Diskursiver Synkretismus vs. institutionelle Religion 2


Diskursiver Synkretismus vs. institutionelle Religion 2
Einleitung
Diskursiver Synkretismus vs. institutionelle Religion ist ein Thema der Religionswissenschaft, Religionssoziologie, Diskursanalyse und Ethik. Es fragt danach, wie Menschen religiöse Deutungen, Symbole, Rituale und Begriffe in einer pluralen Gesellschaft miteinander verbinden und wie sich diese beweglichen Formen von Synkretismus zu stabilen Institutionen wie Kirchen, Religionsgemeinschaften, Orden, Verbänden, Tempeln, Moscheegemeinden oder spirituellen Organisationen verhalten.
In diesem aiMOOC verwendest Du den Ausdruck diskursiver Synkretismus als analytischen Arbeitsbegriff. Gemeint ist nicht einfach eine neue Religion, sondern ein sprachlicher, medialer und sozialer Prozess: Menschen kombinieren in Gesprächen, Videos, sozialen Medien, Musik, Kunst, Beratung, Politik oder Alltagspraktiken Deutungen aus verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Traditionen. Dabei können Begriffe wie Karma, Sünde, Erlösung, Achtsamkeit, Schicksal, Seele, Energie, Ritual, Heilung, Gemeinschaft oder Transzendenz nebeneinanderstehen, ohne dass daraus sofort eine feste Organisation entsteht.
Institutionelle Religion meint dagegen religiöse Formen, die durch dauerhafte Strukturen geprägt sind. Dazu gehören Mitgliedschaft, Rituale, Ämter, Lehrtraditionen, Texte, Ausbildung, religiöse Autorität, Rechtsformen, Räume, Kalender, Liturgien und Regeln. Institutionen sichern Kontinuität, können aber auch Grenzen ziehen: Was gilt als rechtgläubig? Wer darf lehren? Welche Praktiken gehören dazu? Welche Formen gelten als Abweichung?
Das Spannungsfeld zwischen diskursivem Synkretismus und institutioneller Religion ist für Schule, Ausbildung und Studium besonders interessant, weil es zentrale Fragen moderner Gesellschaften sichtbar macht: Wie gehen Religionen mit Vielfalt um? Wann ist Vermischung kreative Aneignung, wann problematische Vereinnahmung? Wie verändern Medien religiöse Kommunikation? Welche Rolle spielen Macht, Tradition, Identität und Freiheit?

Impulsvideo
Das folgende Video dient als Einstieg in das Thema. Achte beim Anschauen darauf, welche Begriffe für religiöse Vermischung, institutionelle Abgrenzung, individuelle Orientierung und öffentliche Deutung verwendet werden.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Synkretismus in der Religionswissenschaft bedeutet, wie sich diskursive und institutionelle Formen religiöser Praxis unterscheiden und warum diese Unterscheidung für eine pluralistische Gesellschaft wichtig ist. Du kannst Beispiele analysieren, ohne Religionen pauschal zu bewerten, und Du kannst zwischen Beschreibung, Deutung und Kritik unterscheiden. Außerdem lernst Du, wie Diskursanalyse hilft, religiöse Sprache, Medien und Machtverhältnisse zu untersuchen.
Grundbegriffe
- Synkretismus: In der Religionswissenschaft bezeichnet Synkretismus die Verbindung und Vermischung religiöser Traditionen, Symbole, Praktiken oder Vorstellungen.
- Diskurs: Ein Diskurs ist ein gesellschaftlicher Zusammenhang von Aussagen, Begriffen, Deutungen, Regeln und Machtverhältnissen, in dem bestimmt wird, was sagbar, plausibel oder umstritten ist.
- Institutionelle Religion: Damit sind organisierte, dauerhafte Formen von Religion gemeint, die durch Regeln, Ämter, Rituale, Lehren, Gebäude, Gemeinschaften und Autoritäten stabilisiert werden.
- Religiöse Praxis: Sie umfasst Handlungen wie Beten, Meditieren, Feiern, Pilgern, Fasten, Singen, Spenden, Lernen, Segnen, Heilen oder das Erzählen religiöser Geschichten.
- Religiöse Identität: Sie beschreibt, wie Menschen sich selbst religiös, spirituell, konfessionell, weltanschaulich oder kulturell verorten.
- Pluralismus: Pluralismus bezeichnet das gleichzeitige Vorhandensein unterschiedlicher religiöser, weltanschaulicher und kultureller Positionen in einer Gesellschaft.
- Religiöser Markt: Der Begriff beschreibt aus soziologischer Sicht eine Situation, in der verschiedene religiöse Anbieter, Deutungen und Praktiken miteinander konkurrieren oder nebeneinander bestehen.
- Säkularisierung: Säkularisierung bezeichnet Prozesse, in denen Religion gesellschaftlich, politisch oder individuell an Bindungskraft verliert oder stärker in den privaten Bereich verlagert wird.
- Inkulturation: Inkulturation bezeichnet die Anpassung religiöser Ausdrucksformen an eine bestimmte Kultur, ohne dass damit automatisch eine beliebige Vermischung gemeint ist.
- Aneignung: Aneignung meint die Übernahme von Symbolen, Praktiken oder Bedeutungen; sie kann kreativ, respektvoll, konfliktträchtig oder machtvoll sein.
Thema verstehen
Synkretismus in der Religionswissenschaft
Synkretismus wird häufig mit religiöser Vermischung übersetzt. Das klingt zunächst einfach, ist aber wissenschaftlich anspruchsvoll. Denn religiöse Traditionen waren historisch selten völlig isoliert. Handel, Migration, Mission, Eroberung, Kolonialismus, Exil, Nachbarschaft, Übersetzung, Medien und politische Macht haben immer wieder dazu geführt, dass religiöse Vorstellungen aufeinandertreffen. Dabei entstehen neue Deutungen, neue Rituale, neue Namen für Gottheiten, neue Heiligenverehrungen, neue Feste oder neue Formen alltäglicher Spiritualität.
Wichtig ist: Synkretismus ist kein neutraler Alltagsbegriff. In manchen theologischen Kontexten wurde er abwertend verwendet, um eine angebliche Verfälschung der eigenen Lehre zu kritisieren. In der Religionswissenschaft wird er dagegen möglichst beschreibend eingesetzt. Der Begriff soll helfen, Austausch, Verbindung und Grenzziehung zwischen religiösen Traditionen zu analysieren.

Diskursiver Synkretismus als Arbeitsbegriff
Diskursiver Synkretismus meint in diesem Kurs eine Form religiöser Vermischung, die vor allem in Sprache, Medien, Symbolen und Deutungen geschieht. Es geht um die Frage, wie religiöse Versatzstücke in öffentlichen und privaten Kommunikationsräumen neu kombiniert werden. Solche Räume können ein YouTube-Video, ein Podcast, ein TikTok-Kommentar, eine Predigt, ein Schulgespräch, ein Trauertext, ein Song, ein politisches Statement, ein Lifestyle-Ratgeber, ein Museumstext oder ein Familienritual sein.
Ein Beispiel: Eine Person beschreibt ihre Lebenskrise mit buddhistisch klingenden Begriffen wie Achtsamkeit, spricht gleichzeitig von christlicher Vergebung, nutzt psychologische Selbstoptimierungssprache und verweist auf astrologische Deutung. Daraus folgt nicht automatisch, dass diese Person einer neuen synkretistischen Religion angehört. Diskursiv synkretisch ist vielmehr die Art, wie unterschiedliche Deutungsressourcen kombiniert werden, um Orientierung zu erzeugen.
Institutionelle Religion als Gegenpol und Partner
Institutionelle Religion ist nicht einfach das Gegenteil von Synkretismus. Institutionen können synkretische Elemente aufnehmen, begrenzen, umdeuten oder ablehnen. Eine Religionsgemeinschaft kann fremde Symbole integrieren, ein neues Fest theologisch einordnen, lokale Bräuche liturgisch aufnehmen oder bestimmte Praktiken ausdrücklich untersagen. Institutionen wirken daher als Filter, Speicher und Grenzinstanz religiöser Entwicklung.
Institutionelle Religion hat mehrere Funktionen. Sie bewahrt Traditionen, bildet Menschen aus, organisiert Rituale, gibt Orientierung, schafft Gemeinschaft, stellt Räume bereit, pflegt Texte und regelt Zugehörigkeit. Gleichzeitig kann sie Macht ausüben, Ausschlüsse produzieren, Deutungshoheit beanspruchen und synkretische Praktiken als Bedrohung der eigenen Identität betrachten.
Der zentrale Gegensatz
Der Gegensatz zwischen diskursivem Synkretismus und institutioneller Religion lässt sich nicht als einfaches Schema „frei gegen unfrei“ verstehen. Diskursive Formen können kreativ, aber auch oberflächlich sein. Institutionelle Formen können begrenzend, aber auch schützend und sinnstiftend wirken. Entscheidend ist eine genaue Analyse.
| Analysefrage | Diskursiver Synkretismus | Institutionelle Religion |
|---|---|---|
| Träger | Einzelpersonen, Gruppen, Medien, Netzwerke, Szenen | Religionsgemeinschaften, Ämter, Orden, Verbände, Gemeinden |
| Stabilität | häufig flexibel, situativ und veränderlich | eher dauerhaft, geregelt und über Generationen vermittelt |
| Autorität | entsteht durch Plausibilität, Reichweite, Erfahrung oder Charisma | entsteht durch Tradition, Amt, Lehre, Ausbildung oder Recht |
| Grenzen | oft offen, unscharf oder experimentell | häufig klarer markiert durch Regeln, Bekenntnisse und Rituale |
| Risiken | Beliebigkeit, kulturelle Aneignung, Verkürzung, Kommerzialisierung | Machtmissbrauch, Ausschluss, Erstarrung, Abwertung anderer Formen |
| Chancen | Kreativität, Übersetzung, persönliche Orientierung, Dialog | Kontinuität, Verlässlichkeit, Gemeinschaft, Bildung, Seelsorge |
Beispiele aus Geschichte und Gegenwart
Synkretische Prozesse lassen sich in vielen religiösen und kulturellen Kontexten beobachten. In der Antike wurden Gottheiten, Rituale und Kultformen über kulturelle Grenzen hinweg verglichen, identifiziert oder verbunden. In der ägyptischen Religionsgeschichte konnten Gottheiten zu zusammengesetzten Gestalten verbunden werden. Im Hellenismus und in der Spätantike standen religiöse Traditionen in intensivem Austausch.
Auch in Japan wirkten Shintō und Buddhismus über lange Zeiträume aufeinander ein. In Teilen Afrikas, Lateinamerikas und der Karibik entstanden unter Bedingungen von Kolonialismus, Sklaverei, Mission und Widerstand komplexe Verbindungen zwischen afrikanischen, indigenen und christlichen Traditionen. Solche Beispiele müssen sorgfältig untersucht werden, weil sie nicht nur religiöse Kreativität, sondern auch Gewalt, Unterdrückung und Machtasymmetrien sichtbar machen.

Digitale Medien und religiöse Deutung
Digitale Medien verändern, wie Religion wahrgenommen, diskutiert und praktiziert wird. Menschen begegnen religiösen Inhalten nicht nur in Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempeln oder Religionsunterricht, sondern auch in Suchmaschinen, Foren, Kommentarspalten, Memes, Shorts, Livestreams und Messengergruppen. Dadurch werden religiöse Symbole aus ihrem institutionellen Zusammenhang gelöst und in neue Kontexte eingebettet.
Ein Video kann buddhistische Meditationssprache, christliche Erlösungssymbolik, islamische Ethik, esoterische Energiebegriffe und psychologische Selbsthilferhetorik verbinden. Kommentare darunter können zustimmen, widersprechen, ironisieren oder neue Mischformen erzeugen. Diskursiver Synkretismus entsteht also nicht nur durch den Inhalt selbst, sondern auch durch Anschlusskommunikation.
Macht, Grenzen und Verantwortung
Bei synkretischen Prozessen geht es nicht nur um Freiheit. Wer religiöse Symbole übernimmt, steht in einem Verhältnis zu den Menschen, denen diese Symbole wichtig sind. Eine Praxis kann für die einen heilsam, für andere aber respektlos oder entstellend wirken. Besonders sensibel sind Traditionen, die durch Kolonialismus, Rassismus, Mission, Vertreibung oder Diskriminierung geprägt wurden.
Eine verantwortliche Analyse fragt daher: Wer spricht? Über wen wird gesprochen? Welche Tradition wird übernommen? Wer profitiert? Wer wird unsichtbar gemacht? Wird eine Praxis erklärt, vereinfacht, verkauft oder verändert? Haben Angehörige der Tradition selbst eine Stimme? Diese Fragen verhindern, dass Synkretismus romantisiert oder pauschal verurteilt wird.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Synkretismus ist nicht dasselbe wie Pluralismus. Pluralismus beschreibt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Weltanschauungen. Synkretismus beschreibt Verbindungen und Vermischungen zwischen ihnen. Synkretismus ist auch nicht dasselbe wie interreligiöser Dialog, denn Dialog kann ohne Vermischung stattfinden. Ebenso unterscheidet sich Synkretismus von Inkulturation, weil Inkulturation stärker die kulturelle Übersetzung einer Religion in einen bestimmten Kontext betont.
Auch Eklektizismus ist verwandt, aber nicht deckungsgleich. Eklektizismus bezeichnet das auswählende Zusammenstellen verschiedener Elemente. Diskursiver Synkretismus fragt zusätzlich nach Sprache, Macht, Öffentlichkeit und Deutungsrahmen. Für eine präzise Analyse musst Du daher immer klären, welchen Begriff Du verwendest und was genau Du damit untersuchst.
Methode: Wie analysierst Du einen religiösen Diskurs?
Eine diskursanalytische Untersuchung beginnt mit einem konkreten Material: Video, Text, Interview, Kommentarspalte, Predigt, Lied, Bild, Ausstellung, Website oder Ritualbeschreibung. Danach bestimmst Du Akteure, Begriffe, Symbole, Zielgruppen und Kontexte. Du untersuchst, welche religiösen Traditionen angesprochen werden und ob sie bestätigt, verändert, vermischt oder abgegrenzt werden.
Besonders hilfreich sind folgende Leitfragen: Welche Wörter werden wiederholt? Welche Autoritäten werden genannt? Welche Institutionen werden kritisiert oder verteidigt? Welche Erfahrungen gelten als glaubwürdig? Welche Grenzen werden gezogen? Welche Praktiken werden als authentisch bezeichnet? Wer darf deuten? Welche Konflikte werden sichtbar?
Beispielanalyse zum Impulsvideo
Beim Impulsvideo kannst Du prüfen, wie der Gegensatz zwischen diskursivem Synkretismus und institutioneller Religion aufgebaut wird. Achte darauf, ob institutionelle Religion als starres System, als notwendige Ordnung oder als ambivalente Struktur erscheint. Achte außerdem darauf, ob diskursiver Synkretismus als Freiheit, als Suchbewegung, als Marktphänomen, als spirituelle Kreativität oder als Gefahr für Traditionen beschrieben wird.
Eine gute Analyse bleibt fair: Sie übernimmt nicht einfach die Wertung des Videos, sondern rekonstruiert Argumente. Du kannst fragen, welche Beispiele genannt werden, welche fehlen, welche Traditionen sichtbar sind und ob bestimmte Religionen besonders positiv oder negativ dargestellt werden. So lernst Du, religiöse Medieninhalte reflektiert und respektvoll zu beurteilen.
Merksatz
Diskursiver Synkretismus beschreibt flexible Verknüpfungen religiöser Deutungen in Sprache, Medien und Alltag. Institutionelle Religion beschreibt dauerhafte religiöse Strukturen mit Regeln, Autoritäten und Gemeinschaftsformen. Beide stehen nicht nur im Gegensatz, sondern beeinflussen sich gegenseitig.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bezeichnet Synkretismus in der Religionswissenschaft? (Verbindung und Vermischung religiöser Traditionen) (!Ablehnung jeder religiösen Veränderung) (!Verbot religiöser Symbole) (!Ausschließlich eine politische Staatsform)
Was steht beim diskursiven Synkretismus besonders im Mittelpunkt? (Sprache, Medien und Deutungen) (!Nur amtliche Mitgliedslisten) (!Ausschließlich Tempelarchitektur) (!Nur biologische Abstammung)
Was ist ein Merkmal institutioneller Religion? (Dauerhafte Regeln, Ämter und Rituale) (!Vollständige Abwesenheit von Gemeinschaft) (!Nur spontane Einzelmeinungen) (!Verbot jeder Tradition)
Warum ist der Begriff Synkretismus vorsichtig zu verwenden? (Er kann beschreibend oder abwertend gebraucht werden) (!Er ist immer ein mathematischer Begriff) (!Er hat nie mit Religion zu tun) (!Er bezeichnet ausschließlich Atheismus)
Was beschreibt religiöser Pluralismus? (Nebeneinander verschiedener Religionen und Weltanschauungen) (!Verschmelzung aller Religionen zu einer einzigen Institution) (!Abschaffung jeder religiösen Praxis) (!Nur die Geschichte einer einzelnen Gemeinde)
Welche Frage gehört zu einer diskursanalytischen Untersuchung? (Wer spricht mit welchen Begriffen über Religion) (!Wie viele Sitzplätze hat ein Gebäude) (!Welche Farbe hat ein Buchdeckel) (!Wie schwer ist ein Ritualgegenstand)
Welche Chance kann institutionelle Religion bieten? (Kontinuität, Gemeinschaft und Bildung) (!Zwangsläufige Beliebigkeit) (!Vollständige Regellosigkeit) (!Automatische Auflösung aller Grenzen)
Welche Gefahr kann bei diskursivem Synkretismus auftreten? (Oberflächliche oder respektlose Aneignung) (!Unmöglichkeit von Kreativität) (!Immer gleiche institutionelle Lehre) (!Vollständige Sprachlosigkeit)
Was ist mit religiöser Aneignung gemeint? (Übernahme von Symbolen, Praktiken oder Bedeutungen) (!Zerstörung jeder historischen Quelle) (!Ein rein technischer Vorgang ohne Bedeutung) (!Ausschließlich die Gründung eines Staates)
Was ist eine faire Haltung bei der Analyse religiöser Vermischung? (Beschreiben, kontextualisieren und respektvoll bewerten) (!Pauschal verspotten) (!Ohne Prüfung verurteilen) (!Alle Unterschiede ignorieren)
Memory
| Synkretismus | Verbindung religiöser Traditionen |
| Diskurs | Zusammenhang von Aussagen und Deutungen |
| Institution | Dauerhafte soziale Ordnung |
| Ritual | Wiederholte symbolische Handlung |
| Pluralismus | Nebeneinander verschiedener Weltanschauungen |
| Aneignung | Übernahme von Symbolen oder Praktiken |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Akteure | Wer spricht über Religion |
| Begriffe | Welche Wörter strukturieren die Deutung |
| Autorität | Wer gilt als glaubwürdig |
| Grenzen | Was wird als zugehörig oder fremd markiert |
| Kontext | In welcher Situation die Aussage entsteht |
Kreuzworträtsel
| Synkretismus | Wie nennt man die Verbindung und Vermischung religiöser Traditionen? |
| Diskurs | Wie heißt ein gesellschaftlicher Zusammenhang von Aussagen und Deutungen? |
| Institution | Wie nennt man eine dauerhafte soziale Ordnung mit Regeln und Rollen? |
| Ritual | Wie heißt eine wiederholte symbolische Handlung? |
| Dogma | Wie nennt man einen verbindlichen Lehrsatz in einer Religion? |
| Pluralismus | Wie heißt das Nebeneinander verschiedener Religionen und Weltanschauungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat mit den Begriffen Synkretismus, Diskurs, Institution, Pluralismus und Aneignung und erkläre jeden Begriff in eigenen Worten.
- Videoimpuls: Schaue das Impulsvideo an und notiere fünf Begriffe, die für den Gegensatz zwischen diskursivem Synkretismus und institutioneller Religion wichtig sind.
- Alltagsbeispiel: Suche ein Beispiel aus Musik, Social Media, Werbung oder Alltagssprache, in dem religiöse Begriffe gemischt werden, und beschreibe es ohne Bewertung.
- Symbolanalyse: Wähle ein religiöses Symbol aus und recherchiere, in welchen unterschiedlichen Kontexten es verwendet wird.
Standard
- Diskursanalyse: Analysiere einen kurzen Kommentar, eine Predigtpassage, einen Podcastausschnitt oder ein Video nach den Fragen Wer spricht, welche Begriffe werden genutzt und welche Autorität wird beansprucht.
- Institutionsvergleich: Vergleiche zwei religiöse Institutionen danach, wie sie Mitgliedschaft, Rituale, Lehre und Autorität organisieren.
- Begriffsdifferenzierung: Erstelle eine Tabelle, in der Du Synkretismus, Pluralismus, Inkulturation, Eklektizismus und interreligiöser Dialog voneinander abgrenzt.
- Interviewprojekt: Führe ein respektvolles Interview mit einer Person über religiöse oder spirituelle Mischformen im Alltag und werte es anonymisiert aus.
Schwer
- Fallstudie: Entwickle eine Fallstudie zu einem historischen oder gegenwärtigen Beispiel religiöser Vermischung und untersuche Chancen, Konflikte und Machtverhältnisse.
- Medienkritik: Prüfe, ob ein Online-Beitrag religiöse Traditionen differenziert darstellt oder vereinfacht, exotisiert oder kommerzialisiert.
- Ethikdebatte: Organisiere eine Debatte zur Frage, wann religiöse Aneignung respektvoll ist und wann sie problematisch wird.
- Forschungsessay: Schreibe einen Essay darüber, ob diskursiver Synkretismus institutionelle Religion schwächt, erneuert oder herausfordert.

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Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum nicht jede religiöse Mischung automatisch eine neue Religion ist.
- Perspektivwechsel: Beschreibe denselben synkretischen Vorgang einmal aus Sicht einer einzelnen suchenden Person und einmal aus Sicht einer religiösen Institution.
- Konfliktbewertung: Beurteile einen Fall, in dem eine religiöse Tradition kommerziell genutzt wird, und berücksichtige dabei Macht, Kontext und Stimmen der Betroffenen.
- Begriffsprüfung: Entscheide bei drei Beispielen, ob eher Synkretismus, Pluralismus, Inkulturation oder interreligiöser Dialog vorliegt, und begründe Deine Entscheidung.
- Medienanalyse: Untersuche, wie ein digitales Medium religiöse Deutungen verändert, verkürzt, verbreitet oder neu kombiniert.
- Argumentation: Entwickle eine ausgewogene Position zur Frage, ob institutionelle Religion synkretische Impulse eher verhindern oder produktiv aufnehmen sollte.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du zentrale Begriffe korrekt verwendest, Beispiele sorgfältig kontextualisierst und zwischen Beschreibung, Analyse und Bewertung unterscheidest. Du solltest zeigen können, wie diskursiver Synkretismus in Medien, Alltagssprache oder kultureller Praxis entsteht und wie institutionelle Religion darauf reagieren kann. Außerdem soll Dein Lernnachweis deutlich machen, dass Du religiöse Traditionen respektvoll behandelst, Machtverhältnisse beachtest und keine pauschalen Urteile über Religionen formulierst.
Mögliche Bestandteile eines Lernnachweises sind ein analytischer Essay, eine Präsentation, ein Portfolio, eine Fallstudie, ein Interviewbericht, eine Medienanalyse oder ein reflektiertes Lernjournal. Besonders überzeugend ist ein Lernnachweis, wenn er eine konkrete Quelle untersucht, Fachbegriffe präzise nutzt, Gegenperspektiven berücksichtigt und ein begründetes eigenes Urteil entwickelt.
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