5 Axiome der Kommunikation - Deutsch


5 Axiome der Kommunikation - Deutsch
5 Axiome der Kommunikation - Deutsch
Einleitung
Die 5 Axiome der Kommunikation helfen Dir, Gespräche und Missverständnisse zu untersuchen. Sie wurden von Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson beschrieben. Ein Axiom ist hier eine Grundannahme über Kommunikation.
Fach: Deutsch | Klassen: 8–13 | Dauer: etwa 60–90 Minuten

Lernziele
Du kannst die fünf Axiome einfach erklären, Beispiele erkennen und Gespräche mit Fachbegriffen untersuchen. Du lernst auch, wie Sprache, Körpersprache, Tonfall und Beziehung zusammenwirken.

Die fünf Axiome
| Axiom | Einfache Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1. Man kann nicht nicht kommunizieren. | Auch Schweigen, Wegsehen oder Abstand können als Botschaft wirken. | Eine Person antwortet nicht. Andere deuten das trotzdem. |
| 2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. | Der Inhaltsaspekt sagt, worum es geht. Der Beziehungsaspekt zeigt, wie die Aussage gemeint ist. | „Mach das Fenster zu“ kann Bitte oder Befehl sein. |
| 3. Kommunikation wird unterschiedlich gegliedert. | Menschen ordnen Ursache und Wirkung oft anders. Watzlawick nennt das Interpunktion. | „Ich werde laut, weil du nicht zuhörst.“ – „Ich höre nicht zu, weil du laut wirst.“ |
| 4. Kommunikation nutzt digitale und analoge Formen. | Digital meint Wörter und Zeichen. Analog meint etwa Mimik, Gestik und Tonfall. | „Toll!“ klingt mit genervter Stimme anders als mit Freude. |
| 5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär. | Symmetrische Kommunikation beruht auf Gleichheit. Komplementäre Kommunikation beruht auf unterschiedlichen, sich ergänzenden Rollen. | Freunde beraten gleichberechtigt. Lehrkraft und Lernende haben verschiedene Rollen. |
Merke: „Digital“ bedeutet hier nicht Internet oder Computer.

Beziehung und Körpersprache
Die Beziehung beeinflusst, wie Du eine Aussage verstehst. Dabei wirken Mimik, Gestik, Haltung, Abstand und Stimme mit. Solche Signale sind wichtig, aber sie zeigen Gedanken oder Gefühle nie mit völliger Sicherheit.


Gleichheit und Ergänzung
Symmetrisch bedeutet nicht automatisch harmonisch. Auch ein Streit kann symmetrisch sein. Komplementär bedeutet nicht automatisch unfair. Entscheidend ist, wie die Beteiligten mit ihren Rollen umgehen.

Video und Aufgaben
Sieh das Video an. Stoppe nach jedem Axiom kurz.
Aufgaben zum Video
- Video-Notizen: Schreibe zu jedem Axiom ein Schlüsselwort auf.
- Beispiele erkennen: Notiere zu drei Axiomen je ein Beispiel aus dem Video.
- Digital und analog: Erkläre, wie Wörter und Körpersprache in einem Beispiel zusammenwirken.
- Ursache und Wirkung: Suche im Video ein Beispiel für unterschiedliche Interpunktion und beschreibe beide Sichtweisen.
- Transfer: Erfinde zu einem Axiom eine kurze Szene aus Schule, Familie oder Chat.
- Bewertung: Welches Axiom hilft Dir im Alltag am meisten? Begründe Deine Wahl in drei Sätzen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet das erste Axiom? (Jedes Verhalten kann als Kommunikation gedeutet werden) (!Nur gesprochene Wörter sind Kommunikation) (!Schweigen beendet jede Kommunikation) (!Kommunikation findet nur absichtlich statt)
Welche zwei Aspekte hat jede Kommunikation nach dem zweiten Axiom? (Inhalt und Beziehung) (!Sender und Technik) (!Frage und Antwort) (!Lautstärke und Grammatik)
Was zeigt der Beziehungsaspekt besonders? (Wie eine Aussage gemeint und verstanden wird) (!Wie lang eine Aussage ist) (!Ob ein Satz im Präsens steht) (!Wie viele Wörter benutzt werden)
Was meint Interpunktion im Kommunikationsmodell? (Die unterschiedliche Ordnung von Ursache und Wirkung) (!Das Setzen von Kommas in Aufsätzen) (!Die Lautstärke beim Sprechen) (!Das Zählen von Gesprächspausen)
Was ist im vierten Axiom digital? (Wörter und eindeutige Zeichen) (!Mimik und Gestik) (!Körperhaltung und Abstand) (!Tonfall und Sprechtempo)
Was ist im vierten Axiom analog? (Mimik Gestik und Tonfall) (!Nur geschriebene Wörter) (!Zahlen und Formeln) (!Rechtschreibung und Zeichensetzung)
Welche Aussage zeigt einen Widerspruch zwischen digital und analog? (Jemand sagt Toll mit genervter Stimme) (!Jemand sagt Danke und lächelt freundlich) (!Jemand stellt eine klare Sachfrage) (!Jemand schreibt einen neutralen Termin auf)
Was kennzeichnet symmetrische Kommunikation? (Die Beteiligten begegnen sich auf gleicher Ebene) (!Eine Person hat immer recht) (!Die Beteiligten schweigen) (!Nur eine Person spricht)
Was kennzeichnet komplementäre Kommunikation? (Unterschiedliche Rollen ergänzen sich) (!Alle Rollen sind vollständig gleich) (!Jede Aussage ist ein Befehl) (!Niemand übernimmt Verantwortung)
Wozu eignen sich die fünf Axiome besonders? (Zur Analyse von Gesprächen und Missverständnissen) (!Zur Berechnung von Wortlängen) (!Zur Bestimmung von Reimschemata) (!Zur Kontrolle der Handschrift)
Memory
| Nicht nicht kommunizieren | Auch Schweigen kann wirken |
| Inhaltsaspekt | Sachliche Information |
| Beziehungsaspekt | Art des Miteinanders |
| Interpunktion | Ordnung von Ursache und Wirkung |
| Digital | Wörter und Zeichen |
| Analog | Mimik Gestik Tonfall |
| Symmetrisch | Gleiche Ebene |
| Komplementär | Ergänzende Rollen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Kernaussage |
|---|---|
| Nicht nicht kommunizieren | Jedes Verhalten kann als Botschaft wirken |
| Inhalt und Beziehung | Die Beziehung beeinflusst die Deutung |
| Interpunktion | Ursache und Wirkung werden verschieden geordnet |
| Digital und analog | Wörter und Körpersprache wirken zusammen |
| Symmetrisch und komplementär | Beziehungen beruhen auf Gleichheit oder Ergänzung |
Kreuzworträtsel
| Watzlawick | Wie heißt der bekannte Kommunikationsforscher mit Nachnamen? |
| Beziehung | Welcher Aspekt zeigt wie eine Nachricht gemeint ist? |
| Interpunktion | Wie heißt die unterschiedliche Ordnung von Ursache und Wirkung? |
| Körpersprache | Welcher Begriff umfasst Mimik Gestik und Haltung? |
| Symmetrie | Wie heißt Kommunikation auf gleicher Ebene? |
| Komplementarität | Wie heißt das Ergänzen unterschiedlicher Rollen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Axiom-Karte: Gestalte eine Karte mit einem Axiom, einer Erklärung und einem Beispiel.
- Mini-Dialog: Schreibe sechs Sätze zu einem Missverständnis und markiere das passende Axiom.
- Körpersprache: Stelle eine Haltung ohne Worte dar. Die Klasse deutet mögliche Botschaften.
- Video-Notizen: Fasse das Lernvideo in fünf einfachen Sätzen zusammen.
Standard
- Rollenspiel: Spielt dieselbe Bitte einmal freundlich und einmal genervt. Vergleicht die Wirkung.
- Comic: Zeichne einen kurzen Comic zu digitaler und analoger Kommunikation.
- Gesprächsanalyse: Untersuche einen Dialog aus einer Kurzgeschichte mit mindestens drei Axiomen.
- Interview: Frage eine Person nach einem typischen Missverständnis und ordne ein Axiom zu.
Schwer
- Konfliktanalyse: Analysiere einen Streit aus zwei Perspektiven und erkläre die unterschiedliche Interpunktion.
- Debatte: Diskutiert die Aussage „Man kann nicht nicht kommunizieren“ mit Beispielen und Grenzen.
- Medienvergleich: Vergleiche ein persönliches Gespräch mit einem Chat. Untersuche fehlende oder ersetzte analoge Signale.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video mit eigenen Szenen zu allen fünf Axiomen. Hole vor Aufnahmen die Zustimmung aller Beteiligten ein.


Lernkontrolle
- Dialog verbessern: Überarbeite einen missverständlichen Dialog so, dass Inhalt und Beziehung klarer werden. Begründe drei Änderungen.
- Perspektivwechsel: Erkläre einen Konflikt zuerst aus Sicht von Person A und dann aus Sicht von Person B. Zeige die unterschiedliche Interpunktion.
- Literarische Kommunikation: Wähle eine Szene aus einer Erzählung oder einem Drama und prüfe, welche Axiome das Verhalten der Figuren erklären.
- Chat und Gespräch: Vergleiche dieselbe Nachricht im Chat und im direkten Gespräch. Erkläre, welche analogen Signale fehlen oder ergänzt werden.
- Rollen prüfen: Beurteile eine komplementäre Beziehung. Zeige, wann die Rollen hilfreich und wann sie problematisch sein können.
- Modellgrenze: Erkläre, warum Körpersprache Hinweise gibt, aber keine sichere Gedankenlese-Methode ist.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis solltest Du:
- die fünf Axiome korrekt und einfach erklären,
- passende Beispiele aus Alltag, Literatur oder Medien verwenden,
- Fachbegriffe wie Inhaltsaspekt, Beziehungsaspekt, Interpunktion, digital, analog, symmetrisch und komplementär richtig einsetzen,
- einen Dialog nachvollziehbar untersuchen,
- eigene Deutungen begründen und Grenzen des Modells beachten.
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