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KI als Schreibcoach im Deutschunterricht

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KI als Schreibcoach im Deutschunterricht



KI als Schreibcoach / KI im Deutschunterricht

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Einleitung

KI als Schreibcoach bedeutet: Du nutzt ein KI-System nicht als Ersatz für Dein eigenes Denken und Schreiben, sondern als Werkzeug, das Dich beim Planen, Formulieren, Überarbeiten und Reflektieren von Texten unterstützt. Im Deutschunterricht der Klassen 5 bis 10 kann KI dabei helfen, Ideen zu sammeln, passende Wörter zu finden, Texte zu strukturieren, Rückmeldungen zu erhalten und verschiedene sprachliche Wirkungen zu vergleichen. Entscheidend ist aber: Du bleibst Autorin oder Autor Deines Textes. Eine KI kann Vorschläge machen, aber sie versteht Deine Lernziele, Deine Erfahrungen, Deine Klasse und Deine Verantwortung nicht so wie Du und Deine Lehrkraft.

Der Einsatz von KI im Deutschunterricht gehört zur Medienbildung, zur Sprachbildung und zur Entwicklung von Zukunftskompetenzen. Wer mit KI schreibt, muss nicht nur technische Befehle eingeben können. Du brauchst Schreibkompetenz, Lesekompetenz, Urteilskompetenz, Quellenkritik, Datenschutzbewusstsein und ein Gefühl für Sprache, Stil, Adressatenbezug und Textsorten. KI ist deshalb besonders interessant für den Deutschunterricht: Sie erzeugt Sprache, aber sie zwingt Dich zugleich dazu, Sprache genauer zu prüfen.


Warum KI im Deutschunterricht wichtig ist

Deutschunterricht dient der Entwicklung von Leseverstehen, Schreibfähigkeit, Sprechen, Zuhören und dem bewussten Umgang mit Literatur, Medien und Sprache. Generative KI verändert diese Bereiche, weil sie in kurzer Zeit Texte, Zusammenfassungen, Dialoge, Gedichte, Erklärungen, Gliederungen oder Feedback formulieren kann. Dadurch entstehen neue Chancen, aber auch neue Fragen.

Eine KI kann Dir zum Beispiel helfen, wenn Du vor einem leeren Blatt sitzt, eine Einleitung verbessern möchtest, einen Bericht, eine Erörterung, eine Inhaltsangabe, eine Charakterisierung, eine Bildergeschichte, eine Textanalyse oder eine Bewerbung schreibst. Gleichzeitig kann eine KI Fehler machen, unpassende Formulierungen wählen, Informationen erfinden oder einen Text liefern, der nicht Deinem eigenen Leistungsstand entspricht. Deshalb ist KI im Deutschunterricht kein Abkürzungsweg, sondern ein Anlass, den Schreibprozess bewusster zu gestalten.


Was ist ein Schreibcoach?

Ein Schreibcoach begleitet den Schreibprozess, ohne den Text vollständig für Dich zu übernehmen. Er stellt Fragen, gibt Rückmeldung, schlägt Alternativen vor und hilft Dir, bessere Entscheidungen zu treffen. Eine KI kann diese Rolle teilweise übernehmen, wenn Du sie sinnvoll einsetzt. Du kannst sie bitten, Dir Rückfragen zu stellen, Deinen Text anhand bestimmter Kriterien zu prüfen oder mehrere Formulierungsvarianten zu vergleichen.

Ein guter KI-Schreibcoach fragt nicht nur: „Ist der Text richtig?“ Er hilft Dir, über Absicht, Wirkung und Qualität nachzudenken. Zum Beispiel: Passt die Sprache zur Textsorte? Ist der rote Faden erkennbar? Wird die Meinung begründet? Sind die Übergänge verständlich? Ist die Einleitung ansprechend? Ist der Schluss überzeugend? Werden Aussagen belegt? Ist der Stil zu umgangssprachlich, zu kompliziert oder genau passend?


KI ist kein Ersatz für eigenes Schreiben

KI kann Text produzieren, aber Schreiben ist mehr als Textproduktion. Beim Schreiben entwickelst Du Gedanken, ordnest Wissen, findest eine Haltung, wählst Wörter, prüfst Argumente und lernst, Dich anderen verständlich mitzuteilen. Wenn eine KI Dir alles abnimmt, lernst Du weniger. Wenn Du sie jedoch als Werkzeug nutzt, kann sie Deinen Lernprozess sichtbar machen.

Ein verantwortungsvoller Umgang bedeutet: Du machst kenntlich, wann und wie Du KI verwendet hast, Du prüfst die Ergebnisse, Du überarbeitest selbst, Du übernimmst keine erfundenen Informationen und Du gibst keine persönlichen Daten ein. Im Unterricht sollte vor einer Aufgabe immer klar sein, ob KI erlaubt ist, wofür sie genutzt werden darf und wie die Nutzung dokumentiert werden soll.


Grundlagen: Wie KI Texte erzeugt


Generative KI und Sprachmodelle

Generative KI kann neue Inhalte erzeugen, zum Beispiel Texte, Bilder, Tabellen, Programmcode oder Zusammenfassungen. Viele Schreibwerkzeuge beruhen auf großen Sprachmodellen. Solche Modelle wurden mit sehr großen Textmengen trainiert und berechnen, welche Wörter oder Wortfolgen in einem Zusammenhang wahrscheinlich passen. Sie besitzen kein menschliches Bewusstsein, keine eigenen Erfahrungen und kein echtes Textverständnis wie ein Mensch.

Für den Deutschunterricht ist diese Unterscheidung wichtig: Eine KI kann sprachlich überzeugend wirken, auch wenn der Inhalt falsch, ungenau oder oberflächlich ist. Deshalb musst Du KI-Texte immer wie einen Entwurf behandeln, nicht wie eine fertige Wahrheit.


Prompt: Der Auftrag an die KI

Ein Prompt ist eine Anweisung oder Frage, die Du an eine KI richtest. Die Qualität des Prompts beeinflusst die Qualität der Antwort. Ein guter Prompt enthält meistens das Ziel, die Textsorte, die Zielgruppe, den Umfang, den Stil, die Kriterien und gegebenenfalls den bisherigen Text. Statt nur „Verbessere meinen Text“ zu schreiben, ist es hilfreicher, einen klaren Arbeitsauftrag zu formulieren.

Ein guter Prompt könnte lauten: „Du bist mein Schreibcoach im Deutschunterricht der Klasse 8. Prüfe meine Einleitung zu einer Erörterung. Achte nur auf Verständlichkeit, These und Leserinteresse. Schreibe mir zuerst drei Stärken, dann drei konkrete Verbesserungsvorschläge. Formuliere den Text nicht vollständig neu.“


Halluzinationen und Fehler

Bei KI spricht man häufig von Halluzination, wenn ein System Inhalte erzeugt, die überzeugend klingen, aber sachlich falsch oder frei erfunden sind. Das kann bei Namen, Zitaten, Quellen, historischen Daten, Literaturangaben oder Zusammenfassungen passieren. Für den Deutschunterricht bedeutet das: Wenn Du KI zur Recherche oder zur Interpretation nutzt, musst Du wichtige Aussagen an verlässlichen Quellen prüfen.

Besonders vorsichtig musst Du bei Zitaten aus literarischen Texten sein. Eine KI kann angebliche Zitate erfinden oder Figurenhandlungen ungenau wiedergeben. Wenn Du mit einem Roman, einer Kurzgeschichte, einem Gedicht oder einem Sachtext arbeitest, ist der Originaltext immer die wichtigste Grundlage.


Der Schreibprozess mit KI


Phase 1: Ideen finden

Am Anfang eines Textes brauchst Du Ideen. KI kann Dir helfen, Fragen zu einem Thema zu entwickeln, verschiedene Perspektiven zu sammeln oder eine Mindmap in Textform vorzuschlagen. Du solltest die Vorschläge aber auswählen, ordnen und ergänzen. Nicht jede Idee passt zu Deinem Schreibziel.

Beispiel für Klasse 5 bis 6: Du schreibst eine Bildergeschichte. Die KI kann Dir mögliche Gefühle der Figuren nennen oder Ideen für spannende Verben liefern. Du entscheidest selbst, was zum Bild und zu Deiner Geschichte passt.

Beispiel für Klasse 7 bis 8: Du schreibst einen Bericht. Die KI kann Dir helfen, W-Fragen zu sammeln. Du prüfst anschließend, ob alle Informationen wirklich im Material stehen.

Beispiel für Klasse 9 bis 10: Du schreibst eine Erörterung. Die KI kann Pro- und Contra-Argumente vorschlagen. Du bewertest, welche Argumente tragfähig sind und welche Belege fehlen.


Phase 2: Planen und strukturieren

Gute Texte brauchen eine klare Struktur. KI kann Gliederungen vorschlagen, Absätze sortieren oder Übergänge sichtbar machen. Gerade bei längeren Texten hilft es, die KI nicht sofort ausformulieren zu lassen, sondern zuerst eine Struktur zu prüfen.

Du kannst die KI bitten, Deinen Schreibplan zu kommentieren: „Prüfe, ob meine Gliederung logisch aufgebaut ist. Sag mir, an welcher Stelle ein Übergang fehlt. Stelle mir drei Rückfragen, aber schreibe den Text nicht selbst.“


Phase 3: Formulieren

Beim Formulieren kann KI Wortschatz, Satzanfänge und stilistische Varianten anbieten. Sie kann Dir helfen, Wiederholungen zu vermeiden, Sätze verständlicher zu machen oder einen sachlicheren Stil zu finden. Dabei musst Du darauf achten, dass der Text weiterhin zu Dir, zur Aufgabe und zur Klassenstufe passt.

Es ist sinnvoll, nur kurze Textstellen bearbeiten zu lassen. So behältst Du die Kontrolle über Deinen Text. Du kannst zum Beispiel einen Absatz eingeben und fragen: „Welche zwei Sätze sind unklar? Schlage bessere Satzverknüpfungen vor. Erkläre kurz, warum sie besser sind.“


Phase 4: Überarbeiten

Die Textüberarbeitung ist eine der stärksten Einsatzmöglichkeiten von KI im Deutschunterricht. Eine KI kann Dir Rückmeldung zu Verständlichkeit, Aufbau, Sprachrichtigkeit, Stil, Argumentation oder Textsortenmerkmalen geben. Besonders hilfreich ist kriteriengeleitetes Feedback.

Ein guter Auftrag lautet nicht: „Mach meinen Text besser.“ Besser ist: „Prüfe meinen Text nur auf den roten Faden. Markiere Stellen, an denen der Zusammenhang unklar ist. Stelle Rückfragen, statt den Text komplett umzuschreiben.“


Phase 5: Reflektieren und dokumentieren

Nach der KI-Nutzung solltest Du reflektieren, was Du übernommen, verändert oder verworfen hast. Dadurch wird Dein Lernweg sichtbar. Eine KI-Dokumentation kann kurz sein, sollte aber ehrlich angeben, welche Prompts Du verwendet hast und wie Du mit den Ergebnissen umgegangen bist.

Eine einfache Dokumentation könnte so aussehen: „Ich habe KI genutzt, um drei Überschriftenvorschläge zu erhalten. Übernommen habe ich keinen Vorschlag vollständig. Ich habe aus zwei Vorschlägen eine eigene Überschrift entwickelt. Außerdem habe ich meinen Schluss auf Verständlichkeit prüfen lassen und zwei Sätze selbst überarbeitet.“


Unterrichtsbeispiele für Klasse 5 bis 10


Klasse 5 bis 6: Erzählen und Beschreiben

In Klasse 5 und 6 kann KI beim Sammeln von Ideen, beim Finden passender Adjektive und Verben oder beim Prüfen einer Reihenfolge helfen. Bei einer Erlebniserzählung kannst Du die KI bitten, Dir Fragen zur Spannung zu stellen: Wo beginnt der Höhepunkt? Welche Gefühle erlebt die Hauptfigur? Ist der Schluss passend?

Bei einer Beschreibung kann KI helfen, genauere Formulierungen zu finden. Trotzdem musst Du selbst beobachten und entscheiden. Eine Personenbeschreibung darf zum Beispiel nicht beleidigend sein und sollte respektvoll formuliert werden.


Klasse 7 bis 8: Berichten, Argumentieren, Zusammenfassen

In Klasse 7 und 8 wird die Unterscheidung zwischen sachlichem Schreiben und persönlicher Meinung wichtiger. KI kann Dir helfen, Berichte sachlich zu formulieren, Zusammenfassungen zu kürzen oder Argumente zu ordnen. Dabei musst Du immer prüfen, ob die Informationen aus dem Ausgangsmaterial stammen.

Für eine Stellungnahme kannst Du die KI bitten, Gegenargumente zu nennen. Danach entscheidest Du, welche Argumente Du entkräften kannst. So trainierst Du nicht nur Schreiben, sondern auch kritisches Denken.


Klasse 9 bis 10: Analyse, Erörterung und Prüfungsvorbereitung

In Klasse 9 und 10 kann KI beim Entwickeln von Thesen, beim Prüfen von Argumentationsketten und beim Überarbeiten anspruchsvoller Texte helfen. Bei einer Gedichtanalyse, Kurzgeschichtenanalyse oder Sachtextanalyse darf die KI aber nicht den Originaltext ersetzen. Du musst Textstellen selbst lesen, markieren und deuten.

Für die Prüfungsvorbereitung kann KI Übungsaufgaben, Rückfragen oder Beispielbewertungen erstellen. Besonders sinnvoll ist es, die KI als Trainingspartner zu nutzen: Sie stellt Fragen, Du antwortest, anschließend vergleichst Du Deine Antwort mit den Kriterien der Aufgabe.


Prompt-Bausteine für den Deutschunterricht


Ein guter Prompt besteht aus mehreren Teilen

Ein hilfreicher Prompt enthält mehrere Bausteine: Rolle, Ziel, Kontext, Aufgabe, Kriterien, Ausgabeform und Grenze. Die Rolle kann lauten: „Du bist mein Schreibcoach.“ Das Ziel beschreibt, was besser werden soll. Der Kontext erklärt Klasse, Textsorte und Thema. Die Kriterien nennen die Prüfpunkte. Die Ausgabeform legt fest, ob Du Stichpunkte, Fragen oder eine Tabelle möchtest. Die Grenze verhindert, dass die KI Dir alles abnimmt.

Beispiel: „Du bist mein Schreibcoach für Deutsch Klasse 8. Ich schreibe eine Stellungnahme zum Thema Handyverbot in der Schule. Prüfe meinen zweiten Absatz nur auf Argument, Begründung und Beispiel. Gib mir keine fertige Lösung, sondern drei Hinweise und zwei Rückfragen.“


Hilfreiche Prompt-Muster

  1. Ideenfindung: „Nenne mir fünf mögliche Ideen zu meinem Thema. Ordne sie nach spannend, sachlich und überraschend. Frage mich danach, welche Idee ich weiterentwickeln möchte.“
  2. Schreibplan: „Prüfe meine Gliederung. Ist die Reihenfolge logisch? Wo fehlt ein Übergang? Schreibe keine vollständigen Absätze.“
  3. Textsortenprüfung: „Prüfe, ob mein Text typische Merkmale einer Inhaltsangabe erfüllt. Gib mir eine kurze Rückmeldung zu Einleitung, Hauptteil, Zeitform und Sachlichkeit.“
  4. Sprachstil: „Zeige mir drei Stellen, an denen mein Text zu umgangssprachlich klingt. Erkläre, wie ich sachlicher formulieren kann.“
  5. Argumentation: „Prüfe mein Argument. Besteht es aus Behauptung, Begründung und Beispiel? Stelle mir Rückfragen, wenn etwas fehlt.“
  6. Feedback: „Gib mir zuerst zwei Stärken meines Textes und danach drei konkrete Verbesserungsvorschläge. Bewerte nur nach den genannten Kriterien.“


Qualitätskriterien für KI-gestütztes Schreiben


Inhaltliche Qualität

Ein guter Text beantwortet die Aufgabe, bleibt beim Thema, enthält nachvollziehbare Gedanken und nutzt passende Beispiele oder Belege. KI-Vorschläge müssen deshalb immer an der Aufgabenstellung gemessen werden. Ein sprachlich schöner Text ist nicht automatisch ein guter Text. Entscheidend ist, ob er inhaltlich stimmt und zur Textsorte passt.


Sprachliche Qualität

Zur sprachlichen Qualität gehören verständliche Sätze, passende Wörter, korrekte Grammatik, angemessene Zeichensetzung und ein Stil, der zur Situation passt. KI kann hier nützlich sein, weil sie Alternativen anbietet. Du solltest aber vermeiden, dass Dein Text plötzlich viel erwachsener, unpersönlicher oder künstlicher klingt, als es zu Deinem eigenen Schreiben passt.


Eigenständigkeit

Eigenständigkeit bedeutet nicht, dass Du nie Hilfe nutzt. Eigenständigkeit bedeutet, dass Du Entscheidungen selbst triffst, Hilfen verstehst und Deinen Lernweg erklären kannst. Wenn KI erlaubt ist, sollte klar bleiben, welche Leistung von Dir stammt: Auswahl, Prüfung, Überarbeitung, Begründung, Gestaltung und Reflexion.


Transparenz

Transparenz bedeutet, die KI-Nutzung offenzulegen. Je nach Aufgabe kann eine kurze Angabe reichen oder eine ausführlichere Dokumentation nötig sein. Wichtig ist, dass Du nicht so tust, als hättest Du einen vollständig von KI erzeugten Text selbst geschrieben. Transparenz schützt Fairness und hilft Deiner Lehrkraft, Deinen Lernfortschritt zu erkennen.


Chancen und Grenzen


Chancen

KI kann den Deutschunterricht bereichern, weil sie schnelles Feedback ermöglicht, unterschiedliche Formulierungen sichtbar macht und individuelle Unterstützung bieten kann. Sie kann Lernenden helfen, die beim Schreiben unsicher sind, und sie kann stärkere Lernende herausfordern, indem sie Gegenargumente, Stilvarianten oder komplexere Überarbeitungskriterien einbringt.

Für Lehrkräfte kann KI bei der Materialentwicklung, bei Differenzierungsideen oder beim Erstellen von Übungsaufgaben unterstützen. Trotzdem bleibt die pädagogische Entscheidung bei der Lehrkraft. Unterricht ist ein sozialer Raum, in dem Beziehung, Gespräch, gemeinsames Lesen, Diskussion und persönliche Rückmeldung zentral bleiben.


Grenzen

KI kann Fehler machen, Vorurteile aus Trainingsdaten übernehmen, Quellen erfinden und Aufgaben missverstehen. Sie kennt nicht automatisch die genaue Unterrichtssituation, den Erwartungshorizont Deiner Lehrkraft oder Deinen individuellen Lernstand. Außerdem können Datenschutz, Urheberrecht und Fairness betroffen sein.

Eine wichtige Grenze betrifft das literarische Lernen: Wenn Du ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder einen Roman nur über KI-Zusammenfassungen kennenlernst, verpasst Du die eigentliche Begegnung mit dem Text. Literatur lebt von Mehrdeutigkeit, Sprache, Stimmung und eigener Deutung. KI kann dabei unterstützen, aber nicht für Dich lesen.


Datenschutz, Urheberrecht und Fairness


Persönliche Daten schützen

Gib keine sensiblen persönlichen Daten in KI-Systeme ein. Dazu gehören vollständige Namen, Adressen, private Konflikte, Gesundheitsdaten, Passwörter, Fotos anderer Personen oder vertrauliche Informationen aus der Schule. Wenn Du mit eigenen Texten arbeitest, kannst Du Namen anonymisieren.


Urheberrecht beachten

Auch beim Arbeiten mit KI gilt das Urheberrecht. Du darfst nicht einfach fremde Texte, Bilder oder Aufgabenstellungen verwenden, wenn dadurch Rechte verletzt werden. Bei literarischen Texten solltest Du mit kurzen Textstellen arbeiten und immer angeben, worauf Du Dich beziehst. KI-Ergebnisse können außerdem Ähnlichkeiten mit vorhandenen Texten enthalten. Deshalb ist eigene Überarbeitung wichtig.


Fair bleiben

Fairness bedeutet, dass alle wissen, welche Hilfen erlaubt sind. In einer Aufgabe kann KI vollständig verboten, teilweise erlaubt oder ausdrücklich erwünscht sein. Sinnvoll ist eine klare Abstufung: keine KI, KI nur zur Ideenfindung, KI zur Überarbeitung, KI mit Dokumentation oder KI als Vergleichswerkzeug. Dadurch wird verhindert, dass KI-Nutzung heimlich geschieht und Lernleistungen unklar werden.


Bewertungsraster für KI-gestützte Schreibaufgaben

Ein Bewertungsraster kann helfen, die Qualität eines Textes und die Qualität der KI-Nutzung zu beurteilen. Dabei geht es nicht nur um Rechtschreibung, sondern um den gesamten Schreibprozess.

  1. Aufgabenbezug: Der Text erfüllt die Aufgabenstellung und passt zur geforderten Textsorte.
  2. Schreibprozess: Planung, Entwurf, Überarbeitung und Reflexion sind nachvollziehbar.
  3. Sprachqualität: Wortwahl, Satzbau und Stil sind angemessen.
  4. Inhalt: Aussagen sind korrekt, begründet und sinnvoll geordnet.
  5. KI-Kompetenz: KI wurde gezielt, kritisch und transparent genutzt.
  6. Eigenleistung: Eigene Entscheidungen, Überarbeitungen und Begründungen sind erkennbar.


Beispiel: Vom schwachen Prompt zum guten Prompt


Schwacher Prompt

„Schreib mir eine Erörterung über Handys.“

Dieser Prompt ist ungenau. Die KI weiß nicht, welche Klasse, welche Fragestellung, welche Länge, welche Position, welche Kriterien und welche Form der Unterstützung gewünscht sind. Außerdem würde die KI wahrscheinlich zu viel selbst schreiben.


Besserer Prompt

„Ich bin in Klasse 8 und schreibe eine dialektische Erörterung zur Frage: Sollen Handys in der Schule in den Pausen erlaubt sein? Hilf mir nur bei der Planung. Nenne drei Pro-Argumente und drei Contra-Argumente mit je einem möglichen Beispiel. Schreibe noch keine fertige Erörterung. Frage mich am Ende, welche Position ich vertreten möchte.“

Dieser Prompt begrenzt die Aufgabe und unterstützt den Lernprozess. Du erhältst Material zum Denken, aber die eigentliche Schreibentscheidung bleibt bei Dir.


Reflexionsfrage

Welche Unterschiede erkennst Du zwischen beiden Prompts? Überlege, warum der zweite Prompt besser zum Lernen passt. Achte besonders auf Ziel, Grenze, Textsorte und Eigenleistung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet KI als Schreibcoach im Deutschunterricht am besten? (Eine KI unterstützt den Schreibprozess, aber Du bleibst für den Text verantwortlich) (!Eine KI schreibt den gesamten Text und ersetzt Deine eigene Arbeit) (!Eine KI bewertet automatisch immer gerechter als eine Lehrkraft) (!Eine KI liefert immer fehlerfreie Informationen)




Was ist ein Prompt? (Eine Anweisung oder Frage an ein KI-System) (!Ein fertiger Aufsatz ohne Überarbeitung) (!Eine Schulnote für digitale Texte) (!Ein Programm zum Ausdrucken von Arbeitsblättern)




Warum sollte man KI-Antworten prüfen? (Weil KI überzeugend klingende Fehler erzeugen kann) (!Weil KI grundsätzlich keine Sprache erzeugen kann) (!Weil KI nur Bilder und keine Texte erstellt) (!Weil KI immer absichtlich falsche Antworten gibt)




Welche Nutzung passt besonders gut zu einem KI-Schreibcoach? (Rückfragen und Verbesserungsvorschläge zu einem eigenen Entwurf erhalten) (!Eine komplette Klassenarbeit heimlich erstellen lassen) (!Persönliche Daten anderer Personen eingeben) (!Quellen ungeprüft übernehmen)




Was gehört zu einer transparenten KI-Nutzung? (Angeben, wann und wofür KI verwendet wurde) (!Die KI-Nutzung verschweigen) (!Alle KI-Vorschläge ungeprüft übernehmen) (!Nur die schönste Formulierung abschreiben)




Welche Phase gehört zum Schreibprozess? (Überarbeiten) (!Auswendiglernen aller KI-Antworten) (!Veröffentlichen ohne Prüfung) (!Abschreiben ohne Nachdenken)




Was ist bei literarischen Texten besonders wichtig? (Der Originaltext bleibt die wichtigste Grundlage) (!Eine KI-Zusammenfassung ersetzt das Lesen vollständig) (!Figuren müssen nicht belegt werden) (!Zitate dürfen frei erfunden werden)




Welche Information sollte man nicht in ein KI-System eingeben? (Private Daten anderer Personen) (!Eine anonymisierte Beispielüberschrift) (!Eine selbst formulierte Übungsfrage) (!Eine allgemeine Frage zur Textsorte)




Woran erkennt man ein gutes KI-Feedback? (Es bezieht sich auf klare Kriterien und nennt konkrete Hinweise) (!Es lobt alles ohne Begründung) (!Es schreibt den Text vollständig neu) (!Es ignoriert die Aufgabenstellung)




Was trainierst Du, wenn Du KI-Vorschläge kritisch vergleichst? (Urteilskompetenz) (!Handschrift) (!Kopfrechnen) (!Abschreiben)





Memory

Prompt Auftrag an die KI
Rohfassung Erster Entwurf
Feedback Rückmeldung zum Text
Revision Überarbeitung
Halluzination Erfundene Information
Quellenkritik Prüfung von Angaben
Sprachstil Wirkung der Formulierung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ideen sammeln Vor dem Schreiben mögliche Inhalte finden
Schreibplan erstellen Gedanken ordnen und Absätze vorbereiten
Rohfassung schreiben Eine erste zusammenhängende Textversion formulieren
Feedback einholen Rückmeldungen zu Kriterien erhalten
Text überarbeiten Inhalt, Aufbau und Sprache verbessern
KI-Nutzung dokumentieren Verwendete Hilfen transparent machen





Kreuzworträtsel

Prompt Wie heißt ein klar formulierter Auftrag an die KI?
Entwurf Wie nennt man eine erste Textfassung?
Revision Wie heißt die gezielte Überarbeitung eines Textes?
Feedback Wie nennt man eine Rückmeldung zu einem Text?
Quelle Was sollte man prüfen, wenn KI Informationen liefert?
Stil Wie nennt man die sprachliche Wirkung eines Textes?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine KI kann im Deutschunterricht als

genutzt werden, wenn sie den Lernprozess unterstützt und nicht die eigene Arbeit ersetzt. Ein guter

beschreibt Ziel, Textsorte, Kriterien und Grenzen der Unterstützung. Beim Schreiben ist die erste Fassung ein

, der anschließend geprüft und verbessert wird. Die gezielte Überarbeitung eines Textes nennt man

. KI-Antworten müssen kritisch gelesen werden, weil sie sachliche

enthalten können. Wenn eine KI erfundene Angaben erzeugt, spricht man häufig von

. Bei literarischen Aufgaben bleibt der

die wichtigste Grundlage. Eine faire Nutzung von KI verlangt

gegenüber Lehrkraft und Lerngruppe. Persönliche Informationen müssen aus Gründen des

geschützt werden. Wer KI-Vorschläge vergleicht und begründet auswählt, stärkt seine

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prompt-Tagebuch: Schreibe drei verschiedene Prompts, mit denen Du Dir beim Planen einer Erzählung helfen lassen könntest. Vergleiche, welcher Prompt die hilfreichste Antwort erzeugt.
  2. Wortschatzarbeit: Sammle mithilfe einer KI zehn stärkere Verben für eine spannende Szene. Wähle fünf aus und begründe, warum sie besser wirken als einfache Verben.
  3. Textsortencheck: Nimm einen kurzen eigenen Text und prüfe mit einer KI, ob er zur geforderten Textsorte passt. Notiere zwei Hinweise, die Du hilfreich findest.
  4. KI-Regeln: Formuliere fünf Klassenregeln für eine faire KI-Nutzung im Deutschunterricht. Achte auf Datenschutz, Ehrlichkeit und Eigenleistung.


Standard

  1. Schreibkonferenz mit KI: Führe eine Schreibkonferenz durch, in der zuerst Mitschülerinnen und Mitschüler Feedback geben und danach eine KI. Vergleiche die Rückmeldungen.
  2. Argumentationsprüfung: Schreibe ein Argument zu einer Streitfrage aus dem Schulalltag. Lasse die KI prüfen, ob Behauptung, Begründung und Beispiel erkennbar sind. Überarbeite danach selbst.
  3. Stilvergleich: Bitte eine KI, einen kurzen Absatz in sachlichem, spannendem und jugendsprachlichem Stil zu formulieren. Untersuche, welche sprachlichen Mittel die Wirkung verändern.
  4. Quellenkritik: Lasse Dir von einer KI Informationen zu einem literarischen Werk geben. Prüfe mindestens drei Aussagen am Originaltext oder an einer verlässlichen Quelle.


Schwer

  1. KI-Schreibportfolio: Erstelle ein Portfolio zu einem längeren Schreibprojekt mit Planung, Rohfassung, KI-Feedback, eigener Überarbeitung und Reflexion Deiner Entscheidungen.
  2. Unterrichtsdebatte: Bereite eine Debatte zur Frage vor, ob KI in Hausaufgaben erlaubt sein sollte. Entwickle Argumente, Gegenargumente und faire Regeln.
  3. Bewertungsraster entwickeln: Entwickle ein Raster, mit dem man KI-gestützte Schreibprodukte bewerten kann. Berücksichtige Inhalt, Sprache, Eigenleistung und Transparenz.
  4. Experiment Schreibprozess: Schreibe zwei kurze Texte zum selben Thema: einen ohne KI-Hilfe und einen mit klar dokumentierter KI-Hilfe. Vergleiche, was sich verbessert hat und was problematisch wurde.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe Schreibprozess: Erkläre an einem eigenen Beispiel, wie KI in den Phasen Planung, Formulierung und Überarbeitung sinnvoll eingesetzt werden kann, ohne die Eigenleistung zu ersetzen.
  2. Fallanalyse Transparenz: Eine Schülerin gibt einen perfekt formulierten Text ab, kann aber die eigenen Aussagen kaum erklären. Analysiere, welche Probleme entstehen und wie eine faire Lösung aussehen könnte.
  3. Prompt-Verbesserung: Du erhältst den Prompt „Mach meinen Aufsatz besser“. Entwickle daraus einen präzisen Lernprompt mit Rolle, Ziel, Kriterien und Grenze. Begründe Deine Änderungen.
  4. Quellenkritik anwenden: Eine KI nennt ein angebliches Zitat aus einer Kurzgeschichte. Beschreibe, wie Du überprüfst, ob das Zitat echt ist und wie Du mit einem Fehler umgehen würdest.
  5. Bewertung begründen: Vergleiche zwei Formen der KI-Nutzung: Ideen sammeln und fertigen Text abgeben. Bewerte beide Formen im Hinblick auf Lernen, Fairness und Verantwortung.
  6. Unterrichtskonzept entwerfen: Plane eine 45-minütige Deutschstunde, in der KI als Schreibcoach eingesetzt wird. Lege fest, wann KI erlaubt ist, was dokumentiert wird und welches Lernziel im Mittelpunkt steht.
  7. Ethische Reflexion: Beurteile, warum Datenschutz und Urheberrecht beim KI-gestützten Schreiben nicht nur technische, sondern auch moralische Fragen sind.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis erstellst Du ein eigenes Schreibprodukt mit dokumentierter KI-Nutzung. Dein Lernnachweis besteht aus vier Teilen: einem selbst geschriebenen Ausgangstext, mindestens zwei Prompts, einer begründeten Auswahl oder Ablehnung von KI-Vorschlägen und einer überarbeiteten Endfassung. Zusätzlich erklärst Du in einem kurzen Reflexionstext, was Du durch die KI-Unterstützung gelernt hast und welche Entscheidungen Du selbst getroffen hast.


OERs zum Thema




Quellen und Orientierung

  1. Künstliche Intelligenz: Der Wikipedia-Artikel bietet Grundlagen zum Begriff, zu Methoden und zur Geschichte der KI.
  2. Deutschunterricht: Der Wikipedia-Artikel erklärt zentrale Aufgaben des Deutschunterrichts wie Lesen, Schreiben, Sprechen und literarisches Lernen.
  3. Medienbildung: Für den Unterricht ist wichtig, KI nicht nur technisch, sondern sprachlich, kritisch und ethisch zu betrachten.
  4. Kultusministerkonferenz: Empfehlungen zum schulischen Umgang mit KI betonen einen konstruktiv-kritischen Einsatz, pädagogische Verantwortung und klare Rahmenbedingungen.
  5. UNESCO: Internationale Kompetenzrahmen zu KI in Bildung betonen eine menschenzentrierte, ethische und reflektierte Nutzung von KI.


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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

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  2. Woyzeck - Georg Büchner
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

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  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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