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Elvis Presley – Die Stax-Aufnahmen in Memphis

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Elvis Presley – Die Stax-Aufnahmen in Memphis



Einleitung

Elvis Presley – Die Stax-Aufnahmen in Memphis behandelt die beiden Aufnahmeblöcke, die Elvis Presley im Juli und Dezember 1973 in den Stax-Studios in Memphis absolvierte. Die Aufnahmen entstanden für RCA, nicht für das Stax-Label. Dadurch treffen mehrere Ebenen der Musikgeschichte aufeinander: der traditionsreiche Aufnahmeort, Presleys eigenes Musikerumfeld, der Produzent Felton Jarvis, die Technik des analogen Tonstudios und eine spätere Veröffentlichungspolitik, die das Material auf mehrere Alben verteilte.

Du lernst, die Stax-Sitzungen historisch einzuordnen, zentrale Titel zu analysieren und zwischen Take, Master, Outtake, Overdub, Mix, Remix und Remastering zu unterscheiden. Außerdem setzt Du Dich mit Quellenkritik, Urheberrecht und der Frage auseinander, ob jede bei Stax entstandene Aufnahme automatisch als klassischer Stax-Sound gelten kann.


Lernziele

  1. Musikgeschichte: Du ordnest die Stax-Sitzungen in Presleys Karriere und in die Musikgeschichte von Memphis ein.
  2. Tonstudio: Du erklärst zentrale Abläufe einer analogen Mehrspurproduktion.
  3. Musikanalyse: Du untersuchst Rhythmus, Instrumentierung, Gesang, Form und Dynamik ausgewählter Titel.
  4. Quellenkritik: Du unterscheidest Aufnahmejahr, Veröffentlichung, Wiederveröffentlichung und moderne Edition.
  5. Medienkompetenz: Du nutzt Bilder, Videos und Tonbeispiele verantwortungsvoll.


Memphis und Stax


Memphis als Musikstadt

Memphis ist eng mit Blues, Gospel, Soul, Rhythm and Blues und Rock ’n’ Roll verbunden. Presley nahm dort bereits in den 1950er-Jahren bei Sun Records auf. 1969 entstanden im American Sound Studio weitere bedeutende Memphis-Aufnahmen. Die Stax-Sitzungen von 1973 gehören deshalb zu einer längeren Verbindung zwischen Presley und seiner Heimatstadt.

Stax begann als Satellite Records und entwickelte sich an der East McLemore Avenue zu einem Zentrum des Memphis Soul. Mit dem Label und Studio sind unter anderem Otis Redding, Carla Thomas, Isaac Hayes, Sam & Dave und Booker T. & the M.G.’s verbunden.


Aufnahmeort und Label unterscheiden

Presley nutzte das Stax-Studio, blieb aber RCA-Künstler. Er arbeitete überwiegend mit Musikern aus seinem Tournee-, Nashville- und Memphis-Umfeld. Einzelne Stax-Musiker wirkten punktuell mit. Deshalb bezeichnet Stax-Aufnahmen zunächst den Ort der Produktion. Der Ausdruck bedeutet nicht automatisch, dass alle Titel dem klassischen Stax-Sound entsprechen.


Die Aufnahmeblöcke von 1973

Aufnahmeblock Zeitraum Ergebnis Charakter
Juli-Sitzungen 21. bis 25. Juli 1973 10 Master Rock, R&B, Country und Balladen
Dezember-Sitzungen 10. bis 16. Dezember 1973 18 Master besonders breite stilistische Mischung

Insgesamt entstanden 28 Masteraufnahmen. Die 2013 veröffentlichte Zusammenstellung Elvis at Stax: Deluxe Edition vereinte diese Master mit zahlreichen Outtakes und machte die Sitzungen als zusammenhängendes Kapitel besser hörbar.


Die Juli-Sitzungen


Beteiligte Musiker

Zu den beteiligten Musikern gehörten unter anderem James Burton, Reggie Young, Charlie Hodge, Tommy Cogbill, Ronnie Tutt, Jerry Carrigan, Bobby Wood und Bobby Emmons. Begleitgesang kam unter anderem von J. D. Sumner and the Stamps und Kathy Westmoreland. Bei einzelnen Titeln wirkten auch Musiker aus dem direkten Stax-Umfeld mit.


Die zehn Juli-Master

  1. Raised on Rock: Rocktitel mit biografisch spannungsvoller Textperspektive.
  2. For Ol’ Times Sake: zurückgenommene Ballade von Tony Joe White.
  3. I’ve Got a Thing About You Baby: Verbindung von Country, Pop und südlichem Rhythmus.
  4. Take Good Care of Her: Ballade mit kontrollierter Dynamik.
  5. If You Don’t Come Back: rhythmisch akzentuierter Titel.
  6. Three Corn Patches: bluesnaher Song mit rauer Klangwirkung.
  7. Girl of Mine: melodische Popballade.
  8. Just a Little Bit: R&B-orientierter Groove.
  9. Find Out What’s Happening: Verbindung von Rock und Funk-Elementen.
  10. Sweet Angeline: Ballade mit melodischem Schwerpunkt.


Fallbeispiel: Raised on Rock

Raised on Rock wurde von Mark James geschrieben. Der Liedtext schildert eine Person, die mit frühen Rock-’n’-Roll-Platten aufgewachsen ist. Da Presley selbst die Frühgeschichte des Rock ’n’ Roll geprägt hatte, entsteht eine Spannung zwischen Songrolle und Biografie.

  1. Liedtext: Wer spricht im Song?
  2. Biografie: Welche Rolle spielte Presley tatsächlich?
  3. Rezeption: Wie verändert dieses Wissen die Wirkung des Titels?


Die Dezember-Sitzungen


Besetzung und Arbeitsweise

Im Dezember spielten unter anderem James Burton, Johnny Christopher, Charlie Hodge, Norbert Putnam, Ronnie Tutt, David Briggs und Per-Erik Hallin. Spätere Overdubs ergänzten je nach Titel Gitarren, Tasteninstrumente, Percussion und Chorstimmen.


Die achtzehn Dezember-Master

  1. Promised Land
  2. It’s Midnight
  3. If You Talk in Your Sleep
  4. Help Me
  5. My Boy
  6. Thinking About You
  7. Mr. Songman
  8. I Got a Feelin’ in My Body
  9. Loving Arms
  10. Good Time Charlie’s Got the Blues
  11. You Asked Me To
  12. There’s a Honky Tonk Angel
  13. Talk About the Good Times
  14. She Wears My Ring
  15. Your Love’s Been a Long Time Coming
  16. Love Song of the Year
  17. Spanish Eyes
  18. If That Isn’t Love


Fallbeispiel: Promised Land

Promised Land stammt von Chuck Berry. Presleys Fassung verbindet erzählerischen Vorwärtsdrang mit energischer Rhythmusgruppe, prägnanten Gitarren, Klavier- und Clavinet-Klängen sowie mehrstimmigem Gesang. Die Aufnahme eignet sich für den Vergleich von Original und Coverversion.

Eine Coverversion kann Tempo, Instrumentierung, Phrasierung, Klangfarbe und Dramaturgie verändern.


Fallbeispiel: I Got a Feelin’ in My Body

Der Titel verbindet Funk, Gospel und Rock. Auffällig sind synkopierter Groove, Wechsel zwischen Haupt- und Begleitstimmen und eine dichte rhythmische Schichtung. Bass und Schlagzeug erzeugen einen starken Bewegungsimpuls.


Fallbeispiel: It’s Midnight

It’s Midnight ist eine Country-Ballade. Spannung entsteht durch Atemführung, Lautstärkeabstufung, gedehnte Phrasen und ein zunehmend dichteres Arrangement. Der Titel zeigt, wie Dramaturgie durch Instrumentenzuwachs und Stimmintensität aufgebaut werden kann.


Vom Take zum Master

  1. Take: einzelner Aufnahmeversuch.
  2. Master: ausgewählte und fertiggestellte Veröffentlichungsfassung.
  3. Outtake: nicht als ursprünglicher Master gewählte Aufnahme.
  4. Overdub: nachträglich ergänzte Tonspur.
  5. Mix: Abstimmung der Lautstärke und Position aller Spuren.
  6. Remix: neue Mischung vorhandener Spuren.
  7. Remastering: technische Neubearbeitung eines fertigen Masters.

Ein Outtake ist nicht automatisch schlechter als der Master. Er kann alternative Tempi, Textvarianten, Soli oder Entscheidungen der Band dokumentieren. Für die Forschung ist er deshalb besonders wertvoll.


Veröffentlichung

Album Jahr Bezug zu den Stax-Aufnahmen
Raised on Rock / For Ol’ Times Sake 1973 acht Juli-Master
Good Times 1974 acht Dezember-Master und zwei Juli-Master
Promised Land 1975 zehn weitere Dezember-Master
Elvis at Stax: Deluxe Edition 2013 28 Master und zahlreiche Outtakes

Die Verteilung auf mehrere Alben beeinflusste die Wahrnehmung. Erst spätere Zusammenstellungen machten die beiden Aufnahmeblöcke als gemeinsames Projekt sichtbar.


Historische Einordnung


Stax-Sound oder nur Stax-Ort?

Der klassische Stax-Sound entstand durch bestimmte Musiker, Arrangements, Produktionsweisen und die Arbeit des Labels. Bei Presley trafen mehrere Musikkulturen aufeinander: sein eigenes Musikerumfeld, einzelne Stax-Musiker, RCA-Produzent Felton Jarvis und die akustischen Bedingungen des Studios. Eine präzise Formulierung lautet deshalb: Presley nahm 1973 bei Stax in Memphis für RCA auf und verband dort sein eigenes Netzwerk punktuell mit dem Stax-Umfeld.


Spätwerk ohne Vereinfachung

Die Stax-Sitzungen gehören zu Presleys Spätwerk. Eine ausgewogene Bewertung vermeidet sowohl unkritische Verehrung als auch pauschale Abwertung. Gute Urteile verbinden Höranalyse, Produktionsgeschichte, Veröffentlichungskontext und überprüfbare Quellen.


Verknüpfte Lernbereiche

  1. Musikgeschichte: Entwicklung von Rock ’n’ Roll, Soul, Gospel und Country in Memphis.
  2. Musikproduktion: Mehrspuraufnahme, Overdub, Mix und Mastering.
  3. Medienbildung: Quellenprüfung, Archivmaterial und digitale Wiederveröffentlichung.
  4. Geschichte der Vereinigten Staaten: Kulturgeschichte der Südstaaten und afroamerikanische Musiktraditionen.
  5. Englischunterricht: Analyse englischsprachiger Liedtexte und Erzählperspektiven.
  6. Urheberrecht: verantwortungsvoller Umgang mit Tonaufnahmen, Bildern und Videos.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welcher Stadt fanden die Stax-Sitzungen statt? (Memphis) (!Nashville) (!Chicago) (!Los Angeles)




In welchen Monaten nahm Presley 1973 bei Stax auf? (Juli und Dezember) (!Januar und März) (!Mai und August) (!September und November)




Wie viele Master entstanden insgesamt? (28) (!18) (!27) (!38)




Für welches Label entstanden die Aufnahmen? (RCA) (!Stax) (!Sun) (!Motown)




Wer produzierte die Sitzungen? (Felton Jarvis) (!Sam Phillips) (!Quincy Jones) (!Phil Spector)




Wer schrieb Promised Land? (Chuck Berry) (!Mark James) (!Tony Joe White) (!Dennis Linde)




Was ist ein Take? (Ein einzelner Aufnahmeversuch) (!Ein Plattencover) (!Eine Tournee) (!Eine Verkaufszahl)




Was ist ein Overdub? (Eine nachträglich ergänzte Tonspur) (!Ein Konzertmitschnitt) (!Ein gedruckter Liedtext) (!Eine Radiowerbung)




Auf wie viele ursprüngliche Studioalben wurde das Material hauptsächlich verteilt? (Drei) (!Eins) (!Fünf) (!Sieben)




Welche Aussage ist richtig? (Presley arbeitete überwiegend mit seinem eigenen Netzwerk und punktuell mit Stax-Musikern) (!Nur Booker T and the MGs spielten alle Titel) (!Presley spielte alle Instrumente allein) (!Es gab keinen Begleitgesang)





Memory

Stax Studios East McLemore Avenue
Juli 1973 Erster Aufnahmeblock
Dezember 1973 Zweiter Aufnahmeblock
Felton Jarvis Produzent
James Burton Gitarrist
Norbert Putnam Bassist
Promised Land Chuck-Berry-Komposition
Elvis at Stax Edition von 2013





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Take Einzelner Aufnahmeversuch
Master Ausgewählte Veröffentlichungsfassung
Outtake Nicht als Master gewählte Aufnahme
Overdub Später ergänzte Tonspur
Remix Neue Mischung vorhandener Spuren






Kreuzworträtsel

Memphis In welcher Stadt lagen die Stax-Studios?
Jarvis Wie lautete der Nachname des Produzenten Felton?
Burton Wie lautete der Nachname des Gitarristen James?
Putnam Wie lautete der Nachname des Bassisten Norbert?
Outtake Wie heißt eine nicht als Master gewählte Aufnahme?
Overdub Wie heißt eine später ergänzte Tonspur?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Elvis Presley nahm 1973 in den Stax-Studios in

auf.
Der erste Aufnahmeblock fand im Monat

statt.
Der zweite Aufnahmeblock begann im Monat

.
Die Aufnahmen entstanden für das Label

.
Der Produzent hieß Felton

.
Insgesamt entstanden

Masteraufnahmen.
Eine später ergänzte Tonspur heißt

.
Die Edition Elvis at Stax erschien

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste der Aufnahmeblöcke und Veröffentlichungen.
  2. Instrumentenkunde: Erkläre die Rollen von Gitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier, Orgel und Begleitgesang.
  3. Hörprotokoll: Notiere zu einem Titel acht konkrete Höreindrücke.
  4. Begriffskarten: Erstelle Karten zu Take, Master, Outtake, Overdub, Mix und Remastering.


Standard

  1. Songanalyse: Analysiere Promised Land nach Form, Rhythmus, Instrumentierung und Gesang.
  2. Vergleichende Musikanalyse: Vergleiche Presleys Fassung mit Chuck Berrys Original.
  3. Infografik: Zeige die Verteilung der 28 Master auf drei Alben.
  4. Podcast: Produziere einen fünfminütigen Beitrag zur Frage nach dem Stax-Sound.


Schwer

  1. Quellenkritik: Vergleiche drei Darstellungen der Sitzungen und untersuche ihre Perspektiven.
  2. Arrangement: Entwirf ein alternatives Arrangement für einen Stax-Titel.
  3. Archivforschung: Untersuche die Kennzeichnung von Takes, Outtakes, Mixen und Remasterings.
  4. Ausstellungskonzept: Plane eine Ausstellung zu Presley, Stax, Technik und Memphis.




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Lernkontrolle

  1. Kontextanalyse: Erkläre, warum der Aufnahmeort allein nicht genügt, um alle Titel als klassischen Stax-Sound zu bezeichnen.
  2. Transfer: Übertrage Take, Master, Outtake und Overdub auf eine heutige digitale Musikproduktion.
  3. Urteilsbildung: Beurteile die Verteilung der Aufnahmen auf drei Alben aus wirtschaftlicher und künstlerischer Sicht.
  4. Vergleich: Entwickle Kriterien für einen fairen Vergleich zweier Versionen desselben Songs.
  5. Medienkompetenz: Prüfe ein Onlinevideo nach Urheberschaft, Quellen, Musikrechten und Trennung von Fakt und Meinung.
  6. Historisches Erzählen: Verfasse einen Museumstext, der Presleys Rolle würdigt und die afroamerikanische Geschichte von Stax berücksichtigt.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du

  1. die beiden Aufnahmeblöcke korrekt einordnen,
  2. Stax als Aufnahmeort und Stax als Label unterscheiden,
  3. wichtige Musiker und den Produzenten benennen,
  4. mindestens zwei Titel fachsprachlich analysieren,
  5. Take, Master, Outtake, Overdub, Mix, Remix und Remastering unterscheiden,
  6. die Veröffentlichung auf drei Alben erklären,
  7. Quellen kritisch bewerten,
  8. Urheberrecht und offene Lizenzen beachten,
  9. ein begründetes Urteil mit hörbaren Merkmalen belegen.




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