Konzeptkunst 2


Konzeptkunst 2
Einleitung
Konzeptkunst oder Conceptual Art ist eine zentrale Kunstrichtung der modernen Kunst und Gegenwartskunst, bei der die Idee, der Begriff oder die Handlungsanweisung wichtiger sein können als das fertige Kunstwerk als materielles Objekt. In diesem aiMOOC lernst Du, warum die Konzeptkunst die Frage „Was ist Kunst?“ radikal neu stellte, wie sie sich in die Kunstgeschichte einordnen lässt und welche Rolle Künstler wie Joseph Kosuth, Sol LeWitt, Lawrence Weiner und On Kawara spielen.
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Im Alltag wird der englische Ausdruck Concept Art manchmal auch für Entwurfsbilder in Film, Game Design oder Animation verwendet. In diesem Kurs geht es aber um Conceptual Art als kunsthistorische Konzeptkunst. Der Schwerpunkt liegt auf der Idee statt auf handwerklicher Virtuosität, auf Sprache statt Illusion, auf Dokumentation statt klassischem Meisterwerk und auf der aktiven Denkarbeit der Betrachterinnen und Betrachter.

Leitfrage: Kann ein Kunstwerk auch dann Kunst sein, wenn es vor allem aus einer Idee, einem Text, einer Regel oder einer Entscheidung besteht?
Überblick: Was bedeutet Konzeptkunst?
Konzeptkunst bezeichnet eine künstlerische Haltung, in der das Konzept eines Werkes im Zentrum steht. Die sichtbare Form kann sehr schlicht sein: ein Text an der Wand, eine Fotografie, ein Alltagsgegenstand, eine Karteikarte, ein Datum, eine Anweisung, eine Dokumentation oder eine temporäre Handlung. Entscheidend ist nicht zuerst, ob ein Werk schön, dekorativ oder technisch perfekt ist, sondern welche Frage es stellt und welche Denkvorgänge es auslöst.
Die Konzeptkunst entwickelte sich besonders in den 1960er und 1970er Jahren. Sie steht in Beziehung zu Minimal Art, Fluxus, Performancekunst, Land Art, institutioneller Kritik, Pop Art, Dadaismus und den Readymades von Marcel Duchamp. Viele Konzeptkünstlerinnen und Konzeptkünstler wollten die Grenzen des Kunstbegriffs untersuchen: Ist die Idee das Werk? Ist die Ausführung zweitrangig? Muss Kunst ein dauerhaftes Objekt sein? Wer ist Autorin oder Autor, wenn ein Werk nach einer Anleitung von anderen ausgeführt wird?
Merksatz: In der Konzeptkunst wird Kunst nicht nur angeschaut, sondern vor allem gedacht, gelesen, befragt und rekonstruiert.
Abgrenzung zu klassischen Kunstvorstellungen
In vielen traditionellen Gattungen der bildenden Kunst stehen Material, Komposition, Farbe, Technik, Stil und handwerkliche Ausführung im Vordergrund. Eine Renaissance-Malerei, eine Barock-Skulptur oder ein impressionistisches Gemälde wird oft über sichtbare Gestaltungsmittel beschrieben. Die Konzeptkunst verschiebt diesen Schwerpunkt. Sie fragt: Was passiert, wenn eine Idee, ein Begriff oder eine Regel wichtiger wird als Farbe, Leinwand oder Marmor?
Dabei lehnt Konzeptkunst das Materielle nicht vollständig ab. Vielmehr zeigt sie, dass auch scheinbar nebensächliche Formen wie Dokumente, Fotos, Texte, Listen, Diagramme und Installationsanweisungen künstlerisch bedeutsam sein können. Das Werk entsteht häufig im Zusammenspiel aus Sprache, Raum, Kontext, Betrachtung und Interpretation.
Die Rolle der Betrachterinnen und Betrachter
Konzeptuelle Werke sind oft absichtlich nüchtern. Sie wollen nicht immer sofort beeindrucken, sondern Aufmerksamkeit auf Denkprozesse lenken. Du wirst als Betrachterin oder Betrachter aktiv: Du vergleichst, ordnest, liest, zweifelst, interpretierst und stellst Fragen. Bei Kosuths Werk One and Three Chairs siehst Du zum Beispiel einen Stuhl, ein Foto eines Stuhls und eine Wörterbuchdefinition des Wortes „Stuhl“. Das Kunstwerk besteht nicht nur aus diesen drei sichtbaren Bestandteilen, sondern aus der Frage, wie Ding, Bild und Sprache zusammenhängen.

Kunsthistorische Einordnung
Vorläufer: Dadaismus und Readymade
Ein wichtiger Vorläufer der Konzeptkunst ist Marcel Duchamp. Mit seinen Readymades zeigte er, dass ein ausgewählter Alltagsgegenstand im Kontext der Kunst eine neue Bedeutung erhalten kann. Nicht die handwerkliche Herstellung stand im Vordergrund, sondern die künstlerische Entscheidung. Diese Idee wurde für spätere Konzeptkünstlerinnen und Konzeptkünstler grundlegend.
Auch der Dadaismus stellte traditionelle Vorstellungen von Kunst infrage. Dadaistische Werke arbeiteten mit Zufall, Ironie, Sprache, Collage und Anti-Kunst-Gesten. Die Konzeptkunst knüpfte daran an, indem sie den Kunstbegriff noch stärker theoretisch untersuchte.
Entstehung in den 1960er und 1970er Jahren
Die Konzeptkunst wurde besonders ab der Mitte der 1960er Jahre sichtbar. Viele Künstlerinnen und Künstler reagierten auf die Kommerzialisierung des Kunstmarktes, auf die Dominanz des musealen Objekts und auf die Erwartung, dass Kunst vor allem ein verkäufliches Einzelstück sein müsse. Stattdessen entstanden Werke, die als Anweisung, Dokumentation, Text, Fotografie, Künstlerbuch, Installation oder zeitlich begrenzte Handlung existierten.
Der Begriff Conceptual Art wurde mit einer neuen Auffassung von Autorschaft verbunden: Eine Idee kann geplant, beschrieben und anschließend von anderen ausgeführt werden. Dadurch wurde die Rolle der Handarbeit relativiert. Gleichzeitig entstanden neue Fragen: Wem gehört ein Werk, wenn es nur als Idee oder Zertifikat existiert? Wie konserviert man ein Wandbild, das nach einer Ausstellung übermalt wird? Wie stellt man ein Werk aus, das vor allem aus Sprache besteht?
Beziehung zu anderen Stilrichtungen
Konzeptkunst ist keine abgeschlossene Epoche mit klaren Grenzen. Sie ist eher eine Kunstrichtung, die sich mit anderen Strömungen überschneidet. Zur Minimal Art teilt sie die Reduktion auf einfache Formen und klare Strukturen. Mit Fluxus verbindet sie die Offenheit für Handlung, Prozess und Alltag. Mit Performancekunst teilt sie das Interesse an Ereignissen und Dokumentation. Mit Land Art teilt sie die Frage, ob ein Kunstwerk ortsgebunden, vergänglich oder nur über Fotos erfahrbar sein kann. Mit institutioneller Kritik verbindet sie die Untersuchung von Museen, Galerien, Machtverhältnissen und Kunstsystemen.
Zentrale Merkmale der Konzeptkunst
Idee statt Objekt
Das wichtigste Merkmal der Konzeptkunst ist die Vorrangstellung der Idee. Das sichtbare Werk kann schlicht, provisorisch oder austauschbar sein. Das bedeutet nicht, dass Form unwichtig ist. Die Form dient aber oft dazu, eine gedankliche Struktur sichtbar zu machen. Ein Stuhl, ein Foto, eine Definition oder ein Datum wird zum Ausgangspunkt für Fragen über Wirklichkeit, Darstellung und Bedeutung.
Sprache als künstlerisches Material
Viele Werke der Konzeptkunst verwenden Sprache nicht nur als Erklärung, sondern als eigentlichen Bestandteil des Kunstwerks. Wörter, Sätze, Definitionen, Anweisungen, Listen und Beschreibungen können Kunst sein. Sprache ist dabei nicht neutral: Sie formt, ordnet und begrenzt unsere Wahrnehmung. Wer ein konzeptuelles Textwerk liest, führt einen Teil des Kunstwerks im eigenen Denken aus.

Anweisung, Ausführung und Autorschaft
Bei vielen Konzeptwerken gibt es eine Trennung zwischen Konzept und Ausführung. Eine Künstlerin oder ein Künstler entwickelt eine Regel oder Anleitung. Die konkrete Realisierung kann an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit oder durch andere Personen erfolgen. Dadurch wird die Frage nach Autorschaft neu gestellt: Ist die Person, die die Idee formuliert, die eigentliche Autorin? Oder gehört die Ausführung ebenfalls zum Werk?
Dokumentation und Vergänglichkeit
Konzeptuelle Werke können vergänglich sein. Eine Performance, eine Handlung im öffentlichen Raum oder eine Wandzeichnung kann verschwinden. Fotos, Texte, Skizzen, Zertifikate und Berichte werden dann wichtig. Die Dokumentation ist nicht nur Beleg, sondern oft Teil der künstlerischen Aussage. Sie zeigt, dass Kunst nicht immer als dauerhaftes Objekt existieren muss.
Kritik am Kunstmarkt
Viele Konzeptkünstlerinnen und Konzeptkünstler kritisierten die Vorstellung, dass Kunst vor allem ein sammelbares Luxusobjekt sei. Wenn ein Werk aus einer Idee, einer Anleitung oder einer sprachlichen Setzung besteht, wird es schwieriger, Kunst ausschließlich als Ware zu verstehen. Gleichzeitig entwickelte der Kunstmarkt neue Formen des Sammelns, etwa Zertifikate, Editionen, Dokumente und Installationsrechte. Dadurch bleibt die Konzeptkunst auch ein gutes Beispiel für die Spannung zwischen Kunstkritik und Kunstsystem.
Bedeutende Künstler und Werke
Joseph Kosuth: One and Three Chairs
Joseph Kosuth gehört zu den wichtigsten Vertretern der Konzeptkunst. Sein Werk One and Three Chairs von 1965 besteht aus einem realen Stuhl, einer Fotografie dieses Stuhls und einer vergrößerten Wörterbuchdefinition des Wortes „chair“. Damit stellt Kosuth die Frage, wie ein Gegenstand, sein Bild und sein sprachlicher Begriff miteinander verbunden sind.
Dieses Werk ist besonders geeignet, um die Konzeptkunst zu verstehen. Es zeigt, dass Kunst nicht nur in der Herstellung eines schönen Objekts liegen muss, sondern in der Untersuchung von Bedeutung, Zeichen, Wahrnehmung und Sprache. Du kannst das Werk wie ein Denkmodell lesen: Was ist „wirklicher“ – der Gegenstand, das Bild oder die Definition?
Sol LeWitt: Die Idee als Maschine
Sol LeWitt prägte die Konzeptkunst durch seine theoretischen Texte und seine Wandzeichnungen. Viele seiner Werke bestehen aus Anweisungen, die von anderen Personen ausgeführt werden können. Die konkrete Wandzeichnung ist dann eine Realisierung einer Idee, nicht das einzige endgültige Original.
LeWitts Arbeiten machen deutlich, dass ein Kunstwerk wie ein System funktionieren kann. Eine Regel erzeugt Formen. Eine Anleitung wird in Linien, Farben oder geometrische Strukturen übersetzt. So wird die Grenze zwischen Kunst, Mathematik, Architektur und Algorithmus sichtbar.

Lawrence Weiner: Sprache im Raum
Lawrence Weiner machte Sprache zu einem zentralen Material seiner Kunst. Seine Textarbeiten erscheinen oft direkt auf Wänden, im öffentlichen Raum, in Büchern oder als grafisch gestaltete Schrift. Dabei ist der Text nicht nur Beschreibung eines Kunstwerks, sondern selbst das Werk oder eine mögliche Form des Werkes.
Weiners Kunst zeigt, dass ein Satz räumlich, visuell und gedanklich wirken kann. Wörter können eine Handlung beschreiben, eine Möglichkeit eröffnen oder eine Vorstellung erzeugen. Das Publikum vervollständigt das Werk, indem es den Text liest, innerlich vorstellt und mit dem konkreten Ort verbindet.
On Kawara: Zeit, Datum und Existenz
On Kawara ist besonders durch seine Date Paintings bekannt. Diese Werke zeigen ein Datum in klarer typografischer Form. Sie wirken zunächst einfach, verbinden aber persönliche Existenz, historische Zeit, Weltgeschehen, Erinnerung und Gegenwart. Ein Datum ist scheinbar objektiv, doch es verweist immer auf Leben, Ereignisse und Vergänglichkeit.

On Kawaras Kunst macht sichtbar, dass Zeit selbst ein künstlerisches Thema sein kann. Ein Datum kann ein Bild sein, ein Protokoll, eine Spur und eine Frage: Was bedeutet ein einzelner Tag? Was bleibt von gelebter Zeit sichtbar?
Analyse: Wie untersucht man Konzeptkunst?
Fragen an ein konzeptuelles Werk
Wenn Du ein Werk der Konzeptkunst analysierst, reicht es nicht, nur Farbe, Form und Material zu beschreiben. Du solltest auch die Idee, den Kontext und die Denkbewegung untersuchen. Hilfreiche Fragen sind: Welche Idee steht im Mittelpunkt? Welche Rolle spielt Sprache? Welche Regeln oder Anweisungen gibt es? Was muss das Publikum tun, um das Werk zu verstehen? Welche Kunstvorstellung wird kritisiert? Welche Beziehung gibt es zwischen Objekt, Dokumentation und Bedeutung?
Beispielanalyse: Stuhl, Bild und Begriff
Bei One and Three Chairs kannst Du drei Ebenen unterscheiden: den realen Gegenstand, das fotografische Abbild und die sprachliche Definition. Der Stuhl ist benutzbar, das Foto zeigt den Stuhl aus einer bestimmten Perspektive, die Definition ordnet das Wort „Stuhl“ sprachlich. Das Werk macht erfahrbar, dass unsere Wirklichkeit durch Dinge, Bilder und Wörter vermittelt wird.
Eine gute Analyse beschreibt deshalb nicht nur, was zu sehen ist. Sie erklärt, wie das Werk über Zeichen, Repräsentation, Wahrheit, Sprache und Kunstbegriff nachdenken lässt.
Konzeptkunst im Unterricht und Studium
Die Konzeptkunst eignet sich besonders für Kunstunterricht, Philosophie, Deutsch, Medienbildung und Kulturwissenschaft. Sie verbindet Kunstbetrachtung mit Begriffsklärung, Textanalyse, kritischem Denken und eigener künstlerischer Praxis. Lernende können eigene Anweisungswerke, Textinstallationen, Fotodokumentationen oder Alltagsobjekt-Experimente entwickeln.
Kontroversen und Kritik
„Das kann doch jeder“?
Ein häufiger Einwand gegen Konzeptkunst lautet: „Das kann doch jeder.“ Diese Reaktion ist wichtig, weil sie genau zu den Fragen führt, die Konzeptkunst auslöst. Wenn ein Werk einfach aussieht, bedeutet das nicht automatisch, dass seine Idee einfach ist. Ein konzeptuelles Werk kann handwerklich schlicht sein und trotzdem komplexe Fragen stellen.
Die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Wie schwer war die Herstellung?“, sondern auch: „Welche Erkenntnis ermöglicht das Werk?“ Konzeptkunst verschiebt den Wert von der technischen Ausführung zur gedanklichen Präzision.
Gefahr der Beliebigkeit
Konzeptkunst kann auch missverstanden werden. Nicht jede beliebige Idee ist automatisch ein überzeugendes Kunstwerk. Ein starkes konzeptuelles Werk braucht eine klare Fragestellung, eine stimmige Form, einen nachvollziehbaren Kontext und eine produktive Spannung zwischen Idee und Wahrnehmung. Gute Konzeptkunst ist nicht beliebig, sondern präzise.
Materialität bleibt wichtig
Obwohl Konzeptkunst die Idee betont, bleibt die materielle Erscheinung oft bedeutsam. Schriftgröße, Ort, Raum, Papier, Wand, Foto, Objekt, Licht, Dokumentation und Präsentationsform beeinflussen die Wirkung. Gerade die Spannung zwischen immaterieller Idee und konkreter Realisierung macht viele Werke interessant.
Konzeptkunst heute
Die Strategien der Konzeptkunst wirken bis in die Gegenwartskunst hinein. Viele heutige Werke arbeiten mit Archiven, Daten, Texten, Handlungsanweisungen, partizipativen Projekten, digitalen Prozessen oder gesellschaftlichen Untersuchungen. Auch in der Medienkunst und digitalen Kunst ist die Frage zentral, ob das Werk im Objekt, im Code, im Prozess, im Konzept oder in der Interaktion liegt.
Besonders spannend ist die Nähe zu algorithmischen Verfahren: Wenn eine Regel Bilder erzeugt, erinnert das an LeWitts Idee der Anweisung. Wenn ein Werk aus Sprache und Interpretation entsteht, wird auch die Verbindung zwischen Konzeptkunst, künstlicher Intelligenz, Prompt, Algorithmus und Autorschaft diskutierbar.
Kompetenzen
Nach diesem aiMOOC kannst Du Konzeptkunst kunsthistorisch einordnen, zentrale Merkmale erklären, Werke von Joseph Kosuth, Sol LeWitt, Lawrence Weiner und On Kawara analysieren, den Unterschied zwischen materieller Ausführung und künstlerischer Idee beschreiben, eigene konzeptuelle Arbeiten planen und kritisch beurteilen, wie Sprache, Dokumentation, Kontext und Publikum ein Kunstwerk mitgestalten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was steht in der Konzeptkunst häufig im Zentrum des Kunstwerks? (Die Idee oder das Konzept) (!Die perfekte Illusion von Raum) (!Die möglichst teure Materialwahl) (!Die naturgetreue Landschaftsdarstellung)
Wann wurde Konzeptkunst besonders als internationale Kunstrichtung sichtbar? (Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren) (!Vor allem im Mittelalter) (!Vor allem in der Antike) (!Vor allem im frühen Barock)
Welcher Künstler schuf das Werk One and Three Chairs? (Joseph Kosuth) (!Claude Monet) (!Michelangelo) (!Caspar David Friedrich)
Woraus besteht One and Three Chairs im Kern? (Aus Objekt Fotografie und Definition) (!Aus Fresko Marmor und Gold) (!Aus Landschaft Porträt und Stillleben) (!Aus Leinwand Öl und Rahmen)
Welcher Künstler ist besonders für Wandzeichnungen nach Anweisungen bekannt? (Sol LeWitt) (!Albrecht Dürer) (!Vincent van Gogh) (!Rembrandt van Rijn)
Was ist bei vielen Wall Drawings von Sol LeWitt besonders wichtig? (Werke entstehen nach vorher festgelegten Anweisungen) (!Werke müssen immer vom Künstler allein gemalt werden) (!Werke dürfen nie in Museen gezeigt werden) (!Werke bestehen immer aus Bronze)
Welches Material nutzt Lawrence Weiner besonders häufig als Kunstform? (Sprache) (!Marmor) (!Ölfarbe) (!Porzellan)
Womit beschäftigt sich On Kawara in seinen Date Paintings besonders? (Datum und Zeit) (!Mythologische Heldenszenen) (!Historische Schlachtenmalerei) (!Alpenlandschaften)
Warum sind Marcel Duchamps Readymades für die Konzeptkunst wichtig? (Sie zeigen die künstlerische Auswahl als Entscheidung) (!Sie beweisen die Überlegenheit der Ölmalerei) (!Sie ersetzen alle Formen von Sprache) (!Sie entstanden ausschließlich als Kirchenkunst)
Welche Frage passt besonders gut zur Konzeptkunst? (Was macht etwas zu Kunst) (!Wie erzielt man Zentralperspektive) (!Welche Farbe trocknet am langsamsten) (!Wie vergoldet man einen Rahmen)
Memory
| Konzeptkunst | Idee vor Objekt |
| Joseph Kosuth | One and Three Chairs |
| Sol LeWitt | Anweisung als Werk |
| Lawrence Weiner | Sprache als Material |
| On Kawara | Datum und Zeit |
| Readymade | Alltagsgegenstand als Kunst |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Joseph Kosuth | Stuhl Objekt Foto Definition |
| Sol LeWitt | Wandzeichnung nach Anleitung |
| Lawrence Weiner | Sprachbasierte Textarbeit |
| On Kawara | Datumsbild |
| Marcel Duchamp | Readymade |
Kreuzworträtsel
| Konzept | Was steht in der Konzeptkunst häufig vor der handwerklichen Ausführung? |
| Kosuth | Welcher Künstler schuf One and Three Chairs? |
| LeWitt | Welcher Künstler machte Anweisungen und Wandzeichnungen zu zentralen Werkformen? |
| Kawara | Welcher Künstler wurde mit Datumsbildern bekannt? |
| Sprache | Welches Material nutzt Lawrence Weiner besonders häufig? |
| Readymade | Wie heißt ein Kunstwerk aus einem ausgewählten Alltagsgegenstand? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Konzeptkunst erklären: Formuliere in eigenen Worten eine kurze Erklärung, warum in der Konzeptkunst die Idee wichtiger sein kann als das fertige Objekt.
- Drei Darstellungen: Wähle einen Alltagsgegenstand, fotografiere ihn und schreibe eine Definition dazu. Vergleiche danach Ding, Bild und Sprache.
- Text als Kunst: Gestalte einen kurzen Satz als Wandtext auf Papier und erkläre, warum die Platzierung die Wirkung verändert.
- Datumsbild: Erstelle ein eigenes Datumsbild zu einem für Dich wichtigen Tag und notiere, welche Erinnerung oder Frage damit verbunden ist.
Standard
- Werkvergleich: Vergleiche Joseph Kosuths One and Three Chairs mit einem klassischen Gemälde und arbeite heraus, wie unterschiedlich beide Kunst verstehen.
- Anweisungszeichnung: Schreibe eine präzise Anleitung für eine Zeichnung, die eine andere Person ausführt. Vergleicht anschließend Idee und Ergebnis.
- Kunstmarkt Kritik: Recherchiere, warum Konzeptkunst als Kritik am Kunstmarkt verstanden werden kann, und stelle Deine Ergebnisse in einem kurzen Vortrag vor.
- Sprache im Raum: Entwickle eine Textinstallation für einen Schulflur, eine Bibliothek oder einen öffentlichen Ort und begründe Wortwahl, Schriftgröße und Standort.
Schwer
- Kuratorisches Konzept: Plane eine kleine Ausstellung zur Konzeptkunst mit mindestens vier Stationen, passenden Werkbeispielen, Wandtexten und Vermittlungsfragen.
- Philosophischer Essay: Schreibe einen Essay zur Frage, ob eine Idee allein ein Kunstwerk sein kann, und beziehe mindestens zwei Künstlerbeispiele ein.
- Institutionelle Kritik: Untersuche, wie Museen, Galerien oder soziale Medien beeinflussen, was als Kunst gilt, und entwickle daraus ein eigenes konzeptuelles Projekt.
- Konzeptkunst und KI: Entwickle ein Werk, das aus einem Prompt, einer Regel oder einem Algorithmus besteht, und reflektiere, wer dabei Autorin oder Autor ist.


Lernkontrolle
- Transfer Kunstbegriff: Erkläre an einem selbst gewählten Alltagsgegenstand, wie er durch Kontext, Auswahl und Präsentation zum Kunstwerk werden könnte.
- Analyse Vergleich: Vergleiche ein konzeptuelles Werk mit einem Werk der Renaissance oder des Impressionismus und erläutere die unterschiedlichen Rollen von Technik, Idee und Publikum.
- Autorschaft begründen: Beurteile, ob Sol LeWitt als Autor eines Wall Drawings gilt, wenn andere Personen die Wandzeichnung ausführen.
- Sprache und Wahrnehmung: Zeige an einem Beispiel, wie Wörter unsere Wahrnehmung eines Gegenstandes verändern können.
- Dokumentation bewerten: Diskutiere, ob eine Fotodokumentation ein vergängliches Kunstwerk ersetzen kann oder nur eine Spur davon ist.
- Eigene Konzeptarbeit reflektieren: Entwickle ein kleines Konzeptkunstwerk und begründe, wie Idee, Material, Ort und Publikum zusammenwirken.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zur Konzeptkunst solltest Du die kunsthistorische Einordnung der Konzeptkunst darstellen, zentrale Merkmale wie Idee, Sprache, Anweisung, Dokumentation und Kontext erklären, mindestens zwei Werke sachgerecht analysieren, die Bedeutung von Joseph Kosuth, Sol LeWitt, Lawrence Weiner und On Kawara einordnen, eine eigene konzeptuelle Arbeit entwickeln, Deinen Arbeitsprozess dokumentieren und reflektieren, wie Dein Werk den Kunstbegriff befragt.
OERs zum Thema
Weiterführende Museums- und Lernquellen
- MoMA: Joseph Kosuth, One and Three Chairs
- Tate: Conceptual Art
- Smarthistory: Joseph Kosuth, One and Three Chairs
- Guggenheim Bilbao: Sol LeWitt, Wall Drawing 831
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