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Mobbing Prävention

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Version vom 20. Juni 2026, 09:54 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
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Mobbing Prävention




Einleitung

Mobbing-Prävention bedeutet, dass eine Lerngruppe, eine Schule, ein Verein oder ein digitales Umfeld so gestaltet wird, dass Mobbing möglichst gar nicht entsteht, früh erkannt wird und Betroffene schnell wirksame Hilfe erhalten. Mobbing ist kein normaler Streit. Es handelt sich um wiederholte, gezielte und verletzende Handlungen, bei denen meist ein Machtgefälle besteht. Dieses Machtgefälle kann körperlich, sozial, sprachlich, digital, ökonomisch oder gruppendynamisch entstehen. Wer gemobbt wird, kann sich oft nicht allein befreien, weil die Gruppe, die Zuschauenden, das Schweigen oder die Angst vor weiteren Angriffen das Problem stabilisieren.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Mobbing, Cyber-Mobbing und Ausgrenzung entstehen, welche Rollen in einer Mobbing-Situation vorkommen, welche Warnsignale ernst genommen werden müssen und wie Du als betroffene Person, als beobachtende Person oder als Mitglied einer Klasse handeln kannst. Besonders wichtig ist: Mobbing-Prävention ist nicht nur die Aufgabe einzelner Mutiger. Sie ist eine gemeinsame Aufgabe von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern, Schulsozialarbeit, Schulleitung und der ganzen Schulgemeinschaft.

Das folgende Video behandelt „Mobbing Prävention“ und erklärt Mobbing und Cybermobbing sachlich, verständlich und forschungsbasiert. Achte beim Ansehen besonders darauf, wie Mobbing definiert wird, welche Unterschiede zwischen Streit und Mobbing bestehen und warum frühes Eingreifen wichtig ist.

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Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Mobbing von einem gewöhnlichen Konflikt unterscheidet. Du kannst typische Formen wie verbale Gewalt, soziale Ausgrenzung, körperliche Gewalt, psychische Gewalt und Cyber-Mobbing unterscheiden. Du kannst Rollen in Mobbing-Prozessen erkennen und beschreiben, warum Schweigen, Mitlachen oder Weiterleiten von verletzenden Inhalten Mobbing verstärken kann. Du entwickelst konkrete Ideen, wie eine Klasse Regeln, Meldewege, Zivilcourage, Empathie und Medienkompetenz nutzen kann, um Mobbing vorzubeugen.


Was ist Mobbing?

Mobbing beschreibt ein wiederholtes und systematisches Schikanieren, Herabwürdigen, Bloßstellen, Ausgrenzen oder Bedrohen einer Person. Entscheidend sind vier Merkmale: Die Handlungen geschehen nicht nur zufällig, sondern wiederholt; sie richten sich gegen eine bestimmte Person oder Gruppe; sie verletzen Würde, Sicherheit oder Zugehörigkeit; und die betroffene Person kann sich aufgrund eines Machtgefälles nur schwer allein wehren.

Ein einzelner Streit ist nicht automatisch Mobbing. Auch ein einmaliger gemeiner Kommentar ist verletzend, aber noch nicht zwingend Mobbing. Wird daraus jedoch ein Muster, bei dem eine Person immer wieder verspottet, ausgeschlossen, bedroht, erpresst, geschlagen, beschämt oder online angegriffen wird, entsteht ein Mobbing-Prozess. Dieser Prozess kann sichtbar oder verdeckt ablaufen. Besonders gefährlich ist verdecktes Mobbing, weil es von Erwachsenen und Außenstehenden oft lange nicht bemerkt wird.


Streit, Konflikt oder Mobbing?

Merkmal Konflikt Mobbing
Beteiligung Meist streiten mehrere Seiten mit vergleichbarer Handlungsmacht. Eine Person oder Gruppe greift wiederholt eine unterlegene Person an.
Dauer Ein Konflikt kann einmalig oder kurzfristig sein. Mobbing ist ein wiederholter Prozess über längere Zeit.
Ziel Häufig geht es um unterschiedliche Interessen, Missverständnisse oder verletzte Bedürfnisse. Häufig geht es um Herabsetzung, Kontrolle, Ausschluss oder Machtausübung.
Lösung Beide Seiten können an einer fairen Lösung arbeiten. Die betroffene Person braucht Schutz und Unterstützung durch andere.
Rolle der Gruppe Die Gruppe kann vermitteln oder beruhigen. Die Gruppe stabilisiert das Mobbing oft durch Lachen, Wegsehen, Weitererzählen oder Schweigen.


Formen von Mobbing

Mobbing kann sehr unterschiedlich aussehen. Verbales Mobbing umfasst Beleidigungen, Spott, Drohungen, Spitznamen, Abwertungen oder ständige gemeine Kommentare. Soziales Mobbing bedeutet, jemanden gezielt auszuschließen, Gerüchte zu verbreiten, Freundschaften zu zerstören oder andere gegen eine Person aufzubringen. Körperliches Mobbing umfasst Schubsen, Schlagen, Festhalten, Wegnehmen oder Beschädigen von Gegenständen. Psychisches Mobbing zeigt sich in Einschüchterung, Demütigung, dauerndem Herabsetzen oder dem Gefühl, nirgendwo sicher zu sein. Cyber-Mobbing geschieht über digitale Medien, zum Beispiel über Klassenchats, soziale Netzwerke, Spieleplattformen, Messenger, Fotos, Videos, Kommentare oder Fake-Profile.


Warum Mobbing-Prävention wichtig ist

Mobbing-Prävention schützt Menschenwürde, Gesundheit, Lernen und Gemeinschaft. Wer sich in der Schule unsicher fühlt, kann sich schlechter konzentrieren, entwickelt häufiger Angst vor bestimmten Orten oder Situationen und zieht sich möglicherweise zurück. Auch die Klasse leidet: Wenn Ausgrenzung normal wird, sinkt das Vertrauen, die Lernatmosphäre verschlechtert sich und manche übernehmen problematische Rollen, nur um nicht selbst Ziel zu werden.

Prävention bedeutet deshalb nicht, gelegentlich ein Plakat aufzuhängen. Wirksame Prävention verändert die Schulkultur. Eine gute Präventionskultur macht deutlich: Jede Person hat ein Recht auf Schutz, Zugehörigkeit und respektvolle Behandlung. Gleichzeitig lernen alle, wie man Konflikte fair klärt, wie man Grenzen setzt und wie man Hilfe holt, ohne sich dafür schämen zu müssen.


Mobbing ist ein Gruppenprozess

Mobbing wird oft falsch verstanden, als gäbe es nur „Täter“ und „Opfer“. Tatsächlich ist Mobbing meist ein Gruppenprozess. Es gibt Personen, die aktiv mobben, Personen, die mitmachen, Personen, die lachen, Personen, die schweigen, Personen, die unsicher sind, Personen, die helfen möchten, und Erwachsene, die hinschauen oder wegsehen können. Prävention setzt deshalb nicht nur bei einzelnen Personen an, sondern bei der ganzen Gruppe.

Rolle Mögliche Wirkung Präventiver Umgang
Betroffene Person Erlebt Ausgrenzung, Angst, Scham oder Hilflosigkeit. Schutz, ernstes Zuhören, Entlastung, klare Unterstützung und sichere Meldewege.
Aktiv mobbende Person Setzt Macht, Spott, Druck oder digitale Angriffe ein. Klare Grenzen, Verantwortungsübernahme, pädagogische Arbeit und Schutz der betroffenen Person.
Mitlaufende Person Verstärkt Mobbing durch Zustimmung, Lachen, Weiterleiten oder Anwesenheit. Bewusstmachen der Wirkung und Üben von Alternativen.
Zuschauende Person Erkennt Mobbing, handelt aber nicht oder fühlt sich unsicher. Niedrigschwellige Hilfemöglichkeiten, Rollenübungen und Ermutigung.
Unterstützende Person Holt Hilfe, bleibt bei der betroffenen Person oder widerspricht respektvoll. Stärkung von Zivilcourage, Schutz vor Gegenangriffen und Anerkennung.
Erwachsene Können übersehen, verharmlosen oder wirksam eingreifen. Fortbildung, klare Verfahren, Dokumentation und Zusammenarbeit.


Cyber-Mobbing verstehen

Cyber-Mobbing ist Mobbing mit digitalen Mitteln. Es kann besonders belastend sein, weil Angriffe rund um die Uhr stattfinden können, Inhalte schnell weiterverbreitet werden und die betroffene Person auch zu Hause das Gefühl verlieren kann, sicher zu sein. Digitale Angriffe können außerdem dauerhaft sichtbar bleiben, kopiert werden oder in neuen Gruppen wieder auftauchen.

Typische Formen von Cyber-Mobbing sind beleidigende Nachrichten, das Verbreiten peinlicher Bilder, heimlich aufgenommene Videos, Fake-Profile, Bloßstellungen in Klassenchats, Ausschluss aus digitalen Gruppen, Drohungen, Gerüchte, manipulierte Screenshots oder das massenhafte Kommentieren mit abwertenden Aussagen. Prävention braucht deshalb Medienkompetenz, klare Regeln für digitale Kommunikation und Erwachsene, die digitale Konflikte ernst nehmen.


Regeln für Klassenchats und digitale Räume

Ein Klassenchat ist kein rechtsfreier Raum und auch kein Ort, an dem „nur Spaß“ zählt. Was digital geschrieben, geteilt oder geliked wird, kann echte Folgen für Menschen haben. Eine Klasse sollte deshalb gemeinsam Chat-Regeln vereinbaren, die verständlich, überprüfbar und verbindlich sind.

  1. Respekt: Schreibe nur Dinge, die Du einer Person auch fair ins Gesicht sagen würdest.
  2. Datenschutz: Teile keine Fotos, Videos, Screenshots, Telefonnummern oder privaten Informationen ohne klare Zustimmung.
  3. Keine Bloßstellung: Leite keine peinlichen, verletzenden oder heimlich aufgenommenen Inhalte weiter.
  4. Hilfe holen: Sichere Beweise, wenn Du angegriffen wirst oder Mobbing beobachtest, und wende Dich an eine vertrauenswürdige erwachsene Person.
  5. Stopp-Regel: Wenn jemand „Stopp“ sagt, wird nicht weitergestichelt, diskutiert oder nachgelegt.
  6. Verantwortung: Auch Likes, Emojis, Weiterleitungen und Schweigen können verletzende Wirkung haben.


Warnsignale erkennen

Mobbing bleibt oft lange verborgen, weil Betroffene Angst haben, nicht geglaubt zu werden, weil sie sich schämen oder weil sie befürchten, dass alles schlimmer wird. Darum ist es wichtig, auf Veränderungen zu achten. Einzelne Anzeichen beweisen noch kein Mobbing, aber sie sollten ernst genommen und behutsam angesprochen werden.

Mögliche Warnsignale sind plötzlicher Rückzug, häufige Bauch- oder Kopfschmerzen vor der Schule, Angst vor Pausen, Leistungsabfall, verlorene oder beschädigte Gegenstände, starke Stimmungsschwankungen, Vermeidung bestimmter Wege, Panik beim Blick auf das Handy, Schlafprobleme oder der Wunsch, die Klasse zu wechseln. Bei solchen Signalen ist ein ruhiges Gespräch wichtig: ohne Vorwürfe, ohne Druck und ohne vorschnelle Lösungen.


Präventionsbausteine für eine starke Klasse

Eine Klasse kann Mobbing nicht allein durch gute Absichten verhindern. Sie braucht eine gemeinsame Haltung, konkrete Regeln, sichere Meldewege, wiederkehrende Gespräche und Erwachsene, die konsequent handeln. Die folgenden Bausteine helfen, ein Schutzsystem aufzubauen.

  1. Klassenklima: Eine gute Klassengemeinschaft entsteht durch Vertrauen, gemeinsame Aktivitäten, faire Gesprächsregeln und regelmäßige Reflexion.
  2. Empathie: Wer Gefühle, Grenzen und Perspektiven anderer versteht, erkennt verletzendes Verhalten früher.
  3. Regeln: Klare Regeln gegen Beleidigung, Ausgrenzung, Drohung, Bloßstellung und digitales Weiterleiten geben Orientierung.
  4. Meldewege: Jede Person muss wissen, an wen sie sich wenden kann, wenn sie betroffen ist oder Mobbing beobachtet.
  5. Zivilcourage: Helfen bedeutet nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen, sondern klug Unterstützung zu organisieren.
  6. Dokumentation: Vorfälle sollten sachlich festgehalten werden, damit Erwachsene Muster erkennen und gezielt handeln können.
  7. Medienkompetenz: Digitale Regeln, Privatsphäre, Screenshot-Sicherung, Meldefunktionen und respektvolle Kommunikation müssen geübt werden.
  8. Elternarbeit: Eltern brauchen Informationen, damit sie Warnsignale wahrnehmen und angemessen unterstützen können.
  9. Schulsozialarbeit: Fachkräfte können beraten, begleiten, vermitteln und Schutzmaßnahmen mitplanen.
  10. Evaluation: Befragungen, Klassengespräche und Auswertungen zeigen, ob Maßnahmen wirklich wirken.


Zivilcourage ohne Selbstgefährdung

Zivilcourage heißt nicht, allein gegen eine ganze Gruppe kämpfen zu müssen. Hilfreiche Zivilcourage ist sicher, überlegt und solidarisch. Du kannst Dich neben eine betroffene Person setzen, das Thema wechseln, Hilfe holen, einen verletzenden Kommentar nicht liken, Screenshots sichern, eine Lehrkraft informieren oder nach der Situation fragen: „Geht es Dir okay? Soll ich mit Dir zu einer Vertrauensperson gehen?“ Schon kleine Handlungen können zeigen: Du bist nicht allein.

Wichtig ist, dass Du Dich nicht selbst in Gefahr bringst. Wenn eine Situation bedrohlich ist, hole sofort Erwachsene dazu. Wenn Gewalt droht oder jemand akut gefährdet ist, muss schnell professionelle Hilfe organisiert werden.


Was tun, wenn Du betroffen bist?

Wenn Du selbst gemobbt wirst, liegt die Verantwortung nicht bei Dir. Niemand verdient Mobbing. Es ist verständlich, wenn Du Angst, Wut, Scham oder Hilflosigkeit empfindest. Trotzdem solltest Du nicht allein bleiben. Suche Dir eine Person, der Du vertraust: eine Lehrkraft, Eltern, Schulsozialarbeit, eine Beratungsstelle, eine Trainerin, einen Trainer, eine ältere Vertrauensperson oder eine Freundin beziehungsweise einen Freund, der Dich begleitet.

  1. Sicherheit: Entferne Dich aus akuten Gefahrensituationen und suche geschützte Orte auf.
  2. Vertrauensperson: Erzähle einer erwachsenen Person, was passiert, auch wenn es Dir schwerfällt.
  3. Beweise sichern: Speichere Nachrichten, Screenshots, Uhrzeiten, Namen und Beschreibungen von Vorfällen.
  4. Nicht allein reagieren: Vermeide impulsive Gegenangriffe, weil sie die Situation verschärfen können.
  5. Unterstützung: Bitte darum, dass Erwachsene gemeinsam mit Dir einen Schutzplan erstellen.
  6. Nachsorge: Sprich weiter über die Folgen, auch wenn das sichtbare Mobbing aufgehört hat.


Was tun, wenn Du Mobbing beobachtest?

Wenn Du Mobbing beobachtest, hast Du Einfluss. Du musst nicht perfekt handeln, aber Wegsehen hilft meist den Personen, die mobben. Besonders wichtig ist, dass Du die betroffene Person nicht allein lässt. Frage nach, biete Begleitung an, widersprich respektvoll, leite nichts weiter und informiere Erwachsene. Wenn mehrere Zuschauende gemeinsam handeln, verliert Mobbing oft schnell an Macht.

Hilfreiche Sätze können sein: „Das ist nicht okay“, „Lass sie in Ruhe“, „Ich leite das nicht weiter“, „Komm, wir gehen zusammen“, „Ich hole Hilfe“ oder „Ich habe gesehen, was passiert ist, und kann es bestätigen“. Solche Sätze wirken besonders gut, wenn sie ruhig, klar und ohne Beleidigung ausgesprochen werden.


Was Erwachsene tun müssen

Erwachsene sollten Mobbing nie verharmlosen. Sätze wie „Das war doch nur Spaß“, „Wehr Dich halt“ oder „Ignorier es einfach“ können Betroffene zusätzlich belasten. Professionelles Handeln beginnt mit ernstem Zuhören, Schutz und sorgfältiger Klärung. Erwachsene müssen unterscheiden, ob es sich um einen Streit, einen Konflikt oder einen Mobbingprozess handelt. Bei Mobbing reichen einfache Entschuldigungen oft nicht aus, weil das Machtgefälle und die Gruppendynamik weiterwirken.

Wirksam sind klare Zuständigkeiten, dokumentierte Gespräche, Schutzmaßnahmen, Einbindung der Schulleitung, Schulsozialarbeit und Eltern, Arbeit mit der Klasse sowie regelmäßige Überprüfung, ob die Maßnahmen greifen. Bei digitalen Angriffen müssen Beweise gesichert und Meldewege der Plattformen genutzt werden. Wenn Regeln oder Gesetze verletzt sein könnten, sollten zuständige Stellen einbezogen werden.


Was nicht hilft

Manche gut gemeinten Reaktionen können Mobbing verstärken. Nicht hilfreich ist es, Betroffene öffentlich vor der ganzen Klasse zu befragen, sie zu einer schnellen Versöhnung zu drängen, die Gruppe ohne Schutzplan zu konfrontieren oder das Problem als normalen Streit abzutun. Ebenfalls problematisch ist es, nur eine einzelne Strafmaßnahme zu setzen, ohne die Gruppendynamik, die digitale Ebene und die Nachsorge zu beachten. Mobbing-Prävention braucht Konsequenz, Beziehung, Schutz und Ausdauer.


Schulweite Prävention

Eine einzelne Unterrichtsstunde kann sensibilisieren, aber nachhaltige Prävention braucht ein schulweites Konzept. Dazu gehören ein gemeinsamer Verhaltenskodex, regelmäßige Fortbildungen, ein Beschwerde- und Hilfesystem, Präventionsprogramme, Klassenratsarbeit, Sozialtraining, Medienbildung, Elterninformationen, Pausenaufsicht, Schutzkonzepte, Beratung und eine Kultur des Hinschauens. Besonders wirksam ist Prävention, wenn sie nicht nur in Krisen auftaucht, sondern dauerhaft Teil des Schulalltags ist.


Beispiel: Klassenvereinbarung gegen Mobbing

Eine gute Klassenvereinbarung ist kurz, verständlich und überprüfbar. Sie sollte nicht nur Verbote enthalten, sondern auch sagen, was alle aktiv tun können. Ein Beispiel:

Vereinbarung Bedeutung im Alltag
Wir schließen niemanden absichtlich aus. Gruppenarbeiten, Spiele, Sitzplätze und Chats werden nicht benutzt, um Personen zu isolieren.
Wir verbreiten keine Gerüchte. Wir prüfen Informationen und sprechen nicht abwertend über Abwesende.
Wir schützen private Daten. Fotos, Videos und Screenshots werden nur mit Zustimmung geteilt.
Wir holen Hilfe. Hilfeholen ist kein Petzen, sondern Verantwortung.
Wir überprüfen unser Klassenklima. Wir sprechen regelmäßig darüber, ob sich alle sicher fühlen.


Methoden für Unterricht und Projektarbeit

Mobbing-Prävention gelingt besonders gut, wenn Lernende nicht nur Informationen aufnehmen, sondern Verhalten üben. Geeignete Methoden sind Rollenspiel, Klassenrat, Fallanalyse, Standbild, Perspektivwechsel, Peer Education, Medienprojekt, Interview, Schulbefragung, Plakatkampagne, Podcast, Videoprojekt und die gemeinsame Entwicklung von Chat-Regeln.

Wichtig ist, dass Fallbeispiele sorgfältig ausgewählt werden. Niemand soll gezwungen werden, eigene belastende Erfahrungen öffentlich zu erzählen. Persönliche Geschichten brauchen Schutz, Freiwilligkeit und respektvolle Gesprächsregeln. Wenn im Unterricht ein aktueller Mobbingfall sichtbar wird, darf er nicht als normales Unterrichtsbeispiel behandelt werden. Dann braucht es einen geschützten Beratungs- und Interventionsprozess.


Merksatz

Mobbing endet selten durch Schweigen. Prävention beginnt dort, wo Menschen hinschauen, Grenzen setzen, Betroffene schützen und Verantwortung gemeinsam übernehmen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was unterscheidet Mobbing am deutlichsten von einem normalen Streit? (Wiederholung und Machtgefälle) (!Gleiche Interessen) (!Ein einmaliges Missverständnis) (!Ein kurzer Meinungsaustausch)




Welche Handlung hilft bei Cyber-Mobbing besonders? (Beweise sichern und Hilfe holen) (!Alles sofort löschen und niemandem erzählen) (!Mit Beleidigungen zurückschreiben) (!Den Angriff weiterleiten)




Warum ist Mobbing ein Gruppenprozess? (Weil Zuschauende und Mitlaufende das Geschehen beeinflussen) (!Weil nur zwei Personen beteiligt sein dürfen) (!Weil Erwachsene nie eine Rolle spielen) (!Weil Mobbing immer öffentlich angekündigt wird)




Was bedeutet Zivilcourage in einer Mobbing-Situation? (Sicher helfen und Unterstützung organisieren) (!Allein eine gefährliche Gruppe angreifen) (!Über die betroffene Person lachen) (!Das Problem ignorieren)




Welche Aussage zu Klassenchat-Regeln ist richtig? (Private Bilder dürfen nur mit Zustimmung geteilt werden) (!Screenshots dürfen immer frei verbreitet werden) (!Beleidigungen sind online weniger schlimm) (!Ein Klassenchat braucht keine Regeln)




Was ist ein mögliches Warnsignal für Mobbing? (Plötzlicher Rückzug und Angst vor der Schule) (!Ein einzelner guter Schultag) (!Interesse an einem neuen Hobby) (!Ein normales Gespräch mit Freunden)




Welche Reaktion von Erwachsenen ist hilfreich? (Ernst zuhören und Schutz organisieren) (!Sagen dass es nur Spaß war) (!Die betroffene Person öffentlich ausfragen) (!Das Problem grundsätzlich ignorieren)




Was kann eine beobachtende Person tun? (Hilfe holen und die betroffene Person unterstützen) (!Verletzende Inhalte liken) (!Gerüchte weitererzählen) (!Sich der mobbenden Gruppe anschließen)




Was gehört zu schulweiter Mobbing-Prävention? (Klare Meldewege und regelmäßige Arbeit am Schulklima) (!Nur ein Plakat im Flur) (!Ausschließlich Strafen ohne Gespräche) (!Keine Beteiligung der Klasse)




Welche Haltung ist für Mobbing-Prävention zentral? (Jede Person hat ein Recht auf Schutz und Respekt) (!Ausgrenzung ist Privatsache) (!Betroffene sind selbst schuld) (!Hilfeholen ist Petzen)





Memory

Mobbing Wiederholte Schikane mit Machtgefälle
Cyber-Mobbing Verletzende Angriffe über digitale Medien
Zivilcourage Sicheres Helfen statt Wegsehen
Klassenklima Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit
Dokumentation Sachliches Festhalten von Vorfällen
Empathie Gefühle und Grenzen anderer wahrnehmen
Meldeweg Vereinbarter Weg zu Hilfe und Schutz





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wahrnehmen Warnsignale erkennen
Ansprechen Betroffene respektvoll fragen
Sichern Beweise und Beobachtungen festhalten
Melden Vertrauensperson informieren
Schützen Maßnahmen gegen weitere Angriffe planen
Nachfragen Prüfen ob die Hilfe wirkt






Kreuzworträtsel

Empathie Wie nennt man die Fähigkeit, Gefühle und Perspektiven anderer wahrzunehmen?
Respekt Welches Wort beschreibt eine wertschätzende Haltung gegenüber anderen?
Beweise Was sollte man bei Cyber-Mobbing sichern, damit Erwachsene den Vorfall nachvollziehen können?
Regeln Was braucht eine Klasse, damit alle wissen, welches Verhalten vereinbart ist?
Hilfe Was sollte man holen, wenn man Mobbing beobachtet oder erlebt?
Courage Welches Wort ergänzt den Begriff Zivil?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Mobbing ist kein normaler Streit, sondern eine wiederholte Form von

. Bei Mobbing besteht häufig ein

. Eine gute Prävention stärkt das

. Wer Cyber-Mobbing erlebt, sollte Beweise wie Nachrichten oder Screenshots

. Hilfe zu holen ist kein Petzen, sondern ein Zeichen von

. Zuschauende können Mobbing verstärken, wenn sie lachen oder Inhalte

. Eine Schule braucht klare Regeln und verlässliche

. Zivilcourage bedeutet, sicher zu helfen und Unterstützung zu

. Betroffene Personen brauchen Schutz, ernstes Zuhören und eine verlässliche

. Digitale Prävention gelingt besser, wenn eine Klasse Regeln für den

vereinbart.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Beobachtung: Notiere eine Woche lang Situationen, in denen Menschen in Deiner Klasse respektvoll miteinander umgehen, und leite daraus drei Merkmale eines guten Klassenklimas ab.
  2. Wortwolke: Erstelle eine Wortwolke zu Begriffen, die für eine mobbingfreie Klasse wichtig sind, und erkläre fünf ausgewählte Wörter.
  3. Chat-Regeln: Formuliere fünf einfache Regeln für einen fairen Klassenchat und begründe jede Regel mit einem konkreten Beispiel.
  4. Mut-Satz: Entwickle drei Sätze, mit denen man in einer Mobbing-Situation helfen kann, ohne selbst zu beleidigen oder sich zu gefährden.


Standard

  1. Fallanalyse: Analysiere ein ausgedachtes Fallbeispiel und unterscheide genau zwischen Streit, Konflikt und Mobbing.
  2. Rollenkarte: Erstelle Rollenkarten zu betroffener Person, mobbender Person, mitlaufender Person, zuschauender Person und helfender Person.
  3. Klassenvertrag: Entwirf mit einer Gruppe einen Klassenvertrag gegen Mobbing, der Regeln, Meldewege und Konsequenzen enthält.
  4. Interview: Befrage eine Lehrkraft, Schulsozialarbeit oder Beratungsstelle dazu, wie an Deiner Schule bei Mobbing geholfen wird.


Schwer

  1. Präventionskonzept: Entwickle ein mehrwöchiges Präventionskonzept für Deine Klasse mit Einstieg, Übungen, digitalen Regeln, Elterninformation und Auswertung.
  2. Medienprojekt: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder einen Podcast über Cyber-Mobbing, Beweissicherung und sichere Hilfewege.
  3. Schulbefragung: Entwerfe eine anonyme Befragung zum Klassenklima, werte die Ergebnisse aus und schlage drei realistische Verbesserungen vor.
  4. Peer Education: Plane eine Unterrichtseinheit, in der ältere Schülerinnen und Schüler jüngere Lernende über Mobbing-Prävention informieren.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein einmaliger Streit anders gelöst werden muss als ein Mobbingprozess.
  2. Handlungsplan: Entwickle einen Schutzplan für eine fiktive Cyber-Mobbing-Situation, ohne die betroffene Person zusätzlich bloßzustellen.
  3. Perspektivwechsel: Beschreibe dieselbe Situation aus Sicht einer betroffenen Person, einer zuschauenden Person und einer Lehrkraft.
  4. Präventionsanalyse: Prüfe eine bestehende Klassenregel darauf, ob sie wirklich gegen Mobbing hilft, und verbessere sie.
  5. Ethikaufgabe: Begründe, warum Hilfeholen kein Petzen ist, sondern mit Verantwortung, Menschenwürde und Gemeinschaft zusammenhängt.
  6. Systemdenken: Zeige, wie Schulklima, digitale Kommunikation, Gruppendruck und Meldewege zusammenwirken.
  7. Reflexion: Entwickle drei persönliche Vorsätze, wie Du in Deiner Lerngruppe zu mehr Respekt und Sicherheit beitragen kannst.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis kannst Du ein kleines Portfolio erstellen. Es sollte eine eigene Definition von Mobbing, eine Abgrenzung zu Konflikt, eine Analyse eines Fallbeispiels, einen Entwurf für Klassenchat-Regeln, eine Reflexion über Zivilcourage und einen konkreten Vorschlag für Deine Schule enthalten. Bewertet werden nicht private Erfahrungen, sondern sachliche Analyse, verantwortungsvolle Sprache, realistische Handlungsideen und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erklären.


OERs zum Thema


Weitere freie Materialien und Rechercheimpulse

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: Nutze Materialien zu Mobbing in der Schule, um Prävention als Aufgabe der ganzen Klasse zu verstehen.
  2. klicksafe: Recherchiere Materialien zu Cyber-Mobbing, Klassenchat-Regeln und digitaler Medienkompetenz.
  3. Wikimedia Commons: Suche nach freien Bildern zu Anti-Bullying, Cyberbullying und Schule, um eigene Lernprodukte rechtssicher zu gestalten.
  4. Wikipedia: Vergleiche die Artikel zu Mobbing, Mobbing in der Schule und Cyber-Mobbing und notiere Unterschiede der Schwerpunkte.




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Baden-Württemberg

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

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  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

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Hamburg

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  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Thüringen

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Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

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