Bauteile heften und zum Schweißen vorbereiten - Schmied 1


Bauteile heften und zum Schweißen vorbereiten - Schmied 1
Einleitung
Beim Herstellen geschmiedeter und geschweißter Bauteile entscheidet die Vorbereitung wesentlich über Maßhaltigkeit, Arbeitssicherheit und Nahtqualität. Bevor Du eine Verbindung vollständig schweißt, musst Du die Einzelteile nach Zeichnung und Arbeitsanweisung prüfen, die Fügeflächen vorbereiten, die Bauteile ausrichten und mit geeigneten Spannmitteln fixieren. Anschließend werden kurze Heftnähte gesetzt. Sie halten die Teile in ihrer vorgesehenen Lage, bis die endgültigen Schweißnähte ausgeführt sind.
Heften ist bereits Schweißen. Dabei entstehen dieselben grundsätzlichen Gefährdungen wie beim Fertigschweißen: Lichtbogenstrahlung, Schweißrauch, heiße Oberflächen, Spritzer, elektrische Gefährdungen und Brandgefahr. Deshalb gelten die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, die Betriebsanweisung, die Schweißanweisung und die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung auch für kurze Heftarbeiten.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Bereich Schmiedearbeit, Metalltechnik, Metallgestaltung und Schweißtechnik. Du lernst, wie Du geschmiedete oder zugeschnittene Bauteile fachgerecht zum Schweißen vorbereitest, Heftstellen planst, Verzug begrenzt und das geheftete Bauteil prüfst.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du einen Arbeitsauftrag aus Zeichnung, Stückliste und Schweißanweisung ableiten. Du kannst Stoßart, Nahtart und Nahtvorbereitung unterscheiden, Fügeflächen fachgerecht reinigen, Bauteile ausrichten und spannen sowie Heftnähte in geeigneter Reihenfolge setzen. Außerdem kannst Du typische Fehler erkennen, Maße nach dem Heften kontrollieren und die erforderlichen Schutzmaßnahmen begründen.
Arbeitsunterlagen und Fachbegriffe
Vor Arbeitsbeginn prüfst Du, welche Unterlagen für den Auftrag gelten. Entscheidend sind insbesondere die technische Zeichnung, die Stückliste, Maß- und Winkeltoleranzen, Werkstoffangaben, Schweißsymbole, die betriebliche Arbeitsanweisung und gegebenenfalls eine Schweißanweisung WPS. Die WPS legt unter anderem Schweißprozess, Werkstoffgruppe, Zusatzwerkstoff, Schweißposition, Nahtaufbau und zulässige Arbeitsbereiche fest. Du darfst diese Angaben nicht eigenmächtig verändern.
Wichtige Fachbegriffe sind:
| Fachbegriff | Bedeutung für die Vorbereitung |
|---|---|
| Stoßart | Konstruktive Anordnung der zu verbindenden Teile, zum Beispiel Stumpfstoß, T-Stoß, Eckstoß oder Überlappstoß |
| Nahtart | Form der späteren Schweißnaht, vor allem Stumpfnaht oder Kehlnaht |
| Fugenwinkel | Winkel der vorbereiteten Fuge, der den Zugang zur Nahtwurzel und den Nahtquerschnitt beeinflusst |
| Wurzelspalt | Abstand zwischen den Fügepartnern an der Nahtwurzel |
| Steghöhe | Nicht angefaste Restkante an einer vorbereiteten Stumpfnaht |
| Kantenversatz | Höhenabweichung der aneinanderstoßenden Bauteilkanten |
| Heftnaht | Kurze Schweißnaht zur vorläufigen Fixierung der Bauteile |
| Schweißfolge | Festgelegte Reihenfolge der Heft- und Schweißabschnitte zur Begrenzung von Verzug und Eigenspannungen |

Die Stoßart ergibt sich aus der Konstruktion. Sie darf nicht mit der Nahtart verwechselt werden. Ein T-Stoß wird häufig mit Kehlnähten verbunden, während ein Stumpfstoß je nach Blechdicke und Verfahren als I-, V-, X- oder U-Naht vorbereitet werden kann.
Schweißnahtvorbereitung
Werkstoff und Bauteilzustand prüfen
Vergleiche Werkstoffbezeichnung, Abmessungen und Bauteilnummern mit der Zeichnung und der Stückliste. Verwechslungen können zu unzulässigen Materialpaarungen, falschem Zusatzwerkstoff oder ungeeigneter Wärmeeinbringung führen. Bei geschmiedeten Teilen kontrollierst Du außerdem, ob Zunder, Risse, Überlappungen, starke Kerben oder unzulässige Verformungen vorhanden sind. Auffällige Stellen meldest Du der zuständigen Fachkraft, bevor Du sie überschleifst oder verschweißt.
Unbekannte Beschichtungen dürfen nicht einfach angeschliffen oder überschweißt werden. Verzinkungen, Lacke, Öle und andere Rückstände können die Nahtqualität verschlechtern und gesundheitsgefährdende Rauche oder Gase erzeugen. Das weitere Vorgehen richtet sich nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung.
Fügeflächen herstellen
Die Geometrie der Fuge muss zur Zeichnung, Werkstoffdicke und Schweißanweisung passen. Typische Merkmale sind Fugenwinkel, Wurzelspalt und Steghöhe. Die Kanten können je nach Auftrag durch Sägen, Brennschneiden, Plasmaschneiden, Fräsen, Schleifen oder andere freigegebene Verfahren vorbereitet werden. Nach thermischem Trennen können Schlacke, Oxide und ungleichmäßige Schnittbereiche eine Nacharbeit erfordern.

Eine zu enge Fuge kann das sichere Erfassen der Wurzel erschweren. Eine zu weite Fuge erhöht dagegen den Zusatzwerkstoffbedarf und kann Durchbrand oder starken Verzug begünstigen. Deshalb übernimmst Du Maße nicht nach Augenmaß, sondern prüfst sie mit geeigneten Messmitteln oder Lehren.
Oberflächen reinigen
Im unmittelbaren Nahtbereich müssen die Oberflächen entsprechend der Arbeitsanweisung sauber und für das Verfahren geeignet sein. Entferne Zunder, Rost, Schlacke, Farbe, Fett, Feuchtigkeit und andere Verunreinigungen ausreichend weit von der Fuge. Für unlegierte Stähle werden häufig Drahtbürste, Feile, Schaber oder Winkelschleifer eingesetzt. Für nichtrostende Stähle und Aluminium sind getrennte, werkstoffgeeignete Werkzeuge erforderlich, damit keine Fremdpartikel eingetragen werden.

Beim Schleifen verwendest Du nur zugelassene, unbeschädigte Scheiben mit passender Drehzahl. Schutzhaube, Zusatzhandgriff, Augen- und Gesichtsschutz sowie Gehörschutz sind nach Betriebsanweisung zu verwenden. Trennscheiben dürfen nicht seitlich belastet werden. Funkenflug ist von brennbaren Stoffen, Gasflaschen und anderen Personen fernzuhalten.
Bauteile ausrichten und spannen
Bezugsflächen und Maße festlegen
Lege zuerst fest, welche Flächen und Kanten als Bezug dienen. Richte danach Länge, Winkel, Ebenheit, Parallelität und Diagonalen aus. Bei Rahmenkonstruktionen zeigt der Vergleich beider Diagonalen, ob der Rahmen rechtwinklig ausgerichtet ist. Verwende Messschieber, Stahllineal, Winkelmesser, Schweißnahtlehre oder betrieblich vorgesehene Prüflehren.
Schweißschrumpfung verändert das Bauteil während und nach dem Schweißen. Je nach Arbeitsplan kann deshalb ein kontrolliertes Vorhalten oder Gegenspannen vorgesehen sein. Solche Korrekturen dürfen nicht geschätzt werden, sondern müssen auf Erfahrung, Arbeitsanweisung oder Vorgaben der Schweißaufsicht beruhen.
Spannmittel richtig einsetzen
Geeignete Hilfsmittel sind Schweißtisch, Anschläge, Schraubzwingen, Spannpratzen, Ketten, Keile, Vorrichtungen und gegebenenfalls magnetische Winkel. Die Spannkraft muss die Teile sicher halten, darf dünne oder warme Bauteile aber nicht unzulässig verformen. Spannmittel müssen so sitzen, dass Heftstellen und spätere Schweißnähte zugänglich bleiben.
Der Schweißstrom darf nicht unkontrolliert über Lager, Ketten, Messmittel oder bewegliche Vorrichtungsteile fließen. Die Werkstückleitung wird an einer geeigneten, metallisch blanken Stelle angeschlossen. Empfindliche Messmittel werden vor dem Heften entfernt oder sicher geschützt.
Wurzelspalt und Kantenversatz einstellen
Der Wurzelspalt wird mit zulässigen Abstandshaltern, Lehren oder Vorrichtungen eingestellt. Behelfsmittel dürfen nicht unkontrolliert in der Fuge verbleiben. Kantenversatz, Winkelabweichung und Verwindung werden vor dem Heften geprüft. Nach jeder größeren Lageänderung kontrollierst Du erneut, denn bereits die ersten Heftnähte können das Bauteil durch Schrumpfung verschieben.
Fachgerecht heften
Heftstellen planen
Heftnähte müssen die Bauteile bis zum Fertigschweißen sicher fixieren. Anzahl, Länge, Querschnitt und Lage richten sich nach Bauteilgröße, Werkstoffdicke, Steifigkeit, Schweißprozess, Schweißfolge und betrieblicher Vorgabe. Sehr kleine Heftstellen können beim Schweißen aufreißen oder unvollständig aufschmelzen. Übermäßig große Heftnähte können dagegen die Wurzelausbildung stören und unnötig Wärme einbringen.
Heftnähte werden möglichst dort angeordnet, wo sie beim Fertigschweißen vollständig aufgeschmolzen oder nach Arbeitsanweisung entfernt werden können. In hoch beanspruchten Bereichen, an scharfen Übergängen oder an schwer zugänglichen Stellen ist besondere Sorgfalt erforderlich. Die genaue Ausführung wird nicht pauschal festgelegt, sondern aus Zeichnung, WPS und Arbeitsanweisung übernommen.
Heftfolge und Verzug
Durch die örtliche Erwärmung dehnt sich Metall aus; beim Abkühlen schrumpft es. Unsymmetrische Heftung kann deshalb Winkelverzug, Längsschrumpfung, Querschrumpfung oder Verwindung verursachen. Eine geeignete Heftfolge verteilt die Wärmeeinbringung. Häufig wird wechselweise oder von der Mitte nach außen geheftet, sofern der Arbeitsplan nichts anderes vorgibt. Bei geschlossenen Rahmen und Baugruppen müssen die Auswirkungen jeder Heftstelle auf das Gesamtsystem berücksichtigt werden.

Heftnähte ausführen und prüfen
Verwende den vorgesehenen Schweißprozess, geeignete Parameter und einen zum Werkstoff passenden Zusatzwerkstoff. Vor dem Zünden prüfst Du Werkstückanschluss, Brenner, Kabel, Gasversorgung, Absaugung und Abschirmung des Arbeitsbereichs. Heftnähte sollen sicher eingebunden, rissfrei und frei von groben Poren oder Schlackeneinschlüssen sein. Endkrater werden so ausgeführt, dass keine Rissansätze entstehen.
Fehlerhafte oder gerissene Heftstellen werden vollständig entfernt und nach Freigabe neu hergestellt. Sie dürfen nicht einfach überschweißt werden. Heftnähte, die in der Fertignaht verbleiben, müssen die geforderte Qualität besitzen und beim anschließenden Schweißen sicher aufgeschmolzen werden.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Heften und Vorbereiten verbinden mehrere Gefährdungsbereiche: Schleifen, Spannen, Heben, elektrisches Schweißen, heiße Werkstücke und Schweißrauch. Vor Arbeitsbeginn räumst Du brennbare Stoffe aus dem Gefahrenbereich, stellst Abschirmungen auf und kontrollierst, ob eine Brandwache oder besondere Freigabe erforderlich ist. Andere Personen werden gegen Lichtbogenstrahlung und Funken geschützt.
Schweißrauch wird möglichst an der Entstehungsstelle erfasst. Stelle die Absaugung so ein, dass der Rauch wirksam erfasst wird, ohne den Schutzgasstrom unzulässig zu stören. Natürliche Lüftung ersetzt nicht automatisch eine notwendige technische Erfassung. Beim Schweißen in engen Räumen, an beschichteten Teilen oder an hochlegierten Werkstoffen gelten zusätzliche Schutzmaßnahmen.
Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören je nach Tätigkeit Schweißerschutzhelm mit geeigneter Schutzstufe, Schweißerhandschuhe, flammhemmende geschlossene Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe sowie Augen-, Gesichts- und Gehörschutz beim Schleifen. Schmuck, offene Taschen und umgeschlagene Hosenbeine können Spritzer auffangen und sind zu vermeiden.
Kontrolle nach dem Heften
Nach dem Abkühlen kontrollierst Du das Bauteil erneut. Entscheidend sind nicht nur die Heftnähte, sondern auch die Geometrie der gesamten Baugruppe.
- Maßkontrolle: Prüfe Längen, Winkel, Diagonalen, Ebenheit, Parallelität und die Lage von Bohrungen oder Anschlüssen.
- Fugenkontrolle: Prüfe Wurzelspalt, Fugenwinkel, Steghöhe und Kantenversatz.
- Sichtprüfung: Suche an Heftnähten nach Rissen, Poren, Bindefehlern, Schlacke, Einbrandkerben und unvollständiger Anbindung.
- Zugänglichkeit: Stelle sicher, dass Brenner oder Elektrode die spätere Naht erreichen können und Spannmittel die Schweißfolge nicht behindern.
- Sauberkeit: Entferne lose Schlacke, Schleifstaub und Verunreinigungen, ohne die vorbereitete Geometrie zu verändern.
- Freigabe: Kennzeichne oder dokumentiere den Prüfzustand nach betrieblichem Verfahren und gib das Bauteil erst danach zum Fertigschweißen weiter.
Eine Kontrolle vor dem Fertigschweißen spart Nacharbeit. Fehler an Spalt, Winkel oder Ausrichtung werden durch die endgültige Naht meist nicht behoben, sondern festgeschrieben.
Typische Fehler und ihre Folgen
| Fehler | Mögliche Folge | Fachgerechte Reaktion |
|---|---|---|
| Fügeflächen sind rostig, ölig oder beschichtet | Poren, Einschlüsse, instabiler Lichtbogen, gesundheitsgefährdende Emissionen | Arbeitsanweisung beachten, Oberfläche fachgerecht reinigen, unbekannte Beschichtung melden |
| Wurzelspalt ist ungleichmäßig | Schwankende Wurzelerfassung, Durchbrand oder Bindefehler | Bauteile lösen, neu ausrichten und mit Lehre einstellen |
| Heftnähte liegen nur auf einer Seite | Unsymmetrische Schrumpfung und Winkelverzug | Heftfolge nach Plan ausgleichen und Zwischenmaße kontrollieren |
| Heftnaht ist gerissen | Riss kann in die Fertignaht übernommen werden | Heftnaht vollständig entfernen, Ursache klären und neu heften |
| Spannmittel verdecken die Naht | Schlechte Zugänglichkeit und ungeeignete Brennerführung | Spannkonzept vor dem Heften ändern |
| Bauteil wird direkt nach dem Heften gemessen | Wärmedehnung verfälscht das Ergebnis | Ausreichend abkühlen lassen und anschließend erneut messen |
Betrieblicher Ablauf als Merkschema
- Arbeitsauftrag prüfen: Zeichnung, Stückliste, Werkstoff, Schweißsymbole, Toleranzen und WPS klären.
- Arbeitsplatz sichern: Absaugung, Abschirmung, Brandschutz, Geräteprüfung und persönliche Schutzausrüstung vorbereiten.
- Bauteile vorbereiten: Kanten herstellen, Fügeflächen metallisch sauber bearbeiten und Beschädigungen melden.
- Ausrichten und spannen: Bezugsflächen wählen, Maße einstellen, Wurzelspalt und Kantenversatz prüfen.
- Heftfolge festlegen: Lage, Anzahl und Reihenfolge der Heftstellen nach Arbeitsanweisung bestimmen.
- Heften: Mit geeigneten Parametern kurze, tragfähige und fehlerfreie Heftnähte herstellen.
- Nachprüfen: Bauteil abkühlen lassen, Maße und Heftnähte prüfen, Abweichungen dokumentieren.
- Freigeben: Nur ein maßhaltiges, sauberes und sicher gespanntes Bauteil zum Fertigschweißen weitergeben.
Normen und betriebliche Vorgaben
Für die Ausbildung ist wichtig, Normen nicht als Ersatz für die konkrete Arbeitsanweisung zu verwenden. Im Betrieb gelten stets die freigegebenen Unterlagen und deren aktuelle Ausgabe. Häufige Bezüge sind DIN EN ISO 2553 für die symbolische Darstellung von Schweißverbindungen in Zeichnungen, DIN EN ISO 9692-1 für Arten der Schweißnahtvorbereitung an Stählen, DIN EN ISO 17637 für die Sichtprüfung von Schmelzschweißverbindungen und DIN EN ISO 5817 für Bewertungsgruppen von Unregelmäßigkeiten. Welche Anforderungen tatsächlich gelten, legt der Auftrag beziehungsweise die zuständige Schweißaufsicht fest.
Fachliche Quellen und Vertiefung
- BGHM: Sicheres Arbeiten beim Schweißen
- DIN EN ISO 9692-1: Arten der Schweißnahtvorbereitung
- DIN EN ISO 2553: Symbolische Darstellung von Schweißverbindungen
- DIN EN ISO 17637: Sichtprüfung von Schmelzschweißverbindungen
- DIN EN ISO 5817: Bewertungsgruppen von Unregelmäßigkeiten
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe hat eine Heftnaht hauptsächlich? (Sie fixiert Bauteile bis zum Fertigschweißen) (!Sie ersetzt grundsätzlich die Fertignaht) (!Sie kühlt das Werkstück schneller ab) (!Sie entfernt Zunder von der Oberfläche)
Was bezeichnet der Wurzelspalt? (Den Abstand der Fügepartner an der Nahtwurzel) (!Die Dicke des Schweißerhandschuhs) (!Die Länge der Werkstückleitung) (!Den Abstand zwischen Schweißtisch und Boden)
Warum müssen Fügeflächen gereinigt werden? (Damit Verunreinigungen Nahtqualität und Arbeitsschutz nicht beeinträchtigen) (!Damit das Bauteil leichter wird) (!Damit keine Maßkontrolle erforderlich ist) (!Damit jeder Werkstoff mit demselben Zusatz schweißbar wird)
Was ist nach dem Setzen der ersten Heftnähte besonders wichtig? (Maße und Ausrichtung erneut prüfen) (!Alle Spannmittel sofort entfernen) (!Die Fertignaht ohne weitere Kontrolle ausführen) (!Das Bauteil mit Wasser abschrecken)
Wie ist mit einer gerissenen Heftnaht umzugehen? (Sie wird vollständig entfernt und fachgerecht neu hergestellt) (!Sie wird ohne Prüfung überlackiert) (!Sie bleibt immer unverändert im Bauteil) (!Sie wird mit einem Hammer geschlossen)
Welche Angabe bestimmt die Reihenfolge der Heftstellen am zuverlässigsten? (Arbeitsanweisung oder festgelegter Heftplan) (!Die Farbe des Schweißtisches) (!Die Länge des Verlängerungskabels) (!Die Reihenfolge der Werkzeugausgabe)
Wodurch kann unsymmetrisches Heften entstehen? (Verzug durch ungleichmäßige Wärmeeinbringung) (!Eine automatische Werkstoffveredelung) (!Eine Verringerung der Werkstückmasse) (!Eine vollständige Beseitigung von Eigenspannungen)
Was muss beim Einsatz eines Winkelschleifers beachtet werden? (Scheibe, Drehzahl und Schutzvorrichtung müssen zusammenpassen) (!Die Schutzhaube wird grundsätzlich entfernt) (!Trennscheiben werden seitlich belastet) (!Funkenflug ist bei Schweißarbeiten bedeutungslos)
Wo soll Schweißrauch möglichst erfasst werden? (Direkt an der Entstehungsstelle) (!Am entferntesten Punkt der Werkhalle) (!Nur außerhalb der Arbeitszeit) (!Ausschließlich unter dem Schweißtisch)
Wann darf ein geheftetes Bauteil zum Fertigschweißen freigegeben werden? (Wenn Heftnähte, Maße, Fuge und Zugänglichkeit geprüft sind) (!Sobald die erste Heftnaht gesetzt wurde) (!Wenn das Bauteil noch stark glüht) (!Wenn keine Zeichnung vorhanden ist)
Memory
| Heftnaht | Vorläufige schweißtechnische Fixierung |
| Wurzelspalt | Abstand an der Nahtwurzel |
| Kantenversatz | Höhenabweichung benachbarter Bauteilkanten |
| Fugenwinkel | Öffnungswinkel der vorbereiteten Nahtfuge |
| Spannmittel | Hält Teile während Ausrichtung und Heftung |
| Schweißfolge | Geplante Reihenfolge einzelner Nahtabschnitte |
| Metallisch blank | Frei von störenden Oberflächenschichten |
| Absaugung | Erfasst Schweißrauch nahe der Quelle |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Zeichnung und WPS prüfen | Arbeitsauftrag klären |
| Fügeflächen reinigen | Oberflächen vorbereiten |
| Wurzelspalt einstellen | Bauteile ausrichten |
| Heftfolge einhalten | Teile vorläufig fixieren |
| Maße erneut kontrollieren | Bauteil freigeben |
...
Kreuzworträtsel
| Heftnaht | Wie heißt eine kurze Schweißnaht zur vorläufigen Fixierung? |
| Wurzelspalt | Wie heißt der Abstand der Fügepartner an der Nahtwurzel? |
| Kantenversatz | Wie heißt die Höhenabweichung benachbarter Bauteilkanten? |
| Fugenwinkel | Wie heißt der Öffnungswinkel einer vorbereiteten Schweißfuge? |
| Absaugung | Welche Einrichtung erfasst Schweißrauch nahe seiner Entstehung? |
| Schweißfolge | Wie heißt die geplante Reihenfolge der Nahtabschnitte? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachbegriffe erklären: Erstelle eine Karte mit den Begriffen Heftnaht, Wurzelspalt, Fugenwinkel, Steghöhe und Kantenversatz und ergänze zu jedem Begriff eine eigene Skizze.
- Werkzeugkontrolle: Stelle die benötigten Mess-, Reinigungs- und Spannmittel für ein Übungsbauteil zusammen und begründe unter Aufsicht Deine Auswahl.
- Bildanalyse Schweißplatz: Untersuche ein Foto eines Schweißarbeitsplatzes und markiere sichere sowie unsichere Anordnungen von Kabeln, Absaugung, Spannmitteln und brennbaren Stoffen.
- Sicherheitsplakat: Gestalte ein Plakat mit den fünf wichtigsten Schutzmaßnahmen beim Schleifen und Heften.
Standard
- Heftplan erstellen: Zeichne für einen kleinen Stahlrahmen geeignete Heftstellen und eine mögliche Heftfolge ein. Begründe, wie Dein Plan Verzug begrenzen soll.
- Übungsstück ausrichten: Richte unter fachlicher Aufsicht zwei Stahlstücke als T-Stoß aus, spanne sie und dokumentiere Winkel, Spalt und Lage vor und nach dem Heften.
- Messprotokoll führen: Erstelle ein Prüfblatt für Länge, Winkel, Diagonalen, Wurzelspalt und Kantenversatz und wende es auf ein geheftetes Bauteil an.
- Fehleranalyse: Untersuche vorbereitete Muster mit Rost, ungleichmäßigem Spalt, gerissener Heftnaht und Kantenversatz. Formuliere für jeden Fehler eine fachgerechte Reaktion.
Schwer
- Spannvorrichtung entwickeln: Entwirf eine einfache Vorrichtung für eine wiederkehrende geschmiedete Baugruppe. Berücksichtige Bezugsflächen, Zugänglichkeit, Spannkraft und Schweißfolge.
- Verzug untersuchen: Vergleiche zwei gleichartige Probestücke mit unterschiedlicher Heftfolge. Miss die Maßänderungen nach dem Abkühlen und werte die Ergebnisse aus.
- Schweißanweisung auswerten: Übertrage die Angaben einer bereitgestellten WPS in einen verständlichen Arbeitsablauf für Vorbereitung, Heftung, Prüfung und Freigabe.
- Lehrvideo produzieren: Plane und erstelle ein kurzes Ausbildungsvideo zum fachgerechten Vorbereiten und Heften. Zeige nur freigegebene Arbeitsschritte und beachte alle Schutzmaßnahmen.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Rahmenverzug: Ein gehefteter Rahmen ist nach dem Abkühlen nicht rechtwinklig. Analysiere mögliche Ursachen in Ausrichtung, Spannkonzept und Heftfolge und entwickle einen verbesserten Ablauf.
- Entscheidung zur Heftnaht: Eine Heftnaht zeigt einen feinen Riss, das Bauteilmaß stimmt jedoch. Begründe, warum Maßhaltigkeit allein nicht zur Freigabe genügt, und beschreibe das weitere Vorgehen.
- Arbeitsplanung Schmiedebauteil: Plane die Vorbereitung einer geschmiedeten Konsole, die an eine Stahlplatte geschweißt werden soll. Berücksichtige Zunder, Bezugsflächen, Stoßart, Zugänglichkeit und Wärmeeinbringung.
- Sicherheitsbewertung: An einem Arbeitsplatz werden verzinkte Teile ohne geklärte Beschichtung und mit weit entfernter Absaugung geheftet. Bewerte die Situation anhand des STOP-Prinzips und schlage Verbesserungen vor.
- Qualitätsvergleich: Vergleiche zwei Heftkonzepte für ein langes Bauteil: viele kleine Heftstellen auf einer Seite oder abgestimmte Heftstellen in wechselnder Reihenfolge. Beurteile Stabilität, Aufschmelzbarkeit und Verzug.
- Freigabeentscheidung: Ein Bauteil erfüllt die Längenmaße, weist aber ungleichmäßigen Wurzelspalt und eingeschränkte Brennerzugänglichkeit auf. Entscheide begründet, ob es freigegeben werden darf.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Arbeitsauftrag auswerten: Du liest Zeichnung, Schweißsymbole, Toleranzen und WPS korrekt.
- Vorbereitung durchführen: Du stellst eine geeignete Fuge her und reinigst den Nahtbereich werkstoffgerecht.
- Ausrichten und spannen: Du wählst Bezugsflächen, stellst Maße ein und setzt Spannmittel sicher ein.
- Heftung ausführen: Du setzt unter Aufsicht geeignete, fehlerfreie Heftnähte in begründeter Reihenfolge.
- Qualität prüfen: Du kontrollierst Heftnähte, Wurzelspalt, Kantenversatz, Winkel und Gesamtmaße.
- Arbeitsschutz anwenden: Du setzt Absaugung, Abschirmung und persönliche Schutzausrüstung korrekt ein.
- Dokumentieren und reflektieren: Du hältst Messergebnisse und Abweichungen fest und begründest Verbesserungen.
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