Deutsche Telekom Stiftung


Deutsche Telekom Stiftung

Einleitung
Die Deutsche Telekom Stiftung ist eine gemeinnützige Unternehmensstiftung mit Sitz in Bonn. Sie wurde 2003 von der Deutschen Telekom AG gegründet. Ihr Grundstockkapital beträgt 150 Millionen Euro. Die Stiftung versteht sich als Bildungsstiftung und konzentriert ihre Arbeit vor allem auf die Verbesserung der MINT-Bildung. Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.[1]
Der aiMOOC zeigt Dir, wie die Stiftung organisiert ist, welche Ziele sie verfolgt, wie sie Projekte entwickelt und welche Rolle private Stiftungen im öffentlichen Bildungssystem spielen können. Du lernst dabei nicht nur einzelne Projekte kennen. Du untersuchst auch, wie Bildungsinnovation, Chancengerechtigkeit, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Schulentwicklung und Bildungspolitik miteinander zusammenhängen.
Die Deutsche Telekom Stiftung beschreibt ihre Strategie mit dem Leitgedanken „Aus Wissen wird Können.“ Gemeint ist, dass fachliches Wissen erst dann besondere Wirkung entfaltet, wenn Lernende es anwenden, mit Erfahrungen verbinden und zur Lösung realer Probleme nutzen können. Die Stiftung möchte deshalb Lernformen fördern, in denen Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden, Verantwortung übernehmen, Fragen entwickeln, Daten auswerten, technische Lösungen erproben und ihre Ergebnisse reflektieren.[2]
Dieser Kurs richtet sich an Lernende der Sekundarstufe I, der Sekundarstufe II, der Beruflichen Bildung und des Studiums sowie an angehende Lehrkräfte. Je nach Lerngruppe kannst Du einzelne Kapitel auswählen oder den vollständigen Kurs bearbeiten.
Stand der Organisations- und Projektinformationen: Juli 2026. Da Stiftungen ihre Programme weiterentwickeln, solltest Du aktuelle Projektdaten bei einer vertieften Recherche immer auf der offiziellen Website prüfen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:
- Stiftungsprofil: Entstehung, Zweck, Sitz, Arbeitsweise und Grundstruktur der Deutschen Telekom Stiftung erklären.
- MINT-Bildung: begründen, warum Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik für Allgemeinbildung und gesellschaftliche Teilhabe wichtig sind.
- Stiftungsstrategie: Vision, Mission und den Leitgedanken „Aus Wissen wird Können“ in eigenen Worten erläutern.
- Bildungsökosystem: erklären, warum Schulen mit Bibliotheken, Jugendhäusern, Museen, Hochschulen, Unternehmen und Schülerlaboren kooperieren.
- Bildungsinnovation: aktuelle Projekte anhand ihrer Ziele, Zielgruppen und Methoden vergleichen.
- Governance: die Aufgaben von Vorstand, Kuratorium und Geschäftsführung unterscheiden.
- Wirkungsorientierung: Kriterien für die Planung und Bewertung von Bildungsprojekten anwenden.
- Unternehmensstiftung: Chancen und mögliche Spannungsfelder privat finanzierter Bildungsarbeit differenziert beurteilen.
- Quellenkritik: Selbstdarstellungen einer Organisation mit unabhängigen Quellen vergleichen.
- Transfer: eine eigene Projektidee für wirksame MINT-Bildung entwickeln.
Die Deutsche Telekom Stiftung im Überblick
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Gründung | Die Stiftung wurde 2003 von der Deutschen Telekom AG gegründet. |
| Sitz | Der Sitz befindet sich in Bonn. |
| Rechts- und Arbeitsform | Sie arbeitet gemeinnützig und überwiegend operativ. |
| Grundstockkapital | Das Grundstockkapital beträgt 150 Millionen Euro. |
| Thematischer Schwerpunkt | Im Mittelpunkt stehen MINT-Bildung, Bildung in der Kultur der Digitalität sowie Lernen mit und über Künstliche Intelligenz. |
| Zielgruppen | Die Arbeit richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, Schulen, Lehrkräfte, weitere Lernbegleitende sowie Akteure aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft. |
| Arbeitsweise | Die Stiftung entwickelt viele Vorhaben selbst und setzt sie gemeinsam mit Partnerorganisationen um. |
| Zentrale Gremien | Vorstand und Kuratorium tragen unterschiedliche Verantwortung für Strategie, Vermögen, Beratung und Kontrolle. |
Das Bild zeigt ein Schild der Deutschen Telekom Stiftung in Bonn. Die Stiftung ist organisatorisch von der Deutschen Telekom AG zu unterscheiden. Der Name verweist auf das gründende Unternehmen, die Stiftung verfolgt jedoch einen gemeinnützigen Bildungszweck und besitzt eigene Gremien, Programme und Entscheidungsprozesse.
Historische Einordnung
Die Gründung im Jahr 2003 erfolgte in einer Phase, in der Fragen nach der Qualität des deutschen Bildungssystems besonders intensiv diskutiert wurden. Internationale Schulleistungsstudien, der zunehmende Bedarf an Fachkräften und die wachsende Bedeutung digitaler Technologien verstärkten das Interesse an Bildungsreformen. In diesem Umfeld entstanden zahlreiche Kooperationen zwischen Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Eine Stiftung kann langfristiger arbeiten als ein zeitlich befristetes Einzelprojekt. Ihr Vermögen bildet eine finanzielle Grundlage, aus deren Erträgen und weiteren Mitteln Aktivitäten ermöglicht werden. Dennoch muss jede Stiftung Prioritäten setzen: Sie entscheidet, welche Probleme sie bearbeitet, mit welchen Partnern sie zusammenarbeitet und wie sie ihre Wirkung überprüft.
Bildungsstiftung und Unternehmensstiftung
Eine Stiftung ist eine Organisation, die dauerhaft einen festgelegten Zweck verfolgt. Eine Bildungsstiftung konzentriert sich auf Lernen, Lehren, Bildungschancen, Bildungsforschung oder die Entwicklung von Bildungseinrichtungen. Eine Unternehmensstiftung wurde von einem Unternehmen gegründet oder ist historisch eng mit ihm verbunden.
Unternehmensstiftungen können finanzielle Mittel, Netzwerke, technische Kenntnisse und organisatorische Erfahrung in gemeinnützige Vorhaben einbringen. Zugleich müssen Beobachtende prüfen, wie transparent Entscheidungen getroffen werden, ob pädagogische Ziele Vorrang haben und wie mögliche Interessenkonflikte behandelt werden. Eine sachliche Bewertung darf daher weder in unkritische Werbung noch in pauschale Ablehnung münden.
Für eine fundierte Analyse helfen folgende Fragen:
- Transparenz: Werden Ziele, Finanzierung, Gremien, Partner und Ergebnisse nachvollziehbar dargestellt?
- Gemeinnützigkeit: Steht der öffentliche Nutzen im Zentrum?
- Wissenschaftsorientierung: Werden Projekte auf fachliche Erkenntnisse gestützt und evaluiert?
- Partizipation: Werden Lernende, Lehrkräfte und weitere Betroffene an Entwicklung und Umsetzung beteiligt?
- Unabhängigkeit: Sind pädagogische Entscheidungen vor unangemessener wirtschaftlicher Einflussnahme geschützt?
- Nachhaltigkeit: Können erfolgreiche Ansätze auch nach einer Pilotphase weitergeführt werden?
- Datenschutz: Werden bei digitalen Projekten Persönlichkeitsrechte und Informationssicherheit beachtet?
- Chancengerechtigkeit: Erreichen Angebote auch Lernende mit ungünstigen Ausgangsbedingungen?
Strategie: Aus Wissen wird Können
Die Strategie der Stiftung verbindet Wissen, Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit. Lernende sollen nicht nur Inhalte wiedergeben, sondern sie in neuen Situationen nutzen. Dieser Gedanke passt zu kompetenzorientiertem Unterricht, Projektlernen, forschendem Lernen und Problemlösen.
Wissen bleibt unverzichtbar. Ohne fachliche Grundlagen lassen sich Daten, technische Systeme oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge nicht zuverlässig beurteilen. Können entsteht jedoch erst, wenn Wissen angewendet, überprüft, erweitert und mit anderen Fähigkeiten verbunden wird. Dazu gehören Kommunikation, Kreativität, Kooperation, kritisches Denken und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen.
Das Videointerview erläutert die strategische Ausrichtung der Stiftung. Achte beim Ansehen darauf, welche Bildungsprobleme benannt werden, welche Lösungswege vorgeschlagen werden und welche Rolle Schulen, Lernende und Partnerorganisationen erhalten.
Vision
Die Vision der Stiftung zielt darauf, dass Kinder und Jugendliche ihre individuellen Potenziale entfalten können, unabhängig von ihren jeweiligen Voraussetzungen. Diese Zielsetzung berührt das Prinzip der Chancengerechtigkeit. Chancengerechtigkeit bedeutet nicht, allen Lernenden exakt dasselbe Angebot zu geben. Vielmehr sollen unterschiedliche Ausgangslagen berücksichtigt und vermeidbare Benachteiligungen abgebaut werden.
Für die Praxis folgt daraus, dass Bildungsangebote zugänglich, differenzierbar und anschlussfähig sein müssen. Ein anspruchsvolles MINT-Projekt sollte sowohl leistungsstarke Lernende herausfordern als auch Unterstützungsangebote für Lernende mit fachlichen Lücken enthalten.
Mission
Die Mission konzentriert sich auf die Verbesserung der MINT-Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Nach dem Selbstverständnis der Stiftung gehören dazu auch das Lernen in einer Kultur der Digitalität sowie das Lernen mit und über Künstliche Intelligenz.[2]
Mit KI lernen bedeutet, KI-Anwendungen als Hilfsmittel einzusetzen, beispielsweise für Rückmeldungen, Erklärungen, Ideen oder Datenanalysen. Über KI lernen bedeutet, Funktionsweisen, Grenzen, Trainingsdaten, Fehlerquellen, gesellschaftliche Folgen und ethische Fragen zu untersuchen. Beide Perspektiven müssen miteinander verbunden werden.
Selbstwirksamkeit und Verantwortung
Selbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können. In Bildungsprojekten entsteht sie nicht allein durch Lob. Sie wächst, wenn Lernende anspruchsvolle Aufgaben bewältigen, Rückschläge verarbeiten, Unterstützung sinnvoll nutzen und Fortschritte erkennen.
Die Stiftung betont reale Herausforderungen aus dem MINT-Umfeld. Eine Lerngruppe könnte beispielsweise den Energieverbrauch der Schule untersuchen, Messdaten auswerten, Einsparideen entwickeln und diese der Schulleitung präsentieren. Dabei werden Fachwissen, Teamarbeit, Kommunikation und Verantwortung miteinander verbunden.
Drei Handlungsfelder
Die aktuelle Strategie ordnet die Arbeit der Stiftung drei übergeordneten Handlungsfeldern zu: Konzepte und Materialien, Netzwerke und Bildungssteuerung.[3]
| Handlungsfeld | Leitfrage | Typische Aktivitäten | Angestrebte Wirkung |
|---|---|---|---|
| Konzepte und Materialien | Wie können Lehren, Lernen und Prüfen verbessert werden? | Unterrichtsmaterialien, Lernumgebungen, Fortbildungen, Diagnoseinstrumente und Erprobungsprojekte | Stärkere fachliche und überfachliche Kompetenzen bei Lernenden |
| Netzwerke | Wie können Schulen mit anderen Lernorten wirksam zusammenarbeiten? | Kooperationen mit Hochschulen, Schülerlaboren, Bibliotheken, Jugendhäusern, Museen, Kommunen und Unternehmen | Mehr Lerngelegenheiten und ein tragfähiges Bildungsökosystem |
| Bildungssteuerung | Welche Rahmenbedingungen braucht ein leistungsfähiges und gerechtes Bildungssystem? | Dialogformate, Analysen, Modellvorhaben und Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis | Bessere Entscheidungen, veränderte Strukturen und nachhaltiger Transfer |
Konzepte und Materialien
Dieses Handlungsfeld richtet den Blick auf konkrete Lernprozesse. Gute Materialien bestehen nicht nur aus Arbeitsblättern. Sie verbinden Lernziele, Aufgaben, Rückmeldungen, Differenzierung, Diagnostik und Möglichkeiten zur Anwendung.
Bei der Entwicklung neuer Konzepte ist eine Erprobung wichtig. Ein Pilotprojekt kann zeigen, ob Aufgaben verständlich sind, welche Unterstützung Lehrkräfte benötigen und ob Lernende tatsächlich die gewünschten Kompetenzen entwickeln. Anschließend sollten Ergebnisse ausgewertet und Materialien überarbeitet werden.

Das Foto veranschaulicht gemeinsames datenbezogenes Lernen. Solche Situationen können Fachwissen, Teamarbeit und Datenkompetenz verbinden.
Netzwerke und Bildungsökosysteme
Lernen findet nicht nur im Klassenraum statt. Ein Bildungsökosystem umfasst alle Orte und Akteure, die Bildungsprozesse ermöglichen. Dazu können Schulen, Familien, Bibliotheken, Jugendhäuser, Museen, Hochschulen, Schülerlabore, Vereine, Betriebe und kommunale Einrichtungen gehören.
Kooperationen sind jedoch nicht automatisch erfolgreich. Sie benötigen gemeinsame Ziele, geklärte Rollen, verlässliche Kommunikation, Zeit, Ressourcen und Regeln für Datenschutz und Verantwortung. Besonders wichtig ist, dass außerschulische Partner nicht nur ein fertiges Angebot liefern, sondern mit Schulen und Lernenden auf Augenhöhe planen.
Ein lokales MINT-Netzwerk könnte beispielsweise eine Schule, eine Stadtbibliothek, eine Hochschule und einen Handwerksbetrieb verbinden. Die Schule bringt Kenntnisse über Lernstände ein, die Bibliothek stellt Räume und Medien bereit, die Hochschule unterstützt mit wissenschaftlicher Expertise und der Betrieb eröffnet Einblicke in technische Berufsfelder.
Bildungssteuerung
Bildungssteuerung umfasst Entscheidungen und Prozesse, durch die Ziele, Ressourcen, Zuständigkeiten und Qualitätsstandards im Bildungssystem gestaltet werden. Dazu gehören unter anderem Schulträger, Schulaufsicht, Landesinstitute, Ministerien, Kommunen und Schulleitungen.
Stiftungen können Analysen erstellen, Pilotprojekte ermöglichen und Akteure miteinander ins Gespräch bringen. Verbindliche staatliche Entscheidungen treffen sie jedoch nicht. Demokratisch legitimierte Institutionen bleiben für Lehrpläne, Prüfungsordnungen, Finanzierung und rechtliche Rahmenbedingungen verantwortlich.
Eine wichtige Transferfrage lautet: Wie wird aus einem erfolgreichen Modellprojekt eine dauerhaft nutzbare Lösung? Dafür müssen Kosten, Fortbildungsbedarf, technische Voraussetzungen, rechtliche Fragen und die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Schulen geklärt werden.
MINT-Bildung als Allgemeinbildung
MINT-Bildung ist nicht nur Vorbereitung auf technische Berufe. Sie hilft Menschen, gesellschaftliche Fragen zu verstehen und begründete Entscheidungen zu treffen. Klimawandel, Energieversorgung, Gesundheitsdaten, Algorithmen, Mobilität, Kommunikationstechnologien und Künstliche Intelligenz haben naturwissenschaftliche, mathematische und technische Grundlagen.
| Bereich | Zentrale Kompetenz | Beispiel aus dem Alltag |
|---|---|---|
| Mathematik | Strukturen erkennen, modellieren, rechnen und Ergebnisse prüfen | Statistiken zu Energieverbrauch oder Bildungschancen interpretieren |
| Informatik | Daten, Algorithmen und digitale Systeme verstehen | Prüfen, wie ein Empfehlungssystem Entscheidungen beeinflusst |
| Naturwissenschaften | Beobachten, experimentieren, Hypothesen testen und Erklärungen entwickeln | Wasserqualität messen oder die Wirkung von Dämmstoffen untersuchen |
| Technik | Systeme planen, gestalten, erproben und verbessern | Einen Sensor, ein Modellfahrzeug oder eine energiesparende Konstruktion entwickeln |

Praxisorientierte MINT-Bildung verbindet Beobachten, Experimentieren, Dokumentieren und Erklären. Entscheidend ist nicht nur das sichtbare Experiment, sondern auch die Auswertung der Ergebnisse.
Grundkompetenzen und Leistungsentwicklung
Die Stiftung begründet ihr Engagement unter anderem mit Herausforderungen bei mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundkompetenzen. Grundkompetenzen bilden die Voraussetzung für weiterführendes Lernen. Wer Größen, Daten, Proportionen oder naturwissenschaftliche Basiskonzepte nicht sicher versteht, stößt bei komplexeren Aufgaben schnell an Grenzen.
Förderung sollte daher zwei Ziele gleichzeitig verfolgen: Lernrückstände verringern und besondere Stärken weiterentwickeln. Diese Verbindung verhindert, dass Bildungsarbeit ausschließlich Defizite verwaltet oder nur bereits erfolgreiche Lernende erreicht.
Kreativität in MINT
MINT-Fächer werden manchmal fälschlich als rein regelgebunden dargestellt. Tatsächlich benötigen Forschung und Technik viel Kreativität. Probleme müssen neu beschrieben, Hypothesen entwickelt, Modelle entworfen und Lösungen verbessert werden.
Kreativität bedeutet dabei nicht Beliebigkeit. Eine technische Idee muss funktionieren, eine mathematische Lösung muss nachvollziehbar sein und eine naturwissenschaftliche Behauptung muss sich an Daten prüfen lassen. Kreativität und Genauigkeit ergänzen sich.
Datenkompetenz und Quellenkritik
Datenkompetenz umfasst das Erheben, Ordnen, Analysieren, Darstellen und Interpretieren von Daten. Hinzu kommt die Fähigkeit, Unsicherheit, Verzerrungen und Grenzen zu erkennen. Eine Grafik kann rechnerisch korrekt und dennoch irreführend sein, wenn Achsen ungünstig gewählt oder wichtige Vergleichswerte weggelassen werden.
Quellenkritik fragt danach, wer eine Information veröffentlicht, welche Belege vorliegen, welche Interessen bestehen, wie aktuell die Daten sind und ob andere zuverlässige Quellen zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Diese Kompetenzen sind für schulisches Lernen, politische Urteilsbildung und den Umgang mit KI-generierten Inhalten zentral.
Organisation und Arbeitsweise
Die Stiftung arbeitet nach eigener Darstellung ausschließlich gemeinnützig und überwiegend operativ. Operativ bedeutet, dass sie Projekte häufig selbst entwickelt und gemeinsam mit Partnern umsetzt. Sie ist daher nicht mit einer Förderstelle gleichzusetzen, die beliebige externe Anträge finanziert. Fördermöglichkeiten bestehen vor allem innerhalb ausdrücklich ausgeschriebener Programme.[1]
Nutze das Video, um die Arbeitsweise der Stiftung mit der folgenden Darstellung zu vergleichen. Notiere, welche Aussagen Selbstbeschreibung sind und welche durch zusätzliche Quellen überprüft werden sollten.
Vorstand
Der Vorstand entscheidet über die strategische Ausrichtung der Stiftungsaktivitäten. Zu seinen Aufgaben gehören die Verwaltung des Stiftungsvermögens sowie Entscheidungen über Programme und Projekte. Strategische Verantwortung bedeutet, Ziele festzulegen, Prioritäten zu bestimmen und zu prüfen, ob Aktivitäten zum Stiftungszweck passen.
Kuratorium
Das Kuratorium begleitet die Arbeit der Stiftung beratend. Es bringt fachliche Expertise, gesellschaftliche Perspektiven und externe Einschätzungen ein. Ein Kuratorium kann Fragen stellen, Entwicklungen beobachten und die strategische Reflexion unterstützen.
Für die Bewertung eines Gremiums ist nicht nur wichtig, wer Mitglied ist. Ebenso bedeutsam sind Auswahlverfahren, Amtszeiten, fachliche Vielfalt, mögliche Interessenkonflikte und die Transparenz von Entscheidungen.
Geschäftsführung und Projektteams
Die Geschäftsführung setzt strategische Entscheidungen organisatorisch um und koordiniert die laufende Arbeit. Projektteams planen Vorhaben, wählen Partner, organisieren Ausschreibungen, entwickeln Materialien, begleiten Erprobungen und werten Ergebnisse aus.
In komplexen Bildungsprojekten arbeiten häufig Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen: Pädagogik, Fachwissenschaft, Bildungsforschung, Kommunikation, Verwaltung, Technik und Projektmanagement. Diese Multiprofessionalität kann die Qualität erhöhen, verlangt aber klare Zuständigkeiten.
Transparenz und gute Stiftungspraxis
Die Deutsche Telekom Stiftung orientiert sich nach eigener Darstellung an der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, an Grundsätzen guter Stiftungspraxis und an Empfehlungen für gemeinnützige Unternehmensstiftungen.[1]
Transparenz ist mehr als die Veröffentlichung eines Jahresberichts. Für eine nachvollziehbare Bewertung sind insbesondere folgende Informationen hilfreich:
- Zweck: Welche gesellschaftlichen Ziele verfolgt die Stiftung?
- Finanzierung: Aus welchen Mitteln werden Aktivitäten bezahlt?
- Governance: Wer entscheidet, berät und kontrolliert?
- Projektpartner: Welche Organisationen wirken mit?
- Evaluation: Mit welchen Methoden wird Wirkung untersucht?
- Ergebnisse: Welche Erfolge, Grenzen und unerwarteten Folgen werden berichtet?
- Interessenkonflikt: Wie werden mögliche wirtschaftliche oder persönliche Interessen behandelt?
Projektbeispiele
Das Projektportfolio der Stiftung wird regelmäßig weiterentwickelt. Die folgende Übersicht zeigt Beispiele, die im Juli 2026 auf der Website der Stiftung dargestellt wurden.[3]
| Projekt | Schwerpunkt | Pädagogische Leitidee | Handlungsfeld |
|---|---|---|---|
| Data Science in der Schule | Daten im Unterricht analysieren | Lernende sollen Daten nicht nur konsumieren, sondern selbst untersuchen und interpretieren. | Konzepte und Materialien |
| Qapito! – Quellen kritisch beurteilen | Quellenkompetenz | Jugendliche prüfen Herkunft, Belege, Interessen und Zuverlässigkeit von Informationen. | Konzepte und Materialien |
| Mathe sicher können PLUS | Mathematische Basiskompetenzen | Lernstände werden datengestützt erkannt und gezielt gefördert. | Konzepte und Materialien |
| Deeper Learning | Lernen an echten Herausforderungen | Fachwissen wird mit Kooperation, Kreativität, Reflexion und Anwendung verbunden. | Konzepte und Materialien |
| Kreativität in der Bildung | Innovatives Denken | Lernende entwickeln, testen und verbessern eigene Ideen. | Konzepte und Materialien |
| Technik Scouts | IT-Kompetenzen von Jugendlichen | Jugendliche übernehmen Verantwortung und unterstützen andere bei technischen Fragen. | Netzwerke |
| Junior-Ingenieur-Akademie | Technikbildung und Berufsorientierung | Schulen arbeiten mit Hochschulen und Unternehmen an praxisnahen technischen Aufgaben. | Netzwerke |
| Chancen bilden | Regionale MINT-Bildungslandschaften | Schulische und außerschulische Lernorte entwickeln gemeinsame Angebote. | Netzwerke |
| KI-Schulpreis | Schulische Praxis mit Künstlicher Intelligenz | Erprobte Ansätze sollen sichtbar gemacht, reflektiert und weiterentwickelt werden. | Netzwerke |
| Trendmonitor KI in der Bildung | Orientierung im dynamischen Feld der KI | Entwicklungen, Einstellungen und Regelungen werden systematisch beobachtet. | Konzepte, Materialien und Bildungssteuerung |
| Forum Bildung Digitalisierung | Lernen in der digitalen Welt | Akteure arbeiten an systemischen Bedingungen für zeitgemäße Bildung. | Bildungssteuerung |
| Nationales MINT Forum | Zusammenarbeit in der MINT-Bildung | Organisationen bündeln Perspektiven und formulieren gemeinsame Anliegen. | Bildungssteuerung |
Fallbeispiel: Data Science in der Schule
Im Projektfeld Data Science lernen Schülerinnen und Schüler, mit Daten zu arbeiten. Ein Unterrichtsvorhaben könnte Verkehrsdaten, Wetterdaten, Wahlergebnisse oder Messwerte aus der Schule untersuchen.
Ein vollständiger Datenzyklus umfasst:
- Fragestellung: Eine präzise und untersuchbare Frage formulieren.
- Datenerhebung: Geeignete Daten beschaffen oder selbst erfassen.
- Datenbereinigung: Fehler, Lücken und uneinheitliche Formate erkennen.
- Datenanalyse: Kennwerte, Zusammenhänge und Auffälligkeiten untersuchen.
- Datenvisualisierung: Ergebnisse verständlich und ehrlich darstellen.
- Interpretation: Aussagen begründen und Unsicherheiten benennen.
- Datenschutz: Persönliche und sensible Informationen schützen.
- Reflexion: Grenzen der Untersuchung und mögliche Verzerrungen diskutieren.
Das Projektbeispiel zeigt, warum MINT-Bildung und politische Bildung zusammenhängen. Wer Daten beurteilen kann, ist weniger abhängig von vereinfachenden Behauptungen.
Fallbeispiel: Qapito! – Quellen kritisch beurteilen
Das Projekt Qapito! – Quellen kritisch beurteilen beschäftigt sich mit der Bewertung von Quellen. Diese Kompetenz wird durch soziale Netzwerke, KI-generierte Texte, Bilder und Videos immer wichtiger.
Ein möglicher Prüfweg lautet:
- Urheber: Wer hat die Information erstellt?
- Absicht: Soll informiert, überzeugt, verkauft oder provoziert werden?
- Beleg: Werden überprüfbare Daten und Quellen genannt?
- Aktualität: Wann wurde die Information veröffentlicht oder verändert?
- Kontext: Fehlen wichtige Bedingungen oder Gegenpositionen?
- Vergleich: Bestätigen unabhängige und fachlich geeignete Quellen die Aussage?
- Darstellung: Werden Sprache, Bilder oder Diagramme manipulativ eingesetzt?
- Urteil: Wie zuverlässig ist die Information und welche Unsicherheit bleibt?
Fallbeispiel: Junior-Ingenieur-Akademie
Die Junior-Ingenieur-Akademie verbindet Schulen mit Hochschulen und Unternehmen. Lernende bearbeiten technische Fragestellungen und erhalten Einblicke in Arbeitsweisen und Berufsfelder.
Ein solches Kooperationsmodell kann Unterricht bereichern, wenn Lernziele und Rollen klar bleiben. Die Schule trägt die pädagogische Verantwortung. Außerschulische Partner stellen Fachwissen, Geräte, Lernorte oder Praxisprobleme bereit. Lernende sollten nicht nur zuschauen, sondern selbst planen, bauen, testen, dokumentieren und bewerten.
Fallbeispiel: Chancen bilden
Chancen bilden setzt auf regionale Netzwerke. Die Grundidee besteht darin, Lernorte einer Stadt oder Region zu verbinden. Dadurch können Kinder und Jugendliche unterschiedliche Zugänge zu MINT-Themen erhalten.
Ein Netzwerk ist besonders wirksam, wenn Angebote aufeinander aufbauen. Ein einmaliger Aktionstag kann Interesse wecken, verändert aber nicht automatisch langfristige Lernwege. Nachhaltiger sind abgestimmte Angebote, verlässliche Ansprechpersonen, wiederkehrende Lerngelegenheiten und Übergänge zwischen Schule und außerschulischen Orten.
Bildung in der Kultur der Digitalität
Die Kultur der Digitalität bezeichnet mehr als den Einsatz von Computern. Digitale Medien verändern, wie Wissen erzeugt, geteilt, bewertet und weiterverarbeitet wird. Menschen arbeiten gleichzeitig an Dokumenten, nutzen Plattformen, veröffentlichen Inhalte und erhalten algorithmisch ausgewählte Informationen.
Für Bildung ergeben sich daraus mehrere Aufgaben. Lernende benötigen technische Fähigkeiten, aber auch Urteilsvermögen, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Wissen über Rechte. Schulen müssen klären, welche Daten verarbeitet werden, welche Systeme pädagogisch sinnvoll sind und wie digitale Teilhabe für alle ermöglicht wird.
Künstliche Intelligenz in der Bildung
Künstliche Intelligenz in der Bildung kann Lernprozesse unterstützen, beispielsweise durch adaptive Aufgaben, Übersetzung, Rückmeldung oder die Analyse von Lernständen. Gleichzeitig können fehlerhafte Ausgaben, verzerrte Trainingsdaten, mangelnde Transparenz und Datenschutzprobleme entstehen.
Ein verantwortlicher Einsatz benötigt mindestens vier Ebenen:
| Ebene | Leitfrage |
|---|---|
| Fachliche Qualität | Ist die Ausgabe sachlich richtig und für das Lernziel geeignet? |
| Didaktischer Nutzen | Fördert das Werkzeug eigenes Denken oder ersetzt es notwendige Lernprozesse? |
| Recht und Datenschutz | Welche Daten werden verarbeitet und welche Regeln gelten? |
| Ethik und Teilhabe | Wer profitiert, wer wird benachteiligt und wer kann Entscheidungen anfechten? |
KI-Kompetenz bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Werkzeuge zu nutzen. Sie bedeutet, Anwendungen zielgerichtet, kritisch, rechtssicher und reflektiert einzusetzen.
Wirkung und Evaluation
Ein Bildungsprojekt ist nicht allein deshalb erfolgreich, weil viele Menschen teilnehmen oder positive Rückmeldungen geben. Evaluation untersucht systematisch, ob Ziele erreicht wurden, wie Ergebnisse zustande kamen und welche Bedingungen die Wirkung beeinflussten.
Von der Aktivität zur Wirkung
Eine einfache Wirkungskette unterscheidet mehrere Ebenen:
| Ebene | Beispiel |
|---|---|
| Input | Geld, Personal, Zeit, Räume, Technik und Fachwissen |
| Aktivität | Fortbildung, Unterrichtsprojekt, Netzwerkveranstaltung oder Materialentwicklung |
| Output | Zahl der Teilnehmenden, veröffentlichte Materialien oder durchgeführte Workshops |
| Outcome | Veränderte Kompetenzen, Einstellungen, Unterrichtspraktiken oder Kooperationen |
| Impact | Langfristige Verbesserungen von Bildungschancen oder Strukturen |
Zwischen diesen Ebenen bestehen keine automatischen Zusammenhänge. Ein Workshop kann gut besucht sein, ohne den Unterricht dauerhaft zu verändern. Eine Evaluation muss daher mehr erfassen als Reichweite.
Qualitätskriterien für Bildungsprojekte
Ein überzeugendes Projekt sollte mehrere Kriterien erfüllen:
- Relevanz: Das Vorhaben bearbeitet ein tatsächlich bedeutsames Bildungsproblem.
- Zielklarheit: Ziele sind konkret, realistisch und überprüfbar.
- Zielgruppenorientierung: Voraussetzungen und Bedürfnisse der Lernenden werden berücksichtigt.
- Fachlichkeit: Inhalte entsprechen dem Stand von Wissenschaft und Fachdidaktik.
- Partizipation: Beteiligte können Erfahrungen und Interessen einbringen.
- Umsetzbarkeit: Zeit, Personal, Technik und Finanzierung sind realistisch geplant.
- Evaluation: Daten zur Durchführung und Wirkung werden systematisch erhoben.
- Skalierbarkeit: Es wird geprüft, ob und wie der Ansatz auf andere Kontexte übertragen werden kann.
- Nachhaltigkeit: Kompetenzen, Strukturen und Materialien bleiben möglichst langfristig nutzbar.
- Transparenz: Erfolge, Grenzen und Interessenkonflikte werden offengelegt.
Grenzen von Wirkungsnachweisen
Bildung ist komplex. Lernerfolge hängen von vielen Faktoren ab: Vorwissen, Unterrichtsqualität, sozialem Umfeld, Motivation, Sprache, Gesundheit, Ausstattung und schulischen Strukturen. Deshalb ist es oft schwierig, eine Veränderung eindeutig einem einzelnen Projekt zuzuschreiben.
Gute Evaluationen benennen solche Grenzen. Sie nutzen passende Methoden, vergleichen unterschiedliche Datenquellen und vermeiden übertriebene Schlussfolgerungen. Qualitative Interviews können erklären, wie Beteiligte ein Projekt erleben. Quantitative Daten können zeigen, wie häufig bestimmte Ergebnisse auftreten. Beide Zugänge ergänzen sich.
Chancen und Spannungsfelder privater Bildungsstiftungen
Private Stiftungen sind Teil der Zivilgesellschaft. Sie können neue Ideen erproben, Forschung und Praxis verbinden und Themen auf die öffentliche Agenda setzen. Gleichzeitig wirken sie in einem Bereich, der demokratisch verantwortet und überwiegend öffentlich finanziert wird.
| Mögliche Chance | Zu prüfendes Spannungsfeld |
|---|---|
| Langfristige Finanzierung von Innovation | Private Prioritäten könnten öffentliche Debatten beeinflussen. |
| Flexible Erprobung neuer Ansätze | Pilotprojekte passen möglicherweise nicht zu allen Schulen. |
| Verbindung von Wissenschaft und Praxis | Wissenschaftliche Begleitung muss unabhängig und transparent sein. |
| Aufbau von Netzwerken | Beteiligte können ungleiche Macht und Ressourcen besitzen. |
| Bereitstellung frei zugänglicher Materialien | Nutzungsrechte, Datenschutz und technische Abhängigkeiten müssen geklärt sein. |
| Öffentliche Aufmerksamkeit für Bildungsprobleme | Kommunikation darf Wirkung nicht stärker darstellen, als Daten belegen. |
Demokratische Verantwortung
Schulbildung ist eine öffentliche Aufgabe. Parlamente, Ministerien, Kommunen und andere demokratisch legitimierte Institutionen setzen rechtliche Rahmenbedingungen und tragen Verantwortung für die Grundversorgung. Stiftungen können beraten, unterstützen und erproben, aber sie ersetzen diese Verantwortung nicht.
Eine produktive Zusammenarbeit entsteht, wenn Rollen transparent sind: Staatliche Stellen sichern Rechte, Finanzierung und Verbindlichkeit. Schulen bringen pädagogische Erfahrung ein. Wissenschaft untersucht Qualität und Wirkung. Zivilgesellschaftliche Organisationen eröffnen zusätzliche Perspektiven und Ressourcen. Lernende und Familien sollten als Betroffene beteiligt werden.
Interessenkonflikte prüfen
Ein Interessenkonflikt liegt vor, wenn unterschiedliche Rollen oder Ziele eine unabhängige Entscheidung beeinflussen könnten. Bei einer Unternehmensstiftung ist deshalb zu untersuchen, wie die Verbindung zum gründenden Unternehmen ausgestaltet ist.
Prüffragen sind:
- Finanzierungstransparenz: Ist nachvollziehbar, welche Mittel vom Unternehmen stammen?
- Entscheidungsstruktur: Wer entscheidet über Themen, Projekte und Partner?
- Werbefreiheit: Werden Lernangebote von Produktwerbung getrennt?
- Datenhoheit: Erhalten Unternehmen Zugang zu Daten von Lernenden oder Schulen?
- Beschaffung: Entstehen Bindungen an bestimmte Produkte oder Plattformen?
- Pluralität: Können unterschiedliche fachliche und gesellschaftliche Positionen berücksichtigt werden?
- Rechenschaft: Werden Entscheidungen, Ergebnisse und Grenzen öffentlich dokumentiert?
Diese Fragen bedeuten nicht, dass ein Interessenkonflikt automatisch zu Fehlentscheidungen führt. Sie helfen, Risiken sichtbar und bearbeitbar zu machen.
Methodische Quellenkritik zur Stiftung
Für eine ausgewogene Untersuchung solltest Du verschiedene Quellentypen verbinden:
| Quellentyp | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| Offizielle Website | Aktuelle Informationen zu Strategie, Projekten und Ansprechpartnern | Selbstdarstellung der Organisation |
| Jahresbericht | Überblick über Aktivitäten, Finanzen und Ergebnisse | Auswahl und Darstellung liegen bei der Stiftung |
| Satzung | Verbindliche Angaben zu Zweck und Gremien | Erklärt nicht automatisch die praktische Umsetzung |
| Evaluation | Systematische Untersuchung von Prozessen und Wirkungen | Qualität hängt von Methoden und Unabhängigkeit ab |
| Presseberichte | Externe Perspektiven und öffentliche Einordnung | Können verkürzen oder einzelne Aspekte betonen |
| Wissenschaftliche Publikationen | Theoretische und empirische Einordnung | Sind nicht immer aktuell oder direkt auf ein Projekt bezogen |
| Interviews mit Beteiligten | Erfahrungen aus der Praxis | Einzelne Erfahrungen sind nicht automatisch verallgemeinerbar |
Die verlässlichste Beurteilung entsteht durch Triangulation. Dabei werden mehrere Quellen und Methoden kombiniert. Stimmen die Ergebnisse überein, steigt die Plausibilität. Widersprüche sind kein Grund, eine Untersuchung abzubrechen. Sie zeigen, wo genauer gefragt werden muss.
Zusammenfassung
Die Deutsche Telekom Stiftung ist eine gemeinnützige Unternehmensstiftung mit Schwerpunkt auf MINT-Bildung. Ihre Strategie verbindet Wissen, Können und selbstständiges Handeln. Sie arbeitet in den Bereichen Konzepte und Materialien, Netzwerke und Bildungssteuerung.
Die Stiftung entwickelt überwiegend eigene Projekte und kooperiert mit Schulen, Wissenschaft, außerschulischen Lernorten, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft. Themen wie Datenkompetenz, Quellenkritik, Künstliche Intelligenz, mathematische Grundkompetenzen, Kreativität und technische Berufsorientierung zeigen, dass moderne MINT-Bildung fachliche und gesellschaftliche Fragen verbindet.
Eine fundierte Bewertung untersucht nicht nur Ziele und bekannte Projekte. Sie prüft auch Transparenz, Partizipation, wissenschaftliche Qualität, Datenschutz, Nachhaltigkeit, demokratische Verantwortung und mögliche Interessenkonflikte. So wird aus einer Organisationsbeschreibung eine reflektierte Auseinandersetzung mit Bildungsinnovation.
Das Jubiläumsvideo bietet einen historischen Rückblick aus Sicht der Stiftung. Vergleiche die dort ausgewählten Erfolge mit den Kriterien für Wirkung und Evaluation aus diesem Kurs.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchem Jahr wurde die Deutsche Telekom Stiftung gegründet? (2003) (!1990) (!2012) (!2020)
Wofür steht die Abkürzung MINT? (Mathematik Informatik Naturwissenschaften und Technik) (!Medien Innovation Netzwerke und Training) (!Management Internet Nachhaltigkeit und Transfer) (!Musik Information Natur und Theater)
Wie lautet der strategische Leitgedanke der Stiftung? (Aus Wissen wird Können) (!Aus Technik wird Unterricht) (!Aus Daten wird Werbung) (!Aus Schule wird Wirtschaft)
Welches ist eines der drei Handlungsfelder der Stiftung? (Netzwerke) (!Sportförderung) (!Wohnungsbau) (!Verkehrsplanung)
Welche Aufgabe hat der Vorstand? (Er entscheidet über die strategische Ausrichtung) (!Er ersetzt die Schulaufsicht) (!Er schreibt staatliche Lehrpläne) (!Er vergibt Schulabschlüsse)
Was bedeutet überwiegend operative Stiftungsarbeit? (Die Stiftung entwickelt und realisiert viele Projekte selbst) (!Die Stiftung finanziert jeden eingereichten Antrag) (!Die Stiftung betreibt ausschließlich Schulen) (!Die Stiftung verkauft technische Geräte)
Welches Ziel gehört zur Vision der Stiftung? (Kinder und Jugendliche sollen ihre Potenziale entfalten können) (!Alle Schulen sollen identische Projekte durchführen) (!Nur besonders leistungsstarke Jugendliche sollen gefördert werden) (!MINT-Unterricht soll durch Werbung ersetzt werden)
Welches Projekt befasst sich besonders mit Quellenkritik? (Qapito) (!Chancen bilden) (!Junior-Ingenieur-Akademie) (!Freiräumen)
Was ist ein Bildungsökosystem? (Ein Netzwerk verschiedener Lernorte und Bildungsakteure) (!Ein einzelnes digitales Schulbuch) (!Eine Prüfung nur in Naturwissenschaften) (!Ein Gebäude für Stiftungsverwaltung)
Welches Kriterium ist für eine verantwortliche Bildungskooperation besonders wichtig? (Transparenz über Ziele Rollen und Ergebnisse) (!Geheime Auswahl aller Projektpartner) (!Verzicht auf jede Evaluation) (!Ausschluss der Lernenden von Entscheidungen)
Memory
| MINT | Mathematik Informatik Naturwissenschaften Technik |
| Vorstand | Strategische Entscheidungen |
| Kuratorium | Beratung und fachliche Begleitung |
| Operative Stiftung | Eigene Projektentwicklung |
| Bildungsökosystem | Vernetzte Lernorte |
| Qapito | Quellen kritisch beurteilen |
| Data Science | Daten analysieren |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Konzepte und Materialien | Neue Wege des Lehrens Lernens und Prüfens |
| Netzwerke | Kooperation von Schulen mit außerschulischen Lernorten |
| Bildungssteuerung | Verbesserung systemischer Rahmenbedingungen |
| Junior-Ingenieur-Akademie | Praxisnahe technische Bildung |
| Qapito | Kritische Beurteilung von Quellen |
| Trendmonitor KI | Orientierung zu Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz |
Kreuzworträtsel
| Stiftung | Welche Organisationsform verfolgt dauerhaft einen festgelegten Zweck? |
| Kuratorium | Welches Gremium berät und begleitet die Stiftungsarbeit? |
| Vorstand | Welches Gremium entscheidet über die strategische Ausrichtung? |
| Netzwerke | Wie heißt das Handlungsfeld für Kooperationen verschiedener Lernorte? |
| Transparenz | Welches Prinzip macht Ziele Finanzierung und Entscheidungen nachvollziehbar? |
| Evaluation | Wie heißt die systematische Untersuchung von Durchführung und Wirkung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Steckbrief: Erstelle einen einseitigen Steckbrief zur Deutschen Telekom Stiftung mit Gründungsjahr, Sitz, Zweck, Arbeitsweise und den drei Handlungsfeldern.
- MINT im Alltag: Fotografiere oder zeichne vier Alltagssituationen, die jeweils zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik passen, und erläutere die Verbindung.
- Begriffsnetz: Gestalte ein Begriffsnetz mit den Begriffen Stiftung, MINT, Bildung, Netzwerk, Digitalität, Transparenz und Evaluation.
- Videoanalyse: Sieh Dir eines der eingebundenen Videos an und notiere drei Kernaussagen sowie zwei Fragen, die das Video offenlässt.
Standard
- Projektvergleich: Vergleiche zwei Projekte der Stiftung nach Zielgruppe, Problem, Methode, Partnern, erwarteter Wirkung und möglichen Grenzen.
- Quellenprüfung: Untersuche eine Aussage der offiziellen Website mithilfe einer zweiten unabhängigen Quelle und dokumentiere Deinen Prüfweg.
- Bildungsökosystem vor Ort: Erstelle eine Karte möglicher Lernorte in Deiner Stadt oder Region und entwickle eine Kooperationsidee für ein MINT-Angebot.
- Wirkungskette: Entwirf für ein schulisches Datenprojekt eine Wirkungskette aus Input, Aktivität, Output, Outcome und Impact.
Schwer
- Stiftungsanalyse: Analysiere einen Jahresbericht der Deutschen Telekom Stiftung anhand der Kriterien Transparenz, Zielklarheit, Evaluation, Chancengerechtigkeit und Nachhaltigkeit.
- Kontroverse Debatte: Führe eine strukturierte Debatte zur Frage durch, welche Rolle Unternehmensstiftungen im öffentlichen Bildungssystem spielen sollten.
- Evaluationskonzept: Entwickle ein Untersuchungsdesign, mit dem die Wirkung eines MINT-Projekts überprüft werden könnte, und begründe Methoden, Indikatoren und Grenzen.
- Eigenes Bildungsprojekt: Plane ein vollständiges MINT-Projekt für Deine Schule mit Problemdefinition, Zielgruppe, Partnern, Zeitplan, Budget, Datenschutz, Partizipation und Evaluation.


Lernkontrolle
- Strategietransfer: Eine Schule möchte den Leitgedanken „Aus Wissen wird Können“ umsetzen. Entwickle ein Unterrichtsbeispiel und erkläre, an welchen Merkmalen sich der Übergang vom Wissen zum Können erkennen lässt.
- Projektentscheidung: Eine Stiftung kann entweder ein einmaliges Großereignis oder ein dreijähriges regionales Netzwerk fördern. Vergleiche beide Möglichkeiten anhand von Reichweite, Nachhaltigkeit, Chancengerechtigkeit und Wirkung.
- Interessenkonfliktanalyse: Ein Unternehmenspartner stellt einer Schule kostenlos eine Lernplattform bereit und möchte Nutzungsdaten auswerten. Analysiere Chancen, Risiken und notwendige Schutzmaßnahmen.
- Evaluationskritik: Ein Projektbericht nennt hohe Teilnehmendenzahlen als Beleg für großen Bildungserfolg. Beurteile diese Schlussfolgerung mithilfe der Wirkungskette.
- Quellenvergleich: Die offizielle Projektbeschreibung und ein Presseartikel bewerten dasselbe Vorhaben unterschiedlich. Entwickle ein Verfahren, mit dem Du zu einem begründeten Urteil gelangst.
- Bildungspolitischer Transfer: Ein erfolgreiches Pilotprojekt soll bundesweit verbreitet werden. Erkläre, welche pädagogischen, finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Bedingungen vor einer Skalierung geprüft werden müssen.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur einzelne Fakten kennst, sondern Zusammenhänge erklären und bewerten kannst.
- Sachkompetenz: Du beschreibst Gründung, Zweck, Arbeitsweise, Strategie und Handlungsfelder der Stiftung korrekt.
- Begriffskompetenz: Du verwendest Begriffe wie MINT, Unternehmensstiftung, Bildungsökosystem, Governance, Evaluation und Chancengerechtigkeit fachgerecht.
- Analysekompetenz: Du vergleichst Projekte nach Ziel, Methode, Partnern, Zielgruppe und erwarteter Wirkung.
- Urteilskompetenz: Du bewertest Chancen und Spannungsfelder privater Bildungsstiftungen anhand transparenter Kriterien.
- Quellenkompetenz: Du unterscheidest Selbstdarstellung, unabhängige Berichterstattung, wissenschaftliche Untersuchung und verbindliche Dokumente.
- Transferkompetenz: Du entwickelst eine eigene, realistische Idee für MINT-Bildung und begründest ihre Gestaltung.
- Reflexionskompetenz: Du benennst Unsicherheiten, Grenzen von Evaluationen und mögliche Interessenkonflikte.
- Darstellungskompetenz: Du präsentierst Ergebnisse strukturiert, quellenbasiert und adressatengerecht.
Als Lernprodukt eignen sich beispielsweise eine schriftliche Analyse, ein Portfolio, eine Präsentation, ein Podcast, ein Erklärvideo oder ein ausgearbeitetes Projektkonzept. Bewertet werden fachliche Richtigkeit, Quellenqualität, Begründungstiefe, Perspektivenvielfalt und die Übertragbarkeit Deiner Ergebnisse.
Quellen und Aktualität
Die Organisations- und Projektinformationen dieses aiMOOCs beruhen vor allem auf den offiziellen Darstellungen der Deutschen Telekom Stiftung. Für eine kritische Auseinandersetzung sollten diese Angaben mit unabhängigen Quellen, Evaluationen und wissenschaftlicher Literatur verglichen werden.
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Deutsche Telekom Stiftung: Organisation und Arbeitsweise, abgerufen im Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Deutsche Telekom Stiftung: Strategie, abgerufen im Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Deutsche Telekom Stiftung: Projekte, abgerufen im Juli 2026.
OERs zum Thema
Links
Verknüpfte Lernbereiche
- MINT-Bildung
- Digitale Bildung
- Medienkompetenz
- Künstliche Intelligenz
- Data Science
- Stiftungswesen
- Zivilgesellschaft
- Bildungspolitik
- Schulentwicklung
- Projektmanagement
- Wissenschaftskommunikation
- Berufsorientierung
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs



aiMOOC Projekte


THE MONKEY DANCE





|
