Ötzi und die Kupferaxt - Schmied


Ötzi und die Kupferaxt - Schmied
Ötzi und die Kupferaxt - Schmied
Einleitung
Ötzis Kupferaxt gehört zu den bedeutendsten vollständig erhaltenen Werkzeugen der europäischen Kupfersteinzeit. Die Gletschermumie wurde 1991 am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen entdeckt. Körper, Kleidung und Ausrüstung geben einen seltenen Einblick in das Leben des späten 4. Jahrtausends v. Chr. Für die Ausbildung im Schmiedehandwerk, in der Metalltechnik und in der Restaurierung ist die Axt besonders lehrreich: An ihr lassen sich Werkstoffwahl, Guss, Umformung, Schneidenpflege, Verbundbauweise und archäometrische Untersuchung miteinander verbinden.
Der Titelzusatz Schmied bezeichnet dabei eine berufliche Perspektive. Es ist nicht belegt, dass Ötzi selbst Kupfer verhüttete, goss oder schmiedete. Ebenso wenig ist eine einzelne historische Berufsrolle nachweisbar, die genau dem heutigen Berufsbild eines Schmieds entsprach. Fachlich sicher ist dagegen, dass die Axt das Ergebnis einer anspruchsvollen metallurgischen und handwerklichen Prozesskette war.

Ötzis erhaltene Kupferaxt im Südtiroler Archäologiemuseum.
Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du
- Kupfersteinzeitliche Metalltechnik zeitlich und fachlich einordnen.
- die Bauteile von Ötzis Axt mit korrekten Fachbegriffen beschreiben.
- Verhüttung, Schmelzen, Gießen, Schmieden, Schärfen und Schäftung voneinander unterscheiden.
- die werkstofftechnischen Eigenschaften von nahezu reinem Kupfer erklären.
- archäometrische Methoden wie Metallografie, Neutronenbeugung und Bleiisotopenanalyse einordnen.
- gesicherte Befunde von Hypothesen über Funktion, Status und Beruf trennen.
- Erkenntnisse auf heutige Ausbildungssituationen in Metalltechnik, Schmiedehandwerk und Qualitätssicherung übertragen.
Historischer und archäologischer Kontext
Fund, Datierung und Erhaltung
Ötzi starb ungefähr zwischen 3350 und 3100 v. Chr. und gehört damit in die europäische Kupfersteinzeit, auch Chalkolithikum genannt. Seine natürliche Mumifizierung im Gletschereis bewahrte nicht nur den Körper, sondern auch organische Werkstoffe wie Holz, Leder, Bast und Birkenpech. Gerade diese Materialkombination macht den Fund außergewöhnlich, denn bei gewöhnlichen Bodenfunden bleiben häufig nur Stein, Keramik oder korrodierte Metallteile erhalten.[1]

Die hochalpine Fundstelle verdeutlicht die besonderen Erhaltungsbedingungen.

Kupfersteinzeit als Übergangsphase
Die Kupfersteinzeit ist keine Epoche, in der Steinwerkzeuge plötzlich verschwanden. Ötzis Ausrüstung zeigt vielmehr eine Koexistenz von Werkstoffen: Kupfer für die Beilklinge, Feuerstein für Messer und Pfeilspitzen, Holz für Schäfte und Geräte, Leder für Bindungen sowie pflanzliche Klebstoffe und Fasern. Metall war selten und wertvoll; Stein, Holz und organische Werkstoffe blieben technisch unverzichtbar.

Die steinerne Ausrüstung erinnert daran, dass Metall nur einen Teil der damaligen Werkzeugwelt bildete.
Objektanalyse der Kupferaxt
Ötzis Axt ist als vollständiges Verbundwerkzeug erhalten. Die metallische Klinge besteht zu etwa 99,7 Prozent aus Kupfer und besitzt eine trapezförmige Gestalt. Die Fachliteratur ordnet sie einer Familie schwach gerandeter Beile zu. Der ungefähr 60 Zentimeter lange Knieholm wurde aus Eibenholz gefertigt. In das gegabelte Ende des Holms wurde die Klinge eingesetzt, mit Birkenpech fixiert und durch Lederstreifen gesichert.[2]
| Bauteil | Werkstoff | Fachliche Funktion |
|---|---|---|
| Beilklinge | nahezu reines Kupfer | Schneiden, Spalten und Bearbeiten von Holz; als Waffe grundsätzlich verwendbar |
| Knieholm | Eibenholz | Kraftübertragung, Führung und Aufnahme der Klinge |
| Klebstoff | Birkenpech | Füllen, Positionieren und Fixieren im Schäftungsbereich |
| Umwicklung | Lederstreifen | mechanische Sicherung und Stabilisierung der Verbindung |

Eine Rekonstruktion macht Knieholm, Klingenlage und Wicklung gut erkennbar.

Eibenholz mit hellem Splint- und dunklerem Kernholz.
Axt, Beil und Knieholm
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Fund als Kupferaxt bezeichnet. Archäologisch kann die Metallkomponente als Beilklinge beziehungsweise leicht gerandetes Flachbeil beschrieben werden. Entscheidend ist die quer zur Schlagrichtung montierte Klinge im gekrümmten Knieholm. Der Holm ist kein bloßer Griff: Geometrie, Faserverlauf, Kerbwirkung und Passung bestimmen wesentlich, ob die beim Schlag entstehenden Kräfte sicher übertragen werden.
Vom Erz zum Verbundwerkzeug
Die konkrete Werkstatt, der Ofentyp und jeder einzelne Arbeitsschritt von Ötzis Klinge sind nicht erhalten. Die Untersuchung der Klinge erlaubt jedoch eine begründete Rekonstruktion der wesentlichen Prozessstufen.
Rohstoffgewinnung und Verhüttung
Verhüttung bedeutet die Gewinnung eines Metalls aus einem Erz. Das ist nicht dasselbe wie das bloße Einschmelzen bereits vorhandenen Metalls. Kupferhaltiges Gestein musste gewonnen, sortiert, zerkleinert und je nach Erzart vorbereitet werden. Im mit Holzkohle betriebenen Ofen entstand durch gezielte Luftzufuhr eine hohe Temperatur und eine reduzierende Atmosphäre. Metallisches Kupfer und Schlacke konnten anschließend getrennt werden. Welche konkrete Erzart für Ötzis Klinge eingesetzt wurde, lässt sich nicht allein aus der grünen Farbe heutiger Kupferminerale ableiten.

Malachit ist ein auffälliges Kupfermineral; das Bild zeigt kein nachgewiesenes Erzstück aus Ötzis Axtproduktion.
Museumsdiorama zur historischen Kupferverhüttung. Es veranschaulicht das Prinzip, ist aber keine Rekonstruktion von Ötzis konkreter Werkstatt.
Schmelzen und Gießen
Kupfer schmilzt bei ungefähr 1085 Grad Celsius. Eine Holzkohlefeuerung kann diese Temperatur mit wirksamer Luftzufuhr erreichen. Untersuchungen an Ötzis Klinge sprechen dafür, dass das Metall in einer zweiteiligen Gussform gegossen wurde. Gussfehler im hinteren Klingenbereich und das erstarrte Gefüge liefern Hinweise auf den Herstellungsprozess.[3]

Eine zweiteilige Axtgussform aus einer späteren Epoche als Vergleichsobjekt. Sie ist kein Werkzeug aus Ötzis Fundkomplex.
Nachbearbeitung, Umformung und Schärfen
Nach dem Guss mussten Gussnähte, unregelmäßige Flächen und die Schneidengeometrie bearbeitet werden. Das Südtiroler Archäologiemuseum beschreibt Guss, Abkühlen und Verdichten durch Hämmern. Neutronenbeugungs- und Gefügeuntersuchungen zeigen zugleich, dass an der Klinge keine gezielte mechanische Härtung nachweisbar ist. Für die Ausbildung ist diese Unterscheidung zentral: Formkorrektur und Oberflächenbearbeitung sind nicht automatisch dasselbe wie eine systematische Kaltverfestigung der Schneide.
Kupfer lässt sich plastisch verformen. Bei Kaltumformung steigt seine Festigkeit, während die weitere Verformbarkeit sinkt. Durch Rekristallisationsglühen kann es wieder weicher und duktiler werden. Eine Kupferklinge wird jedoch nicht wie härtbarer Stahl durch Austenitisieren, Abschrecken und Anlassen behandelt. Verschiedene Metalle verlangen verschiedene Prozesslogiken.
Gebrauchsspuren belegen, dass Ötzis Axt wiederholt eingesetzt und nachgeschärft wurde. Eine brauchbare Schneide entsteht daher nicht nur bei der Herstellung, sondern wird durch Wartung, Nachschärfen und kontrollierten Materialabtrag erhalten.
Schäftung als Verbundtechnik
Die Schäftung verbindet Werkstoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der Holmschlitz positioniert die Klinge, Birkenpech gleicht Zwischenräume aus und unterstützt die Fixierung, während die Lederwicklung die Verbindung mechanisch sichert. Eine gute Schäftung muss Schlagenergie übertragen, darf das Holz nicht unnötig spalten und muss bei wechselnder Feuchte möglichst stabil bleiben. Aus moderner Sicht handelt es sich um ein hybrides Fügesystem aus Formschluss, Stoffschluss und Kraftschluss.
Werkstoffkunde für die Ausbildung
| Merkmal | Nahezu reines Kupfer | Härtbarer Kohlenstoffstahl | Bedeutung für die Praxis |
|---|---|---|---|
| Grundverhalten | weich, duktil und sehr gut verformbar | je nach Kohlenstoffgehalt und Zustand deutlich härter | Werkstoffwahl bestimmt Werkzeugleistung |
| Festigkeitssteigerung | vor allem durch Kaltverfestigung | unter anderem durch martensitisches Härten | Verfahren dürfen nicht unkritisch übertragen werden |
| Wärmebehandlung | Glühen kann Kaltverfestigung abbauen | Härten und Anlassen können Gefüge und Eigenschaften gezielt verändern | Temperaturführung verfolgt unterschiedliche Ziele |
| Schneidenhaltigkeit | begrenzt, häufigeres Nachschärfen nötig | bei geeigneter Wärmebehandlung deutlich höher | Wartungsintervalle unterscheiden sich |
| Korrosion | Oxid- und Patinabildung | Rostbildung ohne Schutz möglich | Befundoberflächen müssen fachgerecht bewertet werden |
Die Klinge enthält neben Kupfer geringe natürliche Begleitelemente. In einer Mikroprobe wurden unter anderem ungefähr 0,4 Massenprozent Arsen und 0,1 Massenprozent Silber gemessen. Diese Spuren dürfen nicht vorschnell als absichtlich eingestellte Legierung verstanden werden. Die Axt ist insbesondere keine Zinnbronze.[3]
Archäometallurgie und Herkunftsnachweis
Untersuchungsmethoden
| Methode | Untersuchte Information | Aussage am Beispiel der Axt |
|---|---|---|
| Radiokarbondatierung | Alter organischer Bestandteile | zeitliche Einordnung des Holzholms |
| Typologie | Formvergleich mit anderen Beilen | Einordnung in eine Gruppe schwach gerandeter Beile |
| Metallografie | Gefüge, Einschlüsse und Erstarrungsmerkmale | Hinweise auf Guss und fehlende gezielte mechanische Härtung |
| Neutronenbeugung | kristallografische Textur zerstörungsarm | Rückschluss auf Herstellung und Verformung |
| Rasterelektronenmikroskopie mit EDS | Mikrostruktur und lokale Elementverteilung | Nachweis von Cuprit und Spurenelement-Anreicherungen |
| ICP-MS und Bleiisotopenanalyse | Spurenelemente und Isotopenverhältnisse | Vergleich mit geologischen Erzlagerstätten |
Für die Isotopenanalyse wurden nur wenige Milligramm Metall aus einem bereits vorhandenen Riss entnommen. Die Bleiisotopenverhältnisse und die Spurenelementzusammensetzung passen am besten zu Kupfererzen aus der südlichen Toskana, insbesondere dem Raum der Colline Metallifere. Das ist ein starkes Indiz für die Rohstoffherkunft. Es beweist jedoch weder, dass Ötzi selbst dort war, noch ob das Erz, das Rohkupfer oder bereits die fertige Klinge über größere Distanz transportiert wurde.[3]
Befund, Deutung und Hypothese
| Aussage | Erkenntnisstatus |
|---|---|
| Die Klinge besteht aus nahezu reinem Kupfer. | naturwissenschaftlich untersucht |
| Der Holm besteht aus Eibenholz und die Befestigung nutzt Birkenpech und Leder. | am Original beobachtet |
| Das Kupfer stammt sehr wahrscheinlich aus der südlichen Toskana. | durch Isotopen- und Spurenelementvergleich stark gestützt |
| Die Axt wurde gebraucht und nachgeschärft. | durch Gebrauchsspuren gestützt |
| Die Axt war auch ein Statussymbol. | plausible archäologische Deutung |
| Ötzi war selbst Schmied oder Metallurge. | nicht belegt |
| Ötzi reiste persönlich bis in die Toskana. | nicht belegt |
Funktion und gesellschaftliche Bedeutung
Die Axt konnte Holz bearbeiten und Bäume fällen. Aufgrund ihrer Form war sie grundsätzlich auch als Nahkampfwaffe einsetzbar. Gleichzeitig war Kupfer in Ötzis Zeit selten und sozial bedeutsam. Werkzeug, Waffe und Statusobjekt schließen einander daher nicht aus. Die Deutung muss trotzdem vorsichtig bleiben: Aus dem Besitz eines hochwertigen Geräts folgt weder automatisch eine Führungsrolle noch eine bestimmte berufliche Identität.
Dass die wertvolle Axt am Fundort blieb, wirft Fragen zum Ablauf von Ötzis letzten Stunden auf. Diese Frage ist archäologisch interessant, liefert aber keinen sicheren Beweis für die Absichten anderer Personen.

Rekonstruktionen veranschaulichen, bleiben aber wissenschaftlich begründete Modelle und keine Fotografien der Vergangenheit.
Beruflicher Transfer und Arbeitssicherheit
Für die heutige Ausbildung zeigt die Kupferaxt, dass ein Werkzeug als Gesamtsystem beurteilt werden muss. Eine hochwertige Klinge versagt, wenn Schäftung, Faserverlauf oder Bindung ungeeignet sind. Umgekehrt kann ein durchdachter Verbund aus mehreren Werkstoffen die jeweiligen Materialeigenschaften gezielt nutzen.
Bei praktischen Rekonstruktionen gelten heutige Regeln des Arbeits-, Brand- und Gesundheitsschutzes. Erzverhüttung, offene Feuerung, Holzkohlegase, heiße Schmelzen und unbekannte Erzbegleiter bergen erhebliche Gefahren. Solche Versuche gehören ausschließlich in fachlich geleitete Werkstätten mit Gefährdungsbeurteilung, geeigneter Absaugung, persönlicher Schutzausrüstung und zugelassenen Anlagen. Für Lernaufgaben reichen kalte Modelle, dokumentierte Demonstrationen oder professionelle Versuchsdaten aus.
Fachbegriffe
| Fachbegriff | Bedeutung |
|---|---|
| Archäometallurgie | Untersuchung früher Metallgewinnung, Metallverarbeitung und Metallverteilung |
| Verhüttung | Gewinnung eines Metalls aus Erz |
| Schmelzen | Überführen eines bereits metallischen Werkstoffs in den flüssigen Zustand |
| Guss | Einbringen einer Metallschmelze in eine Form |
| Kaltverfestigung | Festigkeitszunahme durch plastische Verformung unterhalb der Rekristallisationstemperatur |
| Rekristallisationsglühen | Wärmebehandlung zum Abbau der Kaltverfestigung und zur Neubildung verformungsarmer Körner |
| Knieholm | gekrümmter Holzschaft zur Aufnahme einer quer wirkenden Klinge |
| Schäftung | Verbindung einer Klinge oder Spitze mit einem Schaft |
| Birkenpech | durch thermische Umwandlung von Birkenrinde erzeugter prähistorischer Kleb- und Dichtstoff |
| Bleiisotopenanalyse | Herkunftsvergleich anhand charakteristischer Verhältnisse stabiler Bleiisotope |
Quellen und Vertiefung
- ↑ South Tyrol Museum of Archaeology: The Iceman, abgerufen am 1. August 2026.
- ↑ South Tyrol Museum of Archaeology: Equipment – Copper axe, abgerufen am 1. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Gilberto Artioli u. a.: Long-distance connections in the Copper Age: New evidence from the Alpine Iceman’s copper axe. PLOS ONE 12, 2017.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Aus welchem Hauptwerkstoff besteht Ötzis Beilklinge? (Nahezu reines Kupfer) (!Zinnbronze) (!Gusseisen) (!Kohlenstoffstahl)
Welches Holz wurde für den Knieholm verwendet? (Eibenholz) (!Buchenholz) (!Fichtenholz) (!Eichenholz)
Welche Stoffe sichern die Klinge zusätzlich im Holm? (Birkenpech und Lederstreifen) (!Leim und Eisennägel) (!Harz und Kupferdraht) (!Wachs und Hanfseil)
Was bedeutet Verhüttung? (Gewinnung eines Metalls aus Erz) (!Polieren einer fertigen Klinge) (!Einsetzen einer Klinge in Holz) (!Abkühlen einer Metallschmelze)
Aus welcher Region stammt das Kupfer der Klinge sehr wahrscheinlich? (Südliche Toskana) (!Britische Inseln) (!Skandinavien) (!Nordafrika)
Welche Methode war für den Herkunftsvergleich besonders wichtig? (Bleiisotopenanalyse) (!Magnetpulverprüfung) (!Ultraschallreinigung) (!Funkenprobe)
Welche Aussage zur Klingenhärtung wird durch die Untersuchungen gestützt? (Eine gezielte mechanische Härtung ist nicht nachweisbar) (!Die Klinge wurde martensitisch gehärtet) (!Die Klinge wurde einsatzgehärtet) (!Die Klinge wurde nitriert)
Was geschieht bei der Kaltverfestigung von Kupfer? (Festigkeit steigt und Verformbarkeit sinkt) (!Kupfer wird zu Bronze) (!Der Schmelzpunkt halbiert sich) (!Das Metall wird magnetisch)
Was zeigen Gebrauchsspuren an der Schneide? (Die Axt wurde benutzt und nachgeschärft) (!Die Axt war nur ein Schmuckstück) (!Die Klinge blieb unvollendet) (!Die Klinge bestand ursprünglich aus Stein)
Welche Aussage über Ötzis Beruf ist fachlich korrekt? (Es ist nicht belegt dass Ötzi selbst Schmied war) (!Ötzi war nachweislich Kupfergießer) (!Ötzi leitete sicher eine Erzmine) (!Ötzi erfand die zweiteilige Gussform)
Memory
| Knieholm | gekrümmter Schaft aus Eibenholz |
| Birkenpech | prähistorischer Kleb- und Dichtstoff |
| Verhüttung | Metallgewinnung aus Erz |
| Kaltverfestigung | Festigkeitssteigerung durch plastische Verformung |
| Metallografie | Untersuchung des Metallgefüges |
| Bleiisotopenanalyse | geochemischer Herkunftsvergleich |
| Cuprit | Kupferoxid als Gefügebestandteil |
| Schäftung | Verbindung von Klinge und Holm |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Erzaufbereitung | Gestein sortieren und zerkleinern |
| Verhüttung | Metall aus einer Erzverbindung gewinnen |
| Gießen | flüssiges Kupfer in eine Form einbringen |
| Nachbearbeitung | Gussoberfläche korrigieren und Schneide schärfen |
| Schäftung | Klinge mit Knieholm und Bindung verbinden |
Kreuzworträtsel
| Chalkolithikum | Wie heißt die Kupfersteinzeit mit einem Fachwort? |
| Eibenholz | Aus welchem Holz besteht Ötzis Knieholm? |
| Birkenpech | Welcher prähistorische Klebstoff fixiert die Klinge? |
| Kupfererz | Welcher Rohstoff wird bei der Verhüttung verarbeitet? |
| Metallografie | Wie heißt die Untersuchung eines Metallgefüges? |
| Isotopenanalyse | Welche Analyse unterstützt den Herkunftsnachweis? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bauteilzeichnung: Zeichne die Axt als technische Skizze und beschrifte Klinge, Schneide, Knieholm, Schäftung, Birkenpech und Lederwicklung.
- Fachwortkarten: Erstelle Karten zu zehn Fachbegriffen und formuliere jeweils eine verständliche Definition sowie ein Anwendungsbeispiel.
- Werkstoffvergleich: Vergleiche Kupfer, Eibenholz, Birkenpech und Leder nach Funktion, Vorteil und möglichem Versagensrisiko.
- Medienanalyse: Wähle ein Bild des Lernkurses und erkläre, was es sicher zeigt und welche Aussagen daraus nicht abgeleitet werden dürfen.
Standard
- Prozesskette: Erstelle ein Flussdiagramm vom Kupfererz bis zur geschäfteten und geschärften Axt. Markiere gesicherte und rekonstruierte Schritte unterschiedlich.
- Kaltverfestigung: Plane einen ungefährlichen Modellversuch mit Kupferdraht oder Kupferblech, der Verformung und zunehmenden Widerstand dokumentiert. Führe ihn nur nach Freigabe durch.
- Schäftungsmodell: Baue aus stumpfen Ersatzmaterialien ein Funktionsmodell und begründe, wo Formschluss, Stoffschluss und Kraftschluss wirken.
- Quellenkritik: Vergleiche die Darstellung des Museums mit der PLOS-Studie. Arbeite heraus, wie populäre Vermittlung und Fachpublikation unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Schwer
- Experimentelle Archäologie: Entwickle einen Versuchsplan zur Herstellung einer ungefährlichen Klingenreplik. Beschreibe Ziel, Variablen, Messwerte, Risiken und Abbruchkriterien, ohne selbst Erz zu verhütten.
- Isotopenargumentation: Erstelle eine Beweiskette, die vom Messwert zur Herkunftshypothese führt, und benenne alternative Erklärungen sowie Grenzen der Aussage.
- Konservierungskonzept: Entwirf ein Konzept für die Ausstellung einer Replik aus Kupfer, Holz, Leder und Klebstoff. Berücksichtige Klima, Licht, Berührung und Dokumentation.
- Ausbildungsvideo: Produziere ein fünfminütiges Lehrvideo, das den Unterschied zwischen Verhütten, Schmelzen, Gießen, Schmieden und Schäftung fachsprachlich korrekt erklärt.


Lernkontrolle
- Fehleranalyse einer Rekonstruktion: Eine Replik besitzt eine harte Stahlklinge, einen geraden Fichtenstiel und eine Nagelverbindung. Analysiere, warum sie Ötzis Axt nur unzureichend repräsentiert, und schlage fachgerechtere Lösungen vor.
- Werkstofftransfer: Erkläre, weshalb das Härten eines Kohlenstoffstahls nicht als direkte Anleitung für die Behandlung einer nahezu reinen Kupferklinge dienen kann.
- Prozessstörung: In einem Gussstück treten Hohlräume und Risse am Klingenansatz auf. Entwickle mögliche Ursachen entlang der Prozesskette und ordne passende Prüfmethoden zu.
- Herkunftsdeutung: Bewerte die Aussage: Das Kupfer stammt aus der Toskana, also muss Ötzi persönlich dort gewesen sein. Formuliere eine wissenschaftlich angemessene Alternative.
- Qualitätssicherung: Entwirf einen Prüfplan für eine museale Axtreplik. Berücksichtige Maße, Werkstoffe, Oberflächen, Schäftung, Sicherheit und Dokumentation.
- Befund und Hypothese: Ordne fünf eigene Aussagen zur Axt den Kategorien Beobachtung, Messbefund, Interpretation und Spekulation zu und begründe jede Zuordnung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du
- die Axt fachsprachlich als mehrteiliges Verbundwerkzeug beschreibst.
- die Prozesskette von Erzaufbereitung, Verhüttung, Guss, Nachbearbeitung und Schäftung erklärst.
- Kaltverfestigung und Glühen bei Kupfer von der Wärmebehandlung härtbarer Stähle abgrenzt.
- mindestens drei archäometrische Methoden mit ihrer jeweiligen Aussage nennst.
- die Herkunft des Kupfers begründet darstellst, ohne den Befund zu überdehnen.
- zwischen gesicherten Erkenntnissen, plausiblen Deutungen und unbelegten Behauptungen unterscheidest.
- Arbeitsschutz und Denkmalschutz bei Rekonstruktion und Untersuchung berücksichtigst.
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