Mehrstimmigkeit beim Singen kennenlernen


Mehrstimmigkeit beim Singen kennenlernen
Einleitung
Mehrstimmigkeit beim Singen kennenlernen bedeutet: Du lernst, Deine eigene Stimme sicher zu führen, während gleichzeitig andere Stimmen erklingen. In der Musik spricht man von Mehrstimmigkeit, wenn mehrere Stimmen oder Melodien gleichzeitig hörbar sind. Das kann sehr einfach beginnen, zum Beispiel mit einem Bordun auf einem Grundton, mit einem Kanon oder mit einer zweiten Stimme im Abstand einer Terz. Später können daraus Homophonie, Polyphonie, Chorsatz oder eigene mehrstimmige Arrangements entstehen.

In diesem aiMOOC lernst Du die Grundlagen des mehrstimmigen Singens praktisch kennen. Du übst, Deine Stimme zu halten, auf andere zu hören, Intervalle zu erkennen, einfache Notenbeispiele mitzusingen und eigene kleine mehrstimmige Ideen zu entwickeln. Das Thema passt zum Lernbereich Singen und Stimme, zum Musikunterricht, zur Chorarbeit, zur Bandarbeit und zu Projekten in kultureller Bildung.
Lernziele
- Hören: Du erkennst den Unterschied zwischen Einstimmigkeit und Mehrstimmigkeit.
- Singen: Du kannst eine einfache Stimme halten, während eine andere Stimme erklingt.
- Musiktheorie: Du verstehst Grundbegriffe wie Kanon, Bordun, Ostinato, Intervall, Dreiklang, Homophonie und Polyphonie.
- Stimme: Du lernst, wie Atem, Haltung, Resonanz und Artikulation das Singen unterstützen.
- Ensemble: Du übst, auf andere zu hören, Einsätze zu beachten und gemeinsam einen ausgewogenen Klang zu gestalten.
- Kreativität: Du entwickelst eigene kleine mehrstimmige Modelle, die im Unterricht oder in einer Gruppe ausprobiert werden können.
Grundlagen des mehrstimmigen Singens
Einstimmigkeit und Mehrstimmigkeit
Bei der Einstimmigkeit singen alle dieselbe Melodie zur gleichen Zeit. Das ist für den Anfang wichtig, weil eine Gruppe zunächst einen gemeinsamen Ton, ein gemeinsames Tempo und eine gemeinsame Phrasierung finden muss. Bei der Mehrstimmigkeit erklingen dagegen zwei oder mehr Stimmen gleichzeitig. Diese Stimmen können dieselbe Melodie zeitversetzt singen, verschiedene Töne eines Akkords bilden oder selbstständige Melodielinien verfolgen.
Notenbeispiel: Einstimmig beginnen
Singe die Melodie zuerst allein oder mit der ganzen Gruppe. Achte auf ruhige Atmung, klare Vokale und einen gemeinsamen Schluss.

Vom Hören zum Singen
Mehrstimmiges Singen gelingt nicht nur durch lautes Singen, sondern vor allem durch genaues Hören. Du musst die eigene Stimme innerlich stabil behalten und gleichzeitig die anderen Stimmen wahrnehmen. Gute Sängerinnen und Sänger hören nicht nur sich selbst, sondern den gesamten Ensembleklang. Deshalb ist es sinnvoll, mehrstimmige Übungen in drei Schritten aufzubauen: erst hören, dann leise mitsingen, dann mit sicherer Stimme gestalten.
Die Stimme als Instrument
Die menschliche Stimme entsteht, wenn Atemluft die Stimmlippen im Kehlkopf in Schwingung versetzt. Der Klang wird im Vokaltrakt, also unter anderem in Rachen, Mundhöhle und Nasenraum, geformt. Für das Singen sind außerdem Körperhaltung, Atemführung, Kiefer, Zunge, Lippen und innere Vorstellungskraft wichtig. Wenn Du mehrstimmig singst, muss Deine Stimme beweglich, aber nicht gepresst sein.


Stimmgesundheit und Stimmhygiene
Beim Singen gilt: Die Stimme soll frei und angenehm klingen. Stimmhygiene bedeutet, sorgsam mit Deiner Stimme umzugehen. Dazu gehören eine lockere Haltung, ausreichendes Trinken, gutes Aufwärmen, Pausen und das Vermeiden von Schreien. Wenn beim Singen Schmerzen, Brennen oder Heiserkeit auftreten, solltest Du sofort leiser werden, pausieren und bei anhaltenden Problemen fachlichen Rat einholen. Besonders in der Schule ist wichtig, dass niemand zu tief, zu hoch oder zu laut singen muss.
Formen der Mehrstimmigkeit
Bordun: eine sichere Grundstimme
Ein Bordun ist ein gehaltener oder regelmäßig wiederholter Grundton. Er hilft einer Gruppe, die Tonart zu spüren. Für Anfängerinnen und Anfänger ist ein Bordun oft leichter als eine vollständig selbstständige zweite Stimme. Eine Gruppe hält oder wiederholt den Grundton, während eine andere Gruppe eine Melodie singt.

Übung: Eine Gruppe singt nur den Ton C auf „dum“. Die andere Gruppe singt die Melodie auf „la“. Wechselt anschließend die Rollen.
Ostinato: ein wiederholtes Muster
Ein Ostinato ist ein kurzes musikalisches Muster, das wiederholt wird. Es kann rhythmisch, melodisch oder sprachlich sein. Im Unterricht eignet sich ein Ostinato besonders gut, weil es schnell gelernt wird und einer Gruppe Stabilität gibt. Darüber kann eine zweite Gruppe eine Melodie singen oder improvisieren.

Kanon: zeitversetzte Nachahmung
Der Kanon ist eine besonders geeignete Form, um Mehrstimmigkeit kennenzulernen. Alle Gruppen singen dieselbe Melodie, aber sie beginnen zu unterschiedlichen Zeiten. Dadurch entsteht Mehrstimmigkeit, ohne dass jede Gruppe eine andere Melodie neu lernen muss. Wichtig sind klare Einsätze, stabiles Tempo und die Fähigkeit, die eigene Stimme trotz anderer Klänge weiterzuführen.

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Parallele Terzen: eine einfache zweite Stimme
Eine häufige Einstiegsform ist die zweite Stimme in Terzen. Zwei Stimmen bewegen sich ähnlich, aber auf unterschiedlichen Tonhöhen. Dabei entsteht ein zusammenpassender Klang. Diese Form ist für Pop, Volkslied, Schulchor und Klassenmusizieren sehr nützlich. Wichtig ist, dass die zweite Stimme nicht nur „höher“ oder „tiefer“ singt, sondern bewusst als eigene Linie geführt wird.

Dreiklang: Töne eines Akkords verteilen
Ein Dreiklang besteht in einfacher Form aus Grundton, Terz und Quinte. Wenn drei Gruppen verschiedene Töne eines Dreiklangs singen, entsteht ein Akkord. Für den Anfang kann jede Gruppe ihren Ton auf einem langen Vokal halten. So wird deutlich, wie einzelne Stimmen zusammen einen gemeinsamen Klang bilden.

Übung: Gruppe 1 singt den Grundton, Gruppe 2 die Terz, Gruppe 3 die Quinte. Beginnt leise, hört aufeinander und sucht einen runden gemeinsamen Klang.
Homophonie: gemeinsam im gleichen Rhythmus
Bei der Homophonie gibt es meist eine Hauptmelodie und begleitende Stimmen. Die Stimmen bewegen sich oft im gleichen oder ähnlichen Rhythmus. Dadurch klingt die Musik geschlossen und akkordisch. Viele Chorsätze, Pop-Arrangements und Kirchenlieder verwenden homophone Abschnitte.


Polyphonie: mehrere selbstständige Linien
Bei der Polyphonie sind mehrere Stimmen melodisch selbstständig. Jede Stimme hat eine eigene Richtung und Bedeutung. Das ist anspruchsvoller, weil Du stärker auf Deine Linie achten musst. Gleichzeitig entsteht ein besonders lebendiger Klang, weil die Stimmen miteinander antworten, sich überlagern und gemeinsam eine musikalische Struktur bilden.

Heterophonie: gemeinsam ähnlich, aber nicht gleich
Heterophonie entsteht, wenn mehrere Stimmen im Grunde dieselbe Melodie gestalten, sie aber gleichzeitig leicht unterschiedlich verzieren, rhythmisch verschieben oder individuell färben. Diese Form kommt in verschiedenen Musiktraditionen vor. Für die Schule kann sie ein kreativer Zugang sein: Eine Gruppe singt die Grundmelodie, andere Gruppen verändern einzelne Töne, Rhythmen oder Verzierungen vorsichtig.
Stimmgruppen und Stimmumfang
Sopran, Alt, Tenor und Bass
In vielen Chören werden Stimmen in Sopran, Alt, Tenor und Bass eingeteilt. Diese Bezeichnungen beschreiben grob verschiedene Stimmumfänge und Klanglagen. In der Schule sollte diese Einteilung flexibel und behutsam verwendet werden. Besonders Kinder- und Jugendstimmen entwickeln sich noch. Entscheidend ist nicht ein Etikett, sondern eine bequeme Lage, ein gesunder Klang und die Freude am Singen.

Stimmwechsel und Differenzierung
In Lerngruppen gibt es sehr unterschiedliche Stimmen. Manche Lernende singen gern hoch, andere fühlen sich in tieferen Lagen sicherer. Während des Stimmwechsels kann die Stimme zeitweise instabil sein. Deshalb sind flexible Aufgaben sinnvoll: Summen statt lautes Singen, Sprech-Ostinati, Bodypercussion, Bordun-Töne in bequemer Lage, kurze Einsätze oder das Wechseln zwischen Singen und Hören. Mehrstimmigkeit soll niemanden überfordern, sondern musikalische Teilhabe ermöglichen.
Methodik: Mehrstimmigkeit schrittweise lernen
Schritt 1: Gemeinsamer Puls
Ohne gemeinsamen Puls zerfällt Mehrstimmigkeit schnell. Beginne deshalb mit Klatschen, Gehen, Schnipsen oder Bodypercussion. Wenn alle denselben Puls spüren, lassen sich Einsätze und Pausen sicherer koordinieren.
Schritt 2: Gemeinsamer Ton
Eine Gruppe singt einen bequemen Ton auf „mm“, „nu“ oder „la“. Achte auf einen weichen Anfang, ruhige Atmung und genaues Hören. Der gemeinsame Ton schult Intonation und Klangbalance.
Schritt 3: Bordun und Melodie
Der Bordun gibt Halt. Eine Hälfte der Gruppe hält den Grundton, die andere singt eine kurze Melodie. Danach wird gewechselt. So erleben alle, wie es sich anfühlt, eine Stimme zu tragen und gleichzeitig eine andere Stimme zu hören.
Schritt 4: Kanon
Der Kanon trainiert Konzentration und Selbstständigkeit. Die Gruppe lernt zuerst die Melodie einstimmig. Dann startet Gruppe 1, Gruppe 2 setzt später ein. Erst wenn zwei Gruppen sicher sind, kann eine dritte Gruppe dazukommen.
Schritt 5: Zweite Stimme entwickeln
Eine zweite Stimme kann aus Bordun, Ostinato, Terzbewegung, Gegenbewegung oder Akkordtönen entstehen. Die zweite Stimme soll singbar sein, also kurze Wege, klare Wiederholungen und eine bequeme Lage haben.
Schritt 6: Klang gestalten
Am Ende geht es nicht nur darum, „richtig“ zu singen. Ein gutes Ensemble gestaltet Dynamik, Artikulation, Phrasierung, Tempo und Klangfarbe. Mehrstimmigkeit wird musikalisch, wenn alle Stimmen miteinander kommunizieren.
Übungen für Unterricht und Chorprobe
Warm-up für mehrstimmiges Singen
- Körperhaltung: Stelle beide Füße stabil auf den Boden, richte Dich auf und löse Schultern, Nacken und Kiefer.
- Atem: Atme geräuscharm ein und lasse die Luft auf einem langen „sss“ ausströmen.
- Summen: Summe auf einem bequemen Ton und spüre leichte Vibrationen im Gesicht.
- Echo-Singen: Eine Person singt ein kurzes Motiv vor, die Gruppe antwortet.
- Intervallübung: Singe Grundton und Terz, danach Grundton und Quinte.
- Kanonvorbereitung: Sprich den Text rhythmisch, klatsche den Puls und singe dann die Melodie.
Mitsingmodell: Ruf und Antwort
Ruf-und-Antwort-Modelle sind ein guter Einstieg, weil sie das Hören, Erinnern und präzise Antworten trainieren. Eine Gruppe singt den Ruf, die andere antwortet. Später können beide Gruppen gleichzeitig unterschiedliche Bausteine wiederholen.

Klangbalance üben
Bei Klangbalance geht es darum, dass keine Stimme die anderen unnötig überdeckt. In einer Gruppe können hohe Stimmen leicht hervorstechen, tiefe Stimmen können vom Raum verschluckt werden und Nebenstimmen können unsicher werden. Eine gute Übung ist das „Klangmischen“: Alle singen leise, hören bewusst nach links und rechts und passen die eigene Lautstärke an.
Intonation üben
Intonation bedeutet, Tonhöhen genau zu treffen und im Zusammenklang zu halten. Bei mehrstimmigem Singen ist Intonation besonders wichtig, weil kleine Abweichungen zwischen Stimmen sofort hörbar werden. Hilfreich sind lange Töne, Dreiklänge, langsames Tempo, saubere Vokale und bewusstes Hören auf Grundton und Leittöne.
Schwierige Stellen markieren
Wenn eine Stelle unsicher ist, wird sie nicht einfach immer wieder von vorne gesungen. Besser ist es, die schwierige Stelle zu isolieren: Erst nur den Rhythmus sprechen, dann nur die Tonfolge auf „nu“ singen, dann mit Text, danach im Zusammenhang. Das spart Zeit und schont die Stimme.
Medien zur Vertiefung
Videoimpulse zum mehrstimmigen Singen
Die folgenden Videos können als Einstieg, Wiederholung oder Impuls für eigene Übungen genutzt werden. Notiere beim Anschauen, welche Tipps Dir helfen, Deine Stimme in der Mehrstimmigkeit zu halten.
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Historische und kulturelle Perspektive
Mehrstimmiges Singen ist nicht nur eine Technik, sondern auch eine kulturelle Praxis. Chöre, Schulklassen, Bands, religiöse Gemeinschaften, Theatergruppen und Vokalensembles nutzen Mehrstimmigkeit, um Gemeinschaft, Spannung, Klangfülle und Ausdruck zu erzeugen. In verschiedenen Musikkulturen gibt es unterschiedliche Wege zur Mehrstimmigkeit: Bordun, Parallelbewegung, Wechselgesang, Heterophonie, improvisierte Zweitstimmen oder kunstvoll komponierte Polyphonie.


Fehlerquellen und Lösungen
Die eigene Stimme geht verloren
Wenn Du Deine Stimme verlierst, liegt das oft nicht an mangelnder Begabung, sondern an zu vielen gleichzeitigen Reizen. Hilfen sind: leiser singen, näher bei einer sicheren Person derselben Stimme stehen, die eigene Stimme vorher mehrfach allein üben, Einsätze markieren und die Melodie innerlich vorausdenken.
Die Gruppe wird zu laut
Zu lautes Singen erschwert das Hören. Mehrstimmigkeit braucht einen durchlässigen Klang. Eine gute Regel lautet: Singe so, dass Du Dich selbst, Deine Nachbarinnen und Nachbarn und die andere Stimme hören kannst. Besonders bei neuen Stücken ist ein leiser Probenklang oft genauer als ein lauter.
Die Intonation sinkt
Wenn die Tonhöhe absinkt, können Müdigkeit, zu tiefe Atmung, unklare Vokale, fehlender Grundtonbezug oder unsichere Stimmführung eine Rolle spielen. Hilfreich sind kurze Pausen, erneutes Hören des Grundtons, langsameres Tempo, hellere Vokale und das Singen auf Silben wie „nu“, „mi“ oder „la“.
Einsätze sind unsicher
Einsätze werden sicherer, wenn sie körperlich vorbereitet werden. Atme gemeinsam ein, zähle innerlich, beobachte Dirigierzeichen und höre auf den letzten Ton vor Deinem Einsatz. In der Gruppe kann eine Person den Einsatz mit einer kleinen Handbewegung anzeigen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Mehrstimmigkeit beim Singen? (Mehrere Stimmen erklingen gleichzeitig) (!Alle singen immer exakt denselben Ton) (!Eine Stimme singt ohne Begleitung) (!Es wird nur gesprochen und nicht gesungen)
Was ist ein Kanon? (Eine Melodie setzt zeitversetzt in mehreren Stimmen ein) (!Eine Stimme singt dauerhaft denselben Grundton) (!Ein Rhythmus wird ohne Tonhöhe geklatscht) (!Ein einzelner Ton wird besonders laut gesungen)
Was beschreibt Intonation beim Singen? (Die Genauigkeit der Tonhöhe) (!Die Lautstärke einer Aufnahme) (!Die Anzahl der Sängerinnen und Sänger) (!Die Länge eines Liedtextes)
Was ist ein Bordun? (Ein gehaltener oder wiederholter Grundton) (!Eine besonders schnelle Melodie) (!Ein Wechsel der Tonart in jedem Takt) (!Ein gesprochener Liedanfang)
Was meint Homophonie? (Eine Hauptmelodie wird von begleitenden Stimmen gestützt) (!Alle Stimmen singen völlig zufällige Töne) (!Nur Schlaginstrumente spielen gemeinsam) (!Eine Stimme singt immer allein)
Was meint Polyphonie? (Mehrere selbstständige Melodien erklingen zusammen) (!Alle Stimmen singen nur den gleichen Rhythmus auf einem Ton) (!Ein Lied wird ohne Tonhöhe gesprochen) (!Ein Musikstück besteht nur aus Pausen)
Welche Vorgehensweise hilft beim Einstieg in eine neue zweite Stimme? (Erst hören dann leise mitsingen) (!Sofort möglichst laut singen) (!Die andere Stimme vollständig ignorieren) (!Nur auf den Liedtext achten)
Warum ist Atemführung beim mehrstimmigen Singen wichtig? (Sie unterstützt Tonführung und Phrasierung) (!Sie ersetzt das Hören auf die anderen Stimmen) (!Sie macht Notenlesen überflüssig) (!Sie verhindert jede Pause im Lied)
Was bedeutet Stimmhygiene? (Schonender Umgang mit der Stimme) (!Möglichst langes Singen ohne Pause) (!Singen nur in sehr hoher Lage) (!Absichtliches Pressen der Stimme)
Was ist ein Dreiklang? (Drei übereinander passende Töne eines Akkords) (!Drei verschiedene Tempi gleichzeitig) (!Drei Liedtexte ohne Melodie) (!Drei Pausen hintereinander)
Memory
| Kanon | zeitversetzter Einsatz |
| Bordun | gehaltener Grundton |
| Ostinato | wiederholtes Muster |
| Homophonie | gemeinsame rhythmische Führung |
| Polyphonie | selbstständige Linien |
| Intonation | genaue Tonhöhe |
| Dreiklang | Grundton Terz Quinte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bordun | lange Grundstimme |
| Kanon | zeitversetzte Nachahmung |
| Ostinato | wiederholtes Kurzmuster |
| Homophonie | Melodie mit Begleitung |
| Polyphonie | gleichberechtigte Melodien |
Kreuzworträtsel
| Kanon | Welche Form arbeitet mit zeitversetzter Nachahmung einer Melodie? |
| Bordun | Wie heißt ein gehaltener oder wiederholter Grundton? |
| Ostinato | Wie heißt ein ständig wiederholtes musikalisches Muster? |
| Intonation | Wie nennt man die Genauigkeit der gesungenen Tonhöhe? |
| Homophonie | Wie heißt ein Satz mit Hauptmelodie und begleitenden Stimmen? |
| Polyphonie | Wie heißt ein Satz mit mehreren selbstständigen Stimmen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre ein kurzes mehrstimmiges Lied und beschreibe, wann Du eine zweite Stimme, einen Bordun oder einen Kanon wahrnimmst.
- Stimm-Warm-up: Entwickle ein zweiminütiges Einsingen mit Summen, Atemübung und einer leichten Tonfolge.
- Kanon-Start: Übe mit einer Partnerin oder einem Partner eine kurze Melodie als Kanon und markiere die Einsatzstelle.
- Bordun-Experiment: Singe zu einer bekannten Melodie einen bequemen Grundton und prüfe, wann der Zusammenklang stabil wirkt.
Standard
- Zweistimmiges Arrangement: Schreibe zu einer einfachen Melodie eine zweite Stimme mit Bordun, Ostinato oder Terzbewegung.
- Intervall-Training: Erstelle fünf kleine Übungen zu Terz, Quarte und Quinte und erkläre, welche Intervalle sich leicht singen lassen.
- Probenplan: Plane eine 20-minütige Gruppenprobe für einen Kanon mit Warm-up, Stimmverteilung, Übephase und Präsentation.
- Klangkarte: Zeichne eine Klangkarte Deiner Gruppe und beschreibe, welche Stimmen laut, leise, hoch, tief, sicher oder unsicher wirken.
Schwer
- Mehrstimmige Komposition: Komponiere ein kurzes Stück mit mindestens drei Stimmen, in dem Bordun, Ostinato und Melodie kombiniert werden.
- Analyse einer Choraufnahme: Analysiere eine Aufnahme und untersuche Form, Stimmgruppen, Einsätze, Dynamik, Klangbalance und Intonation.
- Workshop leiten: Leite eine Kleingruppe beim Erlernen einer zweiten Stimme und dokumentiere, welche methodischen Schritte geholfen haben.
- Aufnahmeprojekt: Nimm zwei oder mehr Stimmen nacheinander auf, mische sie zu einem Ensembleklang und reflektiere, was beim Timing schwierig war.


Lernkontrolle
- Transferaufgabe Chorprobe: Eine Klasse verliert beim Kanon ständig den zweiten Einsatz. Entwickle einen Probenweg mit mindestens vier Schritten und begründe die Reihenfolge.
- Analyseaufgabe Klangbalance: Beschreibe, warum eine sehr laute Hauptmelodie eine Nebenstimme unsicher machen kann, und schlage zwei Lösungen vor.
- Gestaltungsaufgabe Arrangement: Wähle eine einfache Melodie und entscheide, ob Bordun, Ostinato, Terzstimme oder Kanon besser passt. Begründe Deine Entscheidung musikalisch.
- Problemlöseaufgabe Intonation: Eine Gruppe sinkt am Ende jeder Phrase in der Tonhöhe. Erkläre mögliche Ursachen und entwickle eine kurze Übung zur Verbesserung.
- Reflexionsaufgabe Stimme: Beurteile, warum gesunde Stimmführung für mehrstimmiges Singen wichtiger sein kann als große Lautstärke.
- Vergleichsaufgabe Satzarten: Vergleiche Homophonie und Polyphonie an einem selbst gewählten Beispiel und erkläre, welche Anforderungen beide Formen an die Sängerinnen und Sänger stellen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zum Thema Mehrstimmigkeit beim Singen ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Zusammenhänge hörst, singst, erklärst und gestaltest.
- Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Mehrstimmigkeit, Kanon, Bordun, Ostinato, Homophonie, Polyphonie, Intervall, Dreiklang und Intonation korrekt.
- Hörkompetenz: Du erkennst in Musikbeispielen einfache Formen der Mehrstimmigkeit und beschreibst sie nachvollziehbar.
- Singpraxis: Du kannst eine einfache Stimme halten, während eine andere Stimme gleichzeitig erklingt.
- Ensemblefähigkeit: Du achtest auf Einsätze, Tempo, Klangbalance, Lautstärke und gemeinsames Atmen.
- Stimmgesundheit: Du zeigst einen schonenden Umgang mit Deiner Stimme und kannst erklären, warum dies wichtig ist.
- Gestaltung: Du entwickelst oder bearbeitest ein kurzes mehrstimmiges Modell und begründest Deine musikalischen Entscheidungen.
- Reflexion: Du beschreibst, welche Übestrategien Dir beim Halten Deiner Stimme helfen und welche Schwierigkeiten noch bestehen.
OERs zum Thema
Weitere freie Materialien
- Wikimedia Commons: Suche nach freien Bildern, Noten und Tonbeispielen zu Chor, Singen, Stimme und Chormusik.
- Kanon in der Wikipedia: Wiederhole die Grundidee der zeitversetzten Nachahmung.
- Polyphonie in der Wikipedia: Vertiefe die Idee selbstständiger Stimmen.
- Homophonie in der Wikipedia: Vergleiche den akkordischen Satz mit polyphonen Strukturen.
Links
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