Erzählperspektiven erkennen (Deutsch) - aiMOOC


Erzählperspektiven erkennen (Deutsch) - aiMOOC
Einleitung
Erzählperspektiven zu erkennen ist eine zentrale Fähigkeit beim Lesen und Analysieren von epischen Texten. Wenn Du eine Kurzgeschichte, eine Novelle, einen Roman, eine Fabel oder einen Auszug aus einer Erzählung untersuchst, reicht es nicht zu fragen, was geschieht. Du musst auch klären, wie das Geschehen erzählt wird. Genau hier beginnt die Analyse der Erzähltechnik: Wer spricht? Was weiß diese Erzählinstanz? Wie nah bist Du den Figuren? Werden Gedanken und Gefühle direkt gezeigt oder nur äußerlich beobachtet? Kommentiert der Erzähler das Geschehen oder bleibt er im Hintergrund?
Die Erzählperspektive beeinflusst, wie Du Figuren beurteilst, wie viel Spannung entsteht und wie zuverlässig Dir eine Geschichte erscheint. Ein Ich-Erzähler kann besonders nah wirken, ist aber oft subjektiv und begrenzt. Ein auktorialer Erzähler kann Überblick geben, Vorausdeutungen machen und das Geschehen kommentieren. Ein personaler Erzähler lässt Dich das Geschehen vor allem durch die Wahrnehmung einer Figur erleben. Ein neutraler Erzähler zeigt eher äußere Vorgänge, Dialoge und Handlungen, ohne Gedanken oder Kommentare ausführlich offenzulegen.

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Was bedeutet Erzählperspektive?
Die Erzählperspektive beschreibt den Blickwinkel, aus dem ein erzählender Text vermittelt wird. Sie beantwortet Fragen wie: Wer erzählt?, Von wo aus wird erzählt?, Was kann die erzählende Instanz wissen? und Wie stark bewertet sie das Geschehen? In der schulischen Textanalyse wird häufig zwischen Ich-Erzähler, auktorialem Erzähler, personalem Erzähler und neutralem Erzähler unterschieden.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Autor und Erzähler. Der Autor oder die Autorin ist die reale Person, die den Text geschrieben hat. Der Erzähler ist dagegen eine sprachlich gestaltete Instanz innerhalb des Textes. Auch wenn ein Text in der Ich-Form geschrieben ist, darfst Du das erzählende Ich nicht automatisch mit der Autorin oder dem Autor gleichsetzen. Für die Analyse ist entscheidend, welche Informationen der Text Dir durch diese Erzählinstanz zugänglich macht.
Warum ist die Erzählperspektive wichtig?
Die Wahl der Erzählperspektive steuert die Wirkung eines Textes. Sie entscheidet darüber, ob Du einer Figur sehr nahkommst oder eher Distanz wahrnimmst. Sie beeinflusst außerdem, ob Du das Geschehen als eindeutig, geheimnisvoll, unsicher, ironisch oder kritisch wahrnimmst. Eine Szene kann völlig anders wirken, wenn sie aus der Sicht eines verängstigten Kindes, eines allwissenden Erzählers oder einer außenstehenden Beobachterin erzählt wird.
Wenn Du Erzählperspektiven erkennst, kannst Du Texte genauer deuten. Du verstehst besser, warum bestimmte Informationen fehlen, warum eine Figur sympathisch oder unsympathisch erscheint und warum eine Geschichte Spannung aufbaut. Deshalb gehört die Erzählperspektive zu den wichtigsten Werkzeugen der Literaturanalyse.
Die vier häufigen Erzählperspektiven im Deutschunterricht
Ich-Erzähler
Beim Ich-Erzähler erzählt eine Figur der Geschichte in der ersten Person. Typische Hinweise sind Wörter wie ich, mir, mich, mein oder wir. Der Ich-Erzähler berichtet aus seiner eigenen Sicht. Er kann eigene Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Wahrnehmungen besonders direkt darstellen. Gleichzeitig ist sein Wissen meistens begrenzt: Er weiß nicht automatisch, was andere Figuren denken oder was gleichzeitig an einem anderen Ort geschieht.
Ein Ich-Erzähler kann als erlebendes Ich auftreten, wenn er Ereignisse unmittelbar erlebt. Er kann auch als erzählendes Ich auftreten, wenn er rückblickend über frühere Ereignisse berichtet. Diese Unterscheidung ist für die Analyse wichtig: Ein rückblickendes Ich kann inzwischen mehr wissen, reifer geworden sein oder frühere Fehler kommentieren.
Typische Wirkung: Nähe, Subjektivität, persönliche Betroffenheit, begrenztes Wissen, mögliche Unzuverlässigkeit.
Erkennungsfragen: Spricht eine Figur selbst? Werden eigene Gefühle direkt genannt? Ist das Wissen auf die Wahrnehmung dieser Figur beschränkt? Gibt es Hinweise darauf, dass die erzählende Figur etwas falsch einschätzt?
Auktorialer Erzähler
Ein auktorialer Erzähler steht über der erzählten Welt und verfügt häufig über einen großen Überblick. Er kann in die Vergangenheit und Zukunft blicken, Zusammenhänge erklären, Figuren bewerten und das Geschehen kommentieren. Manchmal spricht er die Leserinnen und Leser direkt an. Deshalb wird er im Unterricht oft als allwissender Erzähler beschrieben. Diese Bezeichnung ist hilfreich, aber nicht immer ganz genau: Nicht jeder auktoriale Erzähler weiß wirklich alles, aber er hat deutlich mehr Überblick als einzelne Figuren.
Typische Signale sind Kommentare, Vorausdeutungen, Rückblicke, direkte Leseransprache und Einblicke in mehrere Figuren. Ein auktorialer Erzähler kann zum Beispiel erklären, warum eine Figur später scheitern wird, obwohl die Figur selbst davon noch nichts ahnt.
Typische Wirkung: Überblick, Distanz, Ordnung, Deutungshilfe, manchmal Ironie oder Belehrung.
Erkennungsfragen: Weiß der Erzähler mehr als die Figuren? Kommentiert oder bewertet er? Gibt es Vorausdeutungen? Werden mehrere Figuren von innen gezeigt?
Personaler Erzähler
Beim personalen Erzählen steht meistens eine Figur im Mittelpunkt der Wahrnehmung. Der Text ist häufig in der dritten Person geschrieben, aber Du erlebst das Geschehen nah an einer Figur. Diese Figur wird oft als Reflektorfigur bezeichnet. Der Erzähler tritt kaum sichtbar hervor, kommentiert wenig oder gar nicht und vermittelt vor allem das, was die Figur wahrnimmt, denkt oder fühlt.
Typisch ist, dass Du als Leserin oder Leser nur so viel weißt wie die Figur, an deren Sicht der Text gebunden ist. Dadurch kann Spannung entstehen, weil andere Informationen verborgen bleiben. Personales Erzählen wirkt oft intensiv und nah, obwohl nicht in der Ich-Form erzählt wird.
Typische Wirkung: Nähe zu einer Figur, begrenzter Wissenshorizont, Spannung, subjektive Wahrnehmung in der dritten Person.
Erkennungsfragen: Erlebst Du die Szene vor allem durch eine bestimmte Figur? Kennst Du nur deren Gedanken und Gefühle? Bleibt der Erzähler ohne deutliche Kommentare im Hintergrund?
Neutraler Erzähler
Ein neutraler Erzähler beschreibt vor allem äußerlich sichtbare Vorgänge. Er zeigt Handlungen, Gespräche, Bewegungen und Situationen, ohne die Gedanken und Gefühle der Figuren direkt zu erklären. Die Darstellung kann dadurch wie eine Kamera wirken. Häufig stehen Dialoge und beobachtbare Details im Mittelpunkt.
In der modernen Literaturwissenschaft wird der neutrale Erzähler nicht immer als eigenständiger Haupttyp betrachtet, im Deutschunterricht hilft er aber, Texte zu beschreiben, die sehr zurückhaltend erzählen. Wenn nur gezeigt wird, was man äußerlich beobachten kann, musst Du Gefühle und Motive der Figuren stärker aus Handlungen, Worten und Gesten erschließen.
Typische Wirkung: Distanz, Sachlichkeit, Offenheit, szenische Darstellung, Interpretationsspielraum.
Erkennungsfragen: Werden nur äußere Vorgänge gezeigt? Fehlen direkte Einblicke in Gedanken? Gibt es viele Dialoge? Muss man Gefühle aus Verhalten erschließen?
Erzählform, Erzählverhalten und Erzählperspektive unterscheiden
Im Unterricht werden die Begriffe Erzählform, Erzählverhalten und Erzählperspektive manchmal vermischt. Für eine genaue Analyse solltest Du sie unterscheiden.
Die Erzählform beschreibt vor allem die grammatische Form: Wird in der Ich-Form oder in der Er-/Sie-Form erzählt? Die Erzählperspektive fragt genauer nach dem Blickwinkel und dem Wissensstand. Das Erzählverhalten beschreibt, ob der Erzähler eher auktorial, personal oder neutral erzählt. In vielen Schulaufgaben wird unter Erzählperspektive allerdings die Kombination aus diesen Aspekten verstanden. Deshalb ist es klug, Deine Beobachtung immer mit Textbelegen zu begründen.
Beispiel: Ein Text in der Er-/Sie-Form ist nicht automatisch auktorial. Er kann auch personal erzählt sein, wenn die Wahrnehmung stark an eine Figur gebunden ist. Ebenso ist ein Ich-Erzähler nicht automatisch zuverlässig. Er kann sich irren, lügen, verdrängen oder nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit kennen.
Erzählperspektiven sicher erkennen
Schritt 1: Personalpronomen untersuchen
Achte zunächst auf Personalpronomen. Häufig geben sie eine erste Orientierung. Wörter wie ich, mir und mein weisen auf eine Ich-Erzählung hin. Wörter wie er, sie oder Figurennamen weisen auf eine Er-/Sie-Erzählung hin. Dieser Schritt reicht aber noch nicht aus. Entscheidend ist anschließend, wie viel der Erzähler weiß und wie deutlich er hervortritt.
Schritt 2: Wissensstand prüfen
Frage Dich: Weiß der Erzähler nur, was eine Figur wahrnimmt, oder kennt er auch Gedanken anderer Figuren, Hintergründe und zukünftige Ereignisse? Begrenztes Wissen spricht häufig für Ich-Erzählen oder personales Erzählen. Ein großer Überblick, Einblicke in mehrere Figuren und Vorausdeutungen sprechen eher für auktoriales Erzählen.
Schritt 3: Innensicht und Außensicht unterscheiden
Innensicht bedeutet, dass Gedanken, Gefühle, Wünsche oder Erinnerungen einer Figur direkt zugänglich sind. Außensicht bedeutet, dass nur äußerlich beobachtbares Verhalten gezeigt wird. Wenn ein Text stark mit Innensicht arbeitet, musst Du prüfen, ob diese Innensicht auf eine Figur beschränkt ist oder mehrere Figuren umfasst. Beschränkte Innensicht spricht oft für personales Erzählen. Innensicht in mehrere Figuren kann auktorial wirken.
Schritt 4: Kommentare und Bewertungen suchen
Ein Erzähler kann neutral beschreiben oder deutlich kommentieren. Wertende Adjektive, direkte Leseransprache, Vorausdeutungen, allgemeine Lebensweisheiten und ironische Bemerkungen sind wichtige Hinweise auf auktoriales Erzählen. Fehlen solche Kommentare und bleibt der Text nah an einer Figur, ist personales Erzählen wahrscheinlicher. Fehlen auch Einblicke in Gedanken, kann neutrales Erzählen vorliegen.
Schritt 5: Textbelege sammeln
Eine gute Analyse nennt nicht nur die Perspektive, sondern belegt sie mit konkreten Textstellen. Achte auf Formulierungen, die den Wissensstand, die Innensicht, die Außenbeobachtung oder Kommentare zeigen. In einer Klassenarbeit solltest Du Deine Aussage immer mit Zeilenangaben absichern.
Typische Sprachsignale
| Erzählperspektive | Häufige Signale | Typische Wirkung |
|---|---|---|
| Ich-Erzähler | Ich-Form, subjektive Wahrnehmung, persönliche Gefühle, begrenztes Wissen | Nähe, Betroffenheit, Unsicherheit, Subjektivität |
| auktorialer Erzähler | Kommentare, Überblick, Vorausdeutungen, Leseransprache, Einblick in mehrere Figuren | Distanz, Orientierung, Deutung, Ironie |
| personaler Erzähler | Er-/Sie-Form, Nähe zu einer Figur, Innensicht einer Figur, begrenzter Wissensstand | Spannung, Identifikation, subjektive Nähe |
| neutraler Erzähler | äußere Beobachtung, Dialoge, Handlungen, kaum Gedanken oder Kommentare | Sachlichkeit, Offenheit, Deutungsraum |
Beispielanalyse
Stelle Dir folgenden kurzen Ausschnitt vor:
Mira blieb vor der Tür stehen. Ihre Hand zitterte. Was würde passieren, wenn sie jetzt klopfte? Hinter der Tür war kein Geräusch zu hören. Sie wünschte, sie wäre nie hierhergekommen.
Dieser Ausschnitt ist in der Er-/Sie-Form erzählt. Trotzdem ist er nicht auktorial, denn der Erzähler gibt keinen allwissenden Überblick. Du erfährst vor allem, was Mira fühlt und denkt. Der Satz Was würde passieren, wenn sie jetzt klopfte? zeigt Miras innere Unsicherheit. Die Perspektive ist also personal, weil die Wahrnehmung an Mira gebunden ist.
Vergleiche nun:
Mira blieb vor der Tür stehen. Sie wusste nicht, dass ihr Bruder auf der anderen Seite bereits wartete und den Brief in der Hand hielt, der ihr Leben verändern sollte.
Hier weiß der Erzähler mehr als Mira. Er gibt eine Vorausdeutung und kennt Informationen, die der Figur verborgen sind. Das spricht für eine auktoriale Erzählweise.
Häufige Fehler beim Bestimmen der Erzählperspektive
- Autor und Erzähler verwechseln: Der Autor ist die reale Schreibperson, der Erzähler ist die Vermittlungsinstanz im Text.
- Er-/Sie-Form automatisch auktorial nennen: Ein Text in der dritten Person kann personal oder neutral erzählt sein.
- Ich-Erzähler automatisch glaubwürdig finden: Ein Ich-Erzähler kann irren, lügen oder nur eingeschränkt wahrnehmen.
- Nur Pronomen beachten: Die Pronomen sind ein Startpunkt, aber Wissensstand, Innensicht und Kommentare sind entscheidend.
- Perspektivwechsel übersehen: Manche Texte wechseln zwischen Figuren oder verbinden mehrere Erzählweisen.
Merksatz
Erzählperspektiven erkennst Du nicht nur an der grammatischen Form, sondern vor allem daran, wer wahrnimmt, wer spricht, was gewusst wird und wie stark das Geschehen kommentiert wird.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Frage hilft besonders beim Erkennen der Erzählperspektive? (Wer nimmt das Geschehen wahr und was weiß die Erzählinstanz) (!Wie viele Seiten hat der Text) (!Welche Schriftart wurde verwendet) (!Wie lang sind die Absätze)
Welches Merkmal passt am besten zum Ich-Erzähler? (Er erzählt aus der eigenen Perspektive einer Figur) (!Er weiß immer alles über jede Figur) (!Er beschreibt nur Wetter und Landschaft) (!Er kommt ausschließlich in Sachtexten vor)
Was ist typisch für einen auktorialen Erzähler? (Er kann kommentieren und mehr wissen als die Figuren) (!Er darf nie in die Zukunft blicken) (!Er kennt nur sichtbare Bewegungen) (!Er spricht immer in Reimen)
Welche Aussage beschreibt personales Erzählen richtig? (Das Geschehen wird nah an der Wahrnehmung einer Figur vermittelt) (!Der Erzähler erklärt immer alle Zusammenhänge von außen) (!Alle Figuren sprechen gleichzeitig in der Ich-Form) (!Der Text besteht nur aus Überschriften)
Was spricht besonders für neutrales Erzählen? (Es werden vor allem äußerlich beobachtbare Vorgänge gezeigt) (!Der Erzähler bewertet ständig die Figuren) (!Der Erzähler kündigt die Zukunft an) (!Der Erzähler berichtet ausführlich aus allen Gedanken)
Warum darf man Autor und Erzähler nicht gleichsetzen? (Der Erzähler ist eine gestaltete Instanz im Text) (!Der Autor kommt nie in Büchern vor) (!Erzähler schreiben keine Sätze) (!Ein Text hat grundsätzlich keinen Urheber)
Welche Beobachtung ist ein Hinweis auf auktoriales Erzählen? (Der Erzähler macht eine Vorausdeutung) (!Eine Figur öffnet ein Fenster) (!Ein Dialog steht in Anführungszeichen) (!Ein Satz enthält ein Komma)
Was bedeutet Innensicht in einer Erzählung? (Gedanken und Gefühle einer Figur werden zugänglich) (!Nur die äußere Kleidung wird beschrieben) (!Der Text enthält keine Figuren) (!Alle Wörter stehen in Großbuchstaben)
Welche Erzählperspektive wirkt oft besonders subjektiv? (Ich-Erzählung) (!Neutrale Außensicht) (!Reine Dialogliste) (!Objektive Tabellenform)
Was solltest Du in einer Analyse immer angeben? (Textbelege für Deine Bestimmung der Perspektive) (!Eine erfundene Seitenzahl) (!Die Lieblingsfigur der Klasse) (!Die Meinung ohne Begründung)
Memory
| Ich-Erzähler | erzählt als Figur in der ersten Person |
| Auktorialer Erzähler | besitzt Überblick und kommentiert |
| Personaler Erzähler | vermittelt die Sicht einer Figur |
| Neutraler Erzähler | zeigt vor allem äußere Vorgänge |
| Innensicht | Gedanken und Gefühle werden sichtbar |
| Außensicht | Verhalten wird von außen beobachtet |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ich-Erzähler | eigene Figur erzählt aus persönlicher Sicht |
| Auktorialer Erzähler | Überblick, Kommentar und Vorausdeutung |
| Personaler Erzähler | Wahrnehmung ist an eine Figur gebunden |
| Neutraler Erzähler | äußere Vorgänge und Dialoge stehen im Vordergrund |
| Innensicht | Gedanken und Gefühle einer Figur werden gezeigt |
Kreuzworträtsel
| Auktorial | Welcher Erzähler kann kommentieren und einen Überblick besitzen? |
| Personal | Welche Erzählweise bindet die Wahrnehmung meist an eine Figur? |
| Neutral | Welche Erzählweise zeigt vor allem äußere Vorgänge? |
| Ichform | Welche Erzählform nutzt Wörter wie ich, mir und mein? |
| Innensicht | Wie nennt man den Einblick in Gedanken und Gefühle? |
| Erzaehler | Wie nennt man die Instanz, die eine Geschichte vermittelt? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Perspektivensuche: Suche in einer kurzen Erzählung fünf Hinweise auf die Erzählperspektive und markiere sie farbig.
- Ich-Erzählung: Schreibe eine Alltagsszene aus der Ich-Perspektive und unterstreiche alle Wörter, die diese Perspektive zeigen.
- Außensicht: Beschreibe eine Figur nur von außen, ohne Gedanken oder Gefühle direkt zu nennen.
- Erzählform erkennen: Sammle aus einem Text Beispiele für Ich-Form und Er-/Sie-Form und erkläre den Unterschied.
Standard
- Perspektivvergleich: Schreibe dieselbe Szene einmal aus der Ich-Perspektive und einmal personal in der Er-/Sie-Form.
- Auktoriales Erzählen: Ergänze eine kurze Szene durch Kommentare, Vorausdeutungen und Überblickswissen eines auktorialen Erzählers.
- Personales Erzählen: Wähle eine Figur aus einer Geschichte und erzähle eine Szene so, dass nur ihre Wahrnehmung zugänglich ist.
- Textanalyse: Bestimme in einem literarischen Text die Erzählperspektive und begründe Deine Entscheidung mit drei Textbelegen.
Schwer
- Perspektivwechsel: Verfasse eine Kurzgeschichte, in der die Perspektive bewusst wechselt, und markiere die Stellen des Wechsels.
- Unzuverlässiges Erzählen: Schreibe eine Ich-Erzählung, bei der die Lesenden nach und nach merken, dass die erzählende Figur nicht ganz zuverlässig ist.
- Interpretation: Erkläre, wie die Erzählperspektive die Sympathie für eine Figur steuert und welche Informationen den Lesenden vorenthalten werden.
- Medienvergleich: Vergleiche eine erzählte Szene aus einem Text mit einer Filmszene und untersuche, wie Perspektive durch Sprache oder Kamera entsteht.

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Lernkontrolle
- Perspektive und Wirkung: Analysiere an einem unbekannten Textauszug, wie die Erzählperspektive Nähe oder Distanz zu einer Figur erzeugt.
- Wissensvorsprung: Erkläre, wie ein auktorialer Erzähler Spannung erzeugen kann, obwohl er mehr weiß als die Figuren.
- Subjektivität: Untersuche, wie ein Ich-Erzähler die Wahrnehmung der Lesenden beeinflusst und welche Grenzen diese Perspektive hat.
- Textumformung: Forme einen neutral erzählten Abschnitt in eine personale Erzählweise um und erkläre anschließend die veränderte Wirkung.
- Deutung mit Belegen: Bestimme die Erzählperspektive eines Textauszugs und stütze Deine Deutung mit mindestens vier präzisen Textbelegen.
- Transfer: Beurteile, welche Erzählperspektive für eine Detektivgeschichte besonders geeignet wäre, und begründe Deine Entscheidung mit Blick auf Spannung, Wissen und Täuschung.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis wählst Du einen erzählenden Text aus dem Deutschunterricht oder eine selbst ausgewählte Kurzgeschichte. Du bestimmst die Erzählperspektive, belegst Deine Entscheidung mit Textstellen und erklärst, wie diese Perspektive die Wirkung des Textes beeinflusst. Dein Lernnachweis sollte zeigen, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern die Perspektive als Gestaltungsmittel deuten kannst.
- Analyseabschnitt: Verfasse einen zusammenhängenden Analyseabschnitt zur Erzählperspektive mit Einleitungssatz, Fachbegriffen und Textbelegen.
- Wirkungsdeutung: Erkläre, wie Nähe, Distanz, Spannung oder Unsicherheit durch die Perspektive entstehen.
- Vergleich: Wähle eine kurze Szene und formuliere sie in einer anderen Perspektive um. Beschreibe danach, wie sich die Wirkung verändert.
- Reflexion: Begründe, welche Perspektive Du für die wirkungsvollste hältst und welche Nachteile sie haben kann.
- Fachsprache: Verwende die Begriffe Ich-Erzähler, auktorialer Erzähler, personaler Erzähler, neutraler Erzähler, Innensicht, Außensicht und Textbeleg korrekt.
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Zusammenfassung
Die Erzählperspektive gehört zu den wichtigsten Analyseaspekten erzählender Texte. Sie zeigt, aus welchem Blickwinkel eine Geschichte erzählt wird und welches Wissen die Erzählinstanz besitzt. Ein Ich-Erzähler wirkt oft nah und subjektiv, hat aber meist ein begrenztes Wissen. Ein auktorialer Erzähler kann kommentieren, vorausdeuten und Überblick geben. Ein personaler Erzähler vermittelt das Geschehen eng an der Wahrnehmung einer Figur. Ein neutraler Erzähler zeigt vor allem äußerlich beobachtbare Vorgänge. Für eine überzeugende Analyse brauchst Du Fachbegriffe, genaue Beobachtungen und passende Textbelege.
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