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Prüfverfahren und Prüfmittel auswählen - Schmied 1

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Prüfverfahren und Prüfmittel auswählen - Schmied 1




Prüfverfahren und Prüfmittel auswählen - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden entstehen Werkstücke durch plastische Formänderung, häufig bei hoher Temperatur. Ein Bauteil kann optisch überzeugend wirken und trotzdem Maßabweichungen, Verzug, Zundervertiefungen, Überlappungen, Härteunterschiede oder Risse aufweisen. Deshalb gehört das fachgerechte Prüfen ebenso zur Arbeit wie Erwärmen, Umformen, Richten und Nacharbeiten. In der Ausbildung zum Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung lernst Du, mechanische und physikalische Größen zu messen, Arbeitsergebnisse zu bewerten und Maßnahmen der Qualitätssicherung zu dokumentieren.

Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie Du für ein geschmiedetes Werkstück ein geeignetes Prüfverfahren und ein geeignetes Prüfmittel auswählst. Im Mittelpunkt stehen Maß-, Form-, Oberflächen- und Werkstoffprüfungen in der Werkstatt. Du lernst außerdem, Grenzen einfacher Werkstattprüfungen zu erkennen und bei besonderen Anforderungen qualifiziertes Prüfpersonal einzubeziehen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du Prüfmerkmale aus Zeichnungen und Arbeitsaufträgen ableiten, zwischen Messen und Lehren unterscheiden, Messbereich und Auflösung eines Prüfmittels passend auswählen, typische Messfehler vermeiden, Prüfungen an Schmiedeteilen planen und Prüfergebnisse nachvollziehbar dokumentieren.


Grundlagen des Prüfens

Prüfen bedeutet, festzustellen, inwieweit ein Prüfobjekt eine festgelegte Forderung erfüllt. Die Forderung kann aus einer technischen Zeichnung, einem Arbeitsplan, einer Norm, einer Kundenvorgabe oder einem Muster stammen. Prüfmerkmale sind zum Beispiel Länge, Durchmesser, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Oberflächenzustand, Härte oder Rissfreiheit.

Beim subjektiven Prüfen beurteilst Du ein Merkmal unmittelbar mit den Sinnen, etwa durch Sehen oder Fühlen. Beim objektiven Prüfen verwendest Du ein Prüfmittel. Objektive Prüfungen werden im Werkstattbereich vor allem in Messen und Lehren gegliedert.

  1. Messen: Du ermittelst einen Zahlenwert mit Einheit, zum Beispiel 19,96 mm.
  2. Lehren: Du stellst fest, ob ein Werkstück eine vorgegebene Grenze einhält, zum Beispiel Gut oder Ausschuss.
  3. Sichtprüfung: Du beurteilst sichtbare Merkmale wie Risse, Zunder, Grat, Verzug, Überlappungen oder unvollständig ausgeformte Bereiche.
  4. Werkstoffprüfung: Du untersuchst Werkstoffeigenschaften oder Fehlstellen, zum Beispiel Härte oder oberflächenoffene Risse.


Prüfmittel, Messmittel und Lehren

Ein Prüfmittel ist ein technisches Mittel, mit dem die Erfüllung einer Forderung geprüft wird. Ein Messmittel liefert einen Messwert. Eine Lehre verkörpert ein Maß oder eine Form und ermöglicht in der Regel eine Gut-Schlecht-Entscheidung. Für zuverlässige Ergebnisse müssen Prüfmittel geeignet, sauber, unbeschädigt und innerhalb des festgelegten Überwachungszeitraums sein.

Parallelendmaße sind hochgenaue Maßverkörperungen. Sie werden unter anderem zum Prüfen oder Kalibrieren geeigneter Längenmessmittel verwendet. Im betrieblichen Alltag darfst Du ein Prüfmittel nur einsetzen, wenn Kennzeichnung, Zustand und gegebenenfalls Kalibrierstatus in Ordnung sind.


Prüfmerkmale am Schmiedeteil

Die Auswahl beginnt nicht beim Werkzeugschrank, sondern bei der Frage: Was muss am Werkstück nachgewiesen werden? Typische Prüfmerkmale sind:

  1. Maßprüfung: Länge, Breite, Dicke, Durchmesser, Lochabstand, Bohrungstiefe oder Spaltmaß.
  2. Formprüfung: Geradheit, Ebenheit, Rundheit, Parallelität, Rechtwinkligkeit oder Kontur.
  3. Oberflächenprüfung: Zunderreste, Kerben, Falten, Überlappungen, Grat, Korrosion, Schleifspuren oder sichtbare Risse.
  4. Werkstoffprüfung: Härte, Gefüge, Festigkeit oder innere und oberflächennahe Fehlstellen.
  5. Funktionsprüfung: Beweglichkeit eines Scharniers, Sitz eines Bolzens, Schließverhalten eines Riegels oder Passung eines Werkzeugs.

Bei geschmiedeten Bauteilen ist außerdem zu berücksichtigen, dass Wärmeausdehnung, Abkühlverzug und Zunder das Prüfergebnis beeinflussen können. Präzisionsmaße werden deshalb erst an einem ausreichend abgekühlten, gereinigten und entgrateten Werkstück geprüft. Für genaue Längenmessungen ist eine möglichst gleichmäßige Temperatur von Werkstück und Messmittel wichtig.


Geeignete Prüfmittel für Maße und Formen


Stahlmaßstab, Winkel und Richtmittel

Ein Stahlmaßstab eignet sich für weniger enge Toleranzen und schnelle Längenprüfungen. Ein Haarlineal oder Richtlineal unterstützt die Prüfung von Geradheit und Ebenheit. Ein Anschlagwinkel prüft die Rechtwinkligkeit. Spalte zwischen Richtmittel und Werkstück können bei Bedarf mit einer Fühlerlehre beurteilt werden.

Die Fühlerlehre besteht aus Blättern definierter Dicke. Sie eignet sich zum Prüfen schmaler Spalte. Das Ergebnis ist nur zuverlässig, wenn die Blätter sauber, unbeschädigt und nicht geknickt sind.


Messschieber

Der Messschieber eignet sich für Außen-, Innen-, Tiefen- und Stufenmaße. Er ist vielseitig und robust, aber nicht für jede enge Toleranz ausreichend. Vor der Messung prüfst Du die Messflächen, den Nullpunkt, den Messbereich und die Ablesbarkeit.

Typische Fehler entstehen durch Verkanten, zu hohe Messkraft, Schmutz, Grat, falsche Messstellen oder einen Ablesefehler am Nonius. Runde oder unregelmäßig geschmiedete Querschnitte solltest Du an mehreren Stellen und in mehreren Richtungen messen.


Bügelmessschraube

Die Bügelmessschraube eignet sich für genauere Außenmaße, etwa den Durchmesser eines geschliffenen Bolzens oder die Dicke eines nachbearbeiteten Bereichs. Ihre Messkraft wird über Ratsche oder Friktionskupplung begrenzt. Sie hat einen kleineren Messbereich als ein Messschieber, liefert bei richtiger Anwendung aber meist eine feinere Auflösung und bessere Wiederholbarkeit.


Lehren und Vergleichsmittel

Lehren sind sinnvoll, wenn schnell geprüft werden soll, ob ein Maß innerhalb festgelegter Grenzen liegt. Beispiele sind Grenzlehrdorn, Grenzrachenlehre, Radiuslehre, Gewindelehre und Formschablone. Beim Schmieden werden häufig selbst gefertigte Kontur- oder Längenschablonen verwendet. Eine Schablone ist nur dann ein verlässliches Prüfmittel, wenn ihre Sollkontur eindeutig festgelegt und ihr Zustand regelmäßig kontrolliert wird.


Werkstoff- und Rissprüfungen


Sichtprüfung VT

Die Sichtprüfung ist häufig der erste Schritt. Das Werkstück muss ausreichend beleuchtet, zugänglich und gereinigt sein. Du suchst systematisch nach Rissen, Falten, Überlappungen, unvollständig ausgeformten Bereichen, starken Zundervertiefungen, Schleifkerben und unzulässigem Verzug. Hilfsmittel können Lupe, Spiegel, Leuchte, Endoskop, Vergleichsmuster oder Schweißnahtlehre sein.

Eine Sichtprüfung kann nur Merkmale erfassen, die sichtbar oder optisch zugänglich sind. Ein unauffälliger Oberflächeneindruck beweist deshalb nicht, dass das Bauteil frei von inneren Fehlern ist.


Eindringprüfung PT

Die Eindringprüfung macht oberflächenoffene Fehlstellen sichtbar. Nach einer gründlichen Vorreinigung wird ein Eindringmittel aufgetragen. Nach der vorgeschriebenen Eindringzeit wird überschüssiges Mittel entfernt und ein Entwickler aufgetragen. Der Entwickler zieht das in Fehlstellen verbliebene Eindringmittel heraus und erzeugt eine sichtbare Anzeige.

Das Verfahren eignet sich für viele dichte, nicht zu poröse Werkstoffe. Es zeigt jedoch nur Fehlstellen, die zur Oberfläche offen sind. Prüfmittel, Einwirkzeiten, Reinigung und Auswertung müssen nach einer gültigen Prüfanweisung erfolgen.


Magnetpulverprüfung MT

Die Magnetpulverprüfung eignet sich für ferromagnetische Werkstoffe, insbesondere viele Stähle. Das Bauteil wird magnetisiert. An Rissen oder anderen oberflächennahen Unterbrechungen entstehen Streufelder, an denen sich magnetische Prüfteilchen sammeln. Dadurch werden Anzeigen sichtbar.

Die Prüfrichtung ist wichtig, weil eine Fehlstelle besonders gut angezeigt wird, wenn sie günstig zum Magnetfeld liegt. Je nach Prüfaufgabe sind mehrere Magnetisierungsrichtungen erforderlich. Nach der Prüfung kann eine Entmagnetisierung notwendig sein.


Ultraschallprüfung UT und weitere Verfahren

Die Ultraschallprüfung kann innere Fehlstellen nachweisen und Wanddicken bestimmen. Sie erfordert geeignete Prüfköpfe, Koppelmittel, Referenzkörper, Geräteeinstellung und qualifizierte Auswertung. Weitere Verfahren sind Durchstrahlungsprüfung, Wirbelstromprüfung und Thermografie. Solche Prüfungen werden nicht allein wegen eines verfügbaren Geräts ausgewählt, sondern aufgrund der Fehlerart, des Werkstoffs, der Geometrie, der Zugänglichkeit und der geforderten Nachweisgrenze.

Für qualitäts- oder sicherheitsrelevante zerstörungsfreie Prüfungen kann qualifiziertes und zertifiziertes Personal nach DIN EN ISO 9712 erforderlich sein. Als Auszubildender arbeitest Du deshalb nach betrieblicher Prüfanweisung und innerhalb Deiner Unterweisung und Beauftragung.


Härteprüfung

Eine Härteprüfung beurteilt den Widerstand eines Werkstoffs gegen das Eindringen eines Prüfkörpers. Gebräuchliche Verfahren sind Brinell, Vickers und Rockwell. Die Auswahl hängt unter anderem von Werkstoff, Härtebereich, Bauteildicke, Oberflächenzustand und Größe des zulässigen Prüfeindrucks ab.

Eine Härteprüfung kann zum Beispiel nach dem Härten und Anlassen eines geschmiedeten Werkzeugs eingesetzt werden. Der Prüfeindruck verändert die Oberfläche örtlich. Deshalb muss die Prüfposition so gewählt werden, dass Funktion und Sicherheit des Bauteils nicht beeinträchtigt werden.


Auswahl des Prüfverfahrens

Gehe bei der Auswahl systematisch vor:

  1. Prüfmerkmal festlegen: Bestimme, welches Merkmal geprüft werden soll und wo die Sollangabe steht.
  2. Toleranz auswerten: Ermittle Nennmaß, obere und untere Abweichung oder eine eindeutige Gut-Schlecht-Grenze.
  3. Prüfobjekt beurteilen: Beachte Werkstoff, Geometrie, Oberflächenzustand, Temperatur, Zugänglichkeit und mögliche Fehlerarten.
  4. Verfahren auswählen: Entscheide zwischen Sichtprüfung, Messen, Lehren, Funktionsprüfung oder Werkstoffprüfung.
  5. Prüfmittel auswählen: Prüfe Messbereich, Auflösung, Messflächen, Messkraft, Unsicherheit, Zustand und Kalibrierstatus.
  6. Prüfung vorbereiten: Reinige und entgrate das Werkstück, lege Messstellen fest und sorge für sichere Handhabung.
  7. Ergebnis dokumentieren: Halte Sollwert, Istwert oder Prüfaussage, Prüfmittel, Datum, Prüfer und Abweichungen fest.


Entscheidungstabelle

Prüfmerkmal Geeignetes Verfahren Typisches Prüfmittel Ergebnis
Grobe Länge eines Schmiederohlings Messen Stahlmaßstab Zahlenwert in Millimeter
Außendurchmesser eines Bolzens Messen Messschieber oder Bügelmessschraube Zahlenwert in Millimeter
Einhaltung einer Grenzabmessung in Serie Lehren Grenzrachenlehre oder Grenzlehrdorn Gut oder Ausschuss
Rechtwinkligkeit eines Anschlags Vergleichen oder Messen Anschlagwinkel und gegebenenfalls Fühlerlehre Abweichung oder Gut-Schlecht-Aussage
Kontur eines Zierelements Lehren Formschablone Übereinstimmung oder Nacharbeit
Sichtbare Schmiedefehler Sichtprüfung Leuchte, Lupe und Vergleichsmuster Befundbeschreibung
Oberflächenoffene Risse Eindringprüfung PT-Prüfsystem Anzeige nach Prüfanweisung
Oberflächennahe Risse in ferromagnetischem Stahl Magnetpulverprüfung MT-Prüfsystem Anzeige nach Prüfanweisung
Härte nach Wärmebehandlung Härteprüfung Härteprüfgerät Härtewert mit Verfahrensangabe


Typische Mess- und Prüfabweichungen

  1. Werkstücktemperatur: Ein noch warmes Schmiedeteil hat andere Maße als nach dem Abkühlen.
  2. Zunder und Grat: Auflagen verändern das Messergebnis und können Messflächen beschädigen.
  3. Verkanten: Messschenkel oder Messflächen liegen nicht richtig am Prüfmerkmal an.
  4. Messkraft: Zu hoher Druck verformt dünne Bereiche oder führt zu wechselnden Ergebnissen.
  5. Falsche Messstelle: Ein ungleichmäßiger Querschnitt wird nur an einer Stelle geprüft.
  6. Nullpunktabweichung: Das Messmittel zeigt bei geschlossenen Messflächen nicht den erwarteten Wert.
  7. Parallaxenfehler: Eine analoge Skala wird schräg abgelesen.
  8. Ungeeignetes Prüfmittel: Auflösung, Messbereich oder Messflächen passen nicht zur Aufgabe.
  9. Unvollständige Dokumentation: Messwert ohne Einheit, Messstelle oder Prüfmittel ist später kaum nachvollziehbar.


Prüfmittelüberwachung und Dokumentation

Prüfmittel müssen eindeutig identifizierbar sein. Vor der Verwendung kontrollierst Du Sauberkeit, Beschädigungen, Leichtgängigkeit, Nullpunkt und Kennzeichnung. Ein Kalibrieraufkleber oder Prüfmittelverzeichnis kann Auskunft über den Überwachungsstatus geben.

Kalibrieren bedeutet, unter festgelegten Bedingungen die Beziehung zwischen den angezeigten Werten eines Messmittels und den Werten eines rückgeführten Normals zu bestimmen. Kalibrieren ist nicht dasselbe wie Justieren. Beim Justieren wird ein Messmittel so eingestellt, dass seine Anzeige möglichst richtige Werte liefert. Eine amtliche Eichung ist nur für gesetzlich geregelte Messgeräte vorgesehen und ist nicht mit der betrieblichen Prüfmittelüberwachung gleichzusetzen.

Ein Prüfprotokoll enthält je nach Auftrag mindestens Werkstückbezeichnung, Zeichnungsstand, Prüfmerkmal, Sollwert und Toleranz, Messstelle, Prüfverfahren, Prüfmittelnummer, Ergebnis, Datum, Name oder Kürzel und die Entscheidung über Freigabe, Nacharbeit oder Sperrung.


Arbeitssicherheit

Prüfe niemals ein heißes Schmiedeteil mit ungeeigneten Messmitteln oder ungeschützten Händen. Achte auf scharfe Kanten, Grate, schwere Bauteile und Quetschstellen. Chemische Prüfmittel der Eindringprüfung dürfen nur nach Betriebsanweisung und Sicherheitsdatenblatt verwendet werden. Erforderlich sind je nach Produkt Schutzhandschuhe, Schutzbrille, ausreichende Lüftung und eine fachgerechte Entsorgung. Bei elektrischen oder magnetischen Prüfgeräten gelten zusätzlich die Herstellerangaben und betrieblichen Sicherheitsregeln.


Praxisbeispiel: Geschmiedeter Scharnierbolzen

Ein Scharnierbolzen soll nach Zeichnung einen definierten Schaftdurchmesser, eine festgelegte Länge, einen rechtwinkligen Kopf und eine rissfreie Oberfläche besitzen.

  1. Für die Gesamtlänge mit mittlerer Toleranz wählst Du einen Messschieber.
  2. Für einen eng tolerierten, geschliffenen Schaftdurchmesser wählst Du eine Bügelmessschraube mit passendem Messbereich.
  3. Für die Rechtwinkligkeit des Kopfes nutzt Du einen Anschlagwinkel und bei Bedarf eine Fühlerlehre.
  4. Für die Oberfläche führst Du zuerst eine Sichtprüfung am gereinigten Bauteil durch.
  5. Bei geforderter Rissprüfung wählst Du für ferromagnetischen Stahl nach Prüfanweisung eine Magnetpulverprüfung oder für geeignete Werkstoffe eine Eindringprüfung.
  6. Du dokumentierst jeden Messwert mit Einheit, Messstelle und Prüfmittelnummer und leitest daraus Freigabe, Nacharbeit oder Sperrung ab.


Fachquellen und Vertiefung

  1. BIBB: Metallbauer und Metallbauerin, Fachrichtung Metallgestaltung
  2. DGZfP: Zerstörungsfreie Prüfverfahren
  3. DGZfP: Eindringprüfung
  4. DGZfP: Magnetpulverprüfung
  5. Wikipedia: Prüfmittel
  6. Wikipedia: Werkstoffprüfung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das Ziel des Prüfens? (Feststellen, inwieweit ein Prüfobjekt eine Forderung erfüllt) (!Möglichst viele Messwerte ohne Sollvorgabe erfassen) (!Ein Werkstück unabhängig von der Zeichnung bewerten) (!Jedes Werkstück grundsätzlich zerstören)




Welches Ergebnis liefert eine Messung? (Einen Zahlenwert mit Einheit) (!Nur die Aussage gut oder schlecht) (!Immer eine Werkstoffbezeichnung) (!Nur eine optische Einschätzung)




Welches Prüfmittel eignet sich für einen eng tolerierten Außendurchmesser? (Bügelmessschraube) (!Stahlmaßstab) (!Formschablone) (!Lupe)




Welche Voraussetzung ist für eine zuverlässige Maßprüfung am Schmiedeteil wichtig? (Das Werkstück ist ausreichend abgekühlt, gereinigt und entgratet) (!Das Werkstück ist möglichst heiß) (!Der Zunder bleibt als Schutzschicht erhalten) (!Die Messflächen werden eingeölt und nicht geprüft)




Welche Fehlstellen kann die Eindringprüfung nachweisen? (Oberflächenoffene Fehlstellen) (!Beliebige innere Fehlstellen ohne Oberflächenöffnung) (!Nur Härteunterschiede) (!Nur Maßabweichungen)




Für welche Werkstoffgruppe ist die Magnetpulverprüfung geeignet? (Ferromagnetische Werkstoffe) (!Alle Kunststoffe) (!Alle Keramiken) (!Jedes beliebige Metall unabhängig von seinen magnetischen Eigenschaften)




Welche Ursache kann einen falschen Messwert am Messschieber erzeugen? (Verkanten der Messschenkel) (!Dokumentieren der Messstelle) (!Reinigen der Messflächen) (!Prüfen des Nullpunkts)




Was kennzeichnet eine Lehre? (Sie ermöglicht meist eine Gut-Schlecht-Entscheidung) (!Sie liefert immer einen digitalen Messwert) (!Sie ersetzt jede Werkstoffprüfung) (!Sie ist nur für heiße Werkstücke bestimmt)




Was bedeutet Kalibrieren? (Ermitteln der Beziehung zwischen Anzeige und rückgeführtem Normal) (!Reparieren eines beschädigten Werkstücks) (!Einstellen der Schmiedetemperatur) (!Amtliches Freigeben jedes Werkstattmessmittels)




Welche Angabe gehört in ein Prüfprotokoll? (Prüfmerkmal, Ergebnis und verwendetes Prüfmittel) (!Nur der Name des Werkstücks) (!Nur die Farbe des Prüfmittels) (!Nur die Arbeitszeit des Schmiedens)





Memory

Messschieber Außen-, Innen-, Tiefen- und Stufenmaße
Bügelmessschraube Genaues Außenmaß mit begrenzter Messkraft
Grenzlehre Gut-Schlecht-Entscheidung
Sichtprüfung Optisch zugängliche Oberflächenmerkmale
Eindringprüfung Oberflächenoffene Fehlstellen
Magnetpulverprüfung Risse in ferromagnetischen Werkstoffen
Fühlerlehre Schmale Spalte
Kalibrierung Vergleich mit rückgeführtem Normal





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Prüfaufgabe
Bügelmessschraube Eng tolerierter Außendurchmesser
Formschablone Kontur eines Zierelements
Anschlagwinkel Rechtwinkligkeit eines Kopfes
Eindringprüfung Oberflächenoffener Riss in geeignetem Werkstoff
Magnetpulverprüfung Oberflächennaher Riss in ferromagnetischem Stahl
Stahlmaßstab Grobe Längenprüfung




...


Kreuzworträtsel

Messschieber Welches Gerät misst Außen-, Innen-, Tiefen- und Stufenmaße?
Grenzlehre Welches Prüfmittel liefert meist eine Gut-Schlecht-Aussage?
Eindringprüfung Welches Verfahren macht oberflächenoffene Fehlstellen mit Prüfmittel und Entwickler sichtbar?
Magnetpulver Welche Teilchen sammeln sich bei der MT-Prüfung an Streufeldern?
Toleranz Welcher Begriff bezeichnet den zulässigen Bereich eines Maßes?
Kalibrierung Wie heißt der Vergleich eines Messmittels mit einem rückgeführten Normal?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Beim Prüfen wird festgestellt, inwieweit ein Prüfobjekt eine

erfüllt. Beim Messen entsteht ein

mit Einheit. Eine Lehre liefert häufig eine

. Vor einer Maßprüfung muss ein Schmiedeteil ausreichend

sein. Der Messschieber eignet sich auch für

. Eine Bügelmessschraube besitzt meist eine Einrichtung zur Begrenzung der

. Die Eindringprüfung zeigt nur Fehlstellen, die zur

offen sind. Die Magnetpulverprüfung setzt einen

Werkstoff voraus. Beim Kalibrieren wird ein Messmittel mit einem rückgeführten

verglichen. Ein Prüfprotokoll macht die Entscheidung über Freigabe oder

nachvollziehbar.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prüfmittel-Steckbrief: Fotografiere oder zeichne vier Prüfmittel aus Deiner Werkstatt und notiere Messbereich, Auflösung und typischen Einsatz.
  2. Messfehler erkennen: Führe drei Messungen an demselben Werkstück durch und beschreibe mögliche Ursachen für unterschiedliche Ergebnisse.
  3. Sichtprüfung dokumentieren: Untersuche ein ungefährliches kaltes Schmiedeteil systematisch und erstelle eine Skizze mit markierten Auffälligkeiten.
  4. Fachbegriffe erklären: Erkläre in eigenen Worten die Unterschiede zwischen Prüfen, Messen, Lehren und Kalibrieren.


Standard

  1. Prüfplan erstellen: Entwickle für einen geschmiedeten Haken einen Prüfplan mit Merkmal, Sollvorgabe, Prüfmittel, Messstelle und Entscheidung.
  2. Prüfmittelvergleich: Miss dasselbe Außenmaß mit Messschieber und Bügelmessschraube und bewerte Unterschiede in Handhabung und Ergebnis.
  3. Formschablone herstellen: Fertige nach einer vorgegebenen Kontur eine Schablone an und beschreibe, wie Du ihre Richtigkeit kontrollierst.
  4. Messprotokoll gestalten: Erstelle eine übersichtliche Vorlage für fünf Prüfmerkmale eines Schmiedeteils und teste sie an einem Werkstück.


Schwer

  1. Prüfstrategie begründen: Wähle für ein sicherheitsrelevantes geschmiedetes Verbindungsteil geeignete Maß-, Oberflächen- und Rissprüfungen und begründe jede Entscheidung.
  2. Messunsicherheit untersuchen: Analysiere, wie Temperatur, Messkraft, Oberflächenrauheit und Bedienperson das Ergebnis einer Durchmessermessung beeinflussen.
  3. ZfP-Verfahren vergleichen: Vergleiche Sicht-, Eindring-, Magnetpulver- und Ultraschallprüfung hinsichtlich Werkstoff, Fehlerlage, Aufwand und Qualifikationsbedarf.
  4. Fehleranalyse durchführen: Entwickle für eine Serie verzogener Schmiedeteile eine Prüffolge, mit der Ursache, Umfang und notwendige Nacharbeit ermittelt werden können.




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Lernkontrolle

  1. Prüfmittelauswahl begründen: Ein geschmiedeter Bolzen besitzt eine enge Durchmessertoleranz und eine grobe Längentoleranz. Wähle für beide Merkmale geeignete Prüfmittel und begründe die unterschiedliche Auswahl.
  2. Messabweichung bewerten: Zwei Auszubildende erhalten am gleichen Werkstück unterschiedliche Messwerte. Entwickle eine Prüfreihenfolge, mit der Du Bedien-, Werkstück- und Prüfmitteleinflüsse trennst.
  3. Rissprüfverfahren übertragen: Entscheide für einen ferromagnetischen Stahlhaken und für ein nicht ferromagnetisches dichtes Metallbauteil jeweils über ein geeignetes Oberflächenrissprüfverfahren.
  4. Prüfplan verbessern: Ein vorhandener Prüfplan enthält nur Sollmaße und Messwerte. Ergänze alle Angaben, die für Rückverfolgbarkeit und Freigabe nötig sind.
  5. Grenzen erkennen: Erkläre anhand eines Beispiels, warum eine bestandene Sichtprüfung keine vollständige Fehlerfreiheit garantiert.
  6. Qualität und Wirtschaftlichkeit: Vergleiche Messen und Lehren bei einer kleinen Einzelanfertigung und bei einer großen Serie und leite eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. Prüfmerkmale aus Zeichnung, Arbeitsauftrag oder Prüfanweisung korrekt ableitest.
  2. zwischen subjektivem und objektivem Prüfen sowie zwischen Messen und Lehren unterscheidest.
  3. ein Prüfmittel passend zu Toleranz, Messbereich, Geometrie und Werkstoff auswählst.
  4. Messschieber, Bügelmessschraube, Winkel, Fühlerlehre und Schablone fachgerecht anwendest.
  5. typische Messfehler erkennst und geeignete Gegenmaßnahmen begründest.
  6. Möglichkeiten und Grenzen von Sicht-, Eindring-, Magnetpulver- und Ultraschallprüfung beschreibst.
  7. den Zustand und Überwachungsstatus eines Prüfmittels vor dem Einsatz kontrollierst.
  8. Ergebnisse vollständig dokumentierst und eine begründete Entscheidung zu Freigabe, Nacharbeit oder Sperrung triffst.
  9. Arbeitsschutz, Betriebsanweisung und Qualifikationsgrenzen bei Prüfungen einhältst.




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