Dada - Geburt der Anti-Kunst


Dada - Geburt der Anti-Kunst
Einleitung
Dada oder Dadaismus ist eine internationale avantgardistische Bewegung der Modernen Kunst, die während des Ersten Weltkriegs entstand. Sie stellte scheinbar einfache, aber radikale Fragen: Was ist überhaupt Kunst? Wer entscheidet darüber? Muss Kunst schön, handwerklich perfekt oder logisch verständlich sein? Der Dadaismus antwortete mit Provokation, Ironie, Zufall, Unsinn, Collage, Fotomontage, Performance, Lautgedicht und Readymade. Deshalb wird Dada oft als Geburt der Anti-Kunst beschrieben.
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Der Begriff Anti-Kunst bedeutet bei Dada nicht einfach, dass Kunst abgeschafft werden sollte. Vielmehr richtete sich Dada gegen ein Kunstverständnis, das Museen, Akademien, Bürgertum, Nationalismus und Militarismus als selbstverständlich akzeptierte. Dada wollte die Regeln sichtbar machen, die bestimmen, was als Kunst gilt. Gerade durch scheinbaren Unsinn zeigten Dadaistinnen und Dadaisten, dass auch die angeblich vernünftige Welt der Politik, der Kriegspropaganda und der bürgerlichen Kultur in den Jahren um 1916 zutiefst widersprüchlich war.

Dieser aiMOOC führt Dich in die kunsthistorische Epoche Dada ein. Du lernst die Entstehung im Cabaret Voltaire, wichtige Künstlerinnen und Künstler, zentrale Ausdrucksformen und die Wirkung auf spätere Kunst kennen. Gleichzeitig übst Du, dadaistische Werke nicht nur als „komisch“ oder „chaotisch“ zu betrachten, sondern ihre Kritik, ihre Verfahren und ihre historischen Zusammenhänge zu verstehen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum Dada als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg entstand. Du kannst wichtige Zentren wie Zürich, Berlin, Hannover, Köln, New York und Paris unterscheiden. Du lernst zentrale Verfahren wie Lautgedicht, Simultangedicht, Collage, Fotomontage, Assemblage, Readymade, Manifest und Zufallsprinzip kennen. Außerdem kannst Du beurteilen, warum Dada bis heute für Konzeptkunst, Performancekunst, Pop Art, Fluxus, Medienkunst und Netzkultur wichtig ist.
Historischer Hintergrund
Europa im Ersten Weltkrieg
Der Dadaismus entstand nicht zufällig. Der Erste Weltkrieg erschütterte das Vertrauen vieler Künstlerinnen und Künstler in Fortschritt, Vernunft, Nation und Tradition. Millionen Menschen starben, während Regierungen, Zeitungen und kulturelle Institutionen den Krieg oft mit großen Worten rechtfertigten. Für viele Dadaistinnen und Dadaisten wirkte die offizielle Sprache der Politik hohl. Wenn die angeblich vernünftige Welt in den Krieg führte, dann musste Kunst nach neuen Formen suchen.
Die Schweiz war im Krieg neutral. Deshalb wurde Zürich zu einem Zufluchtsort für Menschen aus verschiedenen Ländern. Exilierte, Kriegsgegner, Schriftstellerinnen, Tänzer, Musikerinnen, Maler, politische Aktivistinnen und Intellektuelle trafen dort zusammen. Diese internationale Mischung war entscheidend: Dada war von Anfang an keine nationale Stilrichtung, sondern ein grenzüberschreitendes Netzwerk.
Das Cabaret Voltaire in Zürich
Am 5. Februar 1916 eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings in der Spiegelgasse 1 in Zürich das Cabaret Voltaire. Dort fanden Lesungen, Musik, Tanz, Maskenspiele, Lautpoesie, Ausstellungen und absurde Bühnenaktionen statt. Zu den frühen Beteiligten gehörten unter anderem Tristan Tzara, Marcel Janco, Richard Huelsenbeck, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Das Cabaret war klein, laut, improvisiert und international. Es wurde zum symbolischen Geburtsort von Dada.

Im Cabaret Voltaire verbanden sich Theater, Literatur, Bildende Kunst, Musik und Tanz. Diese Mischung war für Dada typisch. Die Grenze zwischen Bühne und Publikum, Text und Bild, Kunst und Alltag wurde unsicher. In einer Zeit, in der viele Menschen an festen Ordnungen zweifelten, machte Dada die Unsicherheit selbst zur künstlerischen Methode.
Der Name Dada
Die Herkunft des Wortes Dada ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Erzählungen: Manche verweisen auf ein zufällig im Wörterbuch gefundenes Wort, andere auf kindliche Silben, auf das französische Wort für Steckenpferd oder auf einen bewusst bedeutungsoffenen Klang. Gerade diese Unklarheit passt zur Bewegung. Dada wollte nicht als geschlossenes Programm erscheinen, sondern als Widerspruch, Spiel, Angriff und Befreiung zugleich.
Wichtig ist: Dada hatte keinen einheitlichen Stil wie manche andere Kunstepochen. Es war eher eine Haltung, eine Methode und ein Netzwerk. Dada konnte Gedicht, Plakat, Tanz, Objekt, Fotomontage, Manifest, Zeitung, Bühnenauftritt oder Ausstellung sein.
Anti-Kunst: Was bedeutet das?
Kunst gegen Kunstregeln
Anti-Kunst bedeutet bei Dada eine bewusste Kritik an den Regeln, die bestimmen, was Kunst sein darf. Dada stellte die traditionelle Vorstellung infrage, Kunst müsse schön, harmonisch, ernst, handwerklich meisterhaft oder eindeutig verständlich sein. Stattdessen arbeiteten Dadaistinnen und Dadaisten mit Abfallmaterial, Zeitungsausschnitten, Alltagsobjekten, Zufallsverfahren, lauten Bühnenaktionen und widersprüchlichen Texten.
Dada war deshalb nicht einfach „gegen Kunst“, sondern gegen eine Kunst, die so tat, als wäre sie von Politik, Gesellschaft und Macht getrennt. Dada machte sichtbar, dass jede Definition von Kunst auch soziale Folgen hat. Ein Readymade wie Fountain von Marcel Duchamp zeigt: Wenn ein gewöhnlicher Gegenstand durch Auswahl, Titel, Signatur und Ausstellungskontext zum Kunstwerk werden kann, dann liegt Kunst nicht nur im Material oder in der handwerklichen Herstellung, sondern auch in der Idee, im Kontext und in der Betrachtung.
Provokation als Denkwerkzeug
Dadaistische Provokation sollte das Publikum nicht nur schockieren. Sie sollte Denkgewohnheiten stören. Wer über ein Lautgedicht lacht, ein Readymade ablehnt oder eine Fotomontage als chaotisch empfindet, zeigt damit zugleich eigene Erwartungen an Kunst. Dada macht diese Erwartungen sichtbar. Genau darin liegt seine kunsthistorische Bedeutung.
Zentrale Ausdrucksformen
Lautgedicht und Simultangedicht
Ein Lautgedicht arbeitet mit Klang, Rhythmus, Stimme und Körper, ohne dass die Wörter eine gewöhnliche Bedeutung haben müssen. Hugo Balls Lautgedicht Karawane ist ein berühmtes Beispiel. Bei einer Aufführung im Cabaret Voltaire trug Ball ein geometrisches Kostüm und sprach Silben, die eher wie Klangereignisse als wie Alltagssprache wirkten.

Ein Simultangedicht wird von mehreren Stimmen gleichzeitig vorgetragen. Dadurch entsteht eine Überlagerung von Sprachen, Geräuschen und Bedeutungsresten. Diese Form kann als Reaktion auf die Geräuschwelt der modernen Großstadt, auf Propaganda und auf die Zerrissenheit der Kriegszeit verstanden werden.
Collage und Fotomontage
Die Collage setzt verschiedene Materialien zusammen, zum Beispiel Papierstücke, Schrift, Fotos, Eintrittskarten, Verpackungen oder Zeitungsausschnitte. Die Fotomontage verwendet fotografische Bilder, häufig aus Zeitungen und Illustrierten. Besonders der Berliner Dadaismus nutzte Fotomontage politisch. Künstlerinnen und Künstler wie Hannah Höch, Raoul Hausmann, John Heartfield und George Grosz griffen damit Militarismus, Medienbilder, Geschlechterrollen und Machtstrukturen an.
Die Fotomontage passt gut zu Dada, weil sie die moderne Bildwelt nicht glatt übernimmt, sondern zerlegt und neu zusammensetzt. Sie zeigt, dass Bilder nicht neutral sind. Sie können beeinflussen, verführen, manipulieren und kritisieren.
Readymade
Das Readymade ist ein bereits vorhandener Gegenstand, der durch Auswahl, Titel und Präsentation in den Kunstkontext gebracht wird. Marcel Duchamps Fountain von 1917 ist das bekannteste Beispiel: Ein Urinal wurde signiert, umgedreht, betitelt und zur Ausstellung eingereicht. Damit stellte Duchamp die Frage, ob Kunst durch handwerkliche Herstellung, durch Schönheit, durch den Willen des Künstlers, durch den Ausstellungsort oder durch die Betrachtenden entsteht.

Das Readymade ist für die Kunstgeschichte besonders wichtig, weil es den Weg zur Konzeptkunst öffnete. Die Idee konnte wichtiger werden als das handwerklich hergestellte Objekt.
Merz, Assemblage und Materialkunst
Kurt Schwitters entwickelte in Hannover seine eigene Form von Dada, die er Merz nannte. Er arbeitete mit Fundstücken, Papierabfällen, Holz, Drucksachen, Tickets und Alltagsresten. Daraus entstanden Collagen, Assemblagen und raumgreifende Arbeiten. Sein berühmter Merzbau war eine wachsende Rauminstallation, die Kunst, Architektur und Alltagsmaterial miteinander verband.
Merz zeigt, dass Dada nicht nur zerstörerisch war. Aus Bruchstücken konnte eine neue Ordnung entstehen. Gerade das scheinbar Wertlose wurde zum Material einer neuen Kunst.
Typografie, Plakat und Zeitschrift
Dada verbreitete sich durch Manifeste, Zeitschriften, Plakate, Flugblätter und Performances. Schrift wurde nicht nur gelesen, sondern auch gesehen. Unterschiedliche Schriftgrößen, schräge Anordnungen, Ausrufe, Wiederholungen und Bild-Text-Kombinationen machten die Seite selbst zur Bühne.

Dadaistische Gestaltung beeinflusste später Grafikdesign, Typografie, Bauhaus, Konstruktivismus, Fluxus, Punk-Ästhetik und digitale Netzkultur.
Zentren des Dadaismus
| Zentrum | Zeitraum und Schwerpunkt | Wichtige Personen |
|---|---|---|
| Zürich | Entstehung ab 1916, Cabaret, Lautpoesie, Performance, internationale Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner | Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp, Marcel Janco |
| Berlin | Politischer Dada nach dem Krieg, Fotomontage, Satire, Kritik an Militär, Presse und Bürgertum | Hannah Höch, Raoul Hausmann, John Heartfield, George Grosz, Richard Huelsenbeck |
| Hannover | Merzkunst, Collage, Assemblage, Raumkunst | Kurt Schwitters |
| Köln | Übergänge zwischen Dada und Surrealismus, Collage, Ausstellungsexperimente | Max Ernst, Johannes Theodor Baargeld, Hans Arp |
| New York | Readymades, Zeitschriften, Objektkunst, Kunst als Idee | Marcel Duchamp, Man Ray, Francis Picabia, Elsa von Freytag-Loringhoven, Beatrice Wood |
| Paris | Literatur, Manifeste, Konflikte mit dem Surrealismus | Tristan Tzara, André Breton, Francis Picabia |
Wichtige Personen
Hugo Ball und Emmy Hennings
Hugo Ball war Schriftsteller, Theatermann und Mitgründer des Cabaret Voltaire. Seine Lautgedichte und Auftritte machten Sprache als Klang und Körper erfahrbar. Emmy Hennings war Sängerin, Dichterin, Performerin und ebenfalls Mitgründerin des Cabarets. Ihre Rolle zeigt, dass Dada nicht nur aus Malerei bestand, sondern stark von Bühne, Stimme, Musik und Literatur geprägt war.
Tristan Tzara
Tristan Tzara war Dichter, Organisator und wichtiger Vermittler von Dada. Er schrieb Manifeste, pflegte internationale Kontakte und machte Dada über Zeitschriften und Auftritte bekannt. Tzara verstand Dada als radikalen Angriff auf feste Sinnsysteme.
Hannah Höch
Hannah Höch war eine zentrale Künstlerin des Berliner Dadaismus. Ihre Fotomontagen zerlegen Bilder aus Medien, Mode, Politik und Werbung. Sie untersuchte besonders Geschlechterrollen, Macht und die Darstellung der „Neuen Frau“ in der Weimarer Republik. Höchs Werk ist für die Verbindung von Dada, Medienkritik und feministischer Kunstgeschichte wichtig.
Marcel Duchamp
Marcel Duchamp veränderte mit dem Readymade die Kunstgeschichte. Werke wie Fountain zeigen, dass Kunst nicht nur durch handwerkliche Herstellung entsteht. Duchamp verschob die Aufmerksamkeit auf Auswahl, Idee, Titel, Signatur, Kontext und Reaktion des Publikums.
Kurt Schwitters
Kurt Schwitters entwickelte mit Merz eine eigene Variante dadaistischer Kunst. Er sammelte Alltagsreste und verwandelte sie in Collagen, Assemblagen und Rauminstallationen. Sein Merzbau gilt als wichtiger Vorläufer späterer Installationskunst.
Dada im Vergleich zu anderen Kunstrichtungen
Dada steht in Beziehung zu anderen Bewegungen der Modernen Kunst. Vom Kubismus übernahm Dada die Zerlegung von Formen und die Collage. Vom Futurismus übernahm Dada teilweise die Dynamik von Typografie, Geräusch und Aktion, lehnte aber dessen Kriegsbegeisterung ab. Zum Expressionismus gibt es Verbindungen in der Ablehnung bürgerlicher Normen, aber Dada ist stärker auf Zufall, Ironie und Anti-Logik ausgerichtet. Aus Dada entwickelte sich in Teilen der Surrealismus, der stärker auf Traum, Unbewusstes und psychische Bildwelten setzte.
Dada ist keine Epoche mit einem einheitlichen Formstil. Man erkennt Dada eher an Verfahren und Haltungen: Bruch, Montage, Zufall, Provokation, Internationalität, Medienkritik, Sprachkritik und Institutionskritik.
Wie analysierst Du Dada?
Wenn Du ein dadaistisches Werk untersuchst, solltest Du nicht nur fragen, ob es Dir gefällt. Wichtiger ist, welche Regel es bricht und warum. Eine gute Analyse kann diese Fragen nutzen: Welches Material wird verwendet? Welche Erwartungen an Kunst werden gestört? Welche Rolle spielt Zufall? Welche Medienbilder werden übernommen oder zerstört? Wie reagiert das Publikum? Gibt es Kritik an Krieg, Nationalismus, Konsum, Geschlechterrollen oder Kunstinstitutionen? Ist die Idee wichtiger als das Objekt?
| Analyseaspekt | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Material | Woraus besteht das Werk? | Zeitungsausschnitte, Fundstücke, Alltagsobjekte |
| Kontext | Wo und wann wurde das Werk gezeigt? | Cabaret, Ausstellung, Zeitschrift, öffentlicher Raum |
| Verfahren | Wie wurde das Werk gemacht? | Schneiden, Montieren, Vortragen, Auswählen, Zufall nutzen |
| Provokation | Welche Erwartung wird gestört? | Schönheit, Sinn, Originalität, Handwerk, Ernsthaftigkeit |
| Kritik | Welche gesellschaftliche Ordnung wird angegriffen? | Krieg, Militarismus, Medien, Geschlechterrollen, Kunstmarkt |
Wirkung und Bedeutung bis heute
Dada war als organisierte Bewegung nur wenige Jahre besonders aktiv. Trotzdem ist seine Wirkung enorm. Ohne Dada wären viele Entwicklungen der modernen und zeitgenössischen Kunst schwer vorstellbar: Konzeptkunst, Performancekunst, Installationen, Happenings, Fluxus, Pop Art, Appropriation Art, politische Fotomontage, experimentelle Typografie, Sound Art und viele Formen digitaler Bildkultur.
Auch heutige Memes, Remixe, Mashups, satirische Plakate und künstlerische Social-Media-Aktionen arbeiten oft mit dadaistischen Verfahren: Sie nehmen vorhandenes Material, lösen es aus seinem Zusammenhang und setzen es neu zusammen. Dada hilft Dir deshalb, moderne Medien kritisch zu lesen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wo entstand Dada 1916 als wichtige Bewegung? (Zürich) (!Florenz) (!London) (!Madrid)
Welcher Ort gilt als symbolischer Geburtsort des Dadaismus? (Cabaret Voltaire) (!Bauhaus Dessau) (!Salon des Refusés) (!Sixtinische Kapelle)
Wogegen richtete sich Dada besonders? (Krieg, Nationalismus und starre Kunstnormen) (!Die Erfindung der Fotografie) (!Die mittelalterliche Buchmalerei) (!Die Perspektive der Renaissance)
Was ist ein Readymade? (Ein ausgewählter Alltagsgegenstand im Kunstkontext) (!Ein Landschaftsbild mit Öltechnik) (!Ein naturgetreues Porträt) (!Eine mittelalterliche Wandmalerei)
Welcher Künstler ist besonders mit dem Werk Fountain verbunden? (Marcel Duchamp) (!Michelangelo) (!Claude Monet) (!Caspar David Friedrich)
Was ist ein Lautgedicht im Dadaismus? (Ein Gedicht, das Klang und Rhythmus vor Bedeutung stellt) (!Ein Gedicht mit festem Reimschema über Natur) (!Ein historischer Bericht in Versform) (!Ein Theaterstück ohne Stimme)
Welche Technik wurde im Berliner Dada besonders wichtig? (Fotomontage) (!Freskomalerei) (!Glasfenster) (!Mosaiktechnik)
Was meint Anti-Kunst bei Dada am treffendsten? (Kritisches Hinterfragen von Kunstregeln) (!Völliger Verzicht auf jedes künstlerische Handeln) (!Rückkehr zur höfischen Malerei) (!Ablehnung aller Bilder aus religiösen Gründen)
Wer entwickelte die Merzkunst in Hannover? (Kurt Schwitters) (!Jan van Eyck) (!Pablo Picasso) (!Gustave Courbet)
Welche spätere Bewegung wurde teilweise von Dada beeinflusst? (Surrealismus) (!Romanik) (!Gotik) (!Barock)
Memory
| Cabaret Voltaire | Zürich |
| Readymade | Alltagsobjekt |
| Lautgedicht | Klangexperiment |
| Fotomontage | Medienkritik |
| Merz | Kurt Schwitters |
| Manifest | Programmschrift |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Cabaret Voltaire | Entstehungsort in Zürich |
| Lautgedicht | Sprache als Klang |
| Fotomontage | Zusammenschnitt von Medienbildern |
| Readymade | Alltagsobjekt als Kunstfrage |
| Merz | Schwitters Kunst aus Fundmaterial |
Kreuzworträtsel
| Dadaismus | Wie heißt die internationale Avantgardebewegung, die Anti-Kunst berühmt machte? |
| Voltaire | Welcher Name ergänzt Cabaret als Geburtsort von Dada? |
| Karawane | Wie heißt ein berühmtes Lautgedicht von Hugo Ball? |
| Readymade | Wie heißt ein ausgewählter Alltagsgegenstand im Kunstkontext? |
| Merzbau | Wie heißt Schwitters berühmte Rauminstallation? |
| Fotomontage | Welche Technik verbindet Fotos aus Medien zu neuen Aussagen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Dada-Begriff: Erstelle eine Wortwolke zum Begriff Dada und erkläre in fünf Sätzen, warum die Wörter zusammenpassen.
- Lautgedicht: Schreibe ein kurzes Lautgedicht aus erfundenen Silben und trage es mit unterschiedlicher Lautstärke, Tempo und Körperhaltung vor.
- Bildbetrachtung: Wähle ein dadaistisches Bild oder Plakat aus und beschreibe ohne Wertung, was Du siehst.
- Alltagsobjekt: Wähle einen gewöhnlichen Gegenstand aus Deinem Alltag und gib ihm einen neuen Titel, der seine Bedeutung verändert.
Standard
- Fotomontage: Gestalte eine eigene Fotomontage aus Zeitungsausschnitten oder frei nutzbaren Bildern und formuliere die gesellschaftliche Kritik dahinter.
- Cabaret Voltaire: Entwickle ein fünfminütiges Programm für einen heutigen Dada-Abend mit Stimme, Geräusch, Bild und Bewegung.
- Manifest: Schreibe ein kurzes Dada-Manifest für Deine Schule, in dem Du eine starre Regel kreativ infrage stellst.
- Epochenvergleich: Vergleiche Dada mit Surrealismus oder Expressionismus und arbeite drei Gemeinsamkeiten und drei Unterschiede heraus.
Schwer
- Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Ausstellung mit mindestens fünf Stationen zur Geburt der Anti-Kunst und begründe die Reihenfolge.
- Readymade-Debatte: Führe eine Pro-und-Kontra-Diskussion zur Frage, ob ein Alltagsgegenstand Kunst sein kann, wenn eine Künstlerin oder ein Künstler ihn auswählt.
- Dada und Gegenwart: Analysiere ein Meme, einen Remix oder eine satirische Medienaktion und erkläre, welche dadaistischen Verfahren darin erkennbar sind.
- Forschungsprojekt: Untersuche eines der Dada-Zentren Zürich, Berlin, Hannover, Köln, New York oder Paris und erstelle ein digitales Dossier mit Personen, Orten, Werken und historischen Konflikten.


Lernkontrolle
- Werkanalyse: Analysiere ein dadaistisches Werk und erkläre, welche Kunstregel es bricht und welche Wirkung dadurch entsteht.
- Historischer Transfer: Begründe, warum der Erste Weltkrieg für die Entstehung von Dada wichtig war, ohne Dada nur als Kriegsfolge zu vereinfachen.
- Medienkritik: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie Fotomontage Medienbilder verändert und dadurch Kritik erzeugt.
- Konzeptkunst: Vergleiche ein Readymade mit einem traditionellen Gemälde und beurteile, worin jeweils die künstlerische Leistung besteht.
- Epochenwissen: Ordne Dada in die Moderne ein und zeige Verbindungen zu mindestens zwei späteren Kunstformen auf.
- Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Museumskritik aus Sicht einer Person, die 1917 zum ersten Mal ein Readymade sieht.
- Gestaltung und Reflexion: Entwickle ein eigenes dadaistisches Mini-Projekt und erläutere anschließend, welche Verfahren Du bewusst eingesetzt hast.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Dada ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten wiedergibst, sondern Zusammenhänge verstehst. Dein Lernnachweis sollte zeigen, dass Du die historische Situation um 1916 erklären kannst, die Rolle des Cabaret Voltaire kennst, zentrale Verfahren wie Lautgedicht, Fotomontage, Readymade und Collage anwenden oder analysieren kannst und die Idee der Anti-Kunst differenziert beurteilst.
- Portfolio: Sammle Notizen, Skizzen, Bildanalysen, Begriffe und Reflexionen zu mindestens drei Dada-Verfahren.
- Werkanalyse: Verfasse eine strukturierte Analyse zu einem Werk oder einer Aktion des Dadaismus.
- Praxisprojekt: Gestalte ein eigenes dadaistisches Produkt, zum Beispiel Lautgedicht, Fotomontage, Plakat, Readymade oder Mini-Performance.
- Reflexion: Erkläre schriftlich, warum Dein eigenes Produkt dadaistisch ist und welche Regel es infrage stellt.
- Präsentation: Stelle Deine Ergebnisse so vor, dass historische Einordnung, künstlerisches Verfahren und persönliche Bewertung klar unterscheidbar sind.
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