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Pfahlbauten am Bodensee – Jungsteinzeit

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Pfahlbauten am Bodensee – Jungsteinzeit



Einleitung

Stell Dir vor, Du stehst am Bodensee – aber nicht heute, sondern vor fast 6.000 Jahren. Am flachen Ufer liegen kleine Dörfer. Häuser aus Holz, Zweigen, Lehm und Pflanzenmaterial stehen auf Pfählen oder erhöhten Holzkonstruktionen. Menschen bauen Getreide an, halten Tiere, sammeln Wildpflanzen, fischen im See und stellen Werkzeuge aus Stein, Holz, Knochen und Geweih her. Diese Zeit gehört zur Jungsteinzeit.

Die sogenannten Pfahlbauten am Bodensee sind für die Archäologie besonders wichtig. In feuchten Böden und unter Wasser bleiben Dinge erhalten, die an trockenen Orten oft verrotten: Holz, Pflanzenreste, Textilien, Speisereste und andere organische Materialien. Dadurch können Forschende den Alltag der Menschen erstaunlich genau untersuchen.

Das Bild zeigt Rekonstruktionen im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Wichtig ist: Die Häuser im Museum sind Nachbauten. Die originalen prähistorischen Siedlungsreste liegen meist im Boden oder unter Wasser. Auch die Fundstelle Unteruhldingen-Stollenwiesen gehört zum UNESCO-Welterbe, nicht jedoch die modernen Museumsbauten selbst.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Menschen in der Jungsteinzeit am Bodensee wohnten, arbeiteten und sich ernährten. Du erfährst außerdem, wie Archäologinnen und Archäologen aus Pfählen, Getreidekörnern, Tierknochen und anderen Funden Wissen über eine Zeit gewinnen, aus der es noch keine schriftlichen Berichte gibt.


Pfahlbauten am Bodensee


Was bedeutet „Pfahlbau“?

Der Begriff „Pfahlbau“ bezeichnet Gebäude, deren Konstruktion von in den Boden gerammten Holzpfählen getragen wurde. Solche Häuser standen häufig in der feuchten Uferzone von Seen oder in Moorgebieten. Dabei solltest Du Dir nicht jedes Dorf wie eine Insel aus Häusern mitten im tiefen Wasser vorstellen. Der Wasserstand des Bodensees änderte sich immer wieder. Manche Siedlungen lagen zeitweise an einem trockenen oder sumpfigen Ufer, andere sehr nah am Wasser. Heute befinden sich viele Reste unter Wasser.

Die Nähe zum See hatte Vorteile: Wasser war leicht erreichbar, Fische konnten gefangen werden und der See war ein Verkehrsweg. Gleichzeitig war das Ufer feucht und manchmal von Hochwasser bedroht. Erhöhte Böden und Pfahlkonstruktionen halfen, Wohnflächen vom nassen Untergrund zu trennen.


Wichtige Fundorte in Baden-Württemberg

Am baden-württembergischen Bodenseeufer sind zahlreiche prähistorische Siedlungsplätze bekannt. Besonders berühmt sind Fundstellen bei Hornstaad-Hörnle, Sipplingen, Unteruhldingen, Allensbach und Konstanz. Einige von ihnen gehören seit 2011 zum grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

Das Welterbe umfasst 111 ausgewählte Fundstellen in sechs Ländern rund um die Alpen. 15 davon liegen in Baden-Württemberg – am Bodensee, am Federsee und an kleineren Seen Oberschwabens. Diese Fundstellen sind besonders schützenswert, weil sie ein außergewöhnlich genaues Bild früher bäuerlicher Gesellschaften vermitteln.

Ein spannendes Beispiel ist Hornstaad-Hörnle am westlichen Bodensee. Dort wurde ein jungsteinzeitliches Dorf untersucht, das um 3900 v. Chr. bestand. Ein Brand zerstörte große Teile der Siedlung. Gerade dadurch blieben viele verkohlte Vorräte und Baureste erhalten, aus denen Forschende heute wichtige Informationen gewinnen.


Leben im Dorf


Häuser bauen ohne Metallwerkzeuge

Ein Hausbau war Teamarbeit. Zuerst mussten Bäume gefällt und Stämme bearbeitet werden. Dazu dienten geschliffene Steinbeile und Steinäxte. Holzpfähle wurden zugespitzt und in den weichen Untergrund gerammt. Auf ihnen entstanden tragende Konstruktionen, Böden und Wände. Wände konnten aus verflochtenen Zweigen bestehen und mit Lehm abgedichtet werden. Für Dächer nutzte man je nach Ort und Bauweise pflanzliche Materialien oder Holz.

Das Hornstaadhaus links auf dem Bild ist eine moderne Rekonstruktion nach archäologischen Befunden. Solche Nachbauten sind Teil der experimentellen Archäologie. Forschende prüfen dabei praktisch, wie viel Material, Zeit und Arbeit eine bestimmte Technik benötigt und ob ein vorgeschlagener Bau überhaupt funktioniert.

Ein rekonstruiertes Haus kann jedoch niemals alle Einzelheiten sicher zeigen. Archäologie arbeitet mit Spuren und Wahrscheinlichkeiten. Darum ist es wichtig, zwischen Fund, Deutung und Rekonstruktion zu unterscheiden.


Werkzeuge und technische Ideen

„Steinzeit“ bedeutet nicht, dass alles aus Stein bestand. Holz war wahrscheinlich einer der wichtigsten Werkstoffe, ist aber nur unter günstigen Bedingungen erhalten. Daneben nutzten Menschen Feuerstein und andere Gesteine, Knochen, Geweih, Pflanzenfasern und Lehm.

Mit Beilen wurden Hölzer bearbeitet. Scharfe Feuersteinklingen eigneten sich zum Schneiden und Schaben. Bohrer und Schleiftechniken halfen bei der Herstellung von Werkzeugen. Knochen und Geweih konnten zu Spitzen oder anderen Geräten verarbeitet werden. Ein besonders nützlicher Stoff war Birkenpech: Es konnte als Klebstoff dienen. Aus Hornstaad-Hörnle sind sogar gekaute Pechstücke mit Zahnspuren bekannt.

Das Bild zeigt eine rekonstruierte Schäftung mit einer jungsteinzeitlichen Beilklinge nach einem Fund aus Hornstaad-Hörnle. Eine geschliffene Steinklinge wurde also mit einem Griff aus Holz zu einem wirkungsvollen Werkzeug verbunden.

Die Technik bestand also nicht nur aus einzelnen Werkzeugen. Entscheidend war das Wissen darüber, welches Material für welche Aufgabe geeignet war, wie man Feuer kontrollierte und wie mehrere Arbeitsschritte miteinander verbunden wurden.


Einbaum: unterwegs auf dem Wasser

Für Wege auf dem See und möglicherweise auch für Fischfang und Transport nutzten Menschen Boote. Ein Einbaum wird aus einem einzigen Baumstamm hergestellt, der ausgehöhlt wird. Solche Wasserfahrzeuge zeigen, dass der Bodensee nicht nur eine Grenze, sondern auch ein Verkehrsraum war.

Der im Video gezeigte Fund eines sehr alten Einbaums macht deutlich, wie eng Unterwasserarchäologie, Holzforschung und Denkmalschutz am Bodensee zusammenarbeiten.


Ernährung in der Jungsteinzeit


Ackerbau und Vorräte

Die Menschen der Jungsteinzeit waren Bauern. Am Bodensee wurden verschiedene Getreidearten angebaut. Für Hornstaad-Hörnle sind unter anderem Einkorn, Emmer, Gerste und Nacktweizen nachgewiesen. Getreide konnte gedroschen, gereinigt, gelagert und auf Mahlsteinen zerkleinert werden. Daraus entstanden zum Beispiel Brei oder gebackene Speisen.

Auch Lein spielte eine Rolle. Die Pflanze lieferte Samen und Fasern. Aus Pflanzenfasern konnten Schnüre und Textilien entstehen. Gerade in Feuchtbodensiedlungen haben sich manchmal Reste solcher empfindlichen Materialien erhalten.


Sammeln, Tierhaltung, Jagd und Fischfang

Ackerbau war nur ein Teil der Ernährung. Menschen sammelten Wildpflanzen, Früchte und Nüsse. In den feuchten Fundschichten bleiben zum Beispiel Samen, Schalen und verkohlte Pflanzenreste erhalten. Solche Funde verraten, was gegessen, gesammelt oder gelagert wurde.

Auch Haustiere gehörten zum Alltag. In Hornstaad-Hörnle wurden unter anderem Knochen von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen gefunden. Daneben jagten Menschen Wildtiere. Fisch war am Bodensee ebenfalls ein wichtiger Teil der Nahrung. Die Ernährung war deshalb eine Mischung aus Ackerbau, Tierhaltung, Sammeln, Jagd und Fischfang.


Küche ohne Herdplatte

Zum Kochen gab es Feuerstellen und Keramikgefäße. Getreide musste zuerst bearbeitet werden: ernten, trocknen, dreschen, reinigen, mahlen und schließlich zubereiten. Fleisch und Fisch konnten gekocht oder gebraten werden. Vorratshaltung war wichtig, weil nicht jede Nahrung das ganze Jahr verfügbar war.

Solche Keramikgefäße aus Hornstaad-Hörnle zeigen, dass Ton zu haltbaren Behältern geformt und gebrannt wurde. Gefäße konnten beim Aufbewahren und Zubereiten von Lebensmitteln helfen.

Archäologinnen und Archäologen untersuchen deshalb nicht nur schöne Einzelstücke. Ein verbrannter Getreidevorrat, eine Fischgräte oder eine Apfelschale kann für die Forschung genauso wertvoll sein wie ein Steinbeil.


Woher wissen wir das?


Unterwasserarchäologie und Feuchtbodenerhaltung

Unter Luftabschluss im nassen Boden zersetzen sich viele organische Materialien langsamer. Deshalb sind die Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen außergewöhnliche Archive. Taucherinnen und Taucher dokumentieren Pfähle, Kulturschichten und Funde unter Wasser. Proben werden naturwissenschaftlich untersucht.

Die Methoden ergänzen einander: Tierknochen geben Hinweise auf Tierhaltung und Jagd, Pflanzenreste auf Ernährung und Landwirtschaft, Werkzeugspuren auf Handwerk und Holzpfähle auf den Hausbau.


Dendrochronologie: Jahresringe als Kalender

Holz wächst jedes Jahr um einen neuen Jahresring. Breite und schmale Ringe bilden charakteristische Muster. Werden solche Muster mit bereits bekannten Reihen verglichen, kann das Fälljahr eines Baumes oft sehr genau bestimmt werden. Diese Methode heißt Dendrochronologie.

Gerade bei Pfahlbauten ist sie besonders wichtig, weil sich viele Bauhölzer erhalten haben. So können Forschende manchmal erkennen, in welchem Jahr Häuser gebaut oder repariert wurden. In Sipplingen reicht die lange Folge von Siedlungen über viele Jahrhunderte. Dadurch lässt sich beobachten, wie sich Dörfer und Wirtschaftsweisen veränderten.


Forschung verändert Bilder der Vergangenheit

Schon im 19. Jahrhundert faszinierten Pfahlbauten die Menschen. Damals entstanden eindrucksvolle Zeichnungen von Dörfern auf großen Plattformen über dem Wasser. Heute weiß man durch Ausgrabungen und Unterwasserforschung, dass die Wirklichkeit vielfältiger war.

Die historische Darstellung ist deshalb selbst eine wichtige Quelle – allerdings vor allem dafür, wie Menschen im 19. Jahrhundert die Vorgeschichte vorgestellt haben. Moderne Rekonstruktionen werden stärker an archäologische Befunde angepasst. Auch sie bleiben überprüfbare Modelle und keine Zeitmaschinen.


UNESCO-Welterbe und Schutz

Seit 2011 gehören die „Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen“ zum UNESCO-Welterbe. Die 111 ausgewählten Fundstellen liegen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien und Slowenien. Viele Fundstellen sind von außen kaum sichtbar, weil ihre Schichten im Boden oder unter Wasser liegen.

Das macht ihren Schutz schwierig. Ufererosion, Bauarbeiten, Schiffsverkehr, Eingriffe in den Seegrund oder Veränderungen des Wasserhaushalts können archäologische Schichten beschädigen. Denkmalschutz bedeutet deshalb oft: Fundstellen beobachten, dokumentieren und möglichst ungestört im Boden erhalten.

Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen hilft dabei, Forschung anschaulich zu vermitteln. Seine rekonstruierten Häuser zeigen mögliche Lebenswelten der Stein- und Bronzezeit. Für historisches Lernen gilt aber immer: Ein Nachbau ist eine Deutung auf Grundlage von Funden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum sind viele organische Funde aus Pfahlbausiedlungen besonders gut erhalten? (Weil sie lange unter Luftabschluss im feuchten Boden lagen) (!Weil Holz in der Steinzeit nicht verrotten konnte) (!Weil alle Gegenstände aus Stein bestanden) (!Weil die Häuser aus Beton gebaut wurden)




Was ist ein Einbaum? (Ein Boot aus einem ausgehöhlten Baumstamm) (!Ein Haus aus einem einzigen Stein) (!Ein Werkzeug zum Mahlen von Getreide) (!Ein Speicher für Tierfutter)




Welche Methode datiert Holz mithilfe seiner Jahresringe? (Dendrochronologie) (!Kartografie) (!Numismatik) (!Fotografie)




Welche Aussage zu den Pfahlbauten am Bodensee ist richtig? (Nicht jedes Dorf stand dauerhaft über tiefem Wasser) (!Alle Häuser standen mitten im tiefsten Teil des Sees) (!Pfahlbauten gab es nur im Mittelalter) (!Die Menschen lebten ausschließlich auf Booten)




Welche Getreideart ist für die Jungsteinzeit am Bodensee nachgewiesen? (Einkorn) (!Mais) (!Reis) (!Zuckerrohr)




Wozu konnte Birkenpech dienen? (Als Klebstoff) (!Als Glasfenster) (!Als Metallmünze) (!Als Schreibpapier)




Welche Tiere wurden in Hornstaad-Hörnle als Haustiere nachgewiesen? (Rinder Schweine Schafe und Ziegen) (!Kamele Lamas Yaks und Rentiere) (!Tiger Löwen Leoparden und Geparden) (!Pinguine Robben Delfine und Wale)




Was ist experimentelle Archäologie? (Das praktische Erproben historischer Techniken auf Grundlage von Befunden) (!Das Erfinden frei ausgedachter Geschichten ohne Funde) (!Das Sammeln moderner Werkzeuge im Museum) (!Das Auswendiglernen von Jahreszahlen)




Was gehört seit 2011 zum UNESCO-Welterbe? (Ausgewählte prähistorische Pfahlbaufundstellen rund um die Alpen) (!Alle modernen Häuser am Bodensee) (!Nur das Museumsgebäude in Unteruhldingen) (!Alle Dörfer in Baden-Württemberg)




Warum sind Pflanzenreste für die Archäologie wichtig? (Sie geben Hinweise auf Ernährung Landwirtschaft und Umwelt) (!Sie zeigen die Namen aller Dorfbewohner) (!Sie ersetzen jede andere Fundart) (!Sie beweisen dass es schon Supermärkte gab)





Memory

Dendrochronologie Datierung durch Jahresringe
Einbaum Boot aus ausgehöhltem Stamm
Lehmflechtwand Zweiggeflecht mit Lehmbewurf
Birkenpech Klebstoff der Steinzeit
Mahlstein Zerkleinern von Getreide
Unterwasserarchäologie Untersuchung versunkener Fundstellen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Holzpfahl Trägt Teile der Hauskonstruktion
Feuerstein Material für scharfe Klingen
Lein Pflanze für Samen und Fasern
Tierknochen Quelle für Informationen über Haltung und Jagd
Getreidekorn Quelle für Informationen über Ackerbau






Kreuzworträtsel

Hornstaad Welche Bodensee-Fundstelle ist für ein jungsteinzeitliches Dorf um 3900 v. Chr. bekannt?
Sipplingen Welcher Ort besitzt eine besonders lange Folge prähistorischer Ufersiedlungen?
Einbaum Wie heißt ein Boot aus einem ausgehöhlten Baumstamm?
Mahlstein Womit wurde Getreide zerkleinert?
Birkenpech Welcher steinzeitliche Stoff konnte als Klebstoff dienen?
Dendrochronologie Wie heißt die Datierungsmethode mit Jahresringen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Pfahlbauten am Bodensee gehören zu den wichtigsten Quellen für das Leben in der

. Viele Reste sind erhalten, weil sie im feuchten Boden unter

lagen. Häuser wurden unter anderem von Holzpfählen als Teil der

getragen. Scharfe Klingen konnten aus

hergestellt werden. Getreide wurde auf einem

zerkleinert. Ein ausgehöhlter Baumstamm konnte als

genutzt werden. Der Klebstoff aus Birkenrinde heißt

. Tierknochen zeigen etwas über Haltung und

. Holz lässt sich mithilfe der Jahresringe durch die

datieren. Seit 2011 sind ausgewählte Pfahlbaufundstellen Teil des

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Pfahlbau-Modell: Baue aus Papier, Holzstäbchen oder Recyclingmaterial ein einfaches Modell eines jungsteinzeitlichen Hauses. Markiere Pfähle, Boden, Wände und Dach und erkläre die Funktion der Teile.
  2. Steinzeit-Speiseplan: Entwirf einen Tages-Speiseplan nur mit Lebensmitteln, die für die Jungsteinzeit am Bodensee plausibel sind. Kennzeichne, ob sie angebaut, gehalten, gesammelt, gejagt oder gefischt wurden.
  3. Fundstück erklären: Wähle ein Fundstück wie Mahlstein, Tierknochen, Getreidekorn oder Einbaum und gestalte eine kleine Museumskarte mit drei Informationen.
  4. Bildvergleich Pfahlbauten: Vergleiche eine historische Darstellung mit einem modernen Rekonstruktionsfoto. Notiere drei Unterschiede und eine Frage, die Du an eine Archäologin oder einen Archäologen stellen würdest.


Standard

  1. Werkzeug-Experiment: Teste mit ungefährlichen Materialien, wie sich Schneiden, Schaben oder Bohren ohne moderne Elektrogeräte anfühlt. Dokumentiere Material, Vorgehen, Zeit und Ergebnis.
  2. Archäologie-Comic: Zeichne einen Comic, in dem ein verkohltes Getreidekorn erklärt, wie es nach fast 6.000 Jahren zu einer archäologischen Quelle wird.
  3. Pfahlbauten-Podcast: Produziere einen zwei- bis dreiminütigen Audiobeitrag über Wohnen, Technik und Ernährung am Bodensee. Trenne gesicherte Funde von Vermutungen.
  4. Museumskritik: Untersuche online oder bei einem Besuch, wie das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen Rekonstruktionen einsetzt. Erkläre, welche Chancen und Grenzen solche Nachbauten für das Lernen haben.


Schwer

  1. Forschungsfrage Pfahlbauten: Entwickle eine eigene Forschungsfrage zum jungsteinzeitlichen Alltag. Lege fest, welche Fundarten Du zur Beantwortung brauchen würdest und warum.
  2. Ernährung rekonstruieren: Erstelle aus Pflanzenresten, Tierknochen und Fischfunden ein begründetes Modell der Ernährung. Zeige auch, welche Aussagen unsicher bleiben.
  3. UNESCO-Debatte: Bereite eine Diskussion vor: Soll eine empfindliche Unterwasserfundstelle für Besucher sichtbar gemacht oder möglichst unberührt geschützt werden? Entwickle Argumente für beide Seiten.
  4. Exkursion Bodensee-Archäologie: Plane eine Exkursion zu einem Museum oder Welterbe-Informationspunkt am Bodensee. Formuliere Beobachtungsaufträge zu Hausbau, Technik, Ernährung und Denkmalschutz.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Rekonstruktion beurteilen: Erkläre, warum ein rekonstruiertes Pfahlbauhaus nützlich ist, aber nicht mit einem originalen jungsteinzeitlichen Haus gleichgesetzt werden darf.
  2. Fundkombination auswerten: In einer Siedlung werden Mahlsteine, Getreidekörner, Fischgräten und Tierknochen entdeckt. Leite daraus mindestens drei Aussagen über die Ernährung ab und benenne eine Unsicherheit.
  3. Standortentscheidung erklären: Beurteile Vor- und Nachteile eines Siedlungsplatzes direkt am flachen Bodenseeufer. Beziehe Wasser, Nahrung, Transport und Hochwasser ein.
  4. Technikkette erklären: Beschreibe am Beispiel eines Holzhauses, wie Rohstoffe, Werkzeuge, Wissen und Zusammenarbeit zusammenwirken.
  5. Archäologische Methoden vergleichen: Vergleiche Dendrochronologie, Pflanzenanalyse und Tierknochenanalyse. Erkläre, welche unterschiedlichen Fragen jede Methode beantwortet.
  6. Welterbeschutz abwägen: Entwickle eine begründete Regel, wie Tourismus und Schutz empfindlicher Unterwasserfundstellen miteinander vereinbart werden könnten.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Einzelwissen kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Jungsteinzeit am Bodensee: Du kannst den zeitlichen und räumlichen Zusammenhang der Pfahlbausiedlungen erklären.
  2. Hausbau und Technik: Du kannst Materialien, Werkzeuge und Arbeitsschritte eines Pfahlbaus beschreiben.
  3. Ernährung und Wirtschaft: Du kannst Ackerbau, Tierhaltung, Sammeln, Jagd und Fischfang miteinander verbinden.
  4. Archäologische Quellen: Du kannst erklären, was Holz, Pflanzenreste, Tierknochen und Keramik über den Alltag verraten.
  5. Rekonstruktion und Befund: Du kannst zwischen originalem Fund, wissenschaftlicher Deutung und moderner Rekonstruktion unterscheiden.
  6. UNESCO-Welterbe: Du kannst begründen, warum unsichtbare Fundstellen unter Wasser geschützt werden müssen.




OERs zum Thema

Weitere verlässliche Informationen bieten das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und die UNESCO-Welterbeseite zu den prähistorischen Pfahlbauten.


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