Suizid verstehen - Erzählung neu denken


Suizid verstehen - Erzählung neu denken
Einleitung
Suizid: Erzählung neu denken / Suizid verstehen ist ein aiMOOC über Suizid, Suizidalität, Suizidprävention, psychische Gesundheit und die Frage, wie Gesellschaft, Schule, Medien und persönliche Beziehungen mit seelischen Krisen verantwortungsvoll umgehen können. Du lernst, warum Suizidalität selten durch eine einzige Ursache erklärbar ist, welche Rolle Depression, Trauma, Einsamkeit, Stigma, Diskriminierung, Armut, Krankheit, Sucht, Verlust und gesellschaftliche Rahmenbedingungen spielen können und warum frühe, respektvolle Hilfe Leben schützen kann.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Dieser aiMOOC beschreibt keine Suizidmethoden und ersetzt keine professionelle Beratung. Wenn Du selbst gerade in akuter Gefahr bist, nicht allein bleiben kannst oder Angst hast, Dir etwas anzutun, rufe sofort den Notruf 112 an oder gehe in die nächste psychiatrische Notaufnahme. In Deutschland erreichst Du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Kinder und Jugendliche können sich auch an die Nummer gegen Kummer unter 116 111 wenden. Für junge Menschen unter 25 Jahren gibt es zusätzlich krisenchat.de. Wenn Du Dir Sorgen um eine andere Person machst, sprich sie ruhig und direkt an, bleibe bei ihr und hole erwachsene oder professionelle Unterstützung.
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Medienimpuls: Das eingebundene Video dient als Einstieg in die Frage, wie wir Suizid nicht als Tabu, Schuldgeschichte oder Sensationsereignis erzählen, sondern als Thema von Krise, Prävention, Beziehung, Hilfe und gesellschaftlicher Verantwortung verstehen können.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was mit Suizid, Suizidalität und Suizidprävention gemeint ist. Du kannst belastende und schützende Faktoren unterscheiden, Warnzeichen ernst nehmen, hilfreiche Gesprächswege beschreiben und verantwortungsvolle Medienethik anwenden. Außerdem lernst Du, warum psychische Erkrankungen behandelbar sind, warum Stigma Hilfe erschwert und weshalb Prävention eine Aufgabe von Einzelnen, Schule, Gesundheitswesen, Politik, Medien und Gemeinschaft ist.
- Begriffsverständnis: Du unterscheidest Suizid, Suizidalität, Suizidversuch, Krise, Selbstverletzung und Suizidprävention.
- Sichere Hilfe: Du kennst angemessene Schritte bei akuter Gefahr und weißt, wann der Notruf oder professionelle Hilfe nötig ist.
- Ursachenanalyse: Du erkennst, dass Suizidalität aus einem Zusammenspiel von individuellen, sozialen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Faktoren entstehen kann.
- Medienkompetenz: Du kannst problematische Darstellungen erkennen und präventive Erzählweisen entwickeln.
- Empathie: Du übst eine Sprache, die ernst nimmt, nicht beschuldigt, nicht romantisiert und Hilfe ermöglicht.
Suizid verstehen
Suizid bedeutet die absichtliche Selbsttötung eines Menschen. Der Begriff wird in vielen professionellen Kontexten verwendet, weil er sachlicher und weniger abwertend ist als das Wort „Selbstmord“ und weniger romantisierend als „Freitod“. Suizidalität umfasst Gedanken, Absichten, Pläne, Handlungen und Krisenzustände, in denen ein Mensch den Tod als möglichen Ausweg aus unerträglichem Leid wahrnimmt. Wichtig ist: Suizidalität ist meist ein Zeichen starker seelischer Not, nicht ein Beweis dafür, dass ein Leben tatsächlich keinen Ausweg mehr hat.
Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jährlich mehr als 700.000 Menschen durch Suizid. In Deutschland wird seit Jahren von rund 10.000 Suiziden pro Jahr gesprochen. Hinter jeder Zahl stehen Angehörige, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Schulklassen, Behandlungsteams und Gemeinschaften. Deshalb ist Suizidprävention nicht nur ein medizinisches Thema, sondern auch ein Thema von Ethik, Bildung, Sozialpolitik, Medienbildung und Menschenwürde.
Suizidalität ist komplex. Häufig kommen mehrere Belastungen zusammen: eine Depression, Angststörungen, Trauma, Sucht, chronische Schmerzen, schwere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit, Mobbing, Diskriminierung, finanzielle Not, Beziehungskrisen, Trauer oder das Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Zugleich gibt es Schutzfaktoren: verlässliche Beziehungen, erreichbare Beratung, Behandlung, sichere Umgebungen, Hoffnung, Selbstwirksamkeit, soziale Zugehörigkeit, sinnstiftende Aufgaben und ein Umfeld, das über Krisen sprechen kann.
Suizidalität als Krise und Ambivalenz
Viele suizidale Krisen sind von Ambivalenz geprägt: Ein Teil der betroffenen Person möchte nicht mehr leiden, ein anderer Teil sucht Entlastung, Schutz, Nähe oder einen Grund weiterzuleben. Diese Ambivalenz ist für Suizidprävention zentral, weil Hilfe hier ansetzen kann. Wer zuhört, entlastet, Sicherheit organisiert und professionelle Unterstützung aktiviert, kann dazu beitragen, dass aus einem engen Krisenblick wieder mehr Handlungsmöglichkeiten werden.
Ein bekanntes Modell beschreibt drei mögliche Phasen: Erwägung, Ambivalenz und Entschlossenheit. Dieses Modell ist keine starre Regel und ersetzt keine Diagnostik. Es hilft aber zu verstehen, dass suizidale Gedanken sich verändern können und dass scheinbare Ruhe nach einer schweren Krise nicht automatisch Entwarnung bedeutet. Wenn konkrete Vorbereitungen, Abschiedshandlungen oder eine starke Beruhigung nach großer Anspannung auftreten, ist schnelle professionelle Hilfe besonders wichtig.
Warnzeichen ernst nehmen
Warnzeichen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche Menschen sprechen direkt über Todeswünsche, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, nicht mehr weiterzukönnen. Andere ziehen sich zurück, wirken plötzlich leer oder gereizt, verschenken wichtige Dinge, verabschieden sich ungewöhnlich, vernachlässigen Schule oder Arbeit, schlafen sehr schlecht, konsumieren mehr Alkohol oder Drogen oder wirken nach einer langen Krise plötzlich auffallend gefasst. Ein einzelnes Zeichen beweist keine Suizidgefahr. Mehrere Zeichen, starke Veränderungen oder ein ungutes Gefühl sollten aber immer ernst genommen werden.
Ein wichtiges Vorurteil lautet: „Wer darüber spricht, macht es nicht.“ Dieses Vorurteil ist gefährlich. Suizidankündigungen, Andeutungen und Hilferufe müssen ernst genommen werden. Ein weiteres Vorurteil lautet: „Wenn ich nach Suizidgedanken frage, bringe ich die Person erst auf die Idee.“ Eine ruhige, direkte und respektvolle Frage kann entlasten, weil sie zeigt: Du darfst darüber sprechen, ohne verurteilt zu werden.
Hilfreich ansprechen und Hilfe organisieren
Wenn Du Dir Sorgen machst, kannst Du ungefähr so beginnen: „Ich mache mir Sorgen um Dich. Denkst Du daran, Dir etwas anzutun?“ Eine solche Frage sollte ruhig, ohne Vorwurf und ohne Druck gestellt werden. Danach ist wichtig: zuhören, nicht diskutieren, nicht bagatellisieren, keine Schuld zuweisen und keine Geheimhaltung versprechen, wenn Gefahr besteht. Hilfreich ist, gemeinsam eine erwachsene Vertrauensperson, eine Beratungsstelle, eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis, einen Krisendienst oder den Notruf einzubeziehen.
In akuter Gefahr gilt: nicht allein lassen, gefährliche Situationen verlassen, Unterstützung holen und den Notruf wählen. Bei Jugendlichen müssen verantwortliche Erwachsene einbezogen werden. Freundschaft bedeutet in solchen Situationen nicht, ein Geheimnis allein zu tragen, sondern Hilfe zu ermöglichen.
Erzählung neu denken
„Erzählung neu denken“ bedeutet: Wir fragen nicht nur, warum ein Mensch gestorben ist, sondern wie Krisen früher erkannt, wie Hilfen leichter erreichbar, wie Medien verantwortlicher berichten und wie Gemeinschaften weniger beschämend reagieren können. Eine präventive Erzählung vermeidet Sensationslust, Schuldzuweisungen und romantisierende Darstellungen. Sie betont, dass Krisen veränderbar sind, dass Behandlung wirkt, dass Beziehung schützt und dass professionelle Hilfe kein Zeichen von Schwäche ist.
| Problematische Erzählung | Präventive Erzählung |
|---|---|
| „Da konnte man nichts machen.“ | „Viele Krisen sind beeinflussbar, wenn Warnzeichen ernst genommen und Hilfen erreichbar werden.“ |
| „Die Person war egoistisch.“ | „Suizidalität entsteht aus extremer Not und darf nicht moralisch verurteilt werden.“ |
| „Das war ein freier, schöner Ausweg.“ | „Romantisierung kann gefährlich sein; hilfreicher ist die Darstellung von Unterstützung und Bewältigung.“ |
| „Psychische Krankheit ist peinlich.“ | „Psychische Erkrankungen sind häufig, behandelbar und kein Grund für Scham.“ |
| „Medien müssen möglichst drastisch berichten.“ | „Verantwortliche Medien vermeiden Details, nennen Hilfsangebote und zeigen Wege aus Krisen.“ |
Sprache: Worte können schützen oder verletzen
Sprache prägt, wie Menschen über sich selbst und andere denken. Der Begriff Suizid ist neutraler als „Selbstmord“, weil „Mord“ eine strafende und moralische Bedeutung trägt. Der Begriff „Freitod“ kann problematisch sein, weil er eine schwere Krise romantisieren oder als souveräne Entscheidung verklären kann. In Bildung, Beratung und Berichterstattung ist eine präzise, respektvolle Sprache wichtig: Sie soll weder beschönigen noch verurteilen.
Statt „Der hat sich einfach umgebracht“ ist eine respektvollere Formulierung: „Die Person ist durch Suizid gestorben.“ Statt „Sie wollte Aufmerksamkeit“ ist hilfreicher: „Sie zeigte Zeichen starker Not und brauchte Unterstützung.“ Wer so spricht, senkt die Hürde, Hilfe zu suchen.
Medienwirkung: Werther-Effekt und Papageno-Effekt
Die Medien spielen in der Suizidprävention eine besondere Rolle. Der Werther-Effekt beschreibt die Gefahr, dass reißerische, detaillierte oder romantisierende Berichte über Suizid Nachahmung begünstigen können. Der Papageno-Effekt beschreibt dagegen eine schützende Wirkung: Medien können zeigen, wie Menschen Krisen bewältigen, Hilfe annehmen, Gespräche führen und neue Perspektiven finden.
Verantwortliche Berichte nennen keine Details zu Suizidmethoden, verwenden keine dramatisierenden Überschriften, zeigen keine sensationalisierten Bilder und stellen den Tod nicht als Lösung dar. Sie nennen Hilfsangebote, erklären Krisen als veränderbar und zeigen, dass Unterstützung möglich ist. Genau hier setzt die Idee an, die Erzählung neu zu denken.
Ursachen und Rahmenbedingungen
Suizidalität entsteht nicht im luftleeren Raum. Persönliche Verletzlichkeit, psychische Erkrankungen, soziale Belastungen, ökonomische Unsicherheit, Ausgrenzung, Gewalt, Mobbing, Sucht, körperliche Erkrankungen, Einsamkeit und gesellschaftliche Tabus können zusammenwirken. Darum greift eine reine Einzelfallerklärung zu kurz. Prävention braucht Behandlung, aber auch gute Lebensbedingungen, niedrigschwellige Beratung, sichere Räume, soziale Teilhabe und öffentliche Aufklärung.
Stigma ist dabei ein zentrales Hindernis. Wenn Menschen befürchten, für Depression, Angst, Sucht, Traumafolgen oder Suizidgedanken beschämt zu werden, suchen sie oft später Hilfe. Entstigmatisierung bedeutet nicht, jede Krise öffentlich machen zu müssen. Sie bedeutet, dass niemand für seelische Not abgewertet wird und dass Hilfe selbstverständlich erreichbar sein soll.
Schutzfaktoren
Schutzfaktoren sind Bedingungen, die Belastungen abfedern und Handlungsmöglichkeiten erweitern. Dazu gehören stabile Beziehungen, sichere Schul- und Arbeitsumgebungen, Zugang zu ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung, soziale Unterstützung, Krisenpläne, gute Medienbildung, Selbstwirksamkeit, Bewegung, Schlaf, Spiritualität oder Sinnbezüge, gewaltfreie Kommunikation und das Wissen, wo Hilfe erreichbar ist.
Ein Krisenplan kann in ruhigen Zeiten vorbereitet werden. Er enthält Warnzeichen, beruhigende Schritte, hilfreiche Orte, Personen, Notfallkontakte und professionelle Anlaufstellen. Ein Krisenplan ist kein Ersatz für Behandlung, kann aber in zugespitzten Momenten Orientierung geben.
Prävention als gemeinsame Aufgabe
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt im Ansatz LIVE LIFE mehrere wirksame Bausteine: den Zugang zu gefährlichen Mitteln begrenzen, Medien zu verantwortlicher Berichterstattung befähigen, sozial-emotionale Kompetenzen junger Menschen fördern und Menschen nach Suizidgedanken, Suizidversuchen oder Selbstverletzung früh erkennen, begleiten und weiterbehandeln. Diese Bausteine zeigen: Suizidprävention ist nicht nur eine Aufgabe einzelner Betroffener, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
In Deutschland arbeiten unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention, das Nationale Suizidpräventionsprogramm, die TelefonSeelsorge, die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention, Krisendienste, Kliniken, Beratungsstellen, Schulen und viele weitere Einrichtungen an Aufklärung, Forschung, Beratung und Prävention. Die nationale Suizidpräventionsstrategie betont unter anderem Koordination, Entstigmatisierung, Aufklärung, bessere Hilfsangebote und Qualifizierung von Fachkräften.

Handeln in Schule, Ausbildung und Studium
In Lernräumen braucht dieses Thema besondere Achtsamkeit. Niemand soll gedrängt werden, persönliche Erfahrungen offenzulegen. Lehrende sollten vorher Hilfsangebote kennen, Gesprächsregeln vereinbaren und deutlich machen, dass belastete Lernende Unterstützung bekommen können. Für Dich als lernende Person gilt: Du musst keine Krise allein lösen. Du kannst zuhören, ernst nehmen, bei der Person bleiben und Hilfe holen.
Ein guter schulischer Umgang verbindet Wissen mit Fürsorge. Dazu gehören klare Notfallwege, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeit, Kooperation mit Krisendiensten, Schutz vor Mobbing, sensible Medienbildung und eine Kultur, in der psychische Gesundheit so selbstverständlich besprochen werden darf wie körperliche Gesundheit.
Weiterführende Informations- und Hilfsangebote
- TelefonSeelsorge Deutschland: Telefon, Chat, Mail und Beratung in schwierigen Lebenslagen.
- Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Informationen zu Suizidalität, Depression, Warnzeichen und akuter Hilfe.
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Fachinformationen, Forschung und Präventionsarbeit.
- Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland: Netzwerk zur Suizidprävention.
- World Health Organization: internationale Informationen zur Suizidprävention.
- Nummer gegen Kummer: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern.
- krisenchat: kostenlose Chatberatung für junge Menschen unter 25 Jahren.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Ziel von Suizidprävention? (Menschen in Krisen früh unterstützen und Gefahren verringern) (!Suizid als Sensation darstellen) (!Betroffene beschämen) (!Über psychische Gesundheit schweigen)
Warum wird in professionellen Kontexten häufig der Begriff Suizid verwendet? (Weil er sachlicher und weniger abwertend ist) (!Weil er die Krise romantisiert) (!Weil er Schuld zuweist) (!Weil er Hilfe unnötig macht)
Wie sollte man auf eine Suizidankündigung reagieren? (Sie ernst nehmen und Hilfe organisieren) (!Sie ignorieren) (!Sie als Übertreibung abtun) (!Geheimhaltung versprechen)
Was bedeutet Ambivalenz in einer suizidalen Krise? (Ein Schwanken zwischen Lebenswillen und Todeswunsch) (!Eine eindeutige medizinische Diagnose) (!Eine sichere Entwarnung) (!Eine reine Medienwirkung)
Was gehört zu verantwortlicher Medienberichterstattung über Suizid? (Hilfsangebote nennen und keine Details zu Methoden verbreiten) (!Reißerische Überschriften nutzen) (!Romantisierende Bilder zeigen) (!Die Handlung als Lösung darstellen)
Welcher Faktor kann vor suizidalen Krisen schützen? (Eine verlässliche Beziehung) (!Soziale Ausgrenzung) (!Beschämung) (!Dauerhafte Isolation)
Welche Maßnahme passt zum WHO-Ansatz LIVE LIFE? (Frühe Erkennung und Unterstützung betroffener Menschen) (!Tabuisierung psychischer Erkrankungen) (!Sensationsberichte ohne Hilfsangebote) (!Abwertung von Betroffenen)
Was ist bei akuter Lebensgefahr in Deutschland richtig? (Den Notruf 112 wählen) (!Allein abwarten) (!Nur im Internet suchen) (!Die Verantwortung einem Kind übertragen)
Welche Wirkung kann Stigma haben? (Menschen suchen später oder gar keine Hilfe) (!Es erleichtert Beratung) (!Es heilt Depression) (!Es ersetzt professionelle Unterstützung)
Wozu dient ein Krisenplan? (Konkrete Schritte und Kontakte für Notlagen festhalten) (!Eine Krise geheim halten) (!Professionelle Hilfe vermeiden) (!Warnzeichen verharmlosen)
Memory
| Suizidalität | Gedanken, Absichten oder Handlungen mit Todesbezug |
| Prävention | Vorbeugung durch Schutz und Hilfe |
| Ambivalenz | Schwanken zwischen Lebenwollen und Nichtmehrkönnen |
| Stigma | Abwertung, die Hilfe erschwert |
| Krisenplan | Vorab vereinbarte Schritte für Notlagen |
| Papageno-Effekt | Medien zeigen Bewältigung und Hilfe |
| Warnzeichen | Signale, die ernst genommen werden |
| Schutzfaktor | Umstand, der Belastungen abfedert |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Akute Gefahr | Notruf und direkte Begleitung |
| Suizidankündigung | Ernst nehmen und ansprechen |
| Medienbericht | Sensibel formulieren und Hilfen nennen |
| Krisenplan | Kontakte und nächste Schritte |
| Stigma | Respektvolle Sprache und Enttabuisierung |
Kreuzworträtsel
| Praevention | Wie nennt man Maßnahmen, die Suizide verhindern sollen? |
| Ambivalenz | Wie heißt das Schwanken zwischen gegensätzlichen Wünschen? |
| Stigma | Wie nennt man gesellschaftliche Abwertung von psychischer Erkrankung? |
| Empathie | Welche Haltung hilft beim Zuhören? |
| Krisenplan | Welches Dokument sammelt Hilfeschritte für Notlagen? |
| Papageno | Welcher Effekt beschreibt hilfreiche Mediengeschichten über Bewältigung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hilfekarte: Erstelle eine übersichtliche Karte mit seriösen Hilfsangeboten für Deine Region und markiere, welche Angebote für akute Gefahr, Beratung und längerfristige Unterstützung gedacht sind.
- Begriffsklärung: Erkläre in eigenen Worten den Unterschied zwischen Suizid, Suizidalität, Krise und Suizidprävention, ohne wertende Sprache zu verwenden.
- Warnzeichen-Plakat: Gestalte ein sensibles Informationsplakat über Warnzeichen und Hilfeschritte, ohne drastische Bilder oder Details zu Methoden zu nutzen.
- Zuhören üben: Formuliere fünf Sätze, die eine belastete Person ernst nehmen, ohne zu bewerten, zu bagatellisieren oder schnelle Ratschläge aufzudrängen.
Standard
- Medienanalyse: Untersuche einen fiktiven Bericht über eine seelische Krise und verbessere ihn nach Kriterien verantwortlicher Medienethik.
- Krisenplan: Entwickle eine allgemeine Vorlage für einen Krisenplan mit Warnzeichen, beruhigenden Schritten, Vertrauenspersonen und professionellen Kontakten.
- Interview: Befrage eine Beratungslehrkraft, Schulsozialarbeiterin, Schulpsychologin oder Beratungsstelle zu Wegen der Unterstützung und fasse die Ergebnisse anonymisiert zusammen.
- Schutzfaktoren: Erstelle eine Mindmap zu Schutzfaktoren in Familie, Freundeskreis, Schule, Ausbildung, Studium und digitalem Raum.
Schwer
- Präventionskonzept: Entwirf ein Konzept für eine Schule oder Ausbildungsstätte, das Aufklärung, Hilfswege, Mobbingprävention, Medienbildung und Krisenintervention verbindet.
- Politische Rahmenbedingungen: Analysiere, warum Suizidprävention nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Aufgabe ist.
- Podcast: Entwickle ein kurzes Podcast-Skript zum Thema „Erzählung neu denken“, in dem Du Stigma, Papageno-Effekt und Hilfsangebote verständlich erklärst.
- Forschungsethik: Diskutiere Chancen und Risiken digitaler Früherkennung von Krisen, etwa in sozialen Medien oder durch Künstliche Intelligenz, unter besonderer Beachtung von Datenschutz und Fehlalarmen.

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Lernkontrolle
- Fallanalyse: Eine Mitschülerin zieht sich stark zurück, schreibt hoffnungslose Nachrichten und verschenkt persönliche Dinge. Erläutere, welche Schritte Du verantwortungsvoll gehen würdest und wo Deine Grenzen liegen.
- Medienethik: Vergleiche zwei Überschriften zu einem Suizidfall, eine reißerische und eine präventive. Begründe, welche Wirkung die Sprache jeweils haben kann.
- Systemanalyse: Erkläre, wie Schule, Familie, Gesundheitswesen, Medien und Politik gemeinsam Schutzfaktoren stärken können.
- Transferaufgabe: Übertrage die Grundideen von LIVE LIFE auf Deine Schule oder Ausbildungsstätte und beschreibe konkrete, sichere Maßnahmen.
- Sprachreflexion: Begründe, warum Begriffe wie „Selbstmord“ oder „Freitod“ problematisch sein können und entwickle respektvolle Alternativen.
- Präventionskette: Zeichne eine Präventionskette von ersten Warnzeichen über Gespräch und Begleitung bis zur professionellen Hilfe.
- Grenzen eigener Hilfe: Erläutere, warum Freundinnen, Freunde oder Mitschülerinnen und Mitschüler keine therapeutische Verantwortung übernehmen sollen und trotzdem wichtig sein können.
Lernnachweis
- Portfolio: Sammle Deine Ergebnisse aus Begriffsklärung, Medienanalyse, Hilfekarte und Reflexion in einem Portfolio.
- Reflexion: Schreibe eine persönliche, aber nicht intime Reflexion darüber, welche Sprache und welche Handlungen in Krisen hilfreich sein können.
- Präsentation: Präsentiere ein Präventionskonzept für eine Lerngruppe und zeige, wie Hilfswege sichtbar, niedrigschwellig und sicher gestaltet werden können.
- Feedback: Gib einer anderen Gruppe Rückmeldung zu Verständlichkeit, Sensibilität und praktischer Umsetzbarkeit ihres Präventionsmaterials.
- Transfer: Beschreibe, wie die Erkenntnisse dieses aiMOOCs auf andere Themen psychischer Gesundheit übertragen werden können.
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