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Schweißnähte und Schweißpositionen festlegen - Schmied

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Schweißnähte und Schweißpositionen festlegen - Schmied



Schweißnähte und Schweißpositionen festlegen - Schmied


Einleitung

Beim Herstellen von Toren, Gittern, Beschlägen, Haltern, Rahmen oder Reparaturteilen im Schmiede- und Metallgestaltungsbereich müssen Bauteile häufig dauerhaft gefügt werden. Dabei reicht es nicht, einfach eine Schweißraupe aufzutragen. Du musst vor Arbeitsbeginn festlegen, welche Verbindung und Nahtform, welche Nahtabmessung, welche Schweißposition und welche Arbeitsfolge für den Auftrag geeignet sind.

Die Festlegung orientiert sich an Zeichnung, Werkstoff, Bauteildicke, Belastung, Zugänglichkeit, Schweißverfahren, Qualitätsanforderung und der vorhandenen Schweißanweisung WPS. Besonders bei geschmiedeten Teilen ist die Werkstoffidentifikation wichtig: Zunder, Öl, Farbe und Rost müssen im Nahtbereich entfernt werden. Bei höher kohlenstoffhaltigen, gehärteten oder unbekannten Stählen darfst Du nicht ohne geprüfte Verfahrensvorgabe schweißen, weil Risse und Gefügeänderungen auftreten können.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der beruflichen Ausbildung. Du lernst, Schweißnähte und Schweißpositionen fachgerecht zu benennen, aus einer Fertigungsaufgabe abzuleiten, in einer Zeichnung zu erkennen und für die praktische Ausführung vorzubereiten.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du

  1. Schweißverbindung: Stoß-, T-, Eck- und Überlappverbindungen unterscheiden.
  2. Schweißnaht: Stumpf-, Kehl-, Loch-, Schlitz- und Bördelnähte fachgerecht zuordnen.
  3. Nahtvorbereitung: I-, V-, X-, Y- und U-Nahtformen beschreiben.
  4. Schweißposition: PA, PB, PC, PD, PE, PF und PG in typischen Arbeitssituationen erkennen.
  5. Schweißnahtsymbol: wesentliche Angaben einer Schweißnahtdarstellung in technischen Zeichnungen lesen.
  6. Arbeitsplanung: eine begründete Auswahl von Naht, Position, Reihenfolge, Prüfmerkmalen und Schutzmaßnahmen treffen.


Fachlicher Input


Verbindung, Fuge und Naht unterscheiden

Eine Schweißverbindung beschreibt, wie Bauteile zueinander angeordnet sind. Typische Grundformen sind Stoßverbindung, T-Verbindung, Eckverbindung und Überlappverbindung. Die Fuge ist der vorbereitete Zwischenraum beziehungsweise die geometrische Ausbildung der zu verbindenden Kanten vor dem Schweißen. Die Schweißnaht ist das durch den Schweißprozess entstandene metallische Verbindungselement.

  1. Stoßverbindung: Zwei Bauteile liegen mit ihren Kanten in annähernd einer Ebene. Häufig wird eine Stumpfnaht eingesetzt.
  2. T-Verbindung: Ein Bauteil trifft ungefähr rechtwinklig auf ein anderes. Typisch ist eine ein- oder beidseitige Kehlnaht.
  3. Eckverbindung: Zwei Bauteile bilden eine Ecke. Je nach Konstruktion kommen Kehl- oder Stumpfnähte infrage.
  4. Überlappverbindung: Bauteile überdecken sich. Meist werden Kehlnähte an den Überlappkanten angeordnet.
  5. Lochnaht und Schlitznaht: Ein Bauteil wird durch ein rundes oder längliches Loch mit dem darunterliegenden Bauteil verschweißt.

Für Schmiedearbeiten ist außerdem wichtig, ob die Verbindung sichtbar bleibt. An einem Ziergitter können Nahtlage, Nacharbeit und Oberflächenübergang gestalterisch relevant sein. Eine optisch unauffällige Naht darf jedoch nicht zulasten der erforderlichen Tragfähigkeit gewählt werden.


Wichtige Nahtarten

Eine Stumpfnaht verbindet Bauteilkanten innerhalb einer Stoßverbindung. Ziel kann eine vollständige oder teilweise Durchschweißung sein; die geforderte Ausführung ergibt sich aus Zeichnung, WPS und Qualitätsvorgabe. Eine Kehlnaht liegt im Winkel zwischen zwei Bauteiloberflächen, beispielsweise an einer T- oder Überlappverbindung. Ihre Größe wird in Zeichnungen häufig über das a-Maß als rechnerische Kehlnahtdicke oder über das z-Maß als Schenkellänge angegeben. Maßgebend ist immer die konkrete Zeichnungsangabe.

Weitere Nahtarten sind Bördelnähte an umgebördelten dünnen Kanten sowie Loch- und Schlitznähte. Eine Naht darf nicht allein nach Bequemlichkeit ausgewählt werden. Entscheidend sind Kraftfluss, Zugänglichkeit, Korrosionsschutz, Verzug, Sichtfläche und Prüfbarkeit.


Nahtvorbereitung bei Stumpfnähten

Die Nahtvorbereitung beeinflusst Einbrand, Schweißvolumen, Zugänglichkeit zur Wurzel, Verzug und Wirtschaftlichkeit. Häufige Formen sind:

  1. I-Naht: Gerade Kanten ohne ausgeprägte Fase. Sie kommt infrage, wenn Bauteildicke, Verfahren und geforderte Durchschweißung dies zulassen.
  2. V-Naht: Beide Kanten werden von einer Seite so vorbereitet, dass eine V-förmige Fuge entsteht.
  3. X-Naht: Beidseitige V-förmige Vorbereitung. Sie kann bei beidseitiger Zugänglichkeit das Schweißvolumen und den einseitigen Verzug verringern.
  4. Y-Naht: V-förmige Vorbereitung mit verbleibendem Steg an der Wurzel.
  5. U-Naht: Gekrümmte Flanken reduzieren bei größeren Dicken das Fugenvolumen, erfordern aber eine aufwendigere Vorbereitung.
  6. HV-Naht: Nur eine der beiden Kanten wird abgeschrägt; die andere bleibt gerade.

Wichtige Begriffe sind Fugenwinkel, Spaltbreite, Steghöhe, Nahtwurzel und Nahtflanke. Konkrete Maße werden nicht geschätzt, sondern aus Zeichnung, Arbeitsplan oder WPS übernommen. Die ISO 9692-1 beschreibt gebräuchliche Arten der Nahtvorbereitung für verschiedene Schmelzschweißverfahren an Stahl.


Schweißpositionen nach ISO 6947

Die Schweißposition beschreibt die räumliche Lage der Naht während des Schweißens. Sie beeinflusst, wie die Schwerkraft auf das Schmelzbad wirkt. Dadurch ändern sich Handhabung, Schmelzbadkontrolle, mögliche Raupenbreite und Arbeitsgeschwindigkeit. Die normgerechte Zuordnung erfolgt nach ISO 6947; die nachfolgende Tabelle zeigt die typischen Bezeichnungen im Ausbildungsalltag.

Kurzzeichen Gebräuchliche Bezeichnung Typische Situation Besondere Anforderung
PA Wannenlage Schweißen von oben auf eine annähernd waagerechte Naht Gute Schmelzbadkontrolle; häufig bevorzugte Fertigungsposition
PB Horizontal-Vertikal-Position Typische Kehlnaht zwischen waagerechtem und senkrechtem Bauteil Gleichmäßige Anbindung beider Nahtflanken beachten
PC Horizontalposition Stumpfnaht mit waagerechter Nahtachse an senkrechter Bauteilfläche Absacken des Schmelzbads nach unten begrenzen
PD Horizontal-Überkopf-Position Kehlnaht an der Unterseite einer Verbindung Kleines, sicher beherrschtes Schmelzbad und stabile Körperhaltung
PE Überkopfposition Stumpfnaht über dem Kopf Hohe Anforderungen an Schmelzbadführung, Schutz und Ergonomie
PF Steigposition Senkrechte Naht wird von unten nach oben geschweißt Gute Flanken- und Wurzelerfassung; kontrollierte Lagenfolge
PG Fallposition Senkrechte Naht wird von oben nach unten geschweißt Nur einsetzen, wenn Verfahren, Werkstoff, Dicke und WPS dies zulassen

Bei Rohrverbindungen kommen zusätzliche Positionsbezeichnungen hinzu. Für die Ausbildung gilt: Lies die geforderte Position aus Arbeitsunterlagen oder WPS ab und vergleiche die tatsächliche Bauteillage mit der normativen Darstellung. Umgangssprachliche Bezeichnungen wie „von unten“ oder „seitlich“ reichen für eine eindeutige Fertigungsplanung nicht aus.


Einfluss der Position auf die Ausführung

In PA lässt sich das Schmelzbad meist besonders gut beobachten und führen. Deshalb sollten Bauteile, wenn Konstruktion, Vorrichtung und Arbeitsschutz es erlauben, in eine günstige Position gedreht werden. Bei großen Toren, fest eingebauten Geländern oder Reparaturen ist das jedoch oft nicht möglich.

In PF wird die Naht nach oben aufgebaut. Das Verfahren eignet sich häufig für größere Querschnitte und gute Einbrandbedingungen, verlangt aber eine kontrollierte Bewegung und passende Parameter. PG kann bei geeigneten Anwendungen schneller sein, wird aber nicht allein aus Zeitgründen gewählt. PD und PE erhöhen die Anforderungen an Körperhaltung, Sicht, Schutzkleidung und Schmelzbadkontrolle.

Die konkreten Werte für Strom, Spannung, Drahtvorschub, Gas, Elektrodendurchmesser, Brennerwinkel und Geschwindigkeit stammen aus der WPS beziehungsweise aus den betrieblichen Vorgaben. Eine Schweißposition wird daher nie isoliert, sondern zusammen mit Verfahren, Zusatz, Werkstoff und Nahtaufbau festgelegt.


Schweißnahtangaben in technischen Zeichnungen

Schweißnähte werden in technischen Zeichnungen symbolisch angegeben. Nach ISO 2553 können unter anderem Nahtart, Nahtseite, Abmessung, Länge, Teilung, Oberflächenform, umlaufende Ausführung und Baustellenschweißung dargestellt werden. Zu einer vollständigen Angabe können Pfeillinie, Bezugslinie, Grundsymbol, Zusatzsymbole, Maße und eine Gabel mit ergänzenden Informationen gehören.

Für Dich in der Ausbildung sind fünf Leseschritte besonders hilfreich:

  1. Pfeillinie: Welcher Fügebereich ist gemeint?
  2. Grundsymbol: Welche Nahtart ist gefordert?
  3. Nahtseite: Auf welcher Seite oder auf welchen Seiten wird geschweißt?
  4. Abmessung: Welche Nahtgröße, Länge oder Teilung ist vorgegeben?
  5. Zusatzangabe: Gibt es Anforderungen an Kontur, Nacharbeit, Verfahren, Qualität oder Ausführung vor Ort?

Die Zeichnung ist verbindlich. Unklare oder widersprüchliche Angaben werden vor Arbeitsbeginn mit der verantwortlichen Fachkraft geklärt. Du änderst Nahtart, Nahtgröße oder Position nicht eigenmächtig.


Schweißverfahren und Verfahrensnummern

In Werkstattunterlagen können Schweißverfahren mit Referenznummern nach ISO 4063 bezeichnet werden. Häufige Beispiele sind das Lichtbogenhandschweißen, Metall-Schutzgasschweißen und Wolfram-Inertgasschweißen. Die Nummer ist kein Qualitätsurteil, sondern eine eindeutige Verfahrensbezeichnung. Für die Auswahl sind Werkstoff, Blechdicke, Nahtform, Position, Oberflächenanforderung, Zugänglichkeit und betriebliche Freigabe maßgebend.

Beim Lichtbogenschweißen entstehen Schmelzbad, erstarrendes Schweißgut und je nach Verfahren Schlacke oder Schutzgasabdeckung. Nahtwurzel, Wärmeeinflusszone und Übergang zum Grundwerkstoff sind für die Qualität entscheidend.


Arbeitsablauf zum Festlegen von Naht und Position

Eine sichere Arbeitsplanung kann in acht Schritten erfolgen:

  1. Auftrag klären: Funktion, Stückzahl, Sichtflächen, Belastung und Qualitätsanforderung erfassen.
  2. Unterlagen prüfen: Zeichnung, Stückliste, Werkstoffangabe, WPS und Prüfplan lesen.
  3. Werkstoff identifizieren: Schweißgeeigneten Werkstoff, Zustand und mögliche Beschichtungen feststellen.
  4. Verbindung bestimmen: Bauteilanordnung und Kraftfluss analysieren.
  5. Naht festlegen: Nahtart, Nahtvorbereitung, Abmessung, Länge und Nahtseite aus den Vorgaben ableiten.
  6. Position planen: Bauteil möglichst in PA oder PB positionieren; notwendige Zwangslagen eindeutig kennzeichnen.
  7. Folge festlegen: Heftstellen, Lagenfolge, Gegenlauf, Wenden und Abkühlpausen planen, um Verzug zu begrenzen.
  8. Prüfung und Schutz planen: Sichtprüfung, Maßprüfung, erforderliche weitere Prüfungen sowie Absaugung und persönliche Schutzausrüstung festlegen.


Beispiel aus der Schmiedepraxis

Eine geschmiedete Konsole soll an eine Grundplatte aus bekanntem schweißgeeignetem Baustahl gefügt werden. Die Bauteile bilden eine T-Verbindung. Die Zeichnung fordert beidseitige Kehlnähte mit festgelegtem a-Maß.

Die Fachkraft prüft zunächst Werkstoff, Oberflächenzustand und Passung. Zunder wird im Nahtbereich metallisch blank entfernt. Die Konsole wird in einer Vorrichtung so ausgerichtet, dass beide Kehlnähte möglichst in PB geschweißt werden können. Gegenseitige Heftstellen sichern die Lage. Eine abgestimmte Schweißfolge reduziert einseitige Schrumpfung. Nach dem Abkühlen werden Nahtgröße, Übergänge, Verzug und sichtbare Unregelmäßigkeiten kontrolliert.

Wäre die Konsole bereits montiert, könnten PF, PG, PD oder eine andere Zwangslage notwendig werden. Dann müsste die WPS ausdrücklich zu Position, Verfahren und Nahtaufbau passen. Bei unbekanntem Schmiedestahl oder einem gehärteten Bauteil würde die Arbeit bis zur Werkstoffklärung gestoppt.


Qualität und typische Unregelmäßigkeiten

Eine gute Naht ist nicht lediglich „schön“. Sie muss die Anforderungen aus Zeichnung, WPS und Prüfplan erfüllen. ISO 5817 beschreibt Qualitätsstufen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen. In der Ausbildung übst Du vor allem die systematische Sicht- und Maßprüfung.

Typische Auffälligkeiten sind:

  1. Bindefehler: Schweißgut und Grundwerkstoff oder einzelne Lagen sind nicht ausreichend verbunden.
  2. Einbrandkerbe: Rinnenförmige Vertiefung am Nahtübergang.
  3. Poren: Gasbedingte Hohlräume im Schweißgut.
  4. Schlackeneinschluss: Nichtmetallische Rückstände verbleiben zwischen den Lagen oder im Schweißgut.
  5. Riss: Trennstelle im Schweißgut oder in der Wärmeeinflusszone; Risse sind besonders kritisch.
  6. Wurzeldurchhang oder Durchbrand: Unzulässige Ausbildung an der Nahtwurzel.
  7. Verzug: Maß- oder Winkeländerung durch ungleichmäßige Wärmeeinbringung und Schrumpfung.

Vor dem Schweißen kontrollierst Du Fugenform, Spalt, Versatz, Heftstellen und Sauberkeit. Während des Schweißens beobachtest Du Schmelzbad und Flankenanbindung. Nach dem Schweißen entfernst Du – soweit verfahrensbedingt – Schlacke und Spritzer, reinigst die Naht und prüfst sie bei ausreichender Beleuchtung. Weitergehende zerstörungsfreie Prüfungen werden nur nach Auftrag und durch qualifiziertes Personal durchgeführt.


Arbeitsschutz

Beim Schweißen entstehen Gefährdungen durch elektrische Energie, heiße Oberflächen, Funken, Schweißrauch, Gase, optische Strahlung, Lärm und ungünstige Körperhaltung. Die TRGS 528 behandelt Schutzmaßnahmen bei schweißtechnischen Arbeiten. Vorrang haben technische und organisatorische Maßnahmen, insbesondere eine wirksame Erfassung des Schweißrauchs an der Entstehungsstelle.

  1. Gefährdungsbeurteilung: Arbeitsbereich, Werkstoff, Beschichtung, Verfahren und Umgebung vor Beginn prüfen.
  2. Absaugung: Schweißrauch möglichst an der Quelle erfassen und Lüftung sicherstellen.
  3. Persönliche Schutzausrüstung: Geeigneten Schweißerschutz, flammenhemmende Kleidung, Handschuhe und Sicherheitsschuhe tragen.
  4. Abschirmung: Andere Personen vor Lichtbogenstrahlung und Funken schützen.
  5. Brandschutz: Brennbare Stoffe entfernen, Feuerlöscher bereitstellen und erforderliche Freigaben beachten.
  6. Bauteilsicherung: Werkstück und Vorrichtung gegen Kippen, Drehen und Herabfallen sichern.
  7. Restwärme: Geschmiedete und geschweißte Teile können auch ohne sichtbares Glühen gefährlich heiß sein.
  8. Behälter: Unbekannte oder nicht freigegebene Behälter und Hohlräume niemals einfach überschweißen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Schweißposition bezeichnet die Wannenlage? (PA) (!PB) (!PF) (!PE)




Welche Naht wird häufig an einer T-Verbindung verwendet? (Kehlnaht) (!Bördelnaht) (!Lochnaht) (!I-Naht)




Was beschreibt das a-Maß bei einer Kehlnaht? (Die rechnerische Kehlnahtdicke) (!Die Länge der Elektrode) (!Den Fugenwinkel) (!Die Werkstückbreite)




Welche Position bezeichnet das senkrechte Schweißen von unten nach oben? (PF) (!PG) (!PC) (!PD)




Welche Unterlage legt zulässige Schweißparameter für eine konkrete Ausführung fest? (Die Schweißanweisung) (!Der Lieferschein) (!Die Werkzeugliste) (!Der Urlaubsplan)




Was muss bei geschmiedeten Teilen vor dem Schweißen im Nahtbereich entfernt werden? (Zunder und Verunreinigungen) (!Die gesamte Grundplatte) (!Die Werkstücknummer) (!Die Spannvorrichtung)




Welche Nahtvorbereitung ist beidseitig V-förmig? (X-Naht) (!I-Naht) (!Bördelnaht) (!Lochnaht)




Welche Schweißposition ist eine Überkopfposition für Stumpfnähte? (PE) (!PA) (!PB) (!PG)




Warum wird eine Schweißfolge geplant? (Um Verzug und ungünstige Schrumpfung zu begrenzen) (!Um die Zeichnung zu ersetzen) (!Um den Werkstoff unbekannt zu lassen) (!Um Schutzmaßnahmen zu vermeiden)




Welche Maßnahme hat beim Schweißrauch Vorrang? (Erfassung möglichst an der Entstehungsstelle) (!Öffnen der Schweißerschutzhaube) (!Abdecken der Absaugöffnung) (!Entfernen der Schutzkleidung)





Memory

PA Wannenlage
PB Horizontal-Vertikal-Position
PF Steigposition
PG Fallposition
Stumpfnaht Stoßverbindung
Kehlnaht T-Verbindung
a-Maß Rechnerische Kehlnahtdicke





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Nahtwurzel Tiefster Bereich einer Schweißnaht
Nahtflanke Vorbereitete Fugenfläche
WPS Verbindliche Schweißanweisung
PA Schweißen in Wannenlage
PF Senkrechtes Schweißen nach oben
Kehlnaht Naht im Winkel zweier Bauteilflächen
Verzug Maßänderung durch Wärmeeinbringung und Schrumpfung





Kreuzworträtsel

Stumpfnaht Welche Naht verbindet häufig zwei Bauteilkanten in einer Ebene?
Kehlnaht Welche Naht liegt typischerweise im Winkel einer T-Verbindung?
Nahtwurzel Wie heißt der tiefste Bereich einer Schweißnaht?
Schutzgas Welches Gas schützt bei bestimmten Verfahren das Schmelzbad vor der Umgebungsluft?
Verzug Wie heißt die unerwünschte Formänderung durch Wärmeeinbringung und Schrumpfung?
Lichtbogen Welche elektrische Erscheinung liefert bei vielen Schweißverfahren die Wärme?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die räumliche Lage einer Naht wird als

bezeichnet. Die Wannenlage trägt das Kurzzeichen

. Eine typische Kehlnaht an einer waagerechten und einer senkrechten Fläche wird häufig in

geschweißt. Beim Schweißen von unten nach oben liegt die Position

vor. Eine Naht zwischen zwei annähernd in einer Ebene liegenden Bauteilkanten heißt

. Die rechnerische Kehlnahtdicke wird mit dem

angegeben. Verbindliche Parameter werden aus der

übernommen. Zunder und Fett müssen im Nahtbereich vor dem Schweißen

werden. Eine ungünstige Wärmeeinbringung kann zu

führen. Schweißrauch soll möglichst an der

erfasst werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Positionskarten: Zeichne je eine einfache Skizze zu PA, PB, PC und PF und markiere Bauteil, Nahtachse und Schweißrichtung.
  2. Nahtarten-Sammlung: Fotografiere oder skizziere in der Werkstatt fünf geschweißte Verbindungen und ordne ihnen eine Nahtart zu.
  3. Fachbegriffe: Erstelle ein bebildertes Glossar mit zehn Begriffen aus diesem Lernkurs.
  4. Sicherheitscheck: Entwickle eine kurze Checkliste für das Vorbereiten eines Schweißarbeitsplatzes.


Standard

  1. Zeichnung lesen: Untersuche eine betriebliche Übungszeichnung und beschreibe Nahtart, Nahtseite, Nahtgröße und Position in eigenen Worten.
  2. Vorrichtung planen: Entwirf eine einfache Vorrichtung, mit der eine geschmiedete Konsole in PB statt in einer ungünstigen Zwangslage geschweißt werden kann.
  3. Verzug untersuchen: Schweiße unter Aufsicht zwei vergleichbare Übungsstücke mit unterschiedlicher Nahtfolge und dokumentiere die Winkeländerung.
  4. Videotutorial: Produziere ein kurzes Erklärvideo, in dem Du PA, PB, PF und PG an einem ungefährlichen Modell zeigst.


Schwer

  1. Fertigungsplanung: Erstelle für einen geschmiedeten Wandhalter einen Arbeitsplan mit Werkstoffprüfung, Nahtfestlegung, Position, Heftfolge, Prüfung und Arbeitsschutz.
  2. Fehleranalyse: Analysiere mehrere Übungsnähte, ordne sichtbare Unregelmäßigkeiten zu und entwickle begründete Korrekturmaßnahmen.
  3. Experteninterview: Befrage eine Schweißaufsichtsperson zur Auswahl von Nahtformen und Zwangslagen und werte die Antworten fachlich aus.
  4. Konstruktionsvergleich: Vergleiche zwei mögliche Schweißkonstruktionen für ein Schmiedegitter hinsichtlich Kraftfluss, Nahtvolumen, Zugänglichkeit, Verzug, Oberfläche und Prüfbarkeit.




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Lernkontrolle

  1. Transferfall Konsole: Eine geschmiedete Konsole soll an eine Grundplatte geschweißt werden. Begründe Verbindung, Nahtart, bevorzugte Position, Heftfolge und Prüfmerkmale.
  2. Zwangslage bewerten: Erkläre, welche Folgen es für Ausführung, Arbeitsschutz und Qualität hat, wenn ein Bauteil nicht in PA oder PB gedreht werden kann.
  3. Zeichnungsfehler erkennen: Prüfe eine vom Lehrenden bereitgestellte Nahtangabe auf Eindeutigkeit und formuliere Rückfragen, bevor die Fertigung beginnt.
  4. Werkstoffrisiko: Begründe, warum ein unbekannter oder gehärteter Schmiedestahl nicht ohne Werkstoffklärung und Verfahrensvorgabe geschweißt werden darf.
  5. Verzugsstrategie: Entwickle für einen geschweißten Rahmen eine Reihenfolge aus Spannen, Heften, Gegenschweißen und Messen.
  6. Qualitätsentscheidung: Beurteile anhand eines Fotos, welche Auffälligkeiten nur optisch und welche möglicherweise funktionskritisch sind. Begründe, welche weiteren Prüfungen notwendig wären.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:

  1. Du benennst Verbindungs- und Nahtarten fachgerecht.
  2. Du ordnest die Schweißpositionen PA, PB, PC, PD, PE, PF und PG richtig zu.
  3. Du liest grundlegende Schweißnahtangaben aus einer technischen Zeichnung.
  4. Du leitest aus Werkstoff, Geometrie, Belastung und Zugänglichkeit eine begründete Arbeitsplanung ab.
  5. Du erklärst den Einfluss der Schweißposition auf Schmelzbadführung, Nahtaufbau und Arbeitsschutz.
  6. Du planst Heft- und Schweißfolgen zur Begrenzung von Verzug.
  7. Du erkennst typische sichtbare Unregelmäßigkeiten und beschreibst geeignete Prüfungen.
  8. Du wendest die betrieblichen Schutzmaßnahmen und Vorgaben der WPS konsequent an.




Normen und Quellenhinweise

  1. ISO 6947:2019 – Schweißpositionen
  2. ISO 2553:2019 – Symbolische Darstellung von Schweißverbindungen
  3. ISO 9692-1:2013 – Arten der Nahtvorbereitung
  4. ISO 5817:2023 – Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten
  5. ISO 4063:2023 – Benennung und Referenznummern von Verfahren
  6. TRGS 528 – Schweißtechnische Arbeiten


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