Großherzogtum Baden

Großherzogtum Baden
Einleitung
Das Großherzogtum Baden bestand von 1806 bis 1918. Es war ein Staat im deutschen Südwesten mit der Hauptstadt Karlsruhe. Sein Gebiet reichte in einem langen Streifen vom Raum Mannheim und Heidelberg im Norden über den Oberrhein und den Schwarzwald bis zum Bodensee im Süden. Dabei ist wichtig: Das Großherzogtum Baden war nicht identisch mit dem heutigen Baden-Württemberg. Württemberg war im 19. Jahrhundert ein eigenes Königreich. Erst 1952 wurden badische und württembergische Landesteile gemeinsam mit Württemberg-Hohenzollern zum neuen Bundesland Baden-Württemberg verbunden.
Baden ist für die deutsche Geschichte besonders interessant, weil hier mehrere Entwicklungen des 19. Jahrhunderts gut beobachtet werden können: die Entstehung moderner Staaten nach der Zeit Napoleons, der Übergang von der Fürstenherrschaft zur konstitutionellen Monarchie, die Ausbreitung des Liberalismus, die Revolution von 1848/49, die Industrialisierung, gesellschaftliche Reformen und schließlich die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871.

Die Karte zeigt die auffällige Form Badens. Das Land war langgestreckt und berührte sehr unterschiedliche Landschaften und Regionen. Das erschwerte die staatliche Integration, bot durch den Rhein aber auch große wirtschaftliche Chancen.

Entstehung des Großherzogtums
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts veränderte Napoleon Bonaparte die politische Landkarte Europas grundlegend. Viele kleine Herrschaftsgebiete des alten Heiligen Römischen Reiches verschwanden oder wurden größeren Staaten zugeschlagen. Baden gehörte zu den Gewinnern dieser Neuordnung. Sein Gebiet vergrößerte sich stark.
1806 wurde aus dem bisherigen badischen Kurfürstentum das Großherzogtum Baden. Erster Großherzog war Karl Friedrich. Die neue Staatsführung musste nun Gebiete zusammenführen, die zuvor unterschiedlichen Herrschaften, Traditionen und Konfessionen angehört hatten. Staatliche Verwaltung, Gerichte, Steuern und Gesetze mussten vereinheitlicht werden.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft blieb Baden bestehen. 1815 trat es dem Deutschen Bund bei. Dieser war kein deutscher Nationalstaat, sondern ein Zusammenschluss zahlreicher deutscher Einzelstaaten.

Staat und Verfassung
Die Verfassung von 1818
Am 22. August 1818 erhielt Baden eine geschriebene Verfassung. Für ihre Zeit galt sie als vergleichsweise liberal. Baden wurde damit zu einer konstitutionellen Monarchie. Das bedeutete: Der Großherzog blieb Staatsoberhaupt und besaß weiterhin große Macht, musste seine Herrschaft aber innerhalb einer Verfassungsordnung ausüben.
Die Verfassung enthielt Rechte der Bürger, etwa die Gleichheit vor dem Gesetz, Schutz des Eigentums sowie Gewissens- und Religionsfreiheit. Gleichzeitig waren diese Rechte noch weit von den heutigen Grundrechten einer parlamentarischen Demokratie entfernt. Der Monarch ernannte die Regierung, verfügte über starke politische Befugnisse und konnte die Gesetzgebung wesentlich beeinflussen.

Die Karlsruher Verfassungssäule erinnerte an die badische Verfassung. Solche Denkmäler zeigen, dass die Verfassung zu einem wichtigen Bestandteil der politischen Identität Badens wurde.
Die Badische Ständeversammlung
Die Verfassung schuf mit der Badischen Ständeversammlung ein Parlament mit zwei Kammern. In der Ersten Kammer saßen vor allem Angehörige des Hochadels, kirchliche Würdenträger und weitere privilegierte Mitglieder. Die Zweite Kammer bestand aus gewählten Abgeordneten.
Die Wahlen zur Zweiten Kammer waren indirekt und nur Männer konnten politisch teilnehmen. Damit war Baden keine Demokratie im heutigen Sinn. Trotzdem entwickelte sich die Zweite Kammer zu einem wichtigen Ort politischer Debatten. Liberale Abgeordnete forderten mehr Bürgerrechte, Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und eine stärkere Beteiligung des Parlaments.

Das Karlsruher Ständehaus war ab 1822 Sitz des badischen Parlaments.

Die Darstellung der Ständeversammlung macht sichtbar, wie politische Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert zunehmend in Parlamente einzog.
Gesellschaft im Wandel
Das Großherzogtum war zu Beginn des 19. Jahrhunderts überwiegend von Landwirtschaft und Handwerk geprägt. Ein großer Teil der Bevölkerung lebte auf dem Land. Gleichzeitig entstanden in Städten wie Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg, Pforzheim und Freiburg neue wirtschaftliche und politische Zentren.
Die Gesellschaft war konfessionell vielfältig. Durch die Gebietsgewinne lebten viele Katholiken und Protestanten im selben Staat. Auch jüdische Gemeinden gehörten zur badischen Gesellschaft. Ihre rechtliche Stellung verbesserte sich schrittweise, doch Gleichberechtigung entstand nicht sofort. 1862 wurde die weitgehende bürgerliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung gesetzlich verwirklicht. Gesellschaftliche Vorurteile und Antisemitismus verschwanden dadurch jedoch nicht.
Auch die wirtschaftlichen Veränderungen waren bedeutend. Die Rheinbegradigung, neue Straßen und vor allem der Ausbau der Eisenbahn erleichterten Handel und Mobilität. 1840 begann mit der Verbindung Mannheim–Heidelberg der Eisenbahnverkehr in Baden. Im Verlauf des Jahrhunderts wurden der industrialisierte Norden und der Süden des Landes immer stärker verbunden.


Industrialisierung bedeutete aber nicht nur technischen Fortschritt. Sie veränderte Arbeitswelten, Städte und soziale Beziehungen. Fabrikarbeit gewann an Bedeutung, während viele traditionelle Handwerksbetriebe unter Konkurrenzdruck gerieten. Bevölkerungswachstum, Armut und wirtschaftliche Krisen führten zudem dazu, dass zahlreiche Menschen Baden verließen und auswanderten.
Liberalismus und politische Öffentlichkeit
Baden entwickelte sich im Vormärz zu einem wichtigen Zentrum des deutschen Liberalismus. In der Zweiten Kammer diskutierten Politiker über Verfassungsrechte, Steuern, Pressefreiheit und die Grenzen monarchischer Macht. Zeitungen, Vereine und politische Versammlungen trugen dazu bei, dass immer mehr Menschen über staatliche Fragen diskutierten.
Liberale wollten meist eine Verfassung, Bürgerrechte und einen deutschen Nationalstaat, ohne die Monarchie unbedingt abzuschaffen. Radikale Demokraten gingen weiter. Sie forderten stärkere Volkssouveränität und teilweise eine Republik. Dieser Unterschied zwischen gemäßigten Liberalen und Demokraten wurde in der Revolution von 1848/49 besonders deutlich.
Die Badische Revolution 1848/49
Baden wurde zu einem der wichtigsten Schauplätze der Revolution von 1848/49. Am 27. Februar 1848 fand in Mannheim eine große Volksversammlung statt. Forderungen nach Pressefreiheit, politischer Mitbestimmung, Bürgerrechten und nationaler Einheit verbreiteten sich schnell.
Der Politiker Friedrich Hecker gehörte zu den bekanntesten radikaldemokratischen Revolutionären. Im April 1848 versuchte er mit Unterstützern, eine republikanische Bewegung militärisch voranzutreiben. Der sogenannte Heckeraufstand scheiterte.

Im Jahr 1849 spitzte sich die Lage erneut zu. Nachdem die gesamtdeutsche Nationalversammlung in Frankfurt ihre Ziele nicht durchsetzen konnte, forderten Demokraten in Baden die Anerkennung der Reichsverfassung. Teile des badischen Militärs meuterten, Großherzog Leopold floh aus Karlsruhe und eine Revolutionsregierung übernahm zeitweise die Macht.
Die Revolutionäre wollten eine demokratischere Ordnung schaffen. Doch militärisch waren sie den heranrückenden preußischen und verbündeten Truppen unterlegen. Die Festung Rastatt wurde zum letzten Zentrum des Widerstands. Am 23. Juli 1849 kapitulierte sie. Damit war die Badische Revolution militärisch beendet.


Warum war die Revolution trotzdem wichtig?
Die Revolution scheiterte kurzfristig. Viele Beteiligte wurden verhaftet, verurteilt oder gingen ins Exil. Dennoch verschwanden ihre Ideen nicht. Forderungen nach Grundrechten, nationaler Einheit, Parlamentarismus und Volkssouveränität wirkten weiter.
Für die politische Bildung ist deshalb wichtig, zwischen Scheitern im Moment und langfristiger Wirkung zu unterscheiden. Die Revolution von 1848/49 schuf nicht sofort eine deutsche Demokratie, aber sie prägte politische Traditionen, an die spätere Generationen anknüpften.
Reformen nach 1849
Nach der Niederschlagung der Revolution wurde die politische Entwicklung zunächst wieder stärker kontrolliert. In den 1860er Jahren setzte jedoch eine neue liberale Reformphase ein. Regierung und parlamentarische Mehrheit arbeiteten enger zusammen.
1862 wurde die Stellung der jüdischen Bevölkerung rechtlich deutlich verbessert. Im selben Jahrzehnt wurden wirtschaftliche Freiheiten erweitert und moderne staatliche Einrichtungen ausgebaut. Baden führte 1863 eine Verwaltungsgerichtsbarkeit ein und gehörte damit zu den Vorreitern eines moderneren Rechtsstaats.
Gleichzeitig kam es zu Konflikten zwischen Staat und katholischer Kirche. Dieser badische Kulturkampf zeigt, dass Modernisierung nicht automatisch friedlich verlief. Der Staat versuchte, seinen Einfluss auf Schule, Bildung und kirchliche Angelegenheiten zu vergrößern, während kirchliche Kräfte ihre Selbstständigkeit verteidigten.
Baden und die deutsche Einigung
Im Konflikt zwischen Preußen und Österreich stand Baden 1866 zunächst auf der österreichischen Seite. Nach dem preußischen Sieg änderte sich die politische Lage. Baden näherte sich Preußen an.
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kämpften badische Truppen an der Seite des Norddeutschen Bundes. 1871 wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet. Baden blieb als Bundesstaat bestehen, verlor aber einen großen Teil seiner bisherigen außenpolitischen und militärischen Selbstständigkeit.

Großherzog Friedrich I. regierte von 1856 bis 1907. Seine lange Regierungszeit umfasste die liberale Reformphase, die deutsche Einigung und einen großen Teil der Industrialisierung.

Politik und Gesellschaft im Kaiserreich
Nach 1871 blieb Baden eine Monarchie mit eigenem Landtag und eigener Landesverwaltung, war aber zugleich Teil des Deutschen Reiches. Politische Parteien gewannen an Bedeutung. Liberale, das katholische Zentrum und später die Sozialdemokratie prägten die Auseinandersetzungen.
Das Wahlrecht wurde schrittweise verändert. Seit 1904 wurden die Abgeordneten der Zweiten Kammer direkt gewählt. Trotzdem blieb Baden bis 1918 eine Monarchie, in der der Großherzog und die von ihm eingesetzte Regierung eine stärkere Stellung besaßen als Regierungen in heutigen parlamentarischen Demokratien.
Wirtschaftlich entwickelte sich Baden weiter. Mannheim wurde ein bedeutendes Industrie- und Handelszentrum. Karlsruhe wuchs als Hauptstadt und Verwaltungsstadt. Pforzheim war für Schmuck- und Metallwaren bekannt, während im Schwarzwald und im Süden Textilindustrie, Uhrenproduktion, Landwirtschaft und Fremdenverkehr wichtige Rollen spielten.

Das historische Karlsruhe um 1900 zeigt, wie stark sich Städte im Zeitalter von Eisenbahn, Verwaltung und Industrialisierung veränderten.
Das Ende des Großherzogtums 1918
Der Erste Weltkrieg belastete Staat und Gesellschaft schwer. Die Niederlage des Deutschen Reiches führte 1918 zur Novemberrevolution. Auch in Baden endete die Monarchie. Großherzog Friedrich II. verzichtete auf den Thron.
Aus dem Großherzogtum wurde die Republik Baden. Die territoriale Tradition Badens blieb also bestehen, doch die Staatsform wechselte von der Monarchie zur Republik.
Vom historischen Baden zu Baden-Württemberg
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das frühere Baden durch die Besatzungszonen geteilt. Der nördliche Teil gehörte zum Land Württemberg-Baden, der südliche Teil bildete das Land Baden. Daneben bestand Württemberg-Hohenzollern.
Am 25. April 1952 wurden diese drei Länder zum neuen Bundesland Baden-Württemberg vereinigt. Das historische Großherzogtum Baden ist deshalb ein wichtiger Teil der Landesgeschichte Baden-Württembergs, aber nur einer ihrer Bestandteile.
Überblick: Politische Entwicklung
| Phase | Kennzeichen |
|---|---|
| Napoleonische Neuordnung | 1806 entsteht das Großherzogtum Baden und wächst zu einem größeren Territorialstaat. |
| Verfassungsstaat | 1818 erhält Baden eine Verfassung und eine Ständeversammlung mit zwei Kammern. |
| Vormärz | Liberalismus, politische Öffentlichkeit und Forderungen nach Bürgerrechten gewinnen an Bedeutung. |
| Revolution 1848/49 | Liberale und Demokraten fordern Freiheit, nationale Einheit und teilweise eine Republik. |
| Reformphase | In den 1860er Jahren werden Rechtsstaat, wirtschaftliche Freiheiten und bürgerliche Gleichstellung ausgebaut. |
| Deutsches Kaiserreich | Ab 1871 ist Baden Bundesstaat im Deutschen Reich und verliert einen Teil seiner Souveränität. |
| Revolution 1918 | Die Monarchie endet und Baden wird Republik. |
| Südweststaat | 1952 geht die badische Staatstradition gemeinsam mit württembergischen Gebieten im neuen Baden-Württemberg auf. |
Zentrale Begriffe
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Großherzogtum | Monarchischer Staat, dessen Staatsoberhaupt den Titel Großherzog trägt. |
| Konstitutionelle Monarchie | Monarchie, in der die Herrschaft durch eine Verfassung rechtlich begrenzt wird. |
| Liberalismus | Politische Strömung, die im 19. Jahrhundert unter anderem Bürgerrechte, Verfassungen und Rechtsstaatlichkeit forderte. |
| Volkssouveränität | Grundsatz, nach dem die staatliche Herrschaft vom Volk ausgeht. |
| Industrialisierung | Wandel von einer überwiegend agrarischen und handwerklichen Wirtschaft zu einer stärker maschinellen und industriellen Produktion. |
| Bundesstaat | Staat, in dem mehrere Gliedstaaten zu einem Gesamtstaat verbunden sind. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Jahr entstand das Großherzogtum Baden? (1806) (!1818) (!1848) (!1871)
Welche Stadt war Hauptstadt des Großherzogtums Baden? (Karlsruhe) (!Stuttgart) (!Freiburg) (!Mannheim)
Was geschah in Baden im Jahr 1818? (Baden erhielt eine Verfassung) (!Baden wurde Teil des Deutschen Kaiserreichs) (!Die Monarchie wurde abgeschafft) (!Baden-Württemberg wurde gegründet)
Wie war die Badische Ständeversammlung aufgebaut? (Sie bestand aus zwei Kammern) (!Sie bestand nur aus einem direkt gewählten Parlament) (!Sie war eine Versammlung aller Einwohner) (!Sie war ein Gericht)
Welche politische Strömung war im Baden des Vormärz besonders einflussreich? (Liberalismus) (!Absolutismus) (!Nationalsozialismus) (!Kommunismus)
Wofür kämpften viele badische Revolutionäre 1848 und 1849? (Für mehr politische Freiheit und demokratische Mitbestimmung) (!Für die Rückkehr zum mittelalterlichen Feudalsystem) (!Für die Abschaffung aller Parlamente) (!Für die Teilung Badens in Kleinstaaten)
Welcher Ort wurde 1849 zum letzten wichtigen Zentrum der Badischen Revolution? (Rastatt) (!Konstanz) (!Ulm) (!Tübingen)
Welche Entwicklung gehört zur badischen Reformpolitik der 1860er Jahre? (Die rechtliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung wurde wesentlich erweitert) (!Die Verfassung von 1818 wurde vollständig aufgehoben) (!Das Großherzogtum trat aus allen deutschen Bündnissen aus) (!Die Eisenbahn wurde verboten)
Welche Stellung hatte Baden nach 1871? (Baden war Bundesstaat im Deutschen Kaiserreich) (!Baden wurde preußische Provinz) (!Baden wurde französisches Staatsgebiet) (!Baden wurde eine unabhängige Republik)
Was geschah 1918 in Baden? (Die Monarchie endete und Baden wurde Republik) (!Das Großherzogtum wurde gegründet) (!Die Verfassung von 1818 trat erstmals in Kraft) (!Baden-Württemberg wurde gegründet)
Memory
| Großherzog | monarchisches Staatsoberhaupt |
| Karlsruhe | badische Hauptstadt |
| Ständeversammlung | Zweikammerparlament |
| Friedrich Hecker | Revolutionsführer |
| Rastatt | letztes Revolutionszentrum |
| Eisenbahn | Motor der Industrialisierung |
| Gleichstellung | Reformziel von 1862 |
| Kaiserreich | Bundesstaat Baden |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Konstitutionelle Monarchie | Herrschaft des Monarchen innerhalb einer Verfassungsordnung |
| Zweite Kammer | Gewählte Abgeordnete der Ständeversammlung |
| Liberalismus | Forderung nach Bürgerrechten und Rechtsstaatlichkeit |
| Industrialisierung | Ausbau von Fabriken, Verkehr und maschineller Produktion |
| Volkssouveränität | Politische Herrschaft soll vom Volk ausgehen |
| Bundesstaat | Baden als Gliedstaat im Deutschen Kaiserreich |
Kreuzworträtsel
| Karlsruhe | Wie hieß die Hauptstadt des Großherzogtums Baden? |
| Verfassung | Welches grundlegende Staatsdokument erhielt Baden 1818? |
| Landtag | Wie nennt man allgemein ein Parlament eines deutschen Landes? |
| Hecker | Wie hieß der bekannte badische Revolutionsführer Friedrich mit Nachnamen? |
| Rastatt | Welche Festung war 1849 das letzte Zentrum der Badischen Revolution? |
| Kaiserreich | Zu welchem deutschen Gesamtstaat gehörte Baden ab 1871? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kartenanalyse: Untersuche die Karte des Großherzogtums. Beschreibe die Form des Landes und erkläre, welche Chancen und Probleme diese geografische Lage für Verkehr und Verwaltung gehabt haben könnte.
- Verfassung in eigenen Worten: Formuliere in fünf bis sieben Sätzen, was eine konstitutionelle Monarchie von einer absoluten Monarchie und von einer heutigen parlamentarischen Demokratie unterscheidet.
- Porträtanalyse: Beschreibe das Bild Friedrich Heckers. Überlege, wie Kleidung, Haltung und Darstellung die Wirkung einer politischen Person beeinflussen können.
- Alltag im Wandel: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus der Sicht eines Jugendlichen, der um 1850 erstmals mit der Eisenbahn von Mannheim nach Heidelberg fährt.
Standard
- Zeitungsseite 1849: Gestalte eine historische Zeitungsseite zur Revolution in Baden. Verwende eine Schlagzeile, einen Bericht, einen Kommentar und eine kleine Bildanalyse.
- Politische Forderungen: Vergleiche liberale und demokratische Forderungen im Vormärz. Erkläre, warum sich beide Gruppen trotz gemeinsamer Ziele auch widersprechen konnten.
- Gleichberechtigung: Recherchiere die Entwicklung der rechtlichen Stellung jüdischer Menschen in Baden. Unterscheide dabei zwischen gesetzlicher Gleichstellung und tatsächlicher gesellschaftlicher Akzeptanz.
- Regionale Spurensuche: Suche in Deiner Umgebung nach einem Bahnhof, einer Fabrik, einem Kanal, einer Brücke oder einem anderen Bauwerk des 19. Jahrhunderts. Dokumentiere seine Geschichte mit Fotos, einer Karte oder einem kurzen Video.
Schwer
- Historisches Streitgespräch: Entwickle ein Streitgespräch zwischen einem liberalen Abgeordneten, einer radikaldemokratischen Revolutionärin oder einem Revolutionär und einem Anhänger des Großherzogs. Begründe jede Position mit historischen Argumenten.
- Verfassungsvergleich: Vergleiche ausgewählte Grundideen der badischen Verfassung von 1818 mit dem Grundgesetz. Untersuche dabei besonders Volkssouveränität, Grundrechte und die Stellung der Regierung.
- Exkursion oder digitales Museum: Plane eine Exkursion zur Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in Rastatt oder erstelle alternativ eine digitale Ausstellung zur Badischen Revolution mit mindestens sechs Stationen.
- Vom Großherzogtum zum Bundesland: Produziere ein Erklärvideo, eine Podcastfolge oder eine interaktive Zeitleiste, die den Weg vom Großherzogtum Baden über die Republik Baden und die Nachkriegsstaaten bis zur Gründung Baden-Württembergs 1952 darstellt.


Lernkontrolle
- Macht und Verfassung: Erkläre anhand Badens, warum eine Verfassung allein noch keine Demokratie garantiert. Beziehe Monarch, Parlament und Wahlrecht in Deine Argumentation ein.
- Revolution und Reform: Beurteile die Aussage: „Die Badische Revolution ist gescheitert und deshalb politisch bedeutungslos.“ Entwickle mindestens zwei Gegenargumente und ein mögliches Argument für die Aussage.
- Technik und Gesellschaft: Zeige an der Eisenbahn, wie eine technische Neuerung gleichzeitig Wirtschaft, Mobilität, Städte und gesellschaftliche Beziehungen verändern kann.
- Recht und Wirklichkeit: Erkläre, warum rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Gleichbehandlung nicht dasselbe sind. Übertrage diese Unterscheidung auf ein heutiges Beispiel, ohne historische Situationen gleichzusetzen.
- Souveränität und Bundesstaat: Untersuche, was Baden durch den Beitritt zum Deutschen Kaiserreich 1871 gewann und was es an staatlicher Selbstständigkeit verlor.
- Historische Identität: Erkläre, warum die Geschichte des Großherzogtums Baden für Baden-Württemberg wichtig ist, obwohl das Großherzogtum nur einen Teil des heutigen Landes umfasste.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Entwicklungen erklären und miteinander verbinden kannst.
- Du kannst die Entstehung des Großherzogtums Baden in die napoleonische Neuordnung Europas einordnen.
- Du kannst erklären, wie die Verfassung von 1818 Staat und politische Beteiligung veränderte.
- Du kannst die Unterschiede zwischen Monarchie, konstitutioneller Monarchie und parlamentarischer Demokratie erläutern.
- Du kannst gesellschaftliche Veränderungen durch Konfession, Emanzipation, Industrialisierung und Urbanisierung beschreiben.
- Du kannst Ursachen, Verlauf und Folgen der Badischen Revolution 1848/49 beurteilen.
- Du kannst erklären, wie sich Baden nach 1849 politisch weiterentwickelte.
- Du kannst Badens Rolle bei der deutschen Einigung und seine Stellung im Kaiserreich erklären.
- Du kannst den Übergang von der Monarchie zur Republik 1918 und den späteren Bezug zu Baden-Württemberg darstellen.
- Du kannst historische Karten, Bilder und politische Darstellungen als Quellen untersuchen.
- Du kannst Kontinuitäten und Brüche zwischen dem 19. Jahrhundert und modernen demokratischen Strukturen erkennen, ohne beide Zeiten gleichzusetzen.
OERs zum Thema
Quellen und Vertiefung
- Die Badische Verfassung von 1818 – Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- Badische Revolution 1848/49 – Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- Württemberg und Baden im 19. Jahrhundert – Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- Kaiserreich in Baden-Württemberg – Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- Eisenbahn in Baden und Württemberg – LEO-BW
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