Zwangsarbeit in Metallbetrieben - Schmied


Zwangsarbeit in Metallbetrieben - Schmied
Zwangsarbeit in Metallbetrieben - Schmied
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in metallverarbeitenden Berufen, besonders an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung, sowie an Lernende mit Bezug zum Schmiedehandwerk. Du untersuchst, wie Menschen während der nationalsozialistischen Herrschaft zur Arbeit in Metall-, Maschinenbau- und Rüstungsbetrieben gezwungen wurden. Dabei verbindest Du historische Verantwortung mit beruflicher Fachkunde: Welche Produktionsbereiche gab es? Welche schmiedetechnischen Arbeiten kamen vor? Welche Gefährdungen bestanden? Wie unterschieden sich freiwillige Berufsausbildung und rechtlich geschützte Beschäftigung von einem System aus Zwang, Entrechtung und Gewalt?
Wichtig: Nicht jede Person, die in einem Metallbetrieb Zwangsarbeit leisten musste, arbeitete als Schmiedin oder Schmied. Metallbetriebe umfassten unter anderem Hüttenwerke, Gießereien, Schmieden, Presswerke, Werkzeugbau, spanende Fertigung, Schweißerei, Montage, Instandhaltung und Transport. Ob eine konkrete Person tatsächlich am Schmiedefeuer, am Hammer, an einer Presse oder in einem anderen Bereich eingesetzt wurde, muss immer durch Quellen für den jeweiligen Betrieb belegt werden.

Das Foto zeigt einen aus Belgien verschleppten Arbeiter in einem Siemens-Werk in Berlin. Es dokumentiert einen Einsatz in der Metall- und Elektroindustrie. Historische Bildunterschriften aus der NS-Zeit oder aus späteren Archiven müssen quellenkritisch gelesen werden.
Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du den Begriff Zwangsarbeit erklären, unterschiedliche Gruppen der Betroffenen unterscheiden und den Einsatz in Metallbetrieben historisch einordnen. Du kannst wichtige Verfahren der Metallverarbeitung fachsprachlich beschreiben, mögliche Arbeitsplätze in einer historischen Schmiede analysieren und erklären, warum fehlende Unterweisung, mangelhafte Ernährung, lange Arbeitszeiten und fehlender Schutz die Gefährdung massiv erhöhten. Außerdem kannst Du Quellen kritisch prüfen und Bezüge zu Menschenwürde, Arbeitsschutz, Berufsethik und moderner betrieblicher Verantwortung herstellen.
Historischer Rahmen
Was bedeutet NS-Zwangsarbeit?
Unter NS-Zwangsarbeit versteht man Arbeit, die Menschen unter Androhung oder Anwendung von Gewalt, durch Haft, Deportation, rechtliche Entrechtung oder existenziellen Druck leisten mussten. Millionen Menschen aus den vom Deutschen Reich besetzten Ländern wurden verschleppt oder unter Zwang angeworben. Dazu kamen Kriegsgefangene, italienische Militärinternierte, jüdische Verfolgte, KZ-Häftlinge sowie weitere Gruppen, die das NS-Regime rassistisch oder politisch verfolgte.
Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren nicht für alle gleich. Das NS-System schuf eine rassistische Hierarchie. Herkunft, zugeschriebene „Rasse“, Geschlecht, Rechtsstatus, Einsatzort und Zeitpunkt beeinflussten Verpflegung, Bewachung, Unterbringung, Bewegungsfreiheit und Überlebenschancen. Begriffe wie „Ostarbeiter“ oder „Fremdarbeiter“ sind historische Begriffe der Täterverwaltung. Sie sollten heute nur gekennzeichnet und kritisch verwendet werden.

Ein Werksausweis kann Hinweise auf Namen, Betrieb und Einsatzzeit geben. Allein reicht ein solches Dokument jedoch selten aus, um Arbeitsbedingungen oder den genauen Arbeitsplatz zu rekonstruieren.
Warum wurden Menschen in Metallbetrieben eingesetzt?
Mit dem Zweiten Weltkrieg wurden viele deutsche Fachkräfte zur Wehrmacht eingezogen. Gleichzeitig verlangte das NS-Regime eine ständig steigende Produktion von Waffen, Fahrzeugen, Maschinen, Munition, Werkzeugen und Ersatzteilen. Staatliche Stellen, Betriebe und die SS organisierten deshalb den massenhaften Arbeitseinsatz entrechteter Menschen. Große Konzerne, mittlere Betriebe und kleinere Werkstätten konnten daran beteiligt sein.
In Berlin profitierten große Produktionsstätten wie Siemens und AEG ebenso wie zahlreiche kleinere metallverarbeitende Unternehmen von Zwangsarbeit. Auch in anderen Industrieregionen wurden Menschen beispielsweise in Stahlwerken, Fahrzeugwerken, Maschinenfabriken, Gießereien und Rüstungsbetrieben eingesetzt.[1]

Gruppen und unterschiedliche Rechtsstellungen
Für eine fachlich saubere Darstellung musst Du verschiedene Gruppen unterscheiden. Zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus besetzten Ländern waren häufig deportiert oder unter massivem Druck angeworben worden. Kriegsgefangene unterstanden militärischer Bewachung; ihr Einsatz in bestimmten kriegswichtigen Bereichen konnte gegen das Kriegsvölkerrecht verstoßen. Italienische Militärinternierte wurden nach dem Kriegsaustritt Italiens 1943 entwaffnet und zur Arbeit gezwungen. KZ-Häftlinge standen unter der Gewalt der SS und waren besonders extremen, häufig tödlichen Bedingungen ausgesetzt. Jüdische Zwangsarbeit war zugleich Teil der antisemitischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.
Diese Gruppen dürfen nicht einfach gleichgesetzt werden. Gemeinsam war ihnen der fehlende freie Arbeitsvertrag. Unterschiede bestanden jedoch bei Bewachung, Unterbringung, Bezahlung, Ernährung, Strafandrohung und der unmittelbaren Gefahr von Misshandlung oder Ermordung.

Die Aufnahme zeigt befreite Häftlinge im Bereich einer Rüstungsfabrik des Konzentrationslagers Buchenwald. Sie macht sichtbar, dass industrielle Produktion und das KZ-System miteinander verbunden sein konnten.
Metallbetriebe und schmiedetechnische Arbeitsbereiche
Vom Rohmaterial zum Bauteil
Ein Metallbetrieb gliedert sich in unterschiedliche Fertigungsbereiche. Rohstoffe und Halbzeuge werden gelagert, zugeschnitten, erwärmt, umgeformt, gegossen, spanend bearbeitet, gefügt, wärmebehandelt, geprüft und montiert. In einem Schmiedebetrieb steht die plastische Umformung im Vordergrund. Das Werkstück wird auf eine geeignete Temperatur gebracht und durch Druck oder Schlag geformt.
Typische Fachbegriffe sind Freiformschmieden, Gesenkschmieden, Schmiedetemperatur, Zunder, Amboss, Schmiedezange, Gesenk, Lufthammer, Federhammer, Schmiedepresse, Richten, Abschroten und Entgraten. Das Härten und Anlassen gehören zur Wärmebehandlung und sind vom eigentlichen Umformen zu unterscheiden.

Die historische Hammerschmiede veranschaulicht einen mechanisierten Schmiedeplatz. Solche Museumsaufnahmen zeigen Technik und Raumaufteilung, nicht automatisch die Bedingungen eines konkreten Zwangsarbeitseinsatzes.
Mögliche Tätigkeiten in einer Schmiede oder Pressenhalle
Je nach Betrieb konnten erzwungene Tätigkeiten das Heranholen von Halbzeug, das Beschicken eines Ofens, das Transportieren heißer Werkstücke, das Führen einer Schmiedezange, Hilfsarbeiten am Hammer, das Entgraten, Richten, Schleifen, Sortieren oder den innerbetrieblichen Transport umfassen. In größeren Werken kamen Gesenkschmiedehämmer, Pressen und Vorrichtungen zum Einsatz. In der Instandhaltung konnten Werkzeuge ausgeschmiedet, repariert oder nachgearbeitet werden.
Eine berufliche Fachkraft plant Arbeitsfolgen, beurteilt Werkstoff und Temperatur, richtet Werkzeuge ein und kontrolliert Maße. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden dagegen oft ohne ausreichende Einweisung an gefährlichen Arbeitsplätzen eingesetzt. Manche verfügten bereits über berufliche Kenntnisse, andere mussten angelernte oder schwere Hilfsarbeiten übernehmen. Die Qualifikation einer Person darf daher nicht aus ihrer Herkunft oder ihrem Zwangsstatus abgeleitet werden.

Das Bild zeigt sowjetische Gefangene oder Arbeiter unter Aufsicht an Drehmaschinen. Es handelt sich um spanende Fertigung, nicht um Schmieden. Gerade diese Unterscheidung ist für eine fachgerechte Bildanalyse wichtig.
Fachliche Gefährdungen
Beim Schmieden entstehen Gefährdungen durch Hitze, glühende Werkstücke, Funken, abspringenden Zunder, Quetsch- und Scherstellen, bewegte Hämmer, Pressen, Lärm, Rauch, Staub und schwere Lasten. Heute gehören Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, sichere Maschinen, Absaugung, geeignete Arbeitskleidung, Augen- und Gehörschutz sowie geregelte Arbeitszeiten zum betrieblichen Arbeitsschutz.
Im System der Zwangsarbeit verschärften Entrechtung, unzureichende Ernährung, Krankheit, Erschöpfung, Gewalt, fehlende Schutzkleidung und mangelhafte Unterweisung die Risiken. Fehler konnten bestraft werden, obwohl Übermüdung und schlechte Arbeitsbedingungen sie begünstigten. Ein Unfall war deshalb nicht nur ein technisches Ereignis, sondern konnte Ergebnis eines gewaltförmigen Arbeitssystems sein.
Beispiel Gewehr- und Rüstungsfertigung

Die Aufnahme zeigt Arbeiterinnen und Arbeiter in einer polnischen Gewehrfabrik unter deutscher Besatzung. Bei der Analyse solltest Du zwischen Fertigungsverfahren unterscheiden: Schmieden formt Metall durch Druck oder Schlag, Zerspanen entfernt Material mit Werkzeugschneiden, Gießen bringt flüssiges Metall in eine Form und Montage verbindet Einzelteile.
Quellenkritik und Erinnerungskultur
Wie liest Du historische Fotos?
Ein Foto beweist zunächst nur, dass eine bestimmte Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt fotografiert wurde. Es zeigt nicht automatisch den gesamten Arbeitsalltag. Frage nach Urheber, Auftraggeber, Aufnahmezeit, Bildausschnitt, Inszenierung und ursprünglicher Bildunterschrift. Werksfotos konnten der Propaganda oder betrieblichen Selbstdarstellung dienen. Aufnahmen nach der Befreiung zeigen häufig Folgen des Systems, aber nicht immer den vorausgehenden Arbeitsprozess.
Bei Bundesarchiv-Bildern können ursprüngliche Beschreibungen Begriffe und Sichtweisen der Täter enthalten. Verwende sie als Quelle, nicht als unkritische Tatsachenbeschreibung. Ergänze Fotos durch Personalakten, Lohnlisten, Lagerpläne, Unfallmeldungen, Briefe, Interviews und Aussagen von Überlebenden.
Verantwortung von Betrieben und Fachkräften
Das System der Zwangsarbeit wurde staatlich organisiert, aber es funktionierte durch das Zusammenwirken vieler Institutionen und Personen: Behörden wiesen Arbeitskräfte zu, Betriebe stellten Anträge und nutzten ihre Arbeit, Wachpersonal kontrollierte, Vorgesetzte verteilten Aufgaben und Teile der Bevölkerung nahmen Lager und Kolonnen wahr. Handlungsspielräume waren unterschiedlich groß. Historische Verantwortung muss deshalb für den konkreten Ort untersucht werden.
Für heutige Fachkräfte folgt daraus: Technisches Können ist nicht wertneutral. Du trägst Verantwortung für sichere Arbeitsbedingungen, respektvolle Zusammenarbeit, rechtmäßige Beschäftigung und den Schutz der Menschenwürde. Hinweise auf Ausbeutung, Menschenhandel oder gefährliche Arbeit dürfen nicht ignoriert werden.
Lokale Spurensuche
Viele ehemalige Lager, Werkhallen und Gräberfelder liegen in heutigen Wohn- oder Gewerbegebieten. Für eine lokale Recherche kannst Du Stadtarchive, Gedenkstätten, Unternehmensarchive, historische Adressbücher, Melderegister und Zeitzeugeninterviews nutzen. Eine seriöse Recherche nennt Quellen, kennzeichnet Unsicherheiten und schützt personenbezogene Daten.

Eine Karte kann Beziehungen zwischen Lager, Werk, Verkehrswegen und Wohngebieten sichtbar machen. Sie ersetzt jedoch keine Prüfung der zugrunde liegenden Quellen.
Fachbegriffe im Überblick
- Zwangsarbeit: Arbeit, die nicht freiwillig und unter Zwang, Gewaltandrohung oder Entrechtung geleistet wird.
- Deportation: Gewaltsame Verschleppung von Menschen an einen anderen Ort.
- Rüstungsindustrie: Betriebe, die Waffen, Munition, militärische Fahrzeuge oder andere kriegswichtige Güter herstellen.
- Freiformschmieden: Umformen eines Werkstücks zwischen einfachen Werkzeugflächen ohne vollständig geschlossene Form.
- Gesenkschmieden: Umformen in formgebenden Werkzeugen, den Gesenken.
- Zunder: Oxidschicht, die sich beim Erwärmen von Stahl an der Oberfläche bildet.
- Schmiedetemperatur: Temperaturbereich, in dem ein Werkstoff sicher und zweckmäßig umgeformt werden kann.
- Arbeitsschutz: Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
- Quellenkritik: Systematische Prüfung von Entstehung, Aussagewert, Perspektive und Grenzen einer Quelle.
- Erinnerungskultur: Formen, in denen eine Gesellschaft an historische Ereignisse und Opfer erinnert.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet Zwangsarbeit? (Die Arbeit wird unter Zwang und ohne freie Entscheidung geleistet) (!Die Arbeit ist besonders körperlich anstrengend) (!Die Arbeit findet ausschließlich nachts statt) (!Die Arbeit wird nur von ungelernten Personen ausgeführt)
Welche Aussage zu Metallbetrieben ist fachlich richtig? (Sie konnten Schmieden Gießereien spanende Fertigung und Montage umfassen) (!Sie bestanden grundsätzlich nur aus Schmiedefeuern) (!Sie stellten ausschließlich Handwerkzeuge her) (!Sie beschäftigten keine Frauen)
Was ist Freiformschmieden? (Umformen zwischen einfachen Werkzeugflächen ohne vollständig geschlossene Form) (!Abtragen von Metall mit einer Feile) (!Verbinden zweier Bleche durch Löten) (!Gießen von flüssigem Metall in Sand)
Was bezeichnet Zunder? (Eine Oxidschicht auf erwärmtem Stahl) (!Ein Schmiedehammer mit Federantrieb) (!Eine Lehre zur Längenmessung) (!Einen Brennstoff für den Schmiedeofen)
Warum muss ein historisches Werksfoto quellenkritisch geprüft werden? (Es kann inszeniert sein und zeigt nur einen Ausschnitt) (!Es enthält immer vollständige Arbeitsverträge) (!Es beweist automatisch jede Arbeitsbedingung) (!Es wurde grundsätzlich von den Betroffenen aufgenommen)
Welche Gruppe gehörte zum System der NS-Zwangsarbeit? (Zivile Verschleppte aus besetzten Ländern) (!Nur freiwillig beschäftigte Facharbeiter) (!Ausschließlich deutsche Betriebsleiter) (!Nur Mitglieder von Handwerksinnungen)
Welche Tätigkeit gehört zur Wärmebehandlung? (Anlassen) (!Abschroten) (!Freiformschmieden) (!Entgraten)
Welche Gefahr ist für Schmiedearbeiten typisch? (Quetschung durch Hammer oder Presse) (!Unterkühlung durch Tiefseetauchen) (!Strahlung durch Röntgendiagnostik) (!Absturz aus einem Flugzeug)
Welche Aussage zur beruflichen Qualifikation Betroffener ist richtig? (Sie muss für jede Person aus Quellen erschlossen werden) (!Sie war immer vollständig unbekannt) (!Sie war grundsätzlich niedriger als die deutscher Beschäftigter) (!Sie spielte in keinem Metallbetrieb eine Rolle)
Was gehört zu verantwortlichem beruflichem Handeln heute? (Menschenwürde Arbeitsschutz und rechtmäßige Beschäftigung beachten) (!Historische Verantwortung aus der Ausbildung ausschließen) (!Sicherheitsmängel aus Loyalität verschweigen) (!Beschäftigte nach Herkunft unterschiedlich schützen)
Memory
| Freiformschmieden | Umformen ohne vollständig geschlossenes Gesenk |
| Gesenkschmieden | Umformen in einem formgebenden Werkzeug |
| Zunder | Oxidschicht auf heißem Stahl |
| Deportation | Gewaltsame Verschleppung |
| Quellenkritik | Prüfung von Entstehung und Aussagewert |
| Arbeitsschutz | Schutz von Sicherheit und Gesundheit |
| Rüstungsbetrieb | Herstellung kriegswichtiger Güter |
| Amboss | Feste Unterlage beim Handschmieden |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Freiformschmieden | Umformen zwischen einfachen Werkzeugflächen |
| Gesenkschmieden | Formgebung in einem Gesenk |
| Zerspanen | Materialabtrag mit einer Werkzeugschneide |
| Gießen | Einfüllen einer Metallschmelze in eine Form |
| Wärmebehandlung | Gezieltes Erwärmen und Abkühlen zur Änderung von Eigenschaften |
Kreuzworträtsel
| Zunder | Wie heißt die Oxidschicht auf erwärmtem Stahl? |
| Amboss | Welche feste Unterlage wird beim Handschmieden verwendet? |
| Gesenk | Wie heißt ein formgebendes Werkzeug beim Gesenkschmieden? |
| Deportation | Wie nennt man die gewaltsame Verschleppung von Menschen? |
| Quellenkritik | Wie heißt die Prüfung von Herkunft und Aussagewert einer Quelle? |
| Arbeitsschutz | Welcher Begriff umfasst Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachwortkarte Schmieden: Gestalte eine Karte mit fünf schmiedetechnischen Begriffen, Definitionen und einer kleinen Skizze.
- Bildanalyse Metallbetrieb: Wähle ein Bild aus dem Lernkurs und beschreibe genau, was sichtbar ist und was das Bild nicht beweist.
- Arbeitsplatzvergleich: Vergleiche einen historischen Arbeitsplatz mit einem heutigen Ausbildungsplatz hinsichtlich Beleuchtung, Schutzkleidung, Unterweisung und Maschinenabsicherung.
- Begriffe der Täterverwaltung: Erkläre an einem Beispiel, warum historische NS-Begriffe nur gekennzeichnet verwendet werden sollten.
Standard
- Gefährdungsbeurteilung Schmiede: Erstelle für einen Schmiedeplatz eine vereinfachte Gefährdungsbeurteilung und markiere, welche Schutzmaßnahmen im Zwangsarbeitssystem häufig fehlten.
- Lokale Betriebsrecherche: Recherchiere, ob es in Deiner Region zwischen 1939 und 1945 Metallbetriebe oder Lager gab, und dokumentiere mindestens drei belastbare Quellen.
- Fertigungsweg eines Bauteils: Zeichne einen möglichen Fertigungsweg vom Halbzeug bis zum fertigen Schmiedeteil und kennzeichne Arbeitsplätze, an denen Zwangsarbeit nachgewiesen sein könnte.
- Quellenvergleich: Vergleiche eine Unternehmensdarstellung mit einem Bericht einer Gedenkstätte oder eines Überlebenden und arbeite Unterschiede der Perspektiven heraus.
Schwer
- Biografische Fallstudie: Rekonstruiere vorsichtig die Biografie einer betroffenen Person und trenne belegte Fakten, Vermutungen und offene Fragen.
- Betriebliche Verantwortung: Entwickle Kriterien, mit denen die Verantwortung eines historischen Metallbetriebs untersucht werden kann, ohne staatliche Organisation und individuelle Handlungsspielräume zu vermischen.
- Erinnerungszeichen entwerfen: Entwirf ein Informationsschild für einen ehemaligen Werk- oder Lagerort mit Fachbezug zur Metallverarbeitung und einer würdigen Darstellung der Betroffenen.
- Ausbildungsmodul Berufsethik: Plane eine 45-minütige Unterrichtseinheit, die Schmiedetechnik, Arbeitsschutz, Menschenrechte und Erinnerungskultur miteinander verbindet.


Lernkontrolle
- Prozessanalyse: Erkläre an einem frei gewählten Schmiedeteil, welche Arbeitsschritte fachliche Unterweisung erfordern und welche Folgen fehlende Unterweisung für erschöpfte Zwangsarbeiter haben konnte.
- Quellenbewertung: Du findest ein Werksfoto, eine Lohnliste und einen späteren Zeitzeugenbericht. Entwickle eine Reihenfolge der Auswertung und begründe, welche Fragen jede Quelle beantworten kann.
- Verantwortungsmodell: Ordne Behörden, Betriebsleitung, Meister, Wachpersonal und Belegschaft in ein Modell des Zwangsarbeitssystems ein. Zeige Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Handlungsspielräume.
- Transfer Arbeitsschutz: Leite aus der historischen Analyse drei Regeln für heutige betriebliche Sicherheits- und Fehlerkultur ab.
- Technik und Ethik: Beurteile die Aussage „Technisches Können ist neutral“. Nutze Beispiele aus Metallproduktion, Arbeitsorganisation und Menschenrechten.
- Lokaler Lernort: Entwickle ein Konzept für einen Besuch in einem Industrie- oder Stadtmuseum. Formuliere Fragen, mit denen Du nach Zwangsarbeit, Schmiedetechnik und Erinnerungskultur suchst.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du historische und technische Ebenen sicher verbinden kannst. Wichtig sind eine korrekte Definition von NS-Zwangsarbeit, die Unterscheidung betroffener Gruppen, die fachgerechte Beschreibung mindestens eines Schmiedeverfahrens, eine begründete Gefährdungsanalyse, der kritische Umgang mit Bild- und Textquellen sowie eine reflektierte Aussage zu betrieblicher Verantwortung. Kennzeichne Unsicherheiten, nenne Deine Quellen und vermeide pauschale Aussagen über Tätigkeiten oder Qualifikationen einzelner Menschen.
OERs zum Thema
Weiterführende Medien und Quellen
- Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit: Ausstellungen, Bildungsangebote und Quellen zur NS-Zwangsarbeit.
- United States Holocaust Memorial Museum: Quellen und Erfahrungsberichte zur Zwangsarbeit im besetzten Europa.
- NS-Zwangsarbeit im Raum Berlin: Überblick mit Hinweisen zur metallverarbeitenden Industrie.
- Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus: Überblick zu Gruppen, Einsatzbereichen und Bedingungen.
Verknüpfte Lernbereiche
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