Elvis Presley – I’ve Got a Thing About You Baby


Elvis Presley – I’ve Got a Thing About You Baby
Elvis Presley – I’ve Got a Thing About You Baby
Einleitung
Elvis Presley – I’ve Got a Thing About You Baby behandelt die Entstehung, Aufnahme, Veröffentlichung und musikalische Gestaltung von Elvis Presleys Fassung des von Tony Joe White geschriebenen Songs. Du lernst dabei zentrale Begriffe der Popularmusik kennen: Coverversion, Songwriting, Arrangement, Studiomusik, Genre, Musikproduktion, Chart und Urheberrecht.
Elvis Presley nahm den Titel am 22. Juli 1973 in den Stax Studios in Memphis auf. RCA veröffentlichte ihn am 11. Januar 1974 gemeinsam mit Take Good Care of Her als Single-Kopplung. Im März 1974 erschien die Aufnahme außerdem auf dem Album Good Times. Tony Joe White hatte seine eigene Fassung bereits 1972 veröffentlicht.
Beim Hören achtest Du auf Rhythmus, Groove, Instrumentierung, Gesang, Phrasierung und klangliche Verdichtung. Der Liedtext wird aus Gründen des Urheberrechts nicht vollständig wiedergegeben.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du die Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte des Songs einordnen, wichtige Studiomusiker benennen, eine strukturierte Höranalyse durchführen und zwischen Komposition, Interpretation, Arrangement, Aufnahme und Veröffentlichung unterscheiden. Du kannst außerdem Quellen kritisch vergleichen und eine eigene begründete Bewertung formulieren.
Lernbereiche
- Musikgeschichte: Einordnung der Aufnahme in Elvis Presleys Karriere und in die Musikgeschichte von Memphis.
- Popularmusik: Untersuchung von Genre, Coverversion, Songwriting und Interpretation.
- Musikanalyse: Analyse von Form, Rhythmus, Groove, Stimme und Instrumentierung.
- Musikproduktion: Verständnis von Take, Master, Overdub, Mischung und Mastering.
- Medienkompetenz: Kritischer Vergleich von Diskografien, Chartangaben und Onlinequellen.
- Urheberrecht: Verantwortlicher Umgang mit Liedtexten, Tonaufnahmen, Bildern und offenen Lizenzen.
Historischer und musikalischer Kontext
Tony Joe White und die Erstfassung
Tony Joe White schrieb I’ve Got a Thing About You Baby und veröffentlichte den Song 1972 auf dem Album The Train I’m On. Seine Musik wird häufig mit Swamp Rock, Bluesrock, Country-Musik und dem Klang des amerikanischen Südens verbunden. Der Begriff Swamp Rock beschreibt keine völlig starre Gattung, sondern eine Verbindung aus erdigem Groove, bluesnahen Gitarrenfiguren, reduzierter Instrumentierung und Einflüssen aus Country, Soul und Rhythm and Blues.
Die Erstfassung zeigt, dass Elvis Presley nicht der Komponist des Songs war. Seine künstlerische Leistung liegt in der Interpretation und in der gemeinsam mit den Musikern entwickelten Klanggestalt. Eine Coverversion kann Tempo, Artikulation, Instrumentierung, Dynamik und emotionale Wirkung verändern.
Elvis Presley und die Stax Studios
Elvis Presley nahm den Titel 1973 in einer Phase intensiver Konzert- und Studioarbeit auf. Die Wahl der Stax Studios verband seine Biografie als Musiker aus Memphis mit einem Ort, der besonders für Southern Soul, Rhythm and Blues, Funk und Gospel bekannt war.
Ein Tonstudio ist nicht nur ein neutraler Raum. Akustik, Mikrofone, Bandmaschinen, Mischpulte, Arbeitsweisen und die Kommunikation zwischen den Beteiligten prägen das Ergebnis. Bei einer historischen Aufnahme solltest Du drei Ebenen unterscheiden:
- Musikalische Ebene: Komposition, Rhythmus, Melodie, Harmonik und Form.
- Aufführungsebene: Stimme, Instrumentalspiel, Zusammenspiel und Ausdruck.
- Produktionsebene: Takes, Overdubs, Mischung, Mastering und Veröffentlichung.
Entstehung der Elvis-Aufnahme
Session und Beteiligte
Die Aufnahme entstand am 22. Juli 1973. Dokumentiert sind unter anderem Elvis Presley als Sänger, James Burton, Reggie Young und Charlie Hodge an Gitarren, Tommy Cogbill am Bass, Ronnie Tutt und Jerry Carrigan am Schlagzeug, Bobby Wood am Klavier, Bobby Emmons an der Orgel sowie mehrere Begleitsängerinnen und Begleitsänger. Dennis Linde ergänzte einen Gitarren-Overdub.
| Funktion | Beteiligte | Analysefrage |
|---|---|---|
| Hauptgesang | Elvis Presley | Wie wirken Phrasierung, Akzentsetzung und Stimmfarbe? |
| Gitarren | James Burton, Reggie Young, Charlie Hodge | Welche Figuren begleiten oder kommentieren den Gesang? |
| Bass | Tommy Cogbill | Wie verbindet der Bass Rhythmus und Harmonie? |
| Schlagzeug | Ronnie Tutt, Jerry Carrigan | Wie werden Puls und Backbeat gestaltet? |
| Klavier und Orgel | Bobby Wood, Bobby Emmons | Wie verdichten die Tasteninstrumente den Klang? |
| Gitarren-Overdub | Dennis Linde | Welche Wirkung hat eine nachträglich ergänzte Spur? |
Vom Take zum Master
Ein Take ist ein Aufnahmeversuch. Der Master ist die für eine Veröffentlichung ausgewählte und bearbeitete Fassung. Ein Overdub ergänzt nachträglich eine weitere Spur. In der Abmischung werden Lautstärke, Panorama und Klangfarbe aufeinander abgestimmt; das Mastering bereitet das Endprodukt für das Veröffentlichungsmedium vor.
Spontaneität und Studioarbeit schließen einander nicht aus. Ausdruck entsteht häufig aus dem Zusammenspiel unmittelbarer Performance und technischer Bearbeitung.
Veröffentlichung und Rezeption
Single, Album und Charts
RCA veröffentlichte den Titel am 11. Januar 1974 gemeinsam mit Take Good Care of Her. Auf dem Album Good Times erschien er am 20. März 1974. In den Vereinigten Staaten erreichte die Veröffentlichung Platz 39 in der Popwertung und Platz 4 in der Countrywertung. In Großbritannien kam sie bis auf Platz 33.
| Station | Datum | Bedeutung |
|---|---|---|
| Erstfassung von Tony Joe White | 1972 | Ursprung des Songs |
| Elvis-Aufnahme | 22. Juli 1973 | Einspielung in den Stax Studios |
| Single-Veröffentlichung | 11. Januar 1974 | Kopplung mit Take Good Care of Her |
| Album-Veröffentlichung | 20. März 1974 | Aufnahme in Good Times |
| Orchesterbearbeitung | 2016 | Neue Fassung mit dem Royal Philharmonic Orchestra |
Chartplatzierungen beschreiben Marktresonanz innerhalb eines bestimmten Systems. Sie sind kein objektives Maß für künstlerische Qualität.
Die Orchesterfassung von 2016
2016 erschien auf The Wonder of You: Elvis Presley with the Royal Philharmonic Orchestra eine postume Bearbeitung. Presleys historische Stimme wurde mit einem neuen Orchesterarrangement verbunden.
Vergleiche die Fassung von 1973 mit der Orchesterbearbeitung. Achte darauf, wie sich Klangdichte, Größe, Intimität und emotionale Wirkung verändern. Trenne Beobachtung und Bewertung.
Musikalische Analyse
Genre, Rhythmus und Groove
Die Aufnahme verbindet Merkmale von Country-Musik, Soul, Bluesrock und Swamp Rock. Genrebezeichnungen sind kulturelle Ordnungssysteme und keine Naturgesetze. Begründe eine Genrezuordnung deshalb immer mit hörbaren Merkmalen.
Der Groove entsteht aus wiederkehrenden Beziehungen zwischen Schlagzeug, Bass, Gitarren und Tasteninstrumenten. Ein Backbeat bezeichnet typischerweise die deutliche Betonung der zweiten und vierten Zählzeit in einem Vierertakt.
Stimme und Instrumentierung
Phrasierung beschreibt, wie ein Interpret Töne und Wörter zeitlich gliedert, verbindet und akzentuiert. Elvis Presley gestaltet den Song mit rhythmisch flexibler Stimme und deutlichen Veränderungen der Klangfarbe. Die Gitarren können begleiten, kommentieren und Übergänge markieren. Bass und Schlagzeug bilden das Fundament. Klavier und Orgel verdichten den Klang. Der Begleitgesang verstärkt bestimmte Passagen.
Ein hilfreiches Analysemodell unterscheidet folgende Rollen:
- Fundament: Puls und harmonische Orientierung.
- Führung: Hauptstimme und Melodie.
- Kommentar: Kurze instrumentale Antworten.
- Verdichtung: Zusätzliche Stimmen oder Instrumente.
- Übergang: Fills, Pausen und Klangwechsel.
Thema und Wirkung
Der Song gestaltet eine direkte Liebeserklärung. Eine sprechende Person teilt einer angesprochenen Person ihre länger bestehende Zuneigung mit. Frage bei Deiner Analyse, ob Groove, Stimme und Instrumentierung eher Zögern, Entschlossenheit, Vertraulichkeit oder Selbstsicherheit vermitteln.
Quellenkritik und Urheberrecht
Bei Musikthemen solltest Du zwischen Fakt, Deutung und Wertung unterscheiden. Das Aufnahmedatum ist ein überprüfbarer Fakt. Die Aussage, die Orgel erzeuge einen souligen Charakter, ist eine Deutung. Die Behauptung, eine Version sei die beste, ist eine Wertung.
Bei widersprüchlichen Angaben zu Singles vergleichst Du offizielle Diskografien, Labelabbildungen, Katalognummern und zeitgenössische Charts. Vollständige Liedtexte, unlizenzierte Tonaufnahmen und kopierte Coverbilder gehören nicht in ein frei lizenziertes Lernprodukt. Bei Medien aus Wikimedia Commons prüfst Du Dateiseite, Urheber und Lizenz.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer schrieb I’ve Got a Thing About You Baby? (Tony Joe White) (!Elvis Presley) (!Felton Jarvis) (!James Burton)
In welchem Jahr erschien Tony Joe Whites Erstfassung? (1972) (!1968) (!1974) (!1981)
Wo nahm Elvis Presley den Song auf? (In den Stax Studios in Memphis) (!In den Abbey Road Studios) (!In den Motown Studios) (!In den Electric Lady Studios)
Wann entstand Elvis Presleys Aufnahme? (22. Juli 1973) (!11. Januar 1974) (!20. März 1974) (!14. Januar 1973)
Wann wurde die Single veröffentlicht? (11. Januar 1974) (!22. Juli 1973) (!20. März 1974) (!21. Oktober 2016)
Auf welchem Album erschien der Titel 1974? (Good Times) (!Aloha from Hawaii) (!Promised Land) (!Elvis Country)
Welche Höchstposition erreichte die Single in der US-Countrywertung? (Platz 4) (!Platz 1) (!Platz 17) (!Platz 39)
Wer spielte Bass? (Tommy Cogbill) (!Ronnie Tutt) (!Bobby Wood) (!J. D. Sumner)
Wer spielte Orgel? (Bobby Emmons) (!James Burton) (!Jerry Carrigan) (!Dennis Linde)
Welches Orchester wirkte an der Fassung von 2016 mit? (Royal Philharmonic Orchestra) (!London Symphony Orchestra) (!Vienna Philharmonic Orchestra) (!Memphis Symphony Orchestra)
Memory
| Tony Joe White | Songwriter |
| Stax Studios | Aufnahmeort |
| Good Times | Album |
| Tommy Cogbill | Bass |
| Bobby Emmons | Orgel |
| Dennis Linde | Gitarren-Overdub |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Songwriter | Tony Joe White |
| Aufnahmeort | Stax Studios |
| Album | Good Times |
| Bassist | Tommy Cogbill |
| Organist | Bobby Emmons |
Kreuzworträtsel
| White | Wie lautet der Nachname des Songwriters Tony Joe? |
| Stax | Wie heißt das Aufnahmestudio? |
| Memphis | In welcher Stadt entstand die Aufnahme? |
| Cogbill | Wie lautet der Nachname des Bassisten Tommy? |
| Emmons | Wie lautet der Nachname des Organisten Bobby? |
| Jarvis | Wie lautet der Nachname des Produzenten Felton? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre die Elvis-Fassung dreimal und notiere sechs Beobachtungen mit Zeitmarken.
- Instrumentenkarte: Gestalte eine Grafik zu Stimme, Gitarren, Bass, Schlagzeug, Klavier, Orgel und Begleitgesang.
- Zeitleiste: Stelle Erstfassung, Aufnahme, Single, Album und Orchesterfassung chronologisch dar.
- Paraphrase: Beschreibe die Kommunikationssituation des Songs ohne Liedtextzitate.
Standard
- Fassungsvergleich: Vergleiche Tony Joe Whites und Elvis Presleys Fassungen anhand von fünf Kriterien.
- Arrangementplan: Zeichne den Verlauf der Elvis-Aufnahme als Klangschichten-Diagramm.
- Quellenkritik: Vergleiche drei seriöse Quellen zu Veröffentlichung und Chartdaten.
- Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Beitrag über die Stax-Session.
Schwer
- Produktionsexperiment: Komponiere einen eigenen Song und erstelle eine reduzierte sowie eine orchestrale Fassung.
- Stax-Forschungsessay: Untersuche die Bedeutung des Aufnahmeortes für die Wahrnehmung des Songs.
- Diskursanalyse: Analysiere die Darstellung des Songs in offiziellen Websites, Fan-Diskografien und Datenbanken.
- OER-Ausstellung: Entwickle eine frei lizenzierte digitale Ausstellung mit Zeitachse und Hörleitfaden.


Lernkontrolle
- Genre und Klang: Erkläre, weshalb die Aufnahme mehreren Genres zugeordnet werden kann, und belege Deine Einschätzung hörend.
- Interpretation als Transformation: Zeige an drei Merkmalen, wie eine Coverversion aus derselben Komposition ein neues musikalisches Ereignis macht.
- Studio als Mitautor: Beurteile die These, dass Studio, Technik und Produktion am musikalischen Ergebnis mitschreiben.
- Chart und Qualität: Erkläre, weshalb Chartplatzierungen zur Rezeptionsgeschichte gehören, aber kein ausreichendes Qualitätsurteil liefern.
- Postume Bearbeitung: Bewerte die Orchesterfassung von 2016 anhand selbst entwickelter künstlerischer und ethischer Kriterien.
- Quellenkonflikt: Entwirf ein Verfahren zur Prüfung widersprüchlicher Angaben über historische Singles.
Lernnachweis
- Historische Einordnung: Korrekte Zeitleiste mit Erstfassung, Aufnahme, Single, Album und späterer Bearbeitung.
- Höranalyse: Protokoll mit mindestens acht Zeitmarken und passenden Fachbegriffen.
- Fassungsvergleich: Vergleich von mindestens zwei Versionen mit transparenten Kriterien.
- Quellenarbeit: Quellenverzeichnis mit kurzer Zuverlässigkeitsbewertung.
- Transferleistung: Eigenes Arrangementkonzept, Podcast, Essay oder OER-Produkt.
- Reflexion: Unterscheidung zwischen sicheren Beobachtungen, Deutungen und offenen Fragen.
- Urheberrecht: Nachweis des korrekten Umgangs mit Lizenzen, Zitaten und geschützten Aufnahmen.
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