschützt werden müssen.
Zentrale Begriffe
- Novemberrevolution: Revolutionärer Umbruch am Ende des Ersten Weltkriegs, der 1918/19 die Monarchien im Deutschen Reich beendete.
- Arbeiter- und Soldatenrat: Revolutionäres Vertretungsorgan von Arbeitern und Soldaten, das 1918 zeitweise politische Macht beanspruchte.
- Parlamentarische Demokratie: Politisches System, in dem eine gewählte Volksvertretung zentrale Gesetzgebungs- und Kontrollfunktionen besitzt und die Regierung vom Vertrauen des Parlaments abhängt.
- Räterepublik: Staatsmodell, in dem politische Macht wesentlich über Räte organisiert werden soll.
- Volkssouveränität: Grundsatz, dass staatliche Herrschaft vom Volk ausgeht.
- Frauenwahlrecht: Aktives und passives Wahlrecht von Frauen; 1918/19 ein entscheidender Schritt zur politischen Gleichberechtigung.
- Verfassunggebende Versammlung: Gewählte Versammlung mit dem Auftrag, eine neue staatliche Grundordnung zu beraten und zu beschließen.
Quellen und Vertiefung
- LEO-BW: Baden zu Beginn der Weimarer Republik bietet landesgeschichtliche Quellen und Einordnungen zum Umbruch in Baden.
- LEO-BW: Staatsorganisation in Württemberg erläutert Regierungsbildung, Wahl und Verfassungsentwicklung.
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Revolution im November 1918 in Württemberg bietet Material für Sekundarstufe I und II.
- Haus der Geschichte Baden-Württemberg: Vertrauensfragen vertieft den demokratischen Neubeginn im Südwesten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum ist die Bezeichnung Baden-Württemberg für das Jahr 1918 historisch ungenau? (Baden und Württemberg waren damals eigenständige Staaten) (!Baden-Württemberg war damals ein Teil Bayerns) (!Baden-Württemberg entstand bereits 1871) (!Baden und Württemberg gehörten damals zu Frankreich)
Welcher Grundkonflikt prägte die politische Neuordnung 1918/19? (Parlamentarische Demokratie oder dauerhafte Räteherrschaft) (!Absolutismus oder Feudalismus) (!Kolonialreich oder Stadtstaat) (!Kirchenstaat oder Militärdiktatur)
Was entstand in Baden am 10. November 1918? (Eine vorläufige Volksregierung) (!Ein neues Großherzogtum) (!Eine französische Militärregierung) (!Ein nationalsozialistischer Landtag)
Welche Staatsform verkündete die badische Regierung im November 1918? (Freie Volksrepublik) (!Kaiserreich) (!Herzogtum) (!Bundesrepublik)
Wer wurde zu einer zentralen politischen Figur des neuen Württemberg? (Wilhelm Blos) (!Otto von Bismarck) (!Friedrich Barbarossa) (!Konrad Adenauer)
Was tat König Wilhelm II. von Württemberg am 30. November 1918? (Er erklärte seinen Thronverzicht) (!Er wurde Reichspräsident) (!Er rief die Räterepublik aus) (!Er vereinigte Baden und Württemberg)
Welche demokratische Neuerung war bei der badischen Wahl vom Januar 1919 besonders wichtig? (Frauen konnten wählen und gewählt werden) (!Nur Soldaten durften wählen) (!Das Wahlrecht wurde auf Adlige beschränkt) (!Wahlen wurden vollständig abgeschafft)
Was wurde in Württemberg am 12. Januar 1919 gewählt? (Eine verfassunggebende Landesversammlung) (!Ein neuer König) (!Der Bundespräsident) (!Ein europäisches Parlament)
Wodurch wurde die badische Verfassung 1919 zusätzlich legitimiert? (Durch eine Volksabstimmung) (!Durch die Ernennung des Großherzogs) (!Durch einen päpstlichen Erlass) (!Durch ein Militärgericht)
Warum verloren die Arbeiter- und Soldatenräte 1919 an politischer Bedeutung? (Gewählte Parlamente und Regierungen übernahmen die dauerhafte staatliche Legitimation) (!Alle Parteien wurden verboten) (!Die Monarchen erhielten ihre volle Macht zurück) (!Baden und Württemberg traten aus Deutschland aus)
Memory
| Anton Geiß | Vorsitz der badischen Volksregierung |
| Wilhelm Blos | Staatspräsident in Württemberg |
| Freie Volksrepublik | neue Staatsbezeichnung in Baden |
| Freier Volksstaat | neue Staatsbezeichnung in Württemberg |
| Arbeiter- und Soldatenräte | revolutionäre Vertretungsorgane |
| Frauenwahlrecht | Erweiterung politischer Teilhabe |
| Volksabstimmung | Bestätigung der badischen Verfassung |
| Rotebühlkaserne | wichtiger Revolutionsort in Stuttgart |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Politische Bedeutung |
|---|---|
| Volksregierung | Übergangsregierung |
| Rätesystem | politische Ordnung auf Grundlage von Räten |
| Parlamentarismus | Herrschaft auf Grundlage gewählter Volksvertretungen |
| Thronverzicht | Ende des monarchischen Herrschaftsanspruchs |
| Verfassunggebende Versammlung | Ausarbeitung einer neuen staatlichen Grundordnung |
Kreuzworträtsel
| Geiss | Wie hieß der Vorsitzende der badischen vorläufigen Volksregierung mit Nachnamen? |
| Blos | Wie hieß der spätere württembergische Staatspräsident mit Nachnamen? |
| Karlsruhe | In welcher badischen Stadt bildete sich die vorläufige Volksregierung? |
| Stuttgart | Welche Stadt war das politische Zentrum der Revolution in Württemberg? |
| Raetesystem | Welches politische Modell stand in Konkurrenz zur parlamentarischen Demokratie? |
| Demokratie | Welche Staats- und Gesellschaftsordnung sollte durch allgemeine Wahlen legitimiert werden? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitleiste: Gestalte eine übersichtliche Zeitleiste mit je vier wichtigen Ereignissen aus Baden und Württemberg und markiere Gemeinsamkeiten.
- Kartenanalyse: Vergleiche eine Karte von Baden und Württemberg um 1918 mit dem heutigen Baden-Württemberg und erkläre drei Unterschiede.
- Begriffskarten: Erstelle Karten zu Volkssouveränität, Parlament, Rätesystem und Verfassung und formuliere zu jedem Begriff ein eigenes Beispiel.
- Quellenbild: Wähle eines der Bilder aus diesem aiMOOC und untersuche Bildausschnitt, Personen, Situation, mögliche Aussage und Grenzen der Quelle.
Standard
- Historische Zeitung: Verfasse einen fiktiven Zeitungsbericht aus Karlsruhe oder Stuttgart im November 1918 und kennzeichne klar, welche Informationen belegt und welche erzählerisch ergänzt sind.
- Audio-Beitrag: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast, in dem Du erklärst, warum sich in Baden oder Württemberg das parlamentarische Modell durchsetzte.
- Biografische Recherche: Recherchiere eine Frau, die 1919 in Baden oder Württemberg politisch aktiv war, und stelle ihre Handlungsmöglichkeiten und Grenzen dar.
- Räte oder Parlament: Führt in der Klasse eine strukturierte Debatte durch, in der Gruppen Positionen von Räten, Sozialdemokratie und bürgerlichen Parteien vertreten.
Schwer
- Quellenvergleich: Vergleiche zwei zeitgenössische Quellen zum Umbruch 1918/19 und beurteile, wie politische Interessen die Darstellung der Ereignisse prägen.
- Verfassungsvergleich: Vergleiche zentrale Prinzipien der badischen und württembergischen Verfassungsordnung von 1919 mit dem heutigen Grundgesetz und arbeite Kontinuitäten und Unterschiede heraus.
- Spurensuche vor Ort: Untersuche in einem Stadt- oder Kreisarchiv, ob es in Deinem Ort 1918/19 Arbeiter- oder Soldatenräte, Demonstrationen, Wahlen oder andere politische Veränderungen gab, und dokumentiere Deine Ergebnisse.
- Digitale Ausstellung: Entwickle eine digitale Ausstellung mit mindestens sechs Stationen zum Thema „Demokratischer Neubeginn im Südwesten 1918/19“ und begründe die Auswahl Deiner Objekte und Quellen.


Lernkontrolle
- Kausalanalyse: Erkläre, wie Kriegsniederlage, soziale Not und politische Reformforderungen zusammenwirkten und den Umbruch in Baden und Württemberg beschleunigten.
- Vergleich: Vergleiche die Wege Badens und Württembergs in die Republik und entwickle eine begründete These dazu, welcher Unterschied politisch besonders bedeutsam war.
- Urteil: Beurteile die Aussage „Mit den Wahlen von 1919 war die Revolution beendet“. Nutze mindestens drei Argumente und berücksichtige auch die fortdauernden Konflikte.
- Transfer: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel aus 1918/19, warum Wahlen allein noch keine stabile Demokratie garantieren.
- Bedeutung: Beurteile, inwiefern das Frauenwahlrecht den Begriff der Volkssouveränität praktisch veränderte.
- Gegenwartsbezug: Erkläre, was der Vergleich von Baden und Württemberg über die Bedeutung regionaler politischer Traditionen in einem föderalen Staat zeigt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Daten wiedergeben, sondern historische Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch auswerten kannst.
- Du kannst erläutern, warum Baden-Württemberg als Bundesland 1918/19 noch nicht existierte.
- Du kannst Ursachen und Auslöser der Revolution 1918/19 miteinander verknüpfen.
- Du kannst den Konflikt zwischen parlamentarischer Demokratie und Rätemodell erklären.
- Du kannst die politischen Umbrüche in Baden und Württemberg chronologisch und vergleichend darstellen.
- Du kannst die Rollen von Anton Geiß, Wilhelm Blos, Friedrich II. von Baden und Wilhelm II. von Württemberg einordnen.
- Du kannst die Bedeutung von Frauenwahlrecht, verfassunggebenden Wahlen und Verfassungen für die demokratische Legitimation beurteilen.
- Du kannst erklären, weshalb die neue Demokratie trotz wichtiger Fortschritte politisch verletzlich blieb.
- Du kannst historische Bilder, Texte oder politische Dokumente nach Urheber, Entstehungssituation, Aussageabsicht und Aussagegrenzen untersuchen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
Die Revolution und Republikgründung 1918/19 verbindet Landesgeschichte mit der Geschichte der Weimarer Republik, der Entwicklung demokratischer Verfassungen, dem Frauenwahlrecht und der Frage nach politischer Legitimation.
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