Trinkwasseraufbereitung - Chemie


Trinkwasseraufbereitung - Chemie
Trinkwasseraufbereitung - Chemie

Einleitung
Trinkwasser ist kein chemisch reines Wasser, sondern ein streng kontrolliertes Lebensmittel. Es enthält neben meist gelöste Mineralstoffe wie Calcium-, Magnesium- und Hydrogencarbonat-Ionen. Unerwünschte Stoffe, Schwebteilchen und Krankheitserreger müssen jedoch so weit entfernt oder unschädlich gemacht werden, dass das Wasser gesundheitlich unbedenklich, klar, geruchlos und geschmacklich einwandfrei ist.
Bei der Trinkwasseraufbereitung werden physikalische, chemische und biologische Verfahren kombiniert. Welche Schritte nötig sind, hängt von der Herkunft und Qualität des Rohwassers ab. Gut geschütztes Grundwasser benötigt häufig weniger Behandlung als Wasser aus Flüssen, Seen oder Talsperren.
In diesem aiMOOC lernst Du, wie Flockung, Sedimentation, Filtration, Adsorption, Oxidation, Desinfektion und Membranverfahren zusammenwirken. Du unterscheidest außerdem Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung und planst eigene sichere Modellversuche.
Wichtig: Selbst gefiltertes Versuchswasser darf niemals getrunken werden. Ein Schulfilter kann sichtbaren Schmutz vermindern, garantiert aber keine hygienische oder chemische Sicherheit.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum natürliches Wasser verschiedene Stoffe enthält, wichtige Verunreinigungen einordnen und typische Aufbereitungsschritte begründen. Du kannst chemische Reaktionen bei Enteisenung, Flockung und Chlorung deuten, Messwerte bewerten und einfache Berechnungen zur Konzentration und Reinigungsleistung durchführen.
Vom Rohwasser zum Trinkwasser

Rohwasser ist das Wasser, das einem Wasserwerk aus einer Quelle entnommen wird. Es kann aus Grundwasser, Quellwasser, Uferfiltrat oder Oberflächenwasser stammen. Die Aufbereitung folgt keinem überall identischen Rezept. Wasserwerke stellen für jede Wasserquelle eine passende Verfahrenskette zusammen.
Eine typische Reihenfolge lautet:
- Rohwassergewinnung: Wasser wird aus Brunnen, Quellen, Seen, Flüssen oder Talsperren entnommen.
- Belüftung und Oxidation: Gelöste Gase werden ausgetauscht und bestimmte gelöste Metall-Ionen oxidiert.
- Flockung: Sehr kleine Teilchen werden zu größeren Flocken verbunden.
- Sedimentation: Schwere Flocken sinken ab.
- Filtration: Filter halten verbliebene Teilchen zurück.
- Adsorption: Aktivkohle bindet ausgewählte gelöste organische Stoffe.
- Desinfektion: Mikroorganismen werden inaktiviert.
- Qualitätskontrolle: Chemische, physikalische und mikrobiologische Werte werden geprüft.
- Speicherung und Verteilung: Das Trinkwasser gelangt über Behälter und Leitungen zu den Haushalten.
Rohwasserquellen
Grundwasser entsteht, wenn Niederschlag durch Boden- und Gesteinsschichten sickert. Diese Schichten wirken teilweise wie natürliche Filter. Dabei können sich jedoch Mineralstoffe sowie Eisen- und Mangan-Ionen lösen. Auch Nitrat, Pflanzenschutzmittel oder andere Spurenstoffe können durch menschliche Aktivitäten in das Grundwasser gelangen.
Oberflächenwasser aus Seen, Flüssen und Talsperren kann mehr Schwebstoffe, Algen, organisches Material und Mikroorganismen enthalten. Seine Qualität verändert sich oft stärker mit Jahreszeit, Wetter und Nutzung des Einzugsgebiets.
Uferfiltrat ist Wasser, das aus einem Fluss oder See durch den Untergrund zu einem Brunnen strömt. Auf diesem Weg werden viele Partikel und Mikroorganismen zurückgehalten oder abgebaut.

Warum Wasser Stoffe löst
Das Wassermolekül ist gewinkelt und polar. Das Sauerstoffatom trägt eine negative Partialladung, die Wasserstoffatome tragen positive Partialladungen. Deshalb können Wassermoleküle Ionen und viele polare Moleküle umgeben.
Bei einem gelösten Salz richten sich Wassermoleküle an den Ionen aus. Diese Hydratation erleichtert das Lösen vieler Salze. Unpolare Stoffe sind dagegen meist schlechter wasserlöslich. Einige von ihnen können gut an Aktivkohle adsorbiert werden.
Natürliches Wasser enthält daher fast immer gelöste Stoffe. Trinkwasseraufbereitung bedeutet nicht, alle Stoffe zu entfernen. Ziel ist eine geeignete Wasserqualität, nicht vollständig mineralfreies Wasser.
Arten von Verunreinigungen
| Stoffgruppe | Beispiele | Typische Entfernung oder Behandlung |
|---|---|---|
| Grobe Feststoffe | Blätter, Sand, kleine Steinchen | Rechen, Siebe, Sedimentation |
| Schwebstoffe | Ton, Schluff, organische Teilchen | Flockung, Sedimentation, Filtration |
| Gelöste anorganische Stoffe | Eisen-Ionen, Mangan-Ionen, Nitrat, Salze | Oxidation, Fällung, Ionenaustausch oder Membranverfahren |
| Gelöste organische Stoffe | Huminstoffe, Geruchs- und Spurenstoffe | Aktivkohle, Oxidation oder Membranverfahren |
| Mikroorganismen | Bakterien, Viren, Protozoen | Filtration und Desinfektion |
Mechanische Vorreinigung
Bei der mechanischen Vorreinigung werden grobe Bestandteile entfernt. Rechen und Siebe halten größere Feststoffe zurück. In Absetzbecken sinken schwere Teilchen aufgrund der Gravitation nach unten. Dieser Vorgang heißt Sedimentation.
Sedimentation funktioniert besonders gut, wenn die Teilchen groß und dicht genug sind. Sehr kleine Teilchen oder kolloidale Teilchen bleiben dagegen lange in Schwebe. Sie müssen zunächst zu größeren Flocken verbunden werden.
Belüftung, Oxidation und Enteisenung
Bei der Belüftung wird Wasser intensiv mit Luft in Kontakt gebracht. Dadurch kann Sauerstoff aufgenommen werden. Gleichzeitig können unerwünschte gelöste Gase wie überschüssiges Kohlenstoffdioxid oder Schwefelwasserstoff teilweise ausgetrieben werden.
Gelöste Eisen(II)-Ionen sind zunächst kaum sichtbar. Durch Sauerstoff werden sie zu Eisen(III)-Verbindungen oxidiert. Vereinfacht kann die Bildung von festem Eisen(III)-hydroxid so beschrieben werden:
Der braune Feststoff kann anschließend durch Sedimentation und Filtration entfernt werden. Auch Mangan kann durch geeignete Oxidations- und Filterverfahren abgeschieden werden.
Flockung und Fällung

Sehr kleine Schwebstoffe tragen häufig elektrische Oberflächenladungen. Dadurch stoßen sie sich gegenseitig ab und bleiben verteilt. Bei der Koagulation werden diese Ladungen vermindert. Anschließend verbinden sich die Teilchen bei langsamer Durchmischung zu größeren Flocken. Dieser zweite Vorgang wird Flockung genannt.
Als Flockungsmittel können beispielsweise Eisen(III)- oder Aluminiumsalze verwendet werden. Eisen(III)-Ionen bilden mit Wasser schwer lösliches Eisen(III)-hydroxid:
Die voluminösen Hydroxidflocken schließen kleine Partikel ein oder lagern sie an ihrer Oberfläche an. Danach können die Flocken absinken oder in einem Filter zurückgehalten werden. Da bei der Reaktion Oxonium-Ionen entstehen können, muss der pH-Wert beachtet und gegebenenfalls eingestellt werden.

In einem Jar-Test werden verschiedene Mengen eines Flockungsmittels unter vergleichbaren Bedingungen geprüft. So lässt sich eine geeignete Dosierung ermitteln. Zu wenig Mittel führt zu schwacher Flockung. Eine unnötig hohe Dosierung verbraucht Chemikalien und kann die Wasserqualität ebenfalls verschlechtern.
Sedimentation und Filtration
Nach der Flockung gelangen die größeren Flocken häufig in ein Absetzbecken. Dort sinken sie ab und bilden einen Schlamm. Das darüberstehende Wasser fließt weiter zur Filtration.
Bei der Filtration strömt Wasser durch poröse Materialien. Teilchen bleiben zwischen den Körnern hängen, lagern sich an Oberflächen an oder werden in biologisch aktiven Schichten abgebaut.

Sandfilter
Ein Sandfilter besteht meist aus mehreren Schichten. Grober Kies stützt die feineren Filterschichten. Sand hält kleinere Partikel zurück. In langsam betriebenen Sandfiltern kann sich an der Oberfläche eine biologisch aktive Schicht bilden, die zusätzlich organische Stoffe abbaut und Mikroorganismen vermindert.
Ein Filter muss regelmäßig gereinigt werden. Bei Schnellfiltern geschieht dies häufig durch Rückspülung: Wasser und teilweise Luft strömen entgegen der normalen Fließrichtung durch den Filter und lösen abgelagerte Stoffe.

Sicherheitsregel zum Modellfilter: Ein selbst gebauter Filter aus Kies, Sand, Watte oder Aktivkohle zeigt nur ausgewählte Trennverfahren. Gelöste Schadstoffe und Mikroorganismen können weiterhin vorhanden sein. Das Filtrat bleibt Versuchsmaterial und wird nicht getrunken.
Aktivkohle und Adsorption

Aktivkohle besitzt ein stark verzweigtes Porensystem und dadurch eine sehr große innere Oberfläche. An dieser Oberfläche können sich Moleküle anlagern. Dieser Vorgang heißt Adsorption. Er darf nicht mit Absorption verwechselt werden, bei der ein Stoff in das Innere eines anderen Materials aufgenommen wird.
Aktivkohle kann viele Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie bestimmte organische Spurenstoffe binden. Sie entfernt jedoch nicht jeden Stoff gleich gut. Die Wirksamkeit hängt unter anderem von Molekülstruktur, Konzentration, Kontaktzeit, Porengröße und konkurrierenden Stoffen ab.
Ist die Aktivkohle beladen, muss sie ausgetauscht oder regeneriert werden. Adsorption ist damit ein Oberflächenprozess mit begrenzter Kapazität.
Ionenaustausch und Wasserhärte
Die Wasserhärte wird vor allem durch Calcium- und Magnesium-Ionen bestimmt. Diese Ionen sind gesundheitlich nicht grundsätzlich unerwünscht, können aber bei Erwärmung Ablagerungen bilden.
Beim Ionenaustauscher sind bewegliche Ionen an einem festen Material gebunden. Härtebildner können beispielsweise gegen Natrium-Ionen ausgetauscht werden. Nach einer bestimmten Betriebszeit muss das Material regeneriert werden.
Ionenaustausch wird gezielt eingesetzt. Eine vollständige Enthärtung ist für normales Trinkwasser nicht immer erforderlich oder sinnvoll.

Membranverfahren
Membranen trennen Stoffe nach Teilchengröße, Ladung oder anderen Eigenschaften. Bei Mikro- und Ultrafiltration werden vor allem Partikel, Bakterien und größere Moleküle zurückgehalten. Nanofiltration und Umkehrosmose können auch viele gelöste Stoffe abtrennen.
Umkehrosmose

Bei der natürlichen Osmose strömt Lösungsmittel durch eine semipermeable Membran zur stärker konzentrierten Lösung. Bei der Umkehrosmose wird auf die konzentrierte Seite ein Druck ausgeübt, der größer als der osmotische Druck ist. Dadurch wird Wasser in die entgegengesetzte Richtung durch die Membran gepresst. Viele gelöste Salze bleiben zurück.
Umkehrosmose wird unter anderem zur Meerwasserentsalzung und zur Entfernung bestimmter gelöster Stoffe verwendet. Sie benötigt Energie und erzeugt neben dem gereinigten Wasser ein konzentriertes Restwasser. Deshalb müssen Energiebedarf und Entsorgung des Konzentrats berücksichtigt werden.
Desinfektion
Desinfektion soll krankheitserregende Mikroorganismen inaktivieren. Sie ersetzt keine gute Vorreinigung: Trübstoffe können Mikroorganismen schützen und die Wirkung von Desinfektionsmitteln vermindern.
Wichtige Verfahren sind Chlorung, Ozonung und UV-Bestrahlung. Jedes Verfahren besitzt Vorteile und Grenzen.
Chlorung

Chlor oder Hypochlorit kann zur Desinfektion eingesetzt werden. Chlor reagiert mit Wasser unter Bildung von hypochloriger Säure:
Hypochlorige Säure kann Zellbestandteile von Mikroorganismen oxidieren. Ihre Wirksamkeit hängt unter anderem vom pH-Wert, von der Temperatur, der Einwirkzeit und den im Wasser vorhandenen Stoffen ab.
Ein Vorteil der Chlorung ist eine mögliche Depotwirkung im Leitungsnetz. Nachteilig ist, dass bei Reaktionen mit organischen Stoffen unerwünschte Nebenprodukte entstehen können. Daher werden Dosis und Wasserzusammensetzung sorgfältig überwacht.
Ozonung
Ozon besitzt die Formel und ist ein starkes Oxidationsmittel. Es kann Mikroorganismen inaktivieren, Geruchs- und Geschmacksstoffe verändern und bestimmte organische Stoffe abbauen. Ozon zerfällt jedoch wieder und besitzt keine anhaltende Depotwirkung im Leitungsnetz.
Auch bei der Ozonung können Reaktionsprodukte entstehen. Deshalb muss das Verfahren an die Zusammensetzung des Wassers angepasst werden.
UV-Desinfektion

UV-Strahlung schädigt das Erbmaterial vieler Mikroorganismen und verhindert ihre Vermehrung. Dabei werden dem Wasser keine Desinfektionschemikalien zugesetzt. Das Wasser muss jedoch ausreichend klar sein, damit die Strahlung die Mikroorganismen erreicht. UV-Licht wirkt nur während der Bestrahlung und bietet keine Depotwirkung für das Leitungsnetz.
pH-Wert und chemisches Gleichgewicht
Der pH-Wert beeinflusst Korrosion, Flockung, Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht und Desinfektion. Vereinfacht gilt:
Eine Änderung um eine pH-Einheit entspricht einer Verzehnfachung der Oxonium-Ionen-Konzentration. Wasserwerke stellen den pH-Wert so ein, dass Aufbereitungsverfahren gut funktionieren und Leitungen möglichst wenig angegriffen werden.
Das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht hängt unter anderem von Calcium-Ionen, Hydrogencarbonat-Ionen, Kohlenstoffdioxid und pH-Wert ab. Ungünstige Bedingungen können Korrosion fördern oder Kalkablagerungen begünstigen.
Qualitätskontrolle

Trinkwasser wird regelmäßig untersucht. Dabei werden physikalische, chemische und mikrobiologische Größen erfasst. Einzelne Messwerte reichen nicht aus; erst ihre gemeinsame Bewertung beschreibt die Wasserqualität.
| Messgröße | Bedeutung | Beispiel für ein Messprinzip |
|---|---|---|
| pH-Wert | Säure-Basen-Zustand des Wassers | Elektrode oder Indikator |
| Leitfähigkeit | Hinweis auf die Menge gelöster Ionen | Elektrische Leitfähigkeitsmessung |
| Trübung | Hinweis auf fein verteilte Teilchen | Streuung von Licht |
| Härte | Vor allem Calcium- und Magnesium-Ionen | Komplexometrische Titration |
| Nitrat | Nährstoff und möglicher Belastungsanzeiger | Photometrisches oder ionenchromatografisches Verfahren |
| Eisen und Mangan | Können Färbung und Ablagerungen verursachen | Photometrie oder instrumentelle Analyse |
| Mikroorganismen | Hygienische Sicherheit | Kultivierung oder molekularbiologische Verfahren |

Trübung
Trübung entsteht durch fein verteilte Teilchen, die Licht streuen. Ein Wasser kann farblos erscheinen und trotzdem gelöste Stoffe enthalten. Umgekehrt weist eine sichtbare Trübung auf Partikel hin, sagt aber allein noch nicht, um welche Stoffe es sich handelt.
Eine niedrige Trübung ist für viele Desinfektionsverfahren wichtig, weil Teilchen Mikroorganismen abschirmen können.
Chemische Berechnungen
Reinigungsleistung
Die prozentuale Entfernung eines Stoffes kann vereinfacht berechnet werden:
Dabei ist die Konzentration vor und die Konzentration nach der Behandlung.
Beispiel: Die Trübung sinkt von 12 Einheiten auf 0,3 Einheiten.
Das Verfahren hat in diesem Beispiel 97,5 Prozent der gemessenen Trübung entfernt.
Dosierungsrechnung
Für eine einfache Massenberechnung gilt:
Wird in einem Modell mit einer Massenkonzentration von und einem Wasservolumen von gerechnet, ergibt sich:
In der Praxis werden Dosierungen nicht allein berechnet, sondern durch Messungen, Vorversuche und kontinuierliche Prozesskontrolle angepasst.
Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung
Trinkwasseraufbereitung macht Rohwasser für den menschlichen Gebrauch geeignet. Abwasserreinigung behandelt bereits genutztes Wasser, bevor es in ein Gewässer eingeleitet oder weiterverwendet wird.
Beide Bereiche verwenden teilweise ähnliche Verfahren wie Sedimentation, Filtration, biologische Prozesse, Aktivkohle oder Desinfektion. Ziele, Ausgangsstoffe und Prozessführung unterscheiden sich jedoch deutlich. Ein Klärwerk ist deshalb kein Wasserwerk.
Nachhaltigkeit und Gewässerschutz
Die beste Aufbereitung beginnt mit dem Schutz der Wasserquelle. Schadstoffe, die gar nicht erst in Grund- oder Oberflächenwasser gelangen, müssen später nicht mit hohem Aufwand entfernt werden.
Wasseraufbereitung benötigt Energie, Chemikalien und technische Anlagen. Außerdem entstehen Rückstände wie Schlämme, beladene Aktivkohle oder Membrankonzentrate. Nachhaltige Systeme betrachten deshalb die gesamte Kette von der Wasserquelle bis zur Verteilung.
Wichtige Maßnahmen sind der Schutz von Wasserschutzgebieten, ein sorgfältiger Umgang mit Düngemitteln und Chemikalien, die Verringerung problematischer Einträge sowie eine energieeffiziente Aufbereitung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum bleiben sehr kleine kolloidale Teilchen oft lange im Wasser verteilt? (Sie tragen häufig gleichartige Oberflächenladungen und stoßen sich ab) (!Sie bestehen ausschließlich aus gasförmigen Stoffen) (!Sie sind immer leichter als einzelne Wassermoleküle) (!Sie lösen sich durch Sedimentation vollständig auf)
Welcher Vorgang verbindet kleine Teilchen zu größeren Flocken? (Flockung) (!Destillation) (!Elektrolyse) (!Sublimation)
Welche Aussage zur Aktivkohle ist richtig? (Sie bindet ausgewählte Stoffe durch Adsorption an ihrer großen Oberfläche) (!Sie wandelt jedes Salz vollständig in Sauerstoff um) (!Sie beseitigt grundsätzlich alle Mikroorganismen) (!Sie erhöht immer die Wasserhärte)
Welche Aufgabe hat ein Sandfilter hauptsächlich? (Er hält verbliebene Partikel im Porenraum und an Kornoberflächen zurück) (!Er erzeugt Chlor aus Wasser) (!Er wandelt Calcium in Kohlenstoff um) (!Er erhöht den Salzgehalt des Wassers)
Was geschieht bei der Umkehrosmose? (Wasser wird unter Druck durch eine semipermeable Membran gepresst) (!Wasser wird ohne Membran vollständig verdampft) (!Sand wird durch Chlor in Salz umgewandelt) (!Mikroorganismen werden durch Schwerkraft oxidiert)
Welche Aussage zur UV-Desinfektion ist richtig? (UV-Strahlung schädigt das Erbmaterial vieler Mikroorganismen) (!UV-Strahlung entfernt alle gelösten Salze) (!UV-Strahlung erhöht dauerhaft die Wasserhärte) (!UV-Strahlung bildet eine Sandschicht)
Warum ist eine geringe Trübung vor der Desinfektion wichtig? (Teilchen können Mikroorganismen vor Desinfektion schützen) (!Klare Lösungen enthalten grundsätzlich keine Ionen) (!Trübung erhöht immer den pH-Wert auf vierzehn) (!Trübung verhindert jede Form der Sedimentation)
Welche Ionen bestimmen vor allem die Wasserhärte? (Calcium- und Magnesium-Ionen) (!Natrium- und Chlorid-Ionen) (!Wasserstoff- und Sauerstoff-Ionen) (!Silber- und Gold-Ionen)
Was beschreibt der pH-Wert? (Den Säure-Basen-Zustand einer wässrigen Lösung) (!Die Masse aller Sandkörner) (!Die Anzahl der Wasserleitungen) (!Die Geschwindigkeit eines Filters)
Warum darf Wasser aus einem selbst gebauten Schulfilter nicht getrunken werden? (Gelöste Schadstoffe und Mikroorganismen können weiterhin vorhanden sein) (!Gefiltertes Wasser enthält grundsätzlich keinen Sauerstoff) (!Sand verwandelt Wasser immer in eine Säure) (!Aktivkohle macht jedes Wasser radioaktiv)
Memory
| Flockung | Kleine Teilchen bilden größere Verbände |
| Sedimentation | Schwere Teilchen sinken ab |
| Aktivkohle | Bindet ausgewählte Moleküle an einer großen Oberfläche |
| Umkehrosmose | Druckgetriebene Trennung an einer Membran |
| UV-Licht | Inaktiviert Mikroorganismen durch Schädigung des Erbmaterials |
| Leitfähigkeit | Hinweis auf gelöste Ionen |
| Sandfilter | Hält Partikel im Porenraum zurück |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Koagulation | Oberflächenladungen kleiner Teilchen werden vermindert |
| Flockung | Kleine Teilchen wachsen zu größeren Verbänden |
| Sedimentation | Flocken sinken im Absetzbecken nach unten |
| Filtration | Verbliebene Partikel werden in einem porösen Material zurückgehalten |
| Desinfektion | Krankheitserreger werden inaktiviert |
Kreuzworträtsel
| Flockung | Wie heißt das Zusammenlagern kleiner Teilchen zu größeren Verbänden? |
| Aktivkohle | Welches poröse Material adsorbiert viele organische Spurenstoffe? |
| Chlorung | Wie heißt die Desinfektion mit Chlor oder Hypochlorit? |
| Membran | Welche Trennschicht wird bei der Umkehrosmose verwendet? |
| Trübung | Welche Messgröße beschreibt die Lichtstreuung durch fein verteilte Teilchen? |
| Adsorption | Wie heißt die Anlagerung von Molekülen an einer Oberfläche? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Verfahrenskette: Zeichne den Weg vom Rohwasser bis zum Trinkwasser und beschrifte mindestens sechs Aufbereitungsschritte.
- Stofftrennung: Ordne Sieben, Sedimentieren, Filtrieren und Adsorbieren passenden Beispielen aus dem Wasserwerk zu.
- Sicherer Modellfilter: Plane einen Modellfilter aus Kies, Sand, Watte und Aktivkohle. Formuliere deutlich, warum das Filtrat nicht getrunken werden darf.
- Wasserbeobachtung: Vergleiche Leitungswasser, stilles Mineralwasser und eine harmlose Salzwasserprobe hinsichtlich Aussehen, Geruch und Leitfähigkeit.
Standard
- Jar-Test-Modell: Entwickle mit ungefährlichen Materialien einen Modellversuch zur Flockenbildung und dokumentiere Beobachtung, Auswertung und Grenzen des Modells.
- Aktivkohleversuch: Untersuche mit einem geeigneten Farbstoff, wie Aktivkohle die Farbintensität verändert. Verwende Kontrollproben und erkläre Adsorption.
- Wasserwerk-Interview: Formuliere Fragen an ein örtliches Wasserwerk zu Rohwasserquelle, Aufbereitung, Qualitätskontrolle und Energieverbrauch.
- Messdatenanalyse: Werte eine Tabelle mit pH-Wert, Leitfähigkeit, Trübung und Härte aus und begründe, welche zusätzlichen Untersuchungen nötig wären.
Schwer
- Verfahrensvergleich: Vergleiche Chlorung, Ozonung und UV-Desinfektion nach Wirkprinzip, Depotwirkung, Energiebedarf und möglichen Nebenprodukten.
- Umkehrosmose-Bilanz: Erstelle eine Stoffstromskizze für Zulauf, gereinigtes Wasser und Konzentrat und berechne eine beispielhafte Wasserausbeute.
- Wasseraufbereitung planen: Entwirf eine begründete Verfahrenskette für trübes Oberflächenwasser mit organischen Spurenstoffen und mikrobieller Belastung.
- Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis vierminütiges Video, das den Unterschied zwischen Filtration, Adsorption und Desinfektion fachlich korrekt erklärt.


Lernkontrolle
- Unbekannte Wasserprobe: Eine Probe ist klar, besitzt aber eine hohe Leitfähigkeit. Erkläre, warum ein Sandfilter das Problem wahrscheinlich nicht löst, und schlage geeignete Untersuchungen vor.
- Störung im Wasserwerk: Nach starkem Regen steigt die Trübung des Rohwassers. Entwickle Maßnahmen für Flockung, Filtration und Desinfektion und begründe ihre Reihenfolge.
- Verfahrensentscheidung: Bewerte, ob UV-Licht oder Chlorung für ein langes Leitungsnetz geeigneter ist. Berücksichtige Depotwirkung und mögliche Nebenprodukte.
- Aktivkohle erschöpft: Ein Filter entfernt Geruchsstoffe zunehmend schlechter. Erkläre den Befund mit Teilchenmodell und Oberflächenbelegung.
- pH-Abhängigkeit: Erkläre, warum die Dosierung eines Flockungsmittels den pH-Wert beeinflussen kann und welche Folgen das für die Aufbereitung hat.
- Nachhaltigkeitsanalyse: Vergleiche vorsorgenden Gewässerschutz mit einer technisch aufwendigen Entfernung bereits eingetragener Schadstoffe.
- Modellkritik: Bewerte, welche Vorgänge ein Schul-Sandfilter realistisch zeigt und welche Gefahren durch eine zu weitgehende Übertragung auf echtes Trinkwasser entstehen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- die Herkunft verschiedener Rohwässer beschreiben kannst,
- gelöste Stoffe, Schwebstoffe und Mikroorganismen unterscheidest,
- eine sinnvolle Reihenfolge von Aufbereitungsschritten begründest,
- Flockung, Sedimentation, Filtration und Adsorption auf Teilchenebene erklärst,
- einfache Reaktionsgleichungen zur Oxidation, Fällung und Chlorung deutest,
- Chlorung, Ozonung und UV-Desinfektion vergleichst,
- das Prinzip der Umkehrosmose erklärst,
- pH-Wert, Leitfähigkeit, Trübung und Härte als Messgrößen einordnest,
- einfache Konzentrations- und Wirkungsgradberechnungen durchführst,
- Sicherheitsgrenzen von Modellversuchen benennst,
- ökologische und technische Folgen der Wasseraufbereitung bewertest.
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