Politische Programme - Gemeinschaftskunde


Politische Programme - Gemeinschaftskunde
Politische Programme - Gemeinschaftskunde

Politische Programme zeigen, welche Werte, Ziele und Vorhaben eine Partei oder eine politische Gruppe verfolgt. Sie helfen Dir, politische Angebote zu vergleichen und eine begründete Meinung zu bilden.
In diesem aiMOOC lernst Du, verschiedene Programmarten zu unterscheiden, Aussagen zu prüfen und politische Vorschläge sachlich zu bewerten. Dabei geht es nicht darum, Dir eine bestimmte politische Meinung vorzugeben. Du sollst vielmehr lernen, selbstständig, kritisch und fair zu urteilen.
Einleitung
In einer Demokratie treten Parteien mit unterschiedlichen Vorstellungen an. Sie machen Vorschläge zu Themen wie Bildung, Wirtschaft, Umweltschutz, Sozialpolitik, Innere Sicherheit oder Europa.
Diese Vorstellungen werden in politischen Programmen festgehalten. Ein Programm beantwortet zum Beispiel folgende Fragen:
- Welches Problem sieht die Partei?
- Welches Ziel verfolgt sie?
- Welche Maßnahmen schlägt sie vor?
- Wer soll von der Maßnahme profitieren?
- Wie soll die Maßnahme finanziert und umgesetzt werden?
Ein Programm ist zunächst ein politisches Angebot. Ob seine Ziele später umgesetzt werden, hängt unter anderem vom Wahlergebnis, von Mehrheiten, Koalitionen, Gesetzen, verfügbaren Mitteln und neuen Entwicklungen ab.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du:
- Grundsatzprogramm und Wahlprogramm unterscheiden.
- politische Forderungen nach festen Kriterien untersuchen.
- Werte, Ziele und konkrete Maßnahmen auseinanderhalten.
- die Umsetzbarkeit eines Vorschlags einschätzen.
- Quellen und politische Werbung kritisch prüfen.
- Programme verschiedener Parteien neutral vergleichen.
Was ist ein politisches Programm?
Ein politisches Programm ist ein Text, in dem politische Werte, Ziele und geplante Maßnahmen dargestellt werden. Parteien erklären darin, wie sie Gesellschaft und Staat gestalten möchten.
Politische Programme erfüllen mehrere Aufgaben. Sie geben der Partei eine gemeinsame Richtung, informieren die Öffentlichkeit und grenzen die Partei von politischen Mitbewerbern ab. Vor einer Wahl sollen sie außerdem Wählerinnen und Wähler überzeugen.
Programme sind jedoch keine Gesetze. Gewählte Abgeordnete besitzen ein freies Mandat. Sie sind rechtlich nicht an einzelne Programmsätze oder Weisungen ihrer Partei gebunden. Programme schaffen aber eine politische Orientierung und ermöglichen später eine kritische Bewertung.
Werte, Ziele und Maßnahmen
Bei der Analyse solltest Du drei Ebenen unterscheiden:
| Ebene | Leitfrage | Einfaches Beispiel |
|---|---|---|
| Wert | Was ist grundsätzlich wichtig? | Chancengerechtigkeit |
| Ziel | Welcher Zustand soll erreicht werden? | Alle Schulen sollen gute digitale Lernmöglichkeiten besitzen. |
| Maßnahme | Was soll konkret getan werden? | Schulen erhalten Mittel für Geräte, Netze und Fortbildungen. |
Ein Wert ist meist allgemein. Ein Ziel beschreibt eine gewünschte Entwicklung. Eine Maßnahme erklärt, wie das Ziel erreicht werden soll.
Arten politischer Programme
Grundsatzprogramm
Ein Grundsatzprogramm beschreibt die grundlegenden Werte und langfristigen Ziele einer Partei. Es gilt häufig über viele Jahre. Konkrete Einzelmaßnahmen stehen weniger im Mittelpunkt.
Typische Inhalte sind das Verständnis von Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
Wahlprogramm
Ein Wahlprogramm wird für eine bestimmte Wahl erarbeitet. Es enthält aktuelle Schwerpunkte und Vorhaben für die kommende Wahlperiode. Wahlprogramme sind meist konkreter als Grundsatzprogramme.

Der abgebildete Stimmzettel stammt aus einem bestimmten Wahlkreis der Bundestagswahl 2021. Er zeigt, dass mehrere Parteien um politische Zustimmung konkurrieren. Ihre Programme helfen bei der inhaltlichen Unterscheidung.
Positionspapier
Ein Positionspapier behandelt meist ein einzelnes Thema, zum Beispiel Wohnungsbau, Landwirtschaft, Verkehr oder Jugendpolitik. Es kann schneller aktualisiert werden als ein Grundsatzprogramm.
Koalitionsvertrag und Regierungsprogramm
Erhält keine Partei allein eine Mehrheit, können mehrere Parteien eine Koalition bilden. Sie verhandeln, welche Vorhaben sie gemeinsam verfolgen. Das Ergebnis wird häufig in einem Koalitionsvertrag festgehalten.
Ein Koalitionsvertrag ist eine politische Vereinbarung und kein Gesetz. Er verbindet Forderungen verschiedener Parteien. Deshalb enthält er oft Kompromisse.

Das historische Foto zeigt Koalitionsverhandlungen im Jahr 1969. Auch heute müssen mögliche Regierungspartner Ziele abstimmen, Unterschiede klären und gemeinsame Lösungen suchen.
Überblick
| Dokument | Zeitraum | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Grundsatzprogramm | langfristig | Werte und politische Grundrichtung |
| Wahlprogramm | eine Wahlperiode | aktuelle Ziele und Vorhaben |
| Positionspapier | themenbezogen | Haltung zu einem bestimmten Politikfeld |
| Koalitionsvertrag | gemeinsame Regierungszeit | Vereinbarungen mehrerer Regierungsparteien |
Parteien und Demokratie
Artikel 21 des Grundgesetzes bestimmt, dass Parteien bei der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen.
Parteien verbinden Gesellschaft und Staat. Sie greifen Interessen und Konflikte auf, entwickeln politische Vorschläge, stellen Kandidierende auf und wirken an Wahlen sowie parlamentarischen Entscheidungen mit.
Politische Programme machen diese Arbeit sichtbar. Bürgerinnen und Bürger können dadurch prüfen, welche Ziele eine Partei vertritt und wie sie Probleme lösen möchte.
Funktionen politischer Programme
| Funktion | Bedeutung |
|---|---|
| Orientierung | Mitglieder und Mandatstragende erhalten eine gemeinsame politische Richtung. |
| Information | Die Öffentlichkeit erfährt, welche Ziele und Maßnahmen vorgeschlagen werden. |
| Unterscheidung | Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Parteien werden erkennbar. |
| Mobilisierung | Menschen sollen zur politischen Beteiligung und zur Wahl angeregt werden. |
| Kontrolle | Nach einer Wahl kann geprüft werden, welche Vorhaben verfolgt oder verändert wurden. |
| Verhandlung | Programme bilden eine Grundlage für Gespräche über Koalitionen und Kompromisse. |
Wie entsteht ein Parteiprogramm?
Ein Programm entsteht meist in mehreren Schritten. Mitglieder, Arbeitsgruppen und Fachleute sammeln Vorschläge. Parteigremien beraten über Formulierungen. Häufig entscheidet schließlich ein Parteitag über den Text.
Der genaue Ablauf unterscheidet sich von Partei zu Partei. Innerhalb einer Partei können unterschiedliche Meinungen bestehen. Ein beschlossenes Programm stellt deshalb oft bereits einen parteiinternen Kompromiss dar.

Programme werden anschließend über Veranstaltungen, Internetseiten, soziale Medien, Broschüren und Wahlwerbung verbreitet.
Vom Programm zur politischen Entscheidung
Ein Programmsatz wird nicht automatisch umgesetzt. Zwischen einer Forderung und einem Gesetz liegen mehrere Schritte.
| Schritt | Bedeutung |
|---|---|
| Programm | Eine Partei formuliert Ziele und Maßnahmen. |
| Wahl | Bürgerinnen und Bürger entscheiden über politische Mehrheiten. |
| Koalitionsbildung | Parteien vereinbaren gemeinsame Vorhaben. |
| Parlamentarische Beratung | Vorschläge werden diskutiert, geprüft und verändert. |
| Gesetz und Haushalt | Parlamentarische Mehrheiten entscheiden über Regeln und Geld. |
| Umsetzung | Behörden, Länder, Kommunen oder andere Einrichtungen führen Beschlüsse aus. |
| Evaluation | Die Wirkung einer Maßnahme wird überprüft. |

Programme beeinflussen also politische Entscheidungen. Sie müssen dabei mit Mehrheiten, Zuständigkeiten, Grundrechten, Haushalten und praktischen Möglichkeiten verbunden werden.
Warum werden nicht alle Versprechen umgesetzt?
Mögliche Gründe sind:
- Eine Partei erreicht keine Regierungsmehrheit.
- Koalitionspartner verfolgen andere Ziele.
- Ein Vorhaben liegt nicht in der Zuständigkeit der betreffenden politischen Ebene.
- Die Finanzierung ist nicht gesichert.
- Gerichte erklären eine Regelung für unzulässig.
- Wirtschaftliche oder internationale Entwicklungen verändern die Lage.
- Eine Maßnahme erweist sich in der Praxis als schwieriger als erwartet.
Nicht jede Abweichung ist automatisch ein Wortbruch. Trotzdem dürfen Bürgerinnen und Bürger nachfragen, welche Gründe es für Änderungen gibt.
Politische Programme untersuchen
Für einen fairen Vergleich brauchst Du für alle Programme dieselben Kriterien.
Die Analyse-Matrix
| Kriterium | Leitfrage |
|---|---|
| Quelle | Stammt die Aussage aus dem vollständigen Originalprogramm? |
| Problem | Welches gesellschaftliche Problem wird beschrieben? |
| Wert | Welche Grundvorstellung steht hinter der Forderung? |
| Ziel | Was soll sich verändern? |
| Maßnahme | Welcher konkrete Schritt wird vorgeschlagen? |
| Zuständigkeit | Dürfen Bund, Land, Kommune oder Europäische Union darüber entscheiden? |
| Finanzierung | Welche Einnahmen, Ausgaben oder Einsparungen werden genannt? |
| Betroffene | Wer profitiert, wer trägt Kosten und wer muss handeln? |
| Zeitplan | Wird ein realistischer Zeitraum angegeben? |
| Messbarkeit | Woran lässt sich später erkennen, ob das Ziel erreicht wurde? |
| Nebenfolgen | Welche erwünschten oder unerwünschten Wirkungen sind möglich? |
| Belege | Werden Daten, Beispiele oder wissenschaftliche Erkenntnisse verwendet? |
Beispiel einer Analyse
Fiktive Forderung: „Alle Schulgebäude sollen innerhalb von zehn Jahren klimafreundlich saniert werden.“
| Prüffrage | Mögliche Untersuchung |
|---|---|
| Welches Ziel wird verfolgt? | Weniger Energieverbrauch und bessere Lernbedingungen. |
| Wer ist zuständig? | Je nach Schule können Länder, Kommunen oder andere Schulträger zuständig sein. |
| Welche Maßnahmen wären nötig? | Planung, energetische Sanierung, moderne Heizsysteme und Kontrolle der Ergebnisse. |
| Welche Kosten entstehen? | Das Programm müsste Investitionen und Finanzierungsmöglichkeiten erklären. |
| Welche Zielkonflikte sind möglich? | Schnelle Sanierung, begrenzte Fachkräfte, Denkmalschutz und laufender Schulbetrieb können miteinander in Konflikt geraten. |
| Wie wäre Erfolg messbar? | Zum Beispiel durch Energieverbrauch, Raumtemperatur, Baufortschritt und tatsächliche Emissionsminderung. |
Das Beispiel zeigt: Eine Forderung kann sinnvoll klingen und trotzdem viele offene Fragen enthalten. Eine gute Analyse trennt Ziel, Mittel, Kosten und Folgen.
Umsetzbarkeit prüfen
Rechtliche Prüfung
Ein Vorschlag muss mit dem Grundgesetz, den Grundrechten und geltendem Recht vereinbar sein. Außerdem ist wichtig, welche politische Ebene zuständig ist.
Ein Bundeswahlprogramm kann nicht jede kommunale Entscheidung direkt festlegen. Ein kommunales Programm kann wiederum keine Bundesgesetze ändern.
Finanzielle Prüfung
Politische Maßnahmen können Geld kosten, Einnahmen erhöhen oder Ausgaben senken. Prüfe deshalb:
- Werden Kosten genannt?
- Wird erklärt, wer bezahlt?
- Werden mögliche Einsparungen realistisch begründet?
- Werden Folgekosten berücksichtigt?
- Gibt es andere Aufgaben, für die dann weniger Geld verfügbar wäre?
Praktische Prüfung
Auch rechtlich mögliche und finanzierbare Vorhaben können an fehlendem Personal, langen Planungsverfahren, technischen Problemen oder Widerständen scheitern.
Frage deshalb, wer die Maßnahme umsetzt, welche Schritte nötig sind und wie lange sie dauern könnten.
Zielkonflikte erkennen
Politische Ziele können miteinander in Spannung stehen. Beispiele sind:
- schneller Wohnungsbau und Schutz von Naturflächen
- niedrige Steuern und hohe staatliche Ausgaben
- Datenschutz und wirksame Gefahrenabwehr
- günstige Energie und schneller Klimaschutz
- individuelle Freiheit und verbindliche Regeln
Ein Zielkonflikt bedeutet nicht, dass eine Lösung unmöglich ist. Er zeigt, dass politische Entscheidungen Vorteile und Nachteile abwägen müssen.
Sprache und politische Werbung
Politische Programme verwenden häufig positiv besetzte Begriffe wie Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Leistung, Zusammenhalt oder Nachhaltigkeit. Verschiedene Parteien können mit demselben Begriff jedoch unterschiedliche Vorstellungen verbinden.

Das historische Bildmaterial zur Bundestagswahl 1949 zeigt, dass Parteien bereits früh mit kurzen Botschaften und klaren Gegensätzen warben. Wahlwerbung vereinfacht häufig. Ein vollständiges Programm enthält meist mehr Bedingungen und Einzelheiten als ein Plakat oder ein kurzer Beitrag.
Auf sprachliche Mittel achten
Prüfe bei einer Aussage:
- Ist sie eine überprüfbare Tatsachenbehauptung oder eine Wertung?
- Werden schwierige Probleme stark vereinfacht?
- Werden Gegner sachlich kritisiert oder abgewertet?
- Werden Ängste oder Hoffnungen angesprochen?
- Werden konkrete Maßnahmen genannt?
- Fehlen wichtige Bedingungen, Kosten oder Nebenwirkungen?
Programme in Medien und sozialen Netzwerken
In sozialen Medien werden Programminhalte oft verkürzt. Ein Bild, ein kurzer Satz oder ein Videoausschnitt kann wichtige Zusammenhänge auslassen.

Vor einer politischen Bewertung solltest Du deshalb:
- die ursprüngliche Quelle öffnen.
- auf Datum und politische Ebene achten.
- den vollständigen Abschnitt lesen.
- Aussagen mit verlässlichen Informationen vergleichen.
- zwischen Parteiaussage, journalistischem Bericht und persönlichem Kommentar unterscheiden.
- prüfen, ob Bild, Überschrift und Inhalt zusammenpassen.
Wahlhilfen richtig nutzen
Digitale Wahlhilfen können einen ersten Überblick geben. Sie ersetzen jedoch nicht die eigene Prüfung der Programme.
Achte darauf, wie die Fragen ausgewählt wurden, welche Antwortmöglichkeiten bestehen und wie Übereinstimmungen berechnet werden. Lies anschließend die Begründungen der Parteien und wichtige Originaltexte.
Eine hohe Übereinstimmung bei ausgewählten Fragen bedeutet nicht automatisch, dass Du alle Ziele, Werte oder Personen einer Partei unterstützt.
Neutral vergleichen
Im Gemeinschaftskundeunterricht gelten für alle politischen Angebote dieselben Maßstäbe. Ein fairer Vergleich:
- verwendet gleich lange und gleich aktuelle Textabschnitte.
- untersucht dieselben Politikfelder.
- trennt Beschreibung und persönliche Bewertung.
- belegt Aussagen mit Fundstellen.
- berücksichtigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- vermeidet pauschale Urteile über Mitglieder oder Wählende.
- macht eigene Wertmaßstäbe sichtbar.
Du darfst zu einem begründeten Urteil kommen. Wichtig ist, dass Dein Urteil nachvollziehbar ist und andere demokratische Positionen sachlich behandelt.
Begriffe kompakt
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Partei | Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen politischen Zielen. |
| Programmatik | Inhaltliche Grundrichtung einer Partei oder politischen Bewegung. |
| Grundsatzprogramm | Langfristige Werte und Ziele einer Partei. |
| Wahlprogramm | Vorhaben einer Partei für eine bestimmte Wahl und Wahlperiode. |
| Koalition | Zusammenarbeit mehrerer Parteien zur Bildung einer Regierung. |
| Kompromiss | Vereinbarung, bei der Beteiligte nicht alle eigenen Forderungen durchsetzen. |
| Legislaturperiode | Zeitraum, für den ein Parlament gewählt ist. |
| Freies Mandat | Abgeordnete entscheiden nach ihrem Gewissen und sind rechtlich nicht an Weisungen gebunden. |
| Evaluation | Systematische Prüfung, ob eine Maßnahme ihre Ziele erreicht. |
| Zielkonflikt | Situation, in der zwei Ziele nicht vollständig gleichzeitig erreicht werden können. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt ein Grundsatzprogramm vor allem? (Langfristige Werte und politische Ziele) (!Die genaue Sitzordnung im Parlament) (!Das amtliche Wahlergebnis) (!Die Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung)
Wodurch unterscheidet sich ein Wahlprogramm besonders vom Grundsatzprogramm? (Es bezieht sich stärker auf eine bestimmte Wahlperiode) (!Es ist bereits ein beschlossenes Gesetz) (!Es wird von einem Gericht geschrieben) (!Es enthält keine politischen Ziele)
Welche Aussage beschreibt eine politische Maßnahme? (Schulen erhalten Mittel für neue digitale Netze) (!Bildung ist wichtig) (!Gerechtigkeit soll gestärkt werden) (!Freiheit ist ein Grundwert)
Welche Aufgabe erfüllt ein politisches Programm? (Es informiert über Ziele und geplante Vorhaben) (!Es ersetzt die geheime Wahl) (!Es bestimmt automatisch alle Gesetze) (!Es hebt das Grundgesetz auf)
Was entsteht häufig bei Verhandlungen mehrerer Regierungsparteien? (Ein Koalitionsvertrag) (!Ein Stimmzettel) (!Ein Gerichtsurteil) (!Eine Verfassungsklage)
Welche Frage gehört zur Prüfung der Umsetzbarkeit? (Wer ist für die vorgeschlagene Maßnahme zuständig?) (!Welche Schriftart wurde verwendet?) (!Wie lang ist der Parteiname?) (!Welche Farbe hat das Titelblatt?)
Was ist ein Zielkonflikt? (Zwei politische Ziele stehen teilweise miteinander in Spannung) (!Zwei Parteien verwenden dasselbe Wort) (!Ein Wahlprogramm besitzt mehrere Kapitel) (!Eine Rede dauert länger als geplant)
Warum werden nicht alle Programmpunkte automatisch umgesetzt? (Politische Mehrheiten und Kompromisse können Vorhaben verändern) (!Programme dürfen nie veröffentlicht werden) (!Abgeordnete dürfen keine Gesetze beraten) (!Wahlen haben keinen Einfluss auf Mehrheiten)
Wie prüfst Du eine verkürzte Aussage aus sozialen Medien am besten? (Du suchst die ursprüngliche Quelle und liest den Zusammenhang) (!Du übernimmst die Aussage wegen vieler Likes) (!Du prüfst nur das Profilbild) (!Du teilst die Aussage sofort weiter)
Was kennzeichnet einen neutralen Programmvergleich? (Für alle Parteien werden dieselben Kriterien verwendet) (!Nur eine Partei darf ausführlich dargestellt werden) (!Persönliche Vorlieben ersetzen alle Belege) (!Kritische Fragen werden nur an Gegner gestellt)
Memory
| Grundsatzprogramm | Langfristige Werte und Ziele |
| Wahlprogramm | Vorhaben für eine Wahlperiode |
| Positionspapier | Stellungnahme zu einem einzelnen Thema |
| Koalitionsvertrag | Vereinbarung mehrerer Regierungsparteien |
| Programmatik | Inhaltliche Grundrichtung |
| Zielkonflikt | Spannung zwischen politischen Zielen |
| Evaluation | Prüfung der Wirkung |
| Freies Mandat | Entscheidung nach dem eigenen Gewissen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Zuständigkeit | Welche politische Ebene darf entscheiden? |
| Finanzierung | Woher kommt das benötigte Geld? |
| Zeitplan | Wann sollen die Schritte abgeschlossen sein? |
| Zielgruppe | Wer ist von der Maßnahme besonders betroffen? |
| Messbarkeit | Woran wird der Erfolg erkannt? |
...
Kreuzworträtsel
| Wahlprogramm | Welches Dokument nennt Vorhaben einer Partei für eine bestimmte Wahl? |
| Koalition | Wie heißt ein Bündnis mehrerer Parteien zur Regierungsbildung? |
| Kompromiss | Wie heißt eine Einigung, bei der nicht alle Forderungen erfüllt werden? |
| Verfassung | Welcher grundlegende rechtliche Rahmen begrenzt politische Vorhaben? |
| Finanzierung | Welcher Begriff bezeichnet die Frage nach Einnahmen und Ausgaben? |
| Zielgruppe | Wie heißt die Gruppe, an die sich eine Maßnahme besonders richtet? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat mit den Begriffen Grundsatzprogramm, Wahlprogramm, Maßnahme, Koalition und Zielkonflikt.
- Programmsatz zerlegen: Wähle eine politische Forderung und markiere Wert, Ziel und Maßnahme in unterschiedlichen Bereichen.
- Quellencheck: Suche einen politischen Beitrag in einem sozialen Netzwerk und finde die ursprüngliche Programmstelle.
- Werbesprache: Untersuche ein historisches oder aktuelles Wahlplakat auf Schlüsselwörter, Gefühle und fehlende Informationen.
Standard
- Programmvergleich: Vergleiche zwei Wahlprogramme zu einem selbst gewählten Politikfeld mit derselben Analyse-Matrix.
- Parteitagssimulation: Entwickelt in Gruppen ein kurzes Schulprogramm und stimmt demokratisch über strittige Forderungen ab.
- Kommunalpolitik: Prüfe, welche politischen Vorschläge aus einem Programm von Bund, Land oder Kommune umgesetzt werden müssten.
- Interview: Befrage Personen aus mindestens zwei demokratischen politischen Gruppen mit denselben sachlichen Fragen zu einem lokalen Thema.
Schwer
- Machbarkeitsprüfung: Untersuche ein politisches Vorhaben nach Rechtslage, Kosten, Zeitplan, Personalbedarf und möglichen Nebenfolgen.
- Koalitionsverhandlung: Verhandelt aus drei fiktiven Programmen einen gemeinsamen Koalitionsvertrag und dokumentiert alle Kompromisse.
- Datenprüfung: Kontrolliere eine statistische Behauptung aus einem Programm mithilfe der ursprünglichen Datensätze oder Behördenangaben.
- Erklärvideo: Produziere ein neutrales Video, in dem Du zwei politische Lösungswege, ihre Werte und ihre Zielkonflikte erklärst.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Eine Partei fordert kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Entwickle mindestens sechs Prüffragen zu Zuständigkeit, Finanzierung, Wirkung und möglichen Zielkonflikten.
- Ebenenvergleich: Erkläre an einem Beispiel, weshalb eine Forderung in einem Kommunalwahlprogramm anders formuliert sein muss als in einem Bundestagswahlprogramm.
- Kompromissbewertung: Zwei Parteien einigen sich auf eine abgeschwächte gemeinsame Maßnahme. Beurteile, unter welchen Bedingungen dieser Kompromiss demokratisch sinnvoll sein kann.
- Quellenkritik: Vergleiche einen kurzen Social-Media-Beitrag mit der vollständigen Stelle im Wahlprogramm. Zeige, welche Informationen durch die Verkürzung verloren gehen.
- Folgenabschätzung: Wähle eine politische Maßnahme und beschreibe jeweils eine mögliche positive, negative und unbeabsichtigte Folge.
- Begründetes Urteil: Bewerte zwei unterschiedliche Vorschläge zu einem Schul- oder Jugendthema. Lege Deine Kriterien offen und trenne Fakten, Werte und persönliche Gewichtung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu politischen Programmen ist wichtig:
- Du unterscheidest Grundsatzprogramm, Wahlprogramm, Positionspapier und Koalitionsvertrag.
- Du erkennst Werte, Ziele und Maßnahmen in politischen Aussagen.
- Du verwendest für Vergleiche einheitliche Kriterien.
- Du prüfst Zuständigkeit, Finanzierung, Zeitplan und Messbarkeit.
- Du erkennst Zielkonflikte und mögliche Nebenfolgen.
- Du unterscheidest Tatsachenbehauptungen, Bewertungen und politische Werbung.
- Du belegst Aussagen mit nachvollziehbaren Quellen.
- Du formulierst ein begründetes eigenes Urteil, ohne andere demokratische Positionen abzuwerten.
Quellen und Arbeitsmaterialien
- Bundeszentrale für politische Bildung: Parteiprogramm und Wahlprogramm
- Bundeszentrale für politische Bildung: Parteiprogramm in einfacher Sprache
- Grundgesetz: Artikel 21 über politische Parteien
- Grundgesetz: Artikel 38 und das freie Mandat
- Bundeswahlleiterin: Parteiunterlagen
- Bundeszentrale für politische Bildung: Wahl-O-Mat
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