Frühe Klöster im Südwesten – Baden-Württemberg

Frühe Klöster im Südwesten – Baden-Württemberg
Einleitung
Frühe Klöster waren im Südwesten des heutigen Deutschlands wichtige Orte des christlichen Glaubens, der Bildung und der Landwirtschaft. Im frühen Mittelalter gab es das Bundesland Baden-Württemberg allerdings noch nicht. Große Teile des heutigen Landes gehörten zum alemannischen beziehungsweise schwäbischen Raum und standen seit dem 8. Jahrhundert unter starkem fränkischem Einfluss.
Ein besonders wichtiges Beispiel ist das 724 gegründete Kloster Reichenau im Bodensee. Daneben entstanden oder entwickelten sich im 8. Jahrhundert weitere Gemeinschaften wie Gengenbach, Schwarzach, Ellwangen und das Frauenstift von Säckingen. Die genauen Gründungsdaten sind nicht bei allen Klöstern sicher, weil viele Nachrichten erst später aufgeschrieben wurden.
In diesem aiMOOC erfährst Du, warum Klöster weit mehr waren als Orte des Gebets. Du untersuchst, wie Religion den Tagesablauf bestimmte, wie Bücher hergestellt und Wissen weitergegeben wurden und wie Klöster Gärten, Höfe und große Landflächen organisierten.

Die Insel Reichenau im Bodensee. Im frühen Mittelalter entwickelte sich hier eines der bedeutendsten Klosterzentren des südwestdeutschen Raums.
Der Südwesten im frühen Mittelalter
Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert veränderte sich die politische und religiöse Ordnung im heutigen Südwestdeutschland deutlich. Das Frankenreich gewann Einfluss über die alemannischen Gebiete. Gleichzeitig wurde das kirchliche Netz dichter. Klöster unterstützten diese Entwicklung, weil sie dauerhafte religiöse Gemeinschaften bildeten, Gottesdienste feierten, Besitz verwalteten und Verbindungen zu Bischöfen, Adeligen und Königen unterhielten.
Dabei darfst Du Dir die Christianisierung nicht als einen einzigen plötzlichen Vorgang vorstellen. Christliche Gemeinden gab es im Südwesten schon vorher. Klostergründungen stärkten und organisierten das Christentum jedoch dauerhaft.
Wichtig: Die heutigen Landesgrenzen Baden-Württembergs helfen uns bei der Orientierung. Für Menschen des 8. Jahrhunderts hatten sie keine Bedeutung.
Frühe Klöster im Überblick
| Ort | Frühe Entwicklung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Reichenau | Gründung 724 durch Pirmin | Bedeutendes Zentrum von Religion, Gelehrsamkeit und Buchkunst |
| Gengenbach | Gründung um 725 | Frühes Benediktinerkloster in der Ortenau |
| Schwarzach | Entstehung im 8. Jahrhundert | Frühes Kloster am Oberrhein |
| Ellwangen | Entstehung im 8. Jahrhundert; die spätere Überlieferung nennt 764 | Bedeutendes Kloster im heutigen Ostwürttemberg |
| Säckingen | Klösterliche Gemeinschaft wohl seit dem 6. Jahrhundert; Frauenkloster spätestens im 8. Jahrhundert | Wichtiges frühes geistliches Zentrum am Hochrhein |

Die heutige Basilika St. Vitus steht am Ort des ehemaligen Klosters Ellwangen. Die erhaltenen Gebäude stammen aus späteren Jahrhunderten, erinnern aber an die lange Geschichte des Klosterortes.

Auch die heutigen Gebäude von Gengenbach sind wesentlich jünger als die Gründung des Klosters. Der Ort selbst reicht als Klosterzentrum jedoch bis in das frühe Mittelalter zurück.
Religion: Leben in einer geistlichen Gemeinschaft
Das wichtigste Ziel eines Klosters war das gemeinsame religiöse Leben. Mönche oder Nonnen entschieden sich für ein Leben in einer Gemeinschaft, in der Gebet, Gottesdienst, Lesen, Arbeit, Essen und Ruhe durch feste Regeln geordnet wurden.
Im 8. und 9. Jahrhundert setzte sich in vielen Klöstern des Frankenreichs zunehmend die Benediktsregel durch. Sie geht auf Benedikt von Nursia zurück. Die Regel beschreibt das Zusammenleben im Kloster und verbindet Gebet, geistliche Lesung, körperliche oder organisatorische Arbeit und Gehorsam gegenüber der Gemeinschaft.
Der bekannte Ausdruck „Ora et labora“ bedeutet „Bete und arbeite“. Er fasst eine wichtige Idee benediktinischen Lebens zusammen, steht aber nicht als wörtliches Motto in dieser Form in der ursprünglichen Benediktsregel.
Klöster waren außerdem Orte der Seelsorge, der Verehrung von Heiligen und der Aufbewahrung von Reliquien. Mächtige Familien und Herrscher unterstützten Klöster häufig durch Schenkungen. Dafür konnten sie Gebete für sich und ihre Angehörigen erwarten. So waren Religion, Politik und Herrschaft eng miteinander verbunden.

Die Kirche St. Georg auf der Reichenau wurde im späten 9. Jahrhundert begonnen und bewahrt bedeutende Wandmalereien.

Eine Wandmalerei aus dem 10. Jahrhundert in St. Georg zeigt Christus bei der Stillung des Sturms. Bilder vermittelten biblische Geschichten auch Menschen, die nicht lesen konnten.
Bildung: Schreiben, Lesen und Wissen bewahren
Bücher waren im frühen Mittelalter kostbar. Sie wurden nicht gedruckt, sondern von Hand geschrieben. In einem Skriptorium kopierten und gestalteten Schreiber Texte auf Pergament. Dafür waren viel Zeit, Übung und Material nötig.
Klosterschulen bildeten vor allem Menschen aus, die für Kirche und Kloster lesen, schreiben und Latein verstehen mussten. Sie waren also keine Schulen für alle Kinder wie heute. Trotzdem waren sie wichtige Orte der Bildung, weil dort Texte gelesen, kopiert, gesammelt und weitergegeben wurden.
Auf der Reichenau entstand eine bedeutende Gelehrtenschule. Im 10. und 11. Jahrhundert erreichte die dortige Buchmalerei einen besonderen Höhepunkt. Mehrere prachtvolle Handschriften, die der Reichenauer Schule zugerechnet werden, gehören heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Buchmalerei aus der Reichenauer Schule: Solche Handschriften verbanden Schrift, religiösen Inhalt und aufwendige Bilder.
Ein bekannter Gelehrter der Reichenau war Walahfrid Strabo. Er lebte im 9. Jahrhundert, wurde später Abt der Reichenau und verfasste unter anderem das Lehrgedicht Hortulus über Pflanzen eines Gartens.
Der St. Galler Klosterplan
Eine außergewöhnliche Quelle für die Welt frühmittelalterlicher Klöster ist der St. Galler Klosterplan. Er entstand wahrscheinlich um 825/826 auf der Reichenau und wurde für das Kloster St. Gallen bestimmt, das heute in der Schweiz liegt.
Der Plan zeigt keine einfache Kirche, sondern eine ganze Klosterlandschaft: Kirche, Wohnräume, Skriptorium, Schule, Gästehäuser, Krankenbereich, Werkstätten, Ställe, Speicher und verschiedene Gärten. Er zeigt damit, wie umfassend ein großes Kloster organisiert sein konnte.

Der St. Galler Klosterplan ist die älteste erhaltene zeichnerische Darstellung einer ideal geplanten Klosteranlage aus dem Mittelalter.
Landwirtschaft: Kloster als Wirtschaftsraum
Ein Kloster brauchte Lebensmittel, Brennstoff, Kleidung, Baumaterial und viele weitere Dinge des täglichen Lebens. Große Klöster besaßen deshalb nicht nur Gebäude innerhalb ihrer Mauern. Durch Schenkungen und Käufe konnten sie Felder, Wiesen, Wälder, Weinberge, Höfe und Rechte in vielen Orten erhalten.
Dabei arbeiteten nicht nur Mönche oder Nonnen selbst. Zu einem großen Kloster gehörten auch Bedienstete, Handwerker und abhängige oder zinspflichtige Bauernfamilien. Diese bewirtschafteten Höfe und mussten je nach Rechtslage Abgaben oder Dienste leisten. Klöster waren deshalb auch wichtige Grundherren.
Der St. Galler Klosterplan zeigt, dass Landwirtschaft und Versorgung genau mitgedacht wurden. Zu sehen sind unter anderem Nutzgärten, ein Kräutergarten, ein Obstgarten, Ställe, Werkstätten und Vorratsbereiche.
Gärten, Heilpflanzen und der Hortulus
Walahfrid Strabos Hortulus beschreibt 24 Pflanzen. Darunter befinden sich Heil-, Gewürz- und Zierpflanzen. Das Gedicht ist deshalb nicht nur Literatur, sondern auch eine wichtige Quelle zur mittelalterlichen Gartenkultur.
Auf der Reichenau wurden moderne Klostergärten angelegt, die sich am St. Galler Klosterplan und am Hortulus orientieren. Sie helfen heute dabei, historische Gartenideen anschaulich zu machen.

Ein Kräutergarten beim ehemaligen Kloster Reichenau erinnert an die mittelalterliche Gartenkultur.
Achtung vor einem verbreiteten Klischee: Klöster haben nicht allein die mittelalterliche Landwirtschaft „erfunden“. Bauernfamilien verfügten ebenfalls über viel landwirtschaftliches Wissen. Klöster waren aber große Grundbesitzer, Verwaltungszentren und Orte, an denen Wissen schriftlich festgehalten und über weite Entfernungen weitergegeben werden konnte.
Drei Bereiche greifen ineinander
Religion, Bildung und Landwirtschaft lassen sich bei einem mittelalterlichen Kloster nicht vollständig voneinander trennen.
Der Gottesdienst machte Bücher notwendig. Bücher führten zu Schreibstuben, Bibliotheken und Unterricht. Eine größere Gemeinschaft benötigte Nahrung und Material. Deshalb mussten Besitz, Gärten und Höfe organisiert werden. Wohlhabende Klöster konnten wiederum Schreiber, Künstler und Bauleute unterstützen.
So konnte ein Kloster zugleich Gebetsort, Lernort, Wirtschaftszentrum und politischer Partner sein.
Beispiel Reichenau: ein Netzwerk am Bodensee
Die Reichenau lag nicht abgeschieden von der Welt. Das Kloster war mit anderen Klöstern, Bischofssitzen und Herrschern verbunden. Besonders wichtig waren Kontakte nach St. Gallen. Auch Könige und Kaiser förderten das Kloster.
Die drei erhaltenen mittelalterlichen Kirchen der Insel – das Münster St. Maria und Markus, St. Georg und St. Peter und Paul – machen noch heute sichtbar, wie bedeutend dieser Ort war. Seit dem Jahr 2000 gehört die Klosterinsel Reichenau zum UNESCO-Welterbe.

Das Münster St. Maria und Markus bildete das Zentrum des Klosters Reichenau.
Weitere Spuren im heutigen Baden-Württemberg
Auch an anderen Orten erinnert die Landschaft an frühe Klostergründungen. Dabei sind die heute sichtbaren Kirchen und Klostergebäude meistens jünger als die ursprüngliche Gründung.

Das Münster in Schwarzach erinnert an die lange Geschichte des dortigen Benediktinerklosters.

In Bad Säckingen entwickelte sich schon sehr früh eine klösterliche Gemeinschaft. Die heutige Kirche stammt in ihrer sichtbaren Gestalt aus späteren Jahrhunderten.
Im 11. Jahrhundert gewann mit Hirsau ein weiteres südwestdeutsches Kloster große Bedeutung. Hirsau gehört zwar nicht mehr zu den frühesten Klostergründungen des 8. Jahrhunderts, zeigt aber, wie sich das Klosterwesen im Hochmittelalter weiterentwickelte und reformierte.
Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Abt | Leiter eines Männerklosters |
| Äbtissin | Leiterin eines Frauenklosters |
| Benediktsregel | Regel für das gemeinsame Leben vieler mittelalterlicher Mönchs- und Nonnenklöster |
| Skriptorium | Raum oder Arbeitsbereich zum Schreiben und Kopieren von Texten |
| Pergament | Beschreibbares Material aus bearbeiteter Tierhaut |
| Reliquie | Körperlicher Überrest oder Gegenstand, der mit einem Heiligen verbunden und religiös verehrt wird |
| Grundherrschaft | Herrschaft über Land und die daran gebundenen Rechte und Abgaben |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Jahr wurde das Kloster Reichenau gegründet? (724) (!814) (!962) (!1095)
Wer gilt als Gründer des Klosters Reichenau? (Pirmin) (!Karl der Große) (!Walahfrid Strabo) (!Benedikt von Nursia)
Welche Hauptaufgabe hatte ein Skriptorium? (Texte schreiben und kopieren) (!Pferde züchten) (!Münzen prägen) (!Burgen verteidigen)
Was zeigt der St. Galler Klosterplan? (Eine ideal geplante Klosteranlage) (!Eine Karte des Frankenreichs) (!Eine Ritterburg) (!Einen mittelalterlichen Marktplatz)
Wo entstand der St. Galler Klosterplan wahrscheinlich? (Im Kloster Reichenau) (!In Rom) (!In Jerusalem) (!In Paris)
Was ist der Hortulus von Walahfrid Strabo? (Ein Gedicht über Gartenpflanzen) (!Eine Rittergeschichte) (!Ein Gesetzbuch) (!Eine Landkarte)
Warum besaßen große Klöster landwirtschaftliche Flächen? (Sie mussten ihre Gemeinschaft versorgen und Besitz verwalten) (!Sie wollten ausschließlich Turniere veranstalten) (!Sie brauchten Flächen für Kanonen) (!Sie bauten dort Fabriken)
Wer arbeitete auf klösterlichem Land? (Auch Bauernfamilien und Bedienstete) (!Nur Könige) (!Nur Ritter) (!Nur Schreiber)
Welche Aussage zu Klosterschulen ist richtig? (Sie dienten besonders der Ausbildung für Kirche und Kloster) (!Sie waren kostenlose Schulen für alle Kinder) (!Sie unterrichteten nur Landwirtschaft) (!Sie ersetzten alle Dorfschulen Europas)
Warum ist das genaue Gründungsjahr mancher früher Klöster unsicher? (Weil frühe Quellen fehlen oder erst später entstanden) (!Weil im Mittelalter keine Kalender bekannt waren) (!Weil alle Urkunden verboten waren) (!Weil Klöster grundsätzlich keine Namen hatten)
Memory
| Reichenau | Klosterinsel im Bodensee |
| Pirmin | Gründer von 724 |
| Skriptorium | Schreibwerkstatt für Handschriften |
| Hortulus | Pflanzengedicht Walahfrids |
| Klosterplan | Idealbild einer großen Anlage |
| Ellwangen | Frühes Kloster in Ostwürttemberg |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion |
|---|---|
| Kirche | Gottesdienst und Gebet |
| Skriptorium | Schreiben und Kopieren |
| Klosterschule | Lernen und Unterrichten |
| Kräutergarten | Anbau von Heil- und Küchenpflanzen |
| Vorratshaus | Lagern von Lebensmitteln und Material |
Kreuzworträtsel
| Reichenau | Welche Klosterinsel im Bodensee wurde 724 gegründet? |
| Pirmin | Welcher Wandermönch gilt als Gründer der Reichenau? |
| Skriptorium | Wie heißt die Schreibwerkstatt eines Klosters? |
| Hortulus | Wie heißt Walahfrid Strabos Gedicht über Gartenpflanzen? |
| Ellwangen | Welche frühe Klostergründung liegt im heutigen Ostwürttemberg? |
| Pergament | Auf welchem Material wurden viele mittelalterliche Handschriften geschrieben? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Klosterkarte: Markiere Reichenau, Gengenbach, Schwarzach, Ellwangen und Bad Säckingen auf einer Karte von Baden-Württemberg. Ergänze Bodensee, Rhein und Schwarzwald.
- Klostertag: Entwirf einen Tagesablauf für eine Person in einem mittelalterlichen Kloster. Nutze die Bereiche Gebet, Lesen, Arbeit, Essen und Ruhe.
- Bildanalyse Reichenau: Wähle eines der Bilder im aiMOOC aus und beschreibe zuerst nur, was Du sicher erkennen kannst. Formuliere danach zwei Vermutungen zur Nutzung des dargestellten Ortes.
- Klosterbegriffe: Erstelle zehn Begriffskarten mit je einem Fachwort auf der Vorderseite und einer einfachen Erklärung auf der Rückseite.
Standard
- Klosterplan untersuchen: Untersuche den St. Galler Klosterplan. Ordne mindestens acht Gebäude den Bereichen Religion, Bildung, Versorgung oder Landwirtschaft zu.
- Hortulus-Projekt: Recherchiere fünf Pflanzen aus Walahfrid Strabos Hortulus. Gestalte ein Plakat mit historischem Gebrauch und heutiger Verwendung.
- Kloster-Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast mit dem Titel „Ein Kloster ist mehr als eine Kirche“. Erkläre die Bereiche Religion, Bildung und Landwirtschaft.
- Vergleich Kloster Schule: Vergleiche eine Klosterschule des frühen Mittelalters mit Deiner heutigen Schule. Notiere mindestens drei Unterschiede und zwei Gemeinsamkeiten.
Schwer
- Quellenkritik Klostergründung: Untersuche, warum bei frühen Klöstern wie Ellwangen oder Säckingen verschiedene Gründungsangaben vorkommen können. Erkläre, warum spätere Überlieferungen kritisch geprüft werden müssen.
- Grundherrschaft Fallstudie: Entwickle ein Modell eines Klosterhofs. Zeige, wer Land besitzt, wer arbeitet, welche Produkte entstehen und welche Abgaben möglich sind. Begründe Deine Darstellung.
- Exkursion Klostergeschichte: Plane eine Exkursion zu einem ehemaligen Kloster in Baden-Württemberg. Formuliere Forschungsfragen zu Bau, Religion, Bildung und Wirtschaft und entwickle einen Beobachtungsbogen.
- Historisches Erklärvideo: Produziere ein Erklärvideo zur Frage „Wie veränderten Klöster den Südwesten?“. Trenne dabei sicher belegte Fakten, historische Vermutungen und moderne Vorstellungen deutlich voneinander.


Lernkontrolle
- Kloster als System: Erkläre anhand eines selbst gezeichneten Wirkungsnetzes, wie Gottesdienst, Schriftkultur und Landwirtschaft voneinander abhängig sein konnten.
- Quellenvergleich: Vergleiche den St. Galler Klosterplan mit einem heutigen Luftbild eines Klosterortes. Welche Aussagen über das frühe Mittelalter sind möglich und welche nicht?
- Mythos Klosterlandwirtschaft: Beurteile die Aussage „Die Mönche haben die Landwirtschaft im Mittelalter erfunden“. Formuliere ein begründetes Urteil mit mindestens drei Argumenten.
- Bildung und Macht: Erkläre, warum die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben einem Kloster politischen und wirtschaftlichen Einfluss verschaffen konnte.
- Standortentscheidung: Du sollst im 8. Jahrhundert ein Kloster gründen. Wähle einen sinnvollen Standort im Südwesten und begründe Deine Entscheidung mit Wasser, Nahrung, Wegen, Schutz und Kontakten.
- Perspektivwechsel: Beschreibe einen Konflikt zwischen einem Kloster und einer Bauernfamilie über Abgaben. Zeige beide Perspektiven und schlage eine historisch denkbare Lösung vor.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können:
- Du kannst erklären, warum der Begriff Baden-Württemberg für das frühe Mittelalter nur eine heutige geografische Orientierung ist.
- Du kennst wichtige frühe Klosterorte wie Reichenau, Gengenbach, Schwarzach, Ellwangen und Säckingen.
- Du kannst Religion, Bildung und Landwirtschaft als miteinander verbundene Aufgabenfelder eines Klosters erklären.
- Du kannst den St. Galler Klosterplan als historische Quelle beschreiben und seine Grenzen berücksichtigen.
- Du kannst die Bedeutung von Skriptorium, Klosterschule, Pergament und Handschrift erklären.
- Du kannst Walahfrid Strabos Hortulus mit mittelalterlicher Gartenkultur verbinden.
- Du kannst zwischen gesicherten Informationen, späteren Überlieferungen und modernen Vorstellungen unterscheiden.
- Du kannst erläutern, dass auf klösterlichem Land nicht nur Ordensleute, sondern auch Bauernfamilien und Bedienstete arbeiteten.
OERs zum Thema
Quellen und weiterführende Informationen
- LEO-BW: Die ersten Klöster im 8. Jahrhundert
- Deutsche UNESCO-Kommission: Klosterinsel Reichenau
- Deutsche UNESCO-Kommission: Reichenauer Handschriften
- Wikipedia: Kloster Reichenau
- Wikipedia: St. Galler Klosterplan
- Klostergärten Reichenau
Verknüpfte Lernbereiche
Die frühen Klöster im Südwesten verbinden mehrere Lernbereiche. Im Mittelpunkt stehen das Frühmittelalter, die Ausbreitung und Organisation des Christentums, die Entwicklung von Schriftkultur und Bildung sowie die wirtschaftliche Bedeutung von Grundherrschaft und Landwirtschaft.
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