Zum Inhalt springen

Lerntheoretische Didaktik - Pädagogik

Aus MOOCsWiki Staging
Version vom 23. Juli 2026, 19:00 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Lerntheoretische Didaktik - Pädagogik



Lerntheoretische Didaktik - Pädagogik


Einleitung

Die lerntheoretische Didaktik gehört zu den einflussreichen Ansätzen der Allgemeinen Didaktik. Sie untersucht Unterricht als planbaren, analysierbaren und reflexionsbedürftigen Lehr-Lern-Prozess. Im Zentrum steht nicht zuerst die Frage, welcher Inhalt einen besonderen Bildungswert besitzt, sondern wie Unterricht unter konkreten Bedingungen strukturiert ist und wie begründete Entscheidungen über Ziele, Inhalte, Methoden und Medien getroffen werden können.

Der klassische Ausgangspunkt ist das von Paul Heimann entwickelte und von Gunter Otto sowie Wolfgang Schulz systematisierte Berliner Modell. Wolfgang Schulz entwickelte den Ansatz später zum Hamburger Modell weiter. Damit verschob sich der Schwerpunkt von einer zunächst empirisch-deskriptiven und weitgehend wertneutral gedachten Unterrichtsanalyse zu einer normativ begründeten, partizipativen und auf Emanzipation, Autonomie, Kompetenz und Solidarität gerichteten Didaktik.

Dieser aiMOOC richtet sich besonders an Studierende im Studienfach Pädagogik, an Lehramtsstudierende, Lehrkräfte, Ausbildende und pädagogische Fachkräfte. Du lernst, die Modelle fachlich einzuordnen, Unterricht systematisch zu analysieren, eigene Planungen zu begründen und die Grenzen des Ansatzes kritisch zu beurteilen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du

  1. Lerntheoretische Didaktik: den Ansatz begrifflich und wissenschaftsgeschichtlich einordnen.
  2. Berliner Modell: die zwei Bedingungsfelder und vier Entscheidungsfelder erklären.
  3. Interdependenz: Wechselwirkungen zwischen Zielen, Inhalten, Methoden, Medien und Voraussetzungen analysieren.
  4. Unterrichtsplanung: eine Lehr-Lern-Situation mit dem Berliner Modell planen und reflektieren.
  5. Hamburger Modell: die Weiterentwicklung durch Wolfgang Schulz darstellen.
  6. Emanzipation: Kompetenz, Autonomie und Solidarität als normative Leitideen beurteilen.
  7. Didaktisches Modell: Stärken, Grenzen und Anwendungsbedingungen des Ansatzes kritisch diskutieren.
  8. Digitalität: die Modelllogik auf inklusive, digitale und KI-gestützte Lehr-Lern-Situationen übertragen.


Orientierungswissen

Bereich Leitfrage Zentrale Begriffe
Wissenschaftliche Einordnung Was ist lerntheoretische Didaktik? Allgemeine Didaktik, Unterrichtstheorie, Lehr-Lern-Prozess
Berliner Modell Welche Faktoren strukturieren Unterricht? Bedingungsfeld, Entscheidungsfeld, Interdependenz
Hamburger Modell Wie wird Unterricht zu einem gemeinsamen pädagogischen Handeln? Kompetenz, Autonomie, Solidarität, Emanzipation
Professionelle Anwendung Wie werden Entscheidungen begründet und überprüft? Unterrichtsplanung, Diagnostik, Evaluation, Reflexion


Begriff und wissenschaftliche Einordnung


Didaktik als Theorie des Lehrens und Lernens

Didaktik befasst sich mit der Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Sie fragt unter anderem, welche Ziele verfolgt werden, welche Inhalte ausgewählt werden, wie Lernprozesse arrangiert werden und unter welchen Bedingungen Unterricht stattfindet. Die Allgemeine Didaktik formuliert Modelle, die grundsätzlich in unterschiedlichen Fächern, Bildungsstufen und Institutionen eingesetzt werden können. Für eine konkrete Planung muss sie jedoch mit Fachdidaktik, pädagogisch-psychologischem Wissen, Fachwissen und Kenntnissen über die jeweilige Lerngruppe verbunden werden.

Die Bezeichnung lerntheoretische Didaktik darf nicht so verstanden werden, als erkläre der Ansatz vollständig, wie Lernen psychologisch funktioniert. Gemeint ist vielmehr eine Didaktik, die den Lernbegriff und beobachtbare Lehr-Lern-Situationen zum Ausgangspunkt nimmt. Unterricht wird als Gefüge von Bedingungen und Entscheidungen betrachtet. Das Modell stellt Kategorien bereit, mit denen dieses Gefüge beschrieben, geplant und reflektiert werden kann.


Abgrenzung zur bildungstheoretischen Didaktik

Die lerntheoretische Didaktik entstand in kritischer Auseinandersetzung mit der bildungstheoretischen Didaktik, die besonders mit Wolfgang Klafki verbunden ist. Während Klafki die Auswahl und Begründung bildungsrelevanter Inhalte in den Mittelpunkt stellte, suchte Heimann nach einer formaleren, empirisch anschlussfähigen und unmittelbar für Planung sowie Analyse nutzbaren Strukturtheorie des Unterrichts.

Die Gegenüberstellung darf nicht als vollständiger Gegensatz missverstanden werden. Beide Ansätze fragen nach begründetem Unterricht, berücksichtigen Voraussetzungen der Lernenden und verlangen Reflexion. Sie setzen jedoch unterschiedliche Akzente:

Akzent Bildungstheoretische Didaktik Lerntheoretische Didaktik
Ausgangspunkt Bildung und Bildungsgehalt Lernen und Unterrichtsstruktur
Hauptfrage Welche Bedeutung hat ein Inhalt für Bildung? Welche Bedingungen und Entscheidungen strukturieren Unterricht?
Planungslogik Didaktische Analyse von Inhalten Analyse von Bedingungs- und Entscheidungsfeldern
Wissenschaftsideal Geisteswissenschaftlich-hermeneutisch Ursprünglich empirisch und sozialwissenschaftlich orientiert


Historische Entwicklung


Paul Heimann und die Berliner Schule der Didaktik

Paul Heimann formulierte 1962 mit seinem Beitrag Didaktik als Theorie und Lehre die Grundgedanken einer neuen Unterrichtswissenschaft. Seine Absicht war, die wiederkehrenden Strukturen realen Unterrichts zu erfassen. Lehrkräfte sollten ein operatives theoretisches Bewusstsein entwickeln: Sie sollten nicht bloß nach Gewohnheit oder Rezept handeln, sondern ihre Entscheidungen anhand theoretischer Kategorien wahrnehmen, begründen und überprüfen.

Heimann betrachtete seine Kategorien als formale Konstanten von Unterricht. Unabhängig vom Fach und von der konkreten Methode treten demnach stets Voraussetzungen, Absichten, Themen, Methoden und Medien auf. Das Modell ist deshalb kein fertiger Stundenentwurf und keine Methodensammlung. Es ist ein analytischer Ordnungsrahmen.

Gunter Otto und Wolfgang Schulz wirkten an der Systematisierung und Verbreitung des Ansatzes mit. Das 1965 veröffentlichte Werk Unterricht – Analyse und Planung machte die Modellstruktur für die Lehrkräftebildung besonders anschlussfähig. Die Bezeichnung Berliner Modell verweist auf den Entstehungskontext an der damaligen Pädagogischen Hochschule Berlin.


Vom Berliner zum Hamburger Modell

Wolfgang Schulz kritisierte später unter anderem den Anspruch auf Wertneutralität, den technologischen Charakter und die starke Zentrierung auf Entscheidungen der Lehrkraft. In seiner 1980 veröffentlichten Konzeption der Unterrichtsplanung entwickelte er das Berliner Modell zum Hamburger Modell weiter. Unterricht wurde nun stärker als gemeinsames, kommunikatives und gesellschaftlich verantwortliches Handeln verstanden.

Die Ortsbezeichnung Hamburger Modell hängt mit Schulz' Tätigkeit in Hamburg zusammen. Inhaltlich entscheidend ist jedoch die theoretische Veränderung: Das Modell soll nicht nur Unterricht beschreiben und technisch planbar machen, sondern pädagogisches Handeln an emanzipatorischen Interessen ausrichten und Lernende an Planung, Durchführung und Auswertung beteiligen.


Das Berliner Modell


Grundidee: Unterricht als Strukturzusammenhang

Das Berliner Modell unterscheidet zwei Bedingungsfelder und vier Entscheidungsfelder. Die Bedingungsfelder beschreiben Voraussetzungen, die nicht beliebig gesetzt werden können. Die Entscheidungsfelder markieren Bereiche, in denen Lehrende begründete Gestaltungsentscheidungen treffen. Alle sechs Felder stehen in einer durchgehenden Interdependenz: Eine Entscheidung verändert die Anforderungen an die anderen Felder.

Feldtyp Feld Leitfrage
Bedingungsfeld Anthropogene Voraussetzungen Welche individuellen Voraussetzungen bringen die Beteiligten mit?
Bedingungsfeld Soziokulturelle Voraussetzungen Welche gesellschaftlichen, institutionellen und situativen Bedingungen wirken?
Entscheidungsfeld Intentionalität Welche Ziele und Absichten werden verfolgt?
Entscheidungsfeld Thematik Welche Inhalte und Gegenstände werden bearbeitet?
Entscheidungsfeld Methodik Auf welchen Wegen und in welchen Lernarrangements wird gearbeitet?
Entscheidungsfeld Medienwahl Mit welchen Darstellungen, Werkzeugen und Medien wird gelernt?


Anthropogene Voraussetzungen

Die anthropogenen Voraussetzungen beziehen sich auf personale und gruppenbezogene Merkmale der Beteiligten. Dazu gehören beispielsweise Vorwissen, Erfahrungen, Motivation, Interessen, Sprachkompetenzen, Entwicklungsstand, Lernstrategien, körperliche und psychische Voraussetzungen sowie Beziehungen innerhalb der Lerngruppe.

Eine professionelle Bedingungsanalyse vermeidet Defizitzuschreibungen. Sie fragt nicht nur, was Lernende angeblich nicht können, sondern auch nach Ressourcen, Interessen, Mehrsprachigkeit, Erfahrungen und möglichen Zugängen. In inklusiven Lehr-Lern-Situationen gehören Barrieren der Wahrnehmung, Kommunikation, Mobilität und Aufgabenbearbeitung ausdrücklich zur Analyse.

Beispielfragen:

  1. Vorwissen: Welche fachlichen Konzepte sind bereits verfügbar?
  2. Motivation: Welche Interessen und Erwartungen prägen die Lerngruppe?
  3. Heterogenität: Welche Unterschiede sind für das geplante Lernen bedeutsam?
  4. Gruppendynamik: Welche Rollen, Beziehungen und Konflikte wirken?
  5. Barrierefreiheit: Welche Zugänge und Unterstützungen werden benötigt?


Soziokulturelle Voraussetzungen

Die soziokulturellen Voraussetzungen umfassen gesellschaftliche, institutionelle und situative Rahmenbedingungen. Dazu zählen Lehrpläne, Prüfungsordnungen, Zeit, Raum, Gruppengröße, technische Ausstattung, schulische Regeln, soziale Ungleichheiten, kulturelle Deutungsmuster und Erwartungen an Rollen von Lehrenden und Lernenden.

Bedingungen sind nicht immer unveränderlich. Manche lassen sich kurzfristig kaum beeinflussen, andere können pädagogisch gestaltet werden. Eine starre Sitzordnung kann verändert, ein fehlender digitaler Zugang durch Leihgeräte ausgeglichen und eine diskriminierende Aufgabenstellung überarbeitet werden. Die Bedingungsanalyse ist deshalb zugleich deskriptiv und kritisch: Sie beschreibt Gegebenheiten und prüft, welche davon verändert werden sollten.

Beispielfragen:

  1. Institution: Welche rechtlichen, curricularen und organisatorischen Vorgaben gelten?
  2. Soziale Ungleichheit: Welche Unterschiede im Zugang zu Zeit, Material und Unterstützung sind relevant?
  3. Lernraum: Welche räumlichen Möglichkeiten und Grenzen bestehen?
  4. Zeitmanagement: Wie viel Lernzeit steht realistisch zur Verfügung?
  5. Schulkultur: Welche Normen und Routinen beeinflussen die Interaktion?


Intentionalität: Ziele und Absichten

Das Entscheidungsfeld Intentionalität betrifft die Frage, was durch Unterricht ermöglicht, verändert oder aufgebaut werden soll. Ziele können Wissen, Verständnis, Fähigkeiten, Einstellungen, Urteilsvermögen, Kooperation oder Handlungsfähigkeit betreffen. Gute Zielformulierungen beschreiben nicht nur Tätigkeiten der Lehrkraft, sondern erwartete Lern- und Entwicklungsprozesse.

Ziele müssen zu den Voraussetzungen, zum Inhalt und zur vorgesehenen Lernzeit passen. Sie sollten fachlich legitimiert, pädagogisch verantwortbar und in geeigneter Weise überprüfbar sein. Eine vollständige Gleichsetzung von Lernen mit messbarem Verhalten wäre jedoch zu eng. Komplexe Ziele wie Mündigkeit, kritisches Denken oder Solidarität benötigen offene Beobachtungs- und Reflexionsformen.

Prüffragen:

  1. Lernziel: Was sollen Lernende am Ende wissen, verstehen, beurteilen oder gestalten können?
  2. Kompetenzorientierung: In welchen Situationen soll das Gelernte anwendbar sein?
  3. Normativität: Welche Werte sind im Ziel enthalten?
  4. Evaluation: Woran kann ein Lernfortschritt erkannt werden?


Thematik: Inhalte und Gegenstände

Das Entscheidungsfeld Thematik bezeichnet die Auswahl und Strukturierung von Inhalten. Ein Thema ist nicht bloß eine Überschrift. Es umfasst Begriffe, Probleme, Fälle, Zusammenhänge, Perspektiven und mögliche Kontroversen. Inhalt und Ziel sind voneinander abhängig: Ein Ziel ohne Gegenstand bleibt leer, ein Gegenstand ohne Ziel bleibt didaktisch unbestimmt.

Bei der Auswahl sind fachliche Korrektheit, Relevanz, Exemplarität, Komplexität und Zugänglichkeit zu berücksichtigen. Die lerntheoretische Didaktik ersetzt daher keine Sachanalyse. Sie verlangt vielmehr, dass die fachliche Struktur mit den Lernvoraussetzungen und den übrigen Entscheidungen in Beziehung gesetzt wird.

Prüffragen:

  1. Sachanalyse: Welche fachliche Struktur besitzt der Gegenstand?
  2. Didaktische Reduktion: Was darf vereinfacht werden, ohne den Inhalt zu verfälschen?
  3. Exemplarisches Lernen: Welche allgemeinen Einsichten lassen sich am Beispiel gewinnen?
  4. Kontroverse: Welche unterschiedlichen Perspektiven müssen sichtbar werden?


Methodik: Wege und Lernarrangements

Das Entscheidungsfeld Methodik umfasst die zeitliche, soziale und operative Gestaltung des Lehr-Lern-Prozesses. Dazu gehören Unterrichtsphasen, Aufgabenformate, Sozialformen, Gesprächsführung, Übung, Problemorientierung, Kooperation und Differenzierung. Eine Methode ist nicht allein deshalb geeignet, weil sie abwechslungsreich wirkt. Sie muss das Ziel, den Inhalt und die Voraussetzungen unterstützen.

Methodische Entscheidungen betreffen auch den Grad der Steuerung. Direkte Instruktion kann bei der Einführung klarer Verfahren sinnvoll sein, während offene Projekte besser zu komplexen Gestaltungs- und Urteilsaufgaben passen können. Professionelle Planung begründet die Passung und sieht Alternativen vor.

Prüffragen:

  1. Unterrichtsmethode: Welche Lernhandlungen werden durch die Methode angeregt?
  2. Sozialform: Wann sind Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit oder Plenum sinnvoll?
  3. Binnendifferenzierung: Welche unterschiedlichen Zugänge und Unterstützungen werden angeboten?
  4. Aktivierung: Werden Lernende kognitiv, sozial und emotional beteiligt?


Medienwahl: Mittel, Darstellungen und Werkzeuge

Das Entscheidungsfeld Medienwahl besitzt im Berliner Modell eine eigenständige Stellung. Medien transportieren Inhalte nicht neutral. Sie strukturieren Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Interaktion und mögliche Lernhandlungen. Ein Text, ein Experiment, eine Karte, ein Lernvideo, ein Modell oder ein KI-System eröffnet jeweils andere Zugänge und birgt andere Grenzen.

Die Auswahl richtet sich nach Ziel, Thema, Methode und Voraussetzungen. Zusätzlich sind Barrierefreiheit, Datenschutz, Urheberrecht, technische Zuverlässigkeit und die Möglichkeit zur kritischen Medienreflexion zu prüfen. Digitale Medien sind nicht automatisch innovativ; analoge Medien sind nicht automatisch überholt.

Prüffragen:

  1. Medienkompetenz: Welche Rezeptions- und Gestaltungskompetenzen werden benötigt?
  2. Multimedia: Unterstützt die Darstellung das Verstehen oder erzeugt sie Ablenkung?
  3. Barrierefreiheit: Gibt es Untertitel, Alternativtexte und zugängliche Formate?
  4. Datenschutz: Welche Daten werden verarbeitet und wer kontrolliert sie?
  5. Künstliche Intelligenz: Welche Fehler, Verzerrungen und Abhängigkeiten sind möglich?


Interdependenz, Variabilität und Kontrollierbarkeit

Die Interdependenz besagt, dass kein Feld isoliert entschieden werden kann. Ein anspruchsvolles Ziel verändert die Auswahl von Inhalten, Methoden und Medien. Eine heterogene Lerngruppe erfordert möglicherweise differenzierte Aufgaben. Ein bestimmtes Medium kann neue Methoden ermöglichen, aber auch Barrieren erzeugen.

Die Weiterentwicklung des Berliner Modells betont zusätzlich Variabilität und Kontrollierbarkeit. Variabilität bedeutet, Alternativen vorzubereiten und auf nicht vorhersehbare Situationen adaptiv zu reagieren. Kontrollierbarkeit meint, die Differenz zwischen Planung, Durchführung und Wirkung systematisch zu überprüfen. Kontrolle ist hier nicht als totale Steuerung der Lernenden zu verstehen, sondern als reflektierte Prüfung eigener didaktischer Annahmen.

Merksatz: Unterrichtsplanung ist kein starres Drehbuch, sondern eine begründete Hypothese über einen möglichen Lehr-Lern-Prozess.


Analyse und Planung mit dem Berliner Modell


Strukturanalyse und Faktorenanalyse

Heimanns Ansatz unterscheidet eine Strukturanalyse und eine Faktorenanalyse. In der Strukturanalyse werden die sechs Grundkategorien des Unterrichts erfasst. Die Faktorenanalyse vertieft die konkreten Ursachen, Bedingungen und möglichen Wirkungen einer bestimmten Situation. Dabei können Erkenntnisse aus Lernpsychologie, Soziologie, Entwicklungspsychologie, Medienpädagogik und Fachdidaktik einbezogen werden.

Eine sinnvolle Arbeitsfolge lautet:

  1. Bedingungsanalyse: Ermittle anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen.
  2. Zielformulierung: Bestimme begründete und realistische Absichten.
  3. Sachanalyse: Kläre Inhalt, Struktur, Kontroversen und Reduktionen.
  4. Methodenwahl: Plane Lernhandlungen, Sozialformen und Differenzierung.
  5. Medienwahl: Wähle zugängliche, funktionale und verantwortbare Medien.
  6. Interdependenzprüfung: Prüfe die wechselseitige Passung aller Felder.
  7. Durchführung: Beobachte Wirkungen und reagiere adaptiv.
  8. Evaluation: Vergleiche Planung, Prozess und Ergebnisse.
  9. Reflexion: Leite Konsequenzen für die nächste Planung ab.


Planungsbeispiel: Seminar zu digitaler Bildungsungleichheit

Das folgende Beispiel bezieht sich auf ein Hochschulseminar im Studienfach Pädagogik. Das Thema lautet Digitale Bildungsungleichheit und Teilhabe.

Modellfeld Begründete Planung
Anthropogene Voraussetzungen Die Studierenden verfügen über unterschiedliche Erfahrungen mit digitalen Lernplattformen, unterschiedliche Statistikkenntnisse und verschiedene Vorstellungen von Bildungsgerechtigkeit.
Soziokulturelle Voraussetzungen Das Seminar umfasst 24 Personen, dauert 90 Minuten und findet in einem Raum mit WLAN statt. Einige Studierende nutzen Leihgeräte. Die Prüfungsordnung verlangt eine theoriegeleitete Fallanalyse.
Intentionalität Die Studierenden analysieren einen Fall digitaler Ungleichheit, unterscheiden individuelle und strukturelle Erklärungen und entwickeln eine pädagogisch begründete Intervention.
Thematik Digital Divide, soziale Ungleichheit, Teilhabe, institutionelle Verantwortung und Datenschutz.
Methodik Kurzer Impuls, arbeitsteilige Fallanalyse, strukturierte Kontroverse, gemeinsame Entwicklung von Handlungsvorschlägen und Reflexion.
Medienwahl Barrierearmes Fallmaterial, Datengrafik mit Alternativtext, kollaboratives Dokument mit datensparsamer Einstellung und analoges Ersatzmaterial.
Evaluation Kriteriengeleitete Kurzpräsentation, Peer-Feedback und individuelle Reflexionsnotiz zur Interdependenz der Modellfelder.

Das Beispiel zeigt, dass die Felder keine unabhängigen Kästchen sind. Wird etwa das Ziel um eine statistische Datenanalyse erweitert, müssen Vorwissen, Zeit, Aufgabenstellung, Unterstützung und Medien neu geprüft werden. Fällt das WLAN aus, darf nicht das Lernziel zusammenbrechen; die Planung benötigt eine analoge Alternative.


Reflexionsbogen für beobachteten Unterricht

Beobachtungsbereich Reflexionsfrage
Voraussetzungen Welche Annahmen über die Lernenden waren erkennbar und wie angemessen waren sie?
Ziele Welche Lern- und Bildungsabsichten wurden sichtbar?
Inhalte Wie wurden fachliche Struktur, Relevanz und Kontroversen dargestellt?
Methoden Welche Lernhandlungen wurden tatsächlich ausgelöst?
Medien Wie beeinflussten Medien Aufmerksamkeit, Zugang und Interaktion?
Interdependenz Wo zeigten sich Passungen oder Widersprüche zwischen den Feldern?
Wirkungen Welche beabsichtigten und unbeabsichtigten Folgen waren beobachtbar?
Alternativen Welche begründete Veränderung wäre für eine nächste Durchführung sinnvoll?


Das Hamburger Modell


Normative Weiterentwicklung

Das Hamburger Modell von Wolfgang Schulz versteht Didaktik als Theorie professionellen pädagogischen Handelns. Es gibt den Anspruch einer weitgehenden Wertneutralität auf und macht die normative Orientierung ausdrücklich. Unterricht soll nicht zur bloßen Anpassung oder Funktionalisierung von Lernenden beitragen, sondern ihre Fähigkeit stärken, über sich selbst zu verfügen und gesellschaftlich verantwortlich zu handeln.

Zentrale Leitideen sind:

  1. Kompetenz: Wissen, Können und Einstellungen zur sachgerechten Bewältigung von Anforderungen.
  2. Autonomie: Fähigkeit zur Selbstbestimmung und zur kritischen Prüfung von Abhängigkeiten.
  3. Solidarität: Verantwortung für die Selbstbestimmung und Teilhabe anderer.

Diese Leitideen sind wechselseitig verbunden. Kompetenz ohne Autonomie kann bloßes Funktionieren fördern. Autonomie ohne Solidarität kann soziale Verantwortung ausblenden. Solidarität ohne Kompetenz kann folgenlos bleiben.


Sach-, Gefühls- und Sozialerfahrung

Schulz verbindet die leitenden Interessen mit unterschiedlichen Erfahrungsdimensionen:

  1. Sacherfahrung: Auseinandersetzung mit Gegenständen, Problemen, Wissen und Verfahren.
  2. Gefühlserfahrung: Wahrnehmung und Reflexion von Emotionen, Betroffenheit, Sicherheit und Unsicherheit.
  3. Sozialerfahrung: Erfahrung von Kooperation, Konflikt, Macht, Anerkennung und Verantwortung.

Damit wird Unterricht nicht allein als Vermittlung von Sachwissen verstanden. Jede Lehr-Lern-Situation enthält zugleich emotionale und soziale Erfahrungen. Eine Gruppenarbeit vermittelt beispielsweise nicht nur einen Fachinhalt, sondern auch Erfahrungen mit Beteiligung, Ausschluss, Verantwortung und Konflikt.


Planungsebenen

Das Hamburger Modell unterscheidet mehrere Planungsebenen:

Planungsebene Funktion
Perspektivplanung Langfristige Orientierung von Unterricht an Kompetenz, Autonomie und Solidarität sowie an Sach-, Gefühls- und Sozialerfahrungen.
Umrissplanung Strukturierung einer Unterrichtseinheit durch Ziele, Ausgangslage, Vermittlungsvariablen und Erfolgskontrolle.
Prozessplanung Konkrete Ausarbeitung von Teilzielen, Lernschritten, Aufgaben, Interaktionen, Medien und Zeit.
Planungskorrektur Veränderung der Planung während oder nach der Durchführung aufgrund beobachteter Wirkungen.

Die Planungsebenen machen deutlich, dass Unterricht weder vollständig spontan noch vollständig vorherbestimmt sein sollte. Professionelles Handeln verbindet langfristige Orientierung, konkrete Vorbereitung und situative Korrektur.


Beteiligung der Lernenden

Ein wesentliches Merkmal des Hamburger Modells ist die stärkere Beteiligung der Lernenden. Ziele, Themen, Arbeitsweisen und Formen der Auswertung sollen soweit möglich gemeinsam beraten werden. Beteiligung bedeutet jedoch nicht, dass Lehrende ihre professionelle Verantwortung abgeben. Sie schaffen transparente Entscheidungsräume, machen nicht verhandelbare Bedingungen sichtbar und begründen Grenzen.

Partizipative Planung kann unterschiedliche Formen annehmen:

  1. Mitbestimmung: Lernende wählen zwischen fachlich geeigneten Themen oder Aufgabenformaten.
  2. Selbsteinschätzung: Lernende benennen Voraussetzungen, Ziele und Unterstützungsbedarfe.
  3. Ko-Konstruktion: Kriterien, Produkte oder Arbeitswege werden gemeinsam entwickelt.
  4. Feedback: Lernende beurteilen Lernprozess und Unterrichtswirkungen.
  5. Metakommunikation: Die Gruppe spricht über ihre Zusammenarbeit, Konflikte und Machtverhältnisse.


Vergleich von Berliner und Hamburger Modell

Vergleichsaspekt Berliner Modell Hamburger Modell
Hauptvertreter Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz Wolfgang Schulz
Grundcharakter Analyse- und Entscheidungsmodell Normatives Handlungs- und Planungsmodell
Wissenschaftliche Orientierung Ursprünglich empirisch, deskriptiv und wertneutral beansprucht Kritisch, normativ und emanzipatorisch
Rolle der Lehrkraft Primär planende und entscheidende Instanz Professionelle Initiatorin gemeinsamer Verständigung
Rolle der Lernenden Vor allem als Teil der Voraussetzungen und Adressaten Stärker als Mitplanende und Mitentscheidende
Leitstruktur Zwei Bedingungsfelder und vier Entscheidungsfelder Leitinteressen, Erfahrungsdimensionen und Planungsebenen
Zentrale Zielperspektive Transparenz und Rationalität didaktischer Entscheidungen Kompetenz, Autonomie und Solidarität
Umgang mit Abweichungen Variabilität und Kontrolle der Planung Planungskorrektur und gemeinsame Reflexion

Beide Modelle bilden keine völlig getrennten Theorien. Das Hamburger Modell übernimmt die systematische Aufmerksamkeit für Bedingungen, Ziele, Inhalte, Methoden, Medien und Wirkungen, verändert aber die normative Begründung und die Beteiligungsstruktur.


Stärken, Grenzen und Kritik


Stärken

  1. Transparenz: Didaktische Entscheidungen werden begründbar und diskutierbar.
  2. Systematik: Zentrale Bereiche des Unterrichts geraten gemeinsam in den Blick.
  3. Interdependenz: Vereinfachende Einzelfallentscheidungen werden vermieden.
  4. Medienpädagogik: Medien erhalten früh eine eigenständige didaktische Bedeutung.
  5. Reflexion: Planung und Analyse können mit denselben Kategorien verbunden werden.
  6. Transfer: Das Modell ist in Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung und Ausbildung einsetzbar.
  7. Professionalität: Lehrkräfte entwickeln eine gemeinsame Sprache für Planung und Hospitation.


Grenzen und Einwände

  1. Abstraktion: Die Kategorien sind allgemein und geben keine konkrete Methode oder fachliche Lösung vor.
  2. Technologiekritik: Unterricht kann fälschlich als vollständig steuerbarer Produktionsprozess erscheinen.
  3. Lehrerzentrierung: Im klassischen Berliner Modell liegen Entscheidungen überwiegend bei der Lehrkraft.
  4. Wertneutralität: Ziele, Inhalte und institutionelle Bedingungen enthalten immer normative Vorentscheidungen.
  5. Lernprozess: Das Modell ordnet Planung, erklärt aber nicht vollständig, wie individuelles Lernen entsteht.
  6. Machtkritik: Ungleichheit, Diskriminierung und institutionelle Macht müssen ausdrücklich ergänzt werden.
  7. Empirische Prüfung: Die Plausibilität des Modells ersetzt keine empirische Forschung über Unterrichtsqualität und Lernwirksamkeit.
  8. Fachdidaktik: Fachspezifische Denkweisen, typische Fehlvorstellungen und Erkenntnismethoden müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

Ein professioneller Einsatz behandelt das Modell deshalb als heuristischen Orientierungsrahmen, nicht als Rezept. Es hilft, Fragen zu stellen und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Es garantiert weder guten Unterricht noch Lernerfolg.


Inklusionspädagogische Perspektive

Für inklusive Pädagogik ist die Bedingungsanalyse besonders anschlussfähig, wenn sie nicht zur Etikettierung von Lernenden verwendet wird. Schwierigkeiten entstehen nicht allein in Personen, sondern im Zusammenspiel von Anforderungen, Materialien, Räumen, Kommunikation und institutionellen Regeln. Daraus folgt eine verschobene Frage: Nicht nur Welche Defizite hat eine Person?, sondern Welche Barrieren erzeugt das geplante Arrangement und wie können sie reduziert werden?

Die vier Entscheidungsfelder können inklusiv konkretisiert werden:

  1. Intentionalität: Teilhabe, fachliches Lernen und Selbstbestimmung gemeinsam berücksichtigen.
  2. Thematik: vielfältige Perspektiven und diskriminierungskritische Inhalte einbeziehen.
  3. Methodik: flexible Zugänge, Kooperation und differenzierte Unterstützung ermöglichen.
  4. Medienwahl: barrierearme Formate, Alternativtexte, Untertitel und Bedienbarkeit sichern.


Lerntheoretische Didaktik in der Kultur der Digitalität


Medien sind mehr als Hilfsmittel

Digitale Medien verändern nicht nur die Darstellung eines bestehenden Inhalts. Plattformen, Suchmaschinen, Lernmanagementsysteme und KI-Systeme beeinflussen Auswahl, Reihenfolge, Sichtbarkeit, Kommunikation und Bewertung. Dadurch verschieben sich alle Modellfelder:

  1. Anthropogene Voraussetzungen: Digitale Erfahrungen, Datenkompetenz und Selbstregulation werden bedeutsam.
  2. Soziokulturelle Voraussetzungen: Plattformregeln, technische Infrastruktur, Datenökonomie und Zugangsgerechtigkeit wirken.
  3. Intentionalität: Informationskompetenz, Urteilsfähigkeit und verantwortliche Mediennutzung werden zu Lernzielen.
  4. Thematik: Algorithmen, Daten und digitale Öffentlichkeit können selbst zum Lerngegenstand werden.
  5. Methodik: Kollaboration, Simulation, hybride Lehre und adaptive Unterstützung eröffnen neue Arrangements.
  6. Medienwahl: Datenschutz, Transparenz, Barrierefreiheit, Urheberrecht und Abhängigkeit von Anbietern müssen geprüft werden.


Berliner Modell 2.0 als Diskussionsvorschlag

Mit dem Berliner Modell 2.0 liegt ein neuerer Diskussionsvorschlag vor, der die klassische Modelllogik für Lehr-Lern-Prozesse in einer Kultur der Digitalität weiterdenkt. Er macht darauf aufmerksam, dass zeitgemäßer Unterricht nicht durch den bloßen Einsatz digitaler Geräte entsteht. Entscheidend sind die didaktischen Entscheidungen über Kompetenzorientierung, Konstruktion, Kooperation, Individualisierung und mediale Gestaltung.

Der Vorschlag ist keine allgemein verbindliche Ablösung des klassischen Modells. Er zeigt vielmehr, dass ein offenes didaktisches Modell historisch weiterentwickelt werden kann. Für wissenschaftliches Arbeiten ist deshalb zwischen dem klassischen Berliner Modell und neueren Adaptationen klar zu unterscheiden.


Prüfung von KI-gestützten Lernarrangements

Bei der Planung mit generativer KI kannst Du die Modellfelder durch folgende Fragen ergänzen:

Feld KI-bezogene Prüffrage
Voraussetzungen Verfügen alle Lernenden über Zugang, Bedienkompetenz und alternative Arbeitswege?
Ziele Soll KI-Nutzung, fachliches Lernen, Urteilskompetenz oder Produktgestaltung gelernt werden?
Inhalte Welche fachlichen Aussagen müssen unabhängig überprüft werden?
Methoden Welche Eigenleistung, Kooperation und Reflexion bleiben unverzichtbar?
Medien Welche Daten werden verarbeitet, wie transparent ist das System und welche Verzerrungen sind möglich?
Evaluation Wie werden Prozess, Quellenprüfung, Begründung und Lernfortschritt sichtbar?


Bedeutung für Studium und pädagogische Professionalität


Typische Prüfungsanforderungen

In pädagogischen Studiengängen reicht es meist nicht, die sechs Felder auswendig aufzuzählen. Erwartet werden begriffliche Genauigkeit, historische Einordnung, Modellvergleich, Anwendung auf Fälle und kritische Reflexion. Besonders wichtig ist, dass Du nicht bei einer schematischen Tabelle stehen bleibst, sondern Wechselwirkungen begründest.

Eine überzeugende Fallanalyse enthält:

  1. Begriffsdefinition: Benenne Modell, Vertreter und Erkenntnisinteresse präzise.
  2. Situationsanalyse: Trenne anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen nachvollziehbar.
  3. Entscheidungsanalyse: Untersuche Ziele, Inhalte, Methoden und Medien.
  4. Interdependenzanalyse: Zeige mindestens drei wechselseitige Abhängigkeiten.
  5. Normenkritik: Lege Werte, Machtverhältnisse und Ausschlüsse offen.
  6. Modellkritik: Benenne Nutzen und Grenzen des Ansatzes.
  7. Transfer: Entwickle eine begründete Planungsalternative.


Kompakte Planungsmatrix

Schritt Leitfrage Qualitätskriterium
Bedingungen klären Wer lernt unter welchen Rahmenbedingungen? Ressourcen- und barriereorientierte Analyse
Ziele bestimmen Was soll sich im Wissen, Können, Urteilen oder Handeln entwickeln? Fachlich legitimiert, realistisch und transparent
Inhalte strukturieren Was ist zentral, exemplarisch und kontrovers? Sachlich korrekt und lernseitig zugänglich
Methoden begründen Welche Lernhandlungen führen zum Ziel? Passung statt bloßer Abwechslung
Medien prüfen Welches Medium unterstützt welche Funktion? Zugänglich, datensparsam und funktional
Wechselwirkungen prüfen Wo widersprechen oder unterstützen sich Entscheidungen? Kohärente Gesamtplanung
Alternativen vorsehen Was geschieht bei Überforderung, Zeitmangel oder Technikausfall? Adaptive Handlungsfähigkeit
Wirkungen reflektieren Was wurde erreicht und welche Nebenfolgen traten auf? Evidenzbasierte Planungskorrektur


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer gilt als Begründer der lerntheoretischen Didaktik und des Berliner Modells? (Paul Heimann) (!Wolfgang Klafki) (!John Dewey) (!Jean Piaget)




Aus welchen Feldern besteht die Grundstruktur des Berliner Modells? (Vier Entscheidungsfelder und zwei Bedingungsfelder) (!Drei Bildungsfelder und drei Prüfungsfelder) (!Zwei Methodenfelder und vier Inhaltsfelder) (!Sechs gleichartige Lernstufen)




Was gehört zu den anthropogenen Voraussetzungen? (Vorwissen Motivation und Lernvoraussetzungen) (!Lehrplan Raum und Prüfungsordnung) (!Medienauswahl und Aufgabenformat) (!Unterrichtsziel und Sachanalyse)




Welches Entscheidungsfeld fragt nach Werkzeugen und Darstellungsformen? (Medienwahl) (!Intentionalität) (!Thematik) (!Faktorenanalyse)




Was bedeutet Interdependenz im Berliner Modell? (Alle Modellfelder beeinflussen sich wechselseitig) (!Jedes Modellfeld wird unabhängig geplant) (!Nur Ziele bestimmen die übrigen Felder) (!Bedingungen spielen nach der Planung keine Rolle)




Wer entwickelte das Berliner Modell zum Hamburger Modell weiter? (Wolfgang Schulz) (!Paul Heimann) (!Maria Montessori) (!Johann Friedrich Herbart)




Welche drei Leitideen prägen das Hamburger Modell? (Kompetenz Autonomie und Solidarität) (!Effizienz Disziplin und Selektion) (!Wissen Prüfung und Benotung) (!Anpassung Gehorsam und Konkurrenz)




Welche Planungsebene des Hamburger Modells ist langfristig ausgerichtet? (Perspektivplanung) (!Planungskorrektur) (!Medienkontrolle) (!Faktorenanalyse)




Welcher Einwand richtet sich gegen den klassischen Anspruch auf Wertneutralität? (Didaktische Entscheidungen enthalten normative Vorannahmen) (!Unterricht besitzt niemals Ziele) (!Methoden haben keine Wirkung) (!Medien können nicht ausgewählt werden)




Welche Planung entspricht dem Interdependenzprinzip? (Ziele Inhalte Methoden Medien und Voraussetzungen werden auf Passung geprüft) (!Zuerst wird ein Medium gewählt und alles andere ignoriert) (!Die Methode bleibt unabhängig von der Lerngruppe) (!Die Evaluation wird vollständig ausgelassen)





Memory

Berliner Modell Planungs- und Analysemodell
Anthropogene Voraussetzungen Individuelle Lernbedingungen
Soziokulturelle Voraussetzungen Gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen
Intentionalität Ziele und Absichten
Thematik Inhalte und Gegenstände
Methodik Wege und Lernarrangements
Medienwahl Mittel und Darstellungen
Interdependenz Wechselseitige Abhängigkeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Leitfrage
Intentionalität Welche Ziele werden verfolgt?
Thematik Welche Inhalte werden bearbeitet?
Methodik Auf welchen Lernwegen wird gearbeitet?
Medienwahl Mit welchen Mitteln wird gelernt?
Bedingungsanalyse Unter welchen Voraussetzungen findet Unterricht statt?






Kreuzworträtsel

Heimann Wer begründete die lerntheoretische Didaktik?
Schulz Wer entwickelte das Hamburger Modell?
Interdependenz Wie heißt die wechselseitige Abhängigkeit aller Modellfelder?
Intentionalität Welches Feld bezeichnet Ziele und Absichten?
Thematik Welches Feld bezeichnet Inhalte und Gegenstände?
Autonomie Welche Leitidee steht für Selbstbestimmung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die lerntheoretische Didaktik betrachtet Unterricht als strukturierten

. Das Berliner Modell geht auf

zurück. Es unterscheidet zwei

. Individuelle Voraussetzungen werden als

bezeichnet. Gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen heißen

. Ziele und Absichten gehören zur

. Inhalte und Gegenstände gehören zur

. Wege und Lernarrangements werden der

zugeordnet. Mittel und Darstellungsformen gehören zur

. Die wechselseitige Abhängigkeit aller Felder heißt

. Wolfgang Schulz entwickelte den Ansatz zum

weiter. Dessen normative Leitideen sind Kompetenz, Autonomie und

. Eine Veränderung des Plans aufgrund beobachteter Wirkungen heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte: Gestalte eine übersichtliche Begriffskarte mit den zwei Bedingungsfeldern, vier Entscheidungsfeldern und mindestens sechs erklärenden Verbindungen.
  2. Unterrichtsbeobachtung: Beobachte eine kurze Lehr-Lern-Situation und notiere zu jedem Feld des Berliner Modells ein konkretes Beispiel.
  3. Medienvergleich: Vergleiche Tafelbild, Lernvideo und interaktive Simulation für dasselbe Lernziel und begründe Unterschiede.
  4. Erklärvideo: Produziere ein maximal dreiminütiges Video, in dem Du das Interdependenzprinzip an einem eigenen Beispiel erklärst.


Standard

  1. Fallanalyse: Analysiere einen vorgegebenen Unterrichtsfall mit dem Berliner Modell und benenne mindestens drei Wechselwirkungen.
  2. Unterrichtsentwurf: Plane eine 45-minütige Lerneinheit und begründe Ziele, Inhalte, Methoden, Medien und Bedingungen.
  3. Modellvergleich: Erstelle ein wissenschaftliches Poster, das Berliner und Hamburger Modell anhand von fünf Kriterien vergleicht.
  4. Interview: Befrage eine Lehrkraft zu ihrer Unterrichtsplanung und ordne ihre Aussagen den Modellfeldern zu.


Schwer

  1. Kritische Didaktik: Verfasse einen Essay zur Frage, ob wertneutrale Unterrichtsplanung möglich oder wünschenswert ist.
  2. Inklusive Unterrichtsplanung: Überarbeite einen bestehenden Unterrichtsentwurf so, dass Barrieren systematisch reduziert und Teilhabechancen erhöht werden.
  3. Forschungsprojekt: Untersuche anhand von Beobachtungsdaten, ob Planung und tatsächlicher Unterrichtsverlauf übereinstimmen, und diskutiere die Grenzen Deiner Daten.
  4. Künstliche Intelligenz in der Bildung: Entwickle ein KI-gestütztes Lernarrangement, prüfe es mit allen Modellfeldern und dokumentiere Datenschutz, Bias, Eigenleistung und Alternativen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Eine Lehrkraft plant eine digitale Gruppenarbeit, obwohl ein Teil der Lerngruppe keinen verlässlichen Gerätezugang besitzt. Analysiere den Widerspruch zwischen Bedingungs- und Entscheidungsfeldern und entwickle zwei tragfähige Alternativen.
  2. Entscheidungsbegründung: Zeige an einem selbst gewählten Thema, wie eine Veränderung des Lernziels mindestens drei weitere Modellfelder beeinflusst.
  3. Normenkritik: Prüfe einen Unterrichtsentwurf darauf, welche Vorstellungen von Leistung, Normalität und Teilhabe unausgesprochen vorausgesetzt werden.
  4. Modellvergleich: Beurteile, in welcher Situation das Berliner Modell und in welcher Situation das Hamburger Modell den größeren Erkenntnisgewinn bietet.
  5. Planungskorrektur: Entwickle für einen Unterrichtsverlauf mit Zeitverlust, Verständnisproblemen und Technikausfall eine begründete adaptive Reaktion.
  6. Inklusion: Erkläre, wie aus einer personenbezogenen Defizitbeschreibung eine barriereorientierte Bedingungsanalyse werden kann.
  7. Digitalität: Bewerte den Einsatz eines KI-Chatbots nicht nur als Medienentscheidung, sondern in seinen Auswirkungen auf Ziele, Inhalte, Methoden, Voraussetzungen und Evaluation.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Fachwissen: korrekte Darstellung von Entstehung, Vertretern und Grundbegriffen.
  2. Modellkompetenz: sichere Unterscheidung von Bedingungs- und Entscheidungsfeldern.
  3. Analysekompetenz: Anwendung des Modells auf eine konkrete Lehr-Lern-Situation.
  4. Begründungskompetenz: nachvollziehbare Erklärung der Interdependenzen.
  5. Vergleichskompetenz: differenzierter Vergleich von Berliner und Hamburger Modell.
  6. Urteilskompetenz: kritische Diskussion von Wertneutralität, Steuerbarkeit, Partizipation und Macht.
  7. Planungskompetenz: Entwicklung einer kohärenten, adaptiven und inklusiven Planung.
  8. Medienkompetenz: begründete Auswahl und kritische Prüfung analoger, digitaler und KI-gestützter Medien.
  9. Reflexionskompetenz: Auswertung beabsichtigter und unbeabsichtigter Wirkungen.
  10. Wissenschaftliches Arbeiten: korrekte Begriffsverwendung, Quellenbezug und transparente Argumentation.

Ein geeigneter Lernnachweis kann als theoriegeleitete Fallanalyse, Portfolio, Unterrichtsentwurf mit Reflexionsbericht, mündliche Prüfung oder wissenschaftliches Poster gestaltet werden. Bewertet werden nicht nur Vollständigkeit und Fachwissen, sondern vor allem die Qualität der Begründungen und Transferleistungen.




OERs zum Thema


Freie und wissenschaftliche Vertiefung

  1. Wikipedia zum Berliner Modell: Überblick über Entstehung, Modellfelder und Weiterentwicklungen.
  2. Wikipedia zum Hamburger Modell: Darstellung der normativen und planerischen Weiterentwicklung.
  3. e-teaching.org: Allgemeine Didaktik: Einordnung allgemeindidaktischer Ansätze.
  4. Fachportal Pädagogik: Die lerntheoretische Didaktik: Bibliografischer Nachweis zum Beitrag von Wolfgang Schulz.
  5. Berliner Modell 2.0: Wissenschaftlicher Diskussionsvorschlag für Lehr-Lern-Prozesse in einer Kultur der Digitalität.
  6. Didaktische Theorien zum Unterricht: Wissenschaftliche Einordnung von Planung, Gestaltung und Reflexion.


Literaturhinweise

  1. Paul Heimann: Didaktik als Theorie und Lehre. Die Deutsche Schule, 1962.
  2. Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz: Unterricht – Analyse und Planung. Hannover, 1965.
  3. Wolfgang Schulz: Unterrichtsplanung. München, 1980.
  4. Werner Jank und Hilbert Meyer: Didaktische Modelle. Berlin.
  5. Karl-Heinz Arnold und Carola Lindner-Müller: Die Lern- und die Lehrtheoretische Didaktik. In: Einführung in die Allgemeine Didaktik.
  6. Raphaela Porsch: Didaktische Theorien zum Unterricht. In: Theorien in der naturwissenschaftsdidaktischen Forschung.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen