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Schweißnähte prüfen und nachbehandeln - Schmied

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Schweißnähte prüfen und nachbehandeln - Schmied




Schweißnähte prüfen und nachbehandeln - Schmied


Einleitung

Beim Herstellen geschmiedeter Bauteile, Geländer, Tore, Beschläge, Werkzeuge oder Reparaturstücke werden Einzelteile häufig durch Schweißen verbunden. Eine Schweißverbindung ist jedoch erst dann fachgerecht fertiggestellt, wenn die Naht geprüft, bewertet, bei Bedarf kontrolliert nachbehandelt und anschließend erneut geprüft wurde.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du Schweißnähte im Schmiede- und Metallhandwerk systematisch sichtprüfst, typische Schweißnahtunregelmäßigkeiten erkennst, Maße kontrollierst, Befunde dokumentierst und zulässige Nacharbeiten vorbereitest. Der Schwerpunkt liegt auf der betrieblichen Ausbildung. Formale Abnahmen und weiterführende zerstörungsfreie Prüfungen dürfen nur von entsprechend beauftragten und qualifizierten Personen vorgenommen werden.

Das Bild zeigt, warum eine Naht nicht allein nach dem Eindruck „hält schon“ beurteilt werden darf. Oberflächenform, Nahtanschlüsse, Spritzer, Kerben und sichtbare Fehlstellen geben wichtige Hinweise auf die Fertigungsqualität.


Lernziele

Nach Abschluss des Lernkurses kannst Du eine Schweißnahtprüfung vorbereiten, eine direkte Sichtprüfung durchführen, wichtige Fachbegriffe korrekt verwenden, sichtbare Unregelmäßigkeiten von unzulässigen Fehlern unterscheiden, geeignete Messmittel auswählen, Nacharbeitsmaßnahmen begründen und das Ergebnis nachvollziehbar dokumentieren.


Fachliche Grundlagen


Schweißnaht, Schweißgut und Wärmeeinflusszone

Eine Schweißverbindung besteht nicht nur aus der sichtbaren Nahtoberfläche. Zum betrachteten Bereich gehören das erstarrte Schweißgut, der angrenzende Grundwerkstoff und die Wärmeeinflusszone, kurz WEZ. In der Wärmeeinflusszone wurde der Werkstoff durch den Schweißwärmeeintrag verändert, ohne vollständig aufzuschmelzen.

Bei einer Stumpfnaht werden unter anderem Nahtoberseite, Nahtwurzel, Nahtübergänge und Nahtüberhöhung betrachtet. Bei einer Kehlnaht sind besonders Nahtdicke, Schenkellängen, Nahtübergänge, Gleichmäßigkeit und tatsächliche Nahtlänge wichtig. Welche Maße gelten, ergibt sich aus Zeichnung, Arbeitsauftrag, Schweißanweisung und betrieblichen Vorgaben.


Unregelmäßigkeit und Fehler

Eine Unregelmäßigkeit ist eine Abweichung von der vorgesehenen Geometrie oder eine Fehlstelle in der Schweißung. Sie ist nicht automatisch unzulässig. Erst wenn die festgelegten Annahmekriterien überschritten werden, handelt es sich im prüftechnischen Sinn um einen Fehler.

Für Schmelzschweißverbindungen werden geometrische Unregelmäßigkeiten beispielsweise in DIN EN ISO 6520-1 eingeordnet. Bewertungsgrenzen können sich unter anderem aus ISO 5817, einer Zeichnung, einer Schweißanweisung, einem Regelwerk oder einer Kundenspezifikation ergeben. Die Bewertungsgruppen B, C und D stehen für unterschiedliche Anforderungen; B enthält die höchsten Anforderungen an die fertige Schweißnaht. Die konkrete Bewertungsgruppe darf nicht geraten werden, sondern muss dem Auftrag entnommen werden.

Risse können im Schweißgut, im Nahtübergang, an der Nahtwurzel oder in der Wärmeeinflusszone auftreten. Ein Riss ist ein besonders kritischer Befund. Du darfst ihn nicht einfach überschleifen und die Stelle anschließend ohne Rückmeldung freigeben.


Typische sichtbare Unregelmäßigkeiten

Fachbegriff Erkennbares Merkmal Fachgerechte Reaktion
Oberflächenriss Linienförmige Trennung an Naht, Übergang oder Wärmeeinflusszone Arbeit stoppen, Stelle kennzeichnen, verantwortliche Fachkraft informieren
Einbrandkerbe Rille am Übergang zwischen Schweißgut und Grundwerkstoff Tiefe und Länge messen, mit Annahmekriterium vergleichen
Oberflächenpore Runde oder längliche Öffnung in der Nahtoberfläche Lage, Anzahl und Größe dokumentieren; weitere Prüfung veranlassen
Nahtüberhöhung Zu stark aufgewölbte Nahtoberfläche Maß und Übergang prüfen; nicht unkontrolliert flachschleifen
Unterwölbung Eingesunkene Nahtoberfläche oder Wurzel Restquerschnitt und Vorgaben prüfen lassen
Schweißgutüberlauf Schweißgut liegt auf dem Grundwerkstoff, ohne sauber einzubinden Befund markieren und fachlich bewerten lassen
Schweißspritzer Festhaftende Metallteilchen neben der Naht Nur entfernen, wenn Oberfläche und Vorgabe dies verlangen
Zündstelle Unbeabsichtigte Lichtbogenzündung außerhalb der Naht Kennzeichnen und auf Rissbildung oder Oberflächenschädigung prüfen lassen
Schlackenrest Nicht entfernte Schlacke auf oder neben der Naht Schonend entfernen und Oberfläche erneut prüfen
Verzug Maß- oder Formabweichung des Bauteils durch Schrumpfung Bauteilgeometrie messen und Richtmaßnahme nur nach Freigabe ausführen


Sichtprüfung von Schweißnähten


Prüfauftrag klären

Bevor Du die Naht berührst, klärst Du den Prüfauftrag. Dazu gehören Bauteilbezeichnung, Nahtnummer, Werkstoff, Nahtart, Sollmaße, Schweißverfahren, Schweißanweisung, Bewertungsgruppe, Prüfumfang und Dokumentationsform. Ohne Annahmekriterien kannst Du einen Befund beschreiben, aber nicht zuverlässig über Annahme oder Zurückweisung entscheiden.

Eine Sichtprüfung kann vor, während und nach dem Schweißen sinnvoll sein. Vor dem Schweißen werden beispielsweise Fugenform, Spalt, Heftstellen, Sauberkeit und Bauteilausrichtung geprüft. Während des Schweißens können Lagenaufbau, Zwischenlagenreinigung und Verzug beobachtet werden. Nach dem Schweißen folgen Oberflächen- und Maßprüfung.


Prüfbedingungen herstellen

Die Naht muss ausreichend abgekühlt, sicher zugänglich, sauber und trocken sein. Lose Schlacke, Zunder, Schmutz und störende Rückstände werden entfernt. Die Oberfläche darf vor der Erstprüfung nicht so stark geschliffen werden, dass ein ursprünglicher Befund verschwindet.

Für eine Sichtprüfung nach DIN EN ISO 17637 ist eine ausreichende Beleuchtung erforderlich. Als normativer Orientierungswert gelten mindestens 350 Lux auf der Prüffläche; 500 Lux werden empfohlen. Bei einer direkten Sichtprüfung soll die Naht in geeigneter Nähe und unter einem günstigen Betrachtungswinkel einsehbar sein. Spiegel, Leuchte, Lupe oder Kamera können bei schwer zugänglichen Stellen unterstützen.


Prüfmittel

Typische Hilfsmittel sind Handlampe, Spiegel, Lupe, Stahllineal, Messschieber, Fühlerlehre, Schweißnahtlehre, Kehlnahtlehre, Winkelmesser, Markierstift und Kamera. Messmittel müssen für die Aufgabe geeignet, unbeschädigt und entsprechend den betrieblichen Vorgaben geprüft sein.

Mit einer Schweißnahtlehre können je nach Ausführung Nahtüberhöhung, Einbrandkerbe, Spalt, Versatz, Kehlnahtschenkel oder Kehlnahtdicke kontrolliert werden. Entscheidend ist, dass Du den Messpunkt korrekt auswählst und das Ergebnis mit Einheit dokumentierst.


Systematischer Prüfablauf

  1. Unterlagen vergleichen: Prüfe Zeichnung, Nahtkennzeichnung, Sollmaße und Annahmekriterien.
  2. Bauteil identifizieren: Stelle sicher, dass Du die richtige Naht am richtigen Werkstück prüfst.
  3. Sicherheit herstellen: Prüfe Temperatur, Standfestigkeit, Zugänglichkeit und mögliche Restgefahren.
  4. Oberfläche vorbereiten: Entferne nur störende Rückstände, ohne den Ausgangsbefund zu verändern.
  5. Gesamte Naht betrachten: Prüfe Anfang, Mittelbereich, Endkrater, Nahtübergänge, Wurzel und Wärmeeinflusszone.
  6. Auffälligkeiten messen: Bestimme Lage, Länge, Breite, Tiefe oder Anzahl mit geeignetem Prüfmittel.
  7. Befund bewerten: Vergleiche die Messwerte mit den festgelegten Annahmekriterien.
  8. Ergebnis kennzeichnen: Markiere den Bereich eindeutig, ohne das Bauteil unzulässig zu beschädigen.
  9. Dokumentieren: Halte Nahtnummer, Befund, Maß, Ort, Datum, Prüfer und Entscheidung fest.
  10. Maßnahme veranlassen: Freigabe, Rückfrage, Nacharbeit oder weiterführende Prüfung werden eindeutig festgelegt.


Prüfprotokoll

Ein Prüfprotokoll muss so eindeutig sein, dass eine andere Fachkraft den Befund wiederfinden und nachvollziehen kann. Aussagen wie „Naht schlecht“ oder „etwas porig“ reichen nicht aus.

Eintrag Beispiel
Bauteil Torrahmen links
Nahtkennzeichnung Kehlnäht 4 an Querstrebe
Prüfverfahren Direkte Sichtprüfung
Befund Einbrandkerbe am oberen Nahtübergang
Lage 35 Millimeter ab Nahtbeginn
Ausdehnung 18 Millimeter Länge
Entscheidung Bewertung durch Schweißaufsicht erforderlich
Nachprüfung Nach freigegebener Nacharbeit erneut sichtprüfen


Weiterführende Prüfverfahren

Die Sichtprüfung ist das grundlegende Verfahren, kann aber nur zugängliche Oberflächenmerkmale erkennen. Vermutete innere oder sehr feine Fehlstellen können weitere zerstörungsfreie Prüfungen erfordern.

  1. Farbeindringprüfung: Macht zur Oberfläche offene Unregelmäßigkeiten auf geeigneten, nicht porösen Werkstoffen sichtbar.
  2. Magnetpulverprüfung: Zeigt oberflächennahe Unregelmäßigkeiten an ferromagnetischen Werkstoffen.
  3. Ultraschallprüfung: Kann innere Reflektoren und besonders flächige Unregelmäßigkeiten erfassen.
  4. Durchstrahlungsprüfung: Erzeugt ein Projektionsbild innerer Dichteunterschiede.
  5. Wirbelstromprüfung: Kann bei elektrisch leitfähigen Werkstoffen oberflächennahe Veränderungen erfassen.

Diese Verfahren verlangen festgelegte Prüfbedingungen, geeignete Geräte, dokumentierte Prüfanweisungen und qualifiziertes Personal. Eine Auszubildende oder ein Auszubildender darf sie nicht allein aufgrund einer kurzen Einweisung als formale Abnahme durchführen.


Schweißnähte nachbehandeln


Grundsatz der Nacharbeit

Nachbehandlung bedeutet nicht, jede Naht optisch glatt zu schleifen. Eine tragende Kehlnaht kann durch zu starkes Abtragen ihre erforderliche Nahtdicke verlieren. Auch am Grundwerkstoff dürfen keine Schleifkerben, scharfen Übergänge oder unzulässigen Wanddickenverluste entstehen.

Vor der Nacharbeit müssen Befund, Ursache, zulässiges Verfahren und Prüfumfang geklärt sein. Eine Reparaturschweißung erfolgt nur nach Freigabe und nach einer geeigneten Schweißanweisung. Je nach Werkstoff können Vorwärmung, Zwischenlagentemperatur, Zusatzwerkstoff und kontrollierte Abkühlung vorgeschrieben sein.


Mechanisches Reinigen und Schleifen

Schlackenreste werden mit geeigneten Werkzeugen entfernt. Drahtbürsten müssen zum Werkstoff passen. Für nichtrostenden Stahl verwendest Du nur dafür vorgesehene, sauber getrennt gelagerte Bürsten und Schleifmittel, damit keine Fremdrostpartikel eingetragen werden.

Beim Schleifen arbeitest Du schrittweise. Zuerst wird nur so viel Material abgetragen, wie für die freigegebene Korrektur notwendig ist. Tiefe Riefen, Überhitzung, Anlassfarben, scharfe Übergänge und Unterschreitung des Sollquerschnitts sind zu vermeiden. Die Endkontur soll gleichmäßig in den Grundwerkstoff übergehen.


Typische Nacharbeitsmaßnahmen

Befund Mögliche freigegebene Maßnahme Wichtige Grenze
Schlackenrest Abbürsten oder vorsichtiges Abklopfen Oberfläche nicht beschädigen
Schweißspritzer Mechanisch entfernen Grundwerkstoff nicht einkerben
Zu schroffer Nahtübergang Kontrolliertes Verschleifen Erforderlichen Nahtquerschnitt erhalten
Lokale Überhöhung Nach Vorgabe maßhaltig abtragen Nicht unter Sollkontur schleifen
Oberflächenriss Bis in fehlerfreien Werkstoff ausarbeiten und Nachprüfung veranlassen Reparatur nur nach Freigabe und festgelegtem Verfahren
Unzureichende Naht Freigegebene Reparaturschweißung Ursache beseitigen und Schweißanweisung einhalten
Anlauffarben an nichtrostendem Stahl Werkstoffgerechtes Reinigen, Schleifen oder Beizen und Passivieren Chemische Verfahren nur mit Unterweisung und Schutzmaßnahmen
Verzug Kontrolliertes Richten nach Arbeitsanweisung Keine unzulässigen Risse oder Eigenspannungen erzeugen


Reparaturschweißung

Vor einer Reparaturschweißung wird die fehlerhafte Stelle bis in tragfähigen, fehlerfreien Werkstoff ausgearbeitet. Die vollständige Entfernung des Befundes kann eine Sichtprüfung, Farbeindringprüfung oder Magnetpulverprüfung erfordern. Danach werden Form und Sauberkeit der Reparaturfuge kontrolliert.

Die Reparaturnaht wird von einer dafür eingesetzten Fachkraft nach freigegebenen Vorgaben geschweißt. Anschließend werden Schlacke und Spritzer entfernt, die Reparaturstelle erneut geprüft, gemessen und dokumentiert. Bei wiederkehrenden Fehlern ist die Ursache zu untersuchen, beispielsweise falsche Parameter, ungeeignete Nahtvorbereitung, Feuchtigkeit, Verschmutzung, falsche Brennerführung oder unzureichender Schutzgasstrom.


Formänderung und Schweißverzug

Beim Abkühlen schrumpfen Schweißgut und erwärmte Bauteilbereiche. Dadurch können Winkelverzug, Längsschrumpfung oder Querschrumpfung entstehen. Die Formkontrolle gehört deshalb zur Prüfung des gesamten Werkstücks.

Richten durch mechanische Kraft oder örtliche Wärmeeinbringung darf nur nach betrieblicher Vorgabe erfolgen. Unkontrolliertes Erhitzen kann Gefüge, Festigkeit, Oberflächenschutz und Maßhaltigkeit verschlechtern.


Arbeitsschutz beim Prüfen und Nachbehandeln

Auch eine abgekühlte Schweißnaht kann scharfe Kanten, lose Schlacke und heiße Bereiche enthalten. Beim Schleifen kommen Funkenflug, Scheibenbruch, Rückschlag, Lärm, Staub, Hand-Arm-Schwingungen und Brandgefahr hinzu.

Vor dem Einsatz eines Winkelschleifers prüfst Du Maschine, Anschlussleitung, Schutzhaube, Zusatzhandgriff und Schleifwerkzeug. Das Werkzeug muss für Maschine, Werkstoff, Drehzahl und Arbeitsgang zugelassen sein. Das Werkstück wird sicher eingespannt. Der Winkelschleifer wird mit beiden Händen geführt. Eine Trennscheibe darf nicht zum Seitenschleifen verwendet werden.

  1. Augen- und Gesichtsschutz: Trage eine allseitig anliegende Schutzbrille und bei starkem Funkenflug zusätzlich geeigneten Gesichtsschutz.
  2. Gehörschutz: Verwende den im Betrieb festgelegten Gehörschutz.
  3. Arbeitskleidung: Trage schwer entflammbare, funkenbeständige Kleidung und Sicherheitsschuhe.
  4. Handschutz: Nutze geeignete Schutzhandschuhe, ohne neue Einzugs- oder Bediengefahren zu erzeugen.
  5. Absaugung: Erfasse Schleifstaub und Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle.
  6. Brandschutz: Entferne brennbare Stoffe, beachte Heißarbeitsfreigaben und kontrolliere den Funkenflug.
  7. Werkstoffgefahr: Beachte besondere Gefahren bei Beschichtungen sowie bei Aluminium-, Magnesium-, Nickel- oder Chromlegierungen.
  8. Maschinenstillstand: Wechsle Scheiben nur bei sicher stillgesetzter und vom Energienetz getrennter Maschine.


Qualitätsgerechtes Arbeiten im Schmiedehandwerk

Eine fachgerechte Schweißnahtprüfung verbindet handwerkliche Beobachtung mit eindeutigen Kriterien. Gute Arbeit zeigt sich nicht daran, dass ein Fehler unsichtbar gemacht wurde, sondern daran, dass Ursache, Nacharbeit und Prüfergebnis nachvollziehbar beherrscht werden.

Für Schmiedearbeiten ist zusätzlich die spätere Funktion zu beachten. Ein geschmiedetes Tor wird zyklisch bewegt, ein Werkzeug kann stoßartig belastet werden, ein Geländer muss dauerhaft sicher sein und ein dekoratives Bauteil stellt hohe Anforderungen an Oberfläche und Korrosionsschutz. Prüf- und Nacharbeitsumfang richten sich deshalb auch nach Belastung, Werkstoff, Bauteilgeometrie und Einsatzumgebung.


Merksätze

  1. Eine schöne Naht ist nicht automatisch eine zulässige Naht.
  2. Eine Unregelmäßigkeit wird erst durch Überschreiten eines Annahmekriteriums zum Fehler.
  3. Erst prüfen und dokumentieren, dann nach Freigabe nacharbeiten.
  4. Beim Schleifen darf der erforderliche Naht- und Bauteilquerschnitt nicht verloren gehen.
  5. Eine Reparaturschweißung braucht eine klare Vorgabe und eine erneute Prüfung.
  6. Risse werden nicht verharmlost, sondern gekennzeichnet und fachlich bewertet.
  7. Arbeitsschutz ist Bestandteil der Qualität und kein zusätzlicher Arbeitsschritt.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wann wird eine Schweißnahtunregelmäßigkeit zum Fehler? (Wenn sie das festgelegte Annahmekriterium überschreitet) (!Sobald sie mit bloßem Auge sichtbar ist) (!Wenn die Naht nicht poliert wurde) (!Sobald Schweißspritzer vorhanden sind)




Was ist vor der Bewertung einer Schweißnaht zuerst zu klären? (Prüfauftrag und Annahmekriterien) (!Farbe des Werkstücks) (!Hersteller des Winkelschleifers) (!Gewicht des Schweißhelms)




Wofür steht die Abkürzung VT in der Schweißnahtprüfung? (Sichtprüfung) (!Vibrationsprüfung) (!Vakuumtemperung) (!Verformungstest)




Welche Beleuchtungsstärke gilt bei einer normorientierten Sichtprüfung mindestens als Richtwert? (350 Lux) (!35 Lux) (!150 Lux) (!3500 Lux)




Wie ist bei einem sichtbaren Oberflächenriss zu handeln? (Stelle kennzeichnen und verantwortliche Fachkraft informieren) (!Riss ohne Dokumentation überschleifen) (!Bauteil sofort lackieren) (!Naht nur mit Wasser abkühlen)




Welche Bewertungsgruppe stellt nach ISO 5817 die höchsten Anforderungen? (B) (!C) (!D) (!E)




Was ist bei einer Trennscheibe unzulässig? (Seitliches Schleifen) (!Verwendung einer passenden Schutzhaube) (!Sicheres Einspannen des Werkstücks) (!Führen der Maschine mit beiden Händen)




Wann darf eine Reparaturschweißung ausgeführt werden? (Nach Freigabe und nach geeigneter Schweißanweisung) (!Sobald eine Schleifscheibe verfügbar ist) (!Immer ohne erneute Prüfung) (!Nur nach optischer Politur)




Warum werden Bürsten für nichtrostenden Stahl getrennt gelagert? (Um Fremdrost und Verunreinigungen zu vermeiden) (!Um die Bürste weicher zu machen) (!Um die Schweißnaht zu magnetisieren) (!Um die Nahtüberhöhung zu vergrößern)




Was folgt nach einer freigegebenen Nacharbeit? (Erneute Prüfung und Dokumentation) (!Sofortige Auslieferung ohne Kontrolle) (!Entfernung der Nahtkennzeichnung) (!Austausch der technischen Zeichnung)





Memory

Sichtprüfung Oberflächenkontrolle
Nahtlehre Geometriemessung
Einbrandkerbe Rille am Nahtübergang
Poren Gasbedingte Hohlräume
Reparaturschweißung Freigegebene Nacharbeit mit Zusatzwerkstoff
Wärmeeinflusszone Thermisch veränderter Grundwerkstoff





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Prüfauftrag Zeichnung und Annahmekriterien klären
Reinigung Oberfläche sichtbar machen und Befund erhalten
Sichtprüfung Naht vollständig und systematisch betrachten
Bewertung Befund mit festgelegten Kriterien vergleichen
Nacharbeit Freigegebene Korrektur fachgerecht ausführen
Wiederholungsprüfung Reparierten Bereich erneut kontrollieren






Kreuzworträtsel

Sichtprüfung Welches grundlegende Prüfverfahren bewertet zugängliche Nahtoberflächen?
Einbrandkerbe Wie heißt eine Rille am Übergang zwischen Schweißgut und Grundwerkstoff?
Winkelschleifer Welche handgeführte Maschine wird häufig zur mechanischen Nahtnacharbeit eingesetzt?
Nahtlehre Welches Messmittel dient zur Kontrolle verschiedener Schweißnahtmaße?
Dokumentation Was macht einen Prüfbefund für andere Fachkräfte nachvollziehbar?
Schweißspritzer Wie heißen festhaftende Metallteilchen neben einer Schweißnaht?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die grundlegende zerstörungsfreie Kontrolle einer zugänglichen Schweißnaht ist die

.
Der thermisch veränderte Bereich neben dem Schweißgut heißt

.
Eine Abweichung wird erst beim Überschreiten eines Annahmekriteriums zum

.
Zum Messen der Nahtgeometrie kann eine

verwendet werden.
Ein linienförmiger kritischer Befund an der Oberfläche ist ein

.
Vor einer Nacharbeit muss der ursprüngliche Befund eindeutig

werden.
Beim Schleifen darf der erforderliche Nahtquerschnitt nicht unzulässig

werden.
Eine Reparaturschweißung erfolgt nach einer freigegebenen

.
Der Winkelschleifer wird während der Arbeit mit beiden

geführt.
Nach jeder Nacharbeit folgt eine erneute

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fachwortkarte: Erstelle eine Karte mit zehn Fachbegriffen und jeweils einer kurzen Erklärung.
  2. Prüfweg markieren: Zeichne eine Kehlnaht und markiere Nahtanfang, Nahtende, Nahtübergänge und Wärmeeinflusszone.
  3. PSA-Plakat: Gestalte ein Werkstattplakat zur persönlichen Schutzausrüstung beim Schleifen.
  4. Fotobeschreibung: Beschreibe auf einem Ausbildungsfoto fünf sichtbare Merkmale, ohne sofort über Annahme oder Ablehnung zu entscheiden.


Standard

  1. Prüfprotokoll: Entwickle ein übersichtliches Prüfprotokoll für eine geschweißte Torstrebe.
  2. Messübung: Miss an Übungsstücken Nahtüberhöhung, Schenkellänge oder Einbrandkerbe und vergleiche die Ergebnisse.
  3. Ursachenanalyse: Wähle drei Unregelmäßigkeiten und ordne mögliche Ursachen sowie vorbeugende Maßnahmen zu.
  4. Werkzeugvergleich: Vergleiche Schruppscheibe, Fächerschleifscheibe und Hartmetallfräser hinsichtlich Einsatz, Oberfläche und Risiken.


Schwer

  1. Reparaturplan: Erstelle für einen vorgegebenen Oberflächenriss einen vollständigen Ablauf von Sperrung bis Wiederholungsprüfung.
  2. Prüfplanung: Leite aus Zeichnung, Belastung und Nahtart einen sinnvollen Prüf- und Dokumentationsumfang ab.
  3. Versuchsreihe: Schweiße unter Aufsicht mehrere gleichartige Proben mit unterschiedlicher Reihenfolge und werte den Verzug aus.
  4. Bauteilprojekt: Entwirf ein geschmiedetes und geschweißtes Kleinbauteil, dokumentiere Herstellung, Sichtprüfung, Nacharbeit und Endkontrolle in einem Video.




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Lernkontrolle

  1. Fallbewertung: Eine Kehlnaht besitzt eine sichtbare Kerbe, aber im Auftrag fehlt die Bewertungsgruppe. Erkläre, welche Entscheidungen Du treffen darfst und welche Informationen Du nachfordern musst.
  2. Maßnahmenvergleich: Vergleiche Entfernen von Spritzern, Verschleifen eines Übergangs und Reparaturschweißung hinsichtlich Risiko, Freigabe und Nachprüfung.
  3. Ursache und Wirkung: Zeige an einem Beispiel, wie unzureichende Reinigung vor dem Schweißen zu einem Befund, einer Nacharbeit und zusätzlichen Kosten führen kann.
  4. Zusammenhang: Begründe, warum sicheres Einspannen und beidhändiges Führen des Winkelschleifers zugleich auf Arbeitssicherheit und Oberflächenqualität auswirken.
  5. Verfahrenswahl: Entscheide für Oberflächenriss, vermuteten inneren Bindefehler und Formabweichung jeweils über ein geeignetes Prüfverfahren und begründe Deine Auswahl.
  6. Protokollkritik: Überarbeite den Eintrag „Naht schlecht, nachgeschliffen“ zu einem technisch nachvollziehbaren Prüfnachweis.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen vollständigen Arbeitsablauf beherrschst.

  1. Du identifizierst Bauteil, Naht und Prüfauftrag eindeutig.
  2. Du bereitest die Sichtprüfung sicher und fachgerecht vor.
  3. Du benennst sichtbare Unregelmäßigkeiten mit korrekten Fachbegriffen.
  4. Du setzt geeignete Prüf- und Messmittel sachgerecht ein.
  5. Du trennst Befundbeschreibung, Bewertung und Entscheidung voneinander.
  6. Du leitest eine zulässige Nacharbeit aus einer Freigabe ab.
  7. Du beachtest Werkstoff, Nahtquerschnitt und Oberflächenanforderung.
  8. Du führst eine Wiederholungsprüfung durch.
  9. Du dokumentierst Messwerte, Lage, Maßnahme und Ergebnis nachvollziehbar.
  10. Du erklärst die Grenzen Deiner eigenen Prüf- und Entscheidungsbefugnis.

Als praktischer Lernnachweis eignet sich ein geprüftes Übungsstück mit Zeichnung, Prüfprotokoll, markiertem Befund, dokumentierter Nacharbeit und abschließender Reflexion.




OERs zum Thema

  1. ISO 17637:2016 – Visual testing of fusion-welded joints
  2. ISO-Normenübersicht für Schweißverbindungen und Schweißnähte
  3. BGHM Arbeitsschutz Kompakt – Winkelschleifer
  4. DGUV Themenfeld Schleifen, Bürsten und Schleifwerkzeuge
  5. TRGS 528 – Schweißtechnische Arbeiten
  6. Wikimedia Commons – Medien zum Schweißen
  7. Wikimedia Commons – Medien zur zerstörungsfreien Prüfung



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