Gloria Gaynor - I am what I am


Gloria Gaynor - I am what I am
Gloria Gaynor - I am what I am

Einleitung
Gloria Gaynor - I am what I am verbindet Musical, Disco und eine klare Botschaft: Selbstannahme braucht keine Entschuldigung. Das Lied stammt aus dem Broadway-Musical La Cage aux Folles. Jerry Herman schrieb Musik und Text; in der Bühnenhandlung singt die Figur Albin die Nummer am Ende des ersten Aktes. Gloria Gaynor veröffentlichte 1983 eine Disco-Fassung, die den Theatersong in die Tanzkultur übertrug.[1]
Dein Hörauftrag: Achte beim ersten Hören nur auf den Weg von der persönlichen Aussage zur großen, öffentlich wirkenden Hymne. Beim zweiten Hören beobachtest Du Rhythmus, Dynamik, Instrumentation und Stimmführung.
Steckbrief
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Interpretin | Gloria Gaynor |
| Komponist und Textdichter | Jerry Herman |
| Ursprung | La Cage aux Folles, Broadway 1983 |
| Gaynor-Fassung | Disco-Single von 1983; später auf I Am Gloria Gaynor |
| Musikalische Funktion | Verwandlung einer dramatischen Bühnennummer in eine tanzbare Hymne |
| Chart-Besonderheit | Platz 13 in den britischen Singlecharts[2] |
| Zentrales Thema | Selbstakzeptanz, Würde, Sichtbarkeit und Pride |
Vom Broadway in den Club
Im Musical ist das Lied ein dramatischer Wendepunkt: Albin reagiert auf die Zumutung, seine Identität verbergen zu sollen. Die Disco-Fassung löst die Aussage aus der Handlung und macht sie für ein breites Publikum sing- und tanzbar. Gerade diese Verbindung von persönlicher Verletzlichkeit und öffentlicher Stärke ist eine Besonderheit des Songs.
| Bühnenfassung | Disco-Fassung |
|---|---|
| dramatische Figur in einer konkreten Szene | selbstständiger Popsong für Radio und Tanzfläche |
| theaterbezogene Steigerung | gleichmäßiger Beat und clubtauglicher Puls |
| Aussage aus der Rolle Albins | allgemeine Botschaft der Selbstbehauptung |
| Orchesterklang des Musicals | Disco-Produktion mit rhythmischer Verdichtung |
Musiksprache: So klingt die Selbstbehauptung

| Musikalischer Bereich | Hörbare Besonderheit | Wirkung |
|---|---|---|
| Metrum | stabiler 4/4-Takt | gut körperlich erfassbarer Tanzpuls |
| Four-on-the-floor | Bassdrum auf allen vier Grundschlägen | Vorwärtsbewegung und Gemeinschaftsgefühl |
| Form | strophische Abschnitte mit wiederkehrender Titelzeile als Hookline | hohe Wiedererkennbarkeit |
| Dynamik | zurückhaltender Beginn, später dichter und kraftvoller | Weg vom persönlichen Bekenntnis zur Hymne |
| Klangfarbe | kräftige Leadstimme, rhythmische Begleitung und orchestrale Farben | Verbindung von Disco und Musical |
| Phrasierung | deutliche Textakzente, lange Töne und markante Schlüsse | Entschlossenheit und Bühnenpräsenz |
Mini-Hörübung: Klopfe vier gleichmäßige Schläge pro Takt. Markiere jeden Schlag mit dem Fuß. Prüfe dann, wie die Bassdrum den gleichmäßigen Puls trägt und wie Stimme sowie Begleitinstrumente darüber größere Bögen bilden.
Stimme und Performance

Gloria Gaynor singt mit klarer Artikulation, tragfähiger Bruststimme, kontrolliertem Vibrato und zunehmend großer Dynamik. Entscheidend ist nicht nur Lautstärke: Die Wirkung entsteht auch durch Pausen, gedehnte Silben, Wiederholung und den Wechsel zwischen erzählender Nähe und öffentlicher Ansprache.
Performance-Frage: Welche Haltung, Gestik und Mimik lassen den Song selbstbewusst wirken? Trenne Deine Beobachtung von Deiner Bewertung.
Produktionsteam und Song-Besonderheiten
Gloria Gaynor ist eine Solokünstlerin, keine Band. Hinter der bekannten Disco-Produktion steht dennoch ein Team. Die veröffentlichte Extended-Fassung wird mit Produzent Joel Diamond, Arrangeur Marcus Barone und Mixer Shep Pettibone verbunden. Das Arrangement bewahrt die theatralische Steigerung, übersetzt sie aber in einen kontinuierlichen Tanzfluss.
- Musical trifft Disco: Bühnendramatik wird zur Clubenergie.
- Leiser Beginn, großer Schluss: Die zunehmende Klangdichte spiegelt wachsende Selbstgewissheit.
- Titel als Hook: Die kurze Titelzeile ist leicht merkbar und gemeinschaftlich singbar.
- Keine Liebesgeschichte im Zentrum: Der Song formuliert Selbstachtung statt romantischer Abhängigkeit.
- Mehrfacher Kontext: Er funktioniert als Musicalnummer, Popsong, Pride-Hymne und persönliches Mutlied.
Bedeutung, Pride und respektvolle Deutung

Das Lied wurde besonders in LGBTQIA+-Zusammenhängen zu einer Hymne. Sein Ursprung bleibt wichtig: Im Musical verteidigt ein schwuler Mann und Drag-Performer sein Recht, sichtbar zu sein. Zugleich können viele Menschen die Aussage auf eigene Erfahrungen mit Ausgrenzung, Selbstzweifel oder gesellschaftlichen Erwartungen beziehen. Eine gute Interpretation verbindet diese Offenheit mit Respekt vor dem queeren Entstehungskontext.
Hörkarte
| Zeitpunkt | Beobachtung | Fachbegriff |
|---|---|---|
| Beginn | Stimme und Begleitung wirken zunächst zurückgenommen | Intro, geringe Klangdichte |
| Übergang | Rhythmusgruppe stabilisiert den Puls | Beat, Groove |
| Hauptteil | Titelzeile kehrt wieder und bündelt die Aussage | Hookline, Wiederholung |
| Steigerung | Stimme und Arrangement gewinnen an Kraft | Crescendo, Verdichtung |
| Schlusswirkung | Wiederholung macht aus der Einzelaussage ein gemeinsames Bekenntnis | Hymne, kollektive Wirkung |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Aus welchem Musical stammt der Song ursprünglich? (La Cage aux Folles) (!Cats) (!Hair) (!West Side Story)
Wer schrieb Musik und Text des ursprünglichen Songs? (Jerry Herman) (!Gloria Gaynor) (!Shep Pettibone) (!Harvey Fierstein)
Welche Funktion hat das Lied in der ursprünglichen Bühnenfassung? (Abschlussnummer des ersten Aktes) (!Eröffnungsnummer des zweiten Aktes) (!Instrumentales Zwischenspiel) (!Tanznummer ohne Text)
Welchem Stil ist Gloria Gaynors bekannte Fassung vor allem zuzuordnen? (Disco) (!Reggae) (!Punk) (!Bluegrass)
Welches Metrum prägt die Disco-Fassung? (Vierertakt) (!Dreiertakt) (!Fünfertakt) (!Freier Takt ohne Puls)
Was bedeutet Four-on-the-floor? (Bassdrum auf jedem Grundschlag) (!Snare nur am Taktanfang) (!Melodie ohne Begleitung) (!Wechselnde Taktarten in jedem Abschnitt)
Welche Entwicklung ist für das Arrangement besonders charakteristisch? (Vom zurückhaltenden Beginn zur kraftvollen Steigerung) (!Vom schnellen Beginn zum völligen Stillstand) (!Von einer Fuge zu einem Walzer) (!Von einem Gitarrensolo zu einem Marsch)
Warum wurde der Song zu einer Pride-Hymne? (Er verbindet Selbstannahme mit Sichtbarkeit) (!Er beschreibt eine Sportmeisterschaft) (!Er wirbt für ein Reiseziel) (!Er erzählt eine Detektivgeschichte)
In welchem Jahr erschien Gloria Gaynors Disco-Single? (1983) (!1963) (!1993) (!2003)
Welche britische Spitzenposition erreichte Gloria Gaynors Single? (Platz 13) (!Platz 1) (!Platz 47) (!Platz 100)
Memory
| Jerry Herman | Musik und Liedtext |
| Gloria Gaynor | Disco-Interpretation |
| La Cage aux Folles | Ursprungsmusical |
| Albin | Bühnenfigur des Originals |
| Four-on-the-floor | Bassdrum auf vier Schlägen |
| Hookline | wiederkehrende Titelphrase |
| Crescendo | allmähliche Steigerung |
| Pride | sichtbare Selbstakzeptanz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Hörmerkmal |
|---|---|
| Intro | zurückgenommener Beginn |
| Beat-Einsatz | stabiler Tanzpuls |
| Bassdrum | Akzent auf jedem Grundschlag |
| Hookline | wiederkehrende Titelzeile |
| Crescendo | wachsende Lautstärke und Klangdichte |
Kreuzworträtsel
| Herman | Wer schrieb Musik und Text des Songs? |
| Disco | Welcher Tanzmusikstil prägt Gaynors Fassung? |
| Albin | Welche Musicalfigur singt das Lied ursprünglich? |
| Broadway | Wo wurde das Musical 1983 uraufgeführt? |
| Hookline | Wie heißt eine besonders einprägsame wiederkehrende Liedzeile? |
| Akzeptanz | Welcher Wert steht im Zentrum der Songbotschaft? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beat markieren: Höre die Disco-Fassung und zeichne für acht Takte vier gleichmäßige Grundschläge ein.
- Dynamikkurve: Zeichne eine Linie, die den Weg vom ruhigen Beginn zur größten Klangfülle zeigt.
- Stimmfarbe beschreiben: Sammle fünf passende Adjektive und belege jedes mit einer konkreten Hörstelle.
- Cover gestalten: Entwirf ein neues quadratisches Single-Cover, das Selbstakzeptanz ohne Textzitat sichtbar macht.
Standard
- Versionsvergleich: Vergleiche die Musical- und Disco-Fassung in einer Tabelle zu Tempoempfinden, Instrumentation, Stimme und Wirkung.
- Formdiagramm: Erstelle eine Zeitleiste mit Intro, Beat-Einsatz, wiederkehrender Hookline, Steigerung und Schluss.
- Performanceanalyse: Untersuche in einem Livevideo Haltung, Gestik, Blickkontakt und Bühnenraum.
- Disco-Arrangement: Produziere mit Stimme, Bodypercussion oder Musiksoftware ein 30-sekündiges Four-on-the-floor-Arrangement.
Schwer
- Genre-Transfer: Plane eine Version als Ballade, Rocksong oder Hip-Hop-Track und begründe jede musikalische Veränderung.
- Kontextanalyse: Erkläre, wie sich die Bedeutung verändert, wenn das Lied im Musical, im Club oder bei einer Pride-Veranstaltung erklingt.
- Podcastproduktion: Gestalte einen fünfminütigen Podcast über den Weg des Songs vom Broadway zur Hymne.
- Musikvideo-Storyboard: Entwickle sechs Einstellungen, die den Übergang von Verbergen zu Sichtbarkeit musikalisch und filmisch umsetzen.


Lernkontrolle
- Arrangement und Aussage: Begründe, warum ein gleichmäßiger Disco-Beat eine Botschaft von Selbstbehauptung verstärken kann, obwohl der Text ursprünglich aus einer konfliktreichen Theaterszene stammt.
- Dynamik als Dramaturgie: Entwickle zwei unterschiedliche Dynamikverläufe für den Song und erkläre, wie sich dadurch seine emotionale Wirkung verändert.
- Kontextwechsel: Vergleiche die Wirkung des Liedes in einem Theater, auf einer Tanzfläche und bei einer Schulveranstaltung. Berücksichtige Publikum, Raum und Anlass.
- Respektvolle Interpretation: Formuliere Regeln für eine Aufführung, die den queeren Ursprung würdigt und dennoch persönliche Zugänge aller Beteiligten ermöglicht.
- Musikalischer Transfer: Wähle einen anderen Song über Selbstbestimmung und vergleiche Hookline, Rhythmus, Stimme und gesellschaftlichen Kontext.
- Produktion entscheiden: Entscheide, welche drei Klangmittel in einer heutigen Neuaufnahme unverzichtbar wären, und verteidige Deine Auswahl mit Fachbegriffen.
Lernnachweis
- Höranalyse: Du erkennst und beschreibst Metrum, Four-on-the-floor, Hookline, Dynamik, Klangfarbe und Phrasierung.
- Formverständnis: Du stellst den musikalischen Aufbau in einer nachvollziehbaren Hörkarte dar.
- Versionsvergleich: Du unterscheidest Musicalfunktion und Disco-Produktion anhand konkreter Hörbelege.
- Kontextkompetenz: Du erklärst den Zusammenhang von Selbstakzeptanz, queerer Geschichte und öffentlicher Wirkung.
- Gestaltungsleistung: Du entwickelst eine eigene musikalische oder mediale Interpretation und begründest Deine Entscheidungen.
- Fachsprache: Du verwendest musikalische Begriffe korrekt und verständlich.
OERs zum Thema
- Wikimedia Commons: Gloria Gaynor
- Internet Broadway Database: Originalproduktion
- Official Charts: Chartverlauf
- Wikipedia: Four-on-the-floor
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