Am Thurme Annette von Droste-Hülshoff


Am Thurme Annette von Droste-Hülshoff
Einleitung
„Am Thurme“, in heutiger Schreibweise häufig „Am Turme“, ist ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff. Es erschien erstmals im Jahr 1842 und gehört zu den bekanntesten lyrischen Texten der Autorin. Im Mittelpunkt steht ein lyrisches Ich, das auf einem hohen Balkon an einem Turm steht, Sturm, Vögel, Wellen und Schiffe wahrnimmt und sich nach Kraft, Bewegung, Abenteuer und Freiheit sehnt. Zugleich erkennt es am Ende schmerzhaft, dass gesellschaftliche Erwartungen seine Handlungsmöglichkeiten begrenzen.
Der Text ist besonders geeignet, um Lyrik zu erschließen, weil er starke Naturbilder, eine klare Strophenform, eine deutliche Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit sowie eine bis heute aktuelle Frage behandelt: Wer darf frei handeln, sich riskieren, kämpfen, reisen, entscheiden und sichtbar werden? Das Gedicht kann daher im Deutschunterricht, in der Literaturgeschichte, in der Geschlechterforschung und in der Auseinandersetzung mit Freiheit, Rollenbildern und Selbstbestimmung eingesetzt werden.

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Überblick
Basisdaten
- Titel: Am Thurme, modernisiert auch Am Turme
- Autorin: Annette von Droste-Hülshoff
- Textsorte: Gedicht, Lyrik
- Erstveröffentlichung: 1842
- Entstehungszusammenhang: Aufenthalt der Autorin in Meersburg am Bodensee
- Umfang: vier Strophen mit jeweils acht Versen
- Reimschema: überwiegend durchgehender Kreuzreim
- Zentrale Themen: Freiheit, Sehnsucht, Natur, Selbstbestimmung, Geschlechterrolle, Handlungsmacht, Grenze
Warum ist das Gedicht wichtig?
„Am Thurme“ verbindet eine sehr sinnliche Naturdarstellung mit einer gesellschaftskritischen Aussage. Die Sprecherin erlebt Wind, Meer, Tiere und Schiffe nicht nur als äußere Landschaft, sondern als Projektionsfläche für innere Kräfte. Sie möchte nicht passiv zuschauen, sondern aktiv eingreifen: mit dem Sturm ringen, in die Wellen springen, ein Schiff steuern, Jäger oder Soldat sein. Am Ende wird deutlich, dass diese Wünsche an die gesellschaftlichen Grenzen ihrer Zeit stoßen. Der Vers „Wär ich ein Mann doch mindestens nur“ macht die Geschlechterordnung ausdrücklich zum Thema.
Das Gedicht ist deshalb mehr als ein Naturgedicht. Es ist zugleich ein Text über Emanzipation, Körperlichkeit, Mut, Fantasie und die Frage, wie Sprache innere Freiheit sichtbar machen kann, obwohl äußere Freiheit eingeschränkt bleibt.
Die Autorin: Annette von Droste-Hülshoff
Annette von Droste-Hülshoff wurde 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster geboren und starb 1848 in Meersburg am Bodensee. Sie zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Ihr Werk umfasst Gedichte, Balladen, Novellen, religiöse Texte und musikalische Kompositionen. Besonders bekannt sind neben „Am Thurme“ die Novelle Die Judenbuche und Gedichte wie Der Knabe im Moor oder Das Spiegelbild.
Droste-Hülshoff lebte in einer Zeit, in der Frauen nur eingeschränkte Bildungs-, Berufs- und Handlungsmöglichkeiten hatten. Literarische Anerkennung war für Autorinnen schwerer zu erreichen als für Autoren. Gerade deshalb ist ihr Werk heute besonders interessant: Es zeigt eine Autorin, die mit großer sprachlicher Genauigkeit Natur, Gesellschaft, Religion, Innenleben und Machtverhältnisse beobachtet.

Historischer und räumlicher Hintergrund
Meersburg und der Turm
Das Gedicht steht in Verbindung mit Droste-Hülshoffs Aufenthalt in Meersburg. Die erhöhte Perspektive eines Turms oder Balkons ist für das Gedicht entscheidend. Von oben blickt das lyrische Ich nach unten, hinaus und hinüber. Diese Blickbewegung strukturiert den Text: zuerst der nahe Sturm, dann die Wellen am Strand, dann das Schiff in der Ferne und schließlich die Selbsterkenntnis.
Der Turm ist dabei ein doppeldeutiger Ort. Einerseits ermöglicht er Überblick, Weite und eine starke Wahrnehmung der Natur. Andererseits bleibt das lyrische Ich dort oben festgehalten. Es sieht Möglichkeiten, aber es kann sie nicht verwirklichen. Der Turm steht deshalb zugleich für Aussicht und Begrenzung.

Das Fürstenhäusle und die Bodensee-Landschaft
Meersburg und der Bodensee sind wichtige Orte im Leben der Dichterin. Das Fürstenhäusle oberhalb der Stadt ist mit ihrem Namen verbunden. Landschaft, Wasser, Wind und Höhe prägen viele Wahrnehmungen, die auch für „Am Thurme“ bedeutsam sind. Im Gedicht wird die äußere Landschaft zur Seelenlandschaft: Was das lyrische Ich sieht, wird zum Ausdruck seiner inneren Wünsche.

Textgrundlage
Die folgende Fassung ist eine verbreitete modernisierte Schreibweise. Der historische Titel „Am Thurme“ wird heute oft als „Am Turme“ wiedergegeben.
Am Turme
Annette von Droste-Hülshoff
Ich steh’ auf hohem Balkone am Turm,
Umstrichen vom schreienden Stare,
Und laß’ gleich einer Mänade den Sturm
Mir wühlen im flatternden Haare;
O wilder Geselle, o toller Fant,
Ich möchte dich kräftig umschlingen,
Und, Sehne an Sehne, zwei Schritte vom Rand
Auf Tod und Leben dann ringen!
Und drunten seh’ ich am Strand, so frisch
Wie spielende Doggen, die Wellen
Sich tummeln rings mit Geklaff und Gezisch,
Und glänzende Flocken schnellen.
O, springen möcht’ ich hinein alsbald,
Recht in die tobende Meute,
Und jagen durch den korallenen Wald
Das Walroß, die lustige Beute!
Und drüben seh’ ich ein Wimpel wehn
So keck wie eine Standarte,
Seh auf und nieder den Kiel sich drehn
Von meiner luftigen Warte;
O, sitzen möcht’ ich im kämpfenden Schiff,
Das Steuerruder ergreifen,
Und zischend über das brandende Riff
Wie eine Seemöwe streifen.
Wär ich ein Jäger auf freier Flur,
Ein Stück nur von einem Soldaten,
Wär ich ein Mann doch mindestens nur,
So würde der Himmel mir raten;
Nun muß ich sitzen so fein und klar,
Gleich einem artigen Kinde,
Und darf nur heimlich lösen mein Haar,
Und lassen es flattern im Winde!
Inhaltliche Erschließung
Erste Strophe: Sturm, Höhe und körperliche Energie
Das Gedicht beginnt mit einer starken Raumgestaltung. Das lyrische Ich steht „auf hohem Balkone am Turm“. Diese Höhe schafft Abstand zur Welt, aber auch Überblick. Der Wind, der Starenschrei und das flatternde Haar erzeugen Bewegung. Die Sprecherin vergleicht sich indirekt mit einer Mänade, also mit einer rauschhaften, wilden Frauengestalt aus der antiken Mythologie. Damit wird eine Energie aufgerufen, die nicht brav, häuslich oder still ist, sondern körperlich, ekstatisch und gefährlich.
Der Wunsch, mit dem Sturm zu ringen, zeigt, dass das lyrische Ich nicht nur fühlen oder beobachten möchte. Es möchte sich messen, kämpfen und den eigenen Körper einsetzen. Der Sturm erscheint fast wie ein Gegner oder Partner. Die Grenze des Balkons wird zur Grenze zwischen Vorstellung und Wirklichkeit.
Zweite Strophe: Wellen als lebendige Meute
In der zweiten Strophe blickt die Sprecherin nach unten zum Strand. Die Wellen werden mit „spielenden Doggen“ verglichen. Diese Personifikation und der Tiervergleich machen das Wasser lebendig, laut und wild. Wörter wie „Geklaff“, „Gezisch“ und „tobende Meute“ verstärken die akustische und körperliche Wirkung.
Der Wunsch, in die Wellen zu springen und durch einen „korallenen Wald“ zu jagen, erweitert die Fantasie. Die Sprecherin stellt sich nicht als Zuschauerin vor, sondern als Jägerin in einer abenteuerlichen Unterwasserwelt. Damit überschreitet sie gedanklich die Grenzen des Turms, des Körpers und der gesellschaftlichen Rolle.
Dritte Strophe: Schiff, Steuer und Handlungsmacht
Die dritte Strophe richtet den Blick in die Ferne. Das lyrische Ich sieht einen Wimpel und ein Schiff. Nun wird die Sehnsucht noch stärker mit Handlungsmacht verbunden: Die Sprecherin möchte im „kämpfenden Schiff“ sitzen und das „Steuerruder ergreifen“. Das ist ein zentrales Bild. Wer das Steuer hält, entscheidet über Richtung, Risiko und Bewegung.
Das Schiff steht für Abenteuer, Gefahr und Selbstbestimmung. Der Vergleich mit der Seemöwe verbindet Freiheit mit Leichtigkeit und Geschwindigkeit. Gleichzeitig bleibt alles im Konjunktiv und im Wunsch. Das lyrische Ich stellt sich Handlungsmacht vor, besitzt sie aber in der Wirklichkeit nicht.
Vierte Strophe: Selbsterkenntnis und gesellschaftliche Grenze
Die vierte Strophe enthält die entscheidende Wendung. Das lyrische Ich nennt Rollen, die damals traditionell männlich besetzt waren: Jäger, Soldat, Mann. Der Ausruf „Wär ich ein Mann doch mindestens nur“ macht deutlich, dass nicht Mut oder Vorstellungskraft fehlen, sondern gesellschaftliche Erlaubnis und zugeschriebene Rolle.
Am Ende muss die Sprecherin „sitzen so fein und klar“ und wird mit einem „artigen Kinde“ verglichen. Das ist eine bittere Formulierung. Die erwachsene Sprecherin wird auf Gehorsam, Schönheit und Passivität reduziert. Ihr bleibt nur eine kleine heimliche Geste: Sie löst ihr Haar und lässt es im Wind flattern. Diese Geste ist kein vollständiger Ausbruch, aber ein Zeichen innerer Freiheit.
Form und Sprache
Strophenbau und Reim
Das Gedicht besteht aus vier Strophen mit jeweils acht Versen. Die regelmäßige Form steht in Spannung zu den wilden Bildern. Während Sturm, Wellen und Wünsche ungebändigt wirken, ordnet die Form den Text. Diese Spannung ist für die Wirkung wichtig: Der Text spricht von Ausbruch, bleibt aber formal gebunden.
Der Kreuzreim verbindet die Verse miteinander und schafft Bewegung. Auch die wechselnden Kadenzen und der rhythmische Schwung unterstützen die Vorstellung von Wind, Wellen und Seefahrt. So wird die Form selbst zu einem Teil der Bewegung.
Bildlichkeit und Stilmittel
Das Gedicht arbeitet mit vielen Stilmitteln. Besonders wichtig sind Vergleiche, Personifikationen, Metaphern, Klangwirkungen und eine dynamische Wortwahl.
- Vergleich: Die Wellen erscheinen „wie spielende Doggen“, die Sprecherin möchte „wie eine Seemöwe“ streifen.
- Personifikation: Sturm und Wellen wirken wie lebendige Wesen, mit denen man ringen oder jagen könnte.
- Metapher: Der Turm wird zum Bild für Überblick und Eingeschlossensein.
- Klang: Wörter wie „Geklaff“, „Gezisch“ und „zischend“ machen die Natur hörbar.
- Konjunktiv: Formen wie „möcht’“ und „Wär ich“ zeigen, dass vieles Wunsch bleibt.
Raumstruktur
Die räumliche Ordnung ist für die Interpretation zentral. Die Blickrichtung erweitert sich stufenweise: vom eigenen Standort über den Strand bis zur Ferne. Diese Ausweitung entspricht dem wachsenden Wunsch nach Freiheit. Gleichzeitig bleibt der Körper des lyrischen Ichs am Ausgangspunkt gebunden.
- Oben: Balkon, Turm, Wind und Haar
- Unten: Strand, Wellen und Wasser
- Drüben: Schiff, Wimpel und Ferne
- Innen: Wunsch, Selbsterkenntnis und gesellschaftliche Grenze
Deutungsansätze
Naturgedicht
Als Naturgedicht zeigt „Am Thurme“ eine Landschaft aus Wind, Wasser, Tieren und Weite. Die Natur ist jedoch nicht ruhig oder idyllisch. Sie ist laut, wild, gefährlich und anziehend. Gerade dadurch wird sie zum Gegenbild einer geordneten, eingeschränkten Lebenswelt.
Erlebnisgedicht und Erlebnisfiktion
Man kann den Text als Erlebnisgedicht lesen: Das lyrische Ich steht auf einem Turm und beschreibt, was es sieht und empfindet. Zugleich kann man fragen, wie viel tatsächlich beobachtet wird und wie viel in der Vorstellung entsteht. Die wilden Jagd-, Kampf- und Seefahrtsbilder können als innere Fantasien gelesen werden. Dann zeigt der Text weniger ein äußeres Abenteuer als eine innere Bewegung.
Feministische Lesart
Eine feministische Interpretation betont, dass das Gedicht die Einschränkung weiblicher Handlungsmöglichkeiten sichtbar macht. Das lyrische Ich wünscht sich Tätigkeiten, die historisch mit Männlichkeit verbunden wurden: kämpfen, jagen, steuern, riskieren, hinausfahren. Die Aussage „Wär ich ein Mann doch mindestens nur“ kritisiert eine Gesellschaft, in der Geschlecht über Lebensmöglichkeiten entscheidet.
Wichtig ist: Das Gedicht reduziert die Sprecherin nicht auf Ohnmacht. Ihre Sprache ist stark, körperlich, fantasievoll und widerständig. Selbst wenn die äußere Bewegung begrenzt bleibt, entfaltet die poetische Sprache eine enorme innere Bewegung.
Biografische Lesart
Eine biografische Lesart kann den Meersburger Kontext und die Lebenssituation Droste-Hülshoffs berücksichtigen. Dennoch darf das lyrische Ich nicht einfach mit der Autorin gleichgesetzt werden. In der Gedichtanalyse ist es wichtig, zwischen Autorin und lyrischem Ich zu unterscheiden. Biografisches Wissen kann helfen, ersetzt aber nicht die genaue Arbeit am Text.
Zentrale Motive
Turm
Der Turm steht für Höhe, Distanz, Überblick und Grenze. Er ermöglicht Weitblick, verhindert aber unmittelbare Teilnahme. Das lyrische Ich kann sehen, aber nicht handeln.
Sturm
Der Sturm verkörpert Kraft, Gefahr und Lebendigkeit. Er ist ein Gegenbild zur gesellschaftlich erwarteten Ruhe und Beherrschung. Der Wunsch, mit ihm zu ringen, zeigt den Wunsch nach körperlicher und seelischer Selbstbehauptung.
Wasser und Wellen
Die Wellen erscheinen als wilde Tiere. Sie stehen für Bewegung, Spiel, Gefahr und Abenteuer. Das Wasser lockt das lyrische Ich aus der sicheren Höhe in eine Welt des Risikos.
Schiff und Steuer
Das Schiff ist ein Bild für Aufbruch und Entscheidung. Das Steuerruder steht für die Fähigkeit, selbst Richtung zu geben. Wer steuert, ist nicht passiv, sondern handelt.
Haar
Das Haar ist ein wichtiges Zeichen. Zu Beginn flattert es im Sturm; am Ende darf das lyrische Ich es nur heimlich lösen. Das gelöste Haar steht für Wildheit, Körperlichkeit und kleine Akte der Selbstbefreiung.
Arbeitsmethode: Gedichtanalyse
Schritt für Schritt analysieren
- Erster Eindruck: Lies das Gedicht laut und notiere, welche Stimmung entsteht.
- Sprechsituation: Bestimme, wer spricht, wo das lyrische Ich steht und was es wahrnimmt.
- Inhalt: Fasse jede Strophe in einem Satz zusammen.
- Form: Untersuche Strophenzahl, Verszahl, Reim und Rhythmus.
- Sprache: Markiere Bilder, Vergleiche, Personifikationen und auffällige Verben.
- Deutung: Erkläre die Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
- Kontext: Beziehe historische Geschlechterrollen vorsichtig und textnah ein.
- Urteil: Formuliere, warum das Gedicht heute noch relevant sein kann.
Analysefragen zum Text
- Perspektive: Welche Wirkung hat es, dass das lyrische Ich von einem Turm aus spricht?
- Naturbilder: Warum werden Sturm und Wellen so wild und körperlich dargestellt?
- Wunschformen: Welche Bedeutung haben Formulierungen wie „möcht’ ich“ und „Wär ich“?
- Geschlechterrolle: Was verändert sich durch den Vers „Wär ich ein Mann doch mindestens nur“?
- Schlussbild: Ist das gelöste Haar ein Zeichen von Niederlage, Widerstand oder beidem?
Medien zur Erschließung
Die folgenden Videos können für verschiedene Lernphasen genutzt werden: zuerst zum Hören des Textes, dann zur Sicherung des Inhalts und anschließend zur Interpretation. Achte beim Hören darauf, wie Tempo, Stimme, Pausen und Betonungen Deine Deutung beeinflussen.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer schrieb das Gedicht Am Thurme? (Annette von Droste-Hülshoff) (!Bettina von Arnim) (!Karoline von Günderrode) (!Else Lasker-Schüler)
In welchem Jahr erschien Am Thurme erstmals? (1842) (!1797) (!1848) (!1901)
Wo befindet sich das lyrische Ich zu Beginn des Gedichts? (Auf einem hohen Balkon an einem Turm) (!In einem Wald bei Nacht) (!In einer Kirche während des Gottesdienstes) (!In einem Zimmer ohne Fenster)
Welches zentrale Thema prägt das Gedicht besonders stark? (Der Wunsch nach Freiheit und Handlungsmacht) (!Die Freude an höfischer Unterhaltung) (!Die Beschreibung einer Erntearbeit) (!Die Feier einer militärischen Siegesparade)
Wie viele Strophen hat das Gedicht? (Vier) (!Zwei) (!Sechs) (!Acht)
Welche Naturerscheinung spricht das lyrische Ich in der ersten Strophe besonders stark an? (Der Sturm) (!Der Schnee) (!Der Regenbogen) (!Der Nebel)
Womit werden die Wellen im Gedicht verglichen? (Mit spielenden Doggen) (!Mit schlafenden Katzen) (!Mit stillen Blumen) (!Mit brennenden Kerzen)
Welches Bild steht besonders deutlich für Selbstbestimmung? (Das Steuerruder ergreifen) (!Still am Fenster sitzen) (!Eine Kerze anzünden) (!Einen Brief versiegeln)
Welche Aussage macht die vierte Strophe besonders deutlich? (Gesellschaftliche Geschlechterrollen begrenzen das lyrische Ich) (!Das lyrische Ich besitzt ein eigenes Schiff) (!Das lyrische Ich gewinnt eine Schlacht) (!Das lyrische Ich verlässt endgültig den Turm)
Welche Deutung passt am besten zum gelösten Haar am Schluss? (Es ist ein kleines Zeichen heimlicher Freiheit) (!Es zeigt völlige Gleichgültigkeit) (!Es beweist eine Reise über das Meer) (!Es beendet jede innere Spannung)
Memory
| Turm | Überblick und Begrenzung |
| Sturm | Kraft und Aufbruch |
| Wellen | Bewegung und Gefahr |
| Schiff | Abenteuer und Entscheidung |
| Steuerruder | Handlungsmacht |
| Gelöstes Haar | Heimliche Freiheit |
| Artiges Kind | Gesellschaftliche Anpassung |
| Kreuzreim | Formale Ordnung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Sturm | unmittelbare Naturkraft |
| Wellen | bewegte Nähe am Strand |
| Wimpel | ferne Abenteuerwelt |
| Jäger | Wunsch nach freier Handlung |
| artiges Kind | gesellschaftliche Begrenzung |
Kreuzworträtsel
| Droste | Wie heißt die Autorin mit Nachnamen? |
| Meersburg | Mit welchem Ort am Bodensee ist der Entstehungskontext verbunden? |
| Sturm | Welche Naturkraft möchte das lyrische Ich umschlingen? |
| Wellen | Was wird mit spielenden Doggen verglichen? |
| Freiheit | Wonach sehnt sich das lyrische Ich besonders? |
| Kreuzreim | Welches Reimschema prägt das Gedicht? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Strophenbild: Zeichne zu jeder Strophe ein kleines Bild und erkläre in zwei Sätzen, welche Stimmung Du darstellen wolltest.
- Lautes Lesen: Lies das Gedicht laut vor und markiere Stellen, an denen Deine Stimme schneller, lauter oder leiser werden soll.
- Wortfeld: Sammle Wörter aus dem Gedicht, die Bewegung ausdrücken, und ordne sie nach Wind, Wasser, Tierwelt und Seefahrt.
- Standbild: Stelle mit einer Partnerin oder einem Partner die Schlusssituation des Gedichts als Standbild dar und erkläre die Körperhaltung.
Standard
- Gedichtanalyse: Schreibe eine Analyse der zweiten Strophe und untersuche besonders die Tiervergleiche und Geräuschwörter.
- Perspektivwechsel: Verfasse einen inneren Monolog des lyrischen Ichs unmittelbar nach dem letzten Vers.
- Vergleich: Vergleiche „Am Thurme“ mit einem anderen Gedicht über Freiheit, Natur oder Begrenzung.
- Höranalyse: Vergleiche zwei Rezitationen des Gedichts und beschreibe, wie Betonung und Sprechtempo die Wirkung verändern.
Schwer
- Feministische Interpretation: Erörtere, ob „Am Thurme“ als feministisches Gedicht gelesen werden kann, und belege Deine Position am Text.
- Historischer Kontext: Recherchiere zu Frauenrollen im 19. Jahrhundert und erkläre, wie dieses Wissen die Deutung des Gedichts erweitert.
- Kreative Transformation: Gestalte eine moderne Fassung des Gedichts als Spoken-Word-Text, Kurzfilm oder Hörspiel und begründe Deine gestalterischen Entscheidungen.
- Raumanalyse: Entwickle eine Deutung, in der Turm, Strand, Meer und Schiff als Stationen einer inneren Freiheitsbewegung verstanden werden.


Lernkontrolle
- Deutungsthese: Formuliere eine eigene Deutungsthese zum Gedicht und stütze sie mit mindestens drei Textbelegen.
- Form und Inhalt: Erkläre, wie die regelmäßige Form des Gedichts mit den wilden Naturbildern zusammenwirkt.
- Transfer: Vergleiche die Situation des lyrischen Ichs mit einer heutigen Situation, in der Menschen durch Rollenbilder begrenzt werden.
- Symbolanalyse: Deute das Motiv des gelösten Haares und berücksichtige dabei Anfang und Ende des Gedichts.
- Urteil: Beurteile, ob das Gedicht eher Resignation, Widerstand oder beides ausdrückt.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu „Am Thurme“ solltest Du zeigen, dass Du den Inhalt des Gedichts verstanden hast, zentrale Stilmittel benennen und ihre Wirkung erklären kannst. Wichtig ist außerdem, dass Du zwischen Autorin und lyrischem Ich unterscheidest, die räumliche Struktur des Gedichts erkennst und den Zusammenhang zwischen Naturbildern, Freiheitsmotiv und Geschlechterrollen deutest.
Ein guter Lernnachweis enthält eine klare Einleitung mit Titel, Autorin, Textsorte und Erscheinungsjahr, eine gegliederte Inhaltsangabe, eine Analyse von Form und Sprache, passende Textbelege, eine begründete Interpretation und einen reflektierten Schluss. Besonders stark ist Dein Lernnachweis, wenn Du zeigst, warum das Gedicht auch heute noch Fragen nach Selbstbestimmung, Rollenbildern und gesellschaftlicher Teilhabe aufwirft.
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