Digitale Krisenhilfe - Suizid verstehen


Digitale Krisenhilfe - Suizid verstehen
Einleitung
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Digitale Krisenhilfe / Suizid verstehen ist ein aiMOOC über Suizidalität, Suizidprävention, psychische Gesundheit, Online-Beratung und die Frage, wie Menschen in schweren Lebenskrisen sicher, würdevoll und wirksam unterstützt werden können. Das Thema ist sensibel: Dieser Kurs ersetzt keine Psychotherapie, keine Notfallmedizin und keine professionelle Krisenintervention. Er hilft Dir, Warnsignale, Schutzfaktoren, digitale Hilfsangebote, gesellschaftliche Ursachen und verantwortliche Kommunikation besser zu verstehen.
Wichtig bei akuter Gefahr: Wenn Du selbst gerade in unmittelbarer Gefahr bist oder eine andere Person akut gefährdet ist, rufe in Deutschland und vielen europäischen Ländern sofort den Notruf 112 an oder gehe in die nächste Notaufnahme. Bleibe nach Möglichkeit nicht allein und hole eine erwachsene Vertrauensperson, eine Fachkraft oder den Rettungsdienst dazu. Die TelefonSeelsorge ist in Deutschland rund um die Uhr anonym und kostenfrei unter 0800 1110111, 0800 1110222 und 116 123 erreichbar. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer unter 116 111 sowie Online-Beratung. Digitale Angebote können wichtige Brücken sein, ersetzen bei akuter Gefahr aber keinen Notruf.

Dieser aiMOOC lädt Dich nicht dazu ein, Suizidmethoden zu recherchieren oder zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Schutz, Verstehen, Hilfe suchen, Hilfe anbieten und verantwortliches Handeln in digitalen und analogen Räumen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum Suizidalität meist aus einem Zusammenspiel biologischer, psychischer, sozialer und gesellschaftlicher Faktoren entsteht. Du kannst einschätzen, welche Chancen und Grenzen digitale Krisenhilfe hat, wie man in einer Krise unterstützend kommuniziert und warum Datenschutz, Ethik und Medienkompetenz für Online-Hilfe besonders wichtig sind. Außerdem lernst Du, wie Suizidprävention in Schule, Familie, Peergroup, Community und digitalen Plattformen verantwortungsvoll gestaltet werden kann.
Grundbegriffe
Suizid, Suizidalität und Krise
Ein Suizid ist der Tod eines Menschen durch eine absichtliche Handlung gegen das eigene Leben. In der Prävention wird häufig bewusst nicht das Wort „Selbstmord“ verwendet, weil es moralisch wertend klingen kann. Sachlicher sind Begriffe wie Suizid, durch Suizid gestorben oder Suizidversuch. Suizidalität beschreibt Gedanken, Impulse, Pläne oder Handlungen, die auf den eigenen Tod gerichtet sein können. Sie kann sehr unterschiedlich aussehen: Manche Menschen haben flüchtige Gedanken, andere erleben hohen inneren Druck, starke Hoffnungslosigkeit oder eine akute Gefahrensituation.
Eine psychische Krise ist kein Zeichen von Schwäche. Sie kann entstehen, wenn Belastungen als nicht mehr bewältigbar erlebt werden. In solchen Momenten kann das Denken enger werden: Betroffene sehen weniger Auswege, empfinden Scham oder Schuld und ziehen sich zurück. Suizidprävention versucht, diesen gefährlichen Tunnelblick zu unterbrechen, Zeit zu gewinnen, Verbindung herzustellen und professionelle Hilfe erreichbar zu machen.
Prävention statt Schuldzuweisung
Suizidprävention fragt nicht: „Wer ist schuld?“, sondern: „Was schützt Menschen, bevor eine Krise lebensgefährlich wird?“ Dazu gehören gut erreichbare psychosoziale Beratung, niedrigschwellige Krisendienste, medizinische und psychotherapeutische Versorgung, sichere Schulen, verantwortliche Medienberichte, weniger Stigmatisierung und soziale Netze, in denen Menschen über Verzweiflung sprechen dürfen.
Wichtig ist: Suizid hat selten eine einzige Ursache. Er kann mit Depression, Angststörung, Suchterkrankung, Trauma, chronischer Krankheit, Diskriminierung, Einsamkeit, Verlust, Gewalt, finanzieller Not oder anderen Belastungen zusammenhängen. Viele Menschen mit solchen Belastungen werden nicht suizidal. Deshalb ist es fachlich falsch, einzelne Ereignisse oder Personen als alleinige Ursache darzustellen.
Digitale Krisenhilfe
Digitale Krisenhilfe umfasst Hilfen, die über digitale Medien erreichbar sind: Chatberatung, E-Mail-Beratung, Apps zur Krisenbewältigung, Online-Selbsthilfe, Video-Beratung, digitale Informationsseiten, Suchmaschinen-Hinweise, Plattform-Moderation und manchmal auch KI-gestützte Erkennung von Risikosignalen. Solche Angebote können besonders wertvoll sein, wenn Menschen sich schämen, nachts Hilfe brauchen, nicht telefonieren möchten oder zunächst anonym bleiben wollen.
Digitale Hilfe hat aber klare Grenzen. Ein Chat kann Nähe schaffen, aber keine Rettungskräfte ersetzen. Eine App kann einen Krisenplan sichtbar machen, aber keine gesicherte Diagnose stellen. Eine Künstliche Intelligenz kann Hinweise sortieren, darf aber nicht allein über Gefährdung, Behandlung oder Notfallmaßnahmen entscheiden. Gute digitale Krisenhilfe ist deshalb menschenzentriert, transparent, datensparsam, barrierearm und mit professionellen Hilfesystemen verbunden.

Warum Menschen Suizidgedanken entwickeln können
Mehrfaktorielle Entstehung
Suizidale Krisen entstehen oft aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren. Psychische Erkrankungen können eine Rolle spielen, aber auch soziale Ausgrenzung, familiäre Konflikte, Mobbing, Einsamkeit, Gewalterfahrungen, Armut, Schul- oder Arbeitsdruck, Verlust, chronische Schmerzen oder die Erfahrung, keine Hilfe zu bekommen. Auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind wichtig: Wer keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, sicheren Beziehungen, Schutzräumen oder Teilhabe hat, ist verletzlicher.
Dabei ist entscheidend: Suizidgedanken bedeuten nicht automatisch, dass jemand sterben will. Viele Betroffene sind ambivalent. Ein Teil will, dass der unerträgliche Zustand endet; ein anderer Teil sucht Entlastung, Beziehung, Sicherheit und Hoffnung. Prävention setzt genau dort an: Sie schafft Zeit, Verbindung, Schutz und neue Handlungsmöglichkeiten.
Warnsignale ernst nehmen
Warnsignale sind keine sicheren Vorhersagen, aber sie sollten ernst genommen werden. Dazu können gehören: direkte oder indirekte Aussagen, nicht mehr leben zu wollen; starke Hoffnungslosigkeit; sozialer Rückzug; plötzliche Abschiede; drastische Veränderungen im Verhalten; starke Schlafprobleme; zunehmender Substanzkonsum; das Gefühl, anderen zur Last zu fallen; oder eine auffällige Beschäftigung mit Tod und Ausweglosigkeit. Besonders ernst ist es, wenn eine Person konkrete Absichten äußert oder kaum noch Abstand zu den Gedanken findet.
Wenn Du solche Signale wahrnimmst, ist eine ruhige, direkte Frage hilfreich: „Denkst Du daran, Dir etwas anzutun?“ oder „Hast Du Angst, dass Du Dir etwas antun könntest?“ Direktes Nachfragen ist kein Vorwurf. Es kann entlasten, weil die betroffene Person merkt, dass jemand zuhört und das Thema aushält.
Schutzfaktoren stärken
Schutzfaktoren sind Bedingungen, die Menschen in Krisen stabilisieren können. Dazu gehören verlässliche Beziehungen, schnelle professionelle Hilfe, sichere Räume, ein persönlicher Notfallplan, Hoffnung auf Veränderung, Behandlung psychischer Erkrankungen, soziale Teilhabe, körperliche Grundversorgung, klare Tagesstruktur und digitale Angebote, die niedrigschwellig erreichbar sind. Auch kleine Schritte können schützen: eine Nachricht an eine Vertrauensperson, ein Termin bei einer Fachstelle, eine sichere Begleitung nach Hause oder ein Plan für die nächsten Stunden.
Was digitale Krisenhilfe leisten kann
Niedrigschwelliger Zugang
Digitale Angebote senken Hürden. Manche Menschen schreiben leichter, als sie sprechen. Andere leben ländlich, haben Angst vor Stigma oder finden nachts keine offene Beratungsstelle. Online-Beratung kann dann ein erster Schritt sein, um Worte für die Krise zu finden. Besonders für Jugendliche und junge Erwachsene können Chatangebote vertrauter wirken als klassische Hilfesysteme.
Typische Vorteile digitaler Krisenhilfe sind: schnelle Erreichbarkeit, Anonymität oder Pseudonymität, schriftliche Reflexion, ortsunabhängige Nutzung, Verweis auf lokale Hilfe und die Möglichkeit, eigene Notfallinformationen zu speichern. Gleichzeitig muss gute digitale Hilfe immer erklären, wann sie nicht ausreicht und wann der Notruf, eine Klinik oder persönliche Begleitung notwendig wird.
Beispiele für digitale Hilfen in Deutschland
Die TelefonSeelsorge bietet neben Telefonkontakten auch Chat- und Mailberatung an. Die App KrisenKompass kann als persönlicher Notfallkoffer genutzt werden: Betroffene können dort hilfreiche Gedanken, Kontakte, Erinnerungen oder Strategien für schwierige Momente sammeln. Die Nummer gegen Kummer bietet Kindern, Jugendlichen und Eltern anonyme Beratung per Telefon sowie Online-Beratung. krisenchat bietet jungen Menschen unter 25 Jahren psychologische Chatberatung. Regionale Krisendienste können je nach Bundesland weitere Soforthilfen bereitstellen.
Solche Angebote sind besonders hilfreich, wenn sie mit einer klaren Botschaft verbunden sind: Du musst nicht erst „schlimm genug“ leiden, um Hilfe zu verdienen. Früh Hilfe zu holen ist ein Zeichen von Selbstschutz und Verantwortung.
Grenzen und Risiken digitaler Räume
Digitale Räume können auch belasten. Cybermobbing, Hass, soziale Vergleiche, Schlafmangel durch Dauererreichbarkeit, gefährliche Gruppen, Fehlinformationen oder algorithmische Verstärkung belastender Inhalte können Krisen verschärfen. Darum gehören Medienkompetenz, Schutz vor schädlichen Inhalten und verantwortliche Plattformgestaltung zur Suizidprävention.
Auch digitale Hilfsangebote brauchen Qualitätsstandards. Sie müssen transparent machen, wer berät, wie Daten geschützt werden, wann Informationen weitergegeben werden dürfen oder müssen, wie Notfälle behandelt werden und welche Grenzen das Angebot hat. Vertraulichkeit ist wichtig, aber bei unmittelbarer Lebensgefahr kann Schutz Vorrang haben.
Verantwortlich helfen
Grundhaltung im Gespräch
Wenn jemand Suizidgedanken äußert, brauchst Du keine perfekte Antwort. Wichtig sind Ruhe, Ernstnehmen und Verbindung. Du kannst sagen: „Danke, dass Du mir das sagst“, „Ich bleibe jetzt bei Dir“, „Wir holen gemeinsam Hilfe“ oder „Du musst da nicht allein durch.“ Vermeide Sätze wie „Denk doch positiv“, „Andere haben es schlimmer“ oder „Das darfst Du Deinen Angehörigen nicht antun“. Solche Sätze können Schuld und Scham verstärken.
Hilfreich ist ein einfacher Ablauf: Wahrnehmen, direkt ansprechen, zuhören, entlasten, Sicherheit herstellen, professionelle Hilfe verbinden und später nachfragen. Wenn akute Gefahr besteht, reicht Zuhören allein nicht aus. Dann muss sofort Hilfe geholt werden.
Was Du in einer akuten Situation tun kannst
Bleibe bei der Person oder organisiere, dass jemand Verlässliches bei ihr bleibt. Sprich ruhig und klar. Frage, ob unmittelbare Gefahr besteht. Hole erwachsene Vertrauenspersonen, Fachkräfte, den Rettungsdienst oder eine psychiatrische Notaufnahme dazu. Sichere die Umgebung allgemein, ohne über konkrete Methoden zu sprechen. Nutze den Notruf 112, wenn Du die Gefahr nicht sicher einschätzen kannst oder die Person sich nicht von akuten Impulsen distanzieren kann.
Wenn Du selbst minderjährig bist, trage die Verantwortung nicht allein. Informiere eine erwachsene Person, eine Schulsozialarbeit, eine Lehrkraft, Eltern, einen Krisendienst oder den Notruf. Loyalität bedeutet in einer lebensgefährlichen Krise nicht Schweigen, sondern Hilfe holen.
Der persönliche Krisenplan
Ein Krisenplan ist eine vorbereitete Orientierung für schwere Momente. Er kann enthalten: persönliche Warnsignale, Dinge, die kurzfristig beruhigen, sichere Orte, Gründe weiterzumachen, Menschen, die erreichbar sind, professionelle Kontakte, Notrufnummern und Vereinbarungen für akute Gefahr. Digitale Apps können helfen, einen solchen Plan griffbereit zu halten. Wichtig ist, dass der Plan in ruhigen Zeiten erstellt und mit Vertrauenspersonen oder Fachkräften besprochen wird.
Medien, Öffentlichkeit und Sprache
Werther-Effekt und Papageno-Effekt
Der Werther-Effekt beschreibt, dass unangemessene, reißerische oder detaillierte Darstellungen von Suizid Nachahmung begünstigen können. Darum sollten Medien keine Methoden, Orte oder dramatisierenden Details hervorheben und Suizid nicht romantisieren. Der Papageno-Effekt beschreibt dagegen, dass Berichte über bewältigte Krisen, Hilfewege und Hoffnung präventiv wirken können. Gute Kommunikation zeigt: Krisen können sich verändern, Hilfe ist möglich, und niemand muss allein bleiben.

Verantwortliche Sprache
Sprache beeinflusst, ob Menschen sich öffnen. Statt „Selbstmord begehen“ ist „durch Suizid sterben“ sachlicher. Statt „erfolgreicher Suizid“ sollte man „tödlicher Suizid“ oder „Suizid“ sagen, weil „erfolgreich“ eine positive Bewertung nahelegen kann. Statt „gescheiterter Versuch“ ist „Suizidversuch überlebt“ respektvoller. Verantwortliche Sprache vermeidet Schuld, Sensation und Stigma.
Schule, Peergroup und Community
In Schulen und Bildungseinrichtungen braucht Suizidprävention klare Strukturen. Dazu gehören geschulte Ansprechpersonen, Schutzkonzepte, Kooperation mit Beratungsstellen, Nachsorge nach Krisen, Regeln für Klassenchats und eine Kultur, in der psychische Gesundheit kein Tabu ist. Peers können unterstützen, aber sie dürfen nicht zu Ersatz-Therapeutinnen oder Ersatz-Therapeuten werden. Gute Prävention entlastet junge Menschen, indem sie Erwachsene und Fachstellen einbindet.
Ethik, Datenschutz und Künstliche Intelligenz
Datenschutz als Vertrauensgrundlage
Wer in einer Krise Hilfe sucht, teilt oft sehr persönliche Informationen. Darum sind Datenschutz, Datensparsamkeit, sichere Kommunikation und verständliche Einwilligung zentral. Digitale Krisenhilfe sollte nur Daten erheben, die wirklich gebraucht werden. Sie sollte klar erklären, wie lange Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat, wann Anonymität endet und wie Nutzende Unterstützung erhalten können, wenn sie sich akut gefährdet fühlen.
KI in der Krisenhilfe
Künstliche Intelligenz kann Hinweise in Texten erkennen, Ressourcen sortieren oder Fachkräfte bei der Triage unterstützen. Gleichzeitig kann KI Kontext falsch verstehen, Ironie missdeuten, Diskriminierung reproduzieren oder Risiken übersehen. Bei Suizidalität muss deshalb immer gelten: KI darf professionelle Hilfe nicht ersetzen. Sie kann nur ein Werkzeug sein, wenn menschliche Verantwortung, transparente Regeln, Datenschutz, Qualitätskontrolle und klare Notfallwege gesichert sind.
Digitale Verantwortung der Plattformen
Plattformen, Messenger, Foren und soziale Netzwerke tragen Verantwortung. Sie können Hilfsangebote sichtbar machen, gefährliche Inhalte begrenzen, Meldesysteme verbessern, Moderation schulen und Nutzerinnen und Nutzer in Krisen zu professioneller Hilfe leiten. Gleichzeitig müssen sie Meinungsfreiheit, Datenschutz und Schutzpflichten sorgfältig abwägen. Suizidprävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine Aufgabe einzelner Betroffener.
Hilfsangebote und Orientierung
Deutschland: wichtige Kontakte
Bei unmittelbarer Gefahr: 112.
TelefonSeelsorge: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123; außerdem Chat- und Mailberatung über die Website.
Nummer gegen Kummer: 116 111 für Kinder und Jugendliche; außerdem Online-Beratung und Beratung für Eltern.
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117, wenn ärztliche Hilfe außerhalb der Praxiszeiten gebraucht wird und keine unmittelbare Lebensgefahr besteht.
Psychiatrische Notaufnahme oder regionale Krisendienste: Wenn die Situation akut, aber nicht allein lösbar ist, können regionale Krisendienste, psychiatrische Kliniken oder Rettungsstellen helfen.
Internationale Orientierung
In anderen Ländern gelten andere Notrufnummern und Krisendienste. Wenn Du nicht in Deutschland bist, nutze den lokalen Notruf oder suche nach offiziellen Krisenhilfen Deines Landes. Wichtig ist: In akuter Gefahr ist ein lokaler Notruf oder eine Notaufnahme der sicherste Weg.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Nummer solltest Du in Deutschland bei unmittelbarer Lebensgefahr wählen? (112) (!116117) (!116111) (!0800 1110111)
Was ist ein zentrales Ziel digitaler Krisenhilfe? (Schnellen Zugang zu Unterstützung erleichtern) (!Suizidmethoden vergleichen) (!Professionelle Hilfe grundsätzlich ersetzen) (!Krisen öffentlich bewerten)
Welche Gesprächsweise ist bei Suizidgedanken hilfreich? (Ruhig und direkt nachfragen) (!Das Thema vermeiden) (!Vorwürfe machen) (!Die Krise verharmlosen)
Welcher Begriff ist in der Prävention meist sachlicher als Selbstmord? (Suizid) (!Verbrechen) (!Drama) (!Skandal)
Was sollte verantwortliche Berichterstattung über Suizid vermeiden? (Detaillierte Methodenbeschreibungen) (!Hinweise auf Hilfsangebote) (!Berichte über bewältigte Krisen) (!Sachliche Sprache)
Was ist ein Schutzfaktor in psychischen Krisen? (Verlässliche soziale Unterstützung) (!Isolation) (!Beschämung) (!Dauerhafte Geheimhaltung)
Was muss ein digitales Krisenangebot transparent erklären? (Umgang mit persönlichen Daten) (!Geheime Bewertungsregeln) (!Unklare Zuständigkeiten) (!Versteckte Werbung)
Was gehört sinnvoll in einen persönlichen Krisenplan? (Warnsignale und Hilfekontakte) (!Gerüchte über Betroffene) (!Bewertungen der Schuld) (!Öffentliche Bloßstellung)
Wofür steht der Papageno-Effekt? (Hoffnungsvolle Darstellung von Bewältigung) (!Reißerische Darstellung von Suiziden) (!Verbreitung gefährlicher Details) (!Verstärkung von Stigma)
Welche Aussage über Künstliche Intelligenz in der Krisenhilfe ist richtig? (KI kann unterstützen aber Fachkräfte nicht ersetzen) (!KI kann Suizidgefahr immer sicher erkennen) (!KI braucht keinen Datenschutz) (!KI sollte allein über Notfälle entscheiden)
Memory
| Akute Gefahr | Notruf |
| TelefonSeelsorge | Anonyme Beratung |
| Krisenplan | Persönlicher Notfallkoffer |
| Papageno-Effekt | Hoffnung durch Bewältigung |
| Datenschutz | Datensparsamkeit |
| Direktes Fragen | Risiko klären |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Chatberatung | Niedrigschwelliger Kontakt |
| KrisenApp | Persönlicher Notfallplan |
| Notruf | Akute Lebensgefahr |
| Moderation | Schutz vor schädlichen Inhalten |
| Datenschutz | Vertrauen in Hilfe |
Kreuzworträtsel
| Prävention | Wie nennt man vorbeugende Maßnahmen, die Krisen entschärfen sollen? |
| Krise | Wie heißt ein Zustand, in dem Belastungen als kaum noch bewältigbar erlebt werden? |
| Empathie | Welche Haltung bedeutet, Gefühle anderer ernst zu nehmen? |
| Anonymität | Was kann helfen, wenn Menschen sich zunächst ohne Namensnennung öffnen möchten? |
| Datenschutz | Welcher Schutz ist bei digitaler Beratung besonders wichtig? |
| Papageno | Welcher Effekt beschreibt hilfreiche Darstellungen von bewältigten Krisen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hilfekarte: Erstelle eine kleine, übersichtliche Hilfekarte mit Notruf, TelefonSeelsorge, Nummer gegen Kummer und einer lokalen Anlaufstelle Deiner Region.
- Begriffsklärung: Erkläre in eigenen Worten den Unterschied zwischen Suizid, Suizidalität, psychischer Krise und Suizidprävention.
- Gesprächssätze: Formuliere fünf unterstützende Sätze, die Du einer Person in einer Krise sagen könntest, ohne Druck oder Schuldgefühle zu erzeugen.
- Mediencheck: Sammle Beispiele für verantwortliche und nicht verantwortliche Sprache über Suizid und schreibe bessere Alternativen.
Standard
- Krisenplan: Entwerfe eine Vorlage für einen persönlichen Krisenplan, die Warnsignale, stärkende Aktivitäten, Vertrauenspersonen und professionelle Hilfen enthält.
- Digitales Hilfsangebot: Vergleiche zwei digitale Beratungsangebote anhand von Erreichbarkeit, Zielgruppe, Datenschutz, Kostenfreiheit und Grenzen.
- Klassenchat-Regeln: Entwickle Regeln für einen Klassenchat, die Mobbing, Beschämung, Krisengerüchte und das Teilen gefährlicher Inhalte verhindern.
- Papageno-Beitrag: Gestalte einen kurzen Text, ein Poster oder ein Audioformat, das zeigt, wie eine Krise mit Hilfe bewältigt werden kann.
Schwer
- Präventionskonzept: Entwickle ein schulisches Präventionskonzept, das Frühwarnsignale, Zuständigkeiten, externe Hilfen, Nachsorge und Datenschutz berücksichtigt.
- Ethikanalyse: Analysiere Chancen und Risiken von KI-gestützter Krisenerkennung in sozialen Medien aus ethischer, rechtlicher und pädagogischer Perspektive.
- Fallanalyse: Bearbeite ein fiktives Krisenszenario und entscheide, welche Schritte digital, persönlich und professionell notwendig wären.
- Öffentlichkeitskampagne: Plane eine stigmaarme Kampagne zur psychischen Gesundheit, die Hilfsangebote sichtbar macht und reißerische Darstellungen vermeidet.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe Krisensituation: Du erhältst ein fiktives Chatprotokoll, in dem eine Person Hoffnungslosigkeit äußert. Erkläre, welche Warnsignale Du erkennst, welche Fragen Du stellen würdest und wann Du professionelle Hilfe einschalten müsstest.
- Konzeptvergleich: Vergleiche Telefonberatung, Chatberatung und KrisenApp. Beurteile, welche Form in welchen Situationen hilfreich sein kann und wo ihre Grenzen liegen.
- Medienethik: Überarbeite einen problematischen Nachrichtenbeitrag so, dass er keine gefährlichen Details enthält, Hilfsangebote nennt und den Papageno-Effekt stärkt.
- Datenschutzabwägung: Begründe, warum Vertraulichkeit in der digitalen Krisenhilfe wichtig ist und wann der Schutz des Lebens Vorrang haben kann.
- Präventionsstrategie: Entwickle für eine Schule oder Jugendgruppe drei konkrete Maßnahmen, die psychische Gesundheit fördern, Stigma abbauen und sichere Hilfewege sichtbar machen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis kannst Du ein Portfolio erstellen. Es soll zeigen, dass Du nicht nur Fakten wiedergeben, sondern verantwortungsvoll handeln und Zusammenhänge erklären kannst.
- Portfolio Baustein 1: Eine kurze Begriffserklärung zu Suizidalität, Krise, Prävention und digitaler Krisenhilfe.
- Portfolio Baustein 2: Eine Hilfekarte mit geprüften Kontakten und klarer Unterscheidung zwischen Beratung, ärztlicher Hilfe und Notruf.
- Portfolio Baustein 3: Eine reflektierte Fallanalyse mit Schutzfaktoren, Gesprächsschritten und professionellen Hilfewegen.
- Portfolio Baustein 4: Eine ethische Bewertung eines digitalen Angebots unter den Kriterien Datenschutz, Transparenz, Barrierefreiheit und Notfallmanagement.
- Portfolio Baustein 5: Ein eigenes Präventionsprodukt, zum Beispiel Poster, Podcast, Videoentwurf, Unterrichtsimpuls oder Leitfaden für Klassenchats.
OERs zum Thema
Seriöse Quellen und Hilfsangebote
- TelefonSeelsorge: TelefonSeelsorge Deutschland
- KrisenKompass: App und Informationen der TelefonSeelsorge
- Depressionshilfe: Deutsche Depressionshilfe: Akute Hilfe
- Nummer gegen Kummer: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern
- krisenchat: Chatberatung für junge Menschen
- Suizidprävention: Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
- Weltgesundheitsorganisation: WHO: Suicide fact sheet
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Links
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