Gertie the Dinosaur - Winsor McCay 1914


Gertie the Dinosaur - Winsor McCay 1914
Einleitung
GERTIE THE DINOSAUR ist ein US-amerikanischer Kurzfilm von Winsor McCay aus dem Jahr 1914. Der Film ist ein schwarzweißer Stummfilm mit einer Laufzeit von etwa 12 Minuten und verbindet handgezeichnete Animation mit Realfilmaufnahmen. Im Zentrum steht die Dinosaurierfigur Gertie, die nicht nur als bewegte Zeichnung erscheint, sondern als eigenwilliger, verspielter und emotional reagierender Charakter. Damit ist der Film ein Schlüsselwerk der frühen Animation, besonders für Character Design, Character Animation und die Entwicklung der Pose-to-pose-Methode.

Der Film ist nicht der erste Animationsfilm überhaupt. Vor ihm gab es bereits Experimente von Künstlern wie J. Stuart Blackton, Émile Cohl und auch McCays eigene Filme Little Nemo und How a Mosquito Operates. Neu und besonders einflussreich war jedoch, dass Gertie als erkennbare Persönlichkeit gestaltet wurde. Sie bewegt sich nicht nur mechanisch, sondern atmet, zögert, reagiert auf Befehle, wird trotzig, zeigt Scham, freut sich und sucht Aufmerksamkeit. Dadurch wurde Gertie zu einer frühen Vorlage für spätere animierte Figuren wie Felix the Cat, Micky Maus oder andere Stars des Zeichentricks.
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Basisdaten zum Film
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Originaltitel | Gertie the Dinosaur |
| Regie | Winsor McCay |
| Produktionsland | USA |
| Erscheinungsjahr | 1914 |
| Filmart | Stummfilm, Schwarzweißfilm, Kurzfilm, Animationsfilm |
| Laufzeit | etwa 12 Minuten |
| Besonderheit | Verbindung von Realfilm und Zeichentrickfilm sowie frühe Character Animation |
| Zentrale Aspekte | Character Design, Pose-to-pose-Methode, Dinosaurier, Filmgeschichte |
Historischer Kontext
Um 1914 war der Film noch ein junges Medium. Das Kino entwickelte sich aus Jahrmarktsattraktionen, wissenschaftlichen Vorführungen, Vaudeville-Programmen und frühen Erzählfilmen. Auch die Animation war noch nicht industriell organisiert. Viele frühe Trickfilme wirkten wie kurze Zaubertricks: Linien entstanden scheinbar von selbst, Figuren verwandelten sich, Gegenstände verschwanden oder bewegten sich unerwartet.
Winsor McCay kam aus der Welt der Karikatur, der Zeitungsillustration und des Comics. Er war bereits durch seine detailreichen Bildwelten in Little Nemo in Slumberland bekannt. Seine Stärke lag in präziser Linienführung, räumlicher Fantasie und der Fähigkeit, Figuren in fantastischen Welten glaubwürdig erscheinen zu lassen. Diese Fähigkeiten übertrug er auf den Film.

Gertie the Dinosaur entstand in einer Zeit, in der Dinosaurier im öffentlichen Bewusstsein immer populärer wurden. Museen stellten große Skelette aus, besonders langhalsige Sauropoden wie der damals oft so genannte Brontosaurus. Gertie ist keine wissenschaftlich genaue Rekonstruktion nach heutigem Forschungsstand, sondern eine fantasievolle, bühnenwirksame und liebenswerte Figur, die aus dem Staunen über prähistorische Tiere entstanden ist.
Handlung
Die Kinofassung beginnt mit einer Realfilm-Rahmenhandlung. Winsor McCay besucht mit Freunden ein Naturkundemuseum. Dort sehen sie ein großes Dinosaurierskelett. McCay wettet, dass er den Dinosaurier durch gezeichnete Bilder wieder zum Leben erwecken könne. Anschließend zeigt die Rahmenhandlung die mühevolle Arbeit an tausenden Einzelzeichnungen.
Im animierten Teil erscheint Gertie in einer Felsenlandschaft mit See. Sie wird von McCay wie ein dressiertes Tier angesprochen, aber sie ist kein passives Objekt. Sie reagiert eigensinnig auf Befehle, hebt ihre Füße, verbeugt sich, tanzt, frisst, trinkt Wasser und zeigt Gefühle. McCay tritt mit ihr in einen Dialog, der in der Kinofassung über Zwischentitel vermittelt wird. Am Ende scheint McCay selbst in die animierte Welt einzutreten und von Gertie getragen zu werden.

Die Handlung ist einfach, aber filmgeschichtlich sehr wichtig. Sie verbindet drei Ebenen: die reale Person des Künstlers, die sichtbare Arbeit des Zeichnens und die Illusion einer lebendigen Figur. Dadurch wird Animation nicht nur als Trick gezeigt, sondern als Kunstform, die eine Beziehung zwischen Publikum, Künstler und Figur herstellen kann.
Character Design: Warum Gertie wie eine Figur wirkt
Character Design bedeutet, dass eine Figur so gestaltet wird, dass Form, Bewegung, Ausdruck und Verhalten zusammenpassen. Gertie ist nicht nur ein Dinosaurierbild. Sie besitzt eine wiedererkennbare Silhouette, große Körperformen, weiche Linien, ein kindlich wirkendes Gesicht und eine Körpersprache, die sofort verständlich ist. Ihr Design ist so angelegt, dass sie schwer und riesig wirkt, aber zugleich freundlich und verletzlich erscheint.

Gerties Persönlichkeit entsteht durch mehrere Gestaltungsmittel. Ihre Bewegungen sind langsam genug, um Masse und Gewicht zu zeigen. Kleine Reaktionen wie Zögern, Kopfsenken oder Zurückweichen vermitteln Emotionen. Wenn sie weint oder trotzig reagiert, versteht das Publikum die Situation ohne gesprochene Dialoge. Genau dadurch wird sie zu einer frühen Form der Character Animation.
Wichtig ist auch der Kontrast zwischen Gertie und McCay. McCay tritt als Dompteur, Zeichner und Erzähler auf. Gertie dagegen ist zugleich Tier, Kind, Bühnenpartnerin und animierte Erfindung. Die Komik entsteht daraus, dass sie sich nicht vollständig kontrollieren lässt. Sie befolgt Befehle, aber sie widersetzt sich auch. Diese Mischung aus Kontrolle und Eigenleben macht sie glaubwürdig.
Pose-to-pose-Methode
Die Pose-to-pose-Methode ist ein Grundprinzip der Animation. Dabei werden zuerst die wichtigsten Posen einer Bewegung festgelegt. Diese Posen markieren Anfang, Höhepunkt, Wendepunkt und Ende einer Aktion. Danach werden die Zwischenbilder ergänzt, die eine flüssige Bewegung erzeugen. In der englischsprachigen Animation spricht man von Keyframes und Inbetweens.
Bei Gertie the Dinosaur ist dieses Prinzip besonders wichtig, weil Gertie nicht nur irgendwohin gleitet, sondern erkennbar Gewicht verlagert, atmet, den Kopf senkt, den Körper dreht und auf Ereignisse reagiert. McCay plante Bewegungen über markante Körperhaltungen. Dadurch konnte er Timing, Ausdruck und Lesbarkeit besser kontrollieren.

Die Methode ist bis heute wichtig. Auch digitale Animationsprogramme arbeiten häufig mit Schlüsselposen. Moderne Animationssoftware berechnet zwar viele Zwischenphasen automatisch, aber die künstlerische Entscheidung über Haltung, Rhythmus, Ausdruck und Timing bleibt zentral. Gertie zeigt deshalb ein frühes Prinzip, das in der heutigen Computeranimation immer noch erkennbar ist.
Realfilm und Animation
Eine Besonderheit des Films ist die Verbindung von Realfilm und Animation. Die Realfilm-Rahmenhandlung zeigt McCay und seine Freunde in einer scheinbar alltäglichen Situation. Dadurch wirkt die spätere Animation wie das Ergebnis einer konkreten künstlerischen Leistung. Das Publikum sieht nicht nur das Wunder der Bewegung, sondern auch die Idee, dass hinter diesem Wunder viele Zeichnungen, Arbeitsschritte und Planung stehen.
In der ursprünglichen Bühnenfassung trat McCay live neben der Leinwand auf und interagierte mit Gertie. Er gab ihr Befehle, warf ihr scheinbar etwas zu und verschwand am Ende scheinbar in der Leinwand. Die Kinofassung musste diese Bühnensituation ersetzen. Deshalb wurden Realfilmsequenzen und Zwischentitel ergänzt. Dadurch wurde aus einem Vaudeville-Act ein vorführbarer Kinofilm.
Diese Verbindung ist für die Medienbildung interessant. Sie zeigt, dass Film nicht nur aus Bildern besteht, sondern aus einer Inszenierung. Das Publikum wird gelenkt: Es soll glauben, dass eine Zeichnung ein Wesen mit Absichten ist. Die Grenze zwischen Künstler, Figur, Bühne und Leinwand wird spielerisch überschritten.
Dinosaurierbild und Wissenschaft
Gertie erinnert an einen langhalsigen Sauropoden, besonders an das historische Bild des Brontosaurus. Heute wird die wissenschaftliche Einordnung von Dinosauriern differenzierter betrachtet. Gertie ist deshalb kein modernes paläontologisches Modell, sondern ein kulturelles Dinosaurierbild der frühen Filmgeschichte. Ihr Körper ist rundlich, weich und bühnenwirksam gestaltet. Sie wirkt nicht bedrohlich, sondern neugierig und verspielt.
Das ist bedeutsam, weil Gertie die Vorstellung von Dinosauriern im populären Kino mitprägte. Spätere Dinosaurierfilme nutzten sehr unterschiedliche Darstellungen: Monster, Naturwunder, wissenschaftliche Rekonstruktionen oder sympathische Figuren. Gertie steht am Anfang einer langen Verbindung zwischen Paläontologie, Popkultur und Filmgeschichte.
Wirkung und Bedeutung
Gertie the Dinosaur gilt als Meilenstein, weil der Film zeigt, dass animierte Figuren mehr sein können als technische Effekte. Gertie wird als Figur wahrgenommen, mit der das Publikum mitfühlen kann. Diese Idee beeinflusste die weitere Entwicklung des Animationsfilms stark.
Die Bedeutung liegt in mehreren Bereichen. Erstens zeigt der Film eine frühe Form von Character Design. Zweitens nutzt er geplante Schlüsselposen und Zwischenzeichnungen, also ein Verfahren, das der Pose-to-pose-Methode entspricht. Drittens verbindet er Realfilm, Bühne und Zeichentrick. Viertens zeigt er, wie Dinosaurier schon früh zu populären Filmfiguren wurden.
Der Film wurde 1991 in das National Film Registry der Library of Congress aufgenommen. Diese Aufnahme unterstreicht seine kulturelle und filmhistorische Bedeutung. Für den Unterricht eignet sich der Film besonders, weil er zugleich kurz, anschaulich und reich an Analysefragen ist: Wie entsteht Persönlichkeit? Wie wird Bewegung lesbar? Wie arbeitet Film mit Illusion? Wie verändert Technik die Kunst?
Analyseleitfragen für den Unterricht
- Figurenanalyse: Welche Gesten, Posen und Reaktionen lassen Gertie lebendig erscheinen?
- Filmtechnik: Wie verbindet der Film Realfilmaufnahmen, Zeichnungen und Zwischentitel?
- Animationsprinzip: Wo erkennst Du Schlüsselposen, Zwischenbewegungen, Timing und Wiederholung?
- Mediengeschichte: Warum ist Gertie kein bloßer Trickeffekt, sondern eine frühe Figur mit Persönlichkeit?
- Dinosaurierbild: Was verrät Gerties Gestaltung über die Vorstellungen von Dinosauriern im frühen 20. Jahrhundert?
- Rezeption: Warum konnte eine gezeichnete Figur ein Publikum so stark beeindrucken?
Fachbegriffe
- Character Design: Gestaltung einer Figur durch Form, Silhouette, Gesicht, Körperbau, Haltung, Bewegungsstil und Wiedererkennbarkeit.
- Character Animation: Animation, bei der eine Figur nicht nur bewegt wird, sondern Gefühle, Absichten und Persönlichkeit zeigt.
- Pose-to-pose-Methode: Animationsmethode, bei der zuerst Hauptposen geplant und danach Zwischenbilder ergänzt werden.
- Keyframe: Wichtiges Schlüsselbild einer Bewegung, das eine zentrale Pose oder einen Wendepunkt festlegt.
- Inbetweening: Zeichnen oder Erzeugen der Zwischenbilder zwischen wichtigen Posen.
- Timing: Zeitliche Gestaltung einer Bewegung, damit Gewicht, Tempo, Komik oder Emotion verständlich werden.
- Squash and Stretch: Animationsprinzip, bei dem Formen elastisch verändert werden, um Bewegung und Gewicht zu verdeutlichen.
- Stummfilm: Film ohne synchron aufgenommenen gesprochenen Ton, häufig mit Zwischentiteln und Musikbegleitung.
- Vaudeville: Unterhaltungsform mit gemischten Bühnenprogrammen, in denen Musik, Komik, Akrobatik und Vorführungen kombiniert wurden.
- Sauropoden: Gruppe langhalsiger pflanzenfressender Dinosaurier, zu denen unter anderem Apatosaurus und historisch Brontosaurus gezählt werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer schuf Gertie the Dinosaur? (Winsor McCay) (!Walt Disney) (!Émile Cohl) (!Max Fleischer)
In welchem Jahr erschien Gertie the Dinosaur? (1914) (!1905) (!1928) (!1937)
Welche Kombination prägt die Kinofassung von Gertie the Dinosaur besonders? (Realfilmaufnahmen und handgezeichnete Animation) (!Farbfilm und Tonfilm) (!Stop-Motion und Computeranimation) (!Dokumentarfilm und Nachrichtenfilm)
Warum gilt Gertie als Meilenstein der Animation? (Weil sie als Figur mit Persönlichkeit gestaltet ist) (!Weil sie der erste Tonfilm der Welt ist) (!Weil sie vollständig digital animiert wurde) (!Weil sie ausschließlich aus Fotografien besteht)
Was beschreibt die Pose-to-pose-Methode am besten? (Zuerst werden Hauptposen geplant und danach Zwischenbilder ergänzt) (!Jede Zeichnung wird ohne Planung zufällig angefertigt) (!Eine Kamera filmt nur echte Tiere in Bewegung) (!Figuren werden nur durch Farbe voneinander unterschieden)
In welchem Aufführungskontext wurde Gertie ursprünglich eingesetzt? (Vaudeville) (!Fernsehserie) (!Videospiel) (!Musicalfilm der 1950er Jahre)
An welches Dinosaurierbild erinnert Gertie besonders? (Brontosaurus) (!Tyrannosaurus) (!Triceratops) (!Stegosaurus)
Was macht Gerties Bewegung überzeugend? (Gewicht, Atmung, Timing und Reaktionen) (!Schnelle Schnitte ohne erkennbare Figur) (!Zufällige Kamerabewegungen) (!Ausschließlich geschriebene Erklärungen)
Welche Funktion hat die Realfilm-Rahmenhandlung? (Sie erklärt die Wette und die Entstehung der Animation) (!Sie ersetzt alle Zeichnungen durch echte Dinosaurier) (!Sie macht den Film zu einem Nachrichtenbericht) (!Sie entfernt die Figur Gertie aus der Handlung)
Welche Aussage ist korrekt? (Gertie the Dinosaur ist nicht der erste Animationsfilm, aber ein Schlüsselwerk der Charakteranimation) (!Gertie the Dinosaur ist ein moderner Computeranimationsfilm) (!Gertie the Dinosaur wurde von Walt Disney im Tonfilmformat produziert) (!Gertie the Dinosaur zeigt keine gezeichnete Figur)
Memory
| Winsor McCay | Schöpfer von Gertie |
| Gertie | Dinosaurierfigur mit Persönlichkeit |
| Keyframe | Hauptpose einer Bewegung |
| Inbetweening | Zwischenzeichnung |
| Vaudeville | Bühnenform mit Live-Interaktion |
| Brontosaurus | Historisches Vorbild des Dinosaurierbildes |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Character Design | Gestaltung von Form, Silhouette und Persönlichkeit |
| Keyframe | Wichtige Hauptpose einer Bewegung |
| Inbetweening | Zwischenbilder für flüssige Bewegung |
| Realfilm | Gefilmte Rahmenhandlung mit echten Personen |
| Vaudeville | Bühnenkontext mit direkter Publikumswirkung |
Kreuzworträtsel
| McCay | Wer schuf Gertie the Dinosaur? |
| Gertie | Wie heißt die Dinosaurierfigur? |
| Vaudeville | In welchem Bühnenkontext wurde Gertie zuerst eingesetzt? |
| Keyframes | Wie nennt man wichtige Hauptbilder einer Bewegung? |
| Brontosaurus | An welchem langhalsigen Dinosaurierbild orientierte sich Gertie? |
| Charakter | Was besitzt Gertie im Unterschied zu vielen frühen Trickeffekten? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Beobachtungsprotokoll: Schaue Dir eine Szene mit Gertie an und notiere fünf Bewegungen, die sie lebendig wirken lassen.
- Figurensteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Gertie mit Aussehen, Verhalten, Stärken, Schwächen und Wirkung auf das Publikum.
- Silhouette: Zeichne Gertie nur als schwarze Umrissform und prüfe, ob die Figur trotzdem wiedererkennbar bleibt.
- Szenenbeschreibung: Beschreibe die Museums- und Wettszene in eigenen Worten und erkläre, warum sie die Animation vorbereitet.
Standard
- Pose-to-pose-Animation: Erstelle ein Mini-Flipbook mit mindestens zwölf Bildern, in dem eine Figur zuerst über drei Hauptposen geplant wird.
- Character Design Analyse: Untersuche Gerties Körperform, Gesicht, Haltung und Bewegungen und erkläre, wie daraus Persönlichkeit entsteht.
- Storyboard: Zeichne ein Storyboard, das eine heutige Begegnung zwischen einer realen Person und einer animierten Figur zeigt.
- Interview: Befrage drei Personen, ob sie Gertie sympathisch finden, und werte aus, welche Gesten oder Szenen dafür verantwortlich sind.
Schwer
- Filmanalyse: Vergleiche Gertie mit einer modernen animierten Figur und analysiere Gemeinsamkeiten in Silhouette, Timing und emotionalem Ausdruck.
- Animationsgeschichte: Erstelle eine Präsentation über die Entwicklung vom frühen Zeichentrick bis zur digitalen Keyframe-Animation.
- Medienexperiment: Inszeniere eine kurze Live-Interaktion mit einer projizierten oder gezeichneten Figur und reflektiere die Illusion.
- Dinosaurierbild: Vergleiche Gerties Gestaltung mit heutigen wissenschaftlichen Dinosaurierrekonstruktionen und erkläre die Unterschiede zwischen Forschung und Popkultur.


Lernkontrolle
- Transferaufgabe: Erkläre, warum Gertie nicht nur als bewegte Zeichnung, sondern als Figur mit eigener Persönlichkeit wahrgenommen wird.
- Vergleichsanalyse: Vergleiche die Pose-to-pose-Methode mit einer ungeplanten Bild-für-Bild-Arbeitsweise und bewerte die Vor- und Nachteile.
- Medienreflexion: Analysiere, wie die Realfilm-Rahmenhandlung die Glaubwürdigkeit der Animation steigert.
- Anwendungsaufgabe: Entwirf eine eigene animierte Figur und beschreibe, welche drei Designentscheidungen ihre Persönlichkeit sichtbar machen.
- Historische Einordnung: Begründe, warum ein Film aus dem Jahr 1914 heute noch für Animations-, Film- und Medienbildung relevant ist.
- Kritische Bewertung: Diskutiere, warum Gertie wissenschaftlich kein modernes Dinosauriermodell ist, aber kulturgeschichtlich dennoch bedeutsam bleibt.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu Gertie the Dinosaur solltest Du zeigen, dass Du den Film nicht nur nacherzählen, sondern analysieren und übertragen kannst.
- Filmanalyse: Du beschreibst mindestens eine Szene genau und deutest Bewegung, Timing, Gestik und Wirkung.
- Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Character Design, Character Animation, Keyframe, Inbetweening und Pose-to-pose-Methode korrekt.
- Historische Einordnung: Du erklärst, warum der Film im frühen 20. Jahrhundert innovativ war.
- Praktische Umsetzung: Du erstellst eine kleine eigene Animationsübung, ein Flipbook, Storyboard oder eine Bewegungsstudie.
- Reflexion: Du beurteilst, was Gertie heutigen Animationsfiguren vorausnimmt und wo sie sich deutlich von moderner Animation unterscheidet.
- Präsentation: Du stellst Deine Ergebnisse nachvollziehbar vor und nutzt passende Beispiele aus dem Film.
OERs zum Thema
Quellen und Vertiefung
- Gertie the Dinosaur in der deutschsprachigen Wikipedia: Überblick über Handlung, Produktion, Rezeption und Auszeichnungen.
- Wikimedia Commons: Gertie the Dinosaur: Freie Bild- und Videodateien zum Film und zur Figur.
- Wikimedia Commons: Filmdatei Gertie the Dinosaur: Gemeinfreie Filmfassung.
- Library of Congress: National Film Registry Listing: Nachweis der Aufnahme von Gertie the Dinosaur in das National Film Registry.
- Library of Congress: Essay zu Gertie the Dinosaur: Vertiefende filmhistorische Einordnung.
Links
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