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Die Gründung der Vereinten Nationen - Geschichte

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Die Gründung der Vereinten Nationen - Geschichte




Die Gründung der Vereinten Nationen - Geschichte

Bereich Einordnung
Studienfach Geschichte
Epoche Neueste Geschichte, Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit
Schwerpunkte Internationale Beziehungen, Friedenssicherung, Völkerrecht, Diplomatiegeschichte
Niveau Sekundarstufe II, Studium, politische und historische Erwachsenenbildung
Zentrale Leitfrage Wie entstand aus den Erfahrungen zweier Weltkriege eine neue Weltorganisation, und welche politischen Kompromisse prägten ihre Ordnung?


Einleitung

Die Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 war kein einzelner feierlicher Akt, sondern das Ergebnis eines mehrjährigen politischen Prozesses. Dieser Prozess begann während des Zweiten Weltkriegs, knüpfte an Erfahrungen mit dem gescheiterten Völkerbund an und führte über mehrere Erklärungen und Konferenzen zur Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen am 26. Juni 1945 in San Francisco. Rechtswirksam entstand die Organisation am 24. Oktober 1945, nachdem die notwendigen Ratifikationen vorlagen.

Der aiMOOC untersucht die Gründung aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Du lernst nicht nur Daten und Institutionen kennen, sondern analysierst Interessen, Machtverhältnisse, Handlungsspielräume und Widersprüche. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Hoffnung auf eine friedlichere internationale Ordnung mit der besonderen Machtstellung der großen Siegermächte verbunden wurde.

Die Vereinten Nationen werden häufig als Antwort auf Krieg, Gewalt und das Scheitern früherer Friedensordnungen beschrieben. Diese Deutung ist richtig, muss aber differenziert werden. Die Gründung war zugleich ein Projekt der Alliierten, eine Ordnung für die Zeit nach dem Krieg zu schaffen. Die Organisation beruhte deshalb sowohl auf universalistischen Grundsätzen wie der souveränen Gleichheit der Staaten als auch auf machtpolitischen Sonderrechten, besonders dem Vetorecht der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats.

Hinweis zur Quellenkritik: Das Video bietet einen gut verständlichen Überblick. Prüfe audiovisuelle Darstellungen dennoch immer mit schriftlichen Quellen. Bei historischen Erklärvideos können Bildauswahl, Vereinfachungen und einzelne redaktionelle Fehler die Wahrnehmung beeinflussen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Völkerbund und Vereinte Nationen in ihren historischen Entstehungsbedingungen vergleichen.
  2. die wichtigsten Stationen von der Atlantik-Charta bis zum Inkrafttreten der Charta der Vereinten Nationen chronologisch einordnen.
  3. die Interessen der USA, des Vereinigten Königreichs, der Sowjetunion, Chinas, Frankreichs und kleinerer Staaten unterscheiden.
  4. die Bedeutung von Dumbarton-Oaks-Konferenz, Konferenz von Jalta und Konferenz von San Francisco erklären.
  5. den Unterschied zwischen Unterzeichnung, Ratifikation und Inkrafttreten eines internationalen Vertrags erläutern.
  6. die Ziele und Grundprinzipien der UN-Charta historisch einordnen.
  7. den Widerspruch zwischen souveräner Gleichheit und dem Vetorecht der Großmächte analysieren.
  8. Bild-, Film- und Textquellen zur UN-Gründung kritisch auswerten.
  9. koloniale, geschlechtergeschichtliche und machtpolitische Perspektiven in die Beurteilung der Gründung einbeziehen.
  10. die historische Bedeutung der UN-Gründung argumentativ bewerten.


Historischer Hintergrund


Der Völkerbund und die Krise der Zwischenkriegsordnung

Der nach dem Ersten Weltkrieg gegründete Völkerbund sollte Konflikte durch Verhandlungen, kollektive Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit begrenzen. Er verkörperte die Hoffnung, Krieg nicht mehr allein durch ein Gleichgewicht rivalisierender Mächte, sondern durch eine dauerhafte internationale Organisation zu verhindern.

Die Möglichkeiten des Völkerbunds blieben jedoch begrenzt. Die USA traten ihm nicht bei, wichtige Großmächte gehörten ihm zeitweise nicht an oder verließen ihn, und wirksame Zwangsmittel waren nur schwach entwickelt. In den 1930er Jahren konnte der Völkerbund die Expansion Japans, Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands nicht stoppen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs war seine politische Handlungsunfähigkeit offensichtlich.

Aus dieser Erfahrung zogen die späteren UN-Gründer mehrere Lehren. Eine neue Organisation sollte die wichtigsten Großmächte dauerhaft einbinden, über einen handlungsfähigeren Sicherheitsrat verfügen und internationale Zusammenarbeit nicht nur auf Friedensfragen beschränken. Zugleich führte gerade die Einbindung der Großmächte zu einem grundlegenden Kompromiss: Sie erhielten eine privilegierte Stellung und das Vetorecht.


Kriegserfahrung und Planung einer Nachkriegsordnung

Der Zweite Weltkrieg kostete Millionen Menschen das Leben, zerstörte Staaten und Gesellschaften und radikalisierte Gewalt bis zum Holocaust, zu anderen nationalsozialistischen Massenverbrechen, zu Besatzungsterror, Zwangsarbeit, Vertreibungen und dem Einsatz von Atombomben. Bereits während des Kriegs planten die Alliierten deshalb eine Nachkriegsordnung, die Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität und internationale Kooperation miteinander verbinden sollte.

Die spätere Gründung der Vereinten Nationen war Teil eines umfassenderen Neuordnungsprozesses. Zu diesem gehörten auch die Planungen für das internationale Wirtschafts- und Währungssystem, die Verfolgung von Kriegsverbrechen und die politische Neuordnung Europas und Asiens. Die UN entstanden somit nicht außerhalb der Machtpolitik des Kriegs, sondern aus ihr heraus.


Der Weg zu den Vereinten Nationen


Die Atlantik-Charta von 1941

Im August 1941 trafen sich der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill vor der Küste Neufundlands. Die USA waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell in den Krieg eingetreten. In der am 14. August veröffentlichten Atlantik-Charta formulierten beide Regierungschefs Grundsätze für eine künftige internationale Ordnung.

Zu den Grundsätzen gehörten der Verzicht auf territoriale Expansion, die Berücksichtigung des Selbstbestimmungsrechts, wirtschaftliche Zusammenarbeit, soziale Sicherheit, Freiheit der Meere und die Hoffnung auf ein System allgemeiner Sicherheit. Die Atlantik-Charta war noch kein Gründungsvertrag und schuf keine Organisation. Sie wurde aber zu einem wichtigen Bezugspunkt der alliierten Kriegs- und Nachkriegsziele.

Historisch umstritten war die Reichweite des angekündigten Selbstbestimmungsrechts. Kolonisierte Bevölkerungen konnten die Formulierungen als Versprechen verstehen, während die Kolonialmächte sie nicht automatisch auf ihre eigenen Kolonialreiche anwenden wollten. Schon hier zeigte sich die Spannung zwischen universalen Normen und begrenzten politischen Interessen.


Die Deklaration der Vereinten Nationen von 1942

Am 1. Januar 1942 unterzeichneten 26 Staaten in Washington die Deklaration der Vereinten Nationen. Sie verpflichteten sich, ihre militärischen und wirtschaftlichen Mittel gegen die Achsenmächte einzusetzen und keinen Separatfrieden zu schließen. Die Unterzeichner beriefen sich auf die Atlantik-Charta.

In diesem Dokument wurde die Bezeichnung United Nations erstmals offiziell verwendet. Der Ausdruck bezeichnete zunächst die gegen die Achsenmächte kämpfende Staatenkoalition. Erst später wurde er zum Namen der neuen Weltorganisation. Weitere Staaten schlossen sich der Erklärung während des Kriegs an.

Die Deklaration macht deutlich, dass die Vereinten Nationen aus einer Kriegsallianz hervorgingen. Die spätere Weltorganisation beanspruchte universelle Geltung, ihre institutionellen Ursprünge lagen jedoch im Bündnis der Gegner Deutschlands, Italiens und Japans.


Die Moskauer Erklärung und die Konferenz von Teheran

Am 30. Oktober 1943 erklärten die USA, das Vereinigte Königreich, die Sowjetunion und China in der Moskauer Deklaration, dass möglichst bald eine allgemeine internationale Organisation zur Wahrung von Frieden und Sicherheit geschaffen werden solle. Sie sollte auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit friedliebender Staaten beruhen.

Auf der Teheran-Konferenz Ende 1943 bestätigten Roosevelt, Churchill und Josef Stalin die Absicht, eine internationale Sicherheitsorganisation zu errichten. Damit war die Idee einer neuen Weltorganisation politisch auf höchster Ebene verankert. Offen blieben jedoch ihre genaue Struktur, die Entscheidungsverfahren und die Machtverteilung.


Dumbarton Oaks 1944

Von August bis Oktober 1944 verhandelten Vertreter der USA, des Vereinigten Königreichs, der Sowjetunion und Chinas auf dem Landsitz Dumbarton Oaks in Washington über die institutionelle Gestalt der künftigen Organisation. Die Gespräche führten zu Vorschlägen für zentrale Organe und Zuständigkeiten.

Vorgesehen waren eine Generalversammlung, ein Sicherheitsrat, ein Internationaler Gerichtshof, ein Sekretariat sowie ein Gremium für wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit. Besonders wichtig war die Vorstellung, dass der Sicherheitsrat die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens tragen sollte.

Nicht abschließend geklärt wurde die Abstimmungsregel im Sicherheitsrat. Die Großmächte wollten verhindern, dass die neue Organisation gegen ihre grundlegenden Interessen handeln konnte. Viele kleinere Staaten befürchteten dagegen eine institutionalisierte Vorherrschaft der Mächtigen.


Die Konferenz von Jalta 1945

Auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945 einigten sich Roosevelt, Churchill und Stalin auf wesentliche Fragen des Abstimmungsverfahrens im Sicherheitsrat. Die fünf vorgesehenen ständigen Mitglieder sollten bei wichtigen Sachentscheidungen eine besondere Stellung erhalten. Aus dieser Regelung entwickelte sich das Vetorecht.

Frankreich wurde in den Kreis der ständigen Mitglieder einbezogen. Zusammen mit den USA, dem Vereinigten Königreich, der Sowjetunion und China bildete es die Gruppe der fünf privilegierten Mächte. Die Einladung zu einer Gründungskonferenz in San Francisco wurde vorbereitet.

Der Kompromiss von Jalta war machtpolitisch entscheidend. Ohne die Zustimmung der Großmächte wäre eine neue Organisation vermutlich kaum entstanden. Gleichzeitig wurde damit eine Ungleichheit dauerhaft in die Ordnung eingebaut: Die Charta verkündete die souveräne Gleichheit der Mitgliedstaaten, gab aber fünf Staaten ein besonderes Blockaderecht.


Die Konferenz von San Francisco


Teilnehmer, Dauer und Arbeitsweise

Vom 25. April bis zum 26. Juni 1945 tagte in San Francisco die United Nations Conference on International Organization. Delegationen aus 50 Staaten nahmen teil. Polen war wegen der damals ungeklärten Regierungsfrage nicht vertreten, unterzeichnete die Charta später und zählt deshalb zu den 51 Gründungsmitgliedern.

Die Karte zeigt die politische Welt zum Zeitpunkt der Konferenz. Sie eignet sich besonders für eine kritische Analyse: Viele Gebiete Afrikas, Asiens, der Karibik und des Pazifiks waren noch Kolonien oder abhängige Territorien. Die Konferenz war international, aber noch nicht weltweit repräsentativ im heutigen Sinn.

Die Konferenz versammelte Hunderte Delegierte, Berater und Fachleute. Zahlreiche Ausschüsse prüften die Vorschläge von Dumbarton Oaks und die Ergänzungen der beteiligten Regierungen. Die Delegierten berieten über Ziele, Mitgliedschaft, Organe, Sicherheitsmechanismen, wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit, Treuhandgebiete sowie den Internationalen Gerichtshof.


Interessen großer und kleiner Staaten

Die Großmächte wollten eine Organisation schaffen, die handlungsfähiger als der Völkerbund war, aber nicht gegen sie selbst eingesetzt werden konnte. Die kleineren und mittleren Staaten verlangten mehr Einfluss für die Generalversammlung, klarere rechtliche Bindungen und stärkere Regeln für friedliche Streitbeilegung.

Die lateinamerikanischen Staaten traten als vergleichsweise gut organisierte Gruppe auf. Sie setzten sich unter anderem für die Anerkennung regionaler Sicherheitsvereinbarungen und für eine stärkere Stellung der Generalversammlung ein. Staaten aus unterschiedlichen Weltregionen brachten Änderungsanträge ein und verhinderten, dass die Konferenz lediglich die Vorlagen der Großmächte unverändert übernahm.

Das Beispiel der kanadischen Delegation verdeutlicht, dass internationale Konferenzen nicht nur von Staatsoberhäuptern geprägt werden. Diplomaten, Fachberaterinnen, Juristen, Ökonomen und Ausschussmitglieder wirkten an Formulierungen und Kompromissen mit.


Frauen auf der Gründungskonferenz

Frauen waren unter den Delegierten deutlich unterrepräsentiert. Dennoch nahmen einzelne Diplomatinnen und Aktivistinnen entscheidenden Einfluss. Bertha Lutz aus Brasilien und Minerva Bernardino aus der Dominikanischen Republik setzten sich gemeinsam mit weiteren Delegierten dafür ein, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ausdrücklich in der Charta zu verankern.

Die Präambel bekräftigt den Glauben an die Grundrechte des Menschen sowie an die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auch Artikel 8 hält fest, dass Männer und Frauen unter gleichen Bedingungen an den Haupt- und Nebenorganen der Vereinten Nationen mitwirken können. Diese Formulierungen zeigen, dass selbst in einer stark männlich dominierten Diplomatie Handlungsspielräume bestanden.

Für die Geschichtswissenschaft ist wichtig, nicht nur die bekanntesten Staatsmänner zu betrachten. Eine akteurszentrierte Analyse fragt auch nach weniger sichtbaren Beteiligten, informellen Netzwerken und gesellschaftlichen Bewegungen.


Die Annahme und Unterzeichnung der Charta

Am 25. Juni 1945 nahmen die Delegierten den Text der Charta einstimmig an. Am 26. Juni wurde die Charta der Vereinten Nationen im Veterans Building des San Francisco Civic Center unterzeichnet. Die Charta und das Statut des Internationalen Gerichtshofs bildeten die rechtliche Grundlage der neuen Organisation.

Die Aufnahme zeigt die Unterzeichnung der Charta durch den äthiopischen Delegierten Aklilu Habte-Wold. Sie erinnert daran, dass afrikanische Staaten zwar nur in sehr kleiner Zahl vertreten waren, aber nicht vollständig fehlten. Äthiopien hatte selbst die Erfahrung gemacht, dass der Völkerbund die italienische Aggression von 1935 nicht wirksam verhindern konnte.


Die Charta der Vereinten Nationen


Präambel und Grundgedanken

Die Präambel beginnt mit den Worten Wir, die Völker der Vereinten Nationen. Damit wird nicht nur auf Regierungen, sondern symbolisch auf die Bevölkerungen der Mitgliedstaaten Bezug genommen. Die Charta nennt als zentrale Anliegen die Bewahrung künftiger Generationen vor Krieg, den Glauben an Menschenrechte, die Gleichberechtigung, die Achtung des Völkerrechts, sozialen Fortschritt und internationale Zusammenarbeit.

Das auf der ursprünglichen Charta verwendete Zeichen unterschied sich vom späteren offiziellen UN-Emblem. Solche Symbole sind historische Quellen. Ihre Weltkarten, Blickrichtungen, Farben und Gestaltungselemente vermitteln Vorstellungen von Universalität, Ordnung und globaler Zusammenarbeit.


Ziele der Vereinten Nationen

Artikel 1 der Charta formuliert vier grundlegende Zielbereiche:

  1. Weltfrieden und internationale Sicherheit sollen gewahrt werden.
  2. Freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nationen sollen entwickelt werden.
  3. Internationale Zusammenarbeit soll wirtschaftliche, soziale, kulturelle und humanitäre Probleme bearbeiten.
  4. Die Vereinten Nationen sollen ein Zentrum sein, in dem Staaten ihr Handeln auf gemeinsame Ziele abstimmen.

Diese Ziele waren bewusst weit gefasst. Die UN sollten nicht nur auf bereits ausgebrochene Kriege reagieren, sondern Bedingungen fördern, die Frieden wahrscheinlicher machen. Damit verband die Charta Sicherheits-, Rechts-, Entwicklungs- und Menschenrechtsfragen.


Grundsätze der Organisation

Artikel 2 nennt Grundsätze, nach denen die Organisation und ihre Mitglieder handeln sollen. Dazu gehören die souveräne Gleichheit der Mitgliedstaaten, die Erfüllung übernommener Verpflichtungen, die friedliche Beilegung von Streitigkeiten, das Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt und die Unterstützung von UN-Maßnahmen.

Zugleich schützt die Charta grundsätzlich den innerstaatlichen Zuständigkeitsbereich. Dieser Grundsatz der Nichteinmischung steht in Spannung zu späteren Entwicklungen des Menschenrechtsschutzes und der internationalen Verantwortung. Historische Institutionen verändern ihre Bedeutung, wenn Normen, Erwartungen und politische Kräfte sich wandeln.


Die sechs Hauptorgane

Die Charta schuf sechs Hauptorgane:

Hauptorgan Historische Funktion
Generalversammlung Forum aller Mitgliedstaaten; Beratung, Empfehlungen, Haushaltsentscheidungen und Wahlen.
Sicherheitsrat Hauptverantwortung für internationalen Frieden und Sicherheit; Möglichkeit verbindlicher Beschlüsse.
Wirtschafts- und Sozialrat Koordination wirtschaftlicher, sozialer und humanitärer Zusammenarbeit.
Internationaler Gerichtshof Hauptrechtsprechungsorgan für Streitigkeiten zwischen Staaten und Rechtsgutachten.
Sekretariat Verwaltung der Organisation unter Leitung des Generalsekretärs.
Treuhandrat Aufsicht über Treuhandgebiete auf ihrem Weg zu Selbstregierung oder Unabhängigkeit.

Die institutionelle Architektur verband ein universelles Beratungsorgan mit einem kleineren Sicherheitsrat. Diese Verbindung sollte Repräsentation und Handlungsfähigkeit ausbalancieren.


Der Sicherheitsrat und das Vetorecht

Der Sicherheitsrat erhielt eine stärkere Stellung als der Rat des Völkerbunds. Seine Beschlüsse können unter bestimmten Voraussetzungen für alle Mitgliedstaaten verbindlich sein. Bei Bedrohungen oder Brüchen des Friedens kann er Maßnahmen beschließen, die von Sanktionen bis zu militärischen Schritten reichen.

Die fünf ständigen Mitglieder waren 1945 die Republik China, Frankreich, die Sowjetunion, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Bei wichtigen Sachfragen kann jedes dieser Mitglieder einen Beschluss verhindern. Dieses Vetorecht war der Preis für die dauerhafte Beteiligung der Großmächte.

Das Vetorecht kann unterschiedlich interpretiert werden. Befürworter sehen darin eine realistische Anerkennung globaler Machtverhältnisse und einen Schutz davor, dass die Organisation direkt gegen eine Großmacht vorgeht. Kritiker sehen darin eine Verletzung der Staatengleichheit und eine Ursache politischer Blockaden. Beide Deutungen müssen historisch geprüft werden.


Unterzeichnung, Ratifikation und Inkrafttreten

Die Unterzeichnung der Charta am 26. Juni 1945 bedeutete noch nicht, dass die Organisation sofort rechtswirksam bestand. Internationale Verträge müssen nach den innerstaatlichen Verfahren der beteiligten Staaten ratifiziert werden. Die Ratifikation bestätigt, dass ein Staat den Vertrag als verbindlich anerkennt.

Für das Inkrafttreten der UN-Charta war die Ratifikation durch China, Frankreich, die Sowjetunion, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten sowie durch die Mehrheit der übrigen Unterzeichner erforderlich. Diese Bedingung wurde am 24. Oktober 1945 erfüllt. Deshalb gilt dieser Tag als offizieller Gründungstag und wird als Tag der Vereinten Nationen begangen.

Polen unterzeichnete die Charta am 15. Oktober 1945. Obwohl es nicht an der Konferenz teilgenommen hatte, war für Polen ein Platz in der Unterzeichnerliste vorgesehen. Es zählt daher zu den 51 Gründungsmitgliedern.


Chronologie der Gründung

Datum Ereignis Bedeutung
14. August 1941 Veröffentlichung der Atlantik-Charta Formulierung grundlegender Ziele einer zukünftigen Friedens- und Nachkriegsordnung.
1. Januar 1942 Deklaration der Vereinten Nationen 26 Staaten schließen sich gegen die Achsenmächte zusammen; erste offizielle Nutzung des Namens United Nations.
30. Oktober 1943 Moskauer Deklaration Vier Mächte sprechen sich für eine allgemeine internationale Organisation aus.
November und Dezember 1943 Teheran-Konferenz Die führenden Alliierten bestätigen die Planung einer Weltorganisation.
August bis Oktober 1944 Dumbarton-Oaks-Konferenz Grundzüge der Organe, Zuständigkeiten und Sicherheitsordnung werden entworfen.
4. bis 11. Februar 1945 Konferenz von Jalta Einigung auf wesentliche Abstimmungsregeln und die Sonderstellung der Großmächte.
25. April 1945 Eröffnung der Konferenz von San Francisco 50 Staaten beginnen die abschließende Beratung der Charta.
26. Juni 1945 Unterzeichnung der UN-Charta 50 Staaten unterzeichnen das Gründungsdokument.
15. Oktober 1945 Unterzeichnung durch Polen Polen wird Teil der 51 Gründungsmitglieder.
24. Oktober 1945 Inkrafttreten der Charta Die Vereinten Nationen entstehen als internationale Organisation.


Zentrale Akteure und Interessen


Franklin D. Roosevelt und die Vereinigten Staaten

Roosevelt gehörte zu den wichtigsten politischen Architekten der neuen Organisation. Anders als nach dem Ersten Weltkrieg sollten die Vereinigten Staaten nicht außerhalb der Weltorganisation bleiben. Roosevelt verband internationalistische Ziele mit einer machtpolitischen Vorstellung: Die großen Siegermächte sollten als dauerhafte Garanten einer Sicherheitsordnung wirken.

Seine Vorstellung von den führenden Mächten wurde häufig mit dem Bild von vier oder später fünf Weltpolizisten beschrieben. Diese sollten gemeinsam handeln, um neue Aggressionen zu verhindern. Das Konzept beeinflusste die Zusammensetzung des Sicherheitsrats.

Roosevelt starb am 12. April 1945, kurz vor Beginn der Konferenz von San Francisco. Sein Nachfolger Harry S. Truman unterstützte das Projekt und nahm an der Abschlussphase der Konferenz teil.


Die Sowjetunion

Die Sowjetunion hatte im Zweiten Weltkrieg enorme Verluste erlitten und verlangte Sicherheitsgarantien. Sie bestand darauf, dass eine internationale Organisation nicht gegen ihre grundlegenden Interessen eingesetzt werden konnte. Das Vetorecht war aus sowjetischer Sicht eine zentrale Voraussetzung für die Mitgliedschaft.

Die sowjetische Politik war zugleich von ihrem Einfluss in Osteuropa geprägt. Der Gegensatz zwischen westlichen Vorstellungen und sowjetischen Sicherheitsinteressen wurde schon während der Gründungsphase sichtbar und verschärfte sich bald im Kalten Krieg.


Das Vereinigte Königreich und Frankreich

Das Vereinigte Königreich gehörte zu den führenden Planungsmächten. Es wollte seine Stellung als Weltmacht bewahren und zugleich die Zusammenarbeit mit den USA sichern. Frankreich war zunächst nicht an allen frühen Verhandlungen beteiligt, wurde aber als ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat aufgenommen.

Die privilegierte Stellung beider Staaten stand in einem Spannungsverhältnis zum schrittweisen Zerfall ihrer Kolonialreiche. Die neue Organisation verkündete universelle Prinzipien, während große Teile der Welt noch unter kolonialer Herrschaft standen.


China

Die Republik China gehörte seit der Moskauer Erklärung zum Kreis der führenden Mächte und erhielt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat. Die Einbeziehung Chinas sollte der Organisation eine breitere geografische Legitimation geben und die Bedeutung des asiatischen Kriegsschauplatzes berücksichtigen.

Seit 1971 wird der chinesische Sitz bei den Vereinten Nationen von der Volksrepublik China eingenommen. Für die Analyse der Gründung muss jedoch zwischen der damaligen Republik China und der späteren Vertretungsregelung unterschieden werden.


Kleine und mittlere Staaten

Die Konferenz war nicht nur eine Bühne der Großmächte. Kleinere und mittlere Staaten konnten Formulierungen verändern, zusätzliche Themen einbringen und die Stellung der Generalversammlung stärken. Ihr Einfluss war begrenzt, aber nicht bedeutungslos.

Eine geschichtswissenschaftliche Analyse sollte deshalb zwei Fehler vermeiden: Die UN-Gründung darf weder als harmonische Einigung aller Staaten noch als ausschließliches Diktat der Großmächte dargestellt werden. Sie war ein asymmetrischer Verhandlungsprozess mit unterschiedlichen Handlungsspielräumen.


Deutschland und die UN-Gründung

Deutschland war 1945 kein Gründungsmitglied. Das nationalsozialistische Deutschland war besiegt und stand unter alliierter Besatzung. Die neue Organisation entstand ausdrücklich im Kontext des Kriegs gegen die Achsenmächte.

Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik wurden erst am 18. September 1973 Mitglieder der Vereinten Nationen. Nach der deutschen Vereinigung wurde die Mitgliedschaft der Bundesrepublik fortgeführt.

Für die deutsche Geschichte ist die UN-Gründung eng mit der Niederlage des Nationalsozialismus, der internationalen Ahndung von Kriegsverbrechen, der Neuordnung Europas und der späteren schrittweisen Rückkehr beider deutscher Staaten in internationale Organisationen verbunden.


Historische Deutungen und Kontroversen


Neubeginn oder Fortsetzung der Machtpolitik?

Die Gründung der Vereinten Nationen kann als bedeutender Neubeginn verstanden werden. Erstmals entstand eine nahezu universell angelegte Organisation mit umfassenden Zuständigkeiten für Frieden, Recht, soziale Entwicklung und internationale Zusammenarbeit.

Gleichzeitig setzte sich klassische Machtpolitik fort. Die Siegermächte sicherten sich dauerhafte Sonderrechte. Die neue Ordnung war daher weder rein idealistisch noch ausschließlich realpolitisch. Sie verband normative Ziele mit institutionalisierter Macht.


Souveräne Gleichheit und ungleiche Entscheidungsrechte

Die Charta erklärt alle Mitgliedstaaten für souverän gleich. In der Generalversammlung besitzt grundsätzlich jeder Mitgliedstaat eine Stimme. Im Sicherheitsrat gelten jedoch besondere Rechte für fünf ständige Mitglieder.

Dieser Widerspruch ist kein späterer Fehler, sondern Teil des Gründungskompromisses. Eine historische Bewertung muss deshalb fragen, ob die Organisation ohne diese Ungleichheit überhaupt gegründet worden wäre und welche langfristigen Kosten der Kompromiss verursachte.


Universalismus und koloniale Ordnung

Die Charta spricht in universeller Sprache von Völkern, Menschenrechten und Gleichberechtigung. 1945 lebten jedoch viele Menschen in Kolonien und abhängigen Gebieten. Sie waren auf der Konferenz nicht durch eigene souveräne Staaten vertreten.

Der in der Charta verankerte Treuhandgedanke und das Prinzip der Selbstbestimmung konnten später antikoloniale Bewegungen stärken. Dennoch war die Gründungsordnung zunächst von kolonialen Machtverhältnissen geprägt. Aus postkolonialer Perspektive ist daher zu untersuchen, wer sprechen durfte, wer vertreten wurde und wer politisch unsichtbar blieb.


Frieden und Menschenrechte

Der unmittelbare Schwerpunkt der Gründung lag auf kollektiver Sicherheit und internationaler Zusammenarbeit. Menschenrechte wurden in der Charta genannt, aber noch nicht in einem umfassenden Katalog definiert. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 entwickelte diesen Bereich weiter.

Es wäre deshalb ungenau, die gesamte spätere Menschenrechtsordnung bereits vollständig in das Jahr 1945 zurückzuprojizieren. Historisches Denken unterscheidet zwischen ursprünglichen Formulierungen, späteren Auslegungen und institutionellen Weiterentwicklungen.


Quellenkritik und Geschichtsmethodik


Bildquellen lesen

Fotografien der Konferenz zeigen Rednerpulte, Flaggen, Delegationen und feierliche Unterzeichnungen. Solche Bilder vermitteln den Eindruck von Einigkeit und historischer Größe. Sie zeigen jedoch selten Konflikte hinter verschlossenen Türen, ausgeschlossene Gruppen oder gescheiterte Änderungsanträge.

Bei der Analyse einer Fotografie solltest Du fragen:

  1. Wer hat das Bild aufgenommen und in welchem institutionellen Auftrag?
  2. Welcher Moment wurde ausgewählt?
  3. Wer ist sichtbar und wer fehlt?
  4. Welche Wirkung erzeugen Perspektive, Raum, Symbole und Bildunterschrift?
  5. Welche zusätzlichen Quellen werden benötigt, um die Situation zu verstehen?

Das Bild eines Redners auf der Konferenz kann als Quelle für politische Selbstdarstellung, diplomatische Rituale und die Inszenierung internationaler Ordnung untersucht werden.


Vertragsquellen lesen

Ein Vertragstext ist keine neutrale Beschreibung der Wirklichkeit. Er formuliert Regeln, Ziele und Verpflichtungen. Seine Begriffe entstehen durch Verhandlungen und lassen oft bewusst Interpretationsspielräume.

Bei der UN-Charta ist besonders zu beachten:

  1. Die Präambel formuliert Werte und historische Zielvorstellungen.
  2. Die Artikel legen institutionelle Rechte und Pflichten fest.
  3. Begriffe wie Frieden, Sicherheit, Selbstbestimmung oder innere Zuständigkeit können unterschiedlich ausgelegt werden.
  4. Die tatsächliche politische Wirkung hängt von Machtverhältnissen, Verfahren und späterer Praxis ab.


Filmquellen lesen

Historische Filmaufnahmen wirken unmittelbar, sind aber ebenfalls gestaltet. Kameraposition, Schnitt, Kommentar, Musik und Auswahl der Szenen erzeugen eine Deutung. Offizielle Archivfilme betonen häufig Ordnung, Feierlichkeit und Konsens.

Vergleiche den Film mit schriftlichen Protokollen, Tagebüchern, Presseberichten oder späteren Forschungen. Achte darauf, ob Konflikte sichtbar werden oder ob vor allem eine Erfolgsgeschichte erzählt wird.


Vertiefung: Warum scheiterte der Völkerbund, während die UN Bestand hatten?

Ein einfacher Vergleich darf nicht behaupten, der Völkerbund sei vollständig wirkungslos und die UN seien automatisch erfolgreich gewesen. Beide Organisationen waren von den Interessen ihrer Mitglieder abhängig. Dennoch unterschieden sich ihre Voraussetzungen.

Die UN banden die wichtigsten Siegermächte dauerhaft ein. Der Sicherheitsrat erhielt weitergehende Befugnisse. Die Organisation verband Sicherheitsfragen mit wirtschaftlicher, sozialer, humanitärer und rechtlicher Zusammenarbeit. Außerdem wurde die Mitgliedschaft im Verlauf der Dekolonisation stark ausgeweitet.

Der entscheidende Unterschied lag jedoch nicht nur in der Satzung. 1945 waren die USA bereit, dauerhaft Mitglied zu werden, während sie dem Völkerbund ferngeblieben waren. Die neue Organisation erhielt dadurch politisches Gewicht. Gleichzeitig konnte der Ost-West-Konflikt den Sicherheitsrat blockieren. Institutionen lösen Machtkonflikte nicht auf, sondern schaffen Verfahren, in denen Konflikte bearbeitet werden können.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches historische Problem beeinflusste die Planung der Vereinten Nationen besonders? (Das Scheitern des Völkerbunds und die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs) (!Der Zerfall der Europäischen Union) (!Die Auflösung der NATO) (!Die Einführung des Euro)




In welchem Dokument wurde die Bezeichnung United Nations erstmals offiziell verwendet? (In der Deklaration der Vereinten Nationen von 1942) (!Im Versailler Vertrag) (!In der Potsdamer Erklärung) (!In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)




Wo wurden 1944 wichtige Vorschläge für die Struktur der neuen Weltorganisation ausgearbeitet? (In Dumbarton Oaks) (!In Versailles) (!In Bretton Woods) (!In Nürnberg)




Welche Frage wurde auf der Konferenz von Jalta für die UN-Gründung besonders wichtig? (Das Abstimmungsverfahren im Sicherheitsrat) (!Die Einführung einer Weltwährung) (!Die Verlegung des Völkerbunds nach Berlin) (!Die Auflösung aller Nationalstaaten)




Wann fand die Konferenz von San Francisco statt? (Vom 25. April bis zum 26. Juni 1945) (!Vom 1. Januar bis zum 14. Februar 1942) (!Vom 4. Juli bis zum 30. August 1944) (!Vom 10. Januar bis zum 1. Februar 1946)




Wie viele Staaten unterzeichneten die UN-Charta am 26. Juni 1945? (50 Staaten) (!26 Staaten) (!51 Staaten) (!193 Staaten)




Warum zählt Polen zu den Gründungsmitgliedern? (Polen unterzeichnete die Charta später und wurde als 51. Gründungsmitglied anerkannt) (!Polen leitete die Konferenz von Jalta) (!Polen war das einzige ständige Mitglied des Sicherheitsrats) (!Polen gründete den Völkerbund)




Wann trat die UN-Charta in Kraft? (Am 24. Oktober 1945) (!Am 26. Juni 1945) (!Am 8. Mai 1945) (!Am 10. Dezember 1948)




Welche Ratifikationen waren für das Inkrafttreten der Charta unverzichtbar? (Die Ratifikationen der fünf vorgesehenen ständigen Sicherheitsratsmitglieder und der Mehrheit der übrigen Unterzeichner) (!Nur die Ratifikation durch die Vereinigten Staaten) (!Nur die Ratifikation durch europäische Staaten) (!Die Ratifikation durch alle Staaten der Welt)




Welcher Grundkonflikt war in die Gründungsordnung eingebaut? (Die Spannung zwischen souveräner Gleichheit und dem Vetorecht der Großmächte) (!Der Gegensatz zwischen Monarchie und Republik in jedem Mitgliedstaat) (!Die Pflicht zur Einführung einer gemeinsamen Sprache) (!Die Abschaffung nationaler Verfassungen)





Memory

Völkerbund Vorläuferorganisation mit begrenzter Durchsetzungsfähigkeit
Atlantik-Charta Grundsätze einer künftigen Friedensordnung
Deklaration der Vereinten Nationen Kriegsbündnis von zunächst 26 Staaten
Dumbarton Oaks Entwurf der institutionellen Struktur
Jalta Einigung über das Abstimmungsverfahren der Großmächte
San Francisco Abschließende Beratung und Unterzeichnung
UN-Charta Gründungsvertrag der Weltorganisation
Ratifikation Innerstaatliche Bestätigung eines Vertrags





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historische Bedeutung
Atlantik-Charta Politische Grundsätze für eine zukünftige Nachkriegsordnung
Deklaration der Vereinten Nationen Gemeinsame Verpflichtung der alliierten Staaten im Krieg
Moskauer Deklaration Forderung nach einer allgemeinen internationalen Organisation
Dumbarton Oaks Ausarbeitung zentraler Organe und Zuständigkeiten
Jalta Kompromiss über Stimmrecht und Großmachtprivileg
San Francisco Beratung und Unterzeichnung des Gründungsvertrags
Inkrafttreten Rechtliche Entstehung der Vereinten Nationen






Kreuzworträtsel

Völkerbund Welche internationale Organisation gilt als wichtigster institutioneller Vorläufer der Vereinten Nationen?
Roosevelt Welcher US-Präsident prägte die Planung der neuen Weltorganisation entscheidend?
Jalta Auf welcher Konferenz wurde über die Abstimmungsregel der Großmächte entschieden?
Vetorecht Welches Sonderrecht besitzen die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats?
Polen Welcher Staat unterzeichnete später und zählt dennoch zu den Gründungsmitgliedern?
Ratifikation Wie heißt die innerstaatliche Bestätigung eines internationalen Vertrags?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der institutionelle Vorläufer der Vereinten Nationen war der

. Die im August 1941 veröffentlichte

formulierte wichtige Grundsätze einer Nachkriegsordnung. Am 1. Januar 1942 unterzeichneten zunächst 26 Staaten die

. Die Vorschläge für zentrale Organe entstanden 1944 in

. Auf der Konferenz von

wurde ein Kompromiss über das Abstimmungsverfahren der Großmächte gefunden. Die Gründungskonferenz begann am 25. April 1945 in

. Am 26. Juni 1945 wurde die UN-

unterzeichnet. Polen zählt als späterer Unterzeichner zu den 51

. Die Charta trat nach den erforderlichen

am 24. Oktober 1945 in Kraft. Ein zentraler Widerspruch besteht zwischen der souveränen Gleichheit und dem

der ständigen Sicherheitsratsmitglieder.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste zur UN-Gründung: Gestalte eine Zeitleiste mit mindestens acht Stationen von 1941 bis 1945. Ergänze zu jeder Station einen Satz, der ihre Bedeutung für die Gründung erklärt.
  2. Symbolanalyse: Untersuche das frühe Zeichen auf der UN-Charta und das spätere UN-Emblem. Beschreibe Weltkarte, Blickrichtung, Zweige und mögliche politische Aussagen.
  3. Historisches Glossar: Erstelle zwölf Begriffskarten zu Völkerbund, Atlantik-Charta, Deklaration, Moskauer Erklärung, Dumbarton Oaks, Jalta, San Francisco, Charta, Ratifikation, Sicherheitsrat, Vetorecht und souveräner Gleichheit.
  4. Bildquelle San Francisco: Wähle eine Fotografie aus dem aiMOOC und verfasse eine Bildanalyse mit Beschreibung, Kontext, Aussageabsicht und Grenzen der Quelle.


Standard

  1. Quellenvergleich zur Friedensordnung: Vergleiche einen Abschnitt der Atlantik-Charta mit der Präambel der UN-Charta. Arbeite Gemeinsamkeiten, Unterschiede und historische Entwicklungen heraus.
  2. Akteurskarte der UN-Gründung: Erstelle eine digitale oder analoge Karte der beteiligten Staaten und Akteursgruppen. Markiere Interessen, Bündnisse, Konflikte und Handlungsspielräume.
  3. Podcast zur Gründungskonferenz: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Podcast, in dem Du die Konferenz von San Francisco aus der Sicht einer Delegation erklärst. Kennzeichne historische Fakten und kreative Rekonstruktionen.
  4. Simulation des Sicherheitsratskompromisses: Führt eine Verhandlung zwischen Großmächten und kleineren Staaten durch. Entwickelt anschließend einen begründeten Kompromiss zur Frage des Vetorechts.


Schwer

  1. Historischer Essay zum Vetorecht: Beurteile die These, das Vetorecht sei 1945 zugleich Voraussetzung und Schwäche der neuen Weltorganisation gewesen. Verwende mindestens drei unterschiedliche Quellen.
  2. Postkoloniale Quellenanalyse: Untersuche, welche Regionen 1945 durch souveräne Staaten vertreten waren und welche nicht. Erkläre, wie koloniale Herrschaft die Konferenz und den Anspruch universeller Repräsentation beeinflusste.
  3. Kontrafaktische Geschichte: Entwickle ein begründetes Szenario für eine UN-Gründung ohne Vetorecht. Analysiere mögliche Folgen für die Teilnahme der Großmächte, den Kalten Krieg und die Handlungsfähigkeit der Organisation.
  4. Digitale Ausstellung: Kuratiere eine Ausstellung mit mindestens zehn Quellen zur UN-Gründung. Verfasse Objekttexte, ordne die Quellen thematisch und erkläre, welche historische Gesamterzählung Deine Auswahl erzeugt.




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Lernkontrolle

  1. Institutionenvergleich: Vergleiche Völkerbund und Vereinte Nationen nicht nur nach Aufbau, sondern nach ihren politischen Voraussetzungen. Erkläre, warum ähnliche Friedensziele zu unterschiedlichen institutionellen Lösungen führten.
  2. Kausalitätsanalyse: Entwickle ein Wirkungsgefüge, das Kriegserfahrung, Großmachtinteressen, kleinere Staaten, koloniale Ordnung und Völkerrecht miteinander verbindet. Begründe jede Verbindung.
  3. Dilemma des Vetorechts: Beurteile einen hypothetischen Vorschlag, das Vetorecht 1945 vollständig abzuschaffen. Formuliere je zwei wahrscheinliche Vorteile und Risiken aus damaliger Perspektive.
  4. Perspektivwechsel: Verfasse zwei kurze Stellungnahmen zur Charta, eine aus Sicht einer kleinen Gründungsnation und eine aus Sicht einer Bevölkerung in einem kolonial beherrschten Gebiet. Erkläre anschließend die Unterschiede.
  5. Quellenkritisches Urteil: Ein offizieller Film bezeichnet die Gründung als einmütigen Triumph internationaler Zusammenarbeit. Prüfe diese Aussage anhand der Verhandlungen, Konflikte und Ausschlüsse.
  6. Norm und Wirklichkeit: Analysiere den Gegensatz zwischen der Formulierung Wir, die Völker und der tatsächlichen Vertretung durch Regierungen. Entwickle ein begründetes historisches Urteil.
  7. Transfer auf internationale Organisationen: Leite aus der UN-Gründung drei allgemeine Bedingungen ab, unter denen internationale Organisationen entstehen und dauerhaft bestehen können.




Lernnachweis

Für einen qualifizierten Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du folgende Leistungen erbringen:

  1. Du ordnest die wichtigsten Ereignisse von 1941 bis 1945 chronologisch korrekt ein.
  2. Du erklärst den Unterschied zwischen Unterzeichnung, Ratifikation und Inkrafttreten.
  3. Du analysierst mindestens eine Textquelle und eine Bild- oder Filmquelle methodisch.
  4. Du unterscheidest die Interessen von Großmächten, kleineren Staaten und nicht oder nur indirekt vertretenen Bevölkerungen.
  5. Du erklärst die Struktur der UN-Charta und die Aufgaben der wichtigsten Hauptorgane.
  6. Du bewertest das Vetorecht unter Berücksichtigung der historischen Situation von 1945.
  7. Du entwickelst ein eigenständiges, quellenbasiertes Urteil zur Bedeutung der UN-Gründung.
  8. Du kennzeichnest Fakten, Deutungen und eigene Wertungen nachvollziehbar.
  9. Du verwendest zentrale Fachbegriffe korrekt und stellst historische Zusammenhänge präzise dar.




OERs zum Thema

Offizielle und frei zugängliche Informationsangebote:

  1. Geschichte der Vereinten Nationen auf der offiziellen UN-Webseite
  2. Offizielle UN-Darstellung der Konferenz von San Francisco
  3. Charta der Vereinten Nationen
  4. Forschungsführer der Dag-Hammarskjöld-Bibliothek zur UN-Charta
  5. Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen: Geschichte der UN
  6. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: UN-Charta
  7. Wikimedia Commons: Medien zur Gründungskonferenz
  8. Wikimedia Commons: Medien zur UN-Charta



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Schulfach+

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Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

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  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

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  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

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  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

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  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
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  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
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  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
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  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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