Friedrich Wilhelm Joseph Schellings Philosophie - Natur Freiheit und das Absolute


Friedrich Wilhelm Joseph Schellings Philosophie - Natur Freiheit und das Absolute
Einleitung
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775–1854) gehört zu den wichtigsten Denkern des Deutschen Idealismus. Seine Philosophie kreist um eine große Leitfrage: Wie lassen sich Natur, Geist, Freiheit und das Absolute so verstehen, dass sie nicht als voneinander getrennte Bereiche erscheinen, sondern als zusammenhängende Wirklichkeit? Schelling sucht nach einer Einheit, die nicht einfach alles gleichmacht, sondern Gegensätze wie Subjekt und Objekt, Bewusstsein und Natur, Notwendigkeit und Freiheit in ihrer Spannung begreifbar macht.
Schellings Denken ist besonders anspruchsvoll, weil es sich im Laufe seines Lebens mehrfach verändert. Er beginnt unter dem Einfluss von Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte, entwickelt dann eine eigenständige Naturphilosophie, formuliert eine Identitätsphilosophie des Absoluten, wendet sich in der Freiheitsschrift von 1809 dem Problem von Freiheit, Bösem und Gott zu und arbeitet später an einer Philosophie der Mythologie und Philosophie der Offenbarung. In diesem aiMOOC lernst Du, Schellings Grundgedanken zu verstehen, seine Begriffe zu unterscheiden und seine Aktualität kritisch zu prüfen.

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Überblick: Schelling im Deutschen Idealismus
Historischer Kontext
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wurde 1775 in Leonberg geboren und starb 1854 in Bad Ragaz. Er studierte im Tübinger Stift gemeinsam mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Hölderlin. Diese drei werden häufig als die „Tübinger Drei“ bezeichnet. Sie teilten die Begeisterung für Aufklärung, Französische Revolution, Kantische Philosophie und die Frage, wie Vernunft, Freiheit und Geschichte zusammenhängen.
Der Deutsche Idealismus entsteht aus der Auseinandersetzung mit Immanuel Kant. Kant hatte gezeigt, dass Erkenntnis nicht einfach ein passives Abbild der Welt ist, sondern durch Formen des menschlichen Bewusstseins mitgestaltet wird. Johann Gottlieb Fichte radikalisierte diesen Gedanken und stellte das Ich in den Mittelpunkt. Schelling widersprach einer einseitigen Orientierung am Ich: Für ihn ist Natur nicht bloß ein Gegenstand des Bewusstseins, sondern ein eigenständiger, produktiver Prozess. Geist ist nicht gegen Natur gerichtet, sondern aus Natur hervorgehend.

Schellings Grundfrage
Schellings Philosophie kann als Suche nach Einheit in der Differenz verstanden werden. Er fragt: Wie kann es sein, dass wir Menschen uns als freie, denkende Wesen erleben und doch zugleich Teil der Natur sind? Wie kann Natur mehr sein als tote Materie? Wie kann Freiheit möglich sein, wenn die Welt gesetzmäßig erscheint? Und wie kann das Absolute gedacht werden, ohne es zu einem normalen Gegenstand unter anderen Gegenständen zu machen?
Diese Fragen berühren drei große Themen:
- Naturphilosophie: Die Natur ist ein lebendiger, dynamischer und produktiver Prozess.
- Freiheitsphilosophie: Der Mensch ist nicht nur durch Ursachen bestimmt, sondern kann sich zu Gutem und Bösem entscheiden.
- Philosophie des Absoluten: Hinter der Trennung von Subjekt und Objekt steht ein ursprünglicher Zusammenhang, den Schelling als das Absolute denkt.
Natur: Naturphilosophie als dynamisches Denken
Natur ist nicht bloß Maschine
In Schellings Zeit war die Naturwissenschaft stark von mechanistischen Modellen geprägt. Natur wurde häufig so verstanden, als bestehe sie aus Dingen, die nach äußeren Gesetzen bewegt werden. Schelling wollte dieses Bild erweitern. Er verstand Natur nicht als tote Maschine, sondern als produktive Wirklichkeit. Natur bringt Formen hervor, organisiert sich, entwickelt Gestalten und erreicht im Menschen eine Stufe, auf der sie sich selbst bewusst werden kann.
Schelling spricht von Produktivität der Natur. Damit meint er: Natur ist nicht nur das fertige Produkt, das wir beobachten, sondern zugleich der Prozess des Hervorbringens. Eine Pflanze ist nicht nur ein Gegenstand, sondern ein Werden: Wachstum, Stoffwechsel, Reaktion auf Umwelt, Fortpflanzung. Auch Tiere und Menschen sind für Schelling nicht bloß mechanisch erklärbare Körper, sondern Ausdruck einer lebendigen Natur, die in Stufen organisiert ist.

Polarität und Steigerung
Ein wichtiger Begriff in Schellings Naturphilosophie ist Polarität. Natur entwickelt sich durch Gegensätze: Anziehung und Abstoßung, Ruhe und Bewegung, Materie und Leben, Bewusstloses und Bewusstes. Diese Gegensätze zerstören einander nicht einfach, sondern treiben Entwicklung an. Natur erscheint als ein Prozess, in dem Spannungen vorläufige Gleichgewichte bilden und wieder überschreiten.
Schelling denkt Natur häufig in Stufen. Ein vereinfachtes Modell lautet:
- Materie: Natur erscheint als räumlich-körperliche Wirklichkeit.
- Leben: Natur organisiert sich in Organismen.
- Geist: Natur erreicht im Menschen Bewusstsein, Sprache, Kunst und Freiheit.
Diese Stufen darfst Du nicht als moderne Biologie missverstehen. Schelling betreibt keine empirische Evolutionsbiologie im heutigen Sinn, sondern eine spekulative Naturphilosophie. Er fragt philosophisch, wie Natur als Zusammenhang von Kräften, Formen und Bewusstsein gedacht werden kann.
Natur und Geist
Berühmt ist Schellings Gedanke, dass Natur und Geist nicht zwei getrennte Welten sind. Natur ist für ihn nicht bloß das Andere des Geistes. Vielmehr ist Geist die Natur, die zu sich selbst kommt. Umgekehrt ist Natur ein noch nicht bewusst gewordener Geist. Diese Idee soll erklären, warum der Mensch Natur erkennen kann: Er steht der Natur nicht völlig äußerlich gegenüber, sondern ist selbst Naturwesen.
Für Dich bedeutet das: Schellings Naturphilosophie fordert dazu auf, die Trennung zwischen Mensch und Natur kritisch zu hinterfragen. Der Mensch ist kein absoluter Herrscher über eine tote Außenwelt. Er ist ein Teil der Natur, in dem Natur zugleich über sich nachdenken kann. Dadurch kann Schelling heute im Gespräch mit Umweltethik, Ökologie, Philosophie des Geistes und Theorie der Selbstorganisation interessant sein.
Freiheit: Der Mensch zwischen Gut und Böse
Die Freiheitsschrift von 1809
Ein Schlüsseltext Schellings ist die Schrift Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit von 1809, oft kurz Freiheitsschrift genannt. Darin stellt Schelling eine schwierige Frage: Wie kann der Mensch frei sein, wenn die Wirklichkeit als geordneter Zusammenhang gedacht wird? Und wie kann es Böses geben, wenn die Welt letztlich im Absoluten oder in Gott gegründet ist?
Schelling versteht Freiheit nicht nur als Wahl zwischen beliebigen Möglichkeiten. Freiheit ist für ihn tiefer: Sie bedeutet, dass der Mensch sich zu einer Ordnung des Guten stellen oder sich in sich selbst verschließen kann. Das Böse ist deshalb nicht bloß ein Mangel an Gutem, sondern eine reale Möglichkeit der Freiheit. Der Mensch kann seine Selbstheit so absolut setzen, dass er den lebendigen Zusammenhang mit anderen, mit der Welt und mit Gott verfehlt.
Grund und Existenz
In der Freiheitsschrift unterscheidet Schelling zwischen Grund und Existenz. Vereinfacht gesagt: In jeder lebendigen Wirklichkeit gibt es eine dunkle, antreibende Seite und eine lichte, geordnete Seite. Der Grund ist das, woraus etwas hervorgeht; die Existenz ist das, was geordnet erscheint. Auch im Menschen gibt es Trieb, Eigenwillen, Begehren und Selbstbehauptung. Diese Kräfte sind nicht automatisch böse. Böse werden sie, wenn sie die Ordnung des Ganzen zerstören und sich zum alleinigen Zentrum machen.
Diese Unterscheidung hilft Schelling, Freiheit nicht oberflächlich zu denken. Freiheit ist nicht nur vernünftige Selbstkontrolle, sondern hat eine Tiefe, in der dunkle und helle Kräfte miteinander ringen. Gerade deshalb ist der Mensch verantwortlich: Er kann seine Kräfte in eine gute Ordnung bringen oder sie zerstörerisch gegeneinander wenden.
Freiheit und Verantwortung
Schellings Freiheitsbegriff ist anspruchsvoll, weil er Freiheit und Verantwortung verbindet. Wer frei ist, kann nicht einfach sagen: „Ich wurde nur von Ursachen bestimmt.“ Gleichzeitig ist Freiheit bei Schelling kein grenzenloser Individualismus. Der Mensch ist frei, aber er ist in Natur, Geschichte, Gemeinschaft und göttlichen Zusammenhang eingebunden.
Für eine heutige Diskussion ist das besonders wichtig. Schellings Denken kann auf Fragen übertragen werden wie: Was bedeutet Verantwortung in ökologischen Krisen? Wie frei ist ein Mensch, wenn er durch Körper, Gesellschaft, Medien und Gewohnheiten geprägt ist? Wie entstehen destruktive Entscheidungen? Und warum ist moralische Freiheit mehr als bloße Spontaneität?
Das Absolute: Einheit von Subjekt und Objekt
Was meint Schelling mit dem Absoluten?
Mit dem Absoluten meint Schelling kein einzelnes Ding und keinen Gegenstand, den man einfach beobachten könnte. Das Absolute ist der ursprüngliche Zusammenhang, der der Trennung von Subjekt und Objekt, Denken und Sein, Natur und Geist vorausliegt. Wenn Du etwas erkennst, gibt es scheinbar immer zwei Seiten: Dich als erkennendes Subjekt und den Gegenstand als Objekt. Schelling fragt, ob diese Trennung selbst aus einer tieferen Einheit verstanden werden kann.
In seiner Identitätsphilosophie versucht Schelling, diese Einheit als Identität von Subjekt und Objekt zu denken. Identität bedeutet hier nicht, dass alles gleich ist. Vielmehr meint Schelling einen Grund, in dem Gegensätze zusammengehören, bevor sie in der Erfahrung auseinanderfallen. Das Absolute ist daher keine Sache, sondern ein philosophischer Grenzbegriff: Es soll erklären, warum überhaupt Zusammenhang, Erkenntnis und Wirklichkeit möglich sind.
Intellektuelle Anschauung und Kunst
Schelling verwendet den schwierigen Begriff der intellektuellen Anschauung. Damit ist keine normale Sinneswahrnehmung gemeint. Gemeint ist ein unmittelbares Erfassen des Zusammenhangs von Denken und Sein. Dieser Begriff war schon in Schellings Zeit umstritten, weil sich schwer prüfen lässt, was eine solche Anschauung genau leisten kann.
Im System des transzendentalen Idealismus spielt außerdem die Kunst eine besondere Rolle. Schelling sieht in der Kunst eine Tätigkeit, in der bewusstes Gestalten und unbewusste Produktivität zusammenkommen. Ein Kunstwerk ist geplant und doch mehr als bloße Absicht. Es zeigt eine Einheit von Freiheit und Natur, die die Philosophie begrifflich zu verstehen versucht. Deshalb ist Kunst für Schelling nicht bloß Schmuck, sondern ein philosophisch bedeutsames Feld.
Negative und positive Philosophie
In seiner späteren Philosophie unterscheidet Schelling zwischen negativer und positiver Philosophie. Negative Philosophie fragt danach, was durch Vernunft als möglich und notwendig gedacht werden kann. Positive Philosophie fragt nach Wirklichkeit, Geschichte, Mythologie und Offenbarung: Warum ist überhaupt etwas wirklich? Warum gibt es diese Welt und nicht nur eine logisch mögliche Ordnung?
Diese Unterscheidung zeigt, dass Schelling die Grenzen reiner Vernunftreflexion ernst nimmt. Für ihn reicht es nicht, die Welt nur aus Begriffen abzuleiten. Wirklichkeit hat einen geschichtlichen, lebendigen und nicht vollständig berechenbaren Charakter. Damit wird Schelling zu einem wichtigen Übergangsdenker zwischen Idealismus, Romantik, Existenzphilosophie, Religionsphilosophie und moderner Metaphysik.
Schellings Werkphasen
Orientierung in einem beweglichen Denken
Schelling hat kein einziges starres System hinterlassen. Sein Werk ist eine Folge von Entwürfen, Korrekturen und Neuanfängen. Gerade das macht ihn interessant. Eine vereinfachte Orientierung kann so aussehen:
- Frühphilosophie: Schelling setzt sich mit Kant und Fichte auseinander und fragt nach dem Unbedingten.
- Naturphilosophie: Schelling entwickelt eine eigenständige Philosophie der Natur als produktiven Prozess.
- Transzendentalphilosophie: Schelling untersucht, wie Bewusstsein, Wissen und Freiheit entstehen.
- Identitätsphilosophie: Schelling sucht eine Einheit von Subjekt und Objekt im Absoluten.
- Freiheitsphilosophie: Schelling fragt nach Freiheit, Bösem, Verantwortung und göttlichem Grund.
- Spätphilosophie: Schelling entwickelt Gedanken zu Mythologie, Offenbarung, positiver Philosophie und Geschichte.
Wichtige Werke
Zu Schellings wichtigsten Werken gehören:
- Ideen zu einer Philosophie der Natur: Ein früher naturphilosophischer Entwurf.
- Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie: Eine systematische Darstellung der Natur als Prozess.
- System des transzendentalen Idealismus: Eine Verbindung von Bewusstseins-, Natur- und Kunstphilosophie.
- Darstellung meines Systems der Philosophie: Ein Haupttext der Identitätsphilosophie.
- Bruno oder über das natürliche und göttliche Prinzip der Dinge: Ein philosophischer Dialog über Einheit und Gegensatz.
- Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit: Schellings zentraler Text zur Freiheit.
- Die Weltalter: Fragmentarische Entwürfe zu Geschichte, Gott und Wirklichkeit.
- Philosophie der Mythologie und Philosophie der Offenbarung: Späte Vorlesungen über Religion, Geschichte und positive Philosophie.

Zentrale Begriffe
Begriffsklärungen
Naturphilosophie: Schellings Versuch, Natur als dynamischen, produktiven und stufenförmigen Prozess zu verstehen. Natur ist nicht bloß Objekt, sondern besitzt eine eigene innere Aktivität.
Transzendentalphilosophie: Die Untersuchung der Bedingungen von Erkenntnis, Selbstbewusstsein und Freiheit. Bei Schelling ergänzt sie die Naturphilosophie.
Identitätsphilosophie: Die Lehre, dass Subjekt und Objekt in einem ursprünglichen Zusammenhang stehen, den Schelling als das Absolute beschreibt.
Absolutes: Kein Ding, sondern der Grundzusammenhang, in dem Natur und Geist, Denken und Sein, Freiheit und Notwendigkeit zusammengehören.
Freiheit: Nicht bloß Wahlfreiheit, sondern die Fähigkeit des Menschen, sich zu Gutem oder Bösem zu bestimmen und Verantwortung zu übernehmen.
Böses: Bei Schelling eine reale Möglichkeit der Freiheit, wenn Selbstheit sich vom lebendigen Ganzen absondert und sich absolut setzt.
Positive Philosophie: Schellings spätere Philosophie der wirklichen Geschichte, Mythologie und Offenbarung, die über rein begriffliche Möglichkeit hinausfragt.
Bedeutung und Aktualität
Warum Schelling heute noch wichtig ist
Schelling ist heute aus mehreren Gründen interessant. Erstens fordert seine Naturphilosophie dazu auf, Natur nicht bloß als Rohstoff oder Maschine zu betrachten. Zweitens hilft seine Freiheitsphilosophie, moralische Verantwortung tiefer zu verstehen, weil sie auch Trieb, Selbstheit, Abgründigkeit und die Möglichkeit des Bösen einbezieht. Drittens zeigt seine Philosophie des Absoluten, dass moderne Trennungen zwischen Naturwissenschaft, Kunst, Religion, Ethik und Metaphysik philosophisch hinterfragt werden können.
Gleichzeitig musst Du Schelling kritisch lesen. Seine Naturphilosophie ersetzt keine moderne Naturwissenschaft. Seine Begriffe sind spekulativ und oft schwer überprüfbar. Seine Religionsphilosophie setzt Denkformen voraus, die nicht alle teilen. Gerade deshalb eignet sich Schelling gut für philosophisches Lernen: Du übst, schwierige Begriffe zu rekonstruieren, Argumente zu prüfen und historische Ideen auf heutige Probleme zu beziehen.
Videoimpuls
Leitfragen zum Video
Nutze das eingebundene Video zu „Friedrich Wilhelm Joseph Schellings Philosophie: Natur, Freiheit und das Absolute“ als Einstieg oder Wiederholung. Achte beim Anschauen besonders auf folgende Fragen:
- Einheit: Wie wird Schellings Suche nach Einheit zwischen Natur und Geist erklärt?
- Naturphilosophie: Welche Rolle spielt Natur in Schellings Denken?
- Freiheit: Warum ist Freiheit für Schelling mehr als bloße Wahl?
- Absolutes: Wie wird das Absolute von gewöhnlichen Dingen unterschieden?
- Deutscher Idealismus: Wie wird Schelling im Verhältnis zu Kant, Fichte und Hegel eingeordnet?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zu welcher philosophischen Strömung gehört Schelling vor allem? (Deutscher Idealismus) (!Empirismus) (!Utilitarismus) (!Positivismus)
Was kritisiert Schelling an einem rein mechanistischen Naturbild? (Es versteht Natur zu stark als tote Maschine) (!Es macht Natur zu frei) (!Es ersetzt Natur durch Sprache) (!Es lehnt Gesetzmäßigkeit vollständig ab)
Was meint Schelling mit Naturphilosophie hauptsächlich? (Natur als produktiven und dynamischen Prozess denken) (!Natur nur mathematisch vermessen) (!Natur als bloße Illusion erklären) (!Natur von Geist vollständig trennen)
Welche beiden Bereiche will Schelling besonders vermitteln? (Natur und Geist) (!Geld und Macht) (!Staat und Handel) (!Krieg und Technik)
Was bezeichnet bei Schelling das Absolute? (Einen ursprünglichen Zusammenhang jenseits bloßer Subjekt Objekt Trennung) (!Ein einzelnes Naturding) (!Eine politische Institution) (!Eine empirische Messgröße)
Welche Schrift ist zentral für Schellings Freiheitsdenken? (Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit) (!Kritik der reinen Vernunft) (!Phänomenologie des Geistes) (!Also sprach Zarathustra)
Wie versteht Schelling das Böse in der Freiheitsschrift? (Als reale Möglichkeit menschlicher Freiheit) (!Als bloßen Rechenfehler) (!Als reine Sinnestäuschung) (!Als Naturgesetz ohne Verantwortung)
Welche Rolle spielt Kunst im System des transzendentalen Idealismus? (Sie zeigt eine Einheit von bewusster und unbewusster Produktivität) (!Sie ersetzt jede Naturwissenschaft) (!Sie beweist mathematische Formeln) (!Sie ist für Philosophie bedeutungslos)
Was unterscheidet positive Philosophie bei Schelling von negativer Philosophie? (Sie fragt nach wirklicher Geschichte und Offenbarung) (!Sie untersucht nur Grammatik) (!Sie leugnet Wirklichkeit) (!Sie ist identisch mit Mechanik)
Warum ist Schelling für ökologische Fragen anschlussfähig? (Weil er Natur als lebendigen Zusammenhang denkt) (!Weil er Natur als wertloses Material beschreibt) (!Weil er nur Technikgeschichte schreibt) (!Weil er Ethik ablehnt)
Memory
| Naturphilosophie | Natur als produktiver Prozess |
| Freiheitsschrift | Möglichkeit von Gut und Böse |
| Absolutes | Einheit von Subjekt und Objekt |
| Polarität | Entwicklung durch Gegensätze |
| Kunst | Verbindung von Bewusstem und Unbewusstem |
| Positive Philosophie | Wirklichkeit und Geschichte |
| Transzendentalphilosophie | Bedingungen des Bewusstseins |
| Deutscher Idealismus | Kant Fichte Schelling Hegel |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Natur | Dynamische Produktivität |
| Freiheit | Verantwortung für Gut und Böse |
| Absolutes | Einheit jenseits der Trennung |
| Kunst | Sichtbare Vermittlung von Bewusstem und Unbewusstem |
| Positive Philosophie | Wirkliche Geschichte statt bloßer Möglichkeit |
Kreuzworträtsel
| Schelling | Wer entwickelte eine Philosophie von Natur Freiheit und dem Absoluten? |
| Natur | Welchen Bereich versteht Schelling als dynamisch und produktiv? |
| Freiheit | Welches Leitmotiv steht in Schellings Schrift von 1809 im Zentrum? |
| Absolutes | Wie heißt das Prinzip das Subjekt und Objekt übergreifen soll? |
| Spinoza | Welcher Philosoph beeinflusste besonders Schellings Identitätsphilosophie? |
| Jena | In welcher Universitätsstadt wurde Schelling 1798 Professor? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte mit den Wörtern Natur, Geist, Freiheit, Absolutes und Kunst. Verbinde die Begriffe mit kurzen Erklärungssätzen.
- Video-Notizen: Sieh Dir das eingebundene Video an und notiere fünf Aussagen, die Schellings Suche nach Einheit erklären.
- Naturbeobachtung: Beobachte eine Pflanze, ein Tier oder ein Wetterphänomen und beschreibe, warum Schelling darin mehr als einen mechanischen Ablauf sehen könnte.
- Philosophisches Glossar: Schreibe zehn zentrale Begriffe aus diesem aiMOOC heraus und formuliere zu jedem Begriff eine Erklärung in eigenen Worten.
Standard
- Vergleich Kant Fichte Schelling: Vergleiche Schellings Naturverständnis mit einem vereinfachten kantischen oder fichteschen Ansatz. Arbeite heraus, warum Schelling Natur stärker aufwertet.
- Argumentanalyse: Rekonstruiere das Argument, warum Natur und Geist bei Schelling nicht völlig getrennt sein können. Nutze ein Beispiel aus Alltag, Kunst oder Wissenschaft.
- Freiheit und Verantwortung: Schreibe einen philosophischen Essay zur Frage, ob Freiheit ohne die Möglichkeit des Bösen denkbar ist.
- Kunst als Vermittlung: Wähle ein Kunstwerk aus und erkläre, inwiefern darin bewusstes Gestalten und unbewusste Wirkung zusammenkommen.
Schwer
- Freiheitsschrift interpretieren: Recherchiere einen kurzen Abschnitt aus Schellings Freiheitsschrift und erkläre die Unterscheidung von Grund und Existenz in eigenen Worten.
- Ökologische Aktualisierung: Entwickle eine Stellungnahme zur Frage, ob Schellings Naturphilosophie eine ökologische Ethik unterstützen kann.
- Positive Philosophie: Erkläre den Unterschied zwischen negativer und positiver Philosophie und wende ihn auf eine heutige Frage nach Wirklichkeit, Geschichte oder Religion an.
- Philosophisches Streitgespräch: Gestalte ein Gespräch zwischen Schelling, Fichte und Hegel über die Frage, ob Natur eigenständig philosophisch gedacht werden muss.


Lernkontrolle
- Transfer Natur und Geist: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum Schelling Natur und Geist nicht als völlig getrennte Bereiche versteht.
- Freiheit und Böses: Beurteile, ob Schellings Gedanke, dass das Böse eine Möglichkeit der Freiheit ist, moralische Verantwortung stärkt oder problematisch macht.
- Absolutes kritisch prüfen: Diskutiere, ob der Begriff des Absoluten eine sinnvolle Lösung für die Trennung von Subjekt und Objekt bietet oder neue Probleme erzeugt.
- Naturphilosophie und Wissenschaft: Vergleiche Schellings spekulative Naturphilosophie mit moderner Naturwissenschaft und benenne Chancen und Grenzen.
- Aktualität Schellings: Entwickle eine begründete These dazu, welche Bedeutung Schellings Denken für Umweltethik, Kunsttheorie oder Religionsphilosophie haben kann.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu Friedrich Wilhelm Joseph Schelling solltest Du zeigen, dass Du nicht nur einzelne Fakten wiedergeben kannst, sondern Zusammenhänge verstehst. Wichtig sind:
- Historische Einordnung: Du kannst Schelling in den Deutschen Idealismus einordnen und seine Nähe sowie Distanz zu Kant, Fichte und Hegel erklären.
- Naturphilosophie: Du kannst erläutern, warum Schelling Natur als produktiven und dynamischen Prozess versteht.
- Freiheitsphilosophie: Du kannst erklären, warum Schelling Freiheit mit Verantwortung und der Möglichkeit des Bösen verbindet.
- Das Absolute: Du kannst den Begriff des Absoluten als Versuch verstehen, Subjekt und Objekt, Natur und Geist zusammenzudenken.
- Begriffsarbeit: Du kannst zentrale Begriffe wie Polarität, Identitätsphilosophie, intellektuelle Anschauung, Grund, Existenz und positive Philosophie sachgerecht verwenden.
- Kritische Reflexion: Du kannst Chancen und Grenzen von Schellings Philosophie für heutige Fragen diskutieren.
- Transfer: Du kannst Schellings Ideen auf Beispiele aus Natur, Kunst, Ethik, Religion oder Ökologie übertragen.
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Schellings Philosophie verbindet Naturphilosophie, Metaphysik, Ethik, Ästhetik, Religionsphilosophie und Geschichtsphilosophie. Der zentrale Gedanke ist die Suche nach einer Einheit, in der Natur und Geist, Freiheit und Notwendigkeit, Subjekt und Objekt nicht isoliert bleiben. Besonders wichtig sind seine Deutung der Natur als produktiver Prozess, seine Analyse menschlicher Freiheit und seine Frage nach dem Absoluten als Grundzusammenhang der Wirklichkeit.
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