Diskursiver Synkretismus 4


Diskursiver Synkretismus 4
Einleitung
Diskursiver Synkretismus ist ein Arbeitsbegriff für eine Haltung und Methode, mit der Menschen in einer pluralen Welt unterschiedliche Weltanschauungen, religiöse Traditionen, philosophische Positionen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Alltagserfahrungen miteinander ins Gespräch bringen. Das Ziel ist nicht, alles beliebig zu vermischen, sondern in einem reflektierten Diskurs zu prüfen, welche Einsichten tragfähig, begründbar und verantwortbar sind. Dabei werden Unterschiede nicht vorschnell eingeebnet, sondern sichtbar gemacht, verstanden und kritisch bearbeitet.
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Der Begriff verbindet zwei Ideen: Synkretismus bezeichnet allgemein die Verbindung oder Synthese unterschiedlicher kultureller, religiöser, politischer oder philosophischer Elemente. Diskurs bezeichnet einen geordneten Austausch von Argumenten, Deutungen und Perspektiven. Diskursiver Synkretismus meint daher eine Form der Orientierung, die aus Vielfalt nicht automatisch Beliebigkeit macht, sondern Vielfalt als Ausgangspunkt für Urteilskraft, Dialog, Kritikfähigkeit und Verantwortung nutzt.
Wichtig ist: Diskursiver Synkretismus ist kein fest etablierter Schulbegriff wie Demokratie, Ethik oder Hermeneutik. Er kann aber als hilfreiches Denkmodell genutzt werden, um aktuelle Herausforderungen zu verstehen: Globalisierung, Migration, soziale Medien, Künstliche Intelligenz, Interkulturalität, religiöse Vielfalt, Identitätspolitik, Wissenschaftskommunikation und Meinungsbildung führen dazu, dass Menschen ständig mit unterschiedlichen Sinnangeboten, Deutungen und Wahrheitsansprüchen konfrontiert werden.

Grundidee
Was bedeutet Synkretismus?
Synkretismus bedeutet im weiten Sinn die Verbindung, Überlagerung oder Vermischung verschiedener Ideen, Symbole, Rituale, Traditionen oder Deutungssysteme. Bekannt ist der Begriff besonders aus der Religionswissenschaft, wo er die Verbindung unterschiedlicher religiöser Vorstellungen und Praktiken beschreibt. Auch in der Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Kunst, Linguistik und Philosophie kann von synkretischen Formen gesprochen werden, wenn unterschiedliche Elemente in einer neuen Gestalt zusammenkommen.
Synkretismus kann konstruktiv sein, wenn dadurch neue Formen des Verstehens entstehen. Er kann aber problematisch werden, wenn Unterschiede ignoriert, Machtverhältnisse verdeckt oder Traditionen oberflächlich übernommen werden. Deshalb braucht Synkretismus eine kritische, transparente und verantwortliche Form der Aushandlung.
Was bedeutet Diskurs?
Ein Diskurs ist mehr als ein Gespräch. Er umfasst Regeln, Begriffe, Rollen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Bedingungen, unter denen über Wirklichkeit gesprochen wird. In einem Diskurs wird nicht nur Meinung ausgetauscht, sondern auch entschieden, welche Begriffe gelten, welche Argumente überzeugen, welche Stimmen gehört werden und welche Deutungen gesellschaftlich wirksam werden.
Ein diskursiver Umgang mit Vielfalt fragt daher: Wer spricht? Wer wird gehört? Welche Interessen wirken mit? Welche Begriffe ordnen die Debatte? Welche Erfahrungen fehlen? Welche Aussagen sind begründet? Welche Folgen hat eine Deutung für andere Menschen?
Was ist diskursiver Synkretismus?
Diskursiver Synkretismus beschreibt eine reflektierte Verbindung unterschiedlicher Perspektiven durch Dialog, Argumentation, Kritik und Selbstreflexion. Dabei werden Ideen nicht zufällig zusammengesetzt, sondern in einem nachvollziehbaren Prozess geprüft. Lernende untersuchen, welche Elemente aus verschiedenen Denkformen miteinander vereinbar sind, wo echte Widersprüche bestehen und wo neue Synthesen entstehen können.
Ein einfaches Beispiel: In einer Diskussion über Klimawandel können naturwissenschaftliche Daten, wirtschaftliche Interessen, ethische Verantwortung, politische Entscheidungsprozesse und persönliche Lebensgewohnheiten zusammenkommen. Diskursiver Synkretismus bedeutet hier, diese Perspektiven nicht gegeneinander auszuspielen, sondern ihre jeweiligen Stärken, Grenzen und Spannungen zu analysieren.
Abgrenzungen
Diskursiver Synkretismus und Relativismus
Relativismus behauptet häufig, dass Wahrheiten oder Werte nur relativ zu einer Perspektive gelten. Diskursiver Synkretismus ist nicht dasselbe. Er nimmt Perspektivenvielfalt ernst, verzichtet aber nicht auf Prüfung, Begründung und Kritik. Nicht jede Meinung ist gleich gut begründet. Nicht jede Deutung ist gleich verantwortbar. Diskursiver Synkretismus fragt nach Kriterien: Menschenwürde, Widerspruchsfreiheit, Erfahrung, Empirie, Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Nachhaltigkeit können solche Prüfkriterien sein.
Diskursiver Synkretismus und Dogmatismus
Dogmatismus hält bestimmte Aussagen für unangreifbar und entzieht sie der offenen Prüfung. Diskursiver Synkretismus lehnt starre Abschottung ab. Er respektiert Überzeugungen, fragt aber nach ihrer Begründung, ihren Folgen und ihrer Dialogfähigkeit. Eine Position muss nicht aufgegeben werden, nur weil andere Positionen existieren. Sie muss aber begründen können, warum sie tragfähig ist.
Diskursiver Synkretismus und Eklektizismus
Eklektizismus meint häufig eine Auswahl aus verschiedenen Quellen. Das kann kreativ sein, bleibt aber manchmal oberflächlich. Diskursiver Synkretismus geht weiter: Er fordert eine bewusste Auseinandersetzung mit Kontext, Herkunft, Bedeutung, Macht und Folgen der übernommenen Elemente. Wer Ideen aus unterschiedlichen Traditionen verbindet, soll erklären können, warum diese Verbindung sinnvoll ist.
Diskursiver Synkretismus und Kompromiss
Ein Kompromiss ist eine praktische Einigung zwischen verschiedenen Interessen. Diskursiver Synkretismus kann zu Kompromissen führen, ist aber umfassender. Er fragt nicht nur, wie man sich einigt, sondern wie neue gemeinsame Bedeutungen entstehen können. Es geht um Verstehen, nicht nur um Verhandeln.
Orientierung in einer pluralen Welt
Pluralität als Ausgangspunkt
Pluralität bedeutet, dass es in einer Gesellschaft verschiedene Lebensformen, Überzeugungen, Interessen, Kulturen und Wissensformen gibt. In modernen Gesellschaften ist Pluralität kein Ausnahmefall, sondern Normalität. Menschen begegnen in Schule, Beruf, Medien und Alltag ständig unterschiedlichen Perspektiven. Diese Vielfalt kann bereichern, aber auch verunsichern.

Diskursiver Synkretismus bietet eine Möglichkeit, mit dieser Vielfalt umzugehen. Er hilft, Orientierung zu gewinnen, ohne Vielfalt zu unterdrücken. Er fragt nicht: Welche Perspektive darf allein gelten? Sondern: Wie können Perspektiven so geprüft, verbunden oder voneinander abgegrenzt werden, dass verantwortliches Handeln möglich wird?
Digitale Öffentlichkeit
In der digitalen Öffentlichkeit treffen Menschen auf Informationen, Meinungen und Deutungen aus sehr unterschiedlichen Quellen. Algorithmen sortieren Inhalte, soziale Medien beschleunigen Debatten, Desinformation kann sich schnell verbreiten und Filterblasen können Wahrnehmungen verengen. Diskursiver Synkretismus verlangt deshalb Medienkompetenz: Quellen müssen geprüft, Argumente verglichen, Interessen erkannt und emotionale Wirkungen reflektiert werden.
Globale Verflechtung
Durch Globalisierung, Migration, Tourismus, digitale Kommunikation und internationale Krisen sind Gesellschaften eng miteinander verbunden. Fragen nach Menschenrechten, Klimagerechtigkeit, Religionsfreiheit, Frieden, Technikethik und Künstliche Intelligenz lassen sich selten aus nur einer Perspektive lösen. Diskursiver Synkretismus fördert die Fähigkeit, verschiedene Wissensbestände produktiv aufeinander zu beziehen.
Methoden des diskursiven Synkretismus
Perspektiven sammeln
Der erste Schritt besteht darin, verschiedene Perspektiven sichtbar zu machen. Dazu gehören Fachwissen, Lebenserfahrung, kulturelle Deutungen, religiöse Stimmen, politische Interessen und Betroffenenperspektiven. Wichtig ist, auch marginalisierte Stimmen einzubeziehen, damit der Diskurs nicht nur die Sicht der Machtstärkeren wiedergibt.
Begriffe klären
Viele Konflikte entstehen, weil Menschen dieselben Wörter unterschiedlich verwenden. Begriffe wie Freiheit, Identität, Tradition, Wahrheit, Toleranz oder Respekt müssen geklärt werden. Diskursiver Synkretismus beginnt deshalb mit Begriffsarbeit: Was genau ist gemeint? Welche Bedeutung hat der Begriff in welchem Kontext? Welche Deutung wird ausgeschlossen?
Argumente prüfen
Ein diskursiver Prozess fragt nach Gründen. Aussagen werden nicht nur danach bewertet, ob sie sympathisch klingen, sondern ob sie begründet sind. Prüffragen sind: Stützt sich die Aussage auf überprüfbare Informationen? Gibt es Gegenargumente? Sind Beispiele repräsentativ? Werden Begriffe sauber verwendet? Welche Folgen hätte die Position für andere?
Widersprüche ernst nehmen
Nicht alle Unterschiede lassen sich harmonisch verbinden. Manche Positionen widersprechen sich in Grundfragen. Diskursiver Synkretismus bedeutet nicht, Widersprüche zu verstecken. Er macht sie sichtbar und fragt, ob sie gelöst, ausgehalten oder praktisch begrenzt werden müssen. Dadurch entsteht eine reifere Form von Toleranz, die nicht Gleichgültigkeit bedeutet.
Synthesen verantworten
Wenn aus unterschiedlichen Perspektiven eine neue Verbindung entsteht, muss sie verantwortet werden. Eine Synthese ist nur dann stark, wenn sie transparent erklärt, kritisch geprüft und offen für Revision bleibt. Diskursiver Synkretismus ist daher kein endgültiges Ergebnis, sondern ein fortlaufender Prozess der Reflexion.
Chancen und Risiken
Chancen
Diskursiver Synkretismus kann Dialogfähigkeit, Ambiguitätstoleranz, Kreativität, interkulturelle Kompetenz, Demokratiebildung und kritisches Denken fördern. Er kann helfen, in komplexen Situationen nicht vorschnell zu urteilen. Außerdem kann er Brücken zwischen Menschen bauen, die aus unterschiedlichen Traditionen, Milieus oder Fachrichtungen kommen.
Risiken
Diskursiver Synkretismus kann misslingen, wenn er oberflächlich bleibt. Dann werden Begriffe nur dekorativ übernommen. Ein weiteres Risiko ist kulturelle Aneignung, wenn Elemente einer Tradition ohne Verständnis, Respekt oder Zustimmung verwendet werden. Auch Machtverhältnisse können verdeckt werden, wenn scheinbar alle Stimmen gleichberechtigt wirken, tatsächlich aber manche Gruppen weniger Zugang zum Diskurs haben.
Qualitätskriterien
Guter diskursiver Synkretismus braucht Kriterien. Dazu gehören Transparenz, Quellenprüfung, Begründung, Kontextsensibilität, Respekt, Kritikfähigkeit, Folgenabschätzung und Revisionsbereitschaft. Wer diese Kriterien nutzt, vermeidet Beliebigkeit und kann Vielfalt produktiv gestalten.
Beispielanalyse
Thema: Umgang mit Künstlicher Intelligenz
Beim Thema Künstliche Intelligenz treffen verschiedene Perspektiven aufeinander. Die Informatik fragt nach Modellen, Daten und Systemen. Die Ethik fragt nach Verantwortung, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Die Wirtschaft fragt nach Produktivität und Innovation. Die Pädagogik fragt nach Lernen, Bildung und Selbstständigkeit. Die Politik fragt nach Regulierung und Macht.
Diskursiver Synkretismus bedeutet hier, diese Perspektiven nicht isoliert zu betrachten. Eine verantwortliche Position zu KI entsteht erst, wenn technische Möglichkeiten, gesellschaftliche Folgen, ethische Grenzen und praktische Bedürfnisse gemeinsam diskutiert werden. Das Ergebnis kann eine begründete Haltung sein, die weder Technikbegeisterung noch Technikangst absolut setzt.
Thema: Religiöse Vielfalt
In einer pluralen Gesellschaft begegnen Menschen unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen. Diskursiver Synkretismus fragt, wie Menschen voneinander lernen können, ohne Unterschiede zu verwischen. Er unterscheidet zwischen respektvollem Lernen, gemeinsamer ethischer Praxis und unkritischer Vermischung. Eine Schule kann zum Beispiel Gemeinsamkeiten in Fragen der Nächstenliebe, Gerechtigkeit oder Friedenserziehung behandeln, ohne zu behaupten, alle Religionen seien gleich.
Thema: Demokratie und Streitkultur
Demokratie lebt davon, dass verschiedene Interessen und Meinungen öffentlich ausgetragen werden. Diskursiver Synkretismus kann demokratische Streitkultur stärken, weil er Widerspruch nicht als Störung betrachtet. Er fragt, wie aus Konflikten Lernprozesse entstehen können. Dabei bleiben Grundrechte, Menschenwürde und Gewaltfreiheit unverzichtbare Grenzen.

Bedeutung für Schule und Studium
Kompetenzen
Dieser aiMOOC stärkt mehrere Kompetenzen: Du lernst, Begriffe zu klären, Quellen zu prüfen, Perspektiven zu unterscheiden, Argumente zu bewerten, Synthesen zu entwickeln und eigene Positionen zu reflektieren. Diese Fähigkeiten sind für Ethikunterricht, Religionsunterricht, Politische Bildung, Philosophieunterricht, Deutschunterricht, Medienbildung und Studium wichtig.
Haltung
Diskursiver Synkretismus ist auch eine Haltung. Sie verbindet Offenheit mit Kritik. Sie sagt nicht: Alles ist gleich wahr. Sie sagt auch nicht: Nur meine Sicht zählt. Sie fragt: Was kann ich von anderen Perspektiven lernen, ohne meine Urteilskraft aufzugeben?
Leitfragen für Lernende
- Perspektivenwechsel: Welche Sichtweisen kommen in einer Debatte vor und welche fehlen?
- Begriffsarbeit: Welche Schlüsselbegriffe müssen geklärt werden?
- Argumentation: Welche Gründe sprechen für oder gegen eine Position?
- Machtanalyse: Wer hat Einfluss auf den Diskurs und wer wird überhört?
- Synthese: Welche Verbindung verschiedener Perspektiven ist begründet und verantwortbar?
- Reflexion: Was verändert sich an meiner eigenen Sichtweise?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was meint diskursiver Synkretismus am besten? (Eine reflektierte Verbindung unterschiedlicher Perspektiven durch Dialog und Prüfung) (!Eine beliebige Mischung aller Meinungen ohne Kritik) (!Eine starre Ablehnung fremder Positionen) (!Eine rein technische Methode der Datenanalyse)
Worin unterscheidet sich diskursiver Synkretismus vom Relativismus? (Er prüft Perspektiven anhand von Gründen und Kriterien) (!Er erklärt alle Aussagen für gleich wahr) (!Er verbietet den Vergleich unterschiedlicher Sichtweisen) (!Er ersetzt Argumente durch Gefühle)
Welche Rolle spielt der Diskurs im diskursiven Synkretismus? (Er macht Austausch, Begründung und Kritik möglich) (!Er verhindert jede Form von Widerspruch) (!Er legt vorab eine einzige Wahrheit fest) (!Er ersetzt gesellschaftliche Debatten durch Schweigen)
Warum ist Begriffsarbeit wichtig? (Sie klärt, was mit zentralen Wörtern gemeint ist) (!Sie macht jede Diskussion überflüssig) (!Sie verhindert neue Perspektiven) (!Sie ersetzt Quellenprüfung)
Welche Gefahr besteht bei oberflächlichem Synkretismus? (Unterschiede und Machtverhältnisse können verdeckt werden) (!Argumente werden automatisch stärker) (!Alle Quellen werden sofort verlässlich) (!Konflikte verschwinden dauerhaft)
Welche Fähigkeit wird durch diskursiven Synkretismus besonders gefördert? (Ambiguitätstoleranz) (!Gedankenlosigkeit) (!Abschottung) (!Vorurteilssicherheit)
Was bedeutet Perspektivenvielfalt in einer pluralen Gesellschaft? (Es gibt unterschiedliche Lebensformen, Interessen und Deutungen) (!Alle Menschen vertreten immer dieselbe Meinung) (!Nur wissenschaftliche Aussagen dürfen vorkommen) (!Kulturelle Unterschiede sind grundsätzlich unwichtig)
Welche Frage gehört zur Machtanalyse eines Diskurses? (Wer wird gehört und wer bleibt unsichtbar) (!Welche Meinung ist am lautesten) (!Welche Aussage klingt am einfachsten) (!Welche Tradition ist am ältesten)
Was kennzeichnet eine verantwortete Synthese? (Sie ist transparent, begründet und offen für Revision) (!Sie wird ohne Prüfung übernommen) (!Sie ignoriert Gegenargumente) (!Sie vermeidet jede Erklärung)
Warum ist diskursiver Synkretismus für Medienbildung wichtig? (Weil digitale Informationen geprüft und eingeordnet werden müssen) (!Weil soziale Medien immer objektiv informieren) (!Weil Quellen in Debatten keine Rolle spielen) (!Weil Algorithmen keine Wirkung auf Sichtbarkeit haben)
Memory
| Diskurs | Geordneter Austausch von Argumenten |
| Synkretismus | Verbindung unterschiedlicher Elemente |
| Pluralität | Vielfalt von Lebensformen und Perspektiven |
| Begriffsarbeit | Klärung zentraler Wörter |
| Ambiguitätstoleranz | Aushalten von Mehrdeutigkeit |
| Machtanalyse | Untersuchung von Einfluss und Ausschluss |
| Synthese | Begründete neue Verbindung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Diskursiver Synkretismus | Prüfende Verbindung von Perspektiven |
| Dogmatismus | Starres Festhalten an unangreifbaren Aussagen |
| Relativismus | Gleichgültige Gleichsetzung aller Deutungen |
| Eklektizismus | Auswahl aus verschiedenen Quellen |
| Diskursethik | Regeln fairer Verständigung |
| Medienkompetenz | Kritische Prüfung digitaler Informationen |
Kreuzworträtsel
| Diskurs | Wie nennt man einen geordneten Austausch von Argumenten? |
| Dialog | Welche Gesprächsform ist zentral für gegenseitiges Verstehen? |
| Kritik | Welche prüfende Haltung verhindert Beliebigkeit? |
| Kontext | Was muss beachtet werden, damit Ideen nicht oberflächlich übernommen werden? |
| Macht | Was beeinflusst, wer in einem Diskurs gehört wird? |
| Reflexion | Wie nennt man das Nachdenken über die eigene Position? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu Diskurs, Synkretismus, Pluralität, Relativismus und Dogmatismus und formuliere zu jedem Begriff ein eigenes Beispiel.
- Perspektivenliste: Sammle zu einem aktuellen Thema drei verschiedene Perspektiven und beschreibe, worin sie sich unterscheiden.
- Mediencheck: Suche zwei Online-Beiträge zu einem kontroversen Thema und prüfe, welche Quellen genannt werden.
- Reflexionstagebuch: Schreibe eine kurze Reflexion darüber, wann Du selbst schon unterschiedliche Sichtweisen miteinander verbinden musstest.
Standard
- Diskursanalyse: Analysiere eine Debatte aus Schule, Politik oder sozialen Medien und untersuche, welche Begriffe den Streit prägen.
- Argumentationsvergleich: Vergleiche zwei gegensätzliche Positionen und bewerte, welche Argumente besser begründet sind.
- Interviewprojekt: Führe ein Interview mit einer Person, die eine andere kulturelle, religiöse oder weltanschauliche Perspektive einnimmt, und fasse die Lernergebnisse zusammen.
- Syntheseentwurf: Entwickle aus mindestens drei Perspektiven eine begründete eigene Position zu einem ethischen Problem.
Schwer
- Fallstudie: Erstelle eine Fallstudie zu einem Konflikt, in dem unterschiedliche Weltbilder aufeinandertreffen, und zeige Chancen und Grenzen diskursiven Synkretismus auf.
- Podcast: Produziere einen kurzen Podcast, in dem Du erklärst, warum diskursiver Synkretismus weder Beliebigkeit noch Dogmatismus bedeutet.
- Unterrichtskonzept: Entwirf eine Unterrichtsstunde, in der Lernende eine kontroverse Frage mit Methoden des diskursiven Synkretismus bearbeiten.
- Kritische Stellungnahme: Schreibe eine Stellungnahme zur Frage, ob diskursiver Synkretismus in digitalen Debatten realistisch ist, und berücksichtige dabei Algorithmen, Macht und Desinformation.

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Lernkontrolle
- Transferanalyse: Wende das Modell des diskursiven Synkretismus auf eine aktuelle gesellschaftliche Streitfrage an und zeige, welche Perspektiven sinnvoll verbunden werden können.
- Urteilskompetenz: Begründe, warum diskursiver Synkretismus nicht mit Relativismus gleichgesetzt werden sollte.
- Konfliktbewertung: Analysiere einen Konflikt, bei dem unterschiedliche Werte aufeinandertreffen, und erkläre, welche Rolle Begriffsarbeit spielt.
- Medienreflexion: Untersuche, wie soziale Medien einen Diskurs beeinflussen können, und entwickle Regeln für eine faire digitale Debatte.
- Syntheseprüfung: Bewerte eine vorgeschlagene Verbindung unterschiedlicher Ideen danach, ob sie transparent, begründet und verantwortbar ist.
- Selbstreflexion: Beschreibe, wie sich Deine eigene Haltung zu Vielfalt, Wahrheit und Dialog durch die Arbeit am Thema verändert hat.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zum Thema Diskursiver Synkretismus ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig erklären kannst, sondern sie in komplexen Situationen anwendest. Du solltest zeigen, dass Du unterschiedliche Perspektiven erkennst, zentrale Begriffe klärst, Argumente prüfst, Machtverhältnisse reflektierst und eine begründete eigene Position entwickelst.
- Begriffsverständnis: Du erklärst Diskurs, Synkretismus, Pluralität, Relativismus, Dogmatismus und Eklektizismus präzise.
- Analysefähigkeit: Du untersuchst eine konkrete Debatte mit Blick auf Begriffe, Argumente, Interessen und ausgeschlossene Stimmen.
- Urteilsfähigkeit: Du bewertest, welche Perspektiven tragfähig sind und wo Grenzen einer Synthese liegen.
- Transferleistung: Du wendest das Modell auf ein neues Thema an, zum Beispiel Künstliche Intelligenz, Klimagerechtigkeit, Religion, Demokratie oder Medienbildung.
- Produkt: Du erstellst ein Lernprodukt wie Essay, Podcast, Plakat, Präsentation, Erklärvideo oder Unterrichtsbaustein.
- Reflexion: Du beschreibst nachvollziehbar, was Du gelernt hast und welche Fragen offen bleiben.
OERs zum Thema
Da es zum Arbeitsbegriff Diskursiver Synkretismus keinen allgemein etablierten eigenen Wikipedia-Artikel gibt, eignet sich der Wikipedia-Artikel zu Synkretismus als Einstieg in den Grundbegriff. Ergänzend sind die Themen Diskurs, Pluralismus, Hermeneutik, Interkulturalität, Diskursethik und Medienkompetenz wichtig.
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