Zum Inhalt springen

Glaubensflüchtlinge und neue Heimat - Baden-Württemberg

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 13. August 2026, 16:50 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Glaubensflüchtlinge und neue Heimat - Baden-Württemberg




Einleitung

Glaubensflüchtlinge und neue Heimat – Baden-Württemberg beschäftigt sich mit Menschen, die im 17. und frühen 18. Jahrhundert wegen ihres protestantischen Glaubens ihre Heimat verlassen mussten. Besonders wichtig für den Raum des heutigen Baden-Württemberg waren Hugenotten aus Frankreich und Waldenser aus den Alpenregionen des Piemont und Savoyens. Sie flohen vor Verfolgung, suchten Schutz und bauten an neuen Orten Gemeinden auf.

Dabei musst Du eine wichtige historische Besonderheit beachten: Das Bundesland Baden-Württemberg gibt es erst seit 1952. Um 1700 war der Südwesten in verschiedene Territorien geteilt. Dazu gehörten unter anderem das Herzogtum Württemberg, die Markgrafschaft Baden-Durlach, Reichsstädte und weitere kleinere Herrschaften. Deshalb entschieden verschiedene Fürsten und Städte unterschiedlich darüber, ob Glaubensflüchtlinge aufgenommen wurden.

Die Geschichte der Glaubensflüchtlinge zeigt, wie eng Migration, Religion, Politik und Wirtschaft zusammenhängen. Für die Geflüchteten ging es zunächst um Sicherheit und die Freiheit, ihren Glauben auszuüben. Für manche Herrscher spielte zusätzlich die Hoffnung eine Rolle, entvölkerte Gebiete wieder zu besiedeln, neue Kenntnisse ins Land zu holen und die Wirtschaft zu stärken.


Warum Menschen wegen ihres Glaubens flohen

Die Hugenotten waren französische Protestanten, die überwiegend der reformierten Lehre Johannes Calvins folgten. Mit dem Edikt von Nantes von 1598 hatten sie in Frankreich begrenzte Rechte zur Religionsausübung erhalten. König Ludwig XIV. hob diese Regelungen 1685 mit dem Edikt von Fontainebleau weitgehend auf. Protestantische Kirchen wurden geschlossen oder zerstört, Gottesdienste verboten und viele Menschen unter Druck gesetzt, katholisch zu werden.

Viele Hugenotten verließen deshalb Frankreich trotz Verbots. Ihre Flucht führte unter anderem in die Schweiz, die Niederlande, nach England und in verschiedene deutsche Territorien.

Die Waldenser haben eine ältere Geschichte. Ihre Bewegung entstand bereits im 12. Jahrhundert im Umfeld von Petrus Valdes in Lyon. Im Lauf der Zeit schlossen sich Waldenser der reformierten Tradition an. Besonders in den westlichen Alpen bestanden waldensische Gemeinden. Im 17. Jahrhundert wurden auch sie wiederholt verfolgt und vertrieben. Ende des Jahrhunderts gelangten mehrere Tausend Waldenser über die Schweiz in deutsche Territorien.

Der Historiker Albert de Lange erläutert in diesem Beitrag aus dem Umfeld des Waldensermuseums Schönenberg Hintergründe der Verfolgung. Achte beim Anschauen darauf, welche Rolle Religion, Herrschaft und politische Macht spielten.


Flucht als europäische Migration

Die Flucht der Hugenotten und Waldenser war keine einfache Reise von einem Ausgangsort zu einem Ziel. Viele Familien durchquerten mehrere Länder, lebten zeitweise in Übergangsorten und mussten erneut weiterziehen. Die Schweiz war für zahlreiche Flüchtlinge eine wichtige Zwischenstation.

Ein bedeutender waldensischer Pfarrer und Anführer war Henri Arnaud. Er begleitete die Geschichte der Waldenser in einer Zeit von Verfolgung, Rückkehrversuchen und erneuter Migration. Später lebte er in Schönenberg im heutigen Enzkreis.

Für die Geflüchteten bedeutete Migration einen tiefen Einschnitt. Sie verloren Häuser, Felder, Besitz, soziale Kontakte und oft auch berufliche Möglichkeiten. Gleichzeitig versuchten sie, Sprache, Familienbindungen, Glauben und Traditionen in der neuen Umgebung zu bewahren.


Württemberg: Aufnahme aus Religion und Staatsinteresse

Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg erlaubte 1699 die Aufnahme einer größeren Zahl reformierter Glaubensflüchtlinge. Das war bemerkenswert, denn Württemberg war überwiegend lutherisch geprägt. Zwischen lutherischer und reformierter Konfession bestanden damals deutliche Unterschiede.

Der Herzog verband die Aufnahme mit politischen und wirtschaftlichen Zielen. Viele Gebiete hatten unter dem Dreißigjährigen Krieg und späteren Kriegen gelitten. Bevölkerung, Landwirtschaft und Gewerbe sollten sich erholen. Eine solche staatlich gelenkte Ansiedlungspolitik wird häufig als Peuplierung bezeichnet.

Die aufgenommenen Waldenser und Hugenotten erhielten Privilegien. Dazu gehörten Möglichkeiten zur freien Ausübung ihres reformierten Glaubens, zur Nutzung der französischen Sprache und zur eigenen Organisation ihrer Gemeinden. Solche Sonderrechte erleichterten den Start, konnten aber auch Spannungen mit bereits ansässigen Menschen hervorrufen.

Aufnahme bedeutete deshalb nicht automatisch konfliktfreie Integration. Land, Holz, Weiderechte, Steuern und wirtschaftliche Konkurrenz waren wichtige Fragen. Die Neuankömmlinge mussten sich eine Existenz aufbauen, während die einheimische Bevölkerung teilweise selbst unter den Folgen der Kriege litt.


Waldenserorte im heutigen Baden-Württemberg

Noch heute erinnern Ortsnamen, Kirchen, Familiennamen und Museen an die Ansiedlung der Waldenser. Zu den bekannten Waldenserorten im heutigen Baden-Württemberg gehören unter anderem Perouse, Neuhengstett, Pinache, Serres, Großvillars, Kleinvillars, Nordhausen und Schönenberg.

In mehreren Fällen erhielten neue Siedlungen Namen, die an die Herkunftsorte der Flüchtlinge erinnerten. Dadurch wurde ein Teil der verlorenen Heimat sprachlich in die neue Umgebung übertragen.

Der Waldenserstein in Neuhengstett erinnert an die Aufnahme der Glaubensflüchtlinge durch Herzog Eberhard Ludwig. Solche Denkmäler sind selbst historische Quellen: Sie erzählen nicht nur etwas über die Vergangenheit, sondern auch darüber, wie spätere Generationen diese Vergangenheit darstellen wollten.


Perouse, Pinache und Serres: Spuren der Herkunft

Perouse wurde 1699 als Waldenserkolonie gegründet. Der Name erinnert an einen Herkunftsort im Piemont. Auch Pinache und Serres tragen Namen, die auf frühere Heimatorte der Siedler zurückgehen.

Am Kreisverkehr in Perouse ist das Waldensermotto Lux lucet in tenebris zu sehen. Es bedeutet sinngemäß: Das Licht leuchtet in der Finsternis. Das Motto verbindet religiöse Identität mit der Erinnerung an Verfolgung und Neubeginn.

Die Siedlungen zeigen, dass Migration auch Landschaften und Ortsbilder verändern kann. Neue Häuser, Kirchen, Felder und Wege entstanden. Gleichzeitig mussten sich die neuen Gemeinden an Boden, Klima, Nachbarn und bestehende Herrschaftsstrukturen anpassen.


Baden-Durlach: Hugenotten in Friedrichstal und Welschneureut

Auch in der Markgrafschaft Baden-Durlach wurden Glaubensflüchtlinge aufgenommen. Markgraf Friedrich VII. Magnus ließ 1699 mehrere Hundert Hugenotten ansiedeln. Wichtige Siedlungsorte waren das neu gegründete Friedrichstal und Welschneureut, das heute zu Karlsruhe gehört.

Friedrichstal entstand ab 1699 auf gerodeten Flächen des Hardtwaldes. Die Hugenotten brachten nicht nur ihre reformierte Religion und französisch geprägte Kultur mit, sondern auch landwirtschaftliche Erfahrungen.

Besonders wichtig wurde der Tabakanbau. Die neuen Siedler verfügten über Saatgut und Kenntnisse im Anbau. Tabak entwickelte sich in Friedrichstal und in umliegenden Hardtgemeinden zu einem bedeutenden Erwerbszweig. Später entstanden auch Verarbeitung und Handel.

Dieses Beispiel macht deutlich: Wirtschaftliche Impulse durch Migration entstehen nicht allein dadurch, dass Menschen ankommen. Entscheidend sind Kenntnisse, verfügbare Flächen, Nachfrage, Handelsmöglichkeiten und politische Bedingungen.


Palmbach: vom Exil zur neuen Gemeinde

Der heutige Karlsruher Stadtteil Palmbach geht auf eine Waldenseransiedlung zurück. 1701 erhielten 28 Waldenserfamilien die Erlaubnis, sich auf Gebiet des damals württembergischen Grünwettersbach niederzulassen. Sie stammten aus dem Alpenraum und hatten zuvor bereits andere Zufluchtsorte aufgesucht.

Der neue Ort wurde zunächst nach einem Herkunftsort La Balme genannt. Daraus entwickelte sich später der Name Palmbach. Die Bewohner hielten lange an ihrer Sprache und reformierten Tradition fest. Erst im frühen 19. Jahrhundert setzte sich Deutsch stärker als Schul- und Verwaltungssprache durch.

Palmbach gehört heute zu Karlsruhe. Ein Waldenserweg erinnert mit Informationsstationen an Flucht, Ankunft, Religion, Landwirtschaft und Alltagsleben.

Der Beitrag zeigt die Ausstellung Wurzeln schlagen – Menschen und Pflanzen im Exil in der Waldenserkirche Palmbach. Sie verbindet Migrationsgeschichte mit Landwirtschaft, Ernährung und Kulturtransfer.


Wirtschaftliche Impulse: Chancen und Grenzen

Herrscher hofften häufig, dass Glaubensflüchtlinge neue wirtschaftliche Kräfte in ihre Länder bringen würden. Dieses Ziel entsprach der damaligen merkantilistischen Vorstellung, Bevölkerung, Produktion und Steuereinnahmen eines Territoriums zu steigern.

In Württemberg brachten einzelne Flüchtlinge Kenntnisse in Textilherstellung, Handwerk und spezialisierten Gewerben mit. Überliefert sind Tätigkeiten etwa in der Strumpfwirkerei sowie in verschiedenen handwerklichen und höfischen Berufen. Auch Versuche mit Seidenproduktion und verbesserter Wollproduktion gehörten zu solchen wirtschaftlichen Projekten.

In der Landwirtschaft werden Waldenser und Hugenotten mit der Verbreitung bestimmter Kulturpflanzen und Anbaumethoden in Verbindung gebracht. Besonders gut greifbar ist der Tabakanbau in Friedrichstal. Bei anderen Erzählungen, etwa über die Einführung der Kartoffel, solltest Du genau prüfen, ob wirklich eine einzelne Gruppe als alleinige Urheberin bezeichnet werden kann. Kulturpflanzen verbreiteten sich oft über längere Zeit durch viele verschiedene Wege.

Wirtschaftlicher Erfolg war keineswegs sicher. Viele Flüchtlinge kamen arm an. Manche Projekte scheiterten an Klima, fehlendem Kapital oder zu geringer Nachfrage. Deshalb ist die Aussage Die Glaubensflüchtlinge machten die Region reich zu einfach. Richtig ist: Sie konnten wichtige Impulse geben, doch diese wirkten je nach Ort, Beruf und Zeitraum sehr unterschiedlich.


Religion, Sprache und Integration

Die neuen Gemeinden wollten ihren reformierten Glauben bewahren. Kirchen, Pfarrer, Schulen und Gemeindestrukturen spielten deshalb eine zentrale Rolle. In vielen Waldenserorten wurde zunächst Französisch oder eine aus dem Alpenraum stammende romanische Sprache gesprochen.

Integration war ein langer Prozess. Über Generationen übernahmen die Nachkommen zunehmend die deutsche Sprache und wurden stärker in die bestehenden staatlichen und kirchlichen Strukturen eingebunden. Im 19. Jahrhundert verloren viele eigenständige reformierte Waldensergemeinden ihre Sonderstellung und gingen in größeren evangelischen Landeskirchen auf.

Trotzdem verschwanden nicht alle Spuren. Ortsnamen, Familiennamen, Kirchen, Denkmäler, Museen und lokale Feste erinnern bis heute an die Geschichte der Glaubensflüchtlinge.


Erinnerungskultur und historische Orte

In Schönenberg befindet sich das Henri-Arnaud-Haus mit dem Waldensermuseum. Es erinnert an Henri Arnaud und die Geschichte der Waldenser.

Der Vortrag behandelt die Waldenser im Zusammenhang mit dem Thema Freiheit. Überlege beim Anschauen, wie religiöse Freiheit damals verstanden wurde und worin Unterschiede zu heutigen Grundrechten bestehen.

Auch das Hugenotten- und Heimatmuseum in Friedrichstal und der Waldenserweg in Palmbach machen lokale Migrationsgeschichte sichtbar. Solche Orte sind für den Geschichtsunterricht besonders interessant, weil Du dort über Gebäude, Inschriften, Karten und Gegenstände arbeiten kannst.


Zentrale Begriffe

  1. Glaubensflüchtlinge: Menschen, die ihre Heimat wegen religiöser Verfolgung oder Bedrohung verlassen.
  2. Hugenotten: Französische Protestanten der reformierten Tradition.
  3. Waldenser: Christliche Bewegung mit Wurzeln im Mittelalter, die später zur reformierten Tradition gehörte.
  4. Peuplierung: Herrschaftspolitik zur Ansiedlung neuer Bevölkerung in schwach besiedelten oder verwüsteten Gebieten.
  5. Merkantilismus: Wirtschaftspolitische Vorstellungen der frühen Neuzeit, nach denen der Staat Bevölkerung, Produktion und Handel gezielt fördern sollte.


Historische Bewertung

Die Geschichte der Glaubensflüchtlinge im heutigen Baden-Württemberg lässt sich nicht auf eine einzige Aussage reduzieren. Die Geflüchteten suchten Schutz, Religionsfreiheit und neue Lebensmöglichkeiten. Die aufnehmenden Herrscher handelten teilweise aus protestantischer Solidarität, gleichzeitig aber auch aus politischen und wirtschaftlichen Interessen.

Die Ansiedlung brachte neue Gemeinden, Kenntnisse und wirtschaftliche Impulse hervor. Sie führte jedoch ebenfalls zu Konkurrenz um Land und Ressourcen sowie zu schwierigen Anpassungsprozessen. Integration bedeutete nicht einfach, dass die Neuankömmlinge ihre Herkunft aufgaben. Vielmehr entstanden über Generationen neue Identitäten, in denen alte und neue Heimat miteinander verbunden wurden.

Wenn Du diese Geschichte mit heutiger Migration vergleichst, solltest Du vorsichtig sein: Rechtssystem, Staatsformen, Gesellschaft und wirtschaftliche Bedingungen sind heute andere. Trotzdem helfen Begriffe wie Fluchtursachen, Aufnahme, Teilhabe, kultureller Austausch und Erinnerung dabei, historische und gegenwärtige Migrationsprozesse genauer zu untersuchen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum verließen viele Hugenotten nach 1685 Frankreich? (Weil ihre Religionsfreiheit stark eingeschränkt wurde) (!Weil Frankreich allen Protestanten kostenlose Reisen anbot) (!Weil sie ausschließlich neue Handelsmärkte suchten) (!Weil das Herzogtum Württemberg sie zum Umzug verpflichtete)




Welche Glaubensrichtung prägte die Hugenotten besonders? (Die reformierte Tradition) (!Die orthodoxe Tradition) (!Der Buddhismus) (!Der Hinduismus)




Welche Aussage zu Baden-Württemberg um 1700 ist richtig? (Das heutige Landesgebiet war auf verschiedene Territorien verteilt) (!Baden-Württemberg bestand bereits als Bundesland) (!Das gesamte Gebiet gehörte zu Frankreich) (!Das gesamte Gebiet war eine einzige Reichsstadt)




Welcher württembergische Herzog nahm ab 1699 viele Glaubensflüchtlinge auf? (Eberhard Ludwig) (!Karl der Große) (!Friedrich Barbarossa) (!Wilhelm der Eroberer)




Was bezeichnet Peuplierung? (Eine Politik zur Ansiedlung von Bevölkerung) (!Eine Form mittelalterlicher Kirchenmusik) (!Ein französisches Münzsystem) (!Eine militärische Belagerungstechnik)




Welcher Ort wurde ab 1699 von Hugenotten gegründet? (Friedrichstal) (!Heidelberg) (!Konstanz) (!Tübingen)




Welcher Wirtschaftszweig wurde in Friedrichstal durch hugenottische Kenntnisse besonders geprägt? (Der Tabakanbau) (!Der Hochseefang) (!Der Diamantenbergbau) (!Der Schiffbau)




Welche Aussage beschreibt die wirtschaftlichen Folgen der Ansiedlung am besten? (Die wirtschaftlichen Impulse waren je nach Ort unterschiedlich) (!Jede Flüchtlingsgemeinde wurde sofort wohlhabend) (!Die Ansiedlung hatte keinerlei wirtschaftliche Wirkung) (!Alle einheimischen Gewerbe verschwanden vollständig)




Was blieb in vielen Waldenserorten lange erhalten? (Eigene religiöse und sprachliche Traditionen) (!Eine vollständige politische Unabhängigkeit) (!Ein Verbot jeder deutschen Sprache bis heute) (!Eine gemeinsame Regierung aller Waldenserorte)




Warum sind Denkmäler und Museen für Historiker interessant? (Sie zeigen auch, wie spätere Generationen Geschichte erinnern) (!Sie ersetzen jede andere historische Quelle) (!Sie enthalten immer eine völlig neutrale Darstellung) (!Sie beweisen automatisch jede lokale Legende)





Memory

Hugenotten Französische reformierte Glaubensflüchtlinge
Waldenser Protestantische Gemeinschaft mit mittelalterlichen Wurzeln
Fontainebleau Widerruf wichtiger Rechte französischer Protestanten
Friedrichstal Hugenottensiedlung mit bedeutendem Tabakanbau
Palmbach Waldenserort im heutigen Karlsruhe
Peuplierung Gezielte Ansiedlung neuer Bevölkerung
Henri Arnaud Pfarrer und Führungspersönlichkeit der Waldenser





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Edikt von Fontainebleau Einschränkung und Verfolgung französischer Protestanten
Herzog Eberhard Ludwig Aufnahme von Waldensern und Hugenotten in Württemberg
Friedrichstal Hugenottensiedlung in Baden-Durlach
Tabakanbau Bedeutender wirtschaftlicher Impuls in der Hardtregion
Waldensermuseum Schönenberg Erinnerung an Migration und waldensische Geschichte






Kreuzworträtsel

Hugenotten Wie nennt man die französischen reformierten Glaubensflüchtlinge?
Waldenser Welche Glaubensgemeinschaft gründete mehrere Siedlungen in Württemberg?
Fontainebleau Welcher Ort gab dem Edikt von 1685 seinen Namen?
Friedrichstal Welche Hugenottensiedlung wurde für ihren Tabakanbau bekannt?
Palmbach Welcher heutige Karlsruher Stadtteil entstand aus einer Waldenserkolonie?
Tabak Welche Kulturpflanze wurde für Friedrichstal wirtschaftlich besonders wichtig?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Viele Hugenotten verließen Frankreich nach dem Edikt von

. Die Hugenotten gehörten überwiegend zur

Glaubenstradition. Das heutige Baden-Württemberg war um 1700 in mehrere

gegliedert. In Württemberg erlaubte Herzog

die Aufnahme zahlreicher Glaubensflüchtlinge. Eine staatlich geförderte Ansiedlungspolitik wird als

bezeichnet. In Baden-Durlach entstand die Hugenottensiedlung

. Dort entwickelte sich besonders der Anbau von

zu einem wichtigen Erwerbszweig. Der heutige Karlsruher Stadtteil Palmbach geht auf eine

zurück. Ein bekannter waldensischer Pfarrer und Anführer war Henri

. Die Geflüchteten bewahrten zunächst häufig ihre eigene

. Wirtschaftliche Projekte waren nicht immer erfolgreich, weil beispielsweise Kapital, Nachfrage oder geeignete klimatische

fehlen konnten. Museen und Denkmäler gehören heute zur regionalen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Migrationskarte gestalten: Markiere Friedrichstal, Palmbach, Perouse, Neuhengstett und Schönenberg auf einer Karte des heutigen Baden-Württemberg und ergänze kurze Erklärungen.
  2. Begriffskarten erstellen: Gestalte Karten zu Hugenotten, Waldensern, Peuplierung und Religionsfreiheit mit Definition und Beispiel.
  3. Bildquelle untersuchen: Wähle eines der Bilder aus dem aiMOOC und beschreibe, was Du siehst, was Du daraus erfahren kannst und was das Bild nicht beantwortet.
  4. Ortsname als Spur: Untersuche einen Waldenserort und finde heraus, ob sein Name an einen früheren Herkunftsort erinnert.


Standard

  1. Tagebuch einer Flucht: Schreibe einen historisch plausiblen Tagebucheintrag aus der Sicht eines jugendlichen Glaubensflüchtlings und kennzeichne, welche Teile auf Fakten und welche auf Deiner Gestaltung beruhen.
  2. Wirtschaftliche Impulse erklären: Erstelle ein Schaubild, das am Beispiel Friedrichstal zeigt, wie Wissen, Pflanzen, Arbeit, Nachfrage und politische Förderung zusammenwirken können.
  3. Denkmalanalyse: Untersuche den Waldenserstein in Neuhengstett oder ein anderes Erinnerungszeichen und formuliere Fragen an seine Entstehungszeit.
  4. Podcast Migration und Heimat: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast, in dem Du erklärst, warum neue Heimat sowohl Schutz als auch Anpassung bedeuten konnte.


Schwer

  1. Quellenvergleich: Vergleiche eine Darstellung aus einem Museum, einer Ortsgeschichte und einem Wikipedia-Artikel. Prüfe Unterschiede in Schwerpunkt, Sprache und Bewertung.
  2. Historisches Streitgespräch: Entwickle ein Rollengespräch zwischen einer Flüchtlingsfamilie, einem württembergischen Beamten und einer bereits ansässigen Bauernfamilie über die Gründung einer neuen Siedlung.
  3. Exkursion planen: Entwirf eine historische Exkursion nach Palmbach, Friedrichstal, Perouse oder Schönenberg mit mindestens fünf Forschungsaufträgen für eine Klasse.
  4. Migration im Vergleich: Vergleiche die frühneuzeitliche Aufnahme von Glaubensflüchtlingen mit einem heutigen Migrationsbeispiel. Arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus, ohne die historischen Situationen gleichzusetzen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Herrschaft und Migration: Erkläre, warum ein Fürst gleichzeitig religiöse, politische und wirtschaftliche Gründe für die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen haben konnte.
  2. Friedrichstal als Fallbeispiel: Zeige am Tabakanbau, unter welchen Bedingungen Migration einen wirtschaftlichen Impuls auslösen kann.
  3. Integration untersuchen: Erkläre, warum das Bewahren einer eigenen Sprache und Religion nicht automatisch bedeutet, dass eine Gruppe nicht integriert ist.
  4. Konflikte erklären: Entwickle ein Beispiel dafür, wie die Vergabe von Land an Neuankömmlinge zu Spannungen mit der bereits ansässigen Bevölkerung führen konnte.
  5. Erinnerung bewerten: Beurteile, welche Chancen und Grenzen Denkmäler, Museen und Ortsnamen als historische Quellen haben.
  6. Transfer Migration: Formuliere zwei Fragen aus der Geschichte der Hugenotten und Waldenser, die auch für die Untersuchung heutiger Migration sinnvoll sind, und erkläre zugleich, warum direkte Gleichsetzungen problematisch wären.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur einzelne Daten kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Fluchtursachen: Du kannst erklären, warum Hugenotten und Waldenser ihre Heimat verlassen mussten.
  2. Historischer Raum: Du weißt, dass das heutige Baden-Württemberg um 1700 aus verschiedenen Territorien bestand.
  3. Aufnahmepolitik: Du kannst die Interessen von Herrschern bei der Ansiedlung von Glaubensflüchtlingen erläutern.
  4. Regionale Beispiele: Du kannst Friedrichstal sowie mehrere Waldenserorte einordnen.
  5. Wirtschaft und Migration: Du kannst wirtschaftliche Impulse an konkreten Beispielen erklären und zugleich ihre Grenzen benennen.
  6. Integration: Du kannst Veränderungen von Sprache, Religion und Gemeindestrukturen über mehrere Generationen beschreiben.
  7. Quellenkompetenz: Du kannst Bilder, Denkmäler, Museen und Texte als historische Darstellungen kritisch untersuchen.
  8. Transfer: Du kannst historische Migration mit heutigen Fragestellungen vergleichen, ohne unterschiedliche Epochen gleichzusetzen.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte