Elvis Presley – Rubberneckin’


Elvis Presley – Rubberneckin’
Elvis Presley – Rubberneckin’

Einleitung
„Rubberneckin’“ ist ein Song des US-amerikanischen Sängers Elvis Presley. Die Aufnahme entstand am 20. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis. Geschrieben wurde das Stück von Dory Jones und Bunny Warren. 1969 erschien es zusammen mit „Don’t Cry Daddy“ auf einer Single von RCA Victor und wurde im Film Change of Habit verwendet. 2003 veröffentlichte der britische DJ und Produzent Paul Oakenfold einen erfolgreichen Remix.
Dieser aiMOOC verbindet Musikgeschichte, Höranalyse, Filmmusik, Englisch, Medienbildung, Urheberrecht und Musikproduktion. Du lernst, historische Informationen zu prüfen, musikalische Merkmale zu beschreiben und Originalaufnahme und Remix begründet zu vergleichen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du
- die Entstehungsgeschichte des Songs einordnen.
- Groove, Instrumentation, Form und Stimme beschreiben.
- die Funktion des Songs im Film untersuchen.
- Original und Remix anhand klarer Kriterien vergleichen.
- verlässliche und weniger verlässliche Quellen unterscheiden.
- rechtliche Fragen bei Musiknutzung und Bearbeitung reflektieren.
Grunddaten
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Titel | Rubberneckin’ |
| Interpret | Elvis Presley |
| Autoren | Dory Jones und Bunny Warren |
| Aufnahmedatum | 20. Januar 1969 |
| Aufnahmeort | American Sound Studio, Memphis |
| Produzent der Memphis-Sessions | Chips Moman |
| Plattenfirma | RCA Victor |
| Film | Change of Habit |
| Remix | Paul Oakenfold, 2003 |
Historischer Kontext
Elvis Presley im Jahr 1969
Nach Jahren mit zahlreichen Hollywoodfilmen suchte Elvis Presley Ende der 1960er-Jahre wieder stärker den Kontakt zu zeitgenössischer Rock-, Soul- und Countrymusik. Das erfolgreiche Fernsehprojekt von 1968, häufig als ’68 Comeback Special bezeichnet, unterstützte diese Neuorientierung. Die Memphis-Aufnahmen von 1969 gelten als wichtige Phase seiner späten Karriere.
Das American Sound Studio war nicht mit Sun Records zu verwechseln. Es wurde mit dem Produzenten Chips Moman und der Studioband The Memphis Boys verbunden. In diesem Umfeld entstanden neben „Rubberneckin’“ auch bekannte Presley-Aufnahmen wie „Suspicious Minds“, „In the Ghetto“ und „Kentucky Rain“.

Memphis als Musikstadt
Memphis ist eng mit Blues, Soul, Gospel, Rhythm and Blues, Country und Rock ’n’ Roll verbunden. Für Elvis Presley war die Stadt biografisch und musikalisch besonders wichtig: Hier begann seine frühe Karriere bei Sun Records, hier lag sein Wohnsitz Graceland, und hier nahm er 1969 im American Sound Studio auf.

Entstehung und Veröffentlichung
= Songwriting und Aufnahme
„Rubberneckin’“ wurde von Dory Jones und Bunny Warren geschrieben. Elvis Presley war der Interpret, nicht der Songautor. Diese Unterscheidung zeigt, dass in der Popmusik verschiedene Rollen zusammenwirken: Komposition, Textdichtung, Interpretation, Arrangement, Musikproduktion und Vermarktung.
Die Aufnahme entstand am 20. Januar 1969. Die Studiobesetzung umfasste Rhythmusgruppe, Tasteninstrumente, Bläser, Mundharmonika und Hintergrundstimmen. Der Klang beruht deshalb nicht nur auf Presleys Stimme, sondern auf dem Zusammenspiel vieler Musikerinnen und Musiker.
= Single und Film
1969 erschien „Rubberneckin’“ als B-Seite der Single „Don’t Cry Daddy“. Die Bezeichnungen A-Seite und B-Seite stammen aus der Kultur physischer Tonträger. Eine B-Seite war häufig weniger stark beworben, konnte aber dennoch musikalisch bedeutsam und erfolgreich sein.
Der Song wurde in Change of Habit verwendet, Presleys letztem Spielfilm als Schauspieler. Im Film verbindet sich die Musik mit Körpersprache, Kamera, Schnitt, Raum und Starimage. Dadurch erhält der Song eine zusätzliche audiovisuelle Bedeutung.
Musikalische Analyse
= Groove und Stil
„Rubberneckin’“ verbindet Elemente von Rockmusik, Soul, Rhythm and Blues und funkorientierter Rhythmik. Besonders auffällig ist der stetige Groove. Er entsteht durch das Zusammenspiel von Schlagzeug, Bass, Gitarren, Tasteninstrumenten und kurzen Akzenten.
Achte beim Hören auf folgende Aspekte:
- Rhythmus: Welche Zählzeiten werden betont?
- Basslinie: Wie unterstützt der Bass Bewegung und Spannung?
- Klangfarbe: Welche Instrumente stehen im Vordergrund?
- Dynamik: Wo nimmt die Intensität zu oder ab?
- Call and Response: Wo antworten Instrumente oder Hintergrundstimmen auf den Hauptgesang?
= Stimme und Performance
Elvis Presleys Stimme ist eng mit dem Groove verbunden. Kurze Silben, Akzente und flexible Phrasierung erzeugen eine körperliche, bewegte Wirkung. Die Stimme transportiert nicht nur Text, sondern arbeitet selbst wie ein rhythmisches Instrument.
Eine gute Höranalyse trennt Beobachtung und Deutung. Beobachtung: „Im Refrain treten zusätzliche Hintergrundstimmen hinzu.“ Deutung: „Dadurch wirkt der Abschnitt dichter und gemeinschaftlicher.“
= Bedeutung des Titels
Das englische Wort rubbernecking bezeichnet umgangssprachlich neugieriges Starren oder auffälliges Hinterherschauen. Eine wörtliche Übersetzung reicht nicht aus. Je nach Kontext passen Umschreibungen wie „neugierig glotzen“, „den Hals verrenken“ oder „auffällig hinterherschauen“.
Der Song im Film
Bei einer Filmszene hörst Du Musik nicht isoliert. Kamera, Montage, Figuren, Raum und Handlung beeinflussen die Wirkung. Man unterscheidet zwischen diegetischer Musik, die zur erzählten Welt gehört, und nicht-diegetischer Musik, die nur das Publikum hört.
Wenn Elvis im Bild singt und andere Figuren reagieren, spricht vieles für eine diegetische Aufführungssituation. Zugleich überlagern sich Filmrolle und Starimage: Das Publikum sieht sowohl die Figur als auch den bekannten Sänger Elvis Presley.
Der Remix von 2003
Ein Remix bearbeitet vorhandenes Audiomaterial neu. Spuren können wiederholt, gekürzt, gefiltert, neu angeordnet oder mit zusätzlichen elektronischen Elementen verbunden werden. Paul Oakenfold veröffentlichte 2003 einen Remix von „Rubberneckin’“. Die Stimme von Elvis Presley blieb das wichtigste Wiedererkennungsmerkmal, wurde aber in einen elektronisch geprägten Tanzkontext gesetzt.
Der Remix erreichte im Vereinigten Königreich Platz 5 der offiziellen Singlecharts. Er zeigt, wie historische Musik für neue Medien, Zielgruppen und Hörgewohnheiten aktualisiert werden kann.
| Kriterium | Original 1969 | Remix 2003 |
|---|---|---|
| Rhythmus | organisches Bandspiel | elektronisch verstärkter Beat |
| Klang | historische Studioaufnahme | verdichtete digitale Produktion |
| Stimme | in die Band eingebettet | als Erkennungssignal hervorgehoben |
| Kontext | Film und Single | Radio, Musikvideo und Clubkultur |
| Zielgruppe | Pop-Publikum der späten 1960er-Jahre | bestehende Fans und jüngeres Publikum |
Medienkompetenz und Urheberrecht
Für eine zuverlässige Recherche solltest Du mehrere Quellen vergleichen. Offizielle Künstlerseiten und Chartarchive können wichtige Daten liefern. Wissenschaftliche Literatur hilft bei der Einordnung. Fanwebseiten können nützlich sein, müssen aber besonders sorgfältig geprüft werden.
Ein Song enthält verschiedene rechtlich geschützte Ebenen: Komposition, Liedtext, konkrete Tonaufnahme, Filmaufnahme und Musikvideo. Für Schulprojekte solltest Du nur rechtlich zulässige Ausschnitte verwenden, Quellen nennen und für eigene Produktionen möglichst frei lizenzierte oder selbst eingespielte Musik einsetzen.
Verknüpfte Lernbereiche
- Musik: Höranalyse, Groove, Form, Stimme, Instrumentation und Arrangement
- Musikgeschichte: Elvis Presleys Memphis-Phase und Popgeschichte der späten 1960er-Jahre
- Englisch: Umgangssprache und Bedeutungsübertragung
- Geschichte: US-amerikanische Medien- und Jugendkultur
- Medienbildung: Filmwirkung, Quellenkritik und Remixkultur
- Urheberrecht: Komposition, Tonaufnahme, Lizenz und Nutzung
- Informatik: Digitale Audiobearbeitung und Sampling
- Kunst: Starfotografie und visuelle Inszenierung
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann wurde „Rubberneckin’“ aufgenommen? (20. Januar 1969) (!20. Januar 1959) (!7. Oktober 2003) (!16. August 1977)
In welchem Studio entstand die Aufnahme? (American Sound Studio) (!Abbey Road Studios) (!Electric Lady Studios) (!Sunset Sound)
Wer schrieb den Song? (Dory Jones und Bunny Warren) (!Elvis Presley und Chips Moman) (!Paul Oakenfold und Junkie XL) (!Jerry Leiber und Mike Stoller)
In welchem Film wurde der Song verwendet? (Change of Habit) (!Jailhouse Rock) (!Blue Hawaii) (!Viva Las Vegas)
Mit welchem Titel erschien „Rubberneckin’“ 1969 auf einer Single? (Don’t Cry Daddy) (!Suspicious Minds) (!In the Ghetto) (!Kentucky Rain)
Welche Plattenfirma veröffentlichte die Single? (RCA Victor) (!Motown) (!Atlantic Records) (!Capitol Records)
Wer produzierte den Remix von 2003? (Paul Oakenfold) (!Chips Moman) (!Sam Phillips) (!Quincy Jones)
Was ist ein Remix? (Neubearbeitung vorhandenen Audiomaterials) (!Unveränderte Kopie einer Aufnahme) (!Nur eine Übersetzung des Titels) (!Ausschließlich eine Liveaufnahme)
Welche Funktion hat der Groove? (Er erzeugt rhythmische Bewegung) (!Er ersetzt den Liedtext) (!Er bestimmt den Filmtitel) (!Er benennt die Plattenfirma)
Welche britische Chartplatzierung erreichte der Remix? (Platz 5) (!Platz 1) (!Platz 25) (!Platz 50)
Memory
| American Sound Studio | Aufnahmeort |
| Dory Jones und Bunny Warren | Songautoren |
| Change of Habit | Filmverwendung |
| Paul Oakenfold | Remixproduzent |
| The Memphis Boys | Studioband |
| Groove | Rhythmische Bewegung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Originalaufnahme | Organisches Bandspiel |
| Remix | Elektronische Neubearbeitung |
| Basslinie | Tiefes rhythmisches Fundament |
| Bläsersatz | Akzente und Verdichtung |
| Backing Vocals | Ergänzung des Hauptgesangs |
Kreuzworträtsel
| Memphis | In welcher Stadt wurde der Song aufgenommen? |
| Oakenfold | Wie lautet der Nachname des Remixproduzenten? |
| Moman | Wie lautet der Nachname des Produzenten der Memphis-Sessions? |
| Presley | Wie lautet Elvis’ Nachname? |
| Remix | Wie heißt eine kreative Neubearbeitung? |
| Rhythmus | Welches Element organisiert den musikalischen Puls? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Notiere acht Beobachtungen zu Stimme, Rhythmus und Instrumenten.
- Wortschatz: Erkläre die Begriffe Rubbernecking, Groove, Backing Vocals und Remix.
- Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste von der Aufnahme 1969 bis zum Remix 2003.
- Bildanalyse: Untersuche eines der eingebundenen Presley-Fotos.
Standard
- Versionenvergleich: Vergleiche Original und Remix anhand von fünf Kriterien.
- Arrangement: Erstelle eine grafische Karte der Instrumente und Formteile.
- Podcast: Produziere einen kurzen Podcast über die Wiederentdeckung historischer Songs.
- Filmszenenanalyse: Untersuche Musik, Kamera, Figurenwirkung und Starimage.
Schwer
- Remix-Konzept: Entwickle eine eigene Neubearbeitung mit rechtlich unbedenklichem Material.
- Quellenkritik: Vergleiche offizielle Quelle, Chartarchiv, Enzyklopädie und Fanquelle.
- Videoessay: Plane ein Video über Originalaufnahme, Filmverwendung und Remix.
- Kulturindustrie: Erörtere, ob posthume Remixe eher Bewahrung oder Vermarktung sind.


Lernkontrolle
- Historischer Zusammenhang: Erkläre, wie Aufnahmeort, Studioband und Presleys Karrierephase zusammenhängen.
- Transferanalyse: Übertrage das Vergleichsraster auf einen anderen historischen Song mit Remix.
- Audiovisuelle Deutung: Zeige, wie dieselbe Musik im Film, auf einer Single und in einem Musikvideo unterschiedlich wirkt.
- Authentizität: Entwickle zwei gegensätzliche Positionen zur Authentizität des Remixes und begründe Dein Urteil.
- Produktionsentscheidung: Plane eine Wiederveröffentlichung und begründe Zielgruppe, Reihenfolge und Begleitmedien.
- Urheberrecht: Entwirf einen verantwortbaren Nutzungsplan für ein Schulvideo.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis sind wichtig:
- Fachwissen: korrekte Einordnung von Aufnahme, Film, Single und Remix
- Höranalyse: präzise Beschreibung von Groove, Stimme, Form und Instrumentation
- Vergleich: begründeter Vergleich von Original und Remix
- Medienanalyse: Erklärung der Wirkung im Film und in späteren Medien
- Quellenkritik: nachvollziehbare Bewertung der verwendeten Quellen
- Urheberrecht: verantwortbarer Umgang mit Musik und Bildern
- Eigenständigkeit: eigene Fragestellung und begründetes Urteil
OERs zum Thema
Quellen
- Elvis Presley Official Site: Rubberneckin’
- Graceland: Elvis' American Sound
- Official Charts: Rubberneckin’
- Wikipedia: Rubberneckin’
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