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Maschinelles Schleifen von Metallwerkstücken - Schmied

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Maschinelles Schleifen von Metallwerkstücken - Schmied




Maschinelles Schleifen von Metallwerkstücken - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden entsteht die Grundform eines Werkstücks durch plastisches Umformen. Danach müssen häufig Zunder, Grate, Schmiedehaut, scharfe Kanten, Ansätze oder ungleichmäßige Übergänge entfernt werden. Das maschinelle Schleifen verbindet deshalb das Schmieden mit der Endbearbeitung: Es bereitet Schweiß- und Passflächen vor, glättet Übergänge, schärft Werkzeuge und verbessert Maß, Form und Oberfläche.

Schleifen ist ein spanendes Fertigungsverfahren mit geometrisch unbestimmten Schneiden. Viele harte Schleifkörner tragen kleine Späne ab. Im Schmiedebetrieb kommen vor allem Winkelschleifer, Schleifböcke, stationäre Bandschleifmaschinen und – je nach Betrieb – Präzisionsschleifmaschinen zum Einsatz. Entscheidend sind die richtige Werkzeugauswahl, kontrollierter Anpressdruck, passende Körnung, sichere Werkstückführung und eine konsequente Qualitätskontrolle.

Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende in Metallberufen mit Bezug zum Schmieden. Praktische Arbeiten dürfen nur nach Unterweisung, mit Freigabe durch die ausbildende Fachkraft und entsprechend der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Schleifen fachlich als Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide einordnen.
  2. geeignete Schleifmaschinen und Schleifwerkzeuge für typische Schmiedearbeiten auswählen.
  3. die Angaben auf Schleifscheiben und Schleifbändern sicherheitsbezogen beurteilen.
  4. einen Schleifauftrag vorbereiten, ausführen und kontrollieren.
  5. Gefährdungen durch rotierende Werkzeuge, Funken, Staub, Lärm, Vibration und Wärme erklären.
  6. typische Schleiffehler erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ableiten.


Fachlicher Input


Bedeutung im Schmiedehandwerk

Geschmiedete Werkstücke besitzen nach dem Umformen häufig Zunder und Bearbeitungszugaben. Beim Gesenkschmieden können zusätzlich Grate entstehen. Beim Freiformschmieden müssen Übergänge, Kanten und Flächen oft an die Zeichnung oder an eine Funktionsfläche angenähert werden. Das Schleifen kann dabei drei Aufgaben erfüllen:

  1. Putzen und Entgraten: Zunderreste, Grate, scharfe Kanten und kleine Oberflächenfehler werden entfernt.
  2. Form- und Maßkorrektur: Übergänge, Radien, Fasen oder Werkzeugschneiden werden kontrolliert hergestellt.
  3. Oberflächenvorbereitung: Flächen werden für Schweißen, Beschichten, Prüfen, Montieren oder Polieren vorbereitet.

Schleifen ersetzt keine ungeplante Formkorrektur. Ist zu viel Material vorhanden, muss geprüft werden, ob ein vorgeschaltetes Verfahren wie Sägen, Meißeln, Fräsen oder erneutes Schmieden wirtschaftlicher und werkstoffgerechter ist.


Wirkprinzip des Schleifens

Ein Schleifwerkzeug besteht aus vielen harten Körnern. Deren Schneidkanten dringen in die Werkstückoberfläche ein und trennen sehr kleine Späne ab. Weil Lage, Form und Anzahl der gleichzeitig wirksamen Schneiden nicht genau festgelegt sind, spricht man von geometrisch unbestimmten Schneiden.

Beim Kontakt entstehen Spanbildung, Reibung und Wärme. Ein Teil der glühenden Stahlpartikel oxidiert in der Luft und wird als Funken sichtbar. Das Funkenbild zeigt die Bearbeitung, ist aber allein kein verlässlicher Nachweis für eine gute Oberfläche oder die richtige Werkstofftemperatur. Zu hoher Anpressdruck, stumpfe oder zugesetzte Werkzeuge und zu lange Kontaktzeiten erhöhen die Wärmeentwicklung.

Für gehärtete oder vergütete Werkstücke ist die Temperatur besonders kritisch. Sichtbare Anlassfarben können auf eine unerwünschte thermische Beeinflussung hinweisen. Deshalb wird mit kurzen Kontaktzeiten, passender Zustellung, scharfem Schleifwerkzeug und – sofern das Verfahren es vorsieht – geeigneter Kühlung gearbeitet.


Maschinen und typische Einsatzbereiche

Maschine Typischer Einsatz im Schmiedebetrieb Wesentliche Besonderheit
Winkelschleifer Entgraten, Schweißnahtbearbeitung, Anfasen, Putzen und mobiler Grob- oder Zwischenschliff Handgeführt; Schutzhaube, Zusatzhandgriff und für die Aufgabe zugelassenes Werkzeug sind erforderlich
Schleifbock oder Doppelschleifer Schärfen von Meißeln und anderen Werkzeugen, Entgraten kleiner Werkstücke, Formkorrekturen Ortsfest; Werkstückauflage, Schutzhaube und Schutzscheibe müssen korrekt eingestellt sein
Stationäre Bandschleifmaschine Flächen, Konturen, Radien und gleichmäßige Übergänge an Werkstücken Umlaufendes Schleifband; Bandlauf, Auflage, Verdeckungen und Absaugung sind zu prüfen
Geradschleifer Innenkonturen, schwer zugängliche Stellen und kleine Radien Hohe Drehzahlen; nur passende Schleifstifte und Spannmittel verwenden
Flach- oder Rundschleifmaschine Maß- und formgenaue Funktionsflächen in spezialisierten Betrieben Maschinelle Zustellung, definierte Prozessparameter und häufig Kühlschmierstoff

Ein Schleifbock kann mit unterschiedlichen zugelassenen Werkzeugen ausgerüstet sein. Eine Drahtbürste dient zum Bürsten und Reinigen, nicht zum eigentlichen Schleifen. Für jedes Werkzeug gelten eigene Schutzmaßnahmen und Drehzahlgrenzen.


Schleifwerkzeuge auswählen

Die Auswahl richtet sich nach Werkstoff, Bearbeitungsziel, Maschine und gewünschter Oberflächenqualität. Für un- und niedriglegierte Stähle werden häufig Schleifmittel auf Basis von Korund oder Zirkonkorund verwendet. Schleifbänder und Fächerschleifscheiben gehören zu den Schleifmitteln auf Unterlage; gebundene Schleifscheiben bestehen aus Schleifkorn, Bindung und Porenraum.

Die Körnung beeinflusst Abtrag und Schliffbild. Eine kleine Körnungszahl kennzeichnet im üblichen Körnungsbereich ein gröberes Korn, eine größere Zahl ein feineres Korn. Grobe Körnungen eignen sich für hohen Materialabtrag, feine Körnungen für den Schlicht- und Feinschliff. Ein sinnvoller Körnungsaufbau vermeidet unnötige Schleifzeit: Tiefe Riefen des Vorschliffs müssen durch die nachfolgende Stufe vollständig entfernt werden.

Vor dem Einsetzen eines Schleifwerkzeugs prüfst Du:

  1. Ist das Werkzeug für den Werkstoff und die Bearbeitungsart zugelassen?
  2. Stimmen Abmessungen, Aufnahme, Drehrichtung und Bauform mit der Maschine überein?
  3. Liegt die zulässige Drehzahl beziehungsweise Arbeitshöchstgeschwindigkeit mindestens auf Höhe der Maschinendrehzahl?
  4. Ist das Werkzeug unbeschädigt, trocken, sauber und innerhalb der vorgesehenen Verwendungsdauer?
  5. Sind Schutzhaube, Flansche, Zwischenlagen und Spannmittel passend und unbeschädigt?

Eine Trennschleifscheibe ist für das Trennen mit ihrer Umfangskante vorgesehen. Seitliches Schruppen mit einer Trennscheibe ist wegen der Bruchgefahr unzulässig. Für Flächenbearbeitung werden dafür geeignete Schrupp-, Fächer-, Fiber- oder Schleifscheiben verwendet.


Arbeitsvorbereitung

Eine sichere und wirtschaftliche Bearbeitung beginnt vor dem Einschalten:

  1. Zeichnung, Arbeitsauftrag, Werkstoff und Wärmebehandlungszustand klären.
  2. Bearbeitungsziel festlegen: Entgraten, Putzen, Fasen, Schärfen, Schlichten oder Trennen.
  3. Maßzugabe, Bezugskanten, Form und zulässige Oberflächenmerkmale bestimmen.
  4. Maschine, Kabel, Schalter, Schutzhaube, Zusatzhandgriff, Auflage und Absaugung prüfen.
  5. Schleifwerkzeug kontrollieren und gemäß Herstellerangaben montieren.
  6. Werkstück sicher spannen oder so auflegen, dass es nicht verrutscht, verkantet oder weggeschleudert wird.
  7. Brennbare Stoffe aus dem Funkenbereich entfernen und angrenzende Arbeitsplätze schützen.
  8. Persönliche Schutzausrüstung und betriebliche Schutzmaßnahmen anwenden.

Bei einer unmontierten keramisch gebundenen Schleifscheibe kann vor dem Aufspannen eine fachgerecht ausgeführte Klangprobe Hinweise auf Risse geben. Nach dem Aufspannen erfolgt ein Probelauf entsprechend der Betriebsanweisung; dabei hält sich niemand im möglichen Streubereich auf.


Schleifvorgang fachgerecht ausführen

Beim Winkelschleifer hältst Du die Maschine mit beiden Händen an den vorgesehenen Griffen. Du wartest den Hochlauf ab, setzt das Werkzeug kontrolliert an und führst es ohne Verkanten. Der Arbeitswinkel richtet sich nach Werkzeug und Herstellerangabe. Zu hoher Druck verbessert den Abtrag nicht zuverlässig, sondern kann Wärme, Verschleiß, Vibration und Rückschlaggefahr erhöhen.

Beim Schleifbock liegt das Werkstück sicher auf der korrekt eingestellten Werkstückauflage. Kleine Werkstücke müssen sicher führbar sein; ungeeignete Kleinteile werden mit einer passenden Vorrichtung bearbeitet oder einem anderen Verfahren zugeführt. Die Seitenfläche einer Scheibe darf nur benutzt werden, wenn die Schleifscheibe ausdrücklich dafür vorgesehen ist.

An der stationären Bandschleifmaschine wird das Werkstück gegen die Bandlaufrichtung kontrolliert an die Arbeitsstelle geführt. Der Bandlauf muss zentriert sein. Nicht benötigte Bandbereiche und Einzugsstellen bleiben verdeckt. Die Werkstückauflage wird nach Herstellerangabe eingestellt; bei den von der BGHM beschriebenen stationären Bandschleifmaschinen darf der Spalt zum Schleifband höchstens drei Millimeter betragen.

Das Bild zeigt Trennschleifen. Es ist vom Flächenschleifen zu unterscheiden: Beim Trennen arbeitet die Scheibe mit der Umfangskante durch den Werkstoff; beim Schruppen oder Fächerschleifen wird eine dafür ausgelegte Arbeitsfläche genutzt.


Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Beim Schleifen wirken mehrere Gefährdungen gleichzeitig. Schutzmaßnahmen werden nach dem STOP-Prinzip geplant: Substitution, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen.

Gefährdung Mögliche Folge Geeignete Schutzrichtung
Werkzeugbruch, Werkstück- oder Partikelflug Augen-, Gesichts- und Körperverletzungen geeignetes Werkzeug, Schutzhaube, sichere Spannung, Schutzbrille beziehungsweise Gesichtsschutz
Funken und heiße Werkstücke Brand, Verbrennung, Entzündung von Kleidung Funkenbereich freihalten, funkenbeständige Arbeitskleidung, sichere Ablage
Rotierende Werkzeuge und Einzugsstellen Schnitt-, Schürf-, Quetsch- oder Einzugsverletzungen Verdeckungen, Abstand, enganliegende Kleidung, Haare sichern, Betriebsanweisung beachten
Schleifstaub und Rauche Reizung oder Erkrankung der Atemwege, Brand- und Explosionsgefahr Erfassung an der Entstehungsstelle, geeignete Absaugung, Werkstofftrennung, Atemschutz nach Gefährdungsbeurteilung
Lärm und Vibration Gehörschädigung, Hand-Arm-Belastung lärmarme Verfahren, Wartung, Expositionszeit begrenzen, Gehörschutz
Wärme und scharfe Kanten Verbrennung und Schnittverletzung Werkstücktemperatur beachten, sichere Handhabung, geeignete Hilfsmittel

Zur Grundausstattung gehören – abhängig von Maschine und Gefährdungsbeurteilung – allseitig anliegende Schutzbrille, gegebenenfalls Gesichtsschutz, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und schleiffunkenbeständige enganliegende Arbeitskleidung. Handschuhe werden nur verwendet, wenn Betriebsanweisung, Maschinenbauart und Gefährdungsbeurteilung dies vorsehen; bei rotierenden Teilen muss eine mögliche Einzugsgefahr besonders berücksichtigt werden.

Schleifstaub darf nicht unkontrolliert mit Druckluft aufgewirbelt werden. Bei Aluminium und anderen brennbaren Leichtmetallen können feine Stäube mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Dafür sind getrennte Arbeitsbereiche, geeignete Erfassung und speziell zugelassene Absaugeinrichtungen erforderlich. Eine Mischbearbeitung mit funkenbildendem Stahlstaub darf nur im Rahmen eines dafür ausgelegten Schutzkonzepts erfolgen.

Nach dem Ausschalten wird die Maschine erst abgelegt oder verlassen, wenn das Werkzeug stillsteht. Reinigungs-, Einstell- und Wechselarbeiten erfolgen nur im gesicherten Stillstand und nach Trennung von der Energiequelle gemäß Betriebsanweisung.


Qualität prüfen

Die Qualitätskontrolle begleitet den gesamten Schleifprozess. Prüfe nicht erst am Ende, denn eine Maßunterschreitung kann durch weiteres Schleifen nicht korrigiert werden.

Prüfmerkmal Prüfmethode
Maß und Bearbeitungszugabe Messschieber, Bügelmessschraube, Lehre oder Schablone
Form und Winkel Winkelmesser, Anschlagwinkel, Radiuslehre, Profilschablone
Ebenheit und Übergänge Haarlineal, Lichtspaltprüfung, Tuschierbild oder Vergleich mit Referenz
Oberfläche Sicht- und Tastprüfung, Rauheitsvergleich oder Messung von Rauheitskennwerten
Thermische Schädigung Kontrolle auf Anlassfarben, Verzug, Risse oder Härteveränderung nach betrieblichem Prüfplan
Kanten Kontrolle auf Restgrat, Ausbrüche und unzulässige Verrundung

Die schematische Darstellung des spitzenlosen Rundschleifens zeigt, dass industrielles Präzisionsschleifen andere Führungs- und Messprinzipien nutzt als das handgeführte Putzen eines Schmiedeteils. Gemeinsam sind jedoch die kontrollierte Relativbewegung von Werkstück und Schleifwerkzeug sowie die Notwendigkeit einer laufenden Prozesskontrolle.


Typische Schleiffehler und Ursachen

Fehlerbild Wahrscheinliche Ursache Gegenmaßnahme
Tiefe, einzelne Riefen verschmutztes oder zu grobes Schleifmittel, übersprungene Körnungsstufe Werkzeug prüfen, Oberfläche reinigen, geeignete Körnungsfolge wählen
Anlassfarben oder Brandstellen zu hoher Druck, stumpfes Werkzeug, zu lange Kontaktzeit, unzureichende Kühlung Druck und Kontaktzeit reduzieren, Werkzeug erneuern, Kühlkonzept prüfen
Verrundete Kante falscher Arbeitswinkel oder zu lange Bearbeitung an der Kante Führung verbessern, Schablone oder Anschlag verwenden, häufiger messen
Unruhiges Schliffbild ungleichmäßige Bewegung, verschlissenes Werkzeug oder Vibration gleichmäßig führen, Werkzeug und Maschine prüfen
Zusetzen des Schleifwerkzeugs ungeeignetes Schleifmittel oder Werkstoffanhaftung werkstoffgeeignetes Werkzeug wählen, Reinigung oder Abrichten nach Vorgabe
Maß unterschritten fehlende Zwischenmessung oder zu große Zustellung Bearbeitungszugabe planen, häufiger prüfen, feinere Schlussbearbeitung


Praxisbeispiel: geschmiedeten Meißel fertig bearbeiten

Ein geschmiedeter Meißel wird zunächst auf Risse, Falten, Zunder und ausreichende Bearbeitungszugabe geprüft. Die Grobform der Schneide entsteht möglichst vor der abschließenden Wärmebehandlung. Nach Härten und Anlassen wird nur so viel Material abgetragen, wie für Schneidengeometrie und Oberfläche notwendig ist. Kurze Schleifintervalle und kontrollierte Kühlung verhindern eine unzulässige Erwärmung. Winkel und Symmetrie werden wiederholt mit einer Schablone kontrolliert. Zum Abschluss werden Gratfreiheit, Schneidenverlauf, Oberfläche und – nach betrieblichem Prüfplan – Härte beziehungsweise Funktionsfähigkeit beurteilt.

Das Video behandelt das Schärfen eines Metallbohrers. Übertrage die Beobachtungen nicht ungeprüft auf einen Meißel, sondern vergleiche Schneidengeometrie, Kühlung, Werkstoff und Prüfmittel.


Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Wirtschaftliches Schleifen bedeutet nicht maximalen Druck, sondern einen stabilen Prozess. Ein geeignetes, scharfes Werkzeug benötigt weniger Nacharbeit und erzeugt ein gleichmäßigeres Schliffbild. Geplante Körnungsstufen, rechtzeitige Zwischenmessungen und eine gute Werkstückspannung verringern Ausschuss. Schleifstäube, verbrauchte Werkzeuge und Kühlschmierstoffe werden getrennt gesammelt und nach betrieblichen Vorgaben entsorgt oder verwertet. Absaugung und Maschine sollen nur so lange wie nötig betrieben werden, ohne den Arbeitsschutz zu beeinträchtigen.


Merksätze

  1. Erst prüfen, dann schleifen: Werkstoff, Auftrag, Maschine, Werkzeug und Schutzmaßnahmen müssen zusammenpassen.
  2. Die Kennzeichnung entscheidet: Zulässige Drehzahl und bestimmungsgemäße Verwendung dürfen nie überschritten werden.
  3. Sicher spannen und sicher führen: Ein rutschendes oder verkantetes Werkstück gefährdet Mensch, Maschine und Qualität.
  4. Wärme beherrschen: Anlassfarben, Verzug und Risse können auf eine thermische Schädigung hinweisen.
  5. Zwischenmessen verhindert Ausschuss: Abgetragenes Material lässt sich nicht zurückschleifen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie wird Schleifen nach der Art der Schneiden eingeordnet? (Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide) (!Urformen mit geometrisch bestimmter Schneide) (!Fügen durch Stoffschluss) (!Beschichten durch Auftragen)




Welche Körnung ist im üblichen Körnungsbereich gröber? (Eine kleinere Körnungszahl) (!Eine größere Körnungszahl) (!Jede rote Körnung) (!Nur eine glänzende Körnung)




Was ist mit einer Trennschleifscheibe unzulässig? (Seitliches Schruppen) (!Trennen mit der Umfangskante) (!Kontrolle der Kennzeichnung) (!Montage mit passendem Flansch)




Wie muss ein Werkstück beim handgeführten Schleifen gesichert sein? (Gegen Verrutschen und Verdrehen) (!Nur mit einer Hand festgehalten) (!Lose auf einer glatten Fläche) (!Auf dem Anschlusskabel abgestützt)




Welches Merkmal kann auf eine Überhitzung von Stahl hinweisen? (Anlassfarben) (!Eine saubere Messfläche) (!Ein lesbares Typenschild) (!Eine neue Schutzbrille)




Wozu dient die Klangprobe bei einer geeigneten keramischen Schleifscheibe? (Zum Erkennen möglicher Risse) (!Zum Bestimmen der Werkstückhärte) (!Zum Messen der Maschinendrehzahl) (!Zum Einstellen der Absaugung)




Wie groß darf der Spalt zwischen Auflage und Schleifband bei den beschriebenen stationären Bandschleifmaschinen höchstens sein? (Drei Millimeter) (!Drei Zentimeter) (!Dreißig Millimeter) (!Eine Handbreit)




Welche besondere Gefahr besteht bei feinem Aluminiumstaub? (Brand und Explosion) (!Magnetische Aufladung des Werkstücks) (!Vollständige Auflösung des Schleifkorns) (!Automatische Härtung des Werkstücks)




Welche Angabe darf beim Schleifwerkzeug nicht überschritten werden? (Die zulässige Arbeitshöchstgeschwindigkeit) (!Die Bestellnummer des Herstellers) (!Die Breite der Werkbank) (!Die Länge des Anschlusskabels)




Welche Prüfung gehört zur Qualitätskontrolle eines geschliffenen Schmiedeteils? (Maß Form Oberfläche und thermische Auffälligkeiten prüfen) (!Nur die Funkenfarbe betrachten) (!Nur die Schleifzeit notieren) (!Das Werkstück ohne Messung freigeben)





Memory

Korund Häufiges Schleifmittel für Stahl
Körnung Bestimmt Abtrag und Schliffbild
Schutzhaube Hält Bruchstücke und Funken teilweise zurück
Werkstückauflage Unterstützt die sichere Führung am Schleifbock
Anlassfarbe Hinweis auf mögliche thermische Beeinflussung
Absaugung Erfasst Schleifstaub an der Entstehungsstelle
Fächerschleifscheibe Werkzeug für Übergänge und Flächenbearbeitung
Probelauf Funktionskontrolle nach dem Aufspannen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Typischer Einsatz
Winkelschleifer Mobile Bearbeitung von Graten und Schweißnähten
Schleifbock Schärfen und Formen kleiner Werkzeuge
Bandschleifmaschine Gleichmäßige Bearbeitung von Flächen und Konturen
Fächerschleifscheibe Angleichen von Übergängen und Erzeugen eines gleichmäßigen Schliffbilds
Trennschleifscheibe Durchtrennen eines Werkstücks mit der Umfangskante




...


Kreuzworträtsel

Korund Welches Schleifmittel wird häufig für Stahl verwendet?
Funken Was entsteht sichtbar durch glühende und oxidierende Metallpartikel?
Absaugung Welche technische Einrichtung erfasst Schleifstaub?
Schleifbock Welche ortsfeste Maschine dient oft zum Schärfen von Meißeln?
Körnung Welcher Kennwert beschreibt die Größe der Schleifkörner?
Schutzhaube Welche Einrichtung umschließt einen Teil des rotierenden Werkzeugs?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Schleifen gehört zur Hauptgruppe

und ist ein spanendes Fertigungsverfahren. Die Schleifkörner wirken als geometrisch

Schneiden. Eine kleinere Körnungszahl bezeichnet im üblichen Körnungsbereich ein

Korn. Vor dem Schleifen muss das Werkstück sicher

werden. Die zulässige Arbeitshöchstgeschwindigkeit des Schleifwerkzeugs darf nicht

werden. Anlassfarben können auf eine zu hohe

hinweisen. Feiner Aluminiumstaub kann mit Luft ein explosionsfähiges

bilden. Eine allseitig anliegende

schützt die Augen vor Partikeln. An der beschriebenen stationären Bandschleifmaschine beträgt der maximale Spalt zur Auflage

Millimeter. Durch regelmäßiges Zwischenmessen wird eine Maßunterschreitung

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Maschinenteile benennen: Fotografiere oder skizziere einen außer Betrieb genommenen Schleifbock und beschrifte Schutzhaube, Werkstückauflage, Schutzscheibe, Schleifscheibe und Schalter.
  2. Schleifwerkzeuge vergleichen: Erstelle eine Bildtafel mit Trennscheibe, Schruppscheibe, Fächerschleifscheibe und Schleifband und notiere den jeweiligen bestimmungsgemäßen Einsatz.
  3. Sicherheitscheck: Entwickle eine kurze Vor-dem-Start-Checkkarte für einen Winkelschleifer.
  4. Fehlerbilder erkennen: Sammle Beispielbilder von Riefen, Anlassfarben, Restgrat und verrundeten Kanten und ordne mögliche Ursachen zu.


Standard

  1. Arbeitsplan erstellen: Plane das Entgraten und Anfasen eines geschmiedeten Flachstahls einschließlich Werkzeug, Körnung, Spannung, Schutzmaßnahmen und Prüfung.
  2. Körnungsfolge untersuchen: Bearbeite unter Aufsicht Probestücke mit verschiedenen Körnungen und dokumentiere Abtrag, Zeit und Schliffbild.
  3. Medienanalyse: Untersuche eines der eingebetteten Videos auf fachgerechte und verbesserungswürdige Arbeitsschritte und begründe Deine Bewertung.
  4. Qualitätsprotokoll: Erstelle ein Prüfblatt für einen geschliffenen Meißel mit Sollmerkmalen, Prüfmitteln, Istwerten und Freigabeentscheidung.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung: Entwirf für einen Schleifarbeitsplatz eine vereinfachte Gefährdungsbeurteilung nach dem STOP-Prinzip und bespreche sie mit der ausbildenden Fachkraft.
  2. Prozessvergleich: Vergleiche Winkelschleifer, Bandschleifmaschine und Schleifbock für denselben Entgratauftrag hinsichtlich Qualität, Zeit, Ergonomie und Risiko.
  3. Werkstofffall Aluminium: Entwickle für das Schleifen eines Aluminium-Schmiedeteils ein Schutzkonzept zu Stauberfassung, Werkstofftrennung, Reinigung und Brandvermeidung.
  4. Projekt Schmiedewerkzeug: Fertige unter Aufsicht ein einfaches Schmiedewerkzeug, dokumentiere Schmieden, Wärmebehandlung, Schleifen und Qualitätsprüfung und reflektiere Abweichungen vom Arbeitsplan.




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Lernkontrolle

  1. Verfahrensauswahl: Ein geschmiedeter Haken besitzt Zunder, einen starken Grat und eine maßkritische Auflagefläche. Lege für jede Stelle ein geeignetes Bearbeitungsverfahren fest und begründe die Reihenfolge.
  2. Fehleranalyse: An einer gehärteten Meißelschneide treten blaue Anlassfarben und eine verrundete Schneide auf. Analysiere mindestens drei mögliche Prozessfehler und entwickle Korrekturmaßnahmen.
  3. Werkzeugentscheidung: Wähle für das Egalisieren einer Schweißnaht an Stahl zwischen Trennscheibe, Schruppscheibe und Fächerschleifscheibe. Begründe Auswahl und Ausschluss der beiden anderen Werkzeuge.
  4. Arbeitsschutztransfer: Übertrage das STOP-Prinzip auf einen Arbeitsplatz, an dem abwechselnd Stahl und Aluminium geschliffen werden. Zeige, warum persönliche Schutzausrüstung allein nicht genügt.
  5. Qualitätssicherung: Entwickle einen Prüfablauf, mit dem Maß, Winkel, Oberfläche, Restgrat und thermische Schädigung eines geschliffenen Werkstücks beurteilt werden.
  6. Wirtschaftlichkeit: Erkläre anhand eines Beispiels, wie falsche Körnung, fehlende Zwischenmessung und zu hoher Anpressdruck gleichzeitig Kosten, Qualität und Arbeitsschutz verschlechtern.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du:

  1. die fachliche Einordnung des Schleifens erklären können.
  2. Maschinen, Schleifwerkzeuge und typische Schmiedeanwendungen sicher zuordnen.
  3. Kennzeichnung, zulässige Drehzahl und bestimmungsgemäße Verwendung eines Schleifwerkzeugs beurteilen.
  4. einen Arbeitsablauf von der Auftragsklärung bis zur Endkontrolle planen.
  5. Gefährdungen erkennen und Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip begründen.
  6. ein Werkstück unter Aufsicht fachgerecht spannen, schleifen und zwischenprüfen.
  7. typische Schleiffehler anhand von Oberfläche, Maß und Wärmezeichen analysieren.
  8. die eigene Arbeit in einem Prüf- oder Arbeitsprotokoll nachvollziehbar dokumentieren.




Quellen und Vertiefung

  1. DGUV Information 209-002 Schleifen
  2. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 074 Winkelschleifer
  3. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 053 Arbeiten am Schleifbock
  4. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 135 Stationäre Bandschleifmaschinen
  5. DGUV Regel 109-001 Schleifen Bürsten und Polieren von Aluminium


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