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Deutscher Werkbund und Metallgestaltung - Schmied

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Deutscher Werkbund und Metallgestaltung - Schmied



Deutscher Werkbund und Metallgestaltung - Schmied

Der Deutsche Werkbund entstand 1907 in München als Zusammenschluss von Künstlern, Architekten, Kunsthandwerkern und Unternehmen. Sein Ziel war die Veredelung der gewerblichen Arbeit durch das Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk. Für angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung ist diese Idee bis heute wichtig: Ein Werkstück soll nicht nur technisch funktionieren, sondern materialgerecht, dauerhaft, wirtschaftlich herstellbar und gestalterisch überzeugend sein.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der beruflichen Ausbildung. Du untersuchst den Werkbund als Teil der Designgeschichte, überträgst seine Gestaltungsgrundsätze auf das Schmieden und entwickelst Kriterien für eigene Metallarbeiten. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Einzelstück und Serie, handwerklicher Handschrift und Typisierung, Funktion und Form sowie Entwurf und Fertigung.


Lernziele

Kompetenzbereich Du kannst ...
Geschichte und Gestaltung die Entstehung des Deutschen Werkbundes erklären und den Konflikt zwischen Typisierung und künstlerischer Individualität einordnen.
Entwurfsanalyse Metallobjekte nach Funktion, Form, Material, Herstellungsverfahren, Oberfläche und Nutzung beurteilen.
Fertigungsplanung einen Entwurf in sinnvolle Arbeitsschritte, Werkzeuge, Hilfsmittel, Verbindungen und Prüfmerkmale übersetzen.
Berufliche Reflexion Werkbund-Ideen auf heutige Aufgaben der Fachrichtung Metallgestaltung übertragen und ihre Grenzen kritisch diskutieren.


Historischer Hintergrund


Gründung und Programm des Deutschen Werkbundes

Am 5. und 6. Oktober 1907 gründeten zwölf Künstler und zwölf Unternehmen in München den Deutschen Werkbund. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten unter anderem Peter Behrens, Richard Riemerschmid, Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich und Theodor Fischer. Auch Firmen waren beteiligt, darunter die Silberwarenfabrik Peter Bruckmann & Söhne und die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst. Damit war von Beginn an angelegt, dass Gestaltung nicht allein im Atelier entstehen sollte, sondern im Austausch mit Werkstätten, Herstellern, Handel und industrieller Produktion.

Der Werkbund wandte sich gegen gedankenlos übernommene historische Stilformen und gegen minderwertige Massenware. Gefordert wurden Qualität, Zweckmäßigkeit, Materialgerechtigkeit und eine Gestaltung, die zur modernen Lebens- und Arbeitswelt passte. Der Begriff Werk bezeichnete dabei nicht nur ein schönes Einzelstück. Gemeint war das Ergebnis einer gesamten Leistungskette: Entwurf, Materialwahl, Herstellung, Gebrauch, Haltbarkeit und Wirkung im Raum.


Die Kölner Werkbundausstellung von 1914

Die große Kölner Werkbundausstellung von 1914 war die erste umfassende Leistungsschau des Verbandes. Auf dem Gelände wurden Architektur, Innenräume, Möbel, Gebrauchsgegenstände, Grafik und kunsthandwerkliche Arbeiten gemeinsam präsentiert. Für Metallgestalter ist besonders interessant, dass Metallobjekte nicht isoliert gezeigt wurden: Gitter, Beschläge, Leuchten, Geräte und Bauteile gehörten zu einem gestalterischen Gesamtzusammenhang.

Die Ausstellung wurde nach Beginn des Ersten Weltkriegs vorzeitig geschlossen. In ihrer kurzen Laufzeit machte sie jedoch einen Grundkonflikt sichtbar, der bis heute für Gestaltung und Fertigung wichtig ist. Hermann Muthesius trat für die Entwicklung wiederholbarer Typen ein. Durch Typisierung sollten Qualität, wirtschaftliche Produktion und breite Verfügbarkeit verbessert werden. Henry van de Velde verteidigte stärker die individuelle schöpferische Leistung. Der sogenannte Typenstreit stellte deshalb keine einfache Entscheidung zwischen richtig und falsch dar. Er beschreibt ein Spannungsfeld, das auch in einer Schmiede besteht: Wie viel Standardisierung ist für Maßhaltigkeit, Kosten und Montage erforderlich, und an welcher Stelle soll die Handschrift des Gestalters sichtbar bleiben?


Metallgestaltung im Werkbund


Metall zwischen Kunsthandwerk und Industrie

Metall war für die Werkbund-Idee besonders geeignet. Es konnte in handwerklichen Einzelstücken, in Kleinserien und in industriellen Produkten eingesetzt werden. Zugleich verlangte der Werkstoff eine enge Verbindung von Entwurf und Fertigungswissen. Wandstärke, Querschnitt, Fügestelle, Wärmebehandlung, Oberflächenzustand und Korrosionsschutz beeinflussen die Form. Eine Linie auf der Zeichnung muss in der Werkstatt als Biegung, Umformung, Verbindung oder Materialübergang ausführbar sein.

Die Beteiligung der Silberwarenfabrik Peter Bruckmann & Söhne zeigt, dass Metallwarenhersteller nicht nur Auftragnehmer waren, sondern an der gestalterischen Reform mitwirkten. Peter Bruckmann gehörte zu den Mitbegründern des Werkbundes und war von 1909 bis 1919 dessen Vorsitzender. Bestecke und Tafelgeräte standen beispielhaft für die Frage, wie sich Gebrauch, Serienfertigung, Materialwert und Formqualität verbinden lassen.

Das abgebildete Brüstungsgitter verdeutlicht eine weitere Werkbund-Idee: Metallgestaltung ist Teil der Architektur. Ein Gitter muss Absturzsicherung und Befestigung gewährleisten, zugleich aber Maßstab, Rhythmus, Proportion und Linienführung des Bauwerks aufnehmen. Für die Ausbildung bedeutet das, dass ein geschmiedetes Bauteil nicht allein am Amboss beurteilt wird. Entscheidend ist auch, wie es montiert wird, wie es aus der üblichen Betrachtungsdistanz wirkt und wie es altert.


Peter Behrens und die AEG

Peter Behrens war Mitbegründer des Deutschen Werkbundes und wurde 1907 künstlerischer Berater der AEG. Er gestaltete Produkte, Drucksachen, Zeichen und Gebäude in einem zusammenhängenden Erscheinungsbild. Deshalb gilt seine Arbeit als ein früher Meilenstein des modernen Industriedesigns und des Corporate Designs.

Die elektrischen Tee- und Wasserkessel von Behrens sind für Metallgestalter besonders lehrreich. Grundformen, Werkstoffe, Oberflächen und Griffe konnten variiert werden, ohne dass jedes Modell völlig neu entwickelt werden musste. Diese Vorgehensweise verbindet Typisierung mit Auswahlmöglichkeiten. Der Körper bleibt als Produktfamilie erkennbar, während Materialwirkung und Detailausbildung unterschiedliche Varianten erlauben.

Für die Schmiedewerkstatt lässt sich daraus ein Prinzip ableiten: Eine wiederholbare Grundform kann mit unterschiedlichen Endausbildungen, Oberflächen, Ornamenten oder Befestigungen kombiniert werden. So entstehen wirtschaftlich herstellbare Bauteile mit handwerklich gestalteten Unterschieden. Voraussetzung ist, dass Grundmaße, Übergänge, Lehren und Arbeitsschritte geplant sind.

Die von Behrens entworfene AEG-Turbinenhalle in Berlin entstand 1908 bis 1909. Sie ist zwar kein Schmiedestück, zeigt aber den Gedanken der Gesamtgestaltung: Konstruktion, industrielle Nutzung, Materialwirkung und äußere Form wurden als zusammenhängende Aufgabe behandelt.


Übertragung auf die Ausbildung in der Metallgestaltung


Berufsbild und Fachsprache

Die heutige anerkannte Ausbildung heißt in Deutschland Metallbauerin oder Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung. Sie dauert dreieinhalb Jahre und findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Zu den fachrichtungsspezifischen Tätigkeiten gehören unter anderem das Herstellen von Flächen und Körpern durch Treiben, das Handhaben von Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen, manuelles und maschinelles Schmieden, das Herstellen und Instandhalten von Werkzeugen und Hilfswerkzeugen, das Montieren von Bauteilen sowie das Gestalten von Oberflächen.

Der Begriff Schmied bleibt im beruflichen Selbstverständnis verbreitet. Fachlich ist jedoch zu unterscheiden: Schmieden ist ein Fertigungsverfahren des Umformens, während Metallgestaltung zusätzlich Entwurf, Konstruktion, Fügetechnik, Montage, Oberflächenbehandlung, Instandsetzung und Dokumentation umfasst.


Grundlegende Umform- und Fügeverfahren

Beim Freiformschmieden wird das Werkstück mit Hammer, Amboss, Gesenken und Hilfswerkzeugen schrittweise geformt, ohne dass ein vollständig umschließendes Gesenk die gesamte Endform vorgibt. Wichtige Grundoperationen sind Strecken, Stauchen, Absetzen, Biegen, Lochen, Spalten und Tordieren. Beim Gesenkschmieden bestimmen formgebende Gesenke die Geometrie stärker und ermöglichen eine hohe Wiederholgenauigkeit.

Fügeverbindungen müssen zur Funktion, Belastung, Montage und gewünschten Wirkung passen. In der Metallgestaltung kommen je nach Aufgabe geschmiedete Steck- und Überblattverbindungen, Nieten, Schrauben, Schweißen und unter geeigneten Bedingungen auch Feuerschweißen in Betracht. Eine Verbindung ist nicht allein danach zu bewerten, ob sie hält. Sie soll auch zugänglich, prüfbar, gestalterisch schlüssig und gegebenenfalls reparierbar sein.


Werkbund-Prinzipien als Werkstattkriterien

Werkbund-Idee Übertragung in die Metallgestaltung Prüffrage
Zweckmäßigkeit Form, Abmessungen und Bedienung werden aus der Nutzung entwickelt. Erfüllt das Bauteil seine Funktion sicher und verständlich?
Materialgerechtigkeit Querschnitte, Übergänge und Oberflächen berücksichtigen Werkstoffeigenschaften und Fertigungsverfahren. Ist erkennbar, warum dieses Material und dieses Verfahren gewählt wurden?
Qualitätsarbeit Maße, Übergänge, Verbindungen und Oberflächen werden kontrolliert ausgeführt. Sind die festgelegten Prüfmerkmale erreicht?
Typisierung Module, Schablonen, Lehren und Fertigungsfolgen ermöglichen Wiederholbarkeit. Kann ein zweites Bauteil in vergleichbarer Qualität hergestellt werden?
Individualität Proportion, Detail, Schmiedespur und Oberfläche geben dem Werkstück eine eigene Aussage. Wo liegt die begründete gestalterische Besonderheit?
Gesamtgestaltung Bauteil, Befestigung, Architektur, Umgebung und Alterung werden gemeinsam gedacht. Passt das Objekt zu Einbauort, Nutzung und Umgebung?
Zeitgemäße Nachhaltigkeit Materialeinsatz, Reparierbarkeit, Demontage und dauerhafter Korrosionsschutz werden geplant. Lässt sich das Werkstück lange nutzen und fachgerecht instand halten?


Vom Entwurf zur Fertigung

Ein professioneller Entwurf beginnt mit einem klaren Auftrag. Du ermittelst Funktion, Einbauort, Nutzeranforderungen, Maße, Belastungen, Schnittstellen und Gestaltungsabsicht. Danach entwickelst Du Varianten und prüfst, welche Form mit den vorhandenen Werkstoffen, Werkzeugen, Maschinen und Qualifikationen herstellbar ist.

Phase Fachliche Arbeit Typisches Ergebnis
Analyse Funktion, Einbausituation, Maße, Belastung, Normen und Kundenwunsch klären Anforderungsliste
Entwurf Proportion, Rhythmus, Querschnitt, Verbindung und Oberfläche variieren Skizzen und begründete Vorzugsvariante
Konstruktion Maße, Toleranzen, Befestigungen und Material festlegen Werkstattzeichnung und Stückliste
Fertigungsplanung Schmiedefolge, Erwärmungen, Werkzeuge, Lehren und Prüfungen bestimmen Arbeitsablaufplan
Erprobung kritische Details an Probestücken untersuchen Muster und korrigierte Maße
Herstellung Werkstück sicher, maßhaltig und materialgerecht fertigen Bauteil oder Kleinserie
Prüfung Funktion, Maße, Verbindungen, Oberfläche und Montage kontrollieren Prüfprotokoll
Dokumentation Entscheidungen, Abweichungen und Verbesserungen festhalten Projektdokumentation


Oberfläche, Gebrauch und Dauerhaftigkeit

Eine Oberfläche ist Teil der Konstruktion. Zunder, Schmiedespuren, Bürstbild, Schliff und Politur erzeugen unterschiedliche Wirkungen, dürfen aber keine gefährlichen Grate, unkontrollierten Kerben oder schlecht geschützten Bereiche verdecken. Der Korrosionsschutz richtet sich nach Werkstoff, Bauteilgeometrie, Innen- oder Außenbereich, Beanspruchung und gewünschtem Erscheinungsbild. Möglich sind je nach Aufgabe beispielsweise Ölen, Wachsen, Beschichten oder Verzinken. Die Auswahl muss mit Fügestellen, Spalten, Ablaufmöglichkeiten, späterer Pflege und Reparatur abgestimmt werden.

Werkbund-orientierte Qualität bedeutet deshalb nicht, jede Schmiedespur zu entfernen. Sichtbare Werkzeugspuren können die Fertigung nachvollziehbar machen. Sie sind dann überzeugend, wenn sie bewusst gesetzt, funktional unproblematisch und im gesamten Objekt gestalterisch geordnet sind.


Arbeitssicherheit

Arbeiten an Esse, Amboss, Schmiedemaschinen, Schleifmaschinen und Schweißanlagen dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und betrieblicher Regelung ausgeführt werden. Persönliche Schutzausrüstung, sichere Zangenführung, geeignete Hämmer, freie Verkehrswege, Brandschutz, Absaugung und der eindeutige Umgang mit heißem Material sind unverzichtbar. Ein historisches Vorbild rechtfertigt niemals unsichere Arbeitsweisen.


Praxisprojekt: Ein typisiertes Schmiedemodul

Entwickle ein wiederholbares Modul für ein Geländerfeld, ein Gitter, einen Möbelbeschlag oder eine Serie von Wandhaken. Die Aufgabe verbindet Werkbund-Ideen mit beruflicher Fertigungspraxis.

Anforderung Konkretisierung
Funktion Das Modul erfüllt eine reale Nutzungs- oder Montageaufgabe.
Typisierung Grundmaße und Anschlussstellen sind so festgelegt, dass mehrere gleiche Elemente gefertigt werden können.
Individualisierung Mindestens ein Detail darf innerhalb definierter Grenzen variiert werden.
Materialgerechtigkeit Querschnitt, Umformfolge und Verbindung passen zum gewählten Werkstoff.
Fertigungsplanung Zeichnung, Stückliste, Arbeitsfolge, Werkzeugbedarf und Prüfmerkmale liegen vor.
Oberfläche Die Behandlung ist für Nutzung, Umgebung, Pflege und gewünschte Wirkung begründet.
Reflexion Du vergleichst Soll und Ist und formulierst eine Verbesserung für die nächste Ausführung.

Ein gutes Ergebnis zeigt nicht nur handwerkliche Geschicklichkeit. Es macht sichtbar, dass Gestaltung, Fertigung, Wirtschaftlichkeit und Gebrauch aufeinander abgestimmt wurden. Genau darin liegt die berufliche Aktualität des Werkbund-Gedankens.


Kritische Einordnung

Der Deutsche Werkbund bereitete wichtige Entwicklungen des modernen Designs vor und beeinflusste spätere Einrichtungen wie das Bauhaus. Seine Geschichte darf dennoch nicht als geradliniger Fortschritt erzählt werden. Der Werkbund war von inneren Konflikten geprägt. Typisierung konnte Qualität verbreiten, aber auch gestalterische Vielfalt begrenzen. Künstlerische Individualität konnte neue Lösungen hervorbringen, aber eine wirtschaftliche Fertigung erschweren. Außerdem war die frühe Werkbund-Debatte eng mit nationaler Wirtschafts- und Kulturpolitik verbunden.

Für Deine Ausbildung ist deshalb eine prüfende Haltung sinnvoll: Übernimm keine Form nur, weil sie historisch bedeutend ist. Untersuche Funktion, Fertigung, Gebrauch, Ressourcen, Reparierbarkeit und gesellschaftlichen Kontext. Ein zeitgemäßes Werkstück entsteht aus begründeten Entscheidungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde der Deutsche Werkbund gegründet? (1907) (!1899) (!1919) (!1933)




Welches Ziel stand im Zentrum des frühen Werkbundes? (Die Verbindung von Kunst Industrie und Handwerk zur Qualitätssteigerung) (!Die Abschaffung aller Maschinen) (!Die Rückkehr zu mittelalterlichen Zünften) (!Die ausschließliche Herstellung von Einzelkunstwerken)




Welcher Gestalter prägte den Gesamtauftritt der AEG ab 1907? (Peter Behrens) (!Henry van de Velde) (!Hermann Muthesius) (!Bruno Taut)




Worum ging es im Typenstreit von 1914? (Um das Verhältnis von Typisierung und künstlerischer Individualität) (!Um die Wahl des Ausstellungsortes) (!Um die Einführung elektrischer Schmiedehämmer) (!Um die Abschaffung von Metallgittern)




Wie heißt der heutige Ausbildungsberuf mit dem entsprechenden handwerklichen Schwerpunkt? (Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung) (!Technischer Produktdesigner Maschinenbau) (!Gießereimechaniker Handformguss) (!Anlagenmechaniker Versorgungstechnik)




Welche Schmiedeoperation vergrößert den Querschnitt und verkürzt das Werkstück? (Stauchen) (!Strecken) (!Tordieren) (!Lochen)




Was bedeutet Materialgerechtigkeit in der Metallgestaltung? (Form und Verfahren berücksichtigen die Eigenschaften des Werkstoffs) (!Jedes Werkstück erhält möglichst viel Ornament) (!Alle Oberflächen werden spiegelblank poliert) (!Nur historische Werkstoffe dürfen verwendet werden)




Wozu dienen Lehren und Schablonen bei einer Kleinserie? (Sie unterstützen Maßhaltigkeit und Wiederholbarkeit) (!Sie ersetzen jede Qualitätsprüfung) (!Sie verhindern jede gestalterische Variation) (!Sie machen Werkstattzeichnungen überflüssig)




Was gehört zu einer fachgerechten Projektplanung? (Anforderungen Zeichnung Arbeitsfolge und Prüfmerkmale) (!Nur eine freie Handskizze) (!Nur die Auswahl der Oberflächenfarbe) (!Nur die Berechnung des Verkaufspreises)




Wie ist eine sichtbare Schmiedespur fachlich zu bewerten? (Sie kann gestalterisch sinnvoll sein wenn sie bewusst und funktional unproblematisch ist) (!Sie ist grundsätzlich ein Fehler) (!Sie ist immer ein Qualitätsnachweis) (!Sie ersetzt den Korrosionsschutz)





Memory

Werkbund Verbindung von Kunst Industrie und Handwerk
Materialgerechtigkeit Gestaltung aus Werkstoffeigenschaften und Verfahren
Typisierung Entwicklung wiederholbarer Grundformen
Freiformschmieden Umformen ohne vollständig umschließendes Endgesenk
Stauchen Querschnitt vergrößern und Länge verkürzen
Strecken Querschnitt verringern und Länge vergrößern
Peter Behrens Gestalter des AEG Gesamtauftritts
Brüstungsgitter Architektonisch eingebundenes Metallbauteil





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Umsetzung in der Metallgestaltung
Zweckmäßigkeit Funktion und Nutzung bestimmen die Form
Materialgerechtigkeit Werkstoff und Herstellungsverfahren bleiben nachvollziehbar
Typisierung Ein Modul wird wiederholbar geplant
Individualität Ein begründetes Detail erhält eine eigene Handschrift
Gesamtgestaltung Bauteil Befestigung Architektur und Umgebung werden abgestimmt






Kreuzworträtsel

Werkbund Welcher Verband verband ab dem frühen zwanzigsten Jahrhundert Kunst Industrie und Handwerk?
Behrens Wie lautet der Nachname des AEG Gestalters Peter?
Typisierung Wie heißt die Entwicklung wiederholbarer Grundformen?
Stauchen Welche Schmiedeoperation vergrößert den Querschnitt?
Amboss Auf welchem Werkzeug wird beim Freiformschmieden häufig geformt?
Patina Wie heißt eine bewusst erhaltene oder erzeugte Oberflächenveränderung?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Deutsche Werkbund wurde im Jahr

gegründet. Sein Programm verband Kunst Industrie und

. Peter Behrens arbeitete ab 1907 als künstlerischer Berater für die

. Bei der Kölner Werkbundausstellung wurde über Typisierung und künstlerische

gestritten. Eine wiederholbare Grundform wird als

entwickelt. Beim Stauchen wird der Querschnitt des Werkstücks

. Beim Strecken wird die Länge des Werkstücks

. Die heutige Ausbildung heißt Metallbauer Fachrichtung

. Eine Lehre unterstützt die maßhaltige

. Der Schutz einer Metalloberfläche gegen Umwelteinflüsse heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkbund-Objektanalyse: Wähle ein abgebildetes Werkbund-Objekt und beschreibe Funktion, Grundform, Materialwirkung und vermutetes Herstellungsverfahren.
  2. Schmiedespuren: Fotografiere mit Erlaubnis drei unterschiedliche Metalloberflächen und kennzeichne, welche Bearbeitungsspuren erkennbar sind.
  3. Fachbegriffe Schmieden: Erstelle eine beschriftete Skizze zu Strecken, Stauchen, Biegen und Lochen.
  4. Proportionsstudie: Zeichne vier Varianten eines einfachen Wandhakens mit unterschiedlichen Längen-, Breiten- und Winkelverhältnissen.


Standard

  1. Typisierung in der Werkstatt: Entwickle für ein wiederholbares Zierelement eine Schablone oder Lehre und dokumentiere ihren Nutzen.
  2. Materialgerechter Entwurf: Vergleiche denselben Bauteilentwurf in Flachstahl, Rundstahl und Vierkantstahl und begründe eine Auswahl.
  3. Werkstattinterview: Befrage eine Metallgestalterin oder einen Metallgestalter zur Bedeutung von Entwurf, Kundenwunsch, Kalkulation und handwerklicher Handschrift.
  4. Qualitätsprüfung Metallgestaltung: Formuliere messbare und sichtbare Prüfkriterien für ein geschmiedetes Gittermodul.


Schwer

  1. Werkbund-Projekt: Entwirf und fertige unter fachlicher Aufsicht eine kleine Serie typisierter Bauteile mit einem variablen handwerklichen Detail.
  2. Designkritik: Vergleiche ein Werkbund-Produkt mit einem heutigen Serienprodukt und bewerte Funktion, Material, Herstellbarkeit, Reparierbarkeit und Gestaltung.
  3. Restaurierungskonzept: Entwickle für ein historisches Metallgitter ein Untersuchungsschema, das Bestand, Schäden, Verbindungen, Oberfläche und denkmalpflegerische Ziele trennt.
  4. Ausstellung Metallgestaltung: Plane eine kleine Ausstellung mit historischen und aktuellen Metallobjekten und erkläre durch Texte, Modelle und Videos das Verhältnis von Einzelstück und Serie.




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Lernkontrolle

  1. Transfer Werkbundprinzipien: Beurteile einen vorgelegten Entwurf für ein Geländer anhand von Zweckmäßigkeit, Materialgerechtigkeit, Typisierung, Individualität und Gesamtgestaltung.
  2. Fertigungsentscheidung: Entscheide für ein Bauteil zwischen Freiformschmieden, Biegen, Schweißen und einer kombinierten Fertigung und begründe die Reihenfolge.
  3. Fehleranalyse Schmiedeteil: Untersuche ein Muster mit Maßabweichungen, unsauberen Übergängen und ungeeigneter Oberfläche und entwickle einen verbesserten Arbeitsablauf.
  4. Serienfähigkeit: Erkläre, welche Maße, Lehren, Toleranzen und Prüfungen nötig sind, damit ein handgeschmiedetes Modul mehrfach montierbar gefertigt werden kann.
  5. Gestaltungskonflikt: Entwickle einen begründeten Kompromiss zwischen Kundenwunsch nach einem Unikat und betrieblicher Forderung nach wirtschaftlicher Wiederholbarkeit.
  6. Nachhaltige Metallgestaltung: Überarbeite einen Entwurf so, dass Materialeinsatz, Demontage, Reparatur, Korrosionsschutz und Lebensdauer verbessert werden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Historische Einordnung: Du erklärst Gründung, Zielsetzung, Werkbundausstellung und Typenstreit fachlich richtig.
  2. Objektanalyse: Du untersuchst ein Metallobjekt nach Funktion, Form, Material, Verfahren, Verbindung, Oberfläche und Gebrauch.
  3. Entwurfsleistung: Du entwickelst nachvollziehbare Varianten und begründest eine Vorzugsvariante.
  4. Technische Dokumentation: Du legst Werkstattzeichnung, Stückliste, Arbeitsfolge, Werkzeugbedarf und Prüfmerkmale vor.
  5. Praktische Ausführung: Du fertigst ein Werkstück oder Probestück sicher, maßhaltig und materialgerecht.
  6. Qualitätsprüfung: Du vergleichst Soll und Ist und dokumentierst Abweichungen sowie Verbesserungsmöglichkeiten.
  7. Fachgespräch: Du verwendest Fachbegriffe korrekt und verteidigst Deine gestalterischen und fertigungstechnischen Entscheidungen.




OERs zum Thema

  1. Chronik des Deutschen Werkbundes 1907 bis 1932
  2. Werkbundarchiv Museum der Dinge zur Kölner Werkbundausstellung
  3. Werkbundarchiv Museum der Dinge zum Wasserkessel von Peter Behrens
  4. BIBB Profil Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung
  5. BERUFENET Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung



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