Elvis Presley – See See Rider


Elvis Presley – See See Rider
Elvis Presley – See See Rider
Einleitung
„See See Rider“ ist ein bedeutender Bluesstandard, dessen Geschichte von der afroamerikanischen Bluestradition der 1920er Jahre bis zu den großen Konzertshows von Elvis Presley reicht. Das Stück ist auch als „C.C. Rider“ oder „See See Rider Blues“ bekannt. Die erste weithin dokumentierte Aufnahme entstand 1924 mit Ma Rainey. Elvis Presley nahm das Lied später in sein Liveprogramm auf und machte es in den frühen 1970er Jahren zu einem markanten Konzertauftakt.

Presleys auf dem Album On Stage veröffentlichte Fassung wurde am 18. Februar 1970 im International Hotel in Las Vegas aufgenommen. Sie verbindet Blues, Rhythm and Blues, Rockmusik, Gospelmusik und orchestrale Showelemente.
Lernbereiche
- Musikgeschichte: Entwicklung des Liedes von Ma Rainey bis Elvis Presley
- Blues: Form, Harmonik, Blue Notes und afroamerikanische Traditionen
- Musikanalyse: Rhythmus, Instrumentierung, Stimme und Form
- Coverversion: Veränderung eines Liedes durch neue Interpretationen
- Medienanalyse: Wirkung von Konzertfilm, Kamera, Bühne und Publikum
- Quellenkritik: Unterscheidung zwischen gesicherten Fakten und Deutungen
Historischer Hintergrund
Ma Rainey nahm „See See Rider Blues“ 1924 in New York auf. An der Aufnahme wirkten unter anderem Louis Armstrong und Fletcher Henderson mit. Die Aufnahme gehört zu den wichtigen Dokumenten des klassischen Blues und wurde später in das National Recording Registry aufgenommen.
Zwischen Ma Raineys Version und Presleys Livefassung liegen zahlreiche weitere Bearbeitungen. Eine wichtige Zwischenstation war die Rhythm-and-Blues-Version von Chuck Willis aus dem Jahr 1957. Elvis Presleys Interpretation steht daher in einer langen Kette musikalischer Weitergabe.
= Elvis Presleys Livefassung
Die auf On Stage veröffentlichte Aufnahme entstand am 18. Februar 1970 während einer Mitternachtsshow in Las Vegas. Zur Besetzung gehörten unter anderem James Burton an der Gitarre, Jerry Scheff am Bass, Bob Lanning am Schlagzeug, Glen D. Hardin am Klavier, The Sweet Inspirations, The Imperials und ein Orchester unter Bobby Morris.

Die große Besetzung erzeugt einen dichten Livesound. Rhythmusgruppe, Gitarren, Klavier, Begleitchöre und Orchester reagieren auf Presleys Stimme und verstärken die Wirkung des Stücks.
= Musikalische Merkmale
Ein wichtiges Grundmodell ist der zwölftaktige Blues. Seine Harmonik beruht vor allem auf Tonika, Subdominante und Dominante. Ein kräftiger Backbeat betont im Viervierteltakt die Zählzeiten zwei und vier.
Typische Gestaltungsmittel sind:
- Call and Response: Wechselspiel zwischen Solostimme und Ensemble
- Blue Notes: expressive Tonfärbungen zwischen den Tönen des Dur-Moll-Systems
- Riff: wiederkehrende prägnante Figur
- Synkope: rhythmische Verschiebung von Akzenten
- Break: kurzes Aussetzen einzelner Instrumente
= Stimme und Ausdruck
Elvis Presley verwendet eine kräftige Bruststimme, Rufgesten, Tonbeugungen und freie Phrasierung. Der Begleitchor beantwortet einzelne Einsätze und verstärkt den Refrain. So entsteht eine Verbindung von Blues, Gospel und Rock.
= Konzertdramaturgie
Ab den frühen 1970er Jahren wurde „See See Rider“ häufig als Konzertopener eingesetzt. Oft ging dem Stück eine orchestrale Einleitung mit „Also sprach Zarathustra“ voraus. Dadurch entstand zunächst Spannung, bevor Band und Sänger mit einem schnellen und rhythmisch klaren Lied einsetzten.
Eine bekannte Aufführung entstand beim Fernsehkonzert Aloha from Hawaii am 14. Januar 1973 in Honolulu.

= Coverversion und kulturelle Überlieferung
Eine Coverversion ist keine bloße Kopie. Sie verändert Tempo, Besetzung, Klang, Form und Wirkung. Presleys Fassung ist eine eigenständige Liveinterpretation. Zugleich bleibt wichtig, dass das Lied aus afroamerikanischen Musiktraditionen hervorgegangen ist. Eine faire Musikgeschichte beschreibt deshalb sowohl die neue Leistung als auch die historischen Ursprünge.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer nahm 1924 die erste weithin dokumentierte Fassung auf? (Ma Rainey) (!Elvis Presley) (!Chuck Willis) (!James Burton)
Auf welchem Album erschien Presleys Fassung von 1970? (On Stage) (!Blue Hawaii) (!Elvis Is Back) (!From Elvis in Memphis)
Wo wurde Presleys Albumfassung aufgenommen? (Las Vegas) (!Memphis) (!Honolulu) (!New York)
Welche musikalische Form ist eng mit dem Lied verbunden? (Zwölftaktiger Blues) (!Fuge) (!Rondo) (!Sonate)
Welche Zählzeiten betont der Backbeat? (Zwei und vier) (!Eins und drei) (!Nur die eins) (!Alle Zählzeiten gleich)
Wie heißt das Wechselspiel von Ruf und Antwort? (Call and Response) (!Generalbass) (!Ostinato) (!Kadenz)
Welche Aufgabe erfüllte das Lied häufig in Presleys Konzerten? (Konzertopener) (!Pausenmusik) (!Zugabe ohne Band) (!Instrumentalsolo)
Welches Fernsehkonzert fand 1973 in Honolulu statt? (Aloha from Hawaii) (!Comeback Special) (!Viva Las Vegas) (!Ed Sullivan Show)
Welche Instrumentengruppe stabilisiert vor allem Puls und Groove? (Rhythmusgruppe) (!Streichergruppe) (!Holzbläsergruppe) (!Solovioline)
Welche Aussage beschreibt eine Coverversion richtig? (Sie gestaltet ein vorhandenes Lied neu) (!Sie kopiert jede Einzelheit unverändert) (!Sie ist immer instrumental) (!Sie darf kein neues Arrangement haben)
Memory
| Ma Rainey | Aufnahme von 1924 |
| On Stage | Livealbum von 1970 |
| Backbeat | Betonung von zwei und vier |
| Call and Response | Ruf und Antwort |
| Honolulu | Aloha from Hawaii |
| James Burton | Gitarrist |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bluesstandard | häufig neu interpretiertes Lied |
| Tonika | harmonischer Ruhepunkt |
| Begleitchor | mehrstimmige Antwort auf den Sänger |
| Konzertopener | erstes Stück einer Show |
| Coverversion | neue Fassung eines bekannten Liedes |
Kreuzworträtsel
| Rainey | Welche Sängerin nahm das Lied 1924 auf? |
| Blues | Zu welcher Musiktradition gehört das Lied? |
| Backbeat | Wie heißt die Betonung von zwei und vier? |
| Refrain | Wie heißt ein wiederkehrender Liedabschnitt? |
| Honolulu | Wo fand Aloha from Hawaii statt? |
| Orchester | Welches große Ensemble ergänzt Presleys Band? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Notiere fünf auffällige Klangereignisse mit Zeitmarken.
- Instrumentenkunde: Ordne die hörbaren Instrumente ihren Aufgaben zu.
- Wortfeld Musik: Finde zehn Adjektive für Stimme und Groove.
- Bildanalyse: Beschreibe die Bühnenwirkung eines Elvis-Fotos.
Standard
- Versionsvergleich: Vergleiche Ma Rainey und Elvis Presley anhand von Tempo, Besetzung und Wirkung.
- Blues-Schema: Gestalte ein eigenes zwölftaktiges Begleitmodell.
- Konzertdramaturgie: Plane die ersten drei Stücke eines fiktiven Konzerts.
- Podcast: Produziere einen Beitrag zur Geschichte des Liedes.
Schwer
- Arrangement: Entwickle eine eigene Fassung für eine Schulband.
- Quellenkritik: Vergleiche vier Quellen zu Urheberschaft und Aufnahmegeschichte.
- Kultureller Transfer: Untersuche Chancen und Probleme von Coverversionen.
- Multimediale Analyse: Analysiere Musik, Kamera und Körpersprache bei Aloha from Hawaii.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Entwickle ein Konzept, wie eine kleine Band die Energie der Elvis-Fassung erhalten kann.
- Wirkungszusammenhang: Erkläre, wie Rhythmus, Dynamik und Call and Response zusammenwirken.
- Historische Perspektive: Beurteile die Aussage, Elvis Presley habe aus dem Bluesstück ein völlig neues Lied gemacht.
- Quellenbewertung: Zeige, wie unterschiedliche Angaben zu Aufnahme- und Veröffentlichungsjahr geprüft werden können.
- Vergleichendes Hören: Erkläre, wie zwei Versionen durch ihre Besetzung unterschiedlich wirken.
- Medienanalyse: Untersuche, wie Kameraführung die Wahrnehmung der Aufführung beeinflusst.
Lernnachweis
Ein guter Lernnachweis enthält eine korrekte historische Einordnung, einen Vergleich von mindestens zwei Versionen, die Anwendung musikalischer Fachbegriffe, konkrete Hörbelege und eine reflektierte Darstellung der afroamerikanischen Ursprünge. Geeignete Formen sind Musikanalyse, Podcast, Präsentation, Videoessay oder eigenes Arrangement.
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