Zum Inhalt springen

Motivation im Unterricht - Pädagogik

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 23. Juli 2026, 19:47 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Motivation im Unterricht - Pädagogik




Motivation im Unterricht - Pädagogik


Einleitung

Motivation ist eine zentrale Bedingung dafür, dass Lernende eine Tätigkeit beginnen, ihr Aufmerksamkeit widmen, Anstrengung investieren und auch bei Schwierigkeiten weiterarbeiten. Im Unterricht zeigt sich Motivation deshalb unter anderem in Beteiligung, Ausdauer, Strategieeinsatz, Neugier, selbstständigem Weiterdenken und der Bereitschaft, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Motivation ist jedoch nicht unmittelbar sichtbar. Lehrende erschließen sie aus Äußerungen, Verhalten, Arbeitsprodukten und Selbstauskünften. Einzelne Beobachtungen dürfen dabei nicht vorschnell als stabile Eigenschaft einer Person gedeutet werden.

Dieser aiMOOC richtet sich an Studierende der Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik, Psychologie und Lehramtsausbildung. Du lernst wichtige Motivationstheorien kennen, prüfst ihre Aussagekraft für Unterrichtssituationen und entwickelst begründete Möglichkeiten zur Motivationsförderung. Im Mittelpunkt steht nicht die Vorstellung, Lehrkräfte könnten Motivation einfach „herstellen“. Professionelles pädagogisches Handeln gestaltet vielmehr Lernumgebungen, in denen Lernende Sinn erkennen, Kompetenz erleben, Zugehörigkeit erfahren und zunehmend selbstbestimmt handeln können.

Das Video kann als Einstieg genutzt werden, um die Entwicklung schulischer Motivation und den Einfluss von Bewertung zu diskutieren. Notiere beim Ansehen, welche Bedingungen Motivation fördern und welche sie schwächen könnten.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du zentrale Motivationstheorien unterscheiden, ihre Grundannahmen auf Unterrichtsfälle beziehen und Fördermaßnahmen fachlich begründen. Du kannst insbesondere:

  1. Motivation: Motive, Motivation, Interesse, Volition und beobachtbares Lernverhalten voneinander abgrenzen.
  2. Intrinsische und extrinsische Motivation differenziert erklären, ohne sie als starre Gegensätze zu behandeln.
  3. Selbstbestimmungstheorie: Die psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit analysieren.
  4. Erwartungs-Wert-Modell: Erfolgserwartung, subjektiven Wert und wahrgenommene Kosten auf Lernentscheidungen beziehen.
  5. Zielorientierung: Lernziele, Leistungsziele und Bezugsnormen in Unterricht und Leistungsrückmeldung erkennen.
  6. Attributionstheorie: Ursachenzuschreibungen und ihre Bedeutung für Emotion, Erwartung und Anstrengung erklären.
  7. Selbstwirksamkeitserwartung: Quellen von Selbstwirksamkeit identifizieren und realistische Fördermaßnahmen entwickeln.
  8. Unterrichtsqualität: Motivationsförderliche Merkmale von Aufgaben, Rückmeldungen, Beziehungen und Lernklima beurteilen.
  9. Diagnostik: Motivationsprobleme mehrperspektivisch untersuchen, statt Lernende vorschnell zu etikettieren.
  10. Didaktik: Eine Unterrichtssequenz planen, die Struktur und Autonomieunterstützung miteinander verbindet.


Begriffliche Grundlagen


Motiv, Motivation, Interesse und Volition

Ein Motiv bezeichnet eine relativ überdauernde Bereitschaft, bestimmte Arten von Zielen als bedeutsam zu erleben, beispielsweise Leistung, Anschluss oder Einfluss. Motivation beschreibt dagegen den aktuellen Prozess, in dem Person und Situation zusammenwirken. Ein Lernender kann ein ausgeprägtes Leistungsmotiv besitzen und dennoch in einer konkreten Stunde wenig motiviert sein, wenn die Aufgabe unverständlich, überfordernd oder persönlich bedeutungslos erscheint.

Interesse richtet sich auf Inhalte oder Tätigkeiten. Situationales Interesse kann durch eine überraschende Frage, ein relevantes Problem oder ein anschauliches Beispiel ausgelöst werden. Individuelles Interesse ist stabiler und entwickelt sich durch wiederholte, als bedeutsam und kompetenzförderlich erlebte Auseinandersetzung. Volition bezeichnet Prozesse, mit denen eine gefasste Absicht gegen Ablenkungen und Schwierigkeiten geschützt und in Handlung umgesetzt wird. Motivation erklärt somit vor allem, warum ein Ziel gewählt wird; Volition erklärt, wie eine Person trotz Hindernissen bei der Umsetzung bleibt.

Motivation lässt sich sinnvoll durch drei Merkmale beschreiben: Richtung des Handelns, Intensität der Anstrengung und Persistenz beziehungsweise Ausdauer. Gute pädagogische Diagnostik fragt deshalb nicht nur, ob jemand „motiviert“ ist, sondern wofür, wie stark, wie lange und unter welchen Bedingungen.


Intrinsische und extrinsische Motivation

Bei intrinsischer Motivation wird eine Tätigkeit wegen ihres eigenen Reizes ausgeführt, etwa aus Neugier, Freude am Problemlösen oder Interesse am Gegenstand. Bei extrinsischer Motivation liegt der Anlass außerhalb der Tätigkeit, etwa in einer Note, Anerkennung, einem Abschluss oder der Vermeidung negativer Folgen. Diese Unterscheidung ist nützlich, aber keine vollständige Beschreibung.

Die Selbstbestimmungstheorie zeigt, dass extrinsisch motiviertes Handeln unterschiedlich selbstbestimmt sein kann. Eine Aufgabe kann zunächst wegen äußerer Vorgaben begonnen werden, später aber als persönlich sinnvoll gelten und in das eigene Selbstverständnis aufgenommen werden. Entscheidend ist daher nicht allein, ob ein äußerer Anlass vorhanden ist, sondern wie stark Lernende den Handlungsgrund akzeptieren und als eigenen erleben.

Belohnungen sind nicht automatisch schädlich und intrinsische Motivation ist nicht für jeden Lerninhalt jederzeit realistisch. Problematisch können Belohnungen, Drohungen oder dauernder Leistungsdruck werden, wenn sie als kontrollierend erlebt werden und Aufmerksamkeit vom Lerngegenstand auf die äußere Konsequenz verschieben. Informative Anerkennung, die nachvollziehbar auf Fortschritt und Strategie bezogen ist, kann dagegen Kompetenzerleben unterstützen.


Zentrale Motivationstheorien für den Unterricht


Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan

Die Selbstbestimmungstheorie von Edward L. Deci und Richard M. Ryan unterscheidet verschiedene Qualitäten von Motivation. Für pädagogische Kontexte sind drei psychologische Grundbedürfnisse besonders bedeutsam:

Grundbedürfnis Bedeutung Motivationsförderliche Unterrichtsbedingungen Mögliche Frustration
Autonomie Das eigene Handeln als selbstgewählt, sinnvoll und persönlich bejaht erleben Begründungen, echte Wahlmöglichkeiten, Mitgestaltung, Perspektivübernahme, Raum für Initiative Druck, unnötige Kontrolle, manipulatives Belohnen, fehlende Mitsprache
Kompetenz Sich wirksam fühlen und Anforderungen bewältigen können Klarheit, passende Herausforderungen, Hilfen, Übung, informatives Feedback, sichtbarer Fortschritt Dauerhafte Überforderung, Unterforderung, unklare Kriterien, beschämende Rückmeldungen
Soziale Eingebundenheit Sich angenommen, respektiert und zugehörig fühlen Verlässliche Beziehungen, Kooperation, Anerkennung, faire Regeln, Schutz vor Ausgrenzung Isolation, Demütigung, Gleichgültigkeit, Konkurrenz ohne Sicherheit

Autonomie bedeutet nicht Regellosigkeit. Lernende benötigen häufig gleichzeitig Struktur und Wahlfreiheit. Struktur umfasst transparente Ziele, verständliche Erwartungen, erreichbare Schritte, vorhersehbare Konsequenzen und verlässliche Unterstützung. Autonomieunterstützung heißt, die Perspektive der Lernenden ernst zu nehmen, Gründe zu erläutern, Initiative zu ermöglichen und kontrollierende Sprache zu reduzieren. Besonders wirksam ist die Verbindung: klare Orientierung ohne unnötigen Zwang.

Nutze das Video, um die drei Grundbedürfnisse in einer beobachteten oder selbst erlebten Unterrichtsstunde zu identifizieren.


Kontinuum der Verhaltensregulation

Die Selbstbestimmungstheorie ordnet Motivation nicht nur in intrinsisch und extrinsisch ein, sondern beschreibt ein Kontinuum der Internalisierung:

Regulationsform Typischer innerer Satz Pädagogische Bedeutung
Amotivation „Ich weiß nicht, warum ich das tun soll, und glaube nicht, dass es etwas bringt.“ Sinn, Erwartung und Handlungsfähigkeit müssen zunächst geklärt werden.
Externale Regulation „Ich tue es wegen Belohnung, Strafe oder direkter Kontrolle.“ Verhalten kann kurzfristig entstehen, bleibt aber stark von äußerer Steuerung abhängig.
Introjizierte Regulation „Ich muss es tun, sonst fühle ich mich schuldig oder wertlos.“ Innerer Druck kann Anstrengung erzeugen, aber auch Angst und Selbstwertprobleme verstärken.
Identifizierte Regulation „Ich tue es, weil ich das Ziel persönlich wichtig finde.“ Der Wert der Aufgabe ist anerkannt; das Handeln ist deutlich selbstbestimmter.
Integrierte Regulation „Die Tätigkeit passt zu meinen Werten und meinem Selbstbild.“ Der Handlungsgrund ist in das eigene Wertesystem aufgenommen.
Intrinsische Motivation „Ich tue es, weil die Tätigkeit selbst interessant oder befriedigend ist.“ Tätigkeit und Motivation fallen weitgehend zusammen.

Unterricht kann die Internalisierung unterstützen, indem Gründe nachvollziehbar gemacht, Gefühle und Widerstände anerkannt, Wahlmöglichkeiten angeboten und Erfolgserfahrungen ermöglicht werden. Das Ziel ist nicht, jede Aufgabe unterhaltsam zu machen, sondern Lernende dabei zu unterstützen, auch notwendige Anforderungen als sinnvoll und bewältigbar zu verstehen.


Bedürfnishierarchie nach Maslow: Bedeutung und Grenzen

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie ist ein historisch einflussreiches Modell. Sie lenkt den Blick darauf, dass körperliche Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeit, Anerkennung und Selbstverwirklichung menschliches Handeln beeinflussen können. Für Unterricht ist die Erinnerung wichtig, dass Hunger, Angst, Ausgrenzung oder fehlende Sicherheit Aufmerksamkeit und Beteiligung beeinträchtigen können.

Die Pyramide darf jedoch nicht als starres Naturgesetz verwendet werden. Bedürfnisse müssen nicht in einer universell festen Reihenfolge vollständig erfüllt sein, bevor andere wirksam werden. Für wissenschaftlich begründete Unterrichtsanalyse sind präziser operationalisierte Modelle wie die Selbstbestimmungstheorie, das Erwartungs-Wert-Modell oder die Selbstwirksamkeitserwartung meist hilfreicher. Maslows Modell eignet sich daher vor allem als historischer Ausgangspunkt und als Anlass zur kritischen Modellreflexion.


Erwartungs-Wert-Ansatz

Nach dem Erwartungs-Wert-Modell hängt die Bereitschaft, eine Lernhandlung aufzunehmen, wesentlich davon ab, ob Lernende Erfolg erwarten und welchen subjektiven Wert sie der Aufgabe zuschreiben. Hinzu kommen wahrgenommene Kosten, etwa Zeitaufwand, Anstrengung, Angst vor Misserfolg oder der Verzicht auf andere attraktive Tätigkeiten.

Komponente Leitfrage der Lernenden Pädagogische Ansatzpunkte
Erfolgserwartung „Kann ich diese Aufgabe bewältigen?“ Anforderungen klären, Vorwissen aktivieren, Teilziele bilden, Hilfen anbieten, Fortschritt sichtbar machen
Interessewert „Macht mir die Auseinandersetzung Freude?“ Neugier wecken, Wahlmöglichkeiten schaffen, Fragen der Lernenden aufgreifen
Nützlichkeitswert „Wofür brauche ich das?“ Lebenswelt, Beruf, Studium, gesellschaftliche Fragen und Folgeprobleme einbeziehen
Bedeutungswert „Passt die Aufgabe zu meinen Zielen und meinem Selbstbild?“ Identitätsbezüge ermöglichen, persönliche Ziele reflektieren, vielfältige Rollenmodelle zeigen
Kosten „Was kostet mich die Bearbeitung?“ Arbeitsbelastung realistisch planen, Angst reduzieren, Zeit strukturieren, unnötige Hürden entfernen

Eine Aufgabe kann wertvoll erscheinen und dennoch vermieden werden, wenn die Erfolgserwartung sehr niedrig ist. Umgekehrt führt hohe Erfolgserwartung nicht automatisch zu Engagement, wenn der Gegenstand als bedeutungslos erlebt wird. Motivationsförderung sollte deshalb Erwartung, Wert und Kosten gemeinsam betrachten.


Zielorientierungen und Leistungsmotivation

Leistungsmotivation betrifft das Bestreben, einen Gütemaßstab zu erreichen oder zu übertreffen. Die Forschung zu Zielorientierungen unterscheidet unter anderem:

Orientierung Zentrale Frage Mögliche Folgen
Lernzielorientierung „Wie kann ich verstehen, mich verbessern und eine Fähigkeit entwickeln?“ Ausdauer, Strategieeinsatz, Fehlertoleranz und vertieftes Lernen werden wahrscheinlicher.
Annäherungs-Leistungsziel „Wie kann ich meine Kompetenz im Vergleich zeigen?“ Kann Leistung anregen, aber Aufmerksamkeit stark auf sozialen Vergleich lenken.
Vermeidungs-Leistungsziel „Wie verhindere ich, unfähig zu wirken?“ Kann Angst, oberflächliche Strategien, Rückzug und Täuschungsverhalten begünstigen.

Unterricht sollte Lernfortschritt und Verstehen betonen, ohne Leistungsanforderungen zu verschleiern. Fehler können als diagnostische Informationen behandelt werden. Eine lernzielorientierte Kultur entsteht durch anspruchsvolle, aber erreichbare Aufgaben, Überarbeitungsmöglichkeiten, Rückmeldungen zu Strategien und eine Sprache, die Entwicklung statt Festschreibung hervorhebt.


Attributionstheorie

Attribution bezeichnet die Zuschreibung von Ursachen für Erfolg und Misserfolg. Nach Bernard Weiner lassen sich Ursachenzuschreibungen unter anderem danach unterscheiden, ob sie intern oder extern, stabil oder veränderlich sowie kontrollierbar oder wenig kontrollierbar erscheinen.

Zuschreibung Beispiel Mögliche motivationale Wirkung Pädagogische Reaktion
Fähigkeit als stabil und unveränderlich „Ich bin einfach schlecht in Mathematik.“ Niedrige Erwartung, Scham, Rückzug Fortschritt belegen, veränderbare Strategien und Voraussetzungen thematisieren, Etikettierung vermeiden
Anstrengung als kontrollierbar „Ich habe zu wenig geübt.“ Kann Verantwortung und erneute Anstrengung fördern Nicht pauschal „mehr anstrengen“ fordern, sondern wirksame Strategien und angemessene Unterstützung klären
Strategie als veränderlich „Meine Lernmethode hat nicht gepasst.“ Eröffnet konkrete Verbesserungsmöglichkeiten Alternative Strategien modellieren, erproben und auswerten
Aufgabenschwierigkeit „Die Aufgabe war sehr anspruchsvoll.“ Kann entlasten, aber auch Hilflosigkeit erzeugen Schwierigkeit transparent machen, Aufgabe gliedern, Scaffolding anbieten
Zufall „Ich hatte nur Glück oder Pech.“ Erfolg und Misserfolg erscheinen wenig steuerbar Kriterien und Zusammenhänge zwischen Handlung und Ergebnis sichtbar machen

Förderliches Feedback lenkt nicht ausschließlich auf Anstrengung. Unwirksame Anstrengung kann frustrieren. Entscheidend sind veränderbare, sachlich passende Ursachen: Strategie, Planung, Übungsqualität, Hilfenutzung, Vorwissen und konkrete nächste Schritte.


Selbstwirksamkeit und akademisches Selbstkonzept

Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet die Überzeugung, eine konkrete Anforderung durch eigenes Handeln bewältigen zu können. Sie ist auf Situationen und Handlungsbereiche bezogen. Das akademische Selbstkonzept umfasst umfassendere Einschätzungen eigener Fähigkeiten in einem Fach oder Lernbereich. Beide beeinflussen Zielwahl, Anstrengung, Ausdauer und den Umgang mit Rückschlägen.

Wichtige Quellen der Selbstwirksamkeit sind eigene Bewältigungserfahrungen, beobachtete Modelle, glaubwürdige Ermutigung und die Interpretation körperlicher oder emotionaler Zustände. Im Unterricht sind kleine, echte Erfolge besonders bedeutsam. Aufgaben sollten deshalb weder künstlich leicht noch dauerhaft überfordernd sein. Hilfen werden idealerweise so dosiert, dass Lernende die entscheidenden Schritte zunehmend selbst übernehmen.


Flow und Passung von Herausforderung und Fähigkeit

Flow bezeichnet einen Zustand intensiver Vertiefung, in dem Handlungsanforderungen und Fähigkeiten gut aufeinander abgestimmt sind, Ziele klar erscheinen und unmittelbare Rückmeldung möglich ist. Ist eine Aufgabe deutlich zu schwer, können Sorge oder Überforderung entstehen. Ist sie deutlich zu leicht, sind Langeweile und Unterforderung wahrscheinlicher.

Für die Unterrichtsplanung folgt daraus das Prinzip adaptiver Herausforderung. Differenzierung, gestufte Hilfen, Wahlaufgaben, Lernpfade und formative Diagnostik können die Passung verbessern. Flow lässt sich nicht erzwingen, aber durch klare Ziele, konzentrierte Arbeitsphasen, passende Schwierigkeit und zeitnahe Rückmeldung begünstigen.


Motivation als Ergebnis von Person und Lernumwelt


Unterrichtsklima und Beziehung

Ein lernförderliches Unterrichtsklima ist durch Respekt, Verlässlichkeit, Fairness, Sicherheit und konstruktive Kooperation geprägt. Die Lehrer-Schüler-Beziehung beeinflusst, ob Lernende Fragen stellen, Fehler zeigen, Hilfe suchen und anspruchsvolle Aufgaben riskieren. Zugehörigkeit ist damit keine bloße Zusatzleistung, sondern eine Bedingung, die kognitive und motivationale Prozesse unterstützt.

Beziehungsorientierung bedeutet nicht, auf Erwartungen zu verzichten. Professionelle Fürsorge verbindet Wertschätzung mit klarer Struktur. Kritik richtet sich auf überprüfbare Handlungen oder Produkte, nicht auf den Wert der Person. Regeln werden nachvollziehbar, konsistent und möglichst beteiligungsorientiert gestaltet.


Bezugsnormen in Rückmeldung und Bewertung

Leistung kann anhand verschiedener Bezugsnormen beurteilt werden:

Bezugsnorm Vergleich Chance Risiko
Individuelle Bezugsnorm Aktuelle Leistung mit früherer eigener Leistung Fortschritt und Kompetenzzuwachs werden sichtbar. Der erreichte fachliche Standard kann unklar bleiben.
Kriteriale Bezugsnorm Leistung mit transparenten fachlichen Kriterien Ziele, Qualität und nächste Schritte werden nachvollziehbar. Unklare oder überladene Kriterien können überfordern.
Soziale Bezugsnorm Leistung mit der Leistung anderer Kann Orientierung in Auswahl- oder Wettbewerbssituationen geben. Kann Angst, Rangfixierung und ungünstige Selbstvergleiche verstärken.

Motivationsförderliche Rückmeldung kombiniert häufig individuelle und kriteriale Informationen: „Du hast Deine Begründung gegenüber dem ersten Entwurf präzisiert; für das Kriterium Quellenbezug fehlt noch ein Beleg.“ Die soziale Bezugsnorm sollte besonders sensibel und nicht als dauerndes öffentliches Ranking eingesetzt werden.


Feedback als Lerninformation

Feedback ist motivierend, wenn es verständlich, glaubwürdig, zeitnah und handlungsrelevant ist. Es sollte drei Fragen beantworten: Wohin geht das Lernen?, Wo stehe ich? und Was ist ein sinnvoller nächster Schritt? Allgemeines Lob wie „Super!“ kann Beziehung signalisieren, liefert aber wenig Lerninformation. Personbezogene Urteile wie „Du bist ein Naturtalent“ können ein starres Fähigkeitsbild fördern.

Hilfreiches Feedback bezieht sich auf Aufgabe, Prozess, Strategie und Selbstregulation. Es würdigt Fortschritt, ohne Schwierigkeiten zu beschönigen. Rückmeldung wirkt nur dann, wenn Lernende sie verstehen, akzeptieren und anwenden können. Deshalb sind Überarbeitungszeit, Rückfragen und erneute Anwendung wesentliche Bestandteile einer Feedbackkultur.


Kooperatives Lernen und soziale Eingebundenheit

Kooperatives Lernen kann Motivation fördern, wenn Gruppenaufgaben positive Abhängigkeit, individuelle Verantwortlichkeit, echte Beteiligung und gemeinsame Reflexion enthalten. Bloßes „Setzt euch in Gruppen“ genügt nicht. Rollen, Teilziele, Kommunikationsregeln und ein gemeinsames Qualitätskriterium helfen, Trittbrettfahren und Dominanz einzelner Personen zu vermeiden.

Kooperation kann Kompetenz und Zugehörigkeit stärken, zugleich aber sozialen Druck erzeugen. Lehrende beobachten daher Beteiligung, Machtverhältnisse und Ausgrenzung. Wahlmöglichkeiten bei Rollen oder Darstellungsformen können die Selbstbestimmung erhöhen.


Motivationsförderliche Unterrichtsgestaltung


Zehn Gestaltungsprinzipien

Prinzip Umsetzung im Unterricht Motivationaler Mechanismus
Bedeutsamkeit klären Lernziele mit realen Problemen, Berufen, gesellschaftlichen Fragen oder persönlichen Zielen verbinden Wert und Identifikation
Erfolg ermöglichen Vorwissen aktivieren, Aufgaben gliedern, Hilfen dosieren und Fortschritt sichtbar machen Kompetenz und Erfolgserwartung
Echte Wahl anbieten Wahl zwischen Themen, Beispielen, Arbeitswegen, Rollen oder Produktformen ermöglichen Autonomie
Struktur sichern Ziele, Kriterien, Zeit, Materialien und Unterstützungswege transparent machen Sicherheit und Handlungsfähigkeit
Kognitiv aktivieren Erklärungen, Begründungen, Vergleiche, Prognosen und Problemlösen verlangen Interesse und vertieftes Lernen
Passend herausfordern Schwierigkeitsgrade, Lernpfade und Scaffolds adaptiv gestalten Flow und Kompetenzerleben
Informativ rückmelden Konkrete Stärken, Lücken, Strategien und nächste Schritte benennen Selbstwirksamkeit und Selbstregulation
Beziehung pflegen Perspektiven anhören, respektvoll kommunizieren und verlässlich handeln Soziale Eingebundenheit
Fehler produktiv nutzen Fehler analysieren, Überarbeitung erlauben und Lösungswege vergleichen Lernzielorientierung und adaptive Attribution
Reflexion ermöglichen Lernende Ziele setzen, Strategien prüfen und Fortschritt dokumentieren lassen Volition und metakognitive Kontrolle


Aufgaben motivierend gestalten

Eine motivierende Aufgabe ist nicht bloß „unterhaltsam“. Sie verbindet fachliche Substanz mit einem erkennbaren Zweck, bietet einen angemessenen Denkanspruch und erlaubt Lernenden, wirksam zu handeln. Besonders geeignet sind authentische Probleme, Fallanalysen, Experimente, Debatten, Forschungsaufträge, Gestaltungsaufgaben und Produkte für ein reales Publikum.

Eine Aufgabe sollte folgende Fragen beantworten: Was ist das fachliche Ziel? Warum ist es bedeutsam? Woran erkenne ich Qualität? Welche Entscheidungen dürfen Lernende treffen? Welche Unterstützung steht zur Verfügung? Wie wird Fortschritt sichtbar? Welche Form der Rückmeldung und Überarbeitung ist vorgesehen?


Autonomieunterstützende Sprache

Sprache kann Wahlfreiheit stärken oder Druck erhöhen. Autonomieunterstützende Kommunikation verzichtet nicht auf Anforderungen, erläutert aber deren Sinn und anerkennt mögliche Widerstände.

Kontrollierende Formulierung Autonomieunterstützende Alternative
„Ihr müsst das machen, weil ich es sage.“ „Die Aufgabe trainiert das Begründen, das Du für die Fallanalyse benötigst. Du kannst zwischen zwei Fällen wählen.“
„Wer fertig ist, bekommt eine Belohnung.“ „Prüfe mit den Kriterien, ob Deine Lösung tragfähig ist. Danach kannst Du eine Vertiefungsfrage auswählen.“
„Das ist doch ganz leicht.“ „Der Einstieg ist anspruchsvoll. Nutze zuerst das Beispiel und entscheide dann, welche Hilfe Du brauchst.“
„Falsch. Du hast nicht aufgepasst.“ „Dein Ergebnis passt noch nicht zum Kriterium. Zeige mir Deinen Rechenweg, damit wir den entscheidenden Schritt finden.“


Motivationsdesign mit dem ARCS-Modell

Das ARCS-Modell von John M. Keller bietet ein Planungsraster mit vier Dimensionen:

Dimension Leitfrage Beispiele
Attention Wie wird Aufmerksamkeit geweckt und erhalten? Problemfrage, Perspektivwechsel, überraschender Befund, Variation
Relevance Wie wird Bedeutung für Ziele und Erfahrungen sichtbar? Anwendungsfall, Berufsbezug, Lebenswelt, Wahl eines Kontextes
Confidence Wie entsteht begründete Zuversicht? klare Anforderungen, Teilziele, Übung, formative Rückmeldung
Satisfaction Wie wird Kompetenzzuwachs als befriedigend erlebt? sichtbares Produkt, Anwendung, Anerkennung, Selbstbewertung

Das Modell ersetzt keine fachliche Didaktik, hilft aber, motivationale Bedingungen systematisch mitzudenken.


Umgang mit Belohnung, Noten und Wettbewerb

Noten, Belohnungen und Wettbewerb können Verhalten steuern, erzeugen aber nicht automatisch nachhaltiges Lernen. Ihre Wirkung hängt davon ab, wie sie interpretiert werden. Eine Rückmeldung kann informativ sein, wenn sie Kompetenzzuwachs und Kriterien sichtbar macht. Sie kann kontrollierend wirken, wenn sie vor allem Druck, Überwachung oder sozialen Rang vermittelt.

Pädagogisch sinnvoll ist eine sparsame und transparente Nutzung äußerer Anreize. Lernziele, Kriterien, Wahlmöglichkeiten und inhaltliche Bedeutung bleiben zentral. Öffentliche Ranglisten, Beschämung, unvorhersehbare Sanktionen und Belohnungen für jede kleine Lernhandlung sind besonders kritisch. Wo Noten institutionell erforderlich sind, sollten sie durch qualitative Rückmeldung, Überarbeitungsgelegenheiten und lernzielorientierte Kommunikation ergänzt werden.


Diagnose von Motivationsproblemen


Mehrperspektivisch statt defizitorientiert

Die Aussage „Der Schüler ist unmotiviert“ ist diagnostisch zu grob. Sie verschiebt ein komplexes Verhältnis von Person, Aufgabe, Gruppe, Unterricht und Lebenslage in eine vermeintliche Eigenschaft des Lernenden. Eine professionelle Analyse prüft mehrere Hypothesen:

  1. Aufgabenanalyse: Ist das Ziel verständlich, sinnvoll und erreichbar?
  2. Vorwissen: Fehlen fachliche Grundlagen oder geeignete Strategien?
  3. Selbstwirksamkeit: Erwartet die Person, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können?
  4. Emotion: Wirken Angst, Scham, Langeweile, Frustration oder Überlastung?
  5. Beziehung: Fühlt sich die Person respektiert, sicher und zugehörig?
  6. Autonomie: Gibt es begründete Anforderungen und echte Handlungsspielräume?
  7. Unterrichtsorganisation: Sind Zeit, Material, Übergänge und Hilfen klar?
  8. Lebenslage: Beeinflussen Schlaf, Sorgearbeit, Konflikte, Diskriminierung oder andere Belastungen die Teilnahme?
  9. Barrierefreiheit: Sind Sprache, Medien, Raum und Aufgaben zugänglich?
  10. Zielkonflikt: Konkurriert die Lernhandlung mit anderen wichtigen Zielen?

Diagnostik sollte Beobachtung, Gespräch, Lernprodukte, kurze Selbsteinschätzungen und fachliche Leistungsdaten verbinden. Motivationsfragebögen können Hinweise geben, ersetzen aber keine pädagogische Interpretation.


Fallanalyse: „Mira arbeitet kaum mit“

Mira beteiligt sich im Seminar selten, beginnt Aufgaben verspätet und gibt kurze Antworten. Eine defizitorientierte Deutung lautet: „Mira ist faul.“ Eine mehrperspektivische Analyse prüft dagegen, ob die Aufgaben zu offen sind, ob Fachbegriffe fehlen, ob öffentliche Fehler Angst auslösen, ob der Nutzen unklar ist oder ob Mira sich in der Gruppe ausgeschlossen fühlt.

Eine mögliche Intervention kombiniert ein kurzes vertrauliches Gespräch, ein transparentes Teilziel, ein Beispielprodukt, Wahl zwischen zwei Fällen, Partnerarbeit mit klaren Rollen und eine Rückmeldung zum nächsten Schritt. Anschließend wird beobachtet, welche Veränderung eintritt. Die Intervention bleibt eine prüfbare Hypothese und keine sichere Diagnose.


Heterogenität, Inklusion und Motivation

Motivationsförderung muss Heterogenität berücksichtigen. Lernende unterscheiden sich in Vorwissen, Sprache, Interessen, Selbstkonzept, Erfahrung, kulturellen Bezügen, körperlichen und psychischen Voraussetzungen sowie verfügbaren Ressourcen. Ein vermeintlich neutraler Unterricht kann einzelne Gruppen wiederholt in Situationen geringer Zugehörigkeit oder niedriger Erfolgserwartung bringen.

Inklusive Pädagogik gestaltet Zugänge vielfältig, ohne Anforderungen beliebig zu machen. Hilfreich sind mehrsprachige oder visuelle Unterstützungen, alternative Darstellungsformen, klare Routinen, zugängliche Materialien, flexible Zeitstrukturen und Wahlmöglichkeiten. Motivation darf nicht als Vorwand dienen, strukturelle Barrieren zu individualisieren.

Kulturelle Responsivität bedeutet, Perspektiven, Erfahrungen und Wissensformen der Lernenden ernst zu nehmen, ohne Personen auf zugeschriebene Gruppenmerkmale zu reduzieren. Relevanz entsteht durch Dialog, nicht durch stereotype Annahmen.


Digitale Medien und Motivation

Digitale Medien können Autonomie, Feedback und Kooperation unterstützen, etwa durch adaptive Übung, Simulationen, kollaborative Dokumente oder selbst gewählte Darstellungsformen. Neuheit allein garantiert jedoch keine Motivation. Punkte, Abzeichen und Ranglisten können kurzfristig aktivieren, aber auch Aufmerksamkeit auf Belohnungen und Vergleich verengen.

Bei Gamification sollte geprüft werden, welches Verhalten das System belohnt, ob fachliches Denken sichtbar wird und ob Lernende Kontrolle über Daten und Darstellung behalten. Gute digitale Lernumgebungen reduzieren unnötige Hürden, machen Fortschritt verständlich und ermöglichen sinnvolle Entscheidungen. Datenschutz, Zugänglichkeit und Ablenkung sind Teil der didaktischen Beurteilung.


Planung einer motivationsförderlichen Unterrichtssequenz

Ein mögliches Planungsraster umfasst sechs Schritte:

Schritt Leitfragen
Diagnose Was wissen die Lernenden? Welche Erwartungen, Interessen, Barrieren und Erfahrungen sind wahrscheinlich relevant?
Ziel und Wert Welches fachliche Ziel ist zentral? Warum könnte es persönlich, gesellschaftlich oder beruflich bedeutsam sein?
Herausforderung und Unterstützung Welche Schwierigkeit ist produktiv? Welche Hilfen sichern Zugang, ohne die Denkleistung vorwegzunehmen?
Autonomie und Struktur Wo sind echte Entscheidungen möglich? Welche Ziele, Kriterien und Grenzen müssen klar sein?
Interaktion und Feedback Wie entstehen Zugehörigkeit, fachlicher Austausch, Rückmeldung und Überarbeitung?
Reflexion Wie prüfen Lernende und Lehrende Motivation, Strategie, Fortschritt und nächste Schritte?


Forschungsstand und pädagogische Einordnung

Forschung zur Selbstbestimmungstheorie zeigt über viele Studien hinweg Zusammenhänge zwischen Autonomieunterstützung, Bedürfnisbefriedigung, autonomer Motivation, Engagement, Wohlbefinden und Leistung. Meta-Analysen weisen darauf hin, dass die Qualität der Motivation bedeutsam ist: Selbstbestimmtere Regulationsformen gehen eher mit Anstrengung, Engagement und Wohlbefinden einher, während kontrollierte Motivation stärker mit Druck und ungünstigen emotionalen Folgen verbunden sein kann.

Solche Befunde dürfen nicht als einfache Rezepte gelesen werden. Wirkungen hängen von Alter, Fach, Kultur, Unterrichtsqualität, Messverfahren und Umsetzung ab. Viele Studien arbeiten mit Selbstauskünften und korrelativen Designs. Interventionen können kausale Hinweise liefern, doch auch sie haben begrenzte Übertragbarkeit. Pädagogische Professionalität verbindet deshalb empirische Evidenz, theoretische Plausibilität, fachliche Ziele, situative Diagnose und ethische Verantwortung.


Literatur und Forschungsgrundlagen

  1. Deci, Edward L. und Ryan, Richard M.: Self-Determination Theory and the Facilitation of Intrinsic Motivation, Social Development, and Well-Being. American Psychologist, 2000.
  2. Ryan, Richard M. und Deci, Edward L.: Self-Determination Theory. Basic Psychological Needs in Motivation, Development, and Wellness. Guilford Press, 2017.
  3. Niemiec, Christopher P. und Ryan, Richard M.: Autonomy, Competence, and Relatedness in the Classroom. Theory and Research in Education, 2009.
  4. Reeve, Johnmarshall und Cheon, Sung Hyeon: Autonomy-Supportive Teaching. Its Malleability, Benefits, and Potential to Improve Educational Practice. Educational Psychologist, 2021.
  5. Bureau, Julien S. und weitere: Pathways to Student Motivation. A Meta-Analysis of Antecedents of Autonomous and Controlled Motivations. Review of Educational Research, 2022.
  6. Wang, Yuruo, Wang, Hui, Wang, Shengnan, Wind, Stefanie A. und Gill, Christopher: A Systematic Review and Meta-Analysis of Self-Determination-Theory-Based Interventions in the Education Context. Learning and Motivation, 2024.
  7. Bandura, Albert: Self-Efficacy. The Exercise of Control. Freeman, 1997.
  8. Weiner, Bernard: An Attributional Theory of Motivation and Emotion. Springer, 1986.
  9. Eccles, Jacquelynne S. und Wigfield, Allan: Motivational Beliefs, Values, and Goals. Annual Review of Psychology, 2002.
  10. Keller, John M.: Motivational Design for Learning and Performance. The ARCS Model Approach. Springer, 2010.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bezeichnet Motivation im pädagogischen Sinn am treffendsten? (Einen aktuellen Prozess zielgerichteten Handelns) (!Eine unveränderliche Persönlichkeitseigenschaft) (!Eine ausschließlich angeborene Fähigkeit) (!Eine direkte Beobachtung ohne Interpretation)




Welches psychologische Grundbedürfnis gehört zur Selbstbestimmungstheorie? (Autonomie) (!Konkurrenz) (!Gehorsam) (!Belohnung)




Welche Aussage beschreibt identifizierte Regulation? (Die Aufgabe wird bearbeitet, weil ihr Ziel persönlich wichtig ist) (!Die Aufgabe wird nur aus unmittelbarer Freude ausgeführt) (!Die Aufgabe wird ohne erkennbaren Grund vermieden) (!Die Aufgabe wird ausschließlich wegen einer Strafe bearbeitet)




Welche Kombination entspricht dem Erwartungs-Wert-Ansatz? (Erfolgserwartung und subjektiver Wert) (!Begabung und Körpergröße) (!Tempo und Lautstärke) (!Alter und Sitzordnung)




Was kennzeichnet eine Lernzielorientierung? (Das eigene Verständnis und die Kompetenzentwicklung stehen im Mittelpunkt) (!Der soziale Rang ist das einzige Ziel) (!Fehler sollen grundsätzlich verborgen werden) (!Nur das Endergebnis ist bedeutsam)




Welche Rückmeldung unterstützt eine adaptive Attribution am ehesten? (Deine Strategie war noch nicht passend und kann verändert werden) (!Du bist für dieses Fach nicht gemacht) (!Das Ergebnis war reines Pech) (!Andere sind einfach intelligenter)




Was stärkt Selbstwirksamkeit besonders? (Echte eigene Bewältigungserfahrungen) (!Öffentliche Ranglisten) (!Unklare Anforderungen) (!Dauerhafte Überforderung)




Welche Bezugsnorm vergleicht eine Leistung mit fachlichen Kriterien? (Kriteriale Bezugsnorm) (!Soziale Bezugsnorm) (!Zufällige Bezugsnorm) (!Emotionale Bezugsnorm)




Wann ist Flow besonders wahrscheinlich? (Wenn Herausforderung und Fähigkeit gut aufeinander abgestimmt sind) (!Wenn jede Aufgabe deutlich zu leicht ist) (!Wenn Ziele und Rückmeldungen fehlen) (!Wenn die Person ständig unterbrochen wird)




Welche Maßnahme ist autonomieunterstützend? (Echte Wahlmöglichkeiten mit klaren Zielen anbieten) (!Alle Entscheidungen ohne Begründung vorgeben) (!Widerstand als Ungehorsam bestrafen) (!Jede Lernhandlung mit Punkten kontrollieren)





Memory

Autonomie Selbstbestimmtes Handeln
Kompetenz Erlebte Wirksamkeit
Eingebundenheit Soziale Zugehörigkeit
Volition Absichten umsetzen
Attribution Ursachenzuschreibung
Selbstwirksamkeit Bewältigungsüberzeugung
Lernziel Kompetenzentwicklung
Flow Vertiefte Tätigkeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung im Unterricht
Autonomieunterstützung Wahlmöglichkeiten und nachvollziehbare Begründungen
Kompetenzförderung Passende Herausforderungen und informatives Feedback
Soziale Eingebundenheit Respektvolle Beziehungen und verlässliche Zugehörigkeit
Kriteriale Bezugsnorm Vergleich mit transparenten fachlichen Anforderungen
Individuelle Bezugsnorm Vergleich mit dem eigenen früheren Lernstand
Adaptive Attribution Veränderbare Strategien als Ursache berücksichtigen
Erwartungsförderung Bewältigbare Teilziele und sichtbarer Fortschritt
Wertförderung Bedeutung und Anwendung eines Lerninhalts verdeutlichen






Kreuzworträtsel

Autonomie Welches Grundbedürfnis bezeichnet selbstbestimmtes Handeln?
Kompetenz Welches Grundbedürfnis wird durch bewältigbare Herausforderungen gestärkt?
Eingebundenheit Welches Grundbedürfnis betrifft Zugehörigkeit und Beziehung?
Attribution Wie heißt die Zuschreibung von Ursachen für Erfolg und Misserfolg?
Bezugsnorm Wie heißt ein Maßstab für die Beurteilung von Leistung?
Selbstwirksamkeit Wie heißt die Überzeugung, eine Anforderung bewältigen zu können?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Motivation beschreibt die Ausrichtung, Stärke und Dauer

Handelns.
Bei intrinsischer Motivation liegt der Anreiz in der

selbst.
Die Selbstbestimmungstheorie nennt Autonomie, Kompetenz und soziale

als psychologische Grundbedürfnisse.
Eine persönlich bejahte extrinsische Regulationsform heißt

.
Im Erwartungs-Wert-Ansatz beeinflusst neben der Erfolgserwartung der subjektive

die Handlungswahl.
Die Überzeugung, eine konkrete Aufgabe bewältigen zu können, heißt

.
Eine Ursache für Erfolg oder Misserfolg zuzuschreiben nennt man

.
Die kriteriale Bezugsnorm vergleicht eine Leistung mit fachlichen

.
Flow wird durch eine gute Passung von Fähigkeit und

begünstigt.
Autonomieunterstützung benötigt zugleich transparente Ziele und verlässliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Motivationsbeobachtung: Beobachte eine kurze Lernphase und beschreibe ausschließlich sichtbares Verhalten. Trenne Beobachtung und Interpretation in zwei Spalten.
  2. Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz zu Motivation, Motiv, Interesse, Volition, Selbstwirksamkeit und Attribution.
  3. Medienanalyse: Wähle eines der eingebetteten Videos und formuliere drei Kernaussagen sowie zwei kritische Rückfragen.
  4. Autonomie: Überarbeite drei kontrollierende Lehreräußerungen in autonomieunterstützende Formulierungen.


Standard

  1. Fallanalyse: Analysiere einen Fall geringer Beteiligung mit der Selbstbestimmungstheorie und entwickle je eine Maßnahme für Autonomie, Kompetenz und Eingebundenheit.
  2. Aufgabendesign: Gestalte eine traditionelle Übungsaufgabe so um, dass Bedeutung, Wahlmöglichkeit, angemessene Herausforderung und Feedback enthalten sind.
  3. Interview: Befrage zwei Lernende zu Situationen hoher und niedriger Lernmotivation. Werte die Aussagen theoriegeleitet und anonymisiert aus.
  4. Feedback: Entwickle für ein Lernprodukt eine kriteriale Rückmeldung mit Stärken, Entwicklungsbedarf und nächstem Handlungsschritt.


Schwer

  1. Unterrichtsforschung: Plane eine kleine Untersuchung zur Wirkung einer Wahlmöglichkeit auf Engagement. Formuliere Forschungsfrage, Indikatoren, Datenschutz und Grenzen.
  2. Theorienvergleich: Vergleiche Selbstbestimmungstheorie, Erwartungs-Wert-Ansatz und Attributionstheorie an demselben Unterrichtsfall.
  3. Unterrichtsplanung: Entwirf eine vollständige Unterrichtssequenz, die Struktur und Autonomieunterstützung systematisch verbindet. Begründe jede Phase.
  4. Kritische Pädagogik: Untersuche, wie Noten, Wettbewerb und institutionelle Macht Motivation beeinflussen. Entwickle realistische Reformvorschläge für eine Bildungseinrichtung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Eine Lerngruppe beginnt ein Projekt begeistert, bricht aber nach zwei Wochen häufig ab. Analysiere das Problem mit Motivation und Volition und entwickle einen abgestuften Interventionsplan.
  2. Konfliktfall: Eine Lehrkraft erhöht Belohnungen, trotzdem sinkt die freiwillige Beschäftigung mit dem Thema. Erkläre mehrere mögliche Mechanismen und nenne Bedingungen, unter denen Belohnung anders wirken könnte.
  3. Diagnostische Urteilsbildung: Prüfe die Aussage „Diese Studentin ist unmotiviert“ anhand mindestens fünf alternativer Hypothesen. Beschreibe, welche Daten zur Prüfung nötig wären.
  4. Didaktische Entscheidung: Vergleiche zwei Unterrichtsentwürfe hinsichtlich Erfolgserwartung, Wert, Kosten, Autonomie, Kompetenz und Eingebundenheit. Begründe, welcher Entwurf für welche Lerngruppe geeigneter ist.
  5. Feedbacktransfer: Formuliere eine beschämende Rückmeldung so um, dass sie kriterial, strategiebezogen und handlungsorientiert wird. Erkläre die erwartete motivationale Wirkung.
  6. Evidenzbewertung: Eine Studie findet einen Zusammenhang zwischen Autonomieunterstützung und Leistung. Erkläre, welche Schlussfolgerungen zulässig sind, welche nicht und wie ein stärkeres Forschungsdesign aussehen könnte.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du Theorien nicht nur wiedergeben, sondern auf pädagogische Situationen anwenden und kritisch beurteilen kannst. Wichtig sind:

  1. Fachbegriffe: Präzise Unterscheidung von Motivation, Motiv, Interesse, Volition, Selbstwirksamkeit und Attribution.
  2. Theoriekompetenz: Sichere Darstellung der Selbstbestimmungstheorie sowie mindestens eines weiteren Motivationsmodells.
  3. Fallanalyse: Mehrperspektivische Deutung eines konkreten Unterrichtsfalls ohne vorschnelle Defizitzuschreibung.
  4. Didaktische Planung: Entwicklung begründeter Maßnahmen zu Autonomie, Kompetenz, Zugehörigkeit, Wert und Erfolgserwartung.
  5. Diagnostik: Auswahl geeigneter Beobachtungs- und Befragungsdaten sowie Reflexion ihrer Grenzen.
  6. Forschungsbezug: Unterscheidung zwischen Korrelation, Intervention, Wirkung und begrenzter Übertragbarkeit.
  7. Reflexion: Auseinandersetzung mit Macht, Bewertung, Heterogenität, Inklusion und ethischen Folgen motivationaler Steuerung.
  8. Produkt: Möglich sind eine schriftliche Fallstudie, ein Unterrichtsentwurf, ein Forschungsbericht, ein Portfolio oder eine mündliche Verteidigung.




OERs zum Thema


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen