Rohstoffkriege und blutige Ressourcen


Rohstoffkriege und blutige Ressourcen
Einleitung
Rohstoffkriege und blutige Ressourcen beschreiben die enge Verbindung zwischen Krieg, Macht, Gewalt, Wirtschaft und Rohstoffen. Gemeint sind Konflikte, in denen natürliche Ressourcen wie Erdöl, Gold, Diamanten, Coltan, Kobalt, Holz, Wasser oder fruchtbares Land als Auslöser, Verstärker oder Finanzierungsquelle von Gewalt wirken. Wichtig ist: Rohstoffreichtum führt nicht automatisch zu Krieg. Entscheidend sind politische Bedingungen, ungerechte Verteilung, schwache Institutionen, Korruption, internationale Nachfrage, bewaffnete Akteure und globale Lieferketten.
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In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie Konfliktrohstoffe in globale Märkte gelangen, warum bewaffnete Gruppen von Abbau und Handel profitieren können und welche Verantwortung Staaten, Unternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten tragen. Du lernst zentrale Begriffe wie Ressourcenfluch, Kriegsökonomie, Sorgfaltspflicht, Lieferkette, Extraktivismus, Menschenrechte und Nachhaltigkeit kennen. Der Kurs verbindet Politische Bildung, Geographie, Wirtschaft, Geschichte und Ethik.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Konfliktrohstoffe sind und warum ihr Abbau besonders in Konflikt- und Hochrisikogebieten problematisch sein kann. Du kannst die Ökonomie von Kriegen analysieren, typische Akteure in einer Rohstoff-Lieferkette benennen und Beispiele wie Diamanten, Coltan, Gold und Erdöl historisch und politisch einordnen. Außerdem kannst Du Maßnahmen wie Zertifizierung, Sorgfaltspflicht, Transparenz, Recycling und Friedensförderung kritisch bewerten.
Grundbegriffe
Rohstoff
Ein Rohstoff ist ein natürlicher Stoff, der wirtschaftlich genutzt wird. Dazu gehören Mineralien, Metalle, Energieträger, Holz, Wasser und landwirtschaftliche Produkte. Rohstoffe sind für Industrie, Technik, Energieversorgung, Ernährung und Handel wichtig. Sie können aber auch Machtmittel sein, wenn ihr Zugang kontrolliert, besteuert oder militärisch erzwungen wird.
Konfliktrohstoff
Als Konfliktrohstoff bezeichnet man natürliche Ressourcen, deren Abbau, Handel oder Besteuerung in einem Konflikt- oder Hochrisikogebiet schwere Menschenrechtsverletzungen, Gewalt oder Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht begünstigen kann. Häufig geht es um illegalen Abbau, Zwangsabgaben, Schmuggel, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Vertreibung, sexualisierte Gewalt oder die Finanzierung bewaffneter Gruppen.
Ressourcenkrieg
Ein Ressourcenkrieg ist ein bewaffneter Konflikt, bei dem der Zugang zu Rohstoffen eine wichtige Rolle spielt. Rohstoffe können dabei verschiedene Funktionen haben: Sie können ein Motiv für Kontrolle sein, eine Einnahmequelle für bewaffnete Gruppen darstellen, politische Macht sichern oder internationale Interessen verstärken. Manchmal steht der Rohstoff im Zentrum des Konflikts, manchmal verlängert er einen bereits bestehenden Krieg.
Kriegsökonomie
Eine Kriegsökonomie entsteht, wenn sich wirtschaftliche Strukturen an Gewalt anpassen. Bewaffnete Gruppen, lokale Machthaber, Schmugglernetzwerke, korrupte Behörden oder externe Käufer verdienen an Unsicherheit. Minen, Straßen, Häfen, Grenzübergänge oder Lager können zu Einnahmequellen werden. Dadurch kann Krieg für bestimmte Akteure profitabel werden, obwohl die Bevölkerung leidet.
Ressourcenfluch
Der Ressourcenfluch beschreibt das Paradox, dass rohstoffreiche Staaten nicht automatisch stabil, demokratisch und wohlhabend werden. Wenn Einnahmen aus Rohstoffen ungleich verteilt werden, Institutionen schwach sind und Korruption verbreitet ist, können Abhängigkeit, Gewalt, Umweltzerstörung und Armut entstehen. Der Begriff ist keine Naturgesetzlichkeit, sondern ein Analysemodell: Gute Regierungsführung, Transparenz und lokale Beteiligung können Rohstoffreichtum auch in Entwicklungschancen verwandeln.
Warum Rohstoffe Kriege beeinflussen können
Einnahmen für bewaffnete Gruppen
Rohstoffe lassen sich verkaufen, besteuern oder schmuggeln. Wer eine Mine, ein Ölfeld, einen Wald, eine Straße oder einen Grenzübergang kontrolliert, kann Gebühren erpressen, Arbeiterinnen und Arbeiter ausbeuten oder Händler zur Zahlung zwingen. Diese Einnahmen können Waffen, Munition, Fahrzeuge, Sold und politische Netzwerke finanzieren.
Macht über Raum und Bevölkerung
Rohstoffe liegen an konkreten Orten. Wer diese Orte kontrolliert, kontrolliert oft auch Menschen, Arbeitskraft, Transportwege und lokale Verwaltung. Dadurch können bewaffnete Gruppen quasi-staatliche Macht ausüben. Für die Zivilbevölkerung bedeutet das häufig Unsicherheit, Vertreibung, Zwangsarbeit oder Abhängigkeit von bewaffneten Akteuren.
Internationale Nachfrage
Viele Konfliktrohstoffe werden nicht im Konfliktgebiet selbst verbraucht, sondern in globale Lieferketten eingespeist. Tantal aus Coltan kann in elektronischen Bauteilen landen, Gold in Schmuck und Finanzprodukten, Kobalt in Batterien, Erdöl in Energie- und Verkehrssystemen. Dadurch sind Konsum, Industrie, Handelspolitik und Konflikte miteinander verbunden.
Schwache Institutionen und Korruption
Rohstoffe werden besonders dann konfliktrelevant, wenn Gerichte, Polizei, Verwaltung und demokratische Kontrolle schwach sind. Korruption kann dazu führen, dass Lizenzen unfair vergeben, Umweltauflagen ignoriert, Steuern unterschlagen und Gewaltakteure geschützt werden. Ohne Rechtsstaat profitieren wenige, während viele die Kosten tragen.
Umweltzerstörung als Konfliktverstärker
Rohstoffabbau kann Böden, Wälder, Flüsse und Grundwasser schädigen. Krieg verstärkt diese Schäden durch Brand, Sprengung, ungeklärte Giftstoffe, zerstörte Infrastruktur und fehlende Kontrolle. Wenn Lebensgrundlagen verschwinden, können neue Konflikte um Land, Wasser, Arbeit und Sicherheit entstehen.

Typische Konfliktrohstoffe
3TG: Zinn, Tantal, Wolfram und Gold
Die Abkürzung 3TG steht für Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. Diese Rohstoffe sind in vielen Produkten enthalten: Elektronik, Autos, Maschinen, Schmuck, Medizintechnik und digitalen Geräten. In der Demokratischen Republik Kongo und angrenzenden Regionen wurden besonders Tantal aus Coltan, Gold, Kassiterit und Wolframit mit bewaffneten Gruppen, Schmuggel und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig gibt es auch legale, kontrollierte und zertifizierte Abbaustätten. Deshalb ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.
Diamanten
Diamanten wurden in Bürgerkriegen in Sierra Leone, Angola und Liberia als Finanzierungsquelle bewaffneter Gruppen bekannt. Der Begriff Blutdiamant beschreibt Diamanten, deren Handel Gewalt finanziert. Als Reaktion entstand der Kimberley-Prozess, ein internationales Zertifizierungssystem für Rohdiamanten. Er zeigt, dass internationale Regeln helfen können, aber nur dann stark sind, wenn Kontrolle, Transparenz und Menschenrechtsstandards ernst genommen werden.

Erdöl und Gas
Erdöl und Erdgas sind strategische Rohstoffe. Sie beeinflussen Staatseinnahmen, Energiepolitik, militärische Planung und internationale Bündnisse. In manchen Konflikten geht es um Kontrolle von Fördergebieten, Pipelines, Häfen oder Exporterlösen. Gleichzeitig kann die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen autoritäre Strukturen stärken, wenn Einnahmen nicht demokratisch kontrolliert werden.
Gold
Gold ist leicht transportierbar, weltweit wertvoll und schwer vollständig nachzuverfolgen. Das macht es attraktiv für Schmuggel, Geldwäsche und Schattenwirtschaft. In Konfliktregionen kann Goldabbau mit gefährlichen Arbeitsbedingungen, Quecksilberbelastung, Kinderarbeit, Schutzgelderpressung und Gewalt verbunden sein. Verantwortungsvolle Lieferketten müssen deshalb nicht nur den Minenstandort, sondern auch Händler, Raffinerien und Finanzströme berücksichtigen.

Kobalt, Lithium und kritische Rohstoffe
Kobalt, Lithium, Seltene Erden und andere kritische Rohstoffe sind wichtig für Batterien, Windkraft, Elektromobilität, Digitalisierung und Rüstungstechnologien. Die Energiewende braucht Rohstoffe, darf aber nicht neue Formen von Ausbeutung schaffen. Nachhaltige Rohstoffpolitik verbindet Klimaschutz mit Menschenrechten, Umweltstandards, fairen Arbeitsbedingungen, Recycling und geringerer Verschwendung.

Fallbeispiele
Demokratische Republik Kongo und die Region der Großen Seen
Die Demokratische Republik Kongo besitzt große Vorkommen an Coltan, Kobalt, Kupfer, Gold, Diamanten und weiteren Rohstoffen. In Teilen des Ostkongo überschneiden sich historische Konflikte, regionale Machtinteressen, schwache staatliche Kontrolle, Landkonflikte, bewaffnete Gruppen und internationale Nachfrage. Rohstoffe erklären die Gewalt nicht allein, können aber bewaffnete Akteure finanzieren und Konflikte verlängern. Zugleich leben viele Menschen vom Bergbau. Lösungen müssen daher Sicherheit, Menschenrechte, legale Einkommen, lokale Beteiligung und staatliche Verantwortung verbinden.
Sierra Leone und Blutdiamanten
Der Bürgerkrieg in Sierra Leone von 1991 bis 2002 wurde stark durch den illegalen Diamantenhandel mitfinanziert. Diamanten konnten leicht geschmuggelt werden und dienten bewaffneten Gruppen als Einnahmequelle. Das Beispiel zeigt, wie ein wertvoller Rohstoff Gewaltmärkte, internationale Händler und lokale Zwangsstrukturen verbinden kann. Es zeigt auch, dass Nachkriegsaufbau mehr braucht als das Ende militärischer Kämpfe: Gerechtigkeit, Bildung, Infrastruktur, transparente Verwaltung und legale Arbeitsmöglichkeiten bleiben entscheidend.
Kuwait, Irak und die strategische Bedeutung von Öl
Der Zweite Golfkrieg 1990/1991 machte sichtbar, welche strategische Bedeutung Erdöl für Staaten und internationale Politik haben kann. Die brennenden Ölquellen in Kuwait wurden zu einem Symbol für die ökologische Zerstörungskraft moderner Kriege. Das Beispiel zeigt, dass Rohstoffe nicht nur Einnahmequelle sind, sondern auch militärisches Ziel, politisches Druckmittel und Umweltproblem.
Land, Wasser und Klima
Nicht nur Bodenschätze können konfliktrelevant sein. Wasser, Weideland, fruchtbare Böden und Wälder sind für Ernährung und Lebensgrundlagen zentral. Klimawandel, Dürren, Überschwemmungen, Bevölkerungswachstum oder ungerechte Landrechte können bestehende Konflikte verschärfen. Auch hier gilt: Knappheit führt nicht automatisch zu Krieg, kann aber Konfliktdruck erhöhen, wenn politische Lösungen fehlen.
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Die globale Lieferkette
Vom Abbau zum Produkt
Eine Lieferkette beginnt oft bei einer Mine, einem Ölfeld, einem Waldgebiet oder einer Plantage. Danach folgen Zwischenhändler, Transporteure, Exporteure, Schmelzen, Raffinerien, Hersteller, Markenunternehmen, Händler und schließlich Konsumentinnen und Konsumenten. Je länger und undurchsichtiger diese Kette ist, desto schwieriger wird es, Risiken zu erkennen.
Warum Rückverfolgbarkeit schwierig ist
Rohstoffe können vermischt, umdeklariert, über Nachbarländer geschmuggelt oder durch viele Zwischenstufen weiterverkauft werden. Besonders bei Gold ist Rückverfolgbarkeit schwer, weil kleine Mengen hohen Wert haben. Bei Metallen können Erze aus verschiedenen Minen in Schmelzen zusammengeführt werden. Deshalb reichen einfache Herkunftsangaben oft nicht aus.
Sorgfaltspflichten und Unternehmensverantwortung
Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten verlangen, dass Unternehmen Risiken in Lieferketten erkennen, vorbeugen, mindern, transparent berichten und bei Schäden reagieren. Der OECD-Leitfaden für verantwortungsvolle Minerallieferketten ist dafür ein wichtiger internationaler Bezugspunkt. Die Europäische Union hat mit der Verordnung 2017/821 Regeln für EU-Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus Konflikt- und Hochrisikogebieten geschaffen. Solche Regeln sind kein Allheilmittel, aber sie können Verantwortung entlang der Lieferkette stärken.
Ökonomie von Krieg und Rohstoffen
Gewaltmärkte
Ein Gewaltmarkt entsteht, wenn Gewalt nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich genutzt wird. Schutzgelder, Wegzölle, illegale Steuern, Erpressung, Schmuggel und Waffenhandel werden zu Einkommensquellen. Dadurch können Akteure ein Interesse daran entwickeln, Unsicherheit aufrechtzuerhalten.
Externe Kosten
Viele Gewinne aus Rohstoffen entstehen, weil Kosten ausgelagert werden. Umweltzerstörung, Krankheit, gefährliche Arbeit, Vertreibung, zerstörte Schulen und Traumatisierung tragen häufig lokale Gemeinschaften. In der Wirtschaft spricht man von Externalisierung, wenn Kosten nicht von den Verursachern getragen werden.
Ungleichheit und politische Macht
Rohstoffeinnahmen können politische Macht konzentrieren. Wenn Regierungen oder bewaffnete Gruppen große Einnahmen erzielen, ohne auf breite Steuerzahlungen der Bevölkerung angewiesen zu sein, sinkt manchmal der Druck zu demokratischer Rechenschaft. Transparenz, freie Medien, unabhängige Gerichte und Beteiligung lokaler Gemeinschaften sind deshalb zentral.
Globale Verantwortung
Rohstoffkonflikte sind nicht nur ein Problem der Herkunftsländer. Auch Importländer, internationale Unternehmen, Banken, Raffinerien, Technologiebranchen, Schmuckhandel, Rüstungsindustrie und Konsumentinnen und Konsumenten sind Teil der globalen Rohstoffordnung. Verantwortung bedeutet, nicht nur billige Produkte zu verlangen, sondern Herkunft, Arbeitsbedingungen und Folgen mitzudenken.
Gegenmaßnahmen und Lösungsansätze
Zertifizierung und Kontrolle
Zertifizierungssysteme wie der Kimberley-Prozess für Rohdiamanten oder Programme für verantwortungsvolle Minerallieferketten sollen Konfliktfinanzierung erschweren. Sie können Transparenz schaffen, wenn Kontrollen unabhängig sind, Daten öffentlich nachvollziehbar werden und Verstöße Konsequenzen haben. Kritisch bleibt, dass Zertifizierung manchmal zu eng gefasst ist oder informelle Arbeiterinnen und Arbeiter ausschließt.
Stärkung lokaler Rechte
Frieden entsteht nicht allein durch internationale Regeln. Wichtig sind Landrechte, Mitbestimmung, sichere Arbeitsbedingungen, Zugang zu Bildung, lokale Wertschöpfung, faire Löhne und Schutz vor Gewalt. Gemeinden müssen bei Entscheidungen über Minen, Umsiedlungen, Umweltauflagen und Einnahmen beteiligt werden.
Transparente Staatsfinanzen
Wenn Rohstoffeinnahmen öffentlich nachvollziehbar sind, sinkt das Risiko von Korruption. Haushaltskontrolle, unabhängige Medien, Parlamente, Rechnungshöfe und zivilgesellschaftliche Organisationen können prüfen, ob Einnahmen in Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und soziale Sicherheit fließen.
Kreislaufwirtschaft und Konsumkritik
Kreislaufwirtschaft bedeutet, Produkte länger zu nutzen, zu reparieren, wiederzuverwenden und Rohstoffe zu recyceln. Wer Smartphones länger nutzt, Geräte reparieren lässt, Second-Hand kauft oder alte Elektronik fachgerecht zurückgibt, kann die Nachfrage nach neuem Abbau verringern. Individuelles Verhalten ersetzt keine Politik, kann aber Druck auf Unternehmen und Märkte erhöhen.
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Medienanalyse zum Einstiegsvideo
Nutze das eingebettete Video zu Rohstoffkriegen als Ausgangspunkt für eine kritische Analyse. Achte darauf, welche Rohstoffe genannt werden, welche Akteure vorkommen und wie Ursachen, Interessen und Folgen dargestellt werden. Prüfe auch, ob das Video zwischen belegten Fakten, Wertungen und zugespitzten Formulierungen unterscheidet.
- Beobachtung: Notiere drei zentrale Aussagen des Videos in eigenen Worten.
- Akteursanalyse: Benenne Staaten, Unternehmen, bewaffnete Gruppen, lokale Bevölkerung und Konsumierende, soweit sie im Video vorkommen.
- Quellenkritik: Unterscheide zwischen Fakten, Beispielen, Kommentaren und offenen Fragen.
- Transfer: Verbinde eine Aussage des Videos mit einem konkreten Produkt aus Deinem Alltag.
Quellenorientierung
Für eine vertiefte und quellenkritische Weiterarbeit eignen sich besonders Wikipedia-Artikel zu Konfliktrohstoff, Ressourcenfluch, Blutdiamant, Kimberley-Prozess und Demokratische Republik Kongo. Für politische und rechtliche Perspektiven sind Materialien der OECD, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen, der Bundeszentrale für politische Bildung und von menschenrechtlichen Organisationen sinnvoll. Vergleiche immer mehrere Quellen, prüfe Veröffentlichungsdatum, Interessenlage, Begriffe und Belege.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein Konfliktrohstoff? (Eine Ressource deren Abbau oder Handel Gewalt in Konfliktgebieten fördern kann) (!Ein Rohstoff der nur in reichen Ländern vorkommt) (!Ein Material das niemals international gehandelt wird) (!Ein Rohstoff der immer erneuerbar ist)
Wofür steht die Abkürzung 3TG im Zusammenhang mit Konfliktmineralen? (Zinn Tantal Wolfram Gold) (!Kupfer Nickel Silber Platin) (!Öl Gas Kohle Uran) (!Lithium Kobalt Graphit Mangan)
Warum können Rohstoffe bewaffnete Gruppen stärken? (Sie können durch Verkauf Besteuerung oder Schmuggel Einnahmen schaffen) (!Sie verhindern immer Korruption) (!Sie machen Grenzen automatisch sicher) (!Sie beenden Konflikte ohne politische Lösung)
Was beschreibt der Ressourcenfluch? (Rohstoffreichtum kann unter schlechten Bedingungen Entwicklung und Stabilität schwächen) (!Rohstoffreiche Länder sind immer demokratisch) (!Rohstoffarme Länder führen zwangsläufig Krieg) (!Natürliche Ressourcen haben keinen Einfluss auf Politik)
Welcher Rohstoff wurde besonders mit dem Begriff Blutdiamanten verbunden? (Diamant) (!Weizen) (!Salz) (!Baumwolle)
Was ist eine Lieferkette? (Der Weg eines Rohstoffs vom Abbau über Verarbeitung und Handel bis zum Produkt) (!Eine Liste aller Hauptstädte eines Kontinents) (!Ein Vertrag zwischen zwei Schulklassen) (!Ein militärischer Grenzzaun)
Was meint menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in Lieferketten? (Unternehmen sollen Risiken erkennen verhindern mindern und darüber berichten) (!Unternehmen sollen Herkunftsländer geheim halten) (!Unternehmen sollen nur den billigsten Einkauf wählen) (!Unternehmen sollen keine Verantwortung für Zulieferer prüfen)
Welche Maßnahme kann die Nachfrage nach neuem Rohstoffabbau senken? (Recycling und längere Nutzung von Produkten) (!Schneller Austausch funktionierender Geräte) (!Vernichtung reparierbarer Elektronik) (!Unkontrollierter Export von Elektroschrott)
Warum ist Gold in Konfliktökonomien besonders problematisch? (Es ist wertvoll leicht transportierbar und schwer nachzuverfolgen) (!Es ist völlig wertlos) (!Es kann nicht gehandelt werden) (!Es kommt nur in einem einzigen Land vor)
Was gehört zu einer friedensorientierten Rohstoffpolitik? (Transparenz Menschenrechte lokale Beteiligung und faire Regeln) (!Geheimhaltung aller Verträge) (!Ausschluss der lokalen Bevölkerung) (!Belohnung von Schmuggelnetzwerken)
Memory
| Konfliktrohstoff | Ressource aus einem Konfliktgebiet |
| Ressourcenfluch | Reichtum mit Entwicklungsrisiken |
| 3TG | Zinn Tantal Wolfram Gold |
| Sorgfaltspflicht | Risiken prüfen und mindern |
| Kimberley-Prozess | Zertifizierung von Rohdiamanten |
| Kriegsökonomie | Gewinn durch Gewaltmärkte |
| Kreislaufwirtschaft | Rohstoffe länger nutzen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einnahmequelle | Verkauf und Besteuerung von Rohstoffen |
| Gewaltmittel | Bewaffnete Kontrolle von Minen und Wegen |
| Lieferkette | Weg vom Abbau bis zum Produkt |
| Sorgfaltspflicht | Risiken erkennen und mindern |
| Recycling | Nachfrage nach neuem Abbau senken |
| Hochrisikogebiet | Region mit bewaffnetem Konflikt oder schwerer Instabilität |
...
Kreuzworträtsel
| Coltan | Welches Erz liefert Tantal für elektronische Bauteile? |
| Gold | Welches Edelmetall zählt zu den 3TG? |
| Diamant | Welcher Edelstein wurde mit Bürgerkriegen in Sierra Leone und Angola verbunden? |
| Schmuggel | Wie heißt der illegale Transport von Waren über Grenzen? |
| Korruption | Wie nennt man den Missbrauch öffentlicher Macht für private Vorteile? |
| Recycling | Welche Strategie gewinnt Rohstoffe aus alten Produkten zurück? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine übersichtliche Karte mit den Begriffen Rohstoff, Konfliktrohstoff, Ressourcenkrieg, Ressourcenfluch und Kriegsökonomie.
- Alltagsprodukt: Wähle ein elektronisches Gerät aus Deinem Alltag und recherchiere, welche Rohstoffe darin vorkommen könnten.
- Mediennotiz: Fasse das Einstiegsvideo in zehn Sätzen zusammen und markiere drei Begriffe, die Du weiter recherchieren möchtest.
- Konsumcheck: Notiere fünf Möglichkeiten, wie Du Rohstoffe durch Reparatur, Teilen, Wiederverkauf oder Recycling bewusster nutzen kannst.
Standard
- Fallstudie Kongo: Untersuche an einem Beispiel aus der Demokratischen Republik Kongo, wie Rohstoffabbau, bewaffnete Gruppen, lokale Bevölkerung und internationale Nachfrage zusammenhängen.
- Kartenanalyse: Zeichne eine Karte mit Herkunftsort, Transportweg, Verarbeitung und Endprodukt eines ausgewählten Konfliktrohstoffs.
- Interview: Befrage eine Person aus Handel, Schule, Politik oder Zivilgesellschaft zur Frage, wie verantwortungsvoller Konsum möglich ist.
- Quellenvergleich: Vergleiche einen Wikipedia-Artikel, eine staatliche Quelle und eine NGO-Quelle zum gleichen Rohstoffkonflikt.
Schwer
- Planspiel Rohstoffpolitik: Entwickle ein Planspiel mit Rollen für Regierung, Bergbauunternehmen, lokale Gemeinde, bewaffnete Gruppe, NGO, Medien und internationale Käufer.
- Policy Brief: Schreibe eine zweiseitige Handlungsempfehlung für eine Regierung, die Konfliktfinanzierung durch Rohstoffe verringern will.
- Lieferkettenprüfung: Entwerfe ein Prüfschema für ein Unternehmen, das Gold oder Tantal verantwortungsvoll einkaufen möchte.
- Friedensprojekt: Plane ein lokales Bildungsprojekt, das über Konfliktrohstoffe informiert und konkrete Sammel- oder Reparaturaktionen organisiert.


Lernkontrolle
- Ursachenanalyse: Erkläre an einem Fallbeispiel, warum Rohstoffreichtum allein keine ausreichende Erklärung für Krieg ist.
- Transferaufgabe: Übertrage das Konzept der Kriegsökonomie auf ein anderes Konfliktfeld und zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Urteilsbildung: Bewerte, ob Zertifizierungssysteme wie der Kimberley-Prozess eher wirksam, begrenzt oder problematisch sind, und begründe Dein Urteil.
- Perspektivwechsel: Schreibe aus Sicht einer lokalen Gemeinde, eines Unternehmens und einer Regierung je eine kurze Stellungnahme zu einer neuen Mine.
- Handlungskonzept: Entwickle ein Maßnahmenpaket, das Menschenrechte, wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und Friedenssicherung gleichzeitig berücksichtigt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu Rohstoffkriegen und Konfliktrohstoffen ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergibst, sondern Zusammenhänge erklären kannst. Dein Lernnachweis sollte zeigen, dass Du Ursachen, Akteure, Interessen, Lieferketten, Folgen und Lösungsansätze miteinander verbinden kannst.
- Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Konfliktrohstoff, Ressourcenfluch, Kriegsökonomie, Lieferkette und Sorgfaltspflicht korrekt.
- Fallbeispiel: Du analysierst mindestens ein konkretes Beispiel mit Ort, Rohstoff, Akteuren und Folgen.
- Quellenarbeit: Du nutzt mehrere seriöse Quellen und unterscheidest Fakten, Bewertungen und Interessen.
- Transferleistung: Du verbindest das Thema mit Konsum, Unternehmensverantwortung, Politik oder Klimaschutz.
- Urteil: Du formulierst ein begründetes Urteil zu einer Maßnahme gegen blutige Ressourcen.
- Produkt: Du reichst ein Lernprodukt ein, zum Beispiel Präsentation, Essay, Podcast, Plakat, Planspiel, Karte oder Video.
- Reflexion: Du erklärst, was sich durch den Kurs an Deinem Blick auf Rohstoffe, Technik und Konsum verändert hat.
OERs zum Thema
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