Nachhaltigkeit in der Ausbildung - Baden-Württemberg

Nachhaltigkeit in der Ausbildung - Baden-Württemberg
Nachhaltigkeit in der Ausbildung – Baden-Württemberg
Einleitung
Nachhaltigkeit ist in der Berufsausbildung kein Zusatzthema, das nur für „grüne Berufe“ wichtig ist. Ob Du in einer Werkstatt, im Büro, in der Pflege, im Handel, in der Gastronomie, auf einer Baustelle, in einem Labor oder in einem Industriebetrieb arbeitest: Fast jeder Arbeitsprozess braucht Energie, Rohstoffe, Wasser, Geräte, Verpackungen oder Transport. Deshalb kannst Du in Deiner Ausbildung direkt dazu beitragen, Ressourcen zu sparen, Abfälle zu vermeiden und Arbeitsprozesse zu verbessern.
Nachhaltiges berufliches Handeln verbindet drei Blickrichtungen: die ökologische Dimension mit Umwelt- und Klimaschutz, die ökonomische Dimension mit Kosten, Qualität und langfristigem Unternehmenserfolg sowie die soziale Dimension mit sicheren, fairen und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen. Gute Lösungen berücksichtigen möglichst alle drei Bereiche.

In Baden-Württemberg ist das Thema besonders eng mit einer stark industriell und handwerklich geprägten Wirtschaftsstruktur verbunden. Das Land hat seine Landesstrategie Ressourceneffizienz 2024 fortgeschrieben. Zu ihren Schwerpunkten gehören unter anderem Material- und Energieeffizienz in Unternehmen, zirkuläres Wirtschaften und der stärkere Einsatz von Sekundärrohstoffen. Für Auszubildende bedeutet das: Verbesserungen am eigenen Arbeitsplatz können Teil einer größeren Entwicklung hin zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft sein.
Nachhaltigkeit gehört zur modernen Ausbildung
In der dualen Ausbildung ist „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ eine der modernisierten Standardberufsbildpositionen. Für Ausbildungsordnungen, die seit dem 1. August 2021 in Kraft treten, gehören diese berufsübergreifenden Mindestanforderungen verbindlich dazu. Dabei geht es nicht nur darum, Umweltregeln zu kennen. Du sollst auch Auswirkungen des eigenen beruflichen Handelns beurteilen, Materialien und Energie bewusst einsetzen, Abfälle vermeiden beziehungsweise richtig verwerten und eigene Vorschläge für nachhaltigeres Arbeiten entwickeln.
Das passt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE. BNE möchte Dich dazu befähigen, Folgen von Entscheidungen zu erkennen, Zielkonflikte abzuwägen und selbstständig verantwortliche Lösungen zu entwickeln. Im Betrieb heißt das zum Beispiel: Eine neue Maschine kann weniger Strom verbrauchen, aber ihre Anschaffung kostet Geld. Eine Mehrwegverpackung spart Abfall, muss jedoch zurückgeführt und gereinigt werden. Eine Prozessänderung kann Material einsparen, darf aber weder Arbeitsschutz noch Produktqualität verschlechtern.
Was bedeutet Ressourceneffizienz?
Ressourceneffizienz beschreibt vereinfacht das Verhältnis zwischen einem erreichten Nutzen und den dafür eingesetzten natürlichen Ressourcen. Ein Betrieb arbeitet ressourceneffizienter, wenn er zum Beispiel die gleiche Anzahl guter Produkte mit weniger Material, Energie oder Wasser herstellen kann.
Ein einfaches Beispiel: Aus 10 Kilogramm Material entstehen bisher 20 einwandfreie Bauteile. Nach einer Verbesserung des Zuschnitts entstehen aus derselben Materialmenge 22 einwandfreie Bauteile. Der Nutzen pro eingesetztem Kilogramm steigt. Gleichzeitig sinken Ausschuss, Materialkosten und häufig auch der Aufwand für Entsorgung.

Ressourceneffizienz ist nicht dasselbe wie bloßes Sparen. Eine Lampe abzuschalten, wenn niemand sie benötigt, spart Energie. Eine Beleuchtungsanlage so umzubauen, dass sie bei gleicher Lichtqualität dauerhaft weniger Energie benötigt, verbessert zusätzlich die Energieeffizienz. Nachhaltige Prozessverbesserung fragt deshalb immer: Wo entsteht unnötiger Verbrauch und wie lässt sich die Ursache dauerhaft verändern?

Die wichtigsten Ressourcen im Ausbildungsbetrieb
Je nach Beruf sind unterschiedliche Ressourcen besonders wichtig. In einer Metallwerkstatt können es Stahl, Kühlschmierstoffe, Druckluft und Strom sein. In einer Bäckerei spielen Mehl, Wasser, Wärme, Kühlung und Verpackung eine große Rolle. In einem Büro sind Papier, IT-Geräte, Strom und Beschaffung relevant. In der Pflege kommen unter anderem Verbrauchsmaterialien, Wäsche, Energie, Wasser und Medikamente hinzu.
Du kannst Ressourcen deshalb nicht sinnvoll einsparen, ohne den eigenen Arbeitsprozess genau zu kennen. Ein pauschales „weniger verbrauchen“ reicht nicht. Entscheidend ist, Verschwendung zu erkennen, ohne Qualität, Sicherheit oder Hygiene zu gefährden.

Abfall vermeiden: Erst verhindern, dann verwerten
Bei nachhaltigem Arbeiten ist Abfallvermeidung meist besser als nachträgliches Recycling. Die Abfallhierarchie macht diese Reihenfolge sichtbar: Abfälle möglichst vermeiden, Produkte oder Teile wiederverwenden und erst danach Materialien recyceln. Recycling ist wichtig, benötigt aber ebenfalls Energie, Transport und technische Prozesse.

Im Ausbildungsalltag kann Abfallvermeidung sehr konkret sein. Eine genauere Materialplanung verringert Verschnitt. Eine bessere Einstellung einer Maschine reduziert Ausschuss. Mehrwegbehälter ersetzen Einwegverpackungen. Reparaturen verlängern die Nutzungsdauer von Werkzeugen oder Geräten. Digitale Freigaben können unnötige Probeausdrucke vermeiden. Entscheidend ist, dass Du zuerst nach der Ursache des Abfalls suchst und nicht nur nach einem anderen Abfallbehälter.

Von der Wegwerflogik zur Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft versucht, Produkte, Bauteile und Materialien möglichst lange in Nutzung zu halten. Dazu gehören langlebiges Design, Wartung, Reparatur, Wiederverwendung, Aufarbeitung und Recycling. Ein recycelter Rohstoff wird häufig als Sekundärrohstoff bezeichnet.

Für Auszubildende ist dieser Blick besonders nützlich, weil viele Entscheidungen am Arbeitsplatz den späteren Lebensweg eines Produkts beeinflussen. Werden Teile lösbar verschraubt oder dauerhaft verklebt? Kann eine Verpackung mehrfach genutzt werden? Sind Materialien sortenrein trennbar? Werden Geräte gewartet, bevor sie ausfallen? Schon solche Fragen verbinden Facharbeit mit nachhaltigem Denken.
Energie sparen, ohne den Prozess zu verschlechtern
Energie wird in Betrieben für Maschinen, Wärme, Kühlung, Beleuchtung, Druckluft, Lüftung, IT und Transport benötigt. Gute Einsparmaßnahmen beginnen mit einer Messung: Wann wird Energie verbraucht? Welche Anlage läuft im Leerlauf? Wo entstehen Wärmeverluste? Welche Geräte werden unnötig gleichzeitig betrieben?

Erneuerbare Energien können die Energieversorgung nachhaltiger machen. Trotzdem bleibt Effizienz wichtig. Strom aus einer Photovoltaikanlage sollte nicht unnötig verschwendet werden. Nachhaltige Betriebe verbinden deshalb Vermeidung, Effizienz und erneuerbare Versorgung.
Prozesse verbessern: Nachhaltigkeit als Teamaufgabe
Nachhaltigkeit wird besonders wirksam, wenn sie mit Prozessoptimierung verbunden wird. Statt nur einzelne Fehler zu korrigieren, suchst Du nach wiederkehrenden Ursachen. Dafür eignet sich ein einfacher Verbesserungsablauf:
- Ist-Analyse: Beobachte den Prozess und erfasse Material-, Energie-, Zeit- oder Abfallmengen.
- Ursachenanalyse: Finde heraus, warum unnötiger Verbrauch oder Ausschuss entsteht.
- Verbesserungsmaßnahme: Entwickle eine konkrete, realistische Veränderung.
- Erprobung: Teste die Maßnahme in kleinem Umfang und beachte Qualität und Arbeitsschutz.
- Auswertung: Vergleiche vorher und nachher.
- Standardisierung: Übernimm eine erfolgreiche Lösung dauerhaft in den Arbeitsablauf.
Dieser Ablauf ähnelt dem PDCA-Zyklus aus dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess: planen, umsetzen, prüfen und erneut verbessern. Wichtig ist, dass Verbesserungen messbar werden. „Wir sparen Material“ ist noch kein überprüfbares Ziel. „Wir senken den Verschnitt bei diesem Auftrag von acht auf sechs Prozent“ ist deutlich besser.
Typische Stellschrauben im Ausbildungsalltag
Besonders häufig lohnt es sich, auf Ausschuss, Nacharbeit, Leerlauf, überhöhte Temperaturen, unnötige Transporte, Druckluftverluste, Einwegverpackungen, schlechte Lagerung und vermeidbare Wartezeiten zu achten. Viele dieser Probleme kosten gleichzeitig Ressourcen und Geld.
Ein Beispiel aus der Werkstatt: Ein Bauteil muss regelmäßig nachgearbeitet werden. Dadurch laufen Maschine und Absaugung länger, zusätzliches Material wird benötigt und die Arbeitszeit steigt. Eine Ursachenanalyse zeigt, dass ein Werkzeug zu spät gewechselt wird. Wird der Wechselzeitpunkt verbessert, sinken Nacharbeit, Stromverbrauch und Materialverlust gleichzeitig. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit unterstützen sich hier gegenseitig.
Ein Beispiel aus dem Büro: Rechnungen werden für eine interne Kontrolle ausgedruckt, obwohl alle Beteiligten auf das Dokumentenmanagement zugreifen können. Nach einer abgestimmten digitalen Freigabe sinken Papierverbrauch und Ablageaufwand. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und betriebliche Regeln eingehalten werden.
Zielkonflikte erkennen
Nicht jede scheinbar umweltfreundliche Lösung ist automatisch die beste. Nachhaltiges berufliches Handeln verlangt Abwägung. Eine Maschine sehr früh auszutauschen kann Energie sparen, erzeugt aber auch Herstellungsaufwand und bindet Kapital. Weniger Verpackung spart Material, darf jedoch Transportschäden nicht erhöhen. Weniger Reinigungsmittel ist sinnvoll, solange Hygienevorgaben sicher erfüllt bleiben.
Deshalb gilt: Erst Wirkung prüfen, dann entscheiden. Gute Fachkräfte betrachten den gesamten Prozess und fragen nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen.
Baden-Württemberg: Ressourceneffizienz als Standortthema
Baden-Württemberg verfolgt mit seiner fortgeschriebenen Landesstrategie Ressourceneffizienz das Ziel, natürliche Ressourcen effizienter zu nutzen, Kreisläufe zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu unterstützen. Für Unternehmen gibt es Informations-, Beratungs- und Förderangebote. Dazu gehören auch regionale Angebote zur Ressourceneffizienz, etwa über KEFF+.
Für Dich als Auszubildende oder Auszubildender ist dabei wichtig: Nachhaltigkeit entsteht nicht nur durch große Investitionen. Hinweise aus der Praxis können wertvoll sein, weil Du Arbeitsabläufe täglich siehst. Ein gut dokumentierter Verbesserungsvorschlag kann deshalb ein echter Beitrag zur Ressourceneffizienz des Betriebs sein.
Ein einfacher Ressourcen-Check für Deinen Arbeitsplatz
Beobachte einen typischen Arbeitsablauf für 20 bis 30 Minuten. Notiere, welche Materialien, Energieformen, Geräte und Transportwege vorkommen. Markiere anschließend Stellen, an denen Ausschuss, Leerlauf, unnötige Bewegung, Überproduktion oder Einwegmaterial entstehen.
Danach formulierst Du eine Verbesserungsidee. Sie sollte drei Fragen beantworten: Was soll sich ändern? Wie lässt sich die Wirkung messen? Welche Risiken oder Nebenwirkungen müssen beachtet werden? Besprich die Idee mit Deiner Ausbilderin, Deinem Ausbilder oder Deinem Team, bevor Du betriebliche Abläufe veränderst.
Quellen und Vertiefung
- Bundesinstitut für Berufsbildung: Modernisierte Standardberufsbildpositionen
- Bundesinstitut für Berufsbildung: Nachhaltigkeit in der Ausbildung
- Umweltministerium Baden-Württemberg: Landesstrategie Ressourceneffizienz
- Umweltministerium Baden-Württemberg: Nachhaltigkeitsstrategie
- Wikipedia: Ressourceneffizienz
- Wikipedia: Bildung für nachhaltige Entwicklung
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche drei Dimensionen werden bei nachhaltigem beruflichem Handeln gemeinsam betrachtet? (Ökologie Ökonomie und Soziales) (!Technik Werbung und Freizeit) (!Einkauf Verkauf und Lager) (!Schule Betrieb und Urlaub)
Was beschreibt Ressourceneffizienz am besten? (Möglichst viel Nutzen mit möglichst geringem Ressourceneinsatz) (!Möglichst viele Rohstoffe gleichzeitig einzukaufen) (!Nur die Arbeitszeit eines Prozesses zu verkürzen) (!Alle gebrauchten Materialien sofort zu entsorgen)
Welche Maßnahme steht in der Abfallhierarchie besonders weit oben? (Abfall vermeiden) (!Abfall möglichst weit transportieren) (!Alle Materialien miteinander vermischen) (!Produkte nach kurzer Nutzung ersetzen)
Welche Standardberufsbildposition gehört zur modernen dualen Ausbildung? (Umweltschutz und Nachhaltigkeit) (!Werbung und Markenaufbau) (!Freizeitgestaltung und Urlaub) (!Sport und Unterhaltung)
Für welche Ausbildungsordnungen gelten die modernisierten Standardberufsbildpositionen verbindlich? (Für Ausbildungsordnungen die seit dem 1 August 2021 in Kraft treten) (!Nur für Ausbildungsordnungen aus dem Jahr 1990) (!Nur für Studiengänge an Universitäten) (!Nur für freiwillige Freizeitkurse)
Was sollte am Anfang einer guten Prozessverbesserung stehen? (Den Ist Zustand beobachten und messen) (!Sofort eine neue Maschine kaufen) (!Alle bisherigen Abläufe abschaffen) (!Erst nach der Lösung nach dem Problem suchen)
Was ist ein wichtiges Ziel der Kreislaufwirtschaft? (Produkte und Materialien möglichst lange in Nutzung halten) (!Rohstoffe möglichst schnell verbrauchen) (!Reparaturen grundsätzlich vermeiden) (!Mehr Einwegprodukte einsetzen)
Welche Maßnahme kann Materialverbrauch und Kosten gleichzeitig senken? (Ausschuss durch bessere Prozesse vermeiden) (!Fehlerhafte Teile häufiger produzieren) (!Verpackungen ohne Bedarf vergrößern) (!Maschinen länger im Leerlauf betreiben)
Welche Aussage passt zu nachhaltigem Energiemanagement? (Energieverbrauch messen und unnötige Verbräuche gezielt verringern) (!Alle Geräte unabhängig vom Bedarf eingeschaltet lassen) (!Nur auf den Strompreis achten) (!Verbrauchsdaten grundsätzlich ignorieren)
Warum müssen bei Verbesserungen auch soziale Aspekte berücksichtigt werden? (Weil Sicherheit Gesundheit und faire Arbeitsbedingungen wichtig sind) (!Weil nur die Verpackungsfarbe zählt) (!Weil Umweltwirkungen keine Rolle spielen) (!Weil Qualität immer unwichtig ist)
Memory
| Ressourceneffizienz | Mehr Nutzen mit weniger Material und Energie |
| Abfallvermeidung | Entstehung von Abfall möglichst verhindern |
| Kreislaufwirtschaft | Produkte und Materialien lange in Nutzung halten |
| PDCA | Planen umsetzen prüfen und verbessern |
| Sekundärrohstoff | Aus Rückgewinnung oder Recycling gewonnener Rohstoff |
| Ausschuss | Fehlerhafte oder unbrauchbare Produktion |
| Lebenszyklus | Weg eines Produkts von Herstellung bis Verwertung |
| Energieeffizienz | Gleiche Leistung mit geringerem Energieeinsatz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Prozessverbesserung |
|---|---|
| Messen | Ist-Zustand und Verbrauch erfassen |
| Ursachenanalyse | Grund für Verschwendung oder Fehler finden |
| Maßnahme planen | Konkrete Verbesserung vorbereiten |
| Erproben | Lösung in kleinem Umfang testen |
| Standardisieren | Erfolgreiche Lösung dauerhaft übernehmen |
Kreuzworträtsel
| Recycling | Wie heißt die stoffliche Wiederverwertung von Abfällen? |
| Ausschuss | Wie nennt man fehlerhafte oder unbrauchbare Teile aus einem Produktionsprozess? |
| Energie | Welche Ressource wird zum Beispiel für Maschinen Beleuchtung und Kühlung benötigt? |
| Kreislauf | Welches Wort beschreibt die möglichst lange Führung von Materialien in wiederkehrender Nutzung? |
| Reparatur | Welche Maßnahme kann die Nutzungsdauer eines defekten Geräts verlängern? |
| Effizienz | Wie heißt das Verhältnis von erreichtem Nutzen zu eingesetztem Aufwand? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ressourcen-Check: Untersuche einen Arbeitsplatz in Schule oder Betrieb und notiere fünf Ressourcen, die dort eingesetzt werden. Markiere eine Stelle, an der Verbrauch vermieden werden könnte.
- Abfallanalyse: Beobachte einen typischen Arbeitsablauf und beschreibe drei Abfallarten. Ordne ihnen jeweils Vermeidung, Wiederverwendung oder Recycling als mögliche Strategie zu.
- Energieeffizienz: Finde drei Geräte, die zeitweise unnötig eingeschaltet sein könnten. Entwickle eine sichere und betriebstaugliche Abschaltregel.
- Nachhaltigkeitsidee: Formuliere eine kleine Verbesserung für Deinen Ausbildungsalltag und begründe kurz ihren ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen.
Standard
- Prozessanalyse: Zeichne einen betrieblichen Ablauf vom Materialeingang bis zum fertigen Ergebnis. Kennzeichne mindestens drei Stellen, an denen Ressourcen verloren gehen könnten.
- Messprojekt: Erfasse eine Woche lang einen geeigneten Verbrauchswert, zum Beispiel Papier, Verpackungen, Ausschuss oder Maschinenlaufzeit. Stelle die Ergebnisse in einer Tabelle oder Grafik dar.
- Interview: Befrage eine Fachkraft oder eine ausbildende Person dazu, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Betrieb bereits umgesetzt werden und wo noch Schwierigkeiten bestehen.
- Reparatur oder Ersatz: Vergleiche für ein Gerät die Optionen Weiterbetrieb, Reparatur und Neukauf. Berücksichtige Kosten, Energieverbrauch, Materialeinsatz und Nutzungsdauer.
Schwer
- Verbesserungsprojekt: Plane eine kleine betriebliche Prozessverbesserung nach dem PDCA-Prinzip. Lege Ziel, Messgröße, Maßnahme, Testphase und Auswertung fest.
- Lebenszyklusanalyse: Wähle ein Produkt aus Deinem Ausbildungsberuf und untersuche Rohstoffe, Herstellung, Nutzung, Reparaturmöglichkeiten und Entsorgung. Entwickle zwei Verbesserungen für seinen Lebenszyklus.
- Ressourceneffizienz-Pitch: Erstelle eine kurze Präsentation für die Betriebsleitung, in der Du eine Investition oder organisatorische Änderung zur Ressourceneinsparung fachlich und wirtschaftlich begründest.
- Berufsübergreifendes Nachhaltigkeitsprojekt: Entwickle gemeinsam mit Lernenden aus einem anderen Ausbildungsberuf eine Lösung, bei der Material, Energie und soziale Arbeitsbedingungen gleichzeitig berücksichtigt werden.


Lernkontrolle
- Transfer auf den Betrieb: Ein Unternehmen hat hohe Materialkosten, aber kaum Daten über Ausschuss. Entwickle einen sinnvollen ersten Untersuchungsplan und begründe die Reihenfolge Deiner Schritte.
- Zielkonflikt: Eine neue Maschine verbraucht deutlich weniger Strom als die alte, ihre Herstellung benötigt aber neue Rohstoffe und Kapital. Erkläre, welche Informationen Du für eine nachhaltige Entscheidung zusätzlich brauchst.
- Prozessverbesserung: In einer Werkstatt werden Bauteile häufig nachgearbeitet. Entwickle mindestens zwei mögliche Ursachen und passende Messmöglichkeiten, bevor Du eine Lösung vorschlägst.
- Kreislaufwirtschaft: Übertrage die Idee der Kreislaufwirtschaft auf einen Gegenstand aus Deinem Ausbildungsberuf. Zeige, wie Wartung, Reparatur, Wiederverwendung und Recycling zusammenspielen können.
- Soziale Nachhaltigkeit: Eine Maßnahme spart Material, erhöht aber körperliche Belastung und Zeitdruck. Bewerte die Maßnahme aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht und entwickle eine bessere Alternative.
- Baden-Württemberg: Erkläre, warum Ressourceneffizienz für einen Produktionsstandort wie Baden-Württemberg sowohl Umwelt- als auch Wirtschaftsthema ist. Nutze ein selbst gewähltes betriebliches Beispiel.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern nachhaltiges Handeln auf reale Arbeitsprozesse übertragen kannst.
- Nachhaltigkeit: ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen beruflicher Entscheidungen erklären und gegeneinander abwägen.
- Ressourceneffizienz: Material-, Energie- und Wasserverbrauch in einem Prozess erkennen und geeignete Messgrößen auswählen.
- Abfallvermeidung: Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling sinnvoll unterscheiden und priorisieren.
- Kreislaufwirtschaft: Möglichkeiten für längere Nutzung, Reparatur, Wiederverwendung und Rückgewinnung von Materialien beschreiben.
- Prozessoptimierung: einen Verbesserungsvorschlag auf Basis eines Ist-Zustands entwickeln, testen und auswerten.
- Berufliche Handlungskompetenz: Arbeitsschutz, Qualität, Kosten und Nachhaltigkeit gemeinsam berücksichtigen.
- Baden-Württemberg: den regionalen Bezug zur Ressourceneffizienz und zur betrieblichen Transformation nachvollziehen.
- Dokumentation: Ergebnisse nachvollziehbar mit Messwerten, Begründungen und einer kurzen Reflexion darstellen.
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