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Westafrikanische Schmiede und soziale Rollen - Schmied

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Westafrikanische Schmiede und soziale Rollen - Schmied




Einleitung

Westafrikanische Schmiede sind nicht nur Metallhandwerker. In vielen Gesellschaften waren und sind sie zugleich Hersteller und Reparaturfachleute, Wissensvermittler, wirtschaftliche Akteure und – je nach Region – Träger religiöser, politischer oder vermittelnder Aufgaben. Diese Rollen sind jedoch nicht überall gleich. Zwischen Mande, Bamana, Dogon, Senufo, Yoruba und weiteren Gesellschaften bestehen deutliche Unterschiede. Deshalb solltest Du Begriffe wie „Schmiedekaste“ nicht pauschal auf ganz Westafrika übertragen, sondern als historische Fachbegriffe kritisch prüfen.[1]

Die Fotografie zeigt eine offene Schmiede in Sangha in Mali. Sie eignet sich für eine fachliche Bildanalyse: Wo liegen Feuerstelle, Amboss und Arbeitsbereich? Welche Arbeitsteilung ist erkennbar? Welche Schlüsse sind zulässig – und welche wären bloße Vermutungen?

Der Lernkurs richtet sich an Auszubildende in Metalltechnik, Schmiedehandwerk, Gestaltung und handwerklicher Denkmalpflege. Du verbindest metalltechnische Fachbegriffe mit sozial- und kulturwissenschaftlicher Analyse. Ziel ist weder eine romantische Vorstellung „traditioneller“ Arbeit noch eine Abwertung nichtindustrieller Werkstätten, sondern ein genauer Blick auf Technik, Wissen, Arbeitsteilung und gesellschaftliche Verantwortung.


Lernziele für die Ausbildung

  1. Fachbegriffe: Du unterscheidest Verhüttung, Schmieden, Luppe, Blasebalg, Amboss und Wiederverwendung von Altmetall.
  2. Berufliche Handlungskompetenz: Du analysierst Arbeitsabläufe, Materialflüsse, Kooperation und Arbeitsschutz.
  3. Soziale Rolle: Du erklärst, weshalb Schmiede in manchen Gesellschaften zugleich angesehen, gefürchtet, abgegrenzt oder politisch einflussreich sein konnten.
  4. Interkulturelle Kompetenz: Du vergleichst regionale Fallbeispiele, ohne Westafrika als einheitlichen Kulturraum darzustellen.
  5. Medienkompetenz: Du prüfst Fotografien, Museumsobjekte und Videos auf Perspektive, Kontext und Aussagegrenzen.


Fachlicher Input


Westafrika als vielfältiger Raum

Westafrika umfasst zahlreiche Staaten, Sprachen, Religionen, Wirtschaftsformen und historische Traditionen. Die Bezeichnung ist geografisch sinnvoll, erklärt aber noch keine konkrete soziale Ordnung. Aussagen über Schmiede müssen daher immer mit Ort, Zeit, Sprachgruppe und Quelle verbunden werden. Ein Dogon-Schmied in Mali, ein Senufo-Schmied in der Côte d’Ivoire und ein Yoruba-Schmied in Nigeria arbeiten nicht automatisch nach denselben sozialen Regeln.

Die ältere ethnologische Literatur sprach häufig von Berufskasten. Gemeint waren meist erbliche und oft endogame Statusgruppen mit spezialisierten Berufen. Der Begriff „Kaste“ kann Gemeinsamkeiten sichtbar machen, birgt aber die Gefahr, sehr verschiedene Gesellschaften in ein starres Schema zu pressen. Präziser sind Formulierungen wie beruflich spezialisierte Statusgruppe, Schmiedefamilie oder die jeweilige Eigenbezeichnung.


Metallurgische Grundlagen

Die Archäologie weist eine lange Geschichte der Eisenmetallurgie in Westafrika nach. Über genaue Anfänge, regionale Entwicklungen und Wissenswege wird weiterhin geforscht. Das UNESCO-Werk zu den Anfängen der Eisenmetallurgie betont den eigenständigen Beitrag afrikanischer Metallurgen zur Technikgeschichte.[2]

Verhüttung und Schmieden sind nicht dasselbe. Beim Verhütten wird Eisen aus Erz gewonnen. In historischen Rennöfen entstand dabei eine poröse Eisenluppe mit Schlackeanteilen. Beim anschließenden Ausschmieden wurde die Luppe verdichtet und gereinigt. Beim Schmieden wird erhitztes Eisen oder Stahl durch Druck und Schläge umgeformt. Viele heutige Werkstätten verwenden gekauftes Material oder wiederverwendeten Stahl, etwa aus ausgedienten Maschinenteilen, anstatt selbst Erz zu verhütten.

Zu einer Schmiedeeinrichtung können Feuerstelle, Holzkohle oder ein anderer Brennstoff, Blasebalg beziehungsweise Gebläse, Luftdüse, Amboss, Hämmer, Zangen, Meißel und Abschrotwerkzeuge gehören. Form und Größe unterscheiden sich von europäischen Werkstätten. Ein kleiner, in den Boden oder einen Holzklotz gesetzter Amboss kann für die örtlichen Produkte vollkommen zweckmäßig sein.

Für die Ausbildung ist entscheidend, beobachtete Technik nicht vorschnell als „einfach“ oder „primitiv“ zu bewerten. Fachlich sinnvoller ist die Frage, wie gut Werkzeuge, Körperhaltung, Teamarbeit, Brennstoff und Werkstück aufeinander abgestimmt sind. Zugleich gelten grundlegende Gefährdungen: Hitze, Funkenflug, Rauch, Kohlenmonoxid, scharfe Kanten, Lärm, Augenverletzungen und hohe körperliche Belastung. Eine heutige Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt Lüftung, Brandschutz, persönliche Schutzausrüstung, sichere Werkzeugzustände und ergonomische Arbeitsweisen.


Numu, Nyamakalaw und Nyama im Mande-Kontext

In mehreren Mande-Sprachen bezeichnet numu einen Schmied oder Angehörigen einer spezialisierten Handwerkergruppe; der Plural lautet in manchen Sprachformen numuw. Je nach Gesellschaft kann die Gruppe neben Metallarbeit auch Holzschnitzerei oder weitere Tätigkeiten umfassen. Der übergeordnete Ausdruck nyamakala, Plural nyamakalaw, wird in Teilen der Mande-Welt für spezialisierte Berufs- und Statusgruppen verwendet.

Ein zentraler Begriff ist nyama. Er wird häufig als wirksame Kraft, Energie oder Handlungsmacht übersetzt. Solche Übersetzungen sind nur Annäherungen. In Mande-Kontexten kann die Fähigkeit, Material zu verwandeln und gefährliche Kräfte zu beherrschen, die besondere Stellung des Schmieds erklären. Fachwissen besteht dann nicht nur aus Temperaturführung und Schlagtechnik, sondern auch aus sozial geregeltem Wissen, Sprache, Rhythmus, Ritual und Verantwortung.[1]

Historisch wurde das Handwerk häufig innerhalb von Familien weitergegeben. Endogamie bedeutete, dass Heiraten bevorzugt oder vorgeschrieben innerhalb der Statusgruppe stattfanden. Daraus folgte eine enge Verbindung von Geburt, Beruf, Ausbildung und sozialer Zugehörigkeit. Diese Ordnung war jedoch nie überall identisch und verändert sich durch Stadtleben, Schule, Migration, Marktbeziehungen und individuelle Berufsentscheidungen.


Lernen in der Werkstatt

Traditionelle Ausbildung erfolgte vielfach durch langjährige Teilnahme im Haushalt und in der Werkstatt. Lernende beobachteten, bedienten den Blasebalg, hielten Werkstücke, sortierten Brennstoff, übten Schlagfolgen und übernahmen schrittweise anspruchsvollere Aufgaben. Dieses Lernen ist verkörpert: Klang, Farbe des Werkstücks, Geruch, Widerstand, Rhythmus und Hand-Auge-Koordination werden durch wiederholte Praxis erfasst.

Für einen Vergleich mit der dualen Ausbildung kannst Du vier Ebenen unterscheiden: erstens Vormachen und Nachmachen, zweitens sprachliche Erklärung, drittens soziale Bewährung im Team und viertens formalisierte Prüfung. In heutigen westafrikanischen Werkstätten können familiäre Lehre, Handwerksbetriebe, Kooperativen, Berufsschulen und informelles Lernen nebeneinander bestehen. Daraus entstehen hybride Ausbildungswege.


Soziale und wirtschaftliche Rollen

Schmiede stellten und stellen Werkzeuge für Landwirtschaft, Hausbau, Jagd, Fischerei, Transport und Haushalt her. Hacken, Messer, Beile, Beschläge, Nägel, Klingen und Reparaturteile sichern Arbeitsprozesse anderer Berufsgruppen. Dadurch entsteht eine starke gegenseitige Abhängigkeit: Ohne geeignete Werkzeuge sinken Ertrag, Reparaturfähigkeit und Versorgungssicherheit.

In manchen Gesellschaften übernahmen Schmiede zusätzlich Aufgaben als Berater, Vermittler, Heiler, Wahrsager, Masken- oder Figurenhersteller oder Verantwortliche in Initiations- und Schutzgemeinschaften. Solche Funktionen sind regional gebunden und dürfen nicht jedem westafrikanischen Schmied zugeschrieben werden. Die besondere Stellung konnte Anerkennung und Einfluss bedeuten, zugleich aber soziale Distanz, Heiratsgrenzen oder Vorurteile erzeugen. Das Nebeneinander von Respekt und Ausgrenzung wird als soziale Ambivalenz bezeichnet.[3]

Das Bild aus Tireli zeigt Dogon-Schmiede bei der Bearbeitung von Holz für eine Speichertür. Es macht deutlich, dass die Berufsrolle nicht überall auf Eisen beschränkt war. Für die Quellenkritik ist wichtig: Eine Fotografie belegt eine konkrete Tätigkeit an einem bestimmten Ort und Zeitpunkt; sie beweist keine unveränderliche Regel für alle Dogon oder ganz Westafrika.


Rhythmus, Sprache und rituelle Bedeutung

Koordiniertes Schmieden erzeugt hörbare Rhythmen. Rhythmus kann die Zusammenarbeit mehrerer Hammerführender ordnen, Ermüdung beeinflussen und Lernprozesse unterstützen. In einigen Traditionen verbinden sich Arbeitsrhythmus, Gesang und symbolische Bedeutung. Ein Klangbeispiel darf jedoch nicht ohne Kontext als „typisch afrikanisch“ verallgemeinert werden.

Das Klangdokument bezieht sich auf eine Senufo-Tradition aus der Côte d’Ivoire. Nutze es als Ausgangspunkt für Fragen: Wer spielt? Bei welchem Anlass? Welche Bedeutung ist öffentlich, welche nur Eingeweihten bekannt? Respekt vor begrenztem oder nicht öffentlichem Wissen gehört zur berufsethischen Mediennutzung.


Geschlecht, Haushalt und Arbeitsteilung

Die historische Feuerarbeit an der Schmiede war in vielen dokumentierten Fällen männlich geprägt. Daraus darf nicht folgen, Frauen seien für das Handwerk bedeutungslos gewesen. In einigen Mande-Gesellschaften waren Frauen aus Schmiedefamilien unter anderem als Töpferinnen tätig, handelten mit Erzeugnissen, organisierten Haushaltsproduktion oder vermittelten Wissen. Auch diese Zuordnung ist nicht überall gleich.[4]

Für eine heutige Ausbildung ist zwischen historischer Beschreibung und beruflicher Norm zu unterscheiden. Berufliche Eignung wird nicht durch Geschlecht bestimmt. Zugänge zu Werkzeugen, Werkstätten, Kapital, Ausbildung und Märkten können dennoch sozial ungleich verteilt sein. Eine gute Analyse fragt deshalb nicht nur: „Wer schlägt den Hammer?“, sondern auch: „Wer beschafft Material, verkauft Produkte, trägt Wissen weiter und entscheidet über Einkommen?“


Regionale Fallbeispiele im Vergleich

Kontext Häufig dokumentierte Bezeichnung oder Bezug Mögliche Rollen Wichtiger Vorbehalt
Mande und Bamana in Mali und Guinea Numu, Nyamakalaw, Nyama Schmieden, teils Holzarbeit, Beratung, rituelle Objekte Begriffe und Rangordnungen unterscheiden sich lokal
Dogon in Mali Erbliche Schmiedegruppen in vielen historischen Beschreibungen Metall- und teils Holzarbeit, Vermittlung und rituelle Aufgaben Gegenwart und einzelne Dörfer dürfen nicht aus älteren Studien abgeleitet werden
Senufo in Côte d’Ivoire, Mali und Burkina Faso Schmiedefamilien und spezialisierte Handwerker Werkzeuge, Musik- und Ritualbezüge, gesellschaftliche Dienste Öffentliche und nichtöffentliche Wissensbereiche beachten
Yoruba in Nigeria und Benin Bezug zu Ogun, der Gottheit des Eisens Schmieden, religiöse Symbolik, technische und städtische Produktion Das Mande-Modell der Nyamakalaw ist hier nicht einfach übertragbar

Die Tabelle ist kein vollständiger Katalog, sondern eine Vergleichshilfe. Gute Fachsprache verbindet jede Aussage mit einem konkreten Kontext und markiert Unsicherheit.


Wandel, Recycling und Gegenwart

Kolonialhandel, industrielle Massenwaren, Motorisierung, Urbanisierung und neue Absatzmärkte veränderten Materialquellen und Produkte. Viele Schmiede reagieren mit Reparaturarbeit, Schweißtechnik, Recycling, Kunsthandwerk oder der Herstellung kundenspezifischer Geräte. Wiederverwendeter Stahl kann ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein, verlangt aber Materialkenntnis: Herkunft, Kohlenstoffgehalt, Beschichtungen, Risse und Wärmebehandlung sind oft nicht eindeutig bekannt.

Das heutige Berufsbild kann zwischen Landwirtschaft, Bau, Fahrzeugreparatur, Kunstmarkt und Alltagsversorgung liegen. „Tradition“ und „Moderne“ sind dabei keine Gegensätze. Eine handbetriebene Luftzufuhr kann neben elektrischem Schweißen bestehen; familiäres Wissen kann mit Berufsschulwissen kombiniert werden. Entscheidend ist, wie Fachkräfte Technik auswählen, Qualität sichern und ihren Lebensunterhalt organisieren.


Quellenkritik und respektvolle Darstellung

Historische Fotos und Museumstexte wurden häufig von europäischen Forschenden, Reisenden oder Sammlern erstellt. Sie sind wertvolle Quellen, aber keine neutralen Fenster. Prüfe Entstehungsjahr, Fotograf, Auftrag, Bildausschnitt, Beschriftung und fehlende Stimmen. Frage, ob die dargestellten Personen namentlich genannt werden, ob sie der Veröffentlichung zustimmten und ob eine Aufnahme Alltag, Vorführung oder touristische Inszenierung zeigt.

Eine respektvolle Darstellung vermeidet Begriffe wie „primitiv“, „zeitlos“ oder „mystisch“, wenn sie technische und soziale Zusammenhänge ersetzen. Benenne stattdessen beobachtbare Verfahren, lokale Fachbegriffe und die Grenzen Deiner Quelle. So verbindest Du handwerkliche Präzision mit interkultureller Verantwortung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum sollte die Bezeichnung Schmiedekaste nur vorsichtig verwendet werden? (Weil soziale Ordnungen regional verschieden und historisch wandelbar sind) (!Weil Schmiede in Westafrika nie in Familien lernten) (!Weil Kaste ausschließlich ein metallurgischer Fachbegriff ist) (!Weil es in Westafrika keine spezialisierten Berufsgruppen gab)




Was bezeichnet Verhüttung? (Die Gewinnung von Metall aus Erz) (!Das Schärfen eines fertigen Messers) (!Das Verzieren eines Holzgriffs) (!Den Verkauf eines Werkzeugs)




Was ist eine Luppe? (Ein poröser Eisenkörper aus einem historischen Verhüttungsprozess) (!Ein besonderer Schmiedehammer) (!Eine Heiratsregel) (!Ein Musikinstrument)




Wofür steht Numu in mehreren Mande-Kontexten? (Für einen Schmied oder Angehörigen einer spezialisierten Handwerkergruppe) (!Für einen Hochofen) (!Für eine westafrikanische Währung) (!Für eine moderne Schweißnaht)




Was beschreibt Endogamie? (Heirat innerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe) (!Ausschließliches Arbeiten mit Altmetall) (!Das gemeinsame Führen mehrerer Hämmer) (!Den Handel zwischen zwei Städten)




Welche Aussage zu Nyama ist fachlich angemessen? (Der Begriff bezeichnet in Mande-Kontexten eine wirksame Kraft oder Handlungsmacht) (!Der Begriff ist die chemische Formel für Eisen) (!Der Begriff bedeutet überall in Westafrika Amboss) (!Der Begriff bezeichnet eine europäische Schmiedezunft)




Was bedeutet soziale Ambivalenz der Schmiede? (Sie konnten zugleich anerkannt und sozial abgegrenzt sein) (!Sie arbeiteten immer allein) (!Sie stellten nur Waffen her) (!Sie wechselten täglich ihren Beruf)




Welche Aussage zur Arbeit von Frauen ist richtig? (Frauen konnten wichtige Produktions-, Handels- und Wissensrollen übernehmen) (!Frauen waren in allen westafrikanischen Gesellschaften vom Handwerk ausgeschlossen) (!Frauen arbeiteten überall ausschließlich am Amboss) (!Frauen hatten grundsätzlich keinen Anteil am Einkommen)




Warum ist Altstahl beim Schmieden fachlich anspruchsvoll? (Seine genaue Legierung und Vorbehandlung können unbekannt sein) (!Er kann grundsätzlich nicht erwärmt werden) (!Er besteht immer aus reinem Eisen) (!Er benötigt niemals eine Sichtprüfung)




Welche Vorgehensweise ist bei einer historischen Fotografie angemessen? (Ort, Zeit, Urheber und Aussagegrenzen prüfen) (!Das Bild als Beweis für ganz Westafrika verwenden) (!Unsichtbare Rituale frei ergänzen) (!Die Bildunterschrift grundsätzlich ignorieren)





Memory

Numu Schmied oder spezialisierter Handwerker im Mande-Kontext
Nyama Wirksame Kraft oder Handlungsmacht
Verhüttung Gewinnung von Eisen aus Erz
Luppe Poröser Eisenkörper mit Schlackeanteilen
Endogamie Heirat innerhalb einer sozialen Gruppe
Blasebalg Einrichtung zur Luftzufuhr an der Feuerstelle





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Soziale und berufliche Bedeutung
Technische Rolle Werkzeuge herstellen und reparieren
Wirtschaftliche Rolle Produkte tauschen oder verkaufen
Vermittelnde Rolle Konflikte oder Interessen ausgleichen
Rituelle Rolle In bestimmten Gesellschaften Zeremonien und Schutzobjekte begleiten
Ausbildungsrolle Wissen durch Beobachtung und Übung weitergeben






Kreuzworträtsel

Numu Welcher Mande-Begriff kann einen Schmied bezeichnen?
Nyama Wie heißt die wirksame Kraft in mehreren Mande-Kontexten?
Luppe Wie heißt der poröse Eisenkörper aus dem Rennofen?
Amboss Auf welchem Werkzeug wird das erhitzte Metall geformt?
Endogamie Wie heißt die Heirat innerhalb einer sozialen Gruppe?
Blasebalg Welches Gerät führt der Feuerstelle Luft zu?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Westafrika ist kein einheitlicher Kulturraum, sondern durch große regionale

geprägt. Beim

wird Eisen aus Erz gewonnen. Das erhitzte Metall wird beim

durch Druck und Schläge umgeformt. Im Mande-Kontext kann ein Schmied als

bezeichnet werden. Die wirksame Kraft, mit der fachkundig umgegangen wird, heißt

. Heirat innerhalb einer sozialen Gruppe wird

genannt. Die gleichzeitige Anerkennung und Abgrenzung einer Berufsgruppe heißt soziale

. Historische Bilder müssen mit Ort, Zeit und

geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildanalyse: Untersuche eines der Schmiedefotos und notiere zehn sichtbare Details, ohne Vermutungen als Tatsachen auszugeben.
  2. Werkzeugkunde: Erstelle eine beschriftete Skizze mit Feuerstelle, Luftzufuhr, Amboss, Hammer, Zange und Werkstück.
  3. Glossar: Formuliere verständliche Definitionen für Numu, Nyama, Endogamie, Verhüttung, Luppe und soziale Ambivalenz.
  4. Arbeitsschutz: Markiere in einer Werkstattskizze mögliche Gefahrenzonen und ordne passende Schutzmaßnahmen zu.


Standard

  1. Prozessanalyse: Zerlege ein Video in Arbeitsschritte und beschreibe Materialfluss, Werkzeugwechsel, Teamarbeit und Qualitätskontrolle.
  2. Vergleichende Berufskunde: Vergleiche die beobachtete Werkstatt mit einem Ausbildungsbetrieb in Deiner Region, ohne eine Seite als überlegen zu bewerten.
  3. Interview: Befrage eine Metallfachkraft zu informellem Lernen, Erfahrungswissen und der Rolle von Klang, Farbe und Gefühl beim Schmieden.
  4. Medienprojekt: Produziere einen dreiminütigen Audiobeitrag über die soziale Ambivalenz von Schmieden und kennzeichne alle Quellen.


Schwer

  1. Fallstudie: Vergleiche Mande-, Dogon- und Yoruba-Kontexte und erkläre, warum ein einziges Modell sozialer Rollen nicht ausreicht.
  2. Materialprüfung: Entwickle einen Prüfplan für unbekannten Altstahl, der Sichtprüfung, Funkenprobe nur unter fachlicher Aufsicht, Probestück und Dokumentation berücksichtigt.
  3. Ausstellungskonzept: Entwirf eine kleine Ausstellung mit Objekten, Bildern und Hörstation, die Technik zeigt, ohne Menschen zu exotisieren.
  4. Forschungsprojekt: Recherchiere, wie Berufsschule, familiäre Lehre, Kooperative und Migration einen heutigen Ausbildungsweg in Westafrika beeinflussen können.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Technikwahl: Begründe, unter welchen Bedingungen ein handbetriebener Blasebalg gegenüber einem elektrischen Gebläse funktional, wirtschaftlich oder reparaturfreundlich sein kann.
  2. Transfer Sozialstruktur: Erkläre an einem Fallbeispiel, wie erbliche Berufszugehörigkeit zugleich Wissen sichern und individuelle Wahlmöglichkeiten begrenzen kann.
  3. Transfer Nachhaltigkeit: Entwickle Kriterien, mit denen eine Werkstatt zwischen neuem Stahl und wiederverwendetem Stahl entscheidet.
  4. Transfer Quellenkritik: Bewerte eine historische Fotografie und trenne Beobachtung, plausible Deutung und unbelegte Behauptung.
  5. Transfer Ausbildung: Entwirf eine Lerneinheit, die verkörpertes Erfahrungswissen mit schriftlicher Dokumentation und Arbeitsschutz verbindet.
  6. Transfer Ethik: Formuliere Leitlinien für eine respektvolle Dokumentation von handwerklichem und möglicherweise nichtöffentlichem Wissen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Fachgerechte Unterscheidung von Verhüttung, Ausschmieden und Schmieden.
  2. Sichere Verwendung der Begriffe Numu, Nyamakalaw, Nyama, Endogamie und soziale Ambivalenz.
  3. Vergleich von mindestens zwei regionalen Kontexten ohne pauschale Verallgemeinerung.
  4. Analyse eines Arbeitsablaufs mit Werkzeugen, Material, Teamarbeit, Qualität und Gefährdungen.
  5. Kritische Auswertung mindestens einer Bild- oder Videoquelle.
  6. Nachvollziehbare Quellenangaben und respektvolle Sprache.
  7. Eine eigenständige Transferleistung für Ausbildung, Werkstattpraxis oder Ausstellung.




OERs zum Thema


Weiterführende Quellen

  1. The Metropolitan Museum of Art: The Age of Iron in West Africa
  2. The Metropolitan Museum of Art: Arts of Power Associations in West Africa
  3. UNESCO: The Beginnings of Iron Metallurgy in West Africa
  4. Smithsonian Institution: Striking Iron
  5. Wikimedia Commons: Blacksmiths from Mali
  6. Wikimedia Commons: Blacksmiths from Ivory Coast


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