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Die Linke (Partei) - aiMOOC

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Die Linke (Partei) - aiMOOC




Einleitung

Die Linke ist eine politische Partei in der Bundesrepublik Deutschland. Sie entstand am 16. Juni 2007 aus der Fusion der PDS und der WASG. In der politischen Landschaft Deutschlands wird sie in der Regel links von SPD und Bündnis 90/Die Grünen eingeordnet. Sie versteht sich programmatisch als Partei des demokratischen Sozialismus, der sozialen Gerechtigkeit, der Friedenspolitik, der antifaschistischen Politik, der Umverteilung und einer starken öffentlichen Daseinsvorsorge.

Dieser aiMOOC hilft Dir, Die Linke als Partei historisch, programmatisch und demokratiepolitisch einzuordnen. Du lernst, wie Parteien in einer parlamentarischen Demokratie funktionieren, wie sich politische Programme unterscheiden und wie Du Informationen über Parteien kritisch prüfen kannst. Das Ziel ist nicht, eine Partei zu bewerben oder abzulehnen, sondern eine sachliche, quellenkritische und demokratische Urteilsbildung zu fördern.


Lernziele

  1. Parteien in Deutschland: Du kannst erklären, welche Rolle politische Parteien in der Demokratie haben.
  2. Die Linke: Du kannst die Entstehung der Partei aus PDS und WASG beschreiben.
  3. Demokratischer Sozialismus: Du kannst zentrale Grundbegriffe der Programmatik erläutern.
  4. Bundestag: Du kannst Wahlergebnisse und parlamentarische Bedeutung einordnen.
  5. Politische Urteilskompetenz: Du kannst politische Positionen, Quellen und Kontroversen differenziert bewerten.
  6. Medienkompetenz: Du kannst Parteiinformationen, journalistische Beiträge und wissenschaftliche Darstellungen voneinander unterscheiden.


Überblick über die Partei


Name, Einordnung und Selbstverständnis

Die Partei trägt seit 2024 in der Außendarstellung die Schreibweise Die Linke. Zuvor war häufig die Schreibweise DIE LINKE verbreitet. Der Name signalisiert den Anspruch, unterschiedliche linke Strömungen, soziale Bewegungen, Gewerkschaftsbezüge, parlamentarische Politik und außerparlamentarische Kritik miteinander zu verbinden.

Politikwissenschaftlich wird Die Linke meist als Linkspartei, sozialistische Partei oder demokratisch-sozialistische Partei beschrieben. Dabei ist wichtig: Eine Partei ist nicht nur ihr Programm, sondern auch ihre Geschichte, ihre Wählerschaft, ihre inneren Strömungen, ihre Regierungsbeteiligungen, ihre Konflikte und ihre Rolle im Parteiensystem.


Kurzprofil

Merkmal Information
Gründung 16. Juni 2007 in Berlin
Vorgänger PDS und WASG
Politische Einordnung links, sozialistisch, demokratisch-sozialistisch, sozialstaatlich
Zentrale Themen Soziale Gerechtigkeit, Arbeit, Mieten, Daseinsvorsorge, Frieden, Klimagerechtigkeit, Antifaschismus
Bundesvorsitz im Juni 2026 Ines Schwerdtner und Jan van Aken; Jan van Aken kündigte an, sein Amt beim Bundesparteitag im Juni 2026 niederzulegen
Bundestagswahl 2025 8,8 Prozent Zweitstimmen und 64 Sitze im Deutschen Bundestag


Geschichte


Von SED über PDS zur gesamtdeutschen Linkspartei

Die Geschichte der Partei ist ohne die Geschichte der DDR und der SED nicht zu verstehen. Die SED war die Staatspartei der DDR. Nach der Friedlichen Revolution 1989/90 wandelte sie sich mehrfach um und wurde zur PDS. Die PDS distanzierte sich in Teilen von der autoritären Herrschaftspraxis der DDR, blieb aber historisch stark mit der SED-Vergangenheit verbunden. Deshalb gehört der Umgang mit dieser Vergangenheit bis heute zu den zentralen Fragen der politischen Bewertung der Partei.

In den 1990er Jahren war die PDS vor allem in Ostdeutschland erfolgreich. Sie verstand sich dort für viele Menschen als Interessenvertretung ostdeutscher Erfahrungen nach der Wiedervereinigung. Dazu gehörten Fragen wie Arbeitslosigkeit, soziale Unsicherheit, Abwanderung, Anerkennung ostdeutscher Lebensleistungen und Kritik an den Folgen der wirtschaftlichen Transformation.


Die WASG und der Protest gegen Sozialreformen

Die WASG entstand in Westdeutschland aus Protest gegen die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder. Besonders umstritten waren die Agenda 2010 und die Hartz-Reformen. In der WASG engagierten sich unter anderem ehemalige SPD-Mitglieder, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie Menschen aus sozialen Bewegungen.

Die WASG brachte einen stärker westdeutschen, gewerkschaftsnahen und sozialpolitischen Protest in das Projekt einer neuen Linkspartei ein. Die PDS brachte ihre ostdeutsche Verankerung, ihre Mandate und ihre parlamentarische Erfahrung ein. Die Fusion beider Parteien sollte eine bundesweite linke Partei schaffen.


Fusion 2007

Am 16. Juni 2007 vereinigten sich PDS und WASG zur Partei Die Linke. Diese Fusion war politisch bedeutsam, weil sie eine Partei links von SPD und Grünen dauerhaft im bundesdeutschen Parteiensystem etablierte. Die neue Partei verband unterschiedliche politische Milieus: ostdeutsche Transformationskritik, gewerkschaftliche Sozialstaatskritik, kapitalismuskritische Theorie, Friedensbewegung, Mieterbewegung, Antifaschismus und parlamentarische Reformpolitik.


Entwicklung im Bundestag

Die Linke war seit ihrer Gründung mehrfach im Bundestag vertreten. Sie erreichte bei verschiedenen Bundestagswahlen zweistellige oder knapp zweistellige Ergebnisse, verlor aber ab Mitte der 2010er Jahre an Zustimmung. Bei der Bundestagswahl 2021 blieb sie mit 4,9 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde, zog aber aufgrund gewonnener Direktmandate dennoch in den Bundestag ein.

Nach parteiinternen Konflikten und der Abspaltung von Politikerinnen und Politikern um Sahra Wagenknecht verlor die Bundestagsfraktion 2023 ihren Fraktionsstatus und arbeitete zeitweise als Gruppe. Bei der Bundestagswahl 2025 gelang der Partei ein Comeback: Sie erreichte 8,8 Prozent der Zweitstimmen und 64 Sitze. Damit wurde sie erneut als Fraktion im Bundestag vertreten.


Regierungsbeteiligungen in Ländern

Die Linke war in mehreren Bundesländern an Landesregierungen beteiligt, besonders in Ostdeutschland und in Berlin. Historisch bedeutsam war Bodo Ramelow, der in Thüringen als erster Politiker der Linken Ministerpräsident eines Bundeslandes wurde. Regierungsbeteiligungen zeigen, dass eine Partei nicht nur anhand ihrer Oppositionsrhetorik, sondern auch anhand konkreter Regierungspraxis beurteilt werden kann. Gleichzeitig führen Regierungsbeteiligungen innerhalb linker Parteien häufig zu Konflikten zwischen pragmatischer Reformpolitik und grundsätzlicher Systemkritik.


Programmatik


Demokratischer Sozialismus

Der Begriff Demokratischer Sozialismus ist zentral für das Selbstverständnis der Partei. Er bezeichnet die Vorstellung, dass politische Demokratie durch soziale, wirtschaftliche und ökologische Demokratie ergänzt werden soll. Die Linke kritisiert, dass große Vermögen, Konzerne und Finanzmärkte zu viel Einfluss auf politische Entscheidungen hätten. Deshalb fordert sie mehr öffentliche Kontrolle, mehr Mitbestimmung und stärkere Umverteilung.

Dabei ist der Begriff demokratischer Sozialismus nicht eindeutig. Für manche bedeutet er vor allem einen starken Sozialstaat innerhalb einer demokratischen Marktwirtschaft. Für andere bedeutet er eine grundlegende Veränderung der Eigentums- und Wirtschaftsordnung. Diese Spannung prägt viele innerparteiliche Debatten.


Soziale Gerechtigkeit und Umverteilung

Die Linke stellt Soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Typische Forderungen betreffen höhere Löhne, sichere Arbeitsverhältnisse, armutsfeste Renten, eine stärkere Besteuerung großer Vermögen, bessere öffentliche Dienstleistungen, bezahlbare Mieten und mehr soziale Absicherung. Die Partei argumentiert, dass soziale Ungleichheit nicht nur ein wirtschaftliches Problem sei, sondern auch die Demokratie schwäche, weil wirtschaftliche Macht politischen Einfluss erzeugen könne.


Arbeit und Sozialstaat

In der Arbeits- und Sozialpolitik fordert Die Linke eine Stärkung von Tarifverträgen, Gewerkschaften, Mindestlohn, Arbeitsrecht und sozialer Absicherung. Sie kritisiert prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Befristungen und Niedriglöhne. Ein starkes öffentliches Gesundheits-, Bildungs- und Pflegesystem gehört ebenfalls zu ihren zentralen Forderungen.


Wohnen und Daseinsvorsorge

Ein besonders wichtiges Thema ist Wohnen. Die Partei fordert Maßnahmen gegen stark steigende Mieten, mehr gemeinnützigen und öffentlichen Wohnungsbau sowie stärkere Regulierung großer Wohnungskonzerne. Der Begriff Daseinsvorsorge meint öffentliche Leistungen, die für ein gutes Leben notwendig sind: Wohnen, Energie, Wasser, Gesundheit, Bildung, Mobilität, Pflege und digitale Infrastruktur. Die Linke argumentiert, dass solche Bereiche nicht allein nach Profitlogik organisiert werden sollten.


Klima und soziale Frage

In der Klimapolitik verbindet Die Linke ökologische Ziele mit sozialer Absicherung. Sie kritisiert, dass Klimaschutz sozial ungerecht wirken könne, wenn Kosten vor allem Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen treffen. Deshalb spricht sie häufig von Klimagerechtigkeit. Gemeint ist eine Transformation, die Emissionen senkt, aber zugleich bezahlbare Energie, öffentlichen Verkehr, gute Arbeit und soziale Sicherheit garantiert.


Frieden, Außenpolitik und Sicherheit

Die Linke versteht sich traditionell als Friedenspartei. Sie lehnt viele Auslandseinsätze der Bundeswehr und Aufrüstungspolitik ab und setzt stark auf Diplomatie, zivile Konfliktbearbeitung und Abrüstung. Diese Positionen sind besonders seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine umstritten. Die Partei verurteilt den Angriffskrieg, lehnt aber Waffenlieferungen und eine stärkere militärische Ausrichtung Deutschlands weitgehend ab. Hier wird sichtbar, wie schwierig politische Urteilsbildung ist: Werte wie Frieden, Selbstverteidigung, Völkerrecht, Menschenrechte und Sicherheit können in konkreten Konflikten in Spannung geraten.


Antifaschismus und Demokratie

Die Linke betont Antifaschismus, den Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und soziale Ausgrenzung. Gleichzeitig wird die Partei selbst immer wieder kritisch diskutiert, etwa wegen ihrer DDR-Vorgeschichte, einzelner innerparteilicher Strömungen, ihrer Haltung zu autoritären Staaten oder innerparteilicher Debatten zum Nahostkonflikt. Für eine demokratische Bewertung ist wichtig, nicht pauschal zu urteilen, sondern Programme, Handlungen, Personen, Strömungen und historische Verantwortung getrennt zu prüfen.


Die Linke im Parteiensystem


Verhältnis zu SPD und Grünen

Die Linke konkurriert mit SPD und Grünen um linke, soziale, ökologische und progressive Wählerinnen und Wähler. Im Unterschied zur SPD betont sie stärker Umverteilung, Kapitalismuskritik und soziale Bewegungen. Im Unterschied zu den Grünen verbindet sie Klimapolitik stärker mit Miet-, Lohn- und Klassenfragen. Zugleich gibt es Überschneidungen in Themen wie Antifaschismus, sozialer Teilhabe, Gleichstellung und Klimaschutz.

Koalitionen mit SPD und Grünen wurden in Bundesländern erprobt, auf Bundesebene kamen sie bislang nicht zustande. Ein Grund dafür sind besonders außen- und sicherheitspolitische Differenzen.


Wählerschaft

Die Wählerschaft der Linken hat sich im Laufe der Zeit verändert. Lange war die Partei in Ostdeutschland besonders stark. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann sie wieder stärker bei jungen Wählerinnen und Wählern, besonders in städtischen Milieus und bei Menschen, die soziale Themen wie Mieten, Löhne und Lebenshaltungskosten wichtig fanden. Die Analyse von Wählerschaften zeigt, dass Parteien nicht nur durch Programme, sondern auch durch soziale Erfahrungen, Generationen, Regionen und politische Konflikte geprägt werden.


Rolle der sozialen Medien

Die Linke nutzte im Bundestagswahlkampf 2025 soziale Medien auffällig erfolgreich. Politikerinnen wie Heidi Reichinnek erreichten mit kurzen, emotionalen und konfliktorientierten Videos viele junge Menschen. Für die politische Bildung ist das ein gutes Beispiel dafür, wie Social Media politische Kommunikation verändert. Kurze Videos können Aufmerksamkeit erzeugen, aber sie ersetzen keine gründliche Prüfung von Fakten, Programmen und politischen Folgen.

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Personen und Strukturen


Bundesvorsitz

Auf dem Halleschen Parteitag 2024 wurden Ines Schwerdtner und Jan van Aken zu Parteivorsitzenden gewählt. Jan van Aken kündigte im April 2026 an, beim Bundesparteitag im Juni 2026 nicht erneut als Parteivorsitzender anzutreten und sein Amt dann niederzulegen. Die Parteiführung ist für eine Partei wichtig, weil sie Themen setzt, Konflikte moderiert, Wahlkämpfe prägt und die Partei öffentlich repräsentiert.


Bundestagsfraktion

Die Bundestagsfraktion ist die parlamentarische Organisation der Abgeordneten einer Partei im Bundestag. Sie koordiniert Anträge, Reden, Ausschussarbeit, Medienauftritte und politische Strategien. In der 21. Wahlperiode gehören der Linksfraktion 64 Abgeordnete an. Als Fraktionsvorsitzende wurden Heidi Reichinnek und Sören Pellmann gewählt. Eine Fraktion hat mehr Rechte, Ressourcen und parlamentarische Möglichkeiten als eine kleinere Gruppe.


Parteitage, Mitglieder und innerparteiliche Demokratie

Parteien sind nicht nur Wahlkampforganisationen. Sie bestehen aus Mitgliedern, Kreisverbänden, Landesverbänden, Bundesparteitagen, Arbeitsgemeinschaften, Jugendorganisationen und innerparteilichen Strömungen. Bei Parteitagen werden Programme beschlossen, Vorstände gewählt und strategische Konflikte ausgetragen. Innerparteiliche Demokratie bedeutet, dass Mitglieder mitreden, Anträge stellen, kandidieren und über politische Richtungen streiten können.


Kontroversen und kritische Fragen


DDR-Vergangenheit und historische Verantwortung

Die Verbindung der PDS zur SED ist ein zentraler Grund, warum Die Linke bis heute kritisch betrachtet wird. Die SED war in der DDR für ein autoritäres Einparteiensystem mitverantwortlich. Eine demokratische Bewertung der Linken muss daher fragen: Wie glaubwürdig ist die Aufarbeitung dieser Vergangenheit? Welche Personen, Strukturen und Traditionen wirken fort? Welche Distanzierungen, Reformen und Lernprozesse gab es?


Kapitalismuskritik und Verfassungsstaat

Die Linke kritisiert den Kapitalismus grundsätzlich. Demokratisch entscheidend ist, ob politische Ziele mit den Grundrechten, dem Rechtsstaat, freien Wahlen, Minderheitenschutz und Gewaltenteilung vereinbar sind. In Wissenschaft und Öffentlichkeit gibt es unterschiedliche Einschätzungen: Manche sehen die Partei vor allem als sozialstaatliche Reformpartei, andere betonen radikalere Strömungen. Für Deine Urteilsbildung ist wichtig, zwischen Gesamtpartei, Programmen, einzelnen Zusammenschlüssen und konkreten politischen Entscheidungen zu unterscheiden.


Außenpolitik, Ukraine und NATO

In der Außenpolitik gehört Die Linke zu den Parteien, die militärische Mittel besonders skeptisch beurteilen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat diese Haltung stark herausgefordert. Kritikerinnen und Kritiker fragen, ob Diplomatie ohne militärische Unterstützung der angegriffenen Ukraine ausreicht. Befürworterinnen und Befürworter der Linken argumentieren, dass Waffenlieferungen Eskalationsrisiken erhöhen und zivile Lösungen zu wenig beachtet würden. Eine reflektierte Position muss Völkerrecht, Selbstverteidigung, Friedensethik, Sicherheitsinteressen und humanitäre Folgen zusammendenken.


Nahost, Israel und Antisemitismus

Auch Debatten über Israel, Palästina, Antisemitismus und Menschenrechte führen in der Partei immer wieder zu Konflikten. Eine demokratische Analyse muss hier besonders sorgfältig sein: Kritik an Regierungen ist grundsätzlich legitim, aber Antisemitismus, die Leugnung des Existenzrechts Israels oder die Relativierung antisemitischer Gewalt sind mit demokratischen Grundsätzen unvereinbar. Zugleich müssen Menschenrechte aller Zivilistinnen und Zivilisten im Blick bleiben. Für Lernende ist dieses Thema ein Beispiel dafür, wie wichtig genaue Sprache, Quellenprüfung und historisches Bewusstsein sind.


Methoden der politischen Urteilsbildung


Wie analysierst Du eine Partei?

Eine Partei solltest Du nicht nur nach einzelnen Schlagworten beurteilen. Prüfe mehrere Ebenen:

  1. Programm: Welche Ziele stehen im Grundsatzprogramm und im Wahlprogramm?
  2. Personal: Wer führt die Partei und wer prägt öffentliche Debatten?
  3. Geschichte: Welche historischen Belastungen, Brüche und Lernprozesse gibt es?
  4. Praxis: Wie handelt die Partei im Parlament, in Regierungen und in Kommunen?
  5. Finanzierung: Welche Interessen, Spenden und Mitgliedsstrukturen sind erkennbar?
  6. Wählerschaft: Welche sozialen Gruppen fühlen sich angesprochen?
  7. Medien: Wie stellt sich die Partei selbst dar und wie berichten andere über sie?
  8. Kritik: Welche begründeten Einwände gibt es von Fachleuten, Gegnern und Zivilgesellschaft?


Quellen kritisch prüfen

Nutze unterschiedliche Quellenarten. Parteiseiten zeigen Selbstbeschreibung. Journalistische Quellen ordnen aktuelle Ereignisse ein. Wissenschaftliche Texte erklären größere Zusammenhänge. Offizielle Wahlstatistiken liefern überprüfbare Daten. Social-Media-Beiträge können Hinweise auf Kommunikation geben, sind aber oft zugespitzt. Eine gute politische Analyse vergleicht Quellen und trennt Fakten, Bewertungen und Meinungen.

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Zusammenfassung

Die Linke ist eine deutsche Partei, die aus PDS und WASG hervorgegangen ist. Sie verbindet ostdeutsche Transformationsgeschichte, gewerkschaftsnahe Sozialpolitik, demokratisch-sozialistische Programmatik und außerparlamentarische Bewegungsbezüge. Ihre wichtigsten Themen sind soziale Gerechtigkeit, Umverteilung, bezahlbares Wohnen, starke öffentliche Daseinsvorsorge, Friedenspolitik, Antifaschismus und soziale Klimapolitik. Gleichzeitig ist die Partei wegen ihrer DDR-Vorgeschichte, innerparteilicher Strömungen und außenpolitischer Positionen Gegenstand kontroverser Debatten. Für eine demokratische Urteilsbildung ist entscheidend, die Partei sachlich, quellenkritisch und differenziert zu betrachten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Aus welchen Parteien entstand Die Linke im Jahr 2007? (PDS und WASG) (!SPD und FDP) (!CDU und CSU) (!Grüne und Piratenpartei)




Welcher Begriff ist zentral für das Selbstverständnis der Partei Die Linke? (Demokratischer Sozialismus) (!Nationalliberalismus) (!Monarchismus) (!Technokratie)




Welches Thema gehört besonders stark zur Programmatik der Linken? (Soziale Gerechtigkeit) (!Privatisierung aller Schulen) (!Abschaffung freier Wahlen) (!Erbmonarchie)




Wie viele Sitze erreichte Die Linke bei der Bundestagswahl 2025 im Bundestag? (64 Sitze) (!12 Sitze) (!232 Sitze) (!0 Sitze)




Was bedeutet Daseinsvorsorge? (Öffentliche Leistungen für grundlegende Lebensbereiche) (!Ein privates Hobby ohne gesellschaftliche Bedeutung) (!Ein anderes Wort für Wahlplakat) (!Die Abschaffung aller Kommunen)




Welche Partei war historisch eine Vorgängerin der Linken? (PDS) (!NSDAP) (!Zentrum ausschließlich) (!Bayernpartei ausschließlich)




Was ist eine Fraktion im Bundestag? (Ein Zusammenschluss von Abgeordneten zur parlamentarischen Arbeit) (!Ein Gericht des Bundesverfassungsgerichts) (!Ein einzelner Wahlzettel) (!Eine kommunale Schule)




Welche Aussage beschreibt die Linke im Parteiensystem am besten? (Sie wird meist links von SPD und Grünen eingeordnet) (!Sie ist eine konservative Schwesterpartei der CSU) (!Sie ist eine reine Wirtschaftsvereinigung ohne Wahlen) (!Sie ist eine Monarchistenpartei)




Warum ist die DDR-Vergangenheit für die Bewertung der Linken relevant? (Weil die PDS aus der SED-Nachfolge hervorging) (!Weil Die Linke 1949 die Bundesrepublik gründete) (!Weil die WASG eine DDR-Staatspartei war) (!Weil der Bundestag in der DDR tagte)




Was solltest Du bei der Analyse einer Partei immer tun? (Verschiedene Quellen vergleichen) (!Nur Wahlplakate lesen) (!Nur Gerüchte aus sozialen Medien nutzen) (!Alle Parteien ohne Prüfung gleichsetzen)





Memory

PDS Ostdeutsche Vorgängerpartei
WASG Westdeutsche Protestgründung
Demokratischer Sozialismus Zentrales Leitbild
Daseinsvorsorge Öffentliche Grundversorgung
Fraktion Zusammenschluss im Parlament
Parteitag Ort wichtiger Beschlüsse
Umverteilung Veränderung der Vermögensverteilung
Quellenkritik Prüfen von Informationen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
PDS Vorgeschichte in Ostdeutschland
WASG Protest gegen Sozialreformen
Bundestag Parlamentarische Arbeit
Daseinsvorsorge Öffentliche Grundversorgung
Klimagerechtigkeit Verbindung von Ökologie und sozialer Frage






Kreuzworträtsel

Sozialstaat Wie nennt man einen Staat, der soziale Absicherung politisch organisiert?
Fusion Wie heißt die Vereinigung zweier Parteien zu einer neuen Partei?
Bundestag In welchem deutschen Parlament arbeitet die Fraktion der Linken?
Mieten Welches Wohnkosten-Thema steht oft im Mittelpunkt linker Politik?
Programm Wie nennt man die schriftliche Sammlung politischer Ziele einer Partei?
Fraktion Wie heißt der Zusammenschluss von Abgeordneten einer Partei im Parlament?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Partei Die Linke entstand im Jahr 2007 aus der Fusion von PDS und

. Ein zentraler Begriff ihres Selbstverständnisses ist der demokratische

. In der Sozialpolitik fordert die Partei mehr soziale

. Ein wichtiges Thema ist bezahlbares

. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte Die Linke

Sitze im Bundestag. Politische Parteien sollten immer mithilfe verschiedener

untersucht werden. Die historische Verbindung der PDS zur

spielt bei der Bewertung der Partei weiterhin eine Rolle. Der Begriff Daseinsvorsorge bezeichnet öffentliche Leistungen für grundlegende

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Parteisteckbrief: Erstelle einen sachlichen Steckbrief zur Partei Die Linke mit Gründung, Vorgängern, Themen, Personen und Bundestagswahlergebnis 2025.
  2. Begriffskarte: Gestalte eine Begriffskarte zu fünf wichtigen Fachbegriffen wie Sozialstaat, Daseinsvorsorge, Umverteilung, Fraktion und Parteitag.
  3. Quellenvergleich: Vergleiche eine Selbstdarstellung der Partei mit einem neutralen Überblickstext und markiere Unterschiede in Sprache und Schwerpunktsetzung.
  4. Zeitleiste: Zeichne eine Zeitleiste von SED, PDS, WASG, Fusion 2007, Bundestagswahl 2021, Fraktionsverlust 2023 und Comeback 2025.


Standard

  1. Wahlprogramm analysieren: Untersuche ein Wahlprogramm der Linken und ordne fünf Forderungen den Politikfeldern Arbeit, Wohnen, Klima, Frieden und Demokratie zu.
  2. Medienanalyse: Analysiere ein kurzes Video oder einen Social-Media-Beitrag der Partei und unterscheide Information, Emotion, Zuspitzung und politische Forderung.
  3. Interviewprojekt: Befrage drei Personen unterschiedlichen Alters, welche Themen sie mit der Linken verbinden, und werte Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus.
  4. Parlamentsarbeit: Recherchiere eine parlamentarische Initiative der Linksfraktion und erkläre, welches Problem damit gelöst werden soll.


Schwer

  1. Kontroversenanalyse: Erarbeite eine differenzierte Analyse zur Frage, wie die DDR-Vergangenheit die Bewertung der Linken bis heute beeinflusst.
  2. Urteilsessay: Schreibe einen Essay zur Frage, ob soziale Gerechtigkeit stärker über Umverteilung, Bildung, Marktregulierung oder öffentliche Investitionen erreicht werden sollte.
  3. Parteienvergleich: Vergleiche Die Linke, SPD und Grüne in den Bereichen Sozialpolitik, Klimapolitik und Außenpolitik und bewerte zentrale Unterschiede.
  4. Debattenformat: Organisiere eine Pro-Contra-Debatte zur Friedenspolitik der Linken und achte darauf, dass beide Seiten mit überprüfbaren Argumenten arbeiten.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe Parteienanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum eine Partei nicht nur nach einzelnen Aussagen, sondern nach Programm, Geschichte, Praxis und Personal beurteilt werden sollte.
  2. Fallanalyse Wohnen: Entwickle für eine Stadt mit stark steigenden Mieten drei politische Maßnahmen und vergleiche, welche davon zur Programmatik der Linken passen würden.
  3. Demokratiebewertung: Diskutiere, wann Kapitalismuskritik Teil demokratischer Debatte ist und wann politische Ziele mit dem Rechtsstaat in Konflikt geraten könnten.
  4. Quellenkritische Prüfung: Nimm drei Quellen zur Linken und ordne sie als Parteiquelle, journalistische Quelle oder wissenschaftliche Quelle ein.
  5. Konfliktanalyse Außenpolitik: Erkläre, warum Friedenspolitik, Selbstverteidigung und internationale Solidarität in konkreten Kriegen in Spannung geraten können.
  6. Historischer Vergleich: Vergleiche die Rolle der PDS in Ostdeutschland mit der Rolle der Linken als bundesweiter Partei nach 2007.
  7. Medienkompetenz: Analysiere, wie kurze politische Videos Aufmerksamkeit erzeugen, und bewerte, welche Informationen dabei fehlen können.
  8. Urteilskompetenz: Formuliere ein begründetes Urteil zur Bedeutung der Linken im deutschen Parteiensystem und nenne mindestens zwei Gegenargumente zu Deiner Position.


Lernnachweis

  1. Portfolio: Sammle Deine Ergebnisse aus Steckbrief, Zeitleiste, Quellenvergleich und Parteienvergleich in einem Portfolio.
  2. Reflexion: Schreibe eine persönliche Reflexion darüber, welche Kriterien Du für die Bewertung politischer Parteien künftig nutzen willst.
  3. Präsentation: Präsentiere Deine Analyse in fünf Minuten und beantworte anschließend kritische Rückfragen aus der Lerngruppe.
  4. Feedback: Gib einer anderen Person ein sachliches Feedback zu Quellenwahl, Argumentation und Differenzierung.
  5. Abschlussurteil: Formuliere ein ausgewogenes politisches Urteil, das Fakten, Werte, Gegenargumente und offene Fragen sichtbar macht.




OERs zum Thema


Weitere Quellen und Vertiefung

  1. Kompakter Überblick: Die Linke bei der Bundeszentrale für politische Bildung
  2. Die Programmatik der Linken bei der Bundeszentrale für politische Bildung
  3. Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2025 bei der Bundeswahlleiterin
  4. Programm der Partei Die Linke
  5. Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag



Links


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