Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg


Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg
Einleitung
Die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg ist eine leistungsorientierte Schulart, in der Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Begabungen, Interessen und Lernvoraussetzungen gemeinsam lernen. Dabei soll nicht jede Person zur gleichen Zeit dasselbe auf dieselbe Weise bearbeiten. Stattdessen verbindet die Gemeinschaftsschule gemeinsames Lernen, individuelle Förderung, selbstständige Lernphasen, kooperative Aufgaben und regelmäßige Beratung.
Dieser aiMOOC richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und alle, die das baden-württembergische Schulsystem besser verstehen möchten. Du lernst, wie die Gemeinschaftsschule aufgebaut ist, welche Abschlüsse möglich sind, wie die drei Niveaustufen funktionieren und welche Bedeutung Lerncoaching, Ganztag, Berufsorientierung und Inklusion besitzen.

Das Gebäude einer Gemeinschaftsschule ist nur der äußere Rahmen. Entscheidend ist das pädagogische Konzept: Lernende arbeiten zeitweise gemeinsam, zeitweise in Gruppen und zeitweise selbstständig an Aufgaben, die zu ihrem Lernstand passen.
Die Gemeinschaftsschule als Schulart
In Baden-Württemberg gibt es die Gemeinschaftsschule seit dem Schuljahr 2012/2013. Das Kultusministerium nennt mehr als 300 öffentliche Gemeinschaftsschulen; daneben bestehen Schulen in privater Trägerschaft. Im Mittelpunkt steht die Sekundarstufe I mit den Klassenstufen 5 bis 10. Manche Standorte sind mit einer Grundschule verbunden, einige verfügen außerdem über eine eigene gymnasiale Oberstufe.
Der Begriff Gemeinschaftsschule wird in den deutschen Bundesländern nicht überall gleich verwendet. In diesem Kurs ist ausschließlich die Schulart in Baden-Württemberg gemeint. Sie ist nicht einfach eine andere Bezeichnung für jede Form von Gesamtschule, sondern besitzt landesspezifische Regeln, Bildungspläne und Abschlusswege.
Leitidee: Verschiedenheit als Ausgangspunkt
Eine Lerngruppe ist heterogen, wenn ihre Mitglieder unterschiedliche Stärken, Vorkenntnisse, Lerngeschwindigkeiten, Interessen oder Unterstützungsbedarfe besitzen. Die Gemeinschaftsschule versucht, diese Unterschiede nicht durch eine frühe Aufteilung auf verschiedene Schularten zu beantworten. Stattdessen lernen die Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam.
Gemeinsames Lernen bedeutet jedoch nicht, dass alle identische Aufgaben erhalten. In einem Fach kann ein Lernender auf grundlegendem Niveau arbeiten, während er in einem anderen Fach Aufgaben des mittleren oder erweiterten Niveaus bearbeitet. Dadurch soll die Förderung genauer an den tatsächlichen fachlichen Lernstand anknüpfen.

Kooperative Lernformen können fachliches Lernen und soziale Kompetenzen verbinden. Sie funktionieren besonders gut, wenn Rollen, Ziele, Zeitrahmen und Verantwortlichkeiten klar vereinbart sind.
Die drei Niveaustufen
Der Bildungsplan der Gemeinschaftsschule unterscheidet drei Anforderungsniveaus. Die Buchstaben bezeichnen keine festen Schülergruppen, sondern fachbezogene Lernanforderungen.
- Grundlegendes Niveau G: Es orientiert sich am Weg zum Hauptschulabschluss.
- Mittleres Niveau M: Es orientiert sich am Weg zum Realschulabschluss.
- Erweitertes Niveau E: Es entspricht gymnasialen Anforderungen und bereitet auf den Übergang in eine gymnasiale Oberstufe und damit auf das Abitur vor.
Bis zum Abschlussjahr können die Niveaustufen grundsätzlich fachbezogen gewechselt werden. Im Abschlussjahr lernen die Schülerinnen und Schüler in allen Fächern auf dem einheitlichen Niveau des angestrebten Abschlusses. Die Entscheidung über den Abschlussweg wird damit später getroffen als in einem früh gegliederten Schulsystem.
Warum fachbezogene Niveaus wichtig sind
Leistungen entwickeln sich nicht in allen Fächern gleich. Eine Schülerin kann beispielsweise in Mathematik Aufgaben des erweiterten Niveaus bearbeiten, in einer Fremdsprache aber Unterstützung auf mittlerem Niveau benötigen. Die Zuordnung zu einem Niveau beschreibt deshalb einen aktuellen Lernweg und nicht den Wert oder die gesamte Begabung einer Person.
Ein Niveauwechsel sollte auf nachvollziehbaren Lernbeobachtungen beruhen. Dazu gehören Arbeitsergebnisse, Kompetenznachweise, Lernfortschritte, Beratungsgespräche und die Fähigkeit, Aufgaben zunehmend selbstständig zu bearbeiten.
Lernen und Unterricht
Die Gemeinschaftsschule verbindet mehrere Unterrichtsformen. Lehrkräfte werden teilweise als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter bezeichnet, weil sie nicht nur Inhalte erklären, sondern Lernprozesse planen, beobachten und unterstützen.
Inputphasen
Ein Input ist eine von der Lehrkraft angeleitete Phase. Dabei kann ein neues Thema eingeführt, eine Methode erklärt, ein Versuch vorgeführt oder ein gemeinsamer Zusammenhang erarbeitet werden. Ein Input kann sich an die ganze Lerngruppe oder nur an einen Teil der Lernenden richten.
Selbstorganisiertes Lernen
In selbstständigen Lernphasen planst Du Arbeitsschritte, wählst geeignete Materialien, überprüfst Ergebnisse und dokumentierst Deinen Lernfortschritt. Selbstorganisation bedeutet nicht, dass Du ohne Hilfe bleibst. Aufgaben, Lernziele, Zeitrahmen und Unterstützung müssen klar sein.
Ein Lernatelier ist ein Raum oder ein abgegrenzter Arbeitsbereich für konzentrierte Einzelarbeit. Dort können Lernmaterialien, Nachschlagewerke und digitale Werkzeuge bereitstehen.
Kooperatives Lernen
Beim kooperativen Lernen bearbeitest Du Aufgaben mit anderen. Die Gruppe soll nicht bloß Ergebnisse aufteilen, sondern gemeinsam denken, erklären, prüfen und verbessern. Dabei trainierst Du neben Fachwissen auch Kommunikation, Verlässlichkeit, Perspektivwechsel und Konfliktlösung.
Lerncoaching
Jeder Schülerin und jedem Schüler ist ein Lerncoach zugeordnet. In regelmäßigen Gesprächen werden Lernentwicklung, Arbeitsverhalten, Ziele und nächste Schritte besprochen. Ein gutes Coaching gibt nicht einfach Lösungen vor. Es hilft Dir, Dein Lernen zu verstehen und zunehmend selbst Verantwortung zu übernehmen.
Mögliche Leitfragen eines Coachinggesprächs sind: Was ist Dir seit dem letzten Gespräch gelungen? Wo bist Du noch unsicher? Welche Strategie hat funktioniert? Welches überprüfbare Ziel setzt Du Dir bis zum nächsten Termin?
Lerntagebuch und Lernentwicklungsbericht
Viele Gemeinschaftsschulen nutzen ein Lerntagebuch. Darin können Ziele, Aufgaben, Arbeitszeiten, Rückmeldungen und Reflexionen dokumentiert werden. Das Lerntagebuch ist sinnvoll, wenn es nicht nur als Pflichtformular ausgefüllt wird, sondern tatsächlich bei Planung und Beratung hilft.
Anstelle eines klassischen Zeugnisses mit ausschließlich zusammengefassten Noten erhalten Lernende in der Regel einen ausführlichen Lernentwicklungsbericht. Er beschreibt den Leistungsstand und die Entwicklung in den einzelnen Fächern. Auf Wunsch der Eltern kann er durch Noten ergänzt werden. Abschlussprüfungen und erforderliche Übergangsentscheidungen folgen den dafür geltenden Bewertungsregeln.
Ganztag und Rhythmisierung
In den Klassenstufen 5 bis 10 ist die Gemeinschaftsschule eine verbindliche Ganztagsschule. Die Schülerinnen und Schüler verbringen an drei oder vier Tagen jeweils acht Zeitstunden in der Schule.
Rhythmisierung bedeutet, dass der Schultag nicht nur aus einer langen Folge gleichartiger Unterrichtsstunden besteht. Angeleitete Lernphasen, selbstständiges Arbeiten, Gruppenarbeit, Bewegung, Pausen, Mittagessen sowie sportliche oder kulturelle Angebote wechseln sich ab. Lern- und Übungszeiten liegen überwiegend in der Schule.
Ein guter Ganztag benötigt mehr als einen langen Stundenplan. Er braucht geeignete Räume, Erholungsmöglichkeiten, verlässliche Betreuung, sinnvolle Zeitstrukturen und Kooperationen mit außerschulischen Partnern wie Vereinen, Jugendhilfe, Kirchen, Verbänden oder kulturellen Einrichtungen.

Das Bild zeigt ein Beispiel dafür, wie Schule mit praktischen Lernorten und außerschulischen Partnern verbunden werden kann.
Abschlüsse und Bildungswege
An Gemeinschaftsschulen werden dieselben Abschlussprüfungen durchgeführt wie an den anderen allgemein bildenden Schulen des Landes.
- Der Hauptschulabschluss kann am Ende der Klassenstufe 9 oder 10 erworben werden.
- Der Realschulabschluss wird am Ende der Klassenstufe 10 erworben.
- Der Weg zum Abitur führt über eine gymnasiale Oberstufe. Eine Gemeinschaftsschule kann eine eigene Oberstufe besitzen oder mit anderen Schulen kooperieren. Übergänge sind auch an ein allgemein bildendes oder berufliches Gymnasium möglich.
Eine eigene Oberstufe der Gemeinschaftsschule umfasst die Klassenstufen 11 bis 13. Dort werden dieselben Abiturprüfungen wie an allgemein bildenden Gymnasien durchgeführt. Nicht jede Gemeinschaftsschule besitzt eine eigene Oberstufe. Deshalb sind Informationen über Kooperationen und Anschlussmöglichkeiten bei der Schulwahl wichtig.
Schullaufbahnentscheidung
Die Entscheidung über den angestrebten Abschluss wird durch Beratung vorbereitet. Lernentwicklungsberichte, Lernfortschritte, Arbeitsverhalten, dokumentierte Beobachtungen sowie Berufs- und Studienorientierung werden einbezogen. Die Erziehungsberechtigten treffen die abschließende Entscheidung im vorgesehenen Verfahren.
Die späte Entscheidung soll Entwicklungsmöglichkeiten offenhalten. Sie verlangt zugleich, dass Lernstände verständlich dokumentiert und Anschlusswege rechtzeitig besprochen werden.
Fächer, Sprachen und Profile
Alle Schülerinnen und Schüler lernen ab Klasse 5 Englisch. Seit dem Schuljahr 2025/2026 beginnen die Wahlpflichtfächer einheitlich in Klasse 6. Zur Wahl stehen Technik, Alltagskultur, Ernährung, Soziales und Französisch. Französisch ist die mögliche zweite Fremdsprache.
Ab Klasse 8 wählen die Lernenden ein Profilfach. Alle Gemeinschaftsschulen bieten Naturwissenschaft und Technik an. Zusätzlich wird je nach Schule ein künstlerisches oder sportliches Profil angeboten. Bei ausreichender Nachfrage kann Spanisch als dritte Fremdsprache gewählt werden, wenn zuvor Französisch belegt wurde.
Für das Schuljahr 2027/2028 ist vorgesehen, das Profilfach Naturwissenschaft und Technik um Elemente der Informatik zu erweitern und in Naturwissenschaft, Informatik und Technik umzubenennen. Da Schulprofile unterschiedlich sind, solltest Du die konkreten Angebote eines Standorts immer aktuell prüfen.
Berufs- und Studienorientierung
Die Berufsorientierung ist ein durchgängiger Bestandteil der Gemeinschaftsschule. In Klasse 8 unterstützt die Kompetenzanalyse Profil AC dabei, Interessen, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen. Praktika, Betriebserkundungen, Bewerbungstrainings, Beratung und Projekte können die Verbindung zwischen Schule und Arbeitswelt vertiefen.
Berufsorientierung bedeutet nicht, Lernende früh auf einen einzigen Beruf festzulegen. Sie soll dazu befähigen, Informationen zu prüfen, eigene Stärken realistisch einzuschätzen, Alternativen zu vergleichen und begründete Entscheidungen zu treffen.
Inklusion und Teilhabe
Gemeinschaftsschulen können Orte inklusiven Lernens sein. Dabei lernen Schülerinnen und Schüler mit und ohne festgestellten Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot gemeinsam. Für gelingende Inklusion sind passende Lernangebote, barrierearme Räume, multiprofessionelle Zusammenarbeit und eine respektvolle Schulkultur wichtig.
Teilhabe betrifft nicht nur Behinderung. Auch Sprache, soziale Herkunft, Geschlecht, Religion, individuelle Lernerfahrungen und psychische Belastungen können den Schulalltag beeinflussen. Eine gerechte Schule behandelt deshalb nicht alle Menschen identisch, sondern schafft faire Zugänge zu Lernen, Beratung und Mitwirkung.
Chancen und Herausforderungen
Die Gemeinschaftsschule eröffnet die Chance, Bildungswege länger offenzuhalten und fachliche Entwicklung differenziert zu betrachten. Lerncoaching, kooperative Lernformen und ausführliche Rückmeldungen können Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme fördern.
Das Konzept stellt zugleich hohe Anforderungen an Organisation und Unterrichtsqualität. Unterschiedliche Niveaus müssen fachlich anspruchsvoll geplant werden. Selbstständige Lernzeiten benötigen klare Strukturen. Rückmeldungen müssen verständlich und regelmäßig sein. Der Ganztag braucht Erholungsräume und abwechslungsreiche Angebote. Außerdem können sich Gemeinschaftsschulen in Profil, Ausstattung, Größe und Kooperationen deutlich unterscheiden.
Eine sachliche Beurteilung sollte deshalb weder nur auf Werbeaussagen noch nur auf Vorurteilen beruhen. Entscheidend ist, wie das pädagogische Konzept am jeweiligen Standort umgesetzt wird.

Eine Gemeinschaftsschule beurteilen
Bei einem Schulbesuch oder Informationsabend kannst Du gezielt beobachten und nachfragen.
- Lernorganisation: Wie wechseln Input, Einzelarbeit und Kooperation?
- Differenzierung: Wie unterscheiden sich Aufgaben auf den Niveaus G, M und E?
- Feedback: Wie oft finden Coachinggespräche statt und wie werden Lernfortschritte dokumentiert?
- Ganztag: Wie sind Mittagspause, Bewegung, Rückzug und Arbeitszeiten gestaltet?
- Abschlüsse: Welche Abschlusswege und Oberstufenkooperationen bestehen?
- Schulprofil: Welche Wahlpflichtfächer, Profilfächer, Projekte und Partner gibt es?
- Schulkultur: Wie werden Mitbestimmung, Konfliktlösung, Inklusion und respektvoller Umgang gelebt?
Quellen und Vertiefung
- Gemeinschaftsschule – Ministerium für Kultus Baden-Württemberg
- Allgemeine Informationen zur Gemeinschaftsschule
- Sekundarstufe I
- Ganztag
- Fremdsprachen
- Gemeinschaftsschule bei Wikipedia
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet das Grundprinzip der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg? (Gemeinsames Lernen mit individueller Förderung) (!Frühe dauerhafte Trennung nach Leistung) (!Unterricht ausschließlich ohne Lehrkräfte) (!Ein einheitlicher Abschluss für alle)
Welche drei Niveaustufen werden angeboten? (G M und E) (!A B und C) (!Basis Aufbau und Studium) (!H R und O)
Zu welchem Abschluss führt das grundlegende Niveau G? (Hauptschulabschluss) (!Realschulabschluss) (!Abitur) (!Fachhochschulreife)
Zu welchem Abschluss führt das mittlere Niveau M? (Realschulabschluss) (!Hauptschulabschluss) (!Abitur nach Klasse 9) (!Berufsabschluss)
Welche Funktion hat das erweiterte Niveau E? (Es bereitet auf den Weg zum Abitur vor) (!Es ersetzt jede Abschlussprüfung) (!Es führt ausschließlich in eine Ausbildung) (!Es beginnt erst nach Klasse 10)
In welchen Klassenstufen ist die Gemeinschaftsschule verbindliche Ganztagsschule? (In den Klassenstufen 5 bis 10) (!Nur in Klasse 5) (!Nur in den Abschlussklassen) (!Ausschließlich in der Oberstufe)
Was ist eine zentrale Aufgabe des Lerncoachs? (Die individuelle Lernentwicklung regelmäßig beraten) (!Alle Hausaufgaben für die Lernenden lösen) (!Den Schulabschluss allein festlegen) (!Nur die Pausenaufsicht übernehmen)
Welche Fremdsprache lernen alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5? (Englisch) (!Französisch) (!Spanisch) (!Latein)
Ab welcher Klassenstufe beginnen die Wahlpflichtfächer einheitlich? (Ab Klasse 6) (!Ab Klasse 4) (!Ab Klasse 8) (!Ab Klasse 10)
Was ist ein Lernentwicklungsbericht? (Eine ausführliche Rückmeldung zum Leistungsstand und Lernfortschritt) (!Ein reiner Anwesenheitsnachweis) (!Ein Vertrag über den Schulbesuch) (!Eine Liste außerschulischer Hobbys)
Memory
| Niveau G | Hauptschulabschluss |
| Niveau M | Realschulabschluss |
| Niveau E | Weg zum Abitur |
| Lerncoach | Regelmäßige Beratung |
| Lernatelier | Selbstständiger Arbeitsbereich |
| Lernentwicklungsbericht | Ausführliche Leistungsrückmeldung |
| Rhythmisierung | Wechsel von Lern- und Erholungsphasen |
| Profil AC | Berufliche Orientierung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Input | Von einer Lehrkraft angeleitete Lernphase |
| Kooperation | Gemeinsames Bearbeiten einer Aufgabe |
| Selbstorganisation | Eigenständiges Planen und Überprüfen des Lernens |
| Ganztag | Verbindlicher Schultag mit Lern- und Erholungsphasen |
| Coaching | Beratung zu Zielen und Lernentwicklung |
| Profilfach | Fach zur individuellen Schwerpunktsetzung |
| Abschlussprüfung | Landesweit geregelter Leistungsnachweis am Ende eines Bildungsgangs |
Kreuzworträtsel
| Coaching | Wie heißt die regelmäßige individuelle Lernberatung? |
| Ganztag | Welche Organisationsform ist in den Klassen fünf bis zehn verbindlich? |
| Lernatelier | Wie heißt ein Bereich für konzentrierte selbstständige Lernphasen? |
| Rhythmisierung | Wie nennt man den Wechsel von Arbeits-, Bewegungs- und Erholungsphasen? |
| Profilfach | Welches Fach dient ab Klasse acht der Schwerpunktsetzung? |
| Heterogenität | Wie heißt die Verschiedenheit innerhalb einer Lerngruppe? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte Gemeinschaftsschule: Gestalte eine Karte mit den Begriffen Niveau G, Niveau M, Niveau E, Lerncoach, Ganztag und Lernentwicklungsbericht.
- Mein idealer Lerntag: Zeichne einen rhythmisierten Schultag mit Input, Einzelarbeit, Kooperation, Pause, Bewegung und Mittagessen.
- Erklärplakat Niveaustufen: Stelle die drei Niveaustufen und ihre Abschlusswege übersichtlich dar.
- Interviewfragen: Formuliere acht Fragen, die Du einer Schülerin oder einem Schüler einer Gemeinschaftsschule stellen würdest.
Standard
- Schulvergleich: Vergleiche Gemeinschaftsschule, Realschule und Gymnasium anhand selbst gewählter Kriterien, ohne eine Schulart pauschal als besser darzustellen.
- Coachinggespräch: Entwickelt zu zweit ein realistisches Gespräch zwischen einem Lerncoach und einer Schülerin oder einem Schüler.
- Standortanalyse: Untersuche die Website einer Gemeinschaftsschule in Deiner Region und prüfe Profilfächer, Ganztagsangebote und Abschlusswege.
- Erklärvideo Gemeinschaftsschule: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Video, das das Lernkonzept verständlich und ausgewogen erklärt.
Schwer
- Unterrichtsdesign Differenzierung: Entwickle eine Unterrichtsaufgabe mit Varianten für grundlegendes, mittleres und erweitertes Niveau.
- Ganztagskonzept: Entwirf einen vollständigen rhythmisierten Schultag und begründe jede Phase pädagogisch.
- Bildungsgerechtigkeit: Untersuche, inwiefern längeres gemeinsames Lernen zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen kann und wo Grenzen liegen.
- Schulentwicklungsprojekt: Plane eine Befragung von Lernenden, Eltern und Lehrkräften zur Qualität von Lerncoaching und selbstständigen Lernzeiten.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Niveauwechsel: Eine Schülerin arbeitet in Deutsch auf mittlerem und in Mathematik auf erweitertem Niveau. Erkläre, warum diese Kombination zum Konzept der Gemeinschaftsschule passt, und entwickle sinnvolle Beratungsschritte.
- Ganztag bewerten: Prüfe einen beispielhaften Stundenplan darauf, ob er tatsächlich rhythmisiert ist. Begründe Verbesserungen für Konzentration, Bewegung und Erholung.
- Coaching beurteilen: Vergleiche ein kontrollierendes Gespräch mit einem lernförderlichen Coachinggespräch. Leite Qualitätsmerkmale ab.
- Abschlussweg planen: Entwickle für einen fiktiven Schüler zwei realistische Wege von Klasse 8 zu einem späteren Abitur und benenne notwendige Entscheidungen.
- Differenzierung prüfen: Analysiere drei Aufgabenvarianten und entscheide, ob sie unterschiedliche Niveaus fachlich sinnvoll abbilden oder nur verschieden lang sind.
- Schulwahl begründen: Erstelle für eine fiktive Familie eine begründete Entscheidungshilfe, die Lernbedürfnisse, Ganztag, Schulprofil, Schulweg und Abschlussmöglichkeiten berücksichtigt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- das pädagogische Grundprinzip der Gemeinschaftsschule verständlich erklären kannst,
- die Niveaustufen G, M und E den Abschlusswegen korrekt zuordnest,
- die Funktionen von Input, selbstorganisiertem Lernen, Kooperation und Coaching unterscheidest,
- den Ganztag nicht nur als Zeitdauer, sondern als rhythmisiertes pädagogisches Konzept beschreibst,
- mögliche Wege zu Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Abitur nachvollziehbar darstellst,
- Chancen und Herausforderungen des gemeinsamen Lernens ausgewogen beurteilst,
- Informationen über einen konkreten Schulstandort recherchierst und kritisch prüfst,
- einen eigenen Transfer auf Unterricht, Schulwahl oder Schulentwicklung leistest.
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