Verbindung - Schmied


Verbindung - Schmied
Verbindung - Schmied
Einleitung
Beim Schmieden entstehen viele Werkstücke nicht aus einem einzigen Stück Stahl. Gitter, Tore, Werkzeuge, Beschläge, Ketten, Zangen oder kunsthandwerkliche Bauteile bestehen häufig aus mehreren Teilen, die fachgerecht miteinander verbunden werden müssen. Das Fügen gehört deshalb zu den grundlegenden Kompetenzen in der Ausbildung im Metallhandwerk. Nach der Systematik der Fertigungsverfahren bezeichnet Fügen das Herstellen oder Vermehren des Zusammenhalts zwischen Werkstücken.
In diesem Lernkurs beschäftigst Du Dich mit traditionellen und modernen Verbindungen in der Schmiedepraxis. Im Mittelpunkt stehen Feuerschweißen, Nieten, Loch-Zapfen-Verbindungen, Bunde, Haken und Ösen sowie ausgewählte Schweiß- und Schraubverbindungen. Du lernst, Verbindungen nach Wirkprinzip, Lösbarkeit, Beanspruchung, Gestaltung und Fertigungsaufwand zu beurteilen. Außerdem erfährst Du, welche Qualitätsmerkmale und Arbeitsschutzmaßnahmen in der Werkstatt wichtig sind.

Lernziele
Nach der Bearbeitung des Kurses kannst Du Verbindungstechniken fachsprachlich beschreiben, geeignete Verfahren auswählen, typische Arbeitsabläufe planen und Verbindungsfehler beurteilen. Du sollst außerdem erkennen, dass eine handwerklich überzeugende Verbindung nicht nur gut aussehen, sondern Kräfte sicher übertragen und zur Werkstoffauswahl sowie zur späteren Nutzung passen muss.
Grundlagen des Fügens
Fügeverbindungen lassen sich nach unterschiedlichen Gesichtspunkten einteilen. Für die betriebliche Praxis sind vor allem das Wirkprinzip und die Lösbarkeit wichtig.
Stoffschluss, Formschluss und Kraftschluss
Stoffschlüssige Verbindungen entstehen durch eine Bindung im Werkstoff. Dazu gehören das Schweißen, das Löten und in besonderer Weise das traditionelle Feuerschweißen. Eine stoffschlüssige Verbindung ist normalerweise nur durch eine Zerstörung der Fügestelle oder der Bauteile trennbar.
Formschlüssige Verbindungen übertragen Kräfte durch die geometrische Gestalt der beteiligten Teile. Beispiele sind Haken und Ösen, ein durchgesteckter Zapfen, eine Keilverbindung oder ein Niet, dessen Köpfe das Auseinanderziehen der Werkstücke verhindern.
Kraftschlüssige Verbindungen nutzen Reibung, die durch eine Anpresskraft erzeugt wird. Eine vorgespannte Schraubverbindung ist ein typisches Beispiel. In der Schmiedepraxis wirken oft mehrere Prinzipien gleichzeitig. Ein warm gesetzter Bund kann ein Bauteil formschlüssig umfassen und nach dem Abkühlen zusätzlich eine Klemmkraft erzeugen.

Lösbare und unlösbare Verbindungen
Eine Schraubverbindung ist im Regelfall lösbar. Nietverbindungen gelten als bedingt lösbar, weil der Niet zum Zerlegen zerstört werden muss, die gefügten Bauteile jedoch häufig erhalten bleiben. Schweißverbindungen sind unlösbar. Haken, Splinte, Keile und bestimmte Steckverbindungen können dagegen so gestaltet werden, dass eine spätere Demontage möglich bleibt.
Bei der Auswahl musst Du deshalb früh klären, ob ein Bauteil später gewartet, nachgestellt, transportiert oder ausgetauscht werden soll. Eine technisch feste Verbindung ist nicht automatisch die beste Lösung, wenn das Werkstück regelmäßig zerlegt werden muss.
Traditionelle Schmiedeverbindungen
Feuerschweißen
Das Feuerschweißen ist ein Pressschweißverfahren. Die vorbereiteten Stahlteile werden im Schmiedefeuer auf eine für den jeweiligen Werkstoff geeignete Schweißwärme gebracht und anschließend durch Druck beziehungsweise Hammerschläge verbunden. Der gesamte Querschnitt wird dabei nicht wie beim Schmelzschweißen aufgeschmolzen.
Entscheidend sind saubere und passend ausgeschmiedete Schweißflächen, eine geeignete Feuerführung sowie ein zügiger Arbeitsablauf. Die vorbereitete Überlappungsform wird häufig als Schweißschäftung bezeichnet. Sie soll ausreichend Fläche bereitstellen und verhindern, dass die Verbindung nach dem Ausschmieden eine unerwünschte Verdickung erhält. Zunder und andere Verunreinigungen dürfen nicht zwischen den Flächen eingeschlossen werden. Abhängig von Stahl, Feuerführung und betrieblicher Vorgehensweise kann ein geeignetes Flussmittel verwendet werden.
Die ersten Schläge dienen dem sicheren Anlegen der Schweißflächen. Danach wird die Verbindung mit kontrollierten Schlägen verdichtet und ausgeschmiedet. Zu kalte Werkstücke können Bindefehler verursachen. Überhitzter oder verbrannter Stahl verliert dagegen seine Verarbeitungsqualität. Die Beurteilung darf sich deshalb nicht nur auf eine Glühfarbe stützen, sondern muss Werkstoff, Feuer, Erfahrung und betriebliche Vorgaben einbeziehen.

Typische Anwendungen sind geschlossene Ringe, Kettenglieder, angeschweißte Materialverstärkungen, Werkzeugteile und mehrlagige Schmiedestücke. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen muss das Verfahren entsprechend Zeichnung, Werkstoffvorgabe, betrieblicher Qualifikation und Prüfanforderung ausgeführt werden.
Warmnieten
Beim Nieten werden Fügeteile durch einen Nietschaft und zwei Nietköpfe zusammengehalten. Ein Niet besitzt bereits einen Setzkopf. Das überstehende Schaftende wird beim Fügen gestaucht und zum Schließkopf geformt. Beim Warmnieten wird der erwärmte Niet eingesetzt und zügig geschlossen. Während des Abkühlens zieht er sich zusammen und kann dadurch eine zusätzliche Klemmwirkung erzeugen.
Ein sinnvoller Arbeitsablauf umfasst das Anreißen, Herstellen und Entgraten der Löcher, das Ausrichten der Teile, die Wahl einer geeigneten Nietlänge, das sichere Gegenhalten des Setzkopfes sowie das gleichmäßige Formen des Schließkopfes. Lochdurchmesser, Randabstände, Teilung und Nietabmessung müssen zur Beanspruchung und zu den geltenden Fertigungsunterlagen passen.

Eine gute Nietverbindung besitzt voll anliegende Köpfe, einen gefüllten Lochbereich und fest aufeinanderliegende Fügeteile. Schräg sitzende Köpfe, Risse am Lochrand, versetzte Bohrungen, unvollständig geformte Schließköpfe oder lockere Niete sind Qualitätsmängel.
Lochen und Aufdornen
Beim warmen Lochen wird Material mit einem Lochstempel verdrängt. Anders als beim Bohren entsteht das Loch ohne spanendes Entfernen des gesamten Lochquerschnitts. Häufig wird von beiden Seiten gearbeitet, damit der Butzen kontrolliert ausgetrieben werden kann. Danach wird das Loch mit einem Dorn auf Maß und Form gebracht. Dieser Vorgang heißt Aufdornen.
Geschmiedete Löcher können rund, oval oder eckig ausgeführt werden. Sie eignen sich für Niete, Zapfen, Achsen, Ösen oder gelenkige Verbindungen. Beim Lochen sind die Restquerschnitte und die Lage des Loches zu beachten, weil eine ungünstige Anordnung das Bauteil schwächen kann.
Loch-Zapfen-Verbindung
Für eine Loch-Zapfen-Verbindung wird ein Ende abgesetzt und zu einem Zapfen ausgeschmiedet. Der Zapfen wird durch das passende Loch des zweiten Bauteils gesteckt. Anschließend kann er vernietet, aufgespalten, verkeilt oder umgelegt werden. Eine sauber ausgearbeitete Schulter sorgt dafür, dass das Bauteil flächig anliegt und die Verbindung nicht allein am geschwächten Zapfenquerschnitt belastet wird.
Diese Technik ist bei traditionellen Gittern, Beschlägen, Werkzeugen und Gestellen verbreitet. Sie verbindet konstruktive Funktion mit einer sichtbar handwerklichen Gestaltung. Die Passung darf weder so locker sein, dass die Verbindung schlägt, noch so eng, dass beim Eintreiben Risse entstehen.
Bunde, Schellen und Klammern
Ein Bund ist ein umgreifendes Verbindungselement. Er kann kalt angepasst oder warm um die Fügestelle gelegt und geschlossen werden. Beim Abkühlen eines warm gesetzten Bundes entsteht eine Schrumpfwirkung. Bunde werden häufig an Kreuzungen, Bündeln, Griffen oder Zierelementen eingesetzt.
Ein Bund darf nicht allein wegen seiner geschlossenen Form als ausreichend tragfähig angesehen werden. Querschnitt, Überdeckung, Lage, Werkstoff und Belastungsrichtung müssen konstruktiv berücksichtigt werden. In der Gestaltung kann ein sauberer Bund zugleich die Fügestelle betonen und den Rhythmus eines Gitters gliedern.
Haken, Ösen und bewegliche Verbindungen
Haken und Ösen bilden formschlüssige Verbindungen. Sie können lösbar, beweglich oder durch Schließen der Öse dauerhaft ausgeführt werden. Typische Beispiele sind Ketten, Aufhängungen, Torbeschläge und gelenkige Werkzeuge. Die Innenradien müssen groß genug sein, damit keine schädlichen Kerbwirkungen oder Risse entstehen. Bei belasteten Haken sind Öffnungsrichtung, Lastpfad und ein mögliches unbeabsichtigtes Aushängen zu beachten.
Moderne Verbindungstechniken in der Schmiedewerkstatt
Lichtbogenschweißen
In heutigen Schmiede- und Metallbaubetrieben werden traditionelle Verfahren häufig mit Lichtbogenschweißen kombiniert. Zu den verbreiteten Verfahren zählen Metall-Aktivgasschweißen, Wolfram-Inertgasschweißen und Lichtbogenhandschweißen. Die Verfahrenswahl richtet sich unter anderem nach Werkstoff, Materialdicke, Nahtart, Zugänglichkeit, gewünschter Oberfläche und Fertigungsunterlage.

Eine Schweißnaht muss Kräfte über den vorgesehenen Lastpfad übertragen. Nahtvorbereitung, Spaltmaß, Wärmeeinbringung, Schweißfolge und Verzug sind deshalb bereits bei der Planung zu berücksichtigen. Durch die Wärme entsteht neben der Naht eine Wärmeeinflusszone, in der sich Werkstoffeigenschaften verändern können. Das nachträgliche Verschleifen darf den erforderlichen Nahtquerschnitt nicht unzulässig verkleinern.
Schrauben, Stifte und Keile
Schrauben sind sinnvoll, wenn Bauteile demontiert, nachgestellt oder ausgetauscht werden müssen. Die Schraube, Mutter, Unterlegteile und Sicherung müssen zur Belastung und zur Umgebung passen. Bei sichtbaren Schmiedearbeiten können Schraubenköpfe gestalterisch integriert werden, ohne ihre Funktion zu verdecken.
Stifte und Keile ermöglichen formschlüssige oder klemmende Verbindungen. Sie eignen sich beispielsweise zur Befestigung von Werkzeugköpfen, Griffen oder zerlegbaren Gestellen. Keile müssen gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert sein, wenn Schwingungen oder wechselnde Belastungen auftreten.
Auswahl einer geeigneten Verbindung
Eine Verbindung wird nicht allein nach Gewohnheit ausgewählt. Du solltest mindestens folgende Fragen prüfen:
- Beanspruchung: Wirken Zug, Druck, Scherung, Biegung, Torsion, Stöße oder wechselnde Lasten?
- Werkstoff: Sind die Werkstoffe schmiedbar, schweißgeeignet und miteinander verträglich?
- Lösbarkeit: Muss die Verbindung später geöffnet, gewartet oder ersetzt werden?
- Fertigung: Welche Werkzeuge, Vorrichtungen, Qualifikationen und Prüfmittel stehen zur Verfügung?
- Gestaltung: Soll die Verbindung sichtbar betont oder möglichst unauffällig ausgeführt werden?
- Umgebung: Sind Feuchtigkeit, Korrosion, Wärme, Schwingungen oder Verschleiß zu erwarten?
- Sicherheit: Welche Folgen hätte das Versagen der Verbindung?
Ein Gitterkreuz kann beispielsweise mit einem Bund gestaltet werden, während eine hoch belastete Werkzeugverbindung eher eine berechnete, geprüfte und eindeutig dokumentierte Fügestelle benötigt. Die optisch schönste Lösung ist nur dann fachgerecht, wenn sie auch die technische Funktion erfüllt.
Arbeitsplanung
Vor Beginn solltest Du eine Zeichnung oder Skizze auswerten, die Verbindung festlegen und die einzelnen Arbeitsschritte planen. Dazu gehören Materialauswahl, Zuschnitt, Erwärmung, Umformung, Lochherstellung, Hilfswerkzeuge, Reihenfolge, Zwischenkontrollen und Oberflächenbehandlung.
Bei mehreren gleichen Verbindungen helfen Lehren und Anschläge. Für Nietarbeiten sind Gegenhalter, Nietzieher und Kopfmacher zweckmäßig. Für Zapfenverbindungen werden Lochstempel und Dorne benötigt. Beim Feuerschweißen müssen Feuer, Werkzeuge und Arbeitsweg so vorbereitet sein, dass zwischen Entnahme und Fügen keine unnötige Zeit verloren geht.
Qualität prüfen
Die Prüfung beginnt nicht erst am fertigen Werkstück. Bereits während der Fertigung werden Maße, Rechtwinkligkeit, Fluchtung, Passung und Oberfläche kontrolliert. Eine Sichtprüfung kann Risse, offene Fugen, unvollständige Nietköpfe, Einbrandkerben, Porenöffnungen, Verzug oder Schleifschäden erkennen lassen.
Bei Übungsstücken sind einfache Belastungs- und Bruchproben besonders lehrreich. Eine aufgetrennte oder gebrochene Probe zeigt, ob eine Feuerschweißung vollständig gebunden hat oder Zunder eingeschlossen wurde. Für reale Bauteile gelten die betrieblichen Prüfpläne. Je nach Anforderung können Maßprüfung, Farbeindringprüfung, Magnetpulverprüfung oder andere Prüfverfahren vorgesehen sein.
Typische Fehler sind eine unpassende Schweißschäftung, zu geringe Erwärmung, überhitzter Stahl, eingeschlossener Zunder, zu kurze Niete, schlecht anliegende Nietköpfe, zu geringe Randabstände, Kerben an Zapfenübergängen, fehlende Schraubensicherung und unzureichend vorbereitete Schweißnähte.
Arbeitssicherheit
Schmiede- und Fügearbeiten verbinden hohe Temperaturen, Funkenflug, schwere Werkzeuge, Lärm und mögliche Gefahrstoffe. Arbeite nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und betrieblicher Freigabe.
- Persönliche Schutzausrüstung: Nutze die für Tätigkeit und Betrieb festgelegte Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, Augen- oder Gesichtsschutz, Gehörschutz und gegebenenfalls weitere PSA.
- Heiße Werkstücke: Verwende passende Zangen, kennzeichne heiße Ablagebereiche und bedenke, dass abgekühltes und noch heißes Metall ähnlich aussehen kann.
- Hammerarbeit: Prüfe Hammerstiele, Bahnen, Gesenke und Gegenhalter. Bei der Zusammenarbeit müssen eindeutige Kommandos und sichere Standpositionen vereinbart sein.
- Brand- und Explosionsschutz: Entferne brennbare Stoffe, kontrolliere Funkenflug und beachte die betrieblichen Regeln für Feuerarbeiten.
- Gefahrstoffe: Schweißrauche und Verbrennungsgase müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung erfasst und abgeführt werden. Beschichtete oder verzinkte Werkstoffe dürfen nicht unkontrolliert erhitzt oder geschweißt werden.
- Ordnung am Arbeitsplatz: Halte Laufwege frei, lege Werkzeuge sicher ab und sorge für eine ausreichende Beleuchtung.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Fertigungsverfahren vermehrt den Zusammenhalt zwischen Werkstücken? (Fügen) (!Trennen) (!Beschichten) (!Urformen)
Welche Verbindung ist typischerweise stoffschlüssig? (Feuerschweißung) (!Hakenverbindung) (!Steckverbindung) (!Keilverbindung)
Wie heißt der beim Nieten neu geformte zweite Nietkopf? (Schließkopf) (!Setzkopf) (!Dornkopf) (!Schweißkopf)
Zu welcher Verfahrensgruppe gehört das Feuerschweißen? (Pressschweißen) (!Kleben) (!Zerspanen) (!Gießen)
Welches Werkzeug bringt ein warm gelochtes Werkstück auf die gewünschte Lochform? (Dorn) (!Feile) (!Meißel) (!Richtplatte)
Welche Verbindung ist im Regelfall ohne Zerstörung lösbar? (Schraubverbindung) (!Schweißverbindung) (!Warmnietverbindung) (!Feuerschweißverbindung)
Wozu dient eine Schweißschäftung beim Feuerschweißen? (Zur passenden Vorbereitung der Schweißflächen) (!Zum Abschrecken des Werkstücks) (!Zum Härten des gesamten Bauteils) (!Zum Bohren eines Nietlochs)
Welcher Befund weist auf eine mangelhafte Nietverbindung hin? (Ein schräg anliegender Schließkopf) (!Ein vollständig anliegender Nietkopf) (!Ein ausgerichtetes Lochbild) (!Eine entgratete Bohrung)
Welche Wirkung kann beim Abkühlen eines warm gesetzten Niets entstehen? (Zusätzliche Klemmkraft) (!Vollständige Lösbarkeit) (!Spanbildung im Nietloch) (!Aufschmelzen der Fügeteile)
Welche Maßnahme ist bei Schweißrauch besonders wichtig? (Erfassung und geeignete Lüftung) (!Abdecken der Sichtscheibe) (!Erwärmen verzinkter Teile) (!Entfernen des Gehörschutzes)
Memory
| Stoffschluss | Bindung im Werkstoff |
| Formschluss | Geometrisches Ineinandergreifen |
| Kraftschluss | Reibung durch Anpresskraft |
| Schließkopf | Beim Nieten geformter zweiter Kopf |
| Schweißschäftung | Vorbereitete überlappende Schweißflächen |
| Dorn | Kalibrieren eines geschmiedeten Lochs |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Feuerschweißen | Stoffschlüssige unlösbare Verbindung |
| Warmnieten | Bedingt lösbare Nietverbindung |
| Loch-Zapfen-Verbindung | Formschlüssige handwerkliche Verbindung |
| Schraubverbindung | Lösbare Verbindung |
| Bund | Umgreifende Verbindung |
Kreuzworträtsel
| Niete | Welches Verbindungselement besitzt einen Setzkopf und erhält einen Schließkopf? |
| Schäftung | Wie heißt die vorbereitete Überlappungsform für eine Feuerschweißung? |
| Formschluss | Welches Wirkprinzip nutzt die Gestalt ineinandergreifender Teile? |
| Schließkopf | Welcher Kopf wird beim Nietvorgang neu geformt? |
| Dorn | Welches Werkzeug formt und kalibriert ein geschmiedetes Loch? |
| Flussmittel | Welcher Hilfsstoff kann beim Feuerschweißen die Oxidbildung begrenzen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Verbindungsarten sammeln: Fotografiere oder skizziere vier Verbindungen an Toren, Werkzeugen oder Alltagsgegenständen und ordne sie Stoffschluss, Formschluss oder Kraftschluss zu.
- Fachbegriffe erklären: Erstelle Karten zu Setzkopf, Schließkopf, Schweißschäftung, Dorn, Bund und Wärmeeinflusszone.
- Werkzeugübersicht: Zeichne einen Arbeitsplatz für das Warmnieten und beschrifte die erforderlichen Werkzeuge und Schutzmaßnahmen.
- Fehlerbilder beschreiben: Formuliere zu drei vorgegebenen Verbindungsfehlern jeweils eine mögliche Ursache und eine passende Vorbeugungsmaßnahme.
Standard
- Nietverbindung planen: Fertige eine Arbeitsplanung für eine einfache überlappte Nietverbindung einschließlich Lochherstellung, Nietauswahl, Reihenfolge und Qualitätskontrolle an.
- Loch-Zapfen-Modell: Stelle unter fachlicher Aufsicht ein Übungsstück mit Loch, Zapfen und vernietetem Ende her und dokumentiere jeden Arbeitsschritt.
- Medienanalyse Schmieden: Untersuche eines der eingebetteten Videos. Trenne beobachtbare Arbeitsschritte von Deinen Vermutungen und bewerte die gezeigten Sicherheitsmaßnahmen.
- Verfahrensvergleich: Vergleiche für ein geschmiedetes Gitterkreuz die Varianten Bund, Niet, Feuerschweißung und Lichtbogenschweißung anhand selbst gewählter Kriterien.
Schwer
- Feuerschweißprobe: Plane unter Anleitung eine Reihe von Probeschweißungen mit bewusst variierten Vorbereitungsformen. Werte die Proben durch Sichtprüfung und eine abgestimmte Bruchprobe aus.
- Konstruktionsaufgabe Verbindung: Entwirf einen zerlegbaren geschmiedeten Ständer, dessen Hauptverbindungen ohne Schmelzschweißen funktionieren. Begründe Lastpfade und Sicherungen.
- Qualitätsbericht: Untersuche ein gefertigtes Bauteil, dokumentiere Maßabweichungen und Oberflächenbefunde und entscheide begründet über Nacharbeit oder Ausschuss.
- Ausbildungsprojekt Gitterfeld: Entwickle ein kleines Gitterfeld mit mindestens drei unterschiedlichen Verbindungstechniken, erstelle Zeichnung, Arbeitsplan, Gefährdungsbetrachtung und Präsentation.


Lernkontrolle
- Verbindung auswählen: Für ein demontierbares Ausstellungsgestell und ein dauerhaftes Außengitter stehen dieselben Halbzeuge zur Verfügung. Wähle jeweils geeignete Verbindungen und begründe die Unterschiede.
- Lastpfad analysieren: Erkläre an einer Loch-Zapfen-Verbindung, wie Zug-, Scher- und Biegekräfte durch Zapfen, Schulter und Fügeteil übertragen werden.
- Fehlerursache ableiten: Eine Feuerschweißprobe zeigt an einer Seite gute Bindung und an der anderen eine dunkle Trennfuge. Entwickle mehrere plausible Ursachen und passende Prüfungen.
- Fertigungsfolge optimieren: Ordne die Arbeitsschritte für ein Bauteil mit zwei Nietverbindungen so, dass Ausrichtung, Zugänglichkeit und Verzug beherrscht werden. Begründe Deine Reihenfolge.
- Sicherheitskonzept übertragen: Plane einen Arbeitsplatz, an dem gleichzeitig geschmiedet und in einem getrennten Bereich geschweißt wird. Berücksichtige Verkehrswege, Funkenflug, Rauchabsaugung und heiße Ablagen.
- Gestaltung und Technik verbinden: Beurteile, wann ein sichtbarer Bund gestalterisch sinnvoll ist und wann eine andere Verbindung wegen der Beanspruchung vorzuziehen wäre.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Du verwendest Fachbegriffe wie Stoffschluss, Formschluss, Kraftschluss, Schweißschäftung, Setzkopf und Schließkopf korrekt.
- Du kannst Feuerschweißen, Nieten, Lochen, Zapfen, Bunde, Schrauben und modernes Schweißen voneinander abgrenzen.
- Du wählst eine Verbindung anhand von Beanspruchung, Werkstoff, Lösbarkeit, Gestaltung und Fertigungsmöglichkeiten aus.
- Du erstellst einen nachvollziehbaren Arbeitsplan und berücksichtigst geeignete Werkzeuge und Prüfmittel.
- Du erkennst typische Fehlerbilder und leitest Ursachen sowie Maßnahmen zur Vermeidung ab.
- Du beachtest Arbeitsschutz, Brandverhütung, Gefahrstofferfassung und den sicheren Umgang mit heißen Werkstücken.
- Du dokumentierst ein praktisches Übungsstück mit Zeichnung, Arbeitsschritten, Prüfergebnis und fachlicher Reflexion.
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