Barocke Gitter und Toranlagen - Schmied


Barocke Gitter und Toranlagen - Schmied
Barocke Gitter und Toranlagen - Schmied
Einleitung
Barocke Gitter und Toranlagen verbinden Baukonstruktion, Sicherheit und repräsentative Schmiedekunst. In diesem aiMOOC lernst Du, historische Anlagen fachgerecht zu lesen, ihre Formensprache zu beschreiben und einen eigenen Entwurf werkstattgerecht vorzubereiten. Der Kurs richtet sich an Auszubildende in schmiede-, metallbau- und restaurierungsnahen Berufen. Im Mittelpunkt stehen Fachbegriffe, traditionelle Fügetechniken, Arbeitsplanung, Arbeitsschutz, Korrosionsschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit historischer Substanz.
Eine barocke Toranlage ist nicht nur ein Verschluss. Sie gliedert den Übergang zwischen Straße, Hof, Garten, Schloss oder Kirche. Durch Achsen, Symmetrie, Durchblicke und eine reich gestaltete Bekrönung lenkt sie den Blick und vermittelt Rang, Funktion oder religiöse Bedeutung.

Beobachtungsauftrag: Untersuche am Hofgartentor der Würzburger Residenz die Mittelachse, die Torflügel, die seitlichen Gitterfelder, die Pfeiler und die Bekrönung. Trenne dabei tragende Bauteile von Zierformen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du eine barocke Gitter- oder Toranlage in Baugruppen zerlegen, typische Ornamente benennen, geeignete Schmiede- und Fügeverfahren auswählen, einen Arbeitsablauf planen und konservatorische Grundsätze auf einen Instandsetzungsfall übertragen.
Historischer und gestalterischer Kontext
Der Barock prägte das europäische Kunst- und Bauwesen ungefähr vom späten 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, regional jedoch mit unterschiedlichen Zeitgrenzen. In Schloss-, Garten- und Sakralarchitektur wurden Gitter als sichtbarer Teil einer Gesamtkomposition behandelt. Gerade im 18. Jahrhundert entstanden Anlagen, deren Eisenarbeit mit Steinpfeilern, Figuren, Vasen, Wappen und der Wegeführung zusammenwirkt.
Ein bedeutendes Beispiel ist das Hofgartentor der Würzburger Residenz. Die aufwendigen schmiedeeisernen Gitter werden Johann Georg Oegg zugeschrieben und auf 1752 datiert.[1] Für die Ausbildung ist daran wichtig: Der Schmied entwirft nicht isoliert, sondern stimmt Proportion, Befestigung, Bewegungsraum und Ornament auf Architektur und Nutzung ab.
Analysehinweis: Verfolge die geschwungenen Linien vom Sockelbereich bis zur Bekrönung. Beachte, wie große Schwünge die Gesamtform ordnen und kleinere Blätter oder Ranken die Zwischenräume füllen.
Das Video zeigt die Herstellung eines geschmiedeten Tores. Vergleiche die dort sichtbaren Arbeitsschritte mit historischen Verfahren und kennzeichne, welche modernen Hilfsmittel eingesetzt werden.
Typische Gestaltungsmerkmale
Barocke Eisenarbeiten wirken bewegt, bleiben aber meist streng geordnet. Häufig bilden eine Mittelachse oder spiegelbildliche Teilungen das Gerüst. Darin entwickeln sich C- und S-Schwünge, Voluten, Ranken, Akanthusblätter, Palmetten, Rosetten, Blüten, Muscheln, Kartuschen, Monogramme, Wappen und kronenartige Bekrönungen. Die Ornamentdichte kann vom robusten Sockelbereich zu einer leichteren, durchbrochenen Spitze zunehmen.
Fachlich entscheidend ist die Hierarchie der Linien:
- Primärform: Rahmen, Hauptstäbe und große Schwünge bestimmen Stabilität und Gesamtproportion.
- Sekundärform: Ranken, Voluten und Kartuschen verbinden oder gliedern die Felder.
- Detailform: Blätter, Blüten, Spitzen und Punzierungen erzeugen Nahwirkung und Oberflächenrhythmus.

Der um 1700 datierte Baluster zeigt schwere schmiedeeiserne Querschnitte, die durch offene Zwischenräume, Akanthusblätter und formale Schwünge leicht wirken.[2] Skizziere die Negativräume zwischen den Stäben. Im Entwurf sind diese Leerformen ebenso wichtig wie das Metall selbst.
Gitter, Tor und Toranlage unterscheiden
Ein Gitter ist eine durchbrochene Abgrenzung aus Stäben, Rahmen und gegebenenfalls Ornamenten. Ein Tor enthält mindestens einen beweglichen Flügel. Eine Toranlage umfasst darüber hinaus feste Seitenfelder, Pfosten oder Steinpfeiler, Beschläge, Verriegelung, Anschläge, Fundamente und oft eine architektonische Bekrönung. Bei der Bestandsaufnahme wird deshalb nicht nur das geschmiedete Feld, sondern das gesamte System dokumentiert.

Das deutsche Gittertor aus dem 18. Jahrhundert im Victoria and Albert Museum eignet sich zur Untersuchung der Ornamentdichte. Suche Hauptstäbe, Querbindungen, symmetrische Wiederholungen und Bereiche, in denen Schmuck zugleich aussteifend wirkt.
Bauteile und Fachbegriffe
Eine zweiflügelige Toranlage kann aus Standflügel und Gehflügel, festen Gitterfeldern, Rahmenstäben, senkrechten Füllstäben, Querriegeln, Diagonal- oder Bogenformen, Bekrönung und Beschlägen bestehen. Der Gehflügel wird im Alltag zuerst geöffnet; der Standflügel wird häufig mit einem Treib- oder Bodenriegel gesichert.
Das Torband überträgt die Last des Flügels auf den Kloben beziehungsweise den Lagerzapfen. Bandrolle oder Bandauge müssen passend gearbeitet, fluchtend montiert und gegen unbeabsichtigtes Ausheben gesichert sein. Zur Schließtechnik gehören je nach Konstruktion Schloss, Falle, Riegel, Anschlag, Schließblech, Mittelanschlag und Bodenhülse. Bei schweren Flügeln sind Eigengewicht, Hebelarm, Windangriff, Stoßbelastung und der Zustand der Pfeiler zu berücksichtigen.

Eine Bekrönung oder ein Zieraufsatz bildet den oberen Abschluss. Sie darf gestalterisch dominant sein, muss konstruktiv aber sicher befestigt und entwässert werden. Wasserfallen, offene Fugen und waagerechte Auflageflächen fördern Korrosion.
Werkstoffkunde
Historische Eisenbauteile sind nicht automatisch mit modernem Baustahl gleichzusetzen. Je nach Herstellungszeit und Verfahren können Schlackeneinschlüsse, faserartige Strukturen, Schweißnähte aus dem Raffinieren und örtlich unterschiedliche Eigenschaften auftreten. Deshalb wird bei einer Restaurierung zuerst der Bestand untersucht und nicht allein aus dem Begriff Schmiedeeisen auf eine bestimmte Werkstoffqualität geschlossen.
Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Schmiedeeisen häufig gut schmied- und schweißbaren Stahl mit geringem Kohlenstoffgehalt.[3] Für Neuanfertigungen müssen Werkstoff, Querschnitt, Beanspruchung, Schweißbarkeit, Oberflächenbehandlung und Lieferzustand zusammenpassen. Gusseisen ist spröder und wird anders bearbeitet als schmiedbarer Stahl; gegossene Zierteile dürfen daher nicht wie geschmiedete Stäbe behandelt werden.
Wichtige Schmiedeverfahren
Beim Ausschmieden wird Material gestreckt und der Querschnitt verringert. Beim Stauchen wird Material örtlich verdickt. Biegen und Rollen erzeugen Bögen, Augen und Voluten. Durch Lochen und anschließendes Aufdornen entstehen maßhaltige Öffnungen. Spalten ermöglicht verzweigte Blatt- oder Rankenformen. Mit Gesenken, Setzhämmern, Kehlen und Punzen werden Übergänge, Blattadern und Oberflächen ausgebildet.
Das Schmieden von C-Schwüngen zeigt, wie wiederholbare Ornamente aus einer kontrollierten Folge von Erwärmen, Ausschmieden, Biegen und Richten entstehen. Prüfe während der Arbeit Radius, Ebenheit, Endlage und Spiegelbildlichkeit an einer Schablone.
Historische und moderne Fügetechniken
Traditionelle Gitter wurden unter anderem feuerverschweißt, vernietet, durchgesteckt, mit Bünden oder Schellen gefasst und über geschmiedete Zapfen verbunden. Diese Verbindungen sind häufig sichtbar und Teil des gestalterischen Ausdrucks. Bei einer Neuanfertigung können moderne Schweißverfahren zulässig sein, wenn Konstruktion, Auftrag und Gestaltung dies vorsehen. Bei einem Denkmal darf eine moderne Naht jedoch nicht ohne Befund, Planung und Abstimmung historische Verbindungen ersetzen.
Achte im Video auf Passung, Wärmeeinbringung und Reihenfolge beim Verbinden mehrerer Schwünge. Eine gute Verbindung hält nicht nur, sondern stört weder Linienführung noch Oberfläche.

Das süddeutsche Altargitter von 1704 zeigt, dass barocke Schmiedearbeit auch in Innenräumen und liturgischen Abgrenzungen eingesetzt wurde. Vergleiche seine flächige Gliederung mit einer freistehenden Toranlage.
Vom Aufmaß zur Montage
Bestandsaufnahme und Aufmaß
Vor dem Entwurf werden Einbausituation, Öffnungsmaß, Lot und Flucht der Pfeiler, Höhenunterschiede, Bodenanschläge, Bewegungsflächen, Entwässerung, Befestigungspunkte und Nutzung erfasst. Bei einem historischen Objekt gehören Gesamtaufnahmen, Detailfotos, Schadenskartierung, Maßskizzen, Kennzeichnung späterer Ergänzungen und eine Beschreibung der Oberflächenfassung dazu.
Ein belastbares Aufmaß enthält Bezugsachsen und Diagonalmaße. Nur Breite und Höhe reichen nicht aus, weil schiefe Pfeiler, ungleiche Höhen oder ein verzogener Bestand sonst erst bei der Montage auffallen.
Entwurf und Werkzeichnung
Der Entwurf beginnt mit Funktion und Proportion. Danach folgen Achsraster, Rahmen, Hauptlinien, Ornament und Beschläge. Für komplexe Schwünge ist ein Aufriss im Maßstab 1:1 besonders hilfreich. Auf der Reißplatte oder einer feuerfest geeigneten Arbeitsunterlage können Schablonen, Anschläge und Prüfpunkte festgelegt werden.
Eine Werkzeichnung sollte mindestens Gesamtmaße, Teilungen, Querschnitte, Werkstoffe, Verbindungen, Band- und Schlosslage, Anschläge, Befestigungen, Oberflächenaufbau und Montagerichtung enthalten. Bewegliche Teile brauchen ausreichende Luft, dürfen aber keine gefährlichen Fang- oder Quetschstellen erzeugen.
Zeichenübung: Lege gedanklich ein Achsraster über das Tor. Markiere Rahmen, Stäbe, Kreise, Voluten, Schlosszone und Bandseite. Übertrage anschließend ein Viertel der Anlage als bemaßte Werkstattskizze.
Fertigungsfolge
- Arbeitsvorbereitung: Stückliste, Materialzuschnitt, Schablonen, Wärmefolge, Maschinen und Prüfmittel festlegen.
- Schmieden: Hauptstäbe und wiederkehrende Ornamente herstellen, solange Korrekturen einzeln möglich sind.
- Vormontage: Bauteile auf dem Aufriss ausrichten, heften oder provisorisch fügen und Diagonalen prüfen.
- Fügen: Nieten, Bünde, Steckverbindungen, Feuerschweißungen oder geplante Schweißnähte in sinnvoller Reihenfolge ausführen.
- Richten und Anpassen: Ebenheit, Spaltmaße, Flügelgeometrie, Bandachsen und Verriegelung kontrollieren.
- Oberfläche und Montage: Reinigen, schützen, transportgerecht sichern, einbauen und Funktionsprüfung dokumentieren.
Vergleiche die gezeigte Fertigungsreihenfolge mit der Liste. Notiere, an welchen Stellen eine Lehre oder Zwischenprüfung Nacharbeit verhindert.
Restaurierung und Korrosionsschutz
Bei denkmalgeschützten Anlagen gilt der Grundsatz: erst untersuchen und dokumentieren, dann so viel wie nötig und so wenig wie möglich eingreifen. Historische Bearbeitungsspuren, Verbindungen und tragfähige Altbeschichtungen können wichtige Quellen sein. Eine vollständige Entlackung, ein aggressives Strahlen oder eine nachträgliche Verzinkung ist deshalb nicht automatisch fachgerecht.
Lose Rostschichten und nicht haftende Beschichtungen werden mit einem zum Befund passenden Verfahren entfernt. Das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg weist darauf hin, dass häufig eine partielle Handentrostung ausreicht und dass Grund-, Zwischen- und Deckbeschichtung aufeinander abgestimmt sein müssen.[4] Vor Arbeiten an Altanstrichen ist zu klären, ob Gefahrstoffe enthalten sind. Maßnahmen an einem Kulturdenkmal werden mit Eigentümer, Planung, Restaurierung und zuständiger Denkmalbehörde abgestimmt.
Das Video behandelt die Erhaltung geschmiedeter historischer Tore. Übertrage die Grundidee des Substanzerhalts auf eine barocke Anlage: Welche Teile würdest Du sichern, reparieren, ergänzen oder lediglich dokumentieren?
Typische Schäden
Korrosion tritt bevorzugt an Kontaktflächen, Überblattungen, Bünden, Bodenbereichen, waagerechten Flächen und undichten Anschlüssen auf. Weitere Schäden sind gelockerte Nieten, verschlissene Bandaugen, abgesackte Flügel, Risse an Übergängen, verbogene Stäbe, fehlende Ornamente, blockierte Riegel und ungeeignete Reparaturschweißungen. Eine Schadenskartierung trennt Ursache, Erscheinungsbild und Ausmaß; erst danach wird die Maßnahme festgelegt.

Dieses deutsche Kapellengitter aus dem 17. Jahrhundert besitzt eine Lünette und ein symbolisches Motiv. Nutze es als Vergleichsobjekt: Welche Formen gehören bereits zum barocken Formenvokabular, und welche Wirkung entsteht durch den oberen Abschluss?
Qualitätssicherung und Arbeitsschutz
Beim Schmieden sind Schutzbrille, geeignete Arbeitskleidung, Gehörschutz nach Gefährdung, sichere Zangenführung, freie Verkehrswege und eine kontrollierte Ablage heißer Werkstücke notwendig. Beim Schleifen, Schweißen, Beschichten, Heben und Montieren kommen jeweils eigene Gefährdungen hinzu. Die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die geltenden Sicherheitsregeln haben Vorrang.
Eine Toranlage gilt erst dann als fertig, wenn Maße, Ebenheit, Diagonalen, Bandflucht, Leichtgängigkeit, Verriegelung, Anschläge, Befestigungen, Oberflächenschutz und sichere Bedienung geprüft sind. Große Flügel werden zum Transport gegen Verwindung gesichert; Montagehilfen und Hebezeuge müssen für Masse und Schwerpunkt geeignet sein.
Fachpraxis: Kurzprojekt
Entwirf ein barock inspiriertes Gitterfeld für eine gegebene Öffnung. Verwende eine klare Mittelachse, zwei große C- oder S-Schwünge, ein Akanthusmotiv und eine konstruktiv nachvollziehbare Rahmenlösung. Fertige zuerst eine Entwurfsskizze, dann einen bemaßten Aufriss und schließlich ein Probeteil im verkleinerten Maßstab. Begründe Werkstoff, Querschnitte, Fügeverfahren, Prüfpunkte und Oberflächenschutz. Kopiere kein historisches Werk unkritisch, sondern übersetze Gestaltungsprinzipien in eine funktionsfähige eigene Lösung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Funktion hat die Mittelachse in vielen barocken Torentwürfen? (Sie ordnet Proportion und Symmetrie) (!Sie ersetzt die Bandkonstruktion) (!Sie bestimmt allein die Werkstoffgüte) (!Sie verhindert jede Korrosion)
Welches Ornament ist für barocke Schmiedearbeiten besonders typisch? (Akanthusblatt) (!Sechskantmutter) (!Wellblechsicke) (!Kabelkanal)
Was gehört zu einer vollständigen Toranlage? (Bewegliche Flügel feste Felder Beschläge und Befestigungen) (!Nur ein einzelner Zierstab) (!Nur die Farbbeschichtung) (!Nur das Türschloss)
Welche Aufgabe hat ein Kloben? (Er lagert zusammen mit dem Torband den Flügel) (!Er erzeugt die Deckbeschichtung) (!Er misst den Kohlenstoffgehalt) (!Er ersetzt den Bodenriegel)
Welches Verfahren vergrößert örtlich den Querschnitt eines Werkstücks? (Stauchen) (!Ausschmieden) (!Schleifen) (!Entrosten)
Warum ist ein Aufriss im Maßstab eins zu eins nützlich? (Er ermöglicht Form und Passung direkt zu prüfen) (!Er macht jedes Aufmaß überflüssig) (!Er ersetzt die Gefährdungsbeurteilung) (!Er verhindert die Wärmedehnung)
Welche Verbindung ist für historische Gitter typisch? (Nietverbindung) (!Klettverbindung) (!Steckdose) (!Kunststoffclip)
Was steht am Anfang einer denkmalgerechten Instandsetzung? (Befundaufnahme und Dokumentation) (!Vollständiges Sandstrahlen) (!Sofortiges Verzinken) (!Austausch aller Altteile)
Wo entstehen an Außengittern häufig Korrosionsprobleme? (An Kontaktflächen und Wasserfallen) (!Nur in der Mitte trockener Stäbe) (!Ausschließlich an Zeichnungen) (!Nur an hölzernen Schablonen)
Welche Prüfung gehört zur Abnahme eines Torflügels? (Kontrolle von Bandflucht Leichtgängigkeit und Verriegelung) (!Bewertung nur nach Ornamentmenge) (!Messung nur eines Einzelstabs) (!Verzicht auf eine Funktionsprobe)
Memory
| Volute | Spiralig eingerolltes Ornament |
| Akanthus | Blattmotiv der barocken Formensprache |
| Kloben | Lagerzapfen für das Torband |
| Bekrönung | Oberer gestalterischer Abschluss |
| Kartusche | Gerahmtes Feld für Wappen oder Inschrift |
| Aufdornen | Kalibrieren und Erweitern eines Lochs |
| Standflügel | Seltener geöffneter Torflügel |
| Schadenskartierung | Planmäßige Eintragung von Befunden |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Aufmaß | Einbausituation und Bezugsmaße erfassen |
| Aufriss | Geometrie in Originalgröße festlegen |
| Ausschmieden | Werkstück verlängern und Querschnitt verringern |
| Vernieten | Bauteile durch plastisches Umformen eines Nietes fügen |
| Richten | Ebenheit und Sollform herstellen |
| Funktionsprüfung | Bewegung Verriegelung und Anschläge kontrollieren |
Kreuzworträtsel
| Volute | Wie heißt ein spiralig eingerolltes Ziermotiv? |
| Akanthus | Welches Blattmotiv ist im Barock häufig? |
| Kloben | Wie heißt der Lagerzapfen eines Torbandes? |
| Nietung | Welche Fügeverbindung entsteht mit einem Niet? |
| Kartusche | Wie heißt ein gerahmtes Feld für Wappen oder Schrift? |
| Korrosion | Wie heißt die schädigende Reaktion eines Metalls mit seiner Umgebung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ornament-Skizze: Zeichne je einen C-Schwung, einen S-Schwung, eine Volute und ein Akanthusblatt und markiere die gedachte Bewegungsrichtung der Linie.
- Bauteil-Fotoanalyse: Fotografiere mit Erlaubnis ein Gitter oder Tor und beschrifte Rahmen, Füllstäbe, Bandseite, Schlossseite, Anschlag und oberen Abschluss.
- Fachwortkarten: Gestalte zwölf Lernkarten mit Fachbegriff, Definition und einer kleinen Werkstattskizze.
- Negativraum: Schwärze in einer Torabbildung nur die Öffnungen zwischen den Eisenstäben und beschreibe deren Rhythmus.
Standard
- Aufmaßübung: Erstelle für eine Übungsöffnung ein vollständiges Aufmaß mit Bezugsachsen, Diagonalmaßen und einer maßstäblichen Skizze.
- Schablonenbau: Fertige eine Schablone für zwei spiegelbildliche C-Schwünge und dokumentiere die Prüfpunkte für Wiederholgenauigkeit.
- Verbindungsvergleich: Stelle Nietung, Bund, Steckverbindung und Schweißverbindung in vier Detailzeichnungen gegenüber und bewerte Sichtbarkeit, Reparierbarkeit und Fertigungsaufwand.
- Arbeitsplan Torfeld: Entwickle eine Fertigungsfolge mit Stückliste, Werkzeugen, Temperaturen als betriebliche Vorgabe, Prüfmitteln und Arbeitsschutzmaßnahmen.
Schwer
- Restaurierungskonzept: Entwickle für ein fiktiv korrodiertes Barockgitter ein Konzept aus Befund, Schadensursache, Ziel, Maßnahme, Dokumentation und Wartung.
- Torentwurf: Entwirf eine zweiflügelige barock inspirierte Anlage mit Stand- und Gehflügel, Beschlägen, Bekrönung und nachvollziehbarer Lastabtragung.
- Modellbau: Fertige ein maßstäbliches Modell eines Gitterfeldes und weise durch Messung nach, dass Achsen, Diagonalen und Wiederholteile stimmen.
- Fachgespräch: Führe ein Interview mit einer Kunstschmiedin, einem Kunstschmied oder einer Metallrestauratorin über den Unterschied zwischen Rekonstruktion, Reparatur und Konservierung.


Lernkontrolle
- Gestaltungsanalyse: Erkläre an einer unbekannten Torabbildung, wie Primär-, Sekundär- und Detailformen zusammenwirken, und belege Deine Aussagen direkt am Bild.
- Konstruktionsentscheidung: Wähle für ein schweres zweiflügeliges Außentor eine Band- und Verriegelungslösung und begründe sie mit Lastweg, Nutzung, Wartung und Sicherheit.
- Fertigungsplanung: Ordne die Herstellung von Rahmen, Schwüngen, Blättern, Beschlägen und Verbindungen so, dass Verzug und Nacharbeit möglichst gering bleiben.
- Fehlerdiagnose: Ein Torflügel schleift am Boden und schließt nur mit Kraft. Entwickle eine Prüfreihenfolge, die Ursache und Folgeschäden voneinander trennt.
- Denkmalpflege-Fall: Bewerte den Vorschlag, ein historisches Gitter vollständig zu strahlen, neu zu verschweißen und zu verzinken. Formuliere eine fachlich begründete Alternative.
- Transferaufgabe: Übertrage die barocken Prinzipien Achse, Rhythmus, Steigerung und Bekrönung auf einen zeitgenössischen Entwurf, ohne historische Ornamente direkt zu kopieren.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind besonders wichtig:
- Fachbegriffe: Bauteile, Ornamente, Schmiedeverfahren und Verbindungen korrekt benennen.
- Werkzeichnung: Einen bemaßten und konstruktiv verständlichen Aufriss erstellen.
- Arbeitsplanung: Material, Werkzeuge, Fertigungsfolge, Prüfschritte und Arbeitsschutz nachvollziehbar festlegen.
- Fertigkeit: Mindestens ein wiederholbares Ornament oder ein gefügtes Probefeld maßhaltig herstellen.
- Qualitätsprüfung: Form, Ebenheit, Diagonalen, Passung, Funktion und Oberfläche dokumentiert kontrollieren.
- Reflexion: Gestalterische Wirkung, technische Entscheidungen und mögliche Verbesserungen begründen.
- Denkmalverständnis: Zwischen Erhalten, Reparieren, Ergänzen und Rekonstruieren unterscheiden.
OERs zum Thema
Quellen und Medienhinweise
- Wikimedia Commons: Die eingebundenen Bilder stammen aus frei lizenzierten Commons-Dateien; Lizenz und Urheberangabe stehen jeweils auf der Dateibeschreibungsseite.
- Victoria and Albert Museum: Ein Überblick zu Metallbearbeitungstechniken erläutert Formen, Fügen und Oberflächenbearbeitung.[5]
- Denkmalpflege: Für reale Arbeiten an geschützten Anlagen sind Objektbefund, Fachplanung und die Abstimmung mit den zuständigen Stellen maßgeblich.
- ↑ Wikimedia Commons: Hofgartentor der Würzburger Residenz, Objektbeschreibung
- ↑ Wikimedia Commons: Barocker Baluster im Victoria and Albert Museum
- ↑ Wikipedia: Schmiedeeisen
- ↑ Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg: Korrosionsschutz an historischen Bauwerken aus Eisen und Stahl
- ↑ Victoria and Albert Museum: A guide to metalworking techniques
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