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Brand-, Hitze- und Verbrennungsschutz am Schmiedefeuer

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Brand-, Hitze- und Verbrennungsschutz am Schmiedefeuer




Brand-, Hitze- und Verbrennungsschutz am Schmiedefeuer

Modul: Planung und Vorbereitung im Lernbereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Zielgruppe: Auszubildende und Lernende im Metallbauerhandwerk, besonders in der Fachrichtung Metallgestaltung, sowie in der künstlerischen Metallgestaltung und Schmiedepraxis.

Rechtsraum: Deutschland

Prüfstand der Quellen: 01.09.2026

Sicherheitsgrundsatz: Dieser aiMOOC ersetzt weder die betriebliche Gefährdungsbeurteilung noch Betriebsanweisungen, Unterweisungen, Herstellerinformationen, Freigaben oder Anordnungen der zuständigen Arbeitsschutzbehörde und des Unfallversicherungsträgers. Offizielle Regeln und betriebliche Anweisungen haben immer Vorrang. Arbeiten am Schmiedefeuer dürfen von Lernenden nur im vorgesehenen Ausbildungsrahmen, nach Unterweisung und unter der festgelegten Aufsicht durchgeführt werden. Der Kurs fordert ausdrücklich keine unbeaufsichtigte Arbeit mit offenem Feuer, Brenngas, glühendem Metall oder kraftbetriebenen Schmiedehämmern.

Länderhinweis: Alle Rechts-, Ausbildungs- und Zuständigkeitsaussagen in diesem aiMOOC beziehen sich ausschließlich auf Deutschland. Für Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und das deutschsprachige Belgien wird keine automatische Gleichwertigkeit von Rechtsvorschriften, Berufsbezeichnungen, Ausbildungswegen, Qualifikationen oder Sicherheitsregeln behauptet.

Offene Lizenz: Soweit nicht anders gekennzeichnet, kann der Lerntext als OER unter CC BY-SA 4.0 weiterverwendet und für Unterricht und Ausbildung angepasst werden. Eingebundene Wikimedia-Commons-Medien behalten jeweils ihre auf der Dateiseite ausgewiesene Lizenz.


Einleitung

Am Schmiedefeuer treffen mehrere Gefährdungen gleichzeitig aufeinander: offene Flamme oder glühende Brennstoffzone, sehr heiße Werkstücke und Werkzeuge, Wärmestrahlung, Funken, Zunder, Rauch- und Verbrennungsgase, gegebenenfalls Brenngas sowie eine hohe körperliche Belastung. Ein sicherer Arbeitsablauf beginnt deshalb nicht mit dem Anzünden der Esse, sondern mit Planung, Kontrolle des Arbeitsplatzes, Auswahl geeigneter Arbeitsmittel, klaren Zuständigkeiten und einer verständlichen Unterweisung.

Im heutigen deutschen Ausbildungsberuf lautet die einschlägige staatlich anerkannte Berufsbezeichnung Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung. Zum Berufsprofil gehört ausdrücklich das Handhaben von Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen sowie das manuelle und maschinelle Schmieden. Der traditionelle Ausdruck „Kunstschmied“ wird in der Praxis weiterhin verstanden, ist hier aber nicht als Ersatz für die aktuelle formale Ausbildungsbezeichnung zu verwenden.

Beobachtungsauftrag: Das Foto macht die Nähe von Handwerkzeug, glühendem Werkstück, Zunder und Schlagzone sichtbar. Beurteile ein Praxisfoto niemals allein danach, ob eine Person „erfahren aussieht“. Für die Sicherheitsbewertung zählen Gefährdungsbeurteilung, freigegebener Arbeitsablauf, Arbeitsmittelzustand, Schutzbereich und passende persönliche Schutzausrüstung.

Medienauftrag: Achte beim Video zum Berufsfeld Metallgestaltung auf Arbeitsplätze, Werkzeuge, Wege, Körperhaltung, Ablagen und mögliche heiße Bereiche. Das Video dient der Berufsorientierung und ersetzt keine Sicherheitsunterweisung.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du Gefährdungen am Schmiedefeuer systematisch erfassen, Schutzmaßnahmen nach dem Prinzip technisch – organisatorisch – personenbezogen einordnen, den Arbeitsplatz vor Arbeitsbeginn prüfen, sichere Heißteil- und Werkzeugablagen planen, Brandlasten und Rettungswege beurteilen, die Bedeutung von Rauchabzug und Lüftung erklären, geeignete PSA anhand der Gefährdungsbeurteilung begründen und einen sicheren Freigabeprozess beschreiben. Außerdem kannst Du typische Fehler erkennen, Erste-Hilfe-Grundsätze bei Verbrennungen einordnen und erklären, warum betriebliche Anweisungen und Aufsicht für Lernende verbindlich sind.


Deutschland: Rechts- und Ausbildungsrahmen


Was gilt im Betrieb?

In Deutschland verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz den Arbeitgeber zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Gefährdungen können unter anderem durch Arbeitsstätte, physikalische und chemische Einwirkungen, Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren sowie unzureichende Qualifikation oder Unterweisung entstehen. Schutzmaßnahmen sollen Gefahren möglichst an der Quelle bekämpfen; individuelle Schutzmaßnahmen sind gegenüber anderen Maßnahmen nachrangig.

Für Arbeitsmittel konkretisiert die Betriebssicherheitsverordnung, dass vor der Verwendung eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik getroffen und die sichere Verwendung festgestellt werden müssen. Beschäftigte müssen vor der erstmaligen Verwendung tätigkeitsbezogen informiert und unterwiesen werden. Bei Arbeitsmitteln mit besonderen Gefährdungen darf die Verwendung nur durch entsprechend beauftragte Beschäftigte erfolgen.

Für die Arbeitsstätte verlangt die Arbeitsstättenverordnung unter anderem geeignete Feuerlöscheinrichtungen, freie Fluchtwege und Notausgänge, eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur sowie ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft. Die ASR A2.2 konkretisiert Maßnahmen gegen Brände. Ihre Ausgabe vom Mai 2018 wurde zuletzt 2025 geändert. Ob eine erhöhte Brandgefährdung vorliegt und welche zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind, wird nicht durch eine pauschale Kursregel entschieden, sondern im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung.

Bei persönlicher Schutzausrüstung gilt die PSA-Benutzungsverordnung. PSA muss zur konkreten Gefährdung und zum Arbeitsplatz passen, ergonomisch geeignet sein und der jeweiligen Person passen. Werden mehrere PSA-Arten gleichzeitig getragen, darf sich ihre Schutzwirkung nicht gegenseitig beeinträchtigen.


Zuständigkeiten in Deutschland

Bereich Deutschland
Staatliche Arbeitsschutzaufsicht Zuständig sind je nach Betriebsort die Arbeitsschutzbehörden der Länder, zum Beispiel Gewerbeaufsichtsämter oder staatliche Ämter für Arbeitsschutz. Die konkrete Behörde richtet sich nach dem Standort des Betriebs.
Technische Regeln Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veröffentlicht unter anderem die Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Für dieses Thema ist besonders die ASR A2.2 relevant.
Gesetzliche Unfallversicherung Für viele Metallbaubetriebe ist die BGHM ein wichtiger Präventions- und Beratungsträger. DGUV- und BGHM-Publikationen konkretisieren typische Gefährdungen und Maßnahmen, ersetzen aber nicht die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Berufsausbildung Die staatliche Ausbildungsordnung für Metallbauer und Metallbauerinnen sowie das aktuelle Berufsprofil des BIBB sind maßgeblich. Die Ausbildung umfasst die Fachrichtung Metallgestaltung.
Handwerkskammer Die jeweils zuständige Handwerkskammer begleitet das Berufsausbildungsverhältnis und die handwerkliche Berufsbildung. Als überprüfte Kammerquelle wurde hier die Handwerkskammer für München und Oberbayern herangezogen; im konkreten Betrieb ist die regional zuständige Handwerkskammer maßgeblich.


Keine Vermischung mit anderen Ländern

Vergleich Deutschland Andere deutschsprachige Länder
Rechtsgrundlage dieses aiMOOC Deutsches Arbeitsschutz- und Berufsbildungsrecht Nicht Bestandteil dieses Kurses
Ausbildungsbezeichnung Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung Kann anders heißen oder anders geregelt sein
Zuständige Stellen Länder-Arbeitsschutzbehörde, zuständiger Unfallversicherungsträger, regional zuständige Handwerkskammer Jeweilige nationale und regionale Stellen sind separat zu prüfen
Gleichwertigkeit Gilt nur im deutschen Rechtsrahmen Keine automatische Anerkennung oder Gleichstellung


Gefährdungen am Schmiedefeuer verstehen


Brandgefahr

Ein Schmiedefeuer ist eine kontrollierte Wärmequelle, kann aber brennbare Stoffe, Ablagerungen oder Bauteile entzünden. BGHM-Praxishilfen nennen bei Schmiedeessen ausdrücklich die Gefahr von Entstehungsbränden. Deshalb gehören Brandlasten, Funkenflug, heiße Werkstücke, die Lage von Feuerlöscheinrichtungen und der Zustand von Fluchtwegen bereits in die Vorbereitung.

Merke: Das Brandschutzzeichen weist auf eine Feuerlöscheinrichtung hin. Es sagt allein noch nicht, welches Löschmittel für den konkreten Brand geeignet ist. Löschmittel und Ausstattung richten sich nach Gefährdungsbeurteilung, Brandgefährdung und betrieblichem Brandschutzkonzept.


Kontaktwärme und Wärmestrahlung

Heiße Werkstücke sehen nicht immer glühend aus. Ein dunkel erscheinendes Stahlteil kann weiterhin Verbrennungen verursachen. Zusätzlich erwärmen Esse, Ofenöffnung, Werkzeuge und Werkstück die Umgebung durch Wärmestrahlung. BAuA-Hinweise zur Wärmebelastung nennen für die Beurteilung unter anderem Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit, Wärmestrahlung, Arbeitsschwere, Bekleidung und Expositionszeit.

Praxisregel: Ein Werkstück gilt im Arbeitsablauf so lange als heiß, bis sein sicherer Zustand nach dem betrieblich festgelegten Verfahren eindeutig festgestellt oder gekennzeichnet wurde. Verlasse Dich nicht auf die Farbe allein.


Funken, Schlacke und Zunder

Beim Erwärmen und Schmieden bildet sich auf Stahl Zunder. Beim Schlag kann er abspringen. Funken und Zunder gefährden Augen und Haut und können brennbare Stoffe entzünden. Deshalb müssen Schlagrichtung, Zuschauerbereich, Ablagen, Kleidung und Augenschutz bereits vor dem ersten Schmiedegang berücksichtigt werden.


Rauch, Stäube und Verbrennungsgase

Bei kohlebefeuerten Schmiedeessen entstehen Rauch, Stäube und Verbrennungsgase. Die BGHM fordert vor der Arbeit eine Funktionskontrolle des Rauchabzugs und beschreibt, dass der Rauchabzug den Schmiedeherd beziehungsweise Feuertisch erfassen muss. Bei Gasschmiedeöfen kommen Gefährdungen durch Brenngas hinzu. Eigenmächtige Umbauten, überbrückte Sicherheitseinrichtungen oder improvisierte Brennersysteme sind kein Bestandteil einer sicheren Ausbildung.


Brenngas und Gasschmiedeofen

Für Gasschmiedeöfen verweist die DGUV-Fachinformation FBHM-106 auf sicherheitstechnische Anforderungen und Herstellerinformationen. Druckgasbehälter dürfen nicht durch Schmiedefeuer, Öfen oder andere Wärmequellen unzulässig erwärmt werden und sind gegen Umfallen zu sichern. Schlauchführung, Druckregelung, Zündeinrichtung, Flammensicherung und Instandhaltung werden nur nach Herstellerangaben und betrieblicher Festlegung beurteilt.

Wichtig: Dieser aiMOOC enthält bewusst keine Anleitung zum Eigenbau, Umbau oder Inbetriebsetzen eines Gasschmiedeofens. Lernende bedienen Brenngasanlagen nur im freigegebenen Ausbildungsablauf.


Wärmebelastung des Körpers

Schmiedearbeit ist körperlich anspruchsvoll und findet nahe einer starken Wärmequelle statt. Wärmebelastung kann Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Arbeitsqualität beeinträchtigen. In die Gefährdungsbeurteilung gehören daher neben der Lufttemperatur auch Wärmestrahlung, Arbeitsschwere, Bekleidung, Pausenregelung und individuelle Schutzbedarfe. Trinkmöglichkeiten, Entwärmungsphasen und Arbeitsorganisation werden so geplant, dass sie sicher erreichbar sind und die Schutzkleidung nicht eigenmächtig abgelegt werden muss.


Das STOP-Prinzip für die Schmiede

Das in der Praxis häufig verwendete STOP-Prinzip hilft, Maßnahmen in sinnvoller Rangfolge zu planen. Der gesetzliche Grundgedanke lautet: Gefahren möglichst vermeiden oder an ihrer Quelle bekämpfen; technische Maßnahmen gehen organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen vor.

Stufe Bedeutung Beispiel am Schmiedefeuer
S – Substitution Gefährdung vermeiden oder weniger gefährliche Lösung wählen, soweit betrieblich möglich Arbeitsverfahren so planen, dass unnötige offene Wärmequellen, zusätzliche Brennstoffe oder unnötige Heißzeiten vermieden werden
T – Technische Maßnahmen Gefahr technisch begrenzen wirksamer Rauchabzug, standsichere Esse, funktionsfähige Sicherheitseinrichtungen, geeignete Abschirmung, sichere Heißteilablage
O – Organisatorische Maßnahmen Ablauf und Zuständigkeiten regeln Sperrbereich, Unterweisung, Aufsicht, festgelegte Wege, Kennzeichnung heißer Teile, Freigabe und Abschaltkontrolle
P – Personenbezogene Maßnahmen Individuellen Schutz sicherstellen geeigneter Augen- und Gesichtsschutz, Gehörschutz, Schutzkleidung, Schmiedeschürze, geeignete Handschuhe und Sicherheitsschuhe nach Gefährdungsbeurteilung

Achtung: PSA ist wichtig, aber sie macht einen schlecht eingerichteten Arbeitsplatz nicht sicher.


Werkzeuge, Arbeitsmittel und Materialien

Arbeitsmittel oder Material Typische Funktion Sicherheitsrelevante Vorbereitung
Kohleschmiedeesse Stahl auf Schmiedetemperatur erwärmen Rauchabzug prüfen, brennbare Stoffe aus dem festgelegten Gefahrenbereich entfernen, Feuerlöscheinrichtung zugänglich halten, Feuertisch und Umgebung kontrollieren
Gasschmiedeofen kleinere Werkstücke gleichmäßig erwärmen nur freigegebenes Gerät verwenden, Herstellerangaben beachten, Schläuche und Armaturen visuell kontrollieren, Gasflasche sichern, Sicherheitseinrichtungen niemals überbrücken
Schmiedezange heißes Werkstück sicher halten zur Werkstückgeometrie passende Zange auswählen, Sitz am kalten Werkstück prüfen, beschädigte Zangen aussortieren
Hammer Umformen des Werkstücks Stiel, Kopf und Keilung kontrollieren, passende Hammermasse wählen, Schlagzone freihalten
Amboss Unterlage für Schmiedearbeit standsichere Aufstellung, freie Bewegungsfläche, keine brennbaren Ablagen im Funkenbereich
Löschtrog betrieblich vorgesehene Abkühlung bestimmter Werkstücke oder Werkzeuge Standort frei zugänglich halten, Wasser nicht als universelles Löschmittel missverstehen
Heißteilablage definiertes Ablegen heißer Werkstücke nicht brennbar, kippsicher, deutlich festgelegt, außerhalb von Verkehrs- und Fluchtwegen
Schmiedekohle Brennstoff der Kohleesse trocken und betrieblich vorgesehen lagern, Staub- und Rauchentwicklung minimieren, keine ungeprüften Brennstoffmischungen verwenden


Persönliche Schutzausrüstung

Die konkrete PSA wird nicht nach Tradition oder Gewohnheit, sondern aus der Gefährdungsbeurteilung festgelegt. In BGHM-Praxishilfen zu Schmiedeessen und Ambossen werden unter anderem Augen- und Gehörschutz, Schmiedeschürze, geeigneter Handschutz und geeignetes Schuhwerk genannt. Entscheidend ist immer, dass die Ausrüstung zur tatsächlichen Gefährdung, zur Tätigkeit und zur Person passt.

Schutzbereich Planungsfrage
Augen und Gesicht Besteht Gefahr durch Funken, Zunder, Schlacke oder herausgeschleuderte Partikel? Reicht Augenschutz oder ist zusätzlicher Gesichtsschutz erforderlich?
Hände Ist für die konkrete Tätigkeit Hitzeschutz erforderlich und mit sicherem Greifen vereinbar? Sind Handschuhe trocken, unbeschädigt und für die Gefährdung ausgewählt?
Körper Schützt die Arbeits- oder Schutzkleidung gegen Funken und Wärme, ohne lose Teile, offene Taschen oder gefährliche Schmelzeigenschaften?
Füße Sind Sicherheitsschuhe geschlossen, geeignet und so getragen, dass heiße Partikel möglichst nicht eindringen können?
Gehör Ergibt die Gefährdungsbeurteilung eine Lärmbelastung, insbesondere am Amboss oder Schmiedehammer, die Gehörschutz erfordert?

Inklusiver Arbeitsschutz: PSA muss individuell passen. Körpergröße, Sehkorrektur, Hörschutzbedarf, Beweglichkeit, Schwangerschaft, gesundheitliche Einschränkungen oder andere individuelle Faktoren dürfen nicht mit einer „Einheitsausstattung“ ignoriert werden. Erforderliche Anpassungen werden fachlich und diskriminierungsfrei geplant.


Arbeitsplatzlayout und Sicherheitszonen

Ein guter Schmiedeplatz macht sichere Wege und Zustände sichtbar. Die folgende Skizze ist kein Bauplan, sondern ein Lernschema. Maßgeblich bleibt der reale Betrieb.

Materialbereitstellung kalt Erwärmungsbereich / Esse Transportweg heißes Werkstück Amboss / Umformzone Heißteilablage / Abkühlbereich
trocken, geordnet Brand- und Wärmeschutz frei, kurz, ohne Gegenverkehr Schlag- und Zunderbereich eindeutig gekennzeichnet

Qualitätsmerkmal: Der Arbeitsfluss darf einen Fluchtweg nicht kreuzen, blockieren oder in eine unübersichtliche Heißzone verwandeln. Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig freigehalten werden.


Schritt-für-Schritt-Demonstration: Sichere Freigabe vor dem ersten Schmiedegang

Diese Demonstration wird von einer unterweisenden Fachkraft durchgeführt. Sie endet vor dem Anzünden beziehungsweise vor der Brennerfreigabe.

  1. Auftrag klären: Werkstück, Werkstoff, geplanter Schmiedeschritt, benötigte Wärmequelle, Zangenform und beteiligte Personen festlegen.
  2. Gefährdungsbeurteilung heranziehen: Prüfen, welche betrieblichen Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Freigaberegeln für Esse, Gasschmiedeofen, Amboss und gegebenenfalls Schmiedehammer gelten.
  3. Arbeitsplatz begehen: Brennbare Stoffe, Stolperstellen, lose Kabel, ungeeignete Ablagen, versperrte Wege oder fremde Personen im Gefahrenbereich erkennen und beseitigen lassen.
  4. Rauchabzug und Lüftung prüfen: Sichtkontrolle und betriebliche Funktionsprüfung nach Anweisung durchführen. Bei Mangel keine Freigabe.
  5. Arbeitsmittel prüfen: Zange am kalten Werkstück auf sicheren Sitz testen, Hammer und Amboss kontrollieren, Heißteilablage festlegen, bei Gasschmiedeofen nur die freigegebenen Sichtkontrollen nach Betriebsanweisung durchführen.
  6. Brandschutz prüfen: Geeignete Feuerlöscheinrichtungen, Alarmierung und Rettungsweg lokalisieren. Nicht eigenmächtig ein Löschmittel wählen, das dem betrieblichen Brandschutzkonzept widerspricht.
  7. PSA und Kommunikation prüfen: PSA vollständig und passend anlegen, Rollen klären, Signal für Arbeitsunterbrechung vereinbaren und Zuschauerbereich freihalten.
  8. Freigabe einholen: Erst wenn die verantwortliche Fachkraft den Arbeitsplatz freigibt, darf der nächste betriebliche Schritt beginnen. Lernende starten das Feuer oder den Gasschmiedeofen niemals eigenmächtig.


Authentisches Praxisbeispiel

Situation: Eine Auszubildende soll einen kurzen Vierkantstahl an der Kohleesse erwärmen und anschließend am Amboss strecken. Neben dem Amboss liegt Holzverpackung, auf dem Verkehrsweg steht ein Eimer, die vorgesehene Schmiedezange greift das Werkstück nur an einer Ecke und die Absaugklappe ist noch geschlossen.

Unsichere Reaktion: „Das dauert nur eine Minute, ich fange schon einmal an.“

Fachgerechte Reaktion: Die Tätigkeit wird nicht begonnen. Die Brandlast wird aus dem Gefahrenbereich entfernt, der Verkehrsweg freigemacht, eine passende Zange ausgewählt, der Rauchabzug nach Betriebsanweisung in Betriebsbereitschaft gebracht und die Freigabe durch die unterweisende Person eingeholt. Erst dann folgt der eigentliche Schmiedeablauf.

Lernpunkt: Professionelle Schmiedearbeit zeigt sich nicht darin, Gefahren routiniert zu ignorieren, sondern darin, Abweichungen früh zu erkennen und vor Arbeitsbeginn zu korrigieren.


Häufige Fehler und sichere Korrektur

Häufiger Fehler Warum problematisch? Sichere Korrektur
„Das Metall glüht nicht mehr, also ist es kalt.“ Sichtbare Glut ist kein verlässlicher Nachweis für Berührungssicherheit. Heißteile nur nach festgelegtem Verfahren ablegen, kennzeichnen und freigeben.
Brennbare Pappe oder Lappen liegen „nur kurz“ neben der Esse. Funken und Wärmestrahlung können Entstehungsbrände verursachen. Brandlasten vor Arbeitsbeginn aus dem festgelegten Gefahrenbereich entfernen.
Zange erst am heißen Werkstück ausprobieren. Unsicherer Griff kann zum Fallenlassen des Werkstücks führen. Zangensitz am kalten Werkstück vorab prüfen.
Feuerlöscher wird mit Material zugestellt. Feuerlöscheinrichtungen müssen leicht erreichbar bleiben. Zugänglichkeit als Freigabekriterium prüfen.
Gassicherung wird wegen Wartezeit überbrückt. Sicherheitsfunktion wird außer Kraft gesetzt; unverbranntes Gas kann gefährlich werden. Anlage außer Betrieb nehmen und fachgerechte Prüfung oder Instandsetzung veranlassen.
Schutzbrille wird wegen Beschlagen oder Sehkorrektur nicht getragen. Augen bleiben gegen Zunder und Partikel ungeschützt. Passende, kompatible Lösung auswählen lassen; keine eigenmächtige PSA-Reduzierung.
Heißes Werkstück wird auf dem Boden „geparkt“. Verbrennungs-, Stolper- und Brandgefahr. Definierte Heißteilablage verwenden.
Arbeitsunterbrechung ohne Abschaltkontrolle. Restwärme, Glut oder Brenngas können weiter Gefährdungen erzeugen. Betriebsanweisung für Unterbrechung und Arbeitsende vollständig abarbeiten.


Qualitätskriterien für eine gute Vorbereitung

Eine Vorbereitung ist erst dann gut, wenn sie nicht nur schnell, sondern prüfbar sicher ist.

Qualitätskriterium Prüffrage
Gefährdungen erfasst Sind Brand, Kontaktwärme, Wärmestrahlung, Zunder, Rauch, Brenngas, Lärm und Verkehrswege berücksichtigt?
Maßnahmenhierarchie eingehalten Wurden technische und organisatorische Lösungen vor zusätzlicher PSA geprüft?
Arbeitsmittel geeignet Passen Zange, Hammer, Amboss und Wärmequelle zum Auftrag und sind sie in sicherem Zustand?
Brandlasten kontrolliert Ist der festgelegte Gefahrenbereich frei von unnötig brennbaren Stoffen?
Heißteilmanagement klar Ist für jedes heiße Teil ein definierter Transportweg und Ablageort vorhanden?
Rettungsweg frei Sind Notausgang, Fluchtweg und Feuerlöscheinrichtung ohne Hindernisse erreichbar?
Unterweisung wirksam Können alle Beteiligten den Ablauf, Stopp-Signale und Notfallmaßnahmen in verständlicher Sprache wiedergeben?
Aufsicht geklärt Ist eindeutig, wer die Tätigkeit freigibt und wann Lernende selbst handeln dürfen?


Erste Hilfe bei Verbrennungen

Bei einem Unfall gilt zuerst der Eigenschutz. Hitzequelle, offene Flamme, laufende Maschine oder Brenngas dürfen nicht zu weiteren Verletzten führen. Notfallmaßnahmen werden im Betrieb unterwiesen und geübt.

  1. Gefahr stoppen und Hilfe alarmieren: Tätigkeit beenden, betriebliche Alarmierung auslösen und bei schweren Verletzungen den Notruf 112 veranlassen.
  2. Kleinflächige Verbrennungen: Nach aktuellen Erste-Hilfe-Hinweisen können kleinflächige Verbrennungen zur Schmerzlinderung sofort mit möglichst fließendem Wasser gekühlt werden. Die Kühlung bleibt auf die kleine betroffene Stelle begrenzt.
  3. Großflächige Verbrennungen: Nicht großflächig kühlen, weil Unterkühlung droht. Besonders am Körperstamm keine großflächige Kühlung durchführen.
  4. Wunde schützen: Brandwunden locker und möglichst keimfrei bedecken, Betroffene warm halten und beobachten.
  5. Nicht tun: Keine Hausmittel, Salben oder Eis anwenden, Brandblasen nicht öffnen und fest anhaftende Kleidung nicht gewaltsam entfernen.
  6. Betriebliche Nachsorge: Erste Hilfe dokumentieren und die festgelegte medizinische Abklärung veranlassen.

Hinweis: Diese Zusammenfassung ersetzt keinen betrieblichen Erste-Hilfe-Kurs und keine medizinische Beurteilung.


Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung

Sicheres Schmieden und Nachhaltigkeit ergänzen sich, wenn Energie, Material und Verbrauchsmittel geplant eingesetzt werden. Ein unnötig lange laufendes Feuer verbraucht Brennstoff und erhöht gleichzeitig die Wärmebelastung. Unpassende Zangen, schlechte Arbeitsplanung oder fehlende Materialvorbereitung führen zu zusätzlichen „Hitzen“, mehr Zunder und Materialverlust.

  1. Energieeffizienz: Schmiedefolgen so planen, dass unnötige Aufheiz- und Leerlaufzeiten vermieden werden, ohne Sicherheitskontrollen zu verkürzen.
  2. Materialeffizienz: Werkstücke passend vorbereiten, Verschnitt reduzieren und sortenreine Metallreste dem betrieblichen Recycling zuführen.
  3. Luftreinhaltung: Rauchabzug und Lüftung instand halten; Energieeinsparung darf niemals durch Abschalten notwendiger Schutztechnik erkauft werden.
  4. Instandhaltung: Zangen, Hämmer, Absaugung und Feuerung regelmäßig warten, damit Arbeitsmittel lange und sicher nutzbar bleiben.
  5. Beschaffung: langlebige, reparierbare und passende Arbeitsmittel sowie geeignete PSA bevorzugen, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies zulässt.


Medien zur Vertiefung

Bildanalyse: Markiere gedanklich Schlagzone, Werkstückweg, mögliche Zunderflugrichtung, Körperposition und potenzielle Heißteilablage. Ein Foto dokumentiert eine Situation, ist aber keine automatische Vorlage für den betrieblich zulässigen Ablauf.

Beobachtungsauftrag: Welche Tätigkeiten der Metallgestaltung erkennst Du? Notiere anschließend drei Punkte, die vor einer realen Schmiedetätigkeit durch Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung geklärt sein müssten.

Transferauftrag: Übertrage die allgemeine Arbeitsschutzbotschaft des BGHM-Videos auf die Schmiede. Welche betriebliche Hilfe würdest Du vor dem ersten Schmiedegang aktiv nutzen?


Fachwortschatz

Begriff Bedeutung im Schmiedebetrieb
Esse Feuerstelle beziehungsweise Einrichtung zum Erwärmen von Metall beim Schmieden.
Schmiedefeuer In der Praxis Bezeichnung für die Feuerung beziehungsweise den heißen Arbeitsbereich der Esse.
Feuerschüssel Bereich der Kohleesse, in dem Brennstoff und Glut liegen.
Schmiedekohle Für die Schmiedefeuerung vorgesehener Brennstoff; Auswahl und Beschaffung erfolgen betrieblich.
Zunder Oxidische Schicht auf heißem Stahl, die beim Schmieden abspringen kann.
Schlacke Rückstand aus Feuerung oder Prozess, der heiß sein und Partikel bilden kann.
Schmiedehitze In der Fachsprache ein Erwärmungsabschnitt, in dem ein Werkstück schmiedbar bearbeitet wird.
Glühfarbe Sichtbarer Farbeindruck heißen Stahls; dient erfahrenen Fachkräften als Prozesshinweis, ist aber kein sicherer Berührungsnachweis.
Schmiedezange Werkzeug zum Halten und Führen heißer Werkstücke.
Löschtrog Behälter zum betrieblich vorgesehenen Abkühlen bestimmter Werkstücke oder Werkzeuge.
Heißteilablage Festgelegter, nicht brennbarer Ablageort für heiße Werkstücke.
Brandlast Brennbare Stoffe oder Materialien, die zur Brandentwicklung beitragen können.
Wärmestrahlung Wärmeübertragung durch elektromagnetische Strahlung von heißen Oberflächen und Feuerungen.
Gefährdungsbeurteilung Systematische Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen und Festlegung von Schutzmaßnahmen.
Unterweisung Tätigkeits- und arbeitsplatzbezogene Vermittlung von Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln.
PSA Persönliche Schutzausrüstung, die verbleibende Gefährdungen für die einzelne Person mindert.


Reflexion

  1. Sicherheitskultur: Woran erkennst Du in einer Schmiede, dass Sicherheit tatsächlich Teil der Arbeitsqualität ist und nicht nur auf einem Aushang steht?
  2. Routine: Welche Gefahr entsteht, wenn erfahrene Personen Abkürzungen im Ablauf als „normal“ vorleben?
  3. Kommunikation: Welche Sicherheitsinformation muss auch eine neue Person im Betrieb ohne Fachjargon verstehen?
  4. Inklusion: Wie kann ein Betrieb sicherstellen, dass PSA und Unterweisung zu unterschiedlichen Körpermaßen, Sprachständen und individuellen Bedürfnissen passen?
  5. Verantwortung: An welcher Stelle würdest Du eine Tätigkeit stoppen, obwohl dadurch ein Auftrag später fertig wird?


Quellen- und Prüfstand

Die folgenden offiziellen beziehungsweise institutionellen Quellen wurden für den deutschen Rechts- und Ausbildungsrahmen geprüft. Bei späteren Änderungen ist die jeweils aktuelle Fassung maßgeblich.

  1. Arbeitsschutzgesetz § 4: Allgemeine Grundsätze und Nachrang individueller Schutzmaßnahmen.
  2. Arbeitsschutzgesetz § 5: Beurteilung der Arbeitsbedingungen.
  3. Arbeitsschutzgesetz § 12: Unterweisung.
  4. Arbeitsstättenverordnung, Anhang: Maßnahmen gegen Brände, Fluchtwege, Raumtemperatur und Lüftung.
  5. BAuA – ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände: Ausgabe Mai 2018, zuletzt geändert GMBl 2025, S. 365.
  6. Betriebssicherheitsverordnung § 4: Gefährdungsbeurteilung und Rangfolge der Schutzmaßnahmen.
  7. Betriebssicherheitsverordnung § 12: Information, Unterweisung und Betriebsanweisung.
  8. PSA-Benutzungsverordnung § 2: Auswahl und Bereitstellung geeigneter PSA.
  9. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 118 – Schmiedeessen: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen an kohle- und gasbeheizten Schmiedeessen.
  10. DGUV FBHM-106 – Sicherer Betrieb von Gasschmiedeöfen: Sicherheitsanforderungen an Gasschmiedeöfen.
  11. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 129 – Schmiedehammer: Gefährdungen durch Funken, Zunder, erwärmte Werkstücke und kraftbetriebene Hämmer.
  12. DGUV Information 204-007 – Handbuch zur Ersten Hilfe: Maßnahmen bei thermischen Schädigungen.
  13. BIBB – Metallbauer/Metallbauerin, Fachrichtung Metallgestaltung: Aktuelles Berufsprofil mit Handhaben von Schmiedefeuern und Schmieden.
  14. Ausbildungsordnung Metallbauer/Metallbauerin: Staatliche Anerkennung, Ausbildungsdauer und Fachrichtungen.
  15. Handwerkskammer für München und Oberbayern – Metallbauer FR Metallgestaltung: Handwerkliche Ausbildungsinhalte und Schmiedepraxis.
  16. BMAS – Arbeitsschutzbehörden: Übersicht zu den zuständigen staatlichen Arbeitsschutzbehörden der Länder.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Für welchen Rechtsraum wurden die Vorschriften in diesem aiMOOC geprüft? (Deutschland) (!Österreich) (!Schweiz) (!Luxemburg)




Was steht vor dem Beginn der gefährlichen Tätigkeit am Schmiedefeuer? (Gefährdungsbeurteilung und betriebliche Freigabe) (!Möglichst schnelles Anzünden) (!Ausprobieren der Zange am heißen Werkstück) (!Ablegen der PSA nach persönlichem Gefühl)




Welche Schutzmaßnahmen haben grundsätzlich Vorrang? (Technische Maßnahmen vor organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen) (!Personenbezogene Maßnahmen vor allen anderen) (!Nur schriftliche Hinweise) (!Nur persönliche Erfahrung)




Warum wird ein Werkstück auch ohne sichtbare Glut als potenziell heiß behandelt? (Weil fehlende Glut keine sichere Berührungstemperatur beweist) (!Weil Stahl immer glüht) (!Weil Zangen nur kalte Teile halten) (!Weil Augenschutz die Temperatur erhöht)




Was ist bei einem Gasschmiedeofen unzulässig? (Sicherheitseinrichtungen eigenmächtig zu überbrücken) (!Herstellerinformationen zu beachten) (!Eine betriebliche Sichtkontrolle durchzuführen) (!Die Gasflasche gegen Umfallen zu sichern)




Welcher Ort ist für ein heißes Werkstück vorgesehen? (Eine definierte nicht brennbare Heißteilablage) (!Der Fluchtweg) (!Ein Karton neben der Esse) (!Ein beliebiger Platz auf dem Boden)




Wie werden großflächige Verbrennungen in der Ersten Hilfe behandelt? (Nicht großflächig kühlen und Unterkühlung vermeiden) (!Mit Eis vollständig bedecken) (!Brandblasen öffnen) (!Salbe direkt auftragen)




Wie lautet die aktuelle einschlägige Ausbildungsbezeichnung in Deutschland? (Metallbauer oder Metallbauerin Fachrichtung Metallgestaltung) (!Kunstschmiedemeister als alleiniger Ausbildungsberuf) (!Metallformer Fachrichtung Feuer) (!Schmiedetechniker Grundstufe)




Welche Technische Regel konkretisiert in Deutschland Maßnahmen gegen Brände in Arbeitsstätten? (ASR A2.2) (!ASR A6) (!TRBS 1203) (!DIN 5008)




Was ist für Lernende vor selbstständigem Umgang mit gefährlichen Arbeitsmitteln entscheidend? (Unterweisung betriebliche Regelung und Freigabe) (!Nur körperliche Kraft) (!Nur ein eigenes Werkzeug) (!Nur das Alter der Person)





Memory

Zunder Oxidische Schicht auf heißem Stahl
Löschtrog Betrieblich vorgesehener Abkühlbehälter
Schmiedezange Werkzeug zum sicheren Halten heißer Werkstücke
Gefährdungsbeurteilung Systematische Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen
Heißteilablage Definierter Platz für heiße Werkstücke
ASR A2.2 Technische Regel für Maßnahmen gegen Brände





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Technische Maßnahme Rauchabzug
Organisatorische Maßnahme Sperrbereich
Personenbezogene Maßnahme Augenschutz
Brandvorsorge Feuerlöscheinrichtung
Notfallorganisation Rettungsweg




...


Kreuzworträtsel

Zunder Wie heißt die Oxidschicht, die beim Schmieden von heißem Stahl abspringen kann?
Löschtrog Wie heißt der betriebliche Behälter zum Abkühlen bestimmter Werkstücke?
Schmiedezange Welches Werkzeug hält und führt ein heißes Werkstück?
Wärmestrahlung Welche Wärmeübertragung wirkt von der heißen Esse auf den Körper?
Unterweisung Wie heißt die tätigkeitsbezogene Vermittlung von Gefährdungen und Schutzmaßnahmen?
Metallgestaltung Wie heißt die einschlägige Fachrichtung des Metallbauerberufs?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor der Arbeit am Schmiedefeuer ist eine betriebliche

zu beachten. Technische Schutzmaßnahmen haben grundsätzlich Vorrang vor

Maßnahmen. Ein wirksamer

reduziert die Belastung durch Rauch und Verbrennungsgase. Heiße Werkstücke werden auf einer festgelegten

abgelegt. Die zum Werkstück passende

wird möglichst bereits am kalten Werkstück geprüft. Feuerlöscheinrichtungen und

müssen jederzeit zugänglich bleiben. Bei Gasschmiedeöfen dürfen Sicherheitseinrichtungen niemals

werden. Großflächige Verbrennungen werden wegen der Gefahr einer

nicht großflächig gekühlt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gefahrenkarte: Zeichne einen einfachen Grundriss eines Schmiedeplatzes und markiere Feuerquelle, Amboss, Heißteilablage, Fluchtweg und Feuerlöscheinrichtung. Verwende nur eine beobachtete oder von der Lehrkraft freigegebene Übungssituation.
  2. PSA-Check: Erstelle eine Tabelle mit fünf PSA-Bereichen und begründe jeweils, welche konkrete Gefährdung damit reduziert werden soll.
  3. Fehlerfoto: Analysiere ein frei lizenziertes Schmiedefoto und benenne drei sichtbare Sicherheitsfragen, ohne aus dem Foto allein auf tatsächliche Regelverstöße zu schließen.
  4. Fachwortkarten: Gestalte acht Lernkarten zu Zunder, Schmiedezange, Löschtrog, Heißteilablage, Brandlast, Wärmestrahlung, Unterweisung und Gefährdungsbeurteilung.


Standard

  1. Arbeitsplatzfreigabe: Entwickle mit Deiner Lerngruppe eine einseitige Checkliste für die Freigabe vor dem ersten Schmiedegang und gleiche sie mit der betrieblichen Betriebsanweisung ab.
  2. STOP-Analyse: Wähle eine typische Gefährdung am Schmiedefeuer und entwickle je eine mögliche technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahme.
  3. Interview: Befrage eine ausbildende Fachkraft oder Sicherheitsfachkraft dazu, welche drei Fehler bei der Vorbereitung einer Schmiedearbeit im Betrieb am häufigsten vermieden werden müssen.
  4. Unterweisung verständlich machen: Formuliere fünf kurze Sicherheitsanweisungen in klarer, leicht verständlicher deutscher Sprache und prüfe sie mit einer anderen Lerngruppe auf Eindeutigkeit.


Schwer

  1. Mini-Gefährdungsbeurteilung: Erstelle für einen von der Lehrkraft vorgegebenen Schmiedeauftrag eine strukturierte Gefährdungsanalyse mit Gefahrenquelle, möglicher Folge, Maßnahme, Verantwortlichkeit und Wirksamkeitskontrolle.
  2. Systemvergleich: Vergleiche Kohleesse und Gasschmiedeofen ausschließlich für den deutschen betrieblichen Kontext hinsichtlich Brandgefahr, Abgasen, Wärmestrahlung, Betriebsanweisung, Instandhaltung und Energieeinsatz.
  3. Sicherheitsbegehung: Führe mit Lehrkraft oder Fachkraft eine dokumentierte Begehung eines Schmiedeplatzes durch. Fotografiere nur freigegebene Bereiche und leite aus den Beobachtungen Verbesserungsvorschläge ab.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo „Vorbereitung vor dem Schmieden“. Zeige ausschließlich kalte, abgeschaltete oder demonstrativ gesicherte Arbeitsmittel und erkläre, warum die Freigabe vor dem Feuer kommt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferfall: Ein Auftrag wird kurzfristig an einen anderen Schmiedeplatz verlegt. Erkläre, warum eine vorhandene Gefährdungsbeurteilung nicht einfach ungeprüft übernommen werden darf und welche Punkte neu betrachtet werden müssen.
  2. Maßnahmen begründen: Ein Betrieb möchte Funkenflug ausschließlich durch zusätzliche Schutzkleidung beherrschen. Beurteile diese Lösung mit dem STOP-Prinzip und entwickle eine bessere Maßnahmenkombination.
  3. Ablauf planen: Entwirf für ein Werkstück mit mehreren Schmiedehitzen einen sicheren Weg zwischen Esse, Amboss und Ablage. Begründe, wie Verwechslungen zwischen kalten und heißen Teilen verhindert werden.
  4. Abweichung bewerten: Bei einem Gasschmiedeofen wird eine Sicherheitseinrichtung wiederholt überbrückt, weil die Produktion sonst langsamer läuft. Erkläre, welche organisatorischen und technischen Schritte erforderlich sind, bevor weitergearbeitet werden darf.
  5. Arbeitsorganisation: An einem heißen Sommertag steigt zusätzlich die Wärmestrahlung an der Esse. Entwickle eine Maßnahmenkombination, die Arbeitszeit, Entwärmung, Trinkmöglichkeiten, Lüftung und PSA berücksichtigt, ohne notwendige Schutzkleidung eigenmächtig zu reduzieren.
  6. Kommunikationsfall: Eine neue Auszubildende versteht mehrere Fachbegriffe der Betriebsanweisung noch nicht. Beschreibe, wie eine wirksame Unterweisung gestaltet werden muss, bevor sie am Schmiedefeuer mitarbeitet.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufzählst, sondern Sicherheitsentscheidungen begründen kannst. Nachzuweisen sind insbesondere:

  1. Gefährdungen erkennen: Brand, Kontaktwärme, Wärmestrahlung, Funken, Zunder, Rauch, Brenngas, Lärm und Wegegefahren in einer konkreten Arbeitssituation erkennen.
  2. Schutzmaßnahmen auswählen: Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip priorisieren und die Auswahl nachvollziehbar begründen.
  3. Arbeitsplatz vorbereiten: Einen sicheren Freigabeprozess mit Arbeitsmittelkontrolle, Brandvorsorge, Heißteilablage, Rettungsweg und PSA beschreiben.
  4. Rechtsrahmen Deutschland: Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Arbeitsstättenverordnung, ASR A2.2, PSA-Benutzungsverordnung und betriebliche Regeln richtig einordnen.
  5. Ausbildungsbezug: Den Bezug zum Beruf Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung erklären.
  6. Notfallkompetenz: Grundzüge der Alarmierung und Ersten Hilfe bei Verbrennungen korrekt und ohne gefährliche Hausmittel darstellen.
  7. Transferleistung: Eine veränderte Arbeitssituation analysieren und begründen, warum vorhandene Maßnahmen angepasst werden müssen.
  8. Sicherheitskultur: Erklären, warum Lernende gefährliche Tätigkeiten nicht unbeaufsichtigt oder ohne Freigabe durchführen.




OERs zum Thema

Der folgende Wikipedia-Artikel dient als offener Einstieg in das Fertigungsverfahren Schmieden. Rechtliche und betriebliche Sicherheitsentscheidungen müssen jedoch aus den aktuellen offiziellen Regeln und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung abgeleitet werden.


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