Lokomotivbau und Schmiedetechnik - Schmied


Lokomotivbau und Schmiedetechnik - Schmied
Lokomotivbau und Schmiedetechnik - Schmied
Einleitung
Der Lokomotivbau verbindet Fahrzeugtechnik, Maschinenbau, Werkstoffkunde und handwerkliche Metallbearbeitung. Besonders beim Bau und bei der Instandsetzung historischer Dampflokomotiven spielen geschmiedete Bauteile eine wichtige Rolle. Radsatzwellen, Treib- und Kuppelstangen, Kurbelzapfen, Federgehänge, Bremsgestängeteile, Zug- und Stoßeinrichtungen sowie hoch belastete Bolzen müssen große Kräfte sicher übertragen. Viele dieser Bauteile werden deshalb nicht nur gegossen oder aus Vollmaterial zerspant, sondern durch Schmieden in eine belastungsgerechte Form gebracht.
Beim Schmieden bleibt der Werkstoff fest. Er wird durch Druck oder Schlag plastisch umgeformt. Im Unterschied zum Gießen entsteht die Form also nicht aus einer Metallschmelze. Durch eine geeignete Werkstoffwahl, eine kontrollierte Erwärmung, einen günstigen Faserverlauf und eine passende Wärmebehandlung können Schmiedeteile hohe Festigkeit, Zähigkeit und Dauerfestigkeit erreichen.
Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende in Metalltechnik, Fahrzeugtechnik, Metallgestaltung, Instandhaltung und industrieller Umformtechnik. Du lernst, welche Aufgaben Schmiedinnen und Schmiede im Lokomotivbau übernehmen, wie eine Fertigungsfolge geplant wird und warum Maßhaltigkeit, Prüfungen und Arbeitsschutz bei sicherheitsrelevanten Eisenbahnbauteilen unverzichtbar sind.

Lernziele
Nach der Bearbeitung des Kurses kannst Du die wichtigsten geschmiedeten Bauteile einer Lokomotive benennen, Freiformschmieden und Gesenkschmieden unterscheiden, eine typische Prozesskette erläutern und geeignete Prüfverfahren auswählen. Außerdem kannst Du typische Schmiedefehler erkennen, Sicherheitsmaßnahmen begründen und die Zusammenarbeit zwischen Schmiede, Konstruktion, Zerspanung, Schweißtechnik und Qualitätssicherung beschreiben.
Bedeutung der Schmiedetechnik im Lokomotivbau
Lokomotivbauteile sind wechselnden Zug-, Druck-, Biege- und Stoßbelastungen ausgesetzt. Bei einer Dampflokomotive wandelt das Triebwerk die geradlinige Bewegung der Kolben in eine Drehbewegung der Treibräder um. Die Treibstange überträgt die Kraft auf den Treibradsatz. Kuppelstangen verbinden weitere angetriebene Radsätze miteinander. Schon kleine Risse, fehlerhafte Radien oder ungenaue Bohrungsabstände können dabei zu ungleichmäßiger Belastung, Lagerschäden oder einem Versagen des Bauteils führen.
Schmieden ist besonders geeignet, wenn ein Bauteil hohe Kräfte aufnehmen muss. Beim Umformen kann der Faserverlauf des Werkstoffs der späteren Bauteilgeometrie folgen. Übergänge werden mit ausreichenden Radien gestaltet, scharfe Kerben vermieden und Materialquerschnitte an den Kraftfluss angepasst. Das Schmiedestück erhält anschließend durch Wärmebehandlung und spanende Bearbeitung seine endgültigen Eigenschaften und Maße.

Typische geschmiedete Bauteile
| Bauteil | Aufgabe | Besondere Beanspruchung |
|---|---|---|
| Radsatzwelle | Verbindet die beiden Radkörper eines Radsatzes | Biegung, Torsion, wechselnde Lasten |
| Treibstange | Überträgt die Kolbenkraft auf den Treibradsatz | Zug, Druck, Knickung und Massenkräfte |
| Kuppelstange | Koppelt mehrere angetriebene Radsätze | Wechselnde Zug- und Druckkräfte |
| Kurbelzapfen | Lagert Treib- oder Kuppelstangen am Rad | Flächenpressung, Scherung und Biegung |
| Federgehänge | Überträgt Kräfte der Federung auf Rahmen und Radsätze | Stoßartige und schwingende Belastung |
| Zughaken und Kupplungsteile | Übertragen Zugkräfte zwischen Fahrzeugen | Zug, Stoß und Ermüdung |

Grundlagen des Schmiedens
Schmieden gehört zur Hauptgruppe Umformen. Die Formänderung entsteht überwiegend durch Druckspannungen. Bei Stahl wird im Lokomotivbau meist warmgeschmiedet. Die Arbeitstemperatur liegt dabei oberhalb der Rekristallisationstemperatur. Für viele Stähle liegt der praktische Schmiedebereich ungefähr zwischen 950 und 1250 Grad Celsius, ist jedoch stets vom Werkstoff, vom Querschnitt und von der geplanten Umformung abhängig.
Die Temperatur darf weder zu niedrig noch zu hoch sein. Bei zu niedriger Temperatur steigt der Umformwiderstand und die Rissgefahr. Bei zu hoher Temperatur können Kornwachstum, starke Verzunderung oder Werkstoffschädigungen auftreten. In der betrieblichen Praxis werden deshalb Ofenführung, Haltezeit und Temperatur mit geeigneten Messmitteln, beispielsweise einem Pyrometer, überwacht.
Freiformschmieden und Gesenkschmieden
Beim Freiformschmieden ist die endgültige Werkstückform nicht vollständig in den Werkzeugen enthalten. Das Werkstück wird schrittweise zwischen einfachen Werkzeugflächen bewegt und umgeformt. Wichtige Grundoperationen sind Recken, Stauchen, Breiten, Absetzen, Lochen, Biegen und Richten. Das Verfahren eignet sich besonders für Einzelstücke, Reparaturteile, große Bauteile und kleine Serien.
Beim Gesenkschmieden ist die Kontur ganz oder teilweise als Negativform im Gesenk vorhanden. Das erwärmte Vormaterial wird durch Hammer oder Presse in die Gravur gedrückt. Das Verfahren ermöglicht hohe Wiederholgenauigkeit und ist besonders für Serien geeignet. Beim Schmieden mit Grat fließt überschüssiger Werkstoff in den Gratspalt und wird später entfernt.

Handwerkliche und industrielle Schmiedearbeit
In einer handwerklichen Schmiede führt die Fachkraft das Werkstück mit Zangen und bearbeitet es am Amboss oder unter einem Feder-, Luft- oder Maschinenhammer. Sie beurteilt Temperatur, Formänderung und Werkzeugwirkung unmittelbar. Im industriellen Lokomotiv- und Radsatzbau kommen zusätzlich große hydraulische Pressen, Gesenke, Manipulatoren, Wärmebehandlungsanlagen und CNC-Maschinen zum Einsatz.
Auch bei großen Anlagen bleibt das Fachwissen des Schmieds entscheidend. Das Werkstück muss richtig aufgenommen, sicher gedreht und gezielt zwischen den Werkzeugen positioniert werden. Umformschritte müssen so geplant sein, dass genügend Material an belasteten Stellen vorhanden ist und keine Falten, Überlappungen oder unvollständig gefüllten Bereiche entstehen.

Prozesskette eines geschmiedeten Lokomotivbauteils
Eine fachgerechte Fertigung besteht nicht nur aus dem eigentlichen Hammerschlag. Sie beginnt mit Zeichnung, Werkstoffnachweis und Fertigungsplanung und endet mit dokumentierter Prüfung und Freigabe.
| Prozessschritt | Fachliche Aufgabe | Typische Fehlerquelle |
|---|---|---|
| Arbeitsvorbereitung | Zeichnung, Werkstoff, Aufmaß und Umformfolge prüfen | Falsches Vormaterial oder fehlende Bearbeitungszugabe |
| Trennen | Rohling sägen oder abscheren | Schräger Schnitt oder ungeeignete Rohlingmasse |
| Erwärmen | Gleichmäßige Schmiedetemperatur einstellen | Überhitzen, Unterhitzen oder Entkohlung |
| Entzundern | Oxidschicht vor dem Umformen entfernen | Eingedrückter Zunder und Oberflächenfehler |
| Vorformen | Werkstoff für die Endform richtig verteilen | Materialmangel an belasteten Querschnitten |
| Fertigschmieden | Endkontur mit Aufmaß herstellen | Falten, Risse oder unvollständige Formfüllung |
| Richten und Abkühlen | Formlage sichern und Eigenspannungen begrenzen | Verzug oder unkontrollierte Gefügeänderung |
| Wärmebehandlung | Gefüge und mechanische Eigenschaften einstellen | Falsche Temperatur oder ungeeignete Abkühlung |
| Zerspanung | Funktionsflächen, Bohrungen und Passungen fertigen | Maß-, Lage- oder Oberflächenfehler |
| Prüfung | Maße, Oberfläche und inneren Zustand bewerten | Unvollständige Prüfabdeckung |
Fallbeispiel Radsatz
Ein Radsatz besteht aus zwei Radkörpern und einer Radsatzwelle. Die Radkörper sind verdrehsicher auf der Welle befestigt. Bei historischen Dampflokomotiven können Radsterne mit aufgeschrumpften Radreifen vorkommen. Moderne Vollräder werden häufig aus geeigneten Stählen geschmiedet und gewalzt, wärmebehandelt und anschließend spanend bearbeitet.
Für die Fertigung sind Rundlauf, Spurmaß, Presssitz und Werkstoffzustand entscheidend. Nach dem Fügen müssen die Räder zueinander korrekt stehen. Bei Treib- und Kuppelradsätzen kommen zusätzlich Kurbelzapfen und Gegengewichte hinzu. Ihre Lage beeinflusst den Lauf des Triebwerks und den Massenausgleich.

Fallbeispiel Kuppelstange
Eine Kuppelstange verbindet die Kurbelzapfen mehrerer angetriebener Radsätze. Das Bauteil ist im Betrieb wechselnden Zug- und Druckkräften ausgesetzt. Ein geeigneter Schmiederohling erhält deshalb an den Stangenköpfen mehr Material als im Schaft. Der Übergang vom Kopf zum Schaft wird mit großzügigen Radien gestaltet.
Nach dem Schmieden folgen je nach Werkstoff Normalisieren, Vergüten oder Spannungsarmglühen. Danach werden Lageraugen, Schmierstellen und Anlageflächen bearbeitet. Der Lochabstand muss genau zum Abstand der Kurbelzapfen passen. Abschließend werden Oberfläche, Maße und Rissfreiheit geprüft.
Wärmebehandlung, Zerspanung und Montage
Die Wärmebehandlung stellt die geforderten Werkstoffeigenschaften ein. Beim Normalisieren wird ein gleichmäßiges, feinkörniges Gefüge angestrebt. Beim Vergüten wird gehärtet und anschließend angelassen, um Festigkeit und Zähigkeit aufeinander abzustimmen. Ein Spannungsarmglühen kann Eigenspannungen vermindern. Das konkrete Verfahren richtet sich nach Stahlsorte, Bauteildicke und Zeichnungsvorgabe.
Schmiedeteile werden meist mit Bearbeitungszugaben hergestellt. Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen und Reiben erzeugen Passflächen, Lagersitze und genaue Bohrungen. Die spanende Bearbeitung darf jedoch keine ungünstigen Kerben verursachen und den vorgesehenen Faserverlauf nicht unnötig durchtrennen.


Qualitätssicherung und Prüfverfahren
Sicherheitsrelevante Lokomotivbauteile benötigen eine nachvollziehbare Qualitätssicherung. Dazu gehören Werkstoffzeugnisse, Kennzeichnung, Fertigungsprotokolle, Wärmebehandlungsnachweise und Prüfberichte. Messschieber und Bügelmessschraube reichen bei großen oder komplexen Teilen nicht immer aus. Zusätzlich werden Lehren, Messuhren, Koordinatenmessgeräte und spezielle Radsatzmessmittel eingesetzt.
Typische zerstörungsfreie Prüfverfahren sind:
- Sichtprüfung: Erkennen von Zunderstellen, Überlappungen, Rissen und mechanischen Beschädigungen
- Magnetpulverprüfung: Nachweis oberflächennaher Fehler in ferromagnetischen Stählen
- Ultraschallprüfung: Untersuchung des Bauteilinneren auf Fehlstellen
- Farbeindringprüfung: Nachweis oberflächenoffener Fehler an geeigneten Werkstoffen
- Härteprüfung: Kontrolle des Wärmebehandlungsergebnisses
Schmiedefehler dürfen nicht einfach durch Überschleifen verdeckt werden. Zuerst muss geklärt werden, wie tief der Fehler reicht und ob eine zulässige Nacharbeit möglich ist. Bei Zweifel entscheidet die zuständige Qualitätssicherung nach Zeichnung, Norm und betrieblicher Prüfanweisung.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Schmiedearbeit verbindet hohe Temperaturen, bewegte Lasten, Lärm, Zunderflug und starke Maschinenkräfte. Persönliche Schutzausrüstung umfasst je nach Arbeitsplatz Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, hitzebeständige Arbeitskleidung, geeignete Handschuhe und Sicherheitsschuhe. Lose Kleidung, Schmuck und ungeeignete Kunstfasern sind im Gefahrenbereich zu vermeiden.
Zangen, Anschlagmittel und Werkzeuge müssen zum Werkstück passen und vor der Benutzung geprüft werden. Beim Arbeiten unter Hammer oder Presse darf sich niemand im Schlag- oder Quetschbereich aufhalten. Große Werkstücke werden mit Kran, Manipulator oder Hebezeug bewegt. Verständliche Handzeichen und eine eindeutige Aufgabenverteilung verhindern gefährliche Missverständnisse.
Umweltschutz beginnt bei einer guten Prozessplanung. Passende Rohlinggrößen senken Materialverluste, geregelte Öfen verringern Energieverbrauch und Verzunderung, und Abwärme kann technisch genutzt werden. Stahlreste und Zunder werden getrennt gesammelt und soweit möglich verwertet.

Zusammenarbeit im Lokomotivbau
Der Schmied arbeitet nicht isoliert. Konstrukteurinnen legen Geometrie, Belastung und Toleranzen fest. Werkstofftechnik und Arbeitsvorbereitung wählen Stahl, Schmiedefolge und Wärmebehandlung. Zerspanungsfachkräfte fertigen Passungen und Bohrungen. Schweißfachkräfte bearbeiten geeignete Baugruppen, während Prüferinnen Maße und Werkstoffzustand kontrollieren.
Eine gute Übergabe enthält mindestens Bauteilnummer, Werkstoff, Bearbeitungszustand, Messergebnisse, Wärmebehandlungszustand und besondere Hinweise. Fehlerhafte oder unklare Angaben müssen vor der Weiterbearbeitung geklärt werden. Gerade bei historischen Lokomotiven ist außerdem zu prüfen, ob alte Zeichnungen, vorhandene Bauteile und heutige Sicherheitsanforderungen miteinander vereinbar sind.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zu welcher Hauptgruppe der Fertigungsverfahren gehört das Schmieden? (Umformen) (!Trennen) (!Fügen) (!Beschichten)
Was kennzeichnet das Warmumformen von Stahl? (Die Arbeitstemperatur liegt oberhalb der Rekristallisationstemperatur) (!Der Werkstoff wird vollständig geschmolzen) (!Das Werkstück wird ausschließlich zerspant) (!Die Arbeit erfolgt immer bei Raumtemperatur)
Welche Aufgabe hat eine Kuppelstange? (Sie verbindet angetriebene Radsätze miteinander) (!Sie dichtet den Dampfkessel ab) (!Sie führt Rauchgase zum Schornstein) (!Sie trägt den Führerstand)
Was ist ein Gesenk? (Ein Formwerkzeug mit einer vorgegebenen Kontur) (!Ein Schmierstoff für Radsatzlager) (!Ein Messgerät für die Härteprüfung) (!Ein Behälter für Kühlwasser)
Warum wird Zunder vor dem Schmieden entfernt? (Damit er nicht in die Werkstückoberfläche eingedrückt wird) (!Damit der Stahl elektrisch leitfähig wird) (!Damit das Werkstück vollständig abkühlt) (!Damit die Masse des Werkstücks steigt)
Welches Prüfverfahren eignet sich zum Auffinden innerer Fehlstellen? (Ultraschallprüfung) (!Sichtprüfung) (!Längenmessung) (!Farbvergleich)
Welche Behandlung gehört zum Vergüten? (Härten und anschließendes Anlassen) (!Schmelzen und Gießen) (!Bohren und Reiben) (!Lackieren und Trocknen)
Welche Belastung wirkt typischerweise auf eine Treibstange? (Wechselnde Zug- und Druckbelastung) (!Nur hydrostatischer Wasserdruck) (!Nur elektrische Spannung) (!Nur gleichmäßiger Luftdruck)
Was ist beim Freiformschmieden typisch? (Die Endform ist nicht vollständig im Werkzeug enthalten) (!Die Form entsteht ausschließlich durch Gießen) (!Es wird immer ohne Erwärmung gearbeitet) (!Das Werkstück bleibt während des gesamten Vorgangs unbewegt)
Welche Maßnahme erhöht die Sicherheit beim Bewegen großer Schmiedestücke? (Geprüfte Anschlagmittel und eindeutige Handzeichen) (!Arbeiten ohne Sichtkontakt) (!Tragen loser Kleidung) (!Aufenthalt im Quetschbereich)
Memory
| Freiformschmieden | Werkstückform nicht vollständig im Werkzeug vorgegeben |
| Gesenkschmieden | Negativform im Werkzeug bestimmt die Kontur |
| Zunder | Oxidschicht auf heißem Stahl |
| Kuppelstange | Verbindet angetriebene Radsätze |
| Radsatzwelle | Trägt beide Radkörper verdrehsicher |
| Vergüten | Härten und anschließendes Anlassen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schmiedetemperatur | Formbarkeit des Werkstoffs einstellen |
| Entzundern | Oxidschicht vor dem Umformen entfernen |
| Vorschmieden | Werkstoff für die Endkontur verteilen |
| Fertigschmieden | Vorgesehene Bauteilform mit Aufmaß erzeugen |
| Richten | Formabweichungen nach dem Umformen korrigieren |
Kreuzworträtsel
| Gesenk | Wie heißt das Formwerkzeug mit einer eingearbeiteten Negativkontur? |
| Amboss | Wie heißt die feste Unterlage beim handwerklichen Schmieden? |
| Zunder | Wie heißt die Oxidschicht auf einer heißen Stahloberfläche? |
| Radsatz | Wie heißt die Einheit aus zwei Rädern und einer Welle? |
| Treibstange | Welches Bauteil überträgt bei einer Dampflokomotive die Kolbenkraft auf den Treibradsatz? |
| Vergüten | Wie heißt die Wärmebehandlung aus Härten und anschließendem Anlassen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bauteilerkundung: Wähle ein Foto einer Dampflokomotive und markiere Treibstange, Kuppelstange, Radsatz und Federung.
- Werkzeugsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Amboss, Schmiedezange, Lufthammer oder Gesenk.
- Sicherheitsplakat: Gestalte ein Plakat mit den wichtigsten Schutzmaßnahmen an einem Schmiedearbeitsplatz.
- Prozesskarten: Zeichne Karten für Erwärmen, Entzundern, Vorformen, Fertigschmieden, Wärmebehandeln und Prüfen.
Standard
- Fertigungsplan: Entwickle eine einfache Arbeitsfolge für ein geschmiedetes Federgehänge mit Bearbeitungszugaben.
- Fehleranalyse: Untersuche die Ursachen möglicher Falten, Risse, Zundereindrücke und Maßabweichungen.
- Werkstoffvergleich: Vergleiche einen Baustahl und einen Vergütungsstahl hinsichtlich Schmiedbarkeit und Einsatz.
- Betriebsinterview: Befrage eine Fachkraft aus Schmiede, Instandhaltung oder Radsatzfertigung zu Qualitätsprüfungen.
Schwer
- Kuppelstangenprojekt: Entwickle eine maßstäbliche Zeichnung oder ein CAD-Modell einer Kuppelstange mit belastungsgerechten Radien.
- Prüfplan: Erstelle für eine Radsatzwelle einen Prüfplan mit Prüfzeitpunkt, Verfahren, Annahmekriterium und Dokumentation.
- Energieanalyse: Untersuche, an welchen Stellen einer Schmiede Wärme und Material verloren gehen und entwickle Verbesserungen.
- Exkursion Lokomotivwerk: Plane eine Exkursion zu einem Eisenbahn- oder Schmiedemuseum und dokumentiere Fertigungs- und Instandhaltungsspuren in einem Video.


Lernkontrolle
- Verfahrensauswahl: Entscheide für eine einzelne historische Kuppelstange und für eine Serie gleichartiger Federgehänge, ob Freiform- oder Gesenkschmieden geeigneter ist. Begründe Deine Entscheidung.
- Schadensfall: An einem geschmiedeten Stangenkopf wird ein oberflächennaher Riss gefunden. Entwickle eine Vorgehensweise von der Sperrung bis zur Entscheidung über Nacharbeit oder Ausschuss.
- Temperaturproblem: Erkläre, welche Folgen eine zu niedrige und eine zu hohe Schmiedetemperatur auf Umformkraft, Oberfläche und Gefüge haben kann.
- Fertigungskette: Zeige an einem Radsatz, warum Schmieden, Wärmebehandlung, Zerspanung, Fügen und Prüfen aufeinander abgestimmt sein müssen.
- Arbeitsschutzanalyse: Bewerte einen Arbeitsplatz, an dem ein heißes Werkstück mit einem Kran zum Hammer transportiert wird. Nenne technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen.
- Transferaufgabe: Übertrage die Grundsätze des belastungsgerechten Schmiedens auf ein anderes dynamisch beanspruchtes Bauteil, beispielsweise einen Kranhaken oder ein Pleuel.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Fachgerechte Benennung von Lokomotivbauteilen und Schmiedeverfahren
- Erklärung einer vollständigen Fertigungsfolge vom Rohling bis zur Freigabe
- Begründete Auswahl von Werkstoff, Umformverfahren und Wärmebehandlung
- Erkennen typischer Schmiedefehler und Zuordnung geeigneter Prüfverfahren
- Anwendung von Maß-, Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen auf ein Praxisbeispiel
- Dokumentation einer eigenen Zeichnung, Arbeitsplanung, Untersuchung oder Präsentation
- Reflexion der Zusammenarbeit zwischen Schmiede, Zerspanung, Instandhaltung und Qualitätssicherung
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