Ulmer Münsterbau als Gemeinschaftsprojekt über Generationen 2


Ulmer Münsterbau als Gemeinschaftsprojekt über Generationen 2
Einleitung
Der Ulmer Münsterbau ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie ein großes Bauwerk nicht von einer einzelnen Person, sondern von einer ganzen Stadtgesellschaft über viele Generationen getragen werden kann. Das Ulmer Münster wurde 1377 begonnen, der Bau ruhte ab 1543 für rund drei Jahrhunderte und wurde im 19. Jahrhundert wiederaufgenommen. 1890 wurde der Hauptturm mit der Kreuzblume vollendet. Damit dauerte das Projekt 513 Jahre.

Leitfrage dieses aiMOOCs: Wie konnte eine mittelalterliche Reichsstadt ein Bauprojekt beginnen, das erst Menschen viele Generationen später vollenden würden?
Das Ulmer Münster war keine Kathedrale im Sinn eines Bischofssitzes, sondern eine große Pfarrkirche der Bürgerinnen und Bürger. Gerade deshalb eignet es sich besonders gut, um über Gemeinschaft, Verantwortung, Handwerk, Denkmalpflege, Glauben, Stadtgeschichte und langfristiges Projektmanagement nachzudenken.
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Lernziele
In diesem aiMOOC lernst Du, den Ulmer Münsterbau als Gemeinschaftsprojekt über Generationen zu erklären. Du untersuchst, warum die Bürgerschaft den Bau begann, wie eine Bauhütte Wissen weitergab, weshalb es zum Baustillstand kam und wie Menschen des 19. Jahrhunderts das mittelalterliche Projekt weiterführten. Außerdem überträgst Du die Idee eines Generationenprojekts auf heutige Aufgaben wie Klimaschutz, Stadtplanung oder Kulturerbe.
Überblick: Warum ist der Ulmer Münsterbau ein Generationenprojekt?
Ein Generationenprojekt ist ein Vorhaben, dessen Planung, Finanzierung, Ausführung, Pflege und Bedeutung über die Lebenszeit einzelner Menschen hinausreichen. Beim Ulmer Münster ist das besonders deutlich: Die Menschen, die 1377 den Grundstein legten, konnten die Vollendung des Turms 1890 nicht erleben. Trotzdem investierten sie Geld, Arbeit, Hoffnung und Identität in ein Ziel, das weit in die Zukunft wies.
Der Bau war gemeinschaftlich, weil viele Gruppen beteiligt waren: Bürger, Handwerker, Steinmetze, Baumeister, Stadtrat, Zünfte, wohlhabende Familien, Stifterinnen und Stifter, Geistliche, spätere Restauratorinnen und Restauratoren sowie heutige Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger. Das Münster ist deshalb nicht nur Stein, Glas und Gewölbe, sondern ein sichtbares Ergebnis von sozialer Zusammenarbeit.
Historischer Hintergrund
Ulm im 14. Jahrhundert
Im 14. Jahrhundert war Ulm eine wohlhabende Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich. Die alte Pfarrkirche lag außerhalb der Stadtmauern. In unsicheren Zeiten konnte das gefährlich sein: Bei Belagerungen oder militärischen Konflikten war der Zugang zu Gottesdienst, Schutzraum und städtischer Gemeinschaft erschwert. Deshalb entstand der Wunsch, eine neue große Kirche im Zentrum der Stadt zu bauen.
Der Bau des Münsters war auch ein Zeichen bürgerlicher Selbstbehauptung. Die Stadt wollte ihre religiöse und politische Bedeutung sichtbar machen. Anders als viele große Kirchenbauten wurde das Ulmer Münster nicht von einem Bischof oder Fürsten finanziert, sondern wesentlich von der Bürgerschaft selbst getragen. Das macht den Münsterbau zu einem frühen Beispiel für kommunale Verantwortung.

Das Gründungsrelief erinnert an den 30. Juni 1377. Es zeigt sinnbildlich, dass der Bau nicht allein ein Werk eines Baumeisters war. Der Bürgermeister, seine Familie, der Baumeister und die Gemeinschaft stehen für unterschiedliche Rollen im gleichen Vorhaben: entscheiden, finanzieren, planen, tragen, bauen und weitergeben.
Warum die Bürgerinnen und Bürger den Bau wollten
Der Münsterbau hatte mehrere Motive. Ein praktisches Motiv war die Lage der alten Kirche außerhalb der Mauern. Ein religiöses Motiv war der Wunsch nach einem würdigen Ort für Gottesdienst, Festtage und Gebet. Ein politisches Motiv war die Unabhängigkeit der Stadt und der Wunsch, die Kraft der Reichsstadt sichtbar zu machen. Ein soziales Motiv war die gemeinsame Identifikation: Wer am Münster baute oder spendete, schrieb sich in die Geschichte der Stadt ein.
Merksatz: Das Ulmer Münster wurde nicht nur gebaut, damit Menschen einen Raum hatten. Es wurde gebaut, damit eine Stadt zeigen konnte, wer sie war, woran sie glaubte und was sie gemeinsam leisten konnte.
Die Bauhütte als Herz des Generationenprojekts
Was ist eine Bauhütte?
Eine Bauhütte war im mittelalterlichen Kirchenbau die organisatorische und handwerkliche Zentrale der Baustelle. Dort wurden Steine bearbeitet, Zeichnungen vorbereitet, Maße übertragen, Werkzeuge gepflegt, Erfahrungen weitergegeben und Arbeitsabläufe abgestimmt. Für ein Bauwerk wie das Ulmer Münster war die Bauhütte entscheidend, weil ein solches Projekt nur gelingen konnte, wenn Wissen nicht verloren ging.

In der Bauhütte arbeiteten Menschen mit unterschiedlicher Erfahrung zusammen: Lehrlinge lernten von Gesellen, Gesellen von Meistern, Meister von anderen Bauhütten und älteren Plänen. Dadurch entstand ein Netzwerk von Wissen, das länger lebte als einzelne Personen. Die Ulmer Münsterbauhütte ist deshalb ein gutes Beispiel für kulturelle Wissensweitergabe.
Handwerk, Planung und Vertrauen
Der Münsterbau verlangte präzises Handwerk. Jeder Stein musste so geformt sein, dass er in ein größeres statisches und künstlerisches Ganzes passte. Wer einen Stein bearbeitete, sah oft nicht sofort das Endergebnis. Genau darin liegt die Bedeutung des Generationenprojekts: Man arbeitet sorgfältig an einem Teil, obwohl andere Menschen später weiterbauen werden.
Das gilt auch für die gotische Bauweise. Hohe Gewölbe, spitze Bögen, filigranes Maßwerk, Türme und Lichtwirkungen entstehen nicht zufällig. Sie setzen Plan, Erfahrung, Materialkenntnis und gemeinsames Vertrauen voraus. Ein Fehler in einem Abschnitt konnte Folgen für spätere Bauphasen haben.

Bauphasen und Generationen
Erste Bauperiode von 1377 bis 1543
Der Bau begann 1377 unter Heinrich II. Parler. Die Parler gehörten zu einer bedeutenden Baumeisterfamilie, deren Wissen in mehreren Städten Europas wirkte. Der frühe Plan sah eine Kirche mit Chor, Langhaus und Türmen vor. Schon bald änderten sich jedoch Ideen und Bauziele. Das ist für Generationenprojekte typisch: Ein großes Vorhaben bleibt nicht völlig starr, sondern reagiert auf neue technische Möglichkeiten, ästhetische Vorstellungen, Geldlagen und politische Umstände.
Später prägte Ulrich von Ensingen die Vision eines besonders hohen Westturms. Sein Plan machte das Münster noch ehrgeiziger. Doch große Höhe bedeutet auch größere statische Herausforderungen. Baumeister wie Matthäus Böblinger und Burkhard Engelberg mussten mit Schäden, Sicherungen und Planänderungen umgehen. Das zeigt: Ein Gemeinschaftsprojekt besteht nicht nur aus Begeisterung, sondern auch aus Fehlerkorrektur, Verantwortung und Lernfähigkeit.
Baustillstand und Veränderung nach der Reformation
Im 16. Jahrhundert veränderten sich die Bedingungen grundlegend. Die Reformation führte in Ulm zu einem Wechsel des Bekenntnisses. Politische Spannungen, veränderte religiöse Vorstellungen und Geldmangel wirkten zusammen. 1543 kam der Bau zum Stillstand. Der Hauptturm blieb unvollendet.
Ein Baustillstand bedeutet aber nicht, dass ein Projekt bedeutungslos wird. Das Münster wurde weiter genutzt, gepflegt, verändert und erinnert. Für die Menschen blieb es ein zentraler Ort der Stadt. Das unvollendete Bauwerk wurde selbst Teil der Ulmer Identität: Es zeigte, was begonnen worden war, und stellte kommenden Generationen die Frage, ob sie weiterbauen wollten.
Wiederaufnahme und Vollendung im 19. Jahrhundert
Ab 1844 wurde der Bau wiederaufgenommen. Diese Zeit war von neugotischem Denken geprägt. Viele Menschen sahen in mittelalterlichen Bauwerken nationale, religiöse und kulturelle Erinnerungsorte. Am Ulmer Münster arbeiteten nun Baumeister wie Ferdinand Thrän, Ludwig Scheu und August Beyer. Sie mussten mittelalterliche Pläne, vorhandene Bausubstanz, neue technische Möglichkeiten und den Geschmack ihrer eigenen Zeit zusammenbringen.

Am 31. Mai 1890 wurde der Turm mit dem Aufsetzen der Kreuzblume vollendet. Das war kein Abschluss im Sinn von Ende aller Arbeit. Seitdem besteht eine neue Aufgabe: das Erhalten, Restaurieren und Vermitteln des Bauwerks. Das Münster bleibt also ein Gemeinschaftsprojekt, auch wenn der große Neubau abgeschlossen ist.
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Zeitstrahl: 513 Jahre gemeinsamer Verantwortung
| Zeitraum | Beteiligte Generation | Bedeutung für das Gemeinschaftsprojekt |
|---|---|---|
| 1377 | Gründungsgeneration der Reichsstadt | Grundsteinlegung, Beginn der Bauhütte, gemeinsamer Wille zum Bau innerhalb der Stadtmauer |
| 14. und 15. Jahrhundert | Mittelalterliche Baumeister, Steinmetze, Stifterinnen und Stifter | Ausbau von Chor, Langhaus, Gewölben und Turmvisionen, Weitergabe von Fachwissen |
| 1543 | Generation der Reformationszeit | Baustillstand durch religiöse, politische und finanzielle Veränderungen |
| 1543 bis 1844 | Generationen der Nutzung und Bewahrung | Das Münster bleibt unvollendet, aber als Kirche und Stadtzeichen lebendig |
| 1844 bis 1890 | Generation der Wiederaufnahme | Weiterbau in neugotischer Zeit, Sicherung und Vollendung des Hauptturms |
| Seit 1890 | Generationen der Denkmalpflege | Erhaltung, Restaurierung, Forschung, Vermittlung und Finanzierung als dauernde Aufgabe |
Gemeinschaft: Wer trug das Projekt?
Bürgerschaft und Stadtpolitik
Die Entscheidung für den Bau war eine städtische Entscheidung. Die Bürgerschaft finanzierte das Projekt mit Spenden, Stiftungen, Abgaben und Arbeitsleistungen. Der Rat der Stadt musste Prioritäten setzen, Konflikte austragen und über Jahrzehnte Rahmenbedingungen schaffen. Das Münster war deshalb auch ein politisches Projekt: Es zeigte, dass die Stadt gemeinsam handeln konnte.
Handwerkerinnen, Handwerker und Bauhütte
Ohne Steinmetze, Zimmerleute, Schmiede, Fuhrleute, Gerüstbauer, Glasmaler, Bildhauer und viele Hilfskräfte wäre der Bau unmöglich gewesen. Ihre Namen sind oft nicht so bekannt wie die Namen der Baumeister. Trotzdem ist ihre Arbeit im Stein sichtbar. Ein Generationenprojekt lebt gerade von vielen Beiträgen, die nicht immer berühmt werden.
Stifterinnen, Stifter und Familien
Wohlhabende Familien und Gruppen stifteten Altäre, Kapellen, Kunstwerke oder Geld. Solche Stiftungen hatten religiöse Bedeutung, stärkten aber auch das Ansehen der Stifter. Im Münster verbanden sich persönlicher Glaube, soziale Stellung und städtische Erinnerungskultur. Das Bauwerk wurde dadurch zu einem Speicher von Geschichten.
Heutige Verantwortung
Heute steht nicht mehr der Neubau im Mittelpunkt, sondern die Denkmalpflege. Stein verwittert, Fugen altern, Glas muss geschützt, historische Substanz dokumentiert und Besucherverkehr organisiert werden. Die Münsterbauhütte verbindet dabei traditionelles Handwerk mit moderner Forschung. Das Bauhüttenwesen wurde 2020 in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes aufgenommen. So wird sichtbar: Auch die Pflege eines alten Bauwerks ist ein Generationenvertrag.
Architektur als sichtbare Zeit
Das Ulmer Münster wirkt einheitlich, ist aber Ergebnis vieler Zeiten. Wer genau hinsieht, erkennt unterschiedliche Bauphasen, Planänderungen und technische Antworten. Der Wechsel von Hallenkirchenideen zu basilikalen Höhen, die Sicherungsmaßnahmen an Gewölben, die neugotischen Ergänzungen des 19. Jahrhunderts und die modernen Restaurierungen zeigen: Architektur ist nicht nur Form, sondern auch Geschichte.

Das Münster war von 1890 bis 2025 besonders durch seinen 161,53 Meter hohen Hauptturm als höchster Kirchturm der Welt bekannt. Seit der Weiterhöhung der Sagrada Família in Barcelona wird dieser Weltrekord nicht mehr dem Ulmer Münster zugeschrieben. Für das Thema dieses aiMOOCs ist aber wichtiger: Die Höhe ist nicht nur eine Zahl, sondern Ausdruck einer langen gemeinsamen Anstrengung.
Deutung: Was kann man vom Ulmer Münsterbau lernen?
Der Ulmer Münsterbau zeigt, dass große Gemeinschaftsaufgaben Geduld, Vertrauen und Organisation brauchen. Die Menschen von 1377 handelten nicht nach dem Prinzip schneller Ergebnisse. Sie legten einen Grundstein für etwas, das über ihre eigene Lebenszeit hinausging. Spätere Generationen mussten entscheiden, ob sie diese Aufgabe bewahren, verändern oder vollenden wollten.
Damit ist das Münster ein starkes Beispiel für nachhaltiges Denken. Nachhaltigkeit bedeutet hier nicht nur Umweltschutz, sondern Verantwortung über die Gegenwart hinaus. Wer an einem Generationenprojekt mitarbeitet, stellt sich Fragen wie: Was übernehmen wir von früher? Was verändern wir? Was geben wir weiter? Welche Spuren sollen künftige Menschen von uns sehen?
Begriffe zum Verstehen
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Bauhütte | Werkstatt, Organisation und Wissenszentrum einer großen mittelalterlichen Baustelle |
| Gotik | Baustil des Mittelalters mit Spitzbogen, Gewölbe, Maßwerk, Höhe und Lichtwirkung |
| Reichsstadt | Stadt im Heiligen Römischen Reich, die besondere Rechte und politische Eigenständigkeit besaß |
| Reformation | Religiöse Erneuerungsbewegung des 16. Jahrhunderts, die auch Ulm veränderte |
| Neugotik | Stil des 19. Jahrhunderts, der Formen der mittelalterlichen Gotik wiederaufgriff |
| Denkmalpflege | Fachgebiet zum Erforschen, Schützen, Erhalten und Vermitteln historischer Bauwerke |
| Generationenvertrag | Verantwortung zwischen Menschen verschiedener Zeiten, etwa beim Bewahren von Kulturerbe |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann wurde der Grundstein für das Ulmer Münster gelegt? (1377) (!1543) (!1844) (!1890)
Wer trug die Finanzierung des Ulmer Münsters wesentlich? (Die Bürgerinnen und Bürger Ulms) (!Ein auswärtiger König allein) (!Ein einzelner Bischof allein) (!Eine moderne Aktiengesellschaft)
Warum war der Bau innerhalb der Stadtmauern wichtig? (Die alte Pfarrkirche lag außerhalb der Stadt und war in Krisenzeiten schwer erreichbar) (!Die Stadt wollte eine Kirche ohne Dach bauen) (!Der Bauplatz außerhalb der Stadt war zu klein für einen Garten) (!Die Kirche sollte als Markthalle dienen)
Welche Einrichtung sicherte beim Münsterbau die Weitergabe von Handwerkswissen? (Die Bauhütte) (!Das Stadtarchiv als alleinige Baustelle) (!Die Münzstätte) (!Der Hafenmeister)
Was geschah 1543 mit dem Bau des Ulmer Münsters? (Der Bau kam weitgehend zum Stillstand) (!Der Hauptturm wurde vollständig abgerissen) (!Das Münster wurde zu einer Burg umgebaut) (!Die Grundsteinlegung fand statt)
Welche Bewegung beeinflusste die religiöse Situation Ulms im 16. Jahrhundert stark? (Die Reformation) (!Der Barock) (!Die Industrialisierung) (!Die Romanik)
Ab wann wurde die Bautätigkeit am Münster im 19. Jahrhundert wiederaufgenommen? (1844) (!1377) (!1543) (!2020)
Welches Ereignis markierte 1890 die Vollendung des Hauptturms? (Das Aufsetzen der Kreuzblume) (!Das Entfernen aller Gewölbe) (!Die Verlegung der Donau) (!Die Gründung der Stadt Ulm)
Warum ist das Ulmer Münster kein Dom im engeren Sinn? (Es war kein Bischofssitz) (!Es hat keinen Turm) (!Es wurde aus Holz gebaut) (!Es steht außerhalb Europas)
Was macht den Münsterbau besonders geeignet, um über Generationenverantwortung zu sprechen? (Er wurde über Jahrhunderte geplant, gebaut, bewahrt und vollendet) (!Er wurde an einem einzigen Tag errichtet) (!Er wurde nie von Menschen genutzt) (!Er hatte keine Baupläne und keine Handwerker)
Memory
| Grundsteinlegung | Beginn des Münsters im Jahr 1377 |
| Bauhütte | Weitergabe von Handwerk und Wissen |
| Bürgerschaft | gemeinsame Finanzierung und Verantwortung |
| Baustillstand | lange Unterbrechung ab 1543 |
| Neugotik | Weiterbau im 19. Jahrhundert |
| Kreuzblume | Zeichen der Vollendung 1890 |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Mittelalterlicher Beginn | Grundstein und Bürgerwille |
| Gotische Bauhütte | Handwerkliche Wissensweitergabe |
| Reformationszeit | religiöser Wandel und Geldmangel |
| Lange Baupause | Bewahrung statt Vollendung |
| Neugotischer Weiterbau | Wiederaufnahme und Turmabschluss |
Kreuzworträtsel
| Bauhütte | Welche Einrichtung organisierte Handwerk, Wissen und Restaurierung am Münster? |
| Parler | Welche Baumeisterfamilie prägte den frühen Bau? |
| Ensinger | Welcher Familienname steht für die große Turmvision des Westturms? |
| Reformation | Welche religiöse Bewegung beeinflusste den Baustillstand? |
| Neugotik | Welcher Stil prägte viele Ergänzungen des neunzehnten Jahrhunderts? |
| Kreuzblume | Welches steinerne Schmuckelement markierte die Vollendung des Hauptturms? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitstrahl: Erstelle einen übersichtlichen Zeitstrahl zum Ulmer Münsterbau von der Grundsteinlegung bis zur Vollendung des Turms.
- Bildbeschreibung: Wähle ein Bild des Ulmer Münsters aus und beschreibe, welche Spuren gemeinsamer Arbeit Du daran erkennst.
- Begriffsnetz: Gestalte ein Begriffsnetz mit den Wörtern Bauhütte, Bürgerschaft, Gotik, Reformation, Neugotik und Denkmalpflege.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus der Sicht eines jungen Steinmetzen auf der mittelalterlichen Baustelle.
Standard
- Stadtgeschichte: Erkläre in einem Text, warum die Lage der alten Pfarrkirche außerhalb der Stadtmauer ein Problem sein konnte.
- Projektarbeit: Vergleiche den Ulmer Münsterbau mit einem heutigen Großprojekt in Deiner Stadt oder Region.
- Interview: Führe ein Interview mit einer Person, die sich mit Denkmalpflege, Handwerk, Stadtgeschichte oder Kirchenbau beschäftigt.
- Präsentation: Erstelle eine kurze Präsentation mit der These: Das Ulmer Münster ist ein Bauwerk der Bürgerschaft.
Schwer
- Quellenanalyse: Analysiere das Gründungsrelief und erkläre, welche Rollen von Stadt, Familie, Baumeister und Glauben sichtbar werden.
- Debatte: Führt eine Debatte zur Frage, ob heutige Generationen verpflichtet sind, sehr teure historische Bauwerke dauerhaft zu erhalten.
- Architekturanalyse: Untersuche gotische Bauelemente am Ulmer Münster und erkläre, wie Technik und Symbolik zusammenwirken.
- Transfer: Entwickle ein Konzept für ein heutiges Generationenprojekt, das Menschen in 100 Jahren noch nutzen oder verstehen sollen.

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Lernkontrolle
- Zusammenhang erklären: Erkläre, warum der Ulmer Münsterbau mehr ist als eine Abfolge von Jahreszahlen.
- Transferleistung: Übertrage die Idee des Generationenprojekts auf den Klimaschutz und nenne Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Urteilen: Beurteile, ob der Baustillstand ab 1543 als Scheitern oder als Teil der Baugeschichte verstanden werden sollte.
- Perspektiven vergleichen: Vergleiche die Perspektive eines Bürgers von 1377 mit der Perspektive einer Restauratorin von heute.
- Argumentation: Begründe, warum anonyme Handwerker für das Verständnis des Münsters genauso wichtig sind wie bekannte Baumeister.
- Problemlösen: Entwickle drei Regeln, die ein heutiges Großprojekt beachten sollte, wenn es über mehrere Generationen erfolgreich bleiben soll.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis zum Thema Ulmer Münsterbau als Gemeinschaftsprojekt über Generationen solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten wiedergeben kannst. Wichtig ist, dass Du Zusammenhänge erklärst, Perspektiven unterscheidest und die Idee langfristiger Verantwortung auf eigene Beispiele überträgst.
- Historisches Verständnis: Du kannst die wichtigsten Bauphasen des Ulmer Münsters sinnvoll einordnen.
- Begriffsverständnis: Du erklärst Begriffe wie Bauhütte, Bürgerschaft, Gotik, Reformation, Neugotik und Denkmalpflege korrekt.
- Zusammenhangskompetenz: Du zeigst, wie politische, religiöse, technische und finanzielle Faktoren zusammenwirkten.
- Multiperspektivität: Du berücksichtigst verschiedene Beteiligte wie Bürgerinnen und Bürger, Baumeister, Handwerker, Stifter und heutige Denkmalpflege.
- Transferkompetenz: Du kannst das Beispiel Ulmer Münster auf heutige Generationenprojekte übertragen.
- Gestaltungskompetenz: Du präsentierst Deine Ergebnisse anschaulich, sorgfältig und quellenbewusst.
OERs zum Thema
Medien zum Weiterlernen
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Nutze die Medien nicht nur zum Anschauen. Achte darauf, welche Hinweise sie auf gotische Formen, Steinmetzarbeit, Stadtidentität, Höhe, Licht und Gemeinschaft geben.
Zusammenfassung
Der Ulmer Münsterbau zeigt, wie Menschen über Jahrhunderte hinweg an einem gemeinsamen Ziel arbeiten können. Die mittelalterliche Bürgerschaft begann den Bau aus religiösen, praktischen und politischen Gründen. Die Bauhütte sorgte für handwerkliche Qualität und Wissensweitergabe. Die Reformation, Geldmangel und politische Veränderungen führten zum Baustillstand. Im 19. Jahrhundert wurde der Bau im Geist der Neugotik fortgeführt und 1890 vollendet. Heute ist die Denkmalpflege die Fortsetzung des Generationenprojekts. Das Münster lehrt: Große Aufgaben brauchen Menschen, die über ihre eigene Lebenszeit hinaus denken.
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