Elvis Presley – A Big Hunk o’ Love


Elvis Presley – A Big Hunk o’ Love
Einleitung
Elvis Presley – A Big Hunk o’ Love ist ein aiMOOC über einen energiegeladenen Rock-’n’-Roll-Titel aus dem Jahr 1959. Du untersuchst Entstehung, Veröffentlichung, Rhythmus, Arrangement, Gesang, Klavier, Gitarre, Kontrabass und Begleitgesang. Außerdem vergleichst Du die Studioaufnahme mit einer späteren Livefassung und setzt Dich kritisch mit Sprache, Rollenbildern, Musikvermarktung und Quellen auseinander.
Die Aufnahme entstand am 10. Juni 1958 in einem RCA-Studio in Nashville, das heute als RCA Studio B bekannt ist. Veröffentlicht wurde sie am 23. Juni 1959 bei RCA Victor, während Presley seinen Militärdienst leistete. Der Song erreichte für zwei Wochen Platz eins der US-amerikanischen Billboard Hot 100 und Platz vier der britischen Singlecharts.

Hinweis zum Urheberrecht: Der vollständige Liedtext wird in diesem Kurs nicht wiedergegeben. Arbeite für Höranalysen mit einer rechtmäßig zugänglichen Aufnahme und kennzeichne Quellen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du die Entstehung von A Big Hunk o’ Love historisch einordnen, zentrale Beteiligte einer Aufnahmesession benennen, musikalische Merkmale hörend beschreiben, Studio- und Livefassungen vergleichen, sprachliche Wirkungen deuten und Informationen aus unterschiedlichen Quellen kritisch prüfen.
Lernbereiche
- Musikgeschichte: Einordnung des Titels in die Popmusik der späten 1950er Jahre.
- Musikanalyse: Untersuchung von Rhythmus, Form, Klangfarbe, Instrumentierung und Gesang.
- Medienbildung: Prüfung von Quellen, Chartangaben, Bildrechten und Videokanälen.
- Englisch: Deutung umgangssprachlicher Wendungen und sprachlicher Wirkung.
- Geschichte: Zusammenhang zwischen Presleys Militärzeit, öffentlicher Präsenz und Musikindustrie.
- Ethik: Reflexion über Rollenbilder, Respekt und Einvernehmlichkeit.
Steckbrief
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Interpret | Elvis Presley |
| Titel | A Big Hunk o’ Love |
| Autoren | Aaron Schroeder und Sidney Wyche |
| Aufnahme | 10. Juni 1958 |
| Aufnahmeort | Nashville, heute RCA Studio B |
| Veröffentlichung | 23. Juni 1959 |
| Label | RCA Victor |
| B-Seite | My Wish Came True |
| Produzent | Steve Sholes |
| US-Chart | Zwei Wochen Platz eins der Billboard Hot 100 |
| UK-Chart | Platz vier |
Historischer Kontext
Elvis Presley zwischen Popstar und Soldat
Als Elvis Presley 1958 in die US-Armee eintrat, war er bereits international bekannt. Die Session vom 10. Juni 1958 war seine einzige reguläre Studiosession während des Militärdienstes. Als A Big Hunk o’ Love 1959 erschien, hielt er sich in Deutschland auf. Die Veröffentlichung zeigt, wie ein Label die Präsenz eines Künstlers durch zeitlich geplante Singles sichern konnte.

Das Burgtor in Bad Nauheim verweist auf Presleys Zeit in Deutschland und zeigt, wie Biografie, Bildgestaltung und Vermarktung miteinander verbunden wurden.
Veröffentlichung und Erfolg
Die Single erschien mit My Wish Came True auf der B-Seite. In den Vereinigten Staaten stand der Titel im August 1959 zwei Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100, in Großbritannien erreichte er Platz vier. Für eine quellenkritische Betrachtung musst Du Aufnahmezeitpunkt, Veröffentlichungsdatum, Chart-Einstieg und Höchstplatzierung unterscheiden.
Die Aufnahmesession
Ort und Studiotechnik
Die Aufnahme entstand im heutigen RCA Studio B. Die veröffentlichte Fassung wurde aus Teilen des dritten und vierten Takes zusammengesetzt. Dieses Splicing zeigt, dass auch eine spontan wirkende Rock-’n’-Roll-Aufnahme das Ergebnis bewusster Auswahl und Montage sein kann.


Beteiligte Musiker und Funktionen
| Person oder Gruppe | Funktion |
|---|---|
| Elvis Presley | Leadgesang und Rhythmusgitarre |
| Hank Garland | Leadgitarre |
| Chet Atkins | Rhythmusgitarre |
| Bob Moore | Kontrabass |
| D. J. Fontana | Schlagzeug |
| Buddy Harman | Schlagzeug |
| Floyd Cramer | Klavier |
| The Jordanaires | Begleitgesang |
| Steve Sholes | Produktion |

Musikalische Analyse
Rhythmus und Groove
Der Titel wirkt schnell, drängend und tänzerisch. Schlagzeug, Bass, Rhythmusgitarre und Klavier greifen eng ineinander. Der Groove entsteht durch Akzente, kurze Pausen, Wiederholungen und das Wechselspiel zwischen Stimme und Instrumenten.
Form und Arrangement
Die Aufnahme ist kurz und konzentriert. Wiederkehrende Gesangsabschnitte, eine einprägsame Hookline, instrumentale Einwürfe und knappe Übergänge sorgen für Übersichtlichkeit. Das Arrangement steigert die Wirkung durch Verdichtung.
- Einleitung: Bestimme den ersten Energieimpuls.
- Strophe: Achte auf Sprachrhythmus und Begleitung.
- Hookline: Untersuche ihre Einprägsamkeit.
- Instrumentalteil: Notiere die Rollen von Klavier und Gitarre.
- Schluss: Beschreibe die Schlusswirkung.
Gesang und Ausdruck
Presleys Stimme verbindet deutliche Konsonanten, gleitende Tonbewegungen, Ausrufe und rauere Klangfarben. Unterscheide beim Hören zwischen Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe, Artikulation und Phrasierung.
Harmonik und Stilbezüge
Die harmonische Sprache ist übersichtlich und bluesnah. Der Titel steht in der Tradition des Rock ’n’ Roll, der Elemente aus Rhythm and Blues, Country-Musik und Gospel verband. Auch der Begriff Rockabilly ist für die Verbindung von Country-Spielweisen und Rock-’n’-Roll-Energie hilfreich.
Sprache, Titel und Rollenbilder
Hunk bezeichnet hier sinngemäß ein großes Stück oder eine große Portion, während o’ die verkürzte Aussprache von of sichtbar macht. Eine sinngemäße Übertragung lautet daher „eine große Portion Liebe“. Wiederholung, Übertreibung und direkte Anrede machen die Botschaft einprägsam. Zugleich kannst Du fragen, wo die Ansprache verspielt oder drängend wirkt und welche Rollenbilder sichtbar werden.
Von der Studioaufnahme zur Bühne
Eine bekannte Livefassung entstand 1973 im Umfeld von Aloha from Hawaii. Im Vergleich zur Studioversion verändern größere Besetzung, Konzertsaal, Presleys reifere Stimme und sichtbare Performance den Höreindruck.
| Kriterium | Studioaufnahme 1958 | Livefassung 1973 |
|---|---|---|
| Stimme | Nah und kompakt | Bühnenpräsent und reifer |
| Ensemble | Nashville-Sessionmusiker | Größere Konzertbesetzung |
| Klangraum | Kontrolliertes Studio | Konzertsaal |
| Wirkung | Präzise Singleproduktion | Repräsentative Livewirkung |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann wurde A Big Hunk o’ Love aufgenommen? (Am 10. Juni 1958) (!Am 23. Juni 1959) (!Am 14. Januar 1973) (!Am 5. März 1960)
In welcher Stadt entstand die Studioaufnahme? (Nashville) (!Memphis) (!Honolulu) (!New York)
Wer schrieb A Big Hunk o’ Love? (Aaron Schroeder und Sidney Wyche) (!Jerry Leiber und Mike Stoller) (!Doc Pomus und Mort Shuman) (!Elvis Presley und Chet Atkins)
Welche Nummer stand auf der B-Seite? (My Wish Came True) (!Stuck on You) (!Jailhouse Rock) (!Heartbreak Hotel)
Welche US-Chartleistung erreichte der Titel? (Zwei Wochen Platz eins der Billboard Hot 100) (!Eine Woche Platz zehn) (!Vier Wochen Platz eins der Countrycharts) (!Keinen Chart-Einstieg)
Welche Höchstposition erreichte der Titel in Großbritannien? (Platz vier) (!Platz eins) (!Platz zwölf) (!Platz dreiundzwanzig)
Wer spielte Klavier? (Floyd Cramer) (!Bob Moore) (!Buddy Harman) (!Steve Sholes)
Welche Gruppe sang im Hintergrund? (The Jordanaires) (!The Crickets) (!The Drifters) (!The Coasters)
Wie entstand die Masterfassung? (Aus Teilen des dritten und vierten Takes) (!Aus einem Live-Mitschnitt) (!Ohne Instrumente) (!Aus einer Aufnahme von 1973)
In welchem Konzertprojekt sang Presley den Titel 1973? (Aloha from Hawaii) (!Live Aid) (!The Last Waltz) (!Monterey Pop)
Memory
| A Big Hunk o’ Love | Rock-’n’-Roll-Single von 1959 |
| Aaron Schroeder | Mitautor |
| Sidney Wyche | Mitautor |
| RCA Studio B | Aufnahmeort |
| Floyd Cramer | Pianist |
| The Jordanaires | Begleitgesang |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion |
|---|---|
| RCA Studio B | Aufnahmeort |
| Hank Garland | Leadgitarre |
| Floyd Cramer | Klavier |
| Bob Moore | Kontrabass |
| Steve Sholes | Produktion |
Kreuzworträtsel
| Nashville | In welcher Stadt wurde die Studioaufnahme eingespielt? |
| Schroeder | Wie lautet der Nachname eines Songautors? |
| Jordanaires | Wie heißt die Begleitgesangsgruppe? |
| Cramer | Wie lautet der Nachname des Pianisten? |
| Rockabilly | Welche Stilbezeichnung verbindet Rock und Country? |
| Honolulu | In welcher Stadt fand das Aloha-Konzert statt? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Notiere sechs Beobachtungen zu Stimme und Instrumenten.
- Rhythmusübung: Klatsche Grundpuls und Akzente und beschreibe den Groove.
- Wortfeld: Erstelle ein deutsch-englisches Wortfeld zu Liebe und Musik.
- Coveranalyse: Entwirf ein historisch plausibles, eigenes Singlecover.
Standard
- Formdiagramm: Erstelle eine Hörkarte mit Zeitmarken.
- Versionsvergleich: Vergleiche Studio- und Livefassung anhand von acht Kriterien.
- Studioteam: Gestalte eine Infografik zu den Beteiligten.
- Podcast: Produziere einen kurzen Beitrag über den Erfolg während Presleys Militärzeit.
Schwer
- Quellenkritik: Prüfe Aufnahme-, Veröffentlichungs- und Chartdaten in drei Quellen.
- Arrangement: Komponiere ein eigenes kurzes Rock-’n’-Roll-Stück.
- Musikindustrie: Vergleiche Singlevermarktung der 1950er Jahre mit heutiger Veröffentlichung.
- Ausstellungskonzept: Plane eine Ausstellung zu Nashville, Militärzeit, Singleerfolg und Live-Comeback.


Lernkontrolle
- Klang und Besetzung: Erkläre, wie die Nashville-Besetzung den Klang verändert.
- Produktion und Authentizität: Diskutiere die Montage aus zwei Takes.
- Historischer Transfer: Begründe den Erfolg während Presleys Militärzeit.
- Sprachkritik: Bewerte die Darstellung von Zuneigung historisch und aus heutiger Sicht.
- Versionsentscheidung: Wähle eine Fassung für eine Ausstellung und begründe Deine Entscheidung.
- Quellenprüfung: Entwickle ein Verfahren zur Prüfung widersprüchlicher Chartdaten.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis stellst Du ein Portfolio mit Hörprotokoll, historischer Einordnung, Analyse von mindestens drei musikalischen Parametern, Versionsvergleich, sprachkritischer Deutung und einem selbst gestalteten Produkt zusammen. Bewertet werden fachliche Richtigkeit, Hörbelege, Transferleistung, sprachliche Klarheit, Eigenständigkeit und korrekte Quellenangaben.
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